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EPISODE · Mar 26, 2026

Wolfgang Merkel: Wie steht es wirklich um unsere Demokratie?

from 2 alte wei(s)e Männer · host Thomas Kirchberg und Michael Reinhard

Wie steht es wirklich um unsere Demokratie? Gibt es tatsächlich Politikverdrossenheit – oder erleben wir vielmehr eine tiefe Repräsentationskrise? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit dem Politikwissenschaftler Professor Wolfgang Merkel. Er widerspricht der verbreiteten Diagnose einer allgemeinen Politikverdrossenheit deutlich: Die Menschen seien heute nicht apathisch oder rückwärtsgewandt, sondern eher aufgebracht, mobilisiert und politisch aktiv. Das eigentliche Problem liege woanders – im wachsenden Gefühl vieler Bürgerinnen und Bürger, sich politisch nicht mehr ausreichend repräsentiert zu sehen.  Im Gespräch geht es um die Ursachen dieses Vertrauensverlusts: um globale Krisen, tiefgreifende Transformationen, soziale Ungleichheit, regionale Brüche und die Erfahrung, dass viele Probleme längst nicht mehr national gelöst werden können, politische Verantwortung aber weiterhin vor allem national organisiert ist. Merkel erklärt, warum daraus Ohnmachtsgefühle entstehen, weshalb gerade in solchen Zeiten faire und wirksame Lösungen entscheidend sind – und warum die Demokratie an einer Repräsentationskrise leidet, nicht aber vor ihrem Ende steht.  Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, warum populistische und rechtsautoritäre Kräfte gerade dort stark werden, wo Menschen sich übersehen, abgehängt oder nicht ernst genommen fühlen. Merkel analysiert die besondere Lage in Ostdeutschland, ordnet aber zugleich ein, dass ähnliche Dynamiken längst auch im Westen sichtbar werden. Seine zentrale Botschaft: Demokratie muss Probleme nicht nur effizient, sondern vor allem fair lösen – und den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl geben, in ihrer Lebenswirklichkeit, ihren Interessen und ihrer Würde gesehen zu werden.  Trotz aller Probleme endet das Gespräch bewusst nicht im Alarmismus. Merkel wirbt für einen nüchternen, aber zuversichtlichen Blick auf den Zustand der Demokratie. Deutschland sei keine Demokratie im Niedergang, sondern eine resiliente, lernfähige Ordnung mit großen Ressourcen – politisch, institutionell und gesellschaftlich. Gerade in Zeiten der Zuspitzung, so sein Mutmacher, komme es darauf an, weniger Untergangsrhetorik zu pflegen und stärker an fairer Repräsentation, politischer Selbstkorrektur und demokratischer Erneuerung zu arbeiten.  In dieser Folge sprechen wir unter anderem daüber: warum „Politikverdrossenheit“ für Wolfgang Merkel der falsche Begriff ist weshalb viele Menschen sich nicht unpolitisch, sondern nicht repräsentiert fühlen welche Rolle Ungleichheit, Transformation und Ohnmacht spielen warum Populismus Repräsentationslücken besetzt und was unserer Demokratie heute trotz allem Stabilität und Zukunft gibt.   Wolfgabg Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert 2 alte wei(s)se Männer, teilt den Podcast und folgt uns in den sozialen Medien: Instagram https://www.instagram.com/2alteweissemaenner?igsh=bjNsOGxtcHFvZ3Vl&ut  Facebook https://www.facebook.com/share/16qwKMqsxZ/?mibextid=wwXIfr Youtube https://youtube.com/@2alteweissemanner-rw6gw?si=DyDKBPUF3KohcL

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