EPISODE · Aug 31, 2026 · 22 MIN
Vibia Perpetua — Das älteste "Ich" einer Frau
from PhiloPod - Denken, das weiterbringt. · host PHILOSKOP Cornelia Mooslechner-Brüll
Karthago, im Jahr 203: Eine 22-jährige Frau sitzt im Gefängnis, stillt noch ihr Kind und wartet auf ihre Hinrichtung. In diesen Nächten schreibt sie Tagebuch — und dieser Text gilt als einer der frühesten, in denen eine Frau in ihrer eigenen Stimme über sich selbst spricht.In dieser Folge lese ich Perpetuas Gefängnistagebuch als das, was es auch ist: ein philosophisches Argument. Ihr Vater fleht sie an, nachzugeben. Sie zeigt auf einen Krug und fragt ihn, ob man ihn anders nennen könne, als er ist. Und wendet die Antwort auf sich selbst an.Mit Hannah Arendts Unterscheidung zwischen dem Was und dem Wer eines Menschen (Vita activa, 1958) wird sichtbar, worum es hier wirklich geht — und warum diese Frage heute in jedem Familien-, Team- und Sorgekonflikt wiederkehrt.Leitfrage: Was heißt es, ganz zu sich zu stehen, wenn alle anderen etwas anderes von dir verlangen — und die, die es verlangen, dich lieben?Erwähnte Texte · Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis, um 203 · Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben, 1958🍂 Im Herbst lese ich fünf Denkerinnen im Online-Lesekreis „Die andere Hälfte der Philosophie" — Perpetua ist Abend 1. Infos & Anmeldung: Lesekreis 🎓 Philosophie Masterclass — 2.500 Jahre in 6 Modulen: philoskop.org/philosophie-masterclass 📩 Newsletter mit Denkimpulsen: NewsletterPHILOSKOP — Klar denken. Frei handeln.Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um!hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophierenalle philosophischen Veranstaltungen finden sich hierund hier geht's zum NewsletterIch freu mich auf eine Begegnung!Cornelia Mooslechner-Brüll
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Karthago, im Jahr 203: Eine 22-jährige Frau sitzt im Gefängnis, stillt noch ihr Kind und wartet auf ihre Hinrichtung. In diesen Nächten schreibt sie Tagebuch — und dieser Text gilt als einer der frühesten, in denen eine Frau in ihrer eigenen Stimme über sich selbst spricht. In dieser Folge lese ich Perpetuas Gefängnistagebuch als das, was es auch ist: ein philosophisches Argument. Ihr Vater fleht sie an, nachzugeben. Sie zeigt auf einen Krug und fragt ihn, ob man ihn anders nennen könne, als ...
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