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EPISODE · Aug 28, 2026 · 1H 3M

Sonderfolge: Warum ist das Verhältnis von Ost und West immer noch ein Reizthema?

from Thema in Sachsen

Warum ist das Verhältnis zwischen Ost und West auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung ein Reizthema? Und welche Folgen hat das mit Blick auf bevorstehende Landtagswahlen in zwei Ost-Bundesländern - für den politischen und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Bundesrepublik? Darüber haben im Format „Ostdeutschland – zum Mitreden“ vier Gäste diskutiert, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigen: Autorin und Dokumentarfilmerin Grit Lemke, die Journalistin und Autorin Mareike Reimann, der Soziologe Raj Kollmorgen und Literaturwissenschaftler sowie Autor Dirk Oschmann. Moderiert wurde die Diskussion von LVZ- und SZ-Reporterin Antonie Rietzschel. Die Veranstaltung wurde live per Videostream übertragen - und gibt es jetzt noch einmal zum Nachhören als Sonderfolge im Podcast „Thema in Sachsen“. Grit Lemke sieht vor allem die Abwanderung als zentrales Problem vieler Regionen. Menschen, die sich engagieren oder politisch anders entscheiden könnten, seien vielfach weggezogen. Ihre Konsequenz: Ohne Zuzug werde sich daran wenig ändern. Mareike Reimann fordert einen anderen Blick auf Ostdeutschland. Statt den Osten vor allem über AfD-Wahlergebnisse zu erzählen, müsse stärker über strukturelle Unterschiede und über zivilgesellschaftliches Engagement gesprochen werden. Und: Sie attestiert Bundeskanzler Friedrich Merz einen einenden Charakter. Dieser sei als Westdeutscher genauso unbeliebt im Osten wie im Westen. „Das muss man erstmal schaffen.“ Raj Kollmorgen warnt vor einfachen Erklärungen. Die DDR-Erfahrung spiele noch eine Rolle, entscheidender seien heute aber die Folgen der Transformation und fortbestehende Ungleichheiten zwischen Ost und West. Viele aktuelle Probleme seien zudem längst gesamtdeutsche. Dirk Oschmann widerspricht der These, die Stärke des Rechtspopulismus lasse sich vor allem mit der DDR-Sozialisation erklären. Für ihn sind soziale, demografische und strukturelle Ursachen entscheidend. Die emotionale wie reale Benachteiligung von Ostdeutschen nach der Wende sei bis heute nicht überwunden. Die Debatte hören Sie in dieser Sonderfolge von „Thema in Sachsen“. Das Format „Ostdeutschland – zum Mitreden“ ist ein Debattenraum der Ost-Zeitungshäuser im RedaktionsNetzwerk Deutschland. Dazu gehören die Leipziger Volkszeitung, die Sächsische Zeitung, die Ostseezeitung und die Märkische Allgemeine.

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