EPISODE · Mar 20, 2026 · 44 MIN
Zwischen Klischee und Klassismus – wie Medien über Armut berichten (mit Brigitte Theißl)
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16,1 Prozent der Bevölkerung gelten in Deutschland als armutsgefährdet. Diese Menschen leben in einer Realität, die sich in vielen Medien wenig oder nur verzerrt wiederfindet. Während Boulevardmedien teilweise Kampagnen gegen Erwerbslose betreiben und Stereotype vom „faulen Arbeitslosen“ bedienen, kommt in Qualitätsmedien die strukturelle Einordnung zuweilen zu kurz. Brigitte Theißl, freie Journalistin und Expertin für Klassismus, erklärt im Gespräch mit Lukas Schöne, warum das auch ein Problem der Redaktionsstrukturen ist. Sie sagt: Da Journalismus ein zunehmend akademisch geprägter Beruf ist, fehlen oft die Lebensrealitäten derer, die nicht aus Akademikerhaushalten kommen. Das Ergebnis: Armutsbetroffene werden eher als „Kostenfaktoren“ denn als Expert:innen für ihre eigene Lage wahrgenommen. Wie gelingt eine Berichterstattung, die nicht mitleidig oder sensationsheischend ist? Warum ist Scham eine so große Barriere für die Recherche? Und was können etablierte Medien von Straßenzeitungen wie dem Augustin, BISS oder Hintz und Kuntz lernen? Diese Folge ist Teil des „Podcasthon“, bei dem Podcaster weltweit Aufmerksamkeit für gemeinnützige Organisationen schaffen. Lukas Schöne stellt in diesem Rahmen die Münchner Initiative Möwe Jonathan vor, die sich für Menschen in Armut und Obdachlosigkeit einsetzt.
What this episode covers
16,1 Prozent der Bevölkerung gelten in Deutschland als armutsgefährdet. Diese Menschen leben in einer Realität, die sich in vielen Medien wenig oder nur verzerrt wiederfindet. Während Boulevardmedien teilweise Kampagnen gegen Erwerbslose betreiben und Stereotype vom „faulen Arbeitslosen“ bedienen, kommt in Qualitätsmedien die strukturelle Einordnung zuweilen zu kurz. Brigitte Theißl, freie Journalistin und Expertin für Klassismus, erklärt im Gespräch mit Lukas Schöne, warum das auch ein Problem der Redaktionsstrukturen ist. Sie sagt: Da Journalismus ein zunehmend akademisch geprägter Beruf ist, fehlen oft die Lebensrealitäten derer, die nicht aus Akademikerhaushalten kommen. Das Ergebnis: Armutsbetroffene werden eher als „Kostenfaktoren“ denn als Expert:innen für ihre eigene Lage wahrgenommen. Wie gelingt eine Berichterstattung, die nicht mitleidig oder sensationsheischend ist? Warum ist Scham eine so große Barriere für die Recherche? Und was können etablierte Medien von Straßenzeitungen wie dem Augustin, BISS oder Hintz und Kuntz lernen? Diese Folge ist Teil des „Podcasthon“, bei dem Podcaster weltweit Aufmerksamkeit für gemeinnützige Organisationen schaffen. Lukas Schöne stellt in diesem Rahmen die Münchner Initiative Möwe Jonathan vor, die sich für Menschen in Armut und Obdachlosigkeit einsetzt.
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