EPISODE · Jun 22, 2026 · 2 MIN
[So, 21.6.2026 – Bauen, Melancholin]
from es regnet · host Markus Pfeifer
Naja, schreibt man mal über mangelnden Regen, dann beginnt es zu regnen. Wobei: Es dauerte ja nur 20 Minuten. Als der Regen kam, war ich gerade beim Sohn meiner Nachbarin in seinem Atelier. Er hatte sich angeboten, mir zu helfen, eine Holzbank für Schweden zu bauen. Dort hinterm Haus im Wald gibt es einen schönen Hang mit Blick auf die Abendsonne. Da möchte ich abends sitzen und lesen. Dafür brauche ich eine Bank. Er hatte viele Ideen gesammelt. Sein Vorschlag war, eine einfache, aber stabile Bank aus Lärchenholz zu bauen. Lärche hält jedes Wetter aus und sie widersteht sicherlich auch skandinavischen Wintern. Sie sollte zusammensteckbar sein und in meinen Kleinwagen passen. Vielleicht kann ich sie im Herbst auch wieder auseinanderbauen und für den Winter in die Scheune stellen. Es wurde dann eine richtig schöne Bank. Leider vergaß ich, sie zu fotografieren, jetzt liegt sie auseinandergebaut auf dem Rücksitz des Autos. Die Sonne war morgens schon unerträglich. Bei nur 23 Grad. Am kommenden Wochenende werden es 39 Grad sein. Ich sag ja nur. Das Projekt Klimaanlage bin ich immer noch nicht angegangen. Ich hätte fast ein ganzes Jahr lang Zeit gehabt. Vielleicht war der Leidensdruck letzten Sommer nicht groß genug. Würde ich das Blog nach Sommernächten filtern, käme sicherlich das eine oder andere schlechte Gefühl hoch. Aber ich kann jetzt immerhin besser schlafen. Seit einigen Wochen bediene ich mich eines Tricks. Ich nehme Melatonin. Es bettet mich ein, ich schließe die Augen und drifte in ein nächtliches Meer ab. Melatonin ist das sogenannte nachtaktive Hormon. Diese Bezeichnung fand ich so schön, seitdem nenne ich es Melancholin. Es ist die Eigenschaft dieses Hormons, dass es die Temperatur des Körpers runterregelt. Das löst offenbar mein Problem mit den unerträglichen Hitzenächten. Zugegebenermaßen wird die Bewährungsprobe erst noch kommen, wenn der Juli und der August ihren Ofen anschalten. Tja. Vernünftiges habe ich bei dem Wetter auch nicht zu erzählen. Aber ich sollte mein neues Bauprojekt erwähnen. Die Wohnung ist nämlich wieder eine Baustelle. Ich baue ja gerade ein Kallax-Regal zu einer etwas exzentrischen Wandschrank-Konstruktion um. Gestern Nachmittag brach mir eine der Türen aus dem Rahmen und ich hatte vier Bretter sehr umständlich montiert, bis meine Frau feststellte, dass ich sie falsch befestigt hatte. Das waren vier oder fünf weggeworfene Stunden Arbeit. Die beiden Missgeschicke zogen mich dann schon sehr runter, zumal ich keine Lösung für die aufgebrochenen Stellen in der Tür hatte. Ich schwor mir, dass ich nie wieder ein solches Projekt beginnen werde. Das war ein ungewöhnlicher Ausbruch von Verzweiflung. Faktisch war ich den ganzen Samstag über kaum vorangekommen. Heute konnte ich allerdings einen großen Teil fertigstellen und meine Laune ist wieder wesentlich besser.
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Naja, schreibt man mal über mangelnden Regen, dann beginnt es zu regnen. Wobei: Es dauerte ja nur 20 Minuten. Als der Regen kam, war ich gerade beim Sohn meiner Nachbarin in seinem Atelier. Er hatte sich angeboten, mir zu helfen, eine Holzbank für Schweden zu bauen. Dort hinterm Haus im Wald gibt es einen schönen Hang mit Blick auf die Abendsonne. Da möchte ich abends sitzen und lesen. Dafür brauche ich eine Bank. Er hatte viele Ideen gesammelt. Sein Vorschlag war, eine einfache, aber stabile Bank aus Lärchenholz zu bauen. Lärche hält jedes Wetter aus und sie widersteht sicherlich auch skandinavischen Wintern. Sie sollte zusammensteckbar sein und in meinen Kleinwagen passen. Vielleicht kann ich sie im Herbst auch wieder auseinanderbauen und für den Winter in die Scheune stellen. Es wurde dann eine richtig schöne Bank. Leider vergaß ich, sie zu fotografieren, jetzt liegt sie auseinandergebaut auf dem Rücksitz des Autos. Die Sonne war morgens schon unerträglich. Bei nur 23 Grad. Am kommenden Wochenende werden es 39 Grad sein. Ich sag ja nur. Das Projekt Klimaanlage bin ich immer noch nicht angegangen. Ich hätte fast ein ganzes Jahr lang Zeit gehabt. Vielleicht war der Leidensdruck letzten Sommer nicht groß genug. Würde ich das Blog nach Sommernächten filtern, käme sicherlich das eine oder andere schlechte Gefühl hoch. Aber ich kann jetzt immerhin besser schlafen. Seit einigen Wochen bediene ich mich eines Tricks. Ich nehme Melatonin. Es bettet mich ein, ich schließe die Augen und drifte in ein nächtliches Meer ab. Melatonin ist das sogenannte nachtaktive Hormon. Diese Bezeichnung fand ich so schön, seitdem nenne ich es Melancholin. Es ist die Eigenschaft dieses Hormons, dass es die Temperatur des Körpers runterregelt. Das löst offenbar mein Problem mit den unerträglichen Hitzenächten. Zugegebenermaßen wird die Bewährungsprobe erst noch kommen, wenn der Juli und der August ihren Ofen anschalten. Tja. Vernünftiges habe ich bei dem Wetter auch nicht zu erzählen. Aber ich sollte mein neues Bauprojekt erwähnen. Die Wohnung ist nämlich wieder eine Baustelle. Ich baue ja gerade ein Kallax-Regal zu einer etwas exzentrischen Wandschrank-Konstruktion um. Gestern Nachmittag brach mir eine der Türen aus dem Rahmen und ich hatte vier Bretter sehr umständlich montiert, bis meine Frau feststellte, dass ich sie falsch befestigt hatte. Das waren vier oder fünf weggeworfene Stunden Arbeit. Die beiden Missgeschicke zogen mich dann schon sehr runter, zumal ich keine Lösung für die aufgebrochenen Stellen in der Tür hatte. Ich schwor mir, dass ich nie wieder ein solches Projekt beginnen werde. Das war ein ungewöhnlicher Ausbruch von Verzweiflung. Faktisch war ich den ganzen Samstag über kaum vorangekommen. Heute konnte ich allerdings einen großen Teil fertigstellen und meine Laune ist wieder wesentlich besser.
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[So, 21.6.2026 – Bauen, Melancholin]
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