EPISODE · May 22, 2025 · 37 MIN
Wer muss raus, wer darf rein? Geschichte der deutschen Staatsbürgerschaft
from historycast - Was war, was wird? · host Dr. Almut Finck und Dr. Heiner Wember
1912 reiste der Schriftsteller Stefan Zweig in die USA und erinnerte sich später: "Niemand fragte mich nach meiner Nationalität, meiner Religion, meiner Herkunft. Und ich war ja, fantastisch für unsere heutige Welt der Fingerabdrücke, Visen und Polizeinachweise, ohne Pass gereist." Tatsächlich ist der Pass eine junge Erfindung. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Passwesen international standardisiert. Das heißt nicht, dass vorher nach Deutschland einreisen durfte, wer wollte – und bleiben schon gar nicht. Vor allem Polen und Juden waren in den vielen kleinen deutschen Staaten wenig gelitten, sagt Dieter Gosewinkel. Ein einheitliches Reichs- und Staatsangehörigkeitsrecht für alle Deutschen wurde 1913 verabschiedet. Es galt im Grundsatz bis zum Jahr 2000. In dieser Folge wird erklärt, was der Unterschied zwischen Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit ist, welche Rolle das „Blut“ dabei spielt und wie absurd, aber leider wirkmächtig, die rassistische Vorstellung ist, das Blut des einen Volkes könne durch Vermischung mit dem Blut von Angehörigen eines anderen „verschmutzt“ werden.
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1912 reiste der Schriftsteller Stefan Zweig in die USA und erinnerte sich später: "Niemand fragte mich nach meiner Nationalität, meiner Religion, meiner Herkunft. Und ich war ja, fantastisch für unsere heutige Welt der Fingerabdrücke, Visen und Polizeinachweise, ohne Pass gereist." Tatsächlich ist der Pass eine junge Erfindung. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Passwesen international standardisiert. Das heißt nicht, dass vorher nach Deutschland einreisen durfte, wer wollte – und bleiben schon gar nicht. Vor allem Polen und Juden waren in den vielen kleinen deutschen Staaten wenig gelitten, sagt Dieter Gosewinkel. Ein einheitliches Reichs- und Staatsangehörigkeitsrecht für alle Deutschen wurde 1913 verabschiedet. Es galt im Grundsatz bis zum Jahr 2000. In dieser Folge wird erklärt, was der Unterschied zwischen Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit ist, welche Rolle das „Blut“ dabei spielt und wie absurd, aber leider wirkmächtig, die rassistische Vorstellung ist, das Blut des einen Volkes könne durch Vermischung mit dem Blut von Angehörigen eines anderen „verschmutzt“ werden.
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