EPISODE · Sep 16, 2026 · 5 MIN
Weniger Parkplätze, höhere Gebühren: Sorgen in den Innenstädten
Der Handelsverband Baden-Württemberg sieht steigende Parkgebühren und weniger Stellplätze in den Innenstädten mit Sorge. Zwar könne man nachvollziehen, dass Städte den Autoverkehr aus den Zentren heraushalten wollten. Gleichzeitig müsse die Innenstadt für Kunden gut und bequem erreichbar bleiben, sagt Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann im Interview mit SWR-Aktuell Moderator Andreas Fischer. Vor allem dort, wo Bus und Bahn nicht zuverlässig oder ausreichend ausgebaut seien, brauche es weiterhin bezahlbare Parkplätze. Hagmann verweist darauf, dass fast 40 Prozent der Besucher von Innenstädten mit dem Auto kämen. Auf dem Land liege der Anteil sogar bei rund 70 Prozent. Handel fordert bezahlbare Parkmöglichkeiten Mehr Parkhäuser könnten aus Sicht des Handels eine Lösung sein, allerdings müssten die Preise bezahlbar bleiben. Als Beispiel nennt Hagmann Stuttgart: Für vier Stunden und zehn Minuten habe sie dort 19 Euro bezahlt. Solche Kosten könnten Kunden davon abhalten, wieder in die Innenstadt zu kommen. Gleichzeitig betont Hagmann, dass auch der Handel attraktive Innenstädte mit weniger Autos wolle. Sitzbänke, Grünflächen und Bereiche zum Flanieren seien wichtig. Bei der Reduzierung von Parkplätzen müsse aber auch berücksichtigt werden, ob Kunden anschließend häufiger online einkauften. Park-and-Ride-Angebote am Stadtrand bewertet Hagmann grundsätzlich positiv. Sie seien allerdings nicht für alle Kunden geeignet, etwa für Menschen, die schlecht zu Fuß sind. Deshalb brauche es aus Sicht des Handels eine gute Erreichbarkeit mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln und ausreichend bezahlbare Parkmöglichkeiten.
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