EPISODE · Jan 21, 2026 · 13 MIN
Vitamin D - Wirkung, Mangel und Substitution | Dr. Andrea Morawe erklärt
from LandMEDchen
Um Vitamin D gibt es einige Mythen: Damit soll man die Wintermüdigkeit in den Griff bekommen und es wird viel über Supplements und Ernährung gesprochen.Deswegen hat sich Dr. Andrea Morawe diesem Thema in ihrer neuen Folge von „LandMEDchen“ gewidmet.Vitamin D ist strenggenommen kein Vitamin, sondern ein Hormonvorläufer. Der Körper kann es größtenteils durch UVB-Strahlung auf der Haut selbst herstellen.Vitamin D ist beteiligt am Knochen- und Kalziumstoffwechsel, dem Immunsystem, der Muskulatur, Entzündungsregulationsmechanismen und an neurologischen und hormonellen Prozessen im Gehirn.Bis zu 90% davon bilden wir über Sonnenlicht, deswegen wird es auch das „Sonnenvitamin“ genannt.Im Winter berichten viele Menschen über Abgeschlagenheit, Müdigkeit und einen „Winterblues“. Das liegt nicht nur am Lichtmangel, sondern weil das Vitamin D im Gehirn an Rezeptoren wirkt, die für Stimmung und den Schlafrhythmus wichtig sind. Es beeinflusst Serotonin, den Wohlfühlbotenstoff und das Melatonin, das uns schläfrig macht.In Lebensmitteln ist Vitamin D sehr wenig enthalten. Ohne Sonne haben wir also ein hohes Risiko für einen geringen Vitamin D-Spiegel.In einer internationalen sowie der deutschen Leitlinie steht, dass es für einen gesunden Erwachsenen ohne Symptome und Risikofaktoren keine ausreichende Evidenz gibt, ein allgemeines Screening durchzuführen.Eine Bestimmung des Vitamin D-Spiegels ist vor allem bei Risikogruppen sinnvoll, bei älteren Leuten, Menschen mit dunkler Haut, übergewichtigen Personen und Patient:innen nach größeren Darm-OPs.Diagnostische Hinweise auf einen möglichen Mangel sind Osteoporose, diffuse Knochenschmerzen, Muskelschwächen Syndrome sowie chronische Leber- und Niereninsuffizienz.Substitution in den Wintermonaten (in niedriger Dosis) kann man tatsächlich selbst machen, da muss man nicht den Vitamin D-Spiegel für bestimmen.Die Präparate gibt es mittlerweile in jeglicher Form. Diese kann man z.B. bei Müdigkeit und Stimmungstiefs in den Wintermonaten (Oktober bis März) einnehmen und damit eine Besserung erzielen.Risikogruppen wie Pflegeheimbewohner:innen können Vitamin D auch das gesamte Jahr durchnehmen.Die tägliche Einnahme sollte zwischen 800 und 2000 Einheiten liegen, denn man kann auch überdosieren! Das sorgt für Übelkeit, Erbrechen, einen erhöhten Kalziumwert im Blut, Herzrhythmusstörungen und Nierenprobleme.Eine Überdosierung passiert nicht durch Sonne, sondern durch hochdosierte Präparate.In vielen Präparaten ist einfach zu wenig drin.K2 kann man dazu nehmen, ist aber nicht zwingend erforderlich.Gegen den Winterblues hilft nicht nur Vitamin D, sondern auch eine Kombination mit Tageslichtlampen. Diese enthalten kein UVB, regen also nicht die Vitamin D-Bildung an, aber wirken nachweislich auf den Schlaf-Wach-Ryhthmus und auf die Serotoninproduktion. Deswegen sind sie effektiv bei Wintermüdigkeit und saisonalen depressiven Episoden.Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ ZumPodcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen ZumPodcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu ZumPodcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319
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