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Antwortpflicht - eine deutsche Geschichte zwischen Befehl und Demokratie

Ein Kelch aus angelaufenem Messing, hinter dem Staubsauger einer Abstellkammer. Eine Gravur von 1827. Und dahinter: ein Leben, das die deutsche Geschichte zwischen Befehl und Demokratie durchquert hat.Ewald von Sommerfeld war bei Tauroggen dabei, als ein General eigenmächtig die Seiten wechselte. Er war in Nordhausen, als einer seiner Soldaten einen Unschuldigen erschoss. Und er war in Berlin, als er das erste gewählte Parlament auf deutschem Boden räumen ließ.„Antwortpflicht" erzählt seine Geschichte – und die seiner Familie, die zwischen Preußen, Sachsen und Napoleon auf verschiedenen Seiten stand. Im Gespräch zwischen Michael, dem Nachfahren und Rechercheur, und Andreas, dem Co-Host, wird spürbar, wie Geschichte sich an konkreten Menschen vollzieht: in Entscheidungen, die keine Zeit lassen. In Befehlen, die keine Erklärung fordern. Und in der Frage, die sich durch alle sechs Folgen zieht: Wann schuldet Macht eine Antwort?Rekonstruiert aus Familienakten, Originalbriefen und histor

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  1. 7

    Antwortpflicht - Prolog

    Ein Kelch aus angelaufenem Messing, hinter dem Staubsauger einer Abstellkammer. Jemand findet ihn beim Ausräumen des Hauses seiner Schwiegereltern – und liest eine Gravur: „Die Offiziere der 4. Jägerabteilung ihrem AbteilungsCommandeur, 1827." Was folgt, ist eine Recherche, die Michael, den Finder des Kelches, nicht mehr loslässt: Tauroggen 1812. Nordhausen 1835. Berlin 1848. Ewald von Sommerfeld und Falkenhayn, derselbe Mann, drei Momente, die die Spannweite der deutschen Geschichte zwischen Napoleon und Revolution umfassen. Michael erzählt Andreas, wie aus einem Kelch ein Podcast wurde – und stellt dabei die Frage, die das ganze Projekt trägt: Wann schuldet Macht eine Erklärung? Mit: Michael Romeis (Autor und Rechercheur), Andreas Horchler (Produzent und Co-Host) www.antwortpflicht.info

  2. 6

    Folge 1: Der junge Ewald

    Schlesien, 1801. Ein preußischer Offizier reitet auf das Landgut Jauschwitz und will den 13-jährigen Ewald von Sommerfeld als Junker rekrutieren. Der Vater Karl Erdmann ist dagegen – er hat das Gut gekauft, um die Tradition des Landadels wiederzubeleben, und erwartet dasselbe von seinem Sohn. Ewald will etwas anderes. Er sucht keine ererbte Verantwortung, sondern Ordnung und Klarheit – etwas, das er selbst verdient, nicht geerbt hat. Das Militär scheint ihm das zu bieten. Was er nicht ahnt: Es wird ihn genau in die Situationen zwingen, in denen beides fehlt. Gleichzeitig: Auf dem sächsischen Gut Liebsgen, nicht weit entfernt, wachsen Ewalds Vettern Rudolf Johann und Karl Gottlieb in einer anderen Welt auf – und dienen einer anderen Armee. Mit: Michael Romeis (Autor und Rechercheur), Andreas Horchler (Produzent und Co-Host), Ulrik Neumann (Erzähler) Mit den Stimmen: Harald Heiskel (Ewald), Falko May (Karl Erdmann, Ewalds Vater), Guido Dombrofski (Rudolf Johann, Ewalds Vetter) www.antwortpflicht.info

  3. 5

    Folge 2: Kälte und Konvention (Beresina und Tauroggen, 1812)

    1807: Preußen liegt nach Jena und Auerstedt am Boden, die Armee wird auf 42.000 Mann reduziert. Ewald, gerade erst Fähnrich, wird entlassen. Er sitzt wieder auf dem Landgut, das er verlassen wollte. Aber Preußen täuscht: Im Verborgenen bildet das Krümpersystem von Scharnhorst neue Soldaten aus. Ewald kehrt zurück – als Jäger, nicht als Linieninfanterist. Spezialsoldat statt Massenmacht. 1812: Während sein Vetter Karl Gottlieb als sächsischer Kürassier mit Napoleons Grande Armée nach Russland zieht und an der Beresina in sibirische Gefangenschaft gerät, sichert Ewald mit seinen Jägern die Scheune, in der Generalleutnant Yorck die Konvention von Tauroggen aushandelt – ein eigenmächtiger Seitenwechsel gegen den Willen des Königs. Eine Herausforderung für Loyalität und Gewissen. Niemand erklärt den Soldaten, warum. Zwei Vettern, zur gleichen Zeit, auf verschiedenen Seiten der Geschichte. Keiner weiß vom anderen. Mit: Michael Romeis (Autor und Rechercheur), Andreas Horchler (Produzent und Co-Host), Ulrik Neumann (Erzähler) www.antwortpflicht.info

  4. 4

    Folge 3: Wechsel und Wiedersehen (Katzbach und Leipzig, 1813)

    1813: Europa ordnet sich neu. Rudolf Johann, nach einer Verwundung im Haus einer polnischen Adelsfamilie gepflegt, kehrt zu seinem Regiment zurück. Er besucht vorher den Vater auf dem sächsischen Gut Liebsgen – und ahnt, was kommt. Ewald kämpft mit Blüchers Schlesischer Armee an der Katzbach. Dann rücken die beiden Vettern auf Leipzig zu – von verschiedenen Seiten. Am 17. Oktober 1813, mitten in der Völkerschlacht, wechselt Rudolf Johanns Brigade die Seiten. Er meldet sich bei einem preußischen Stabsoffizier. Name: von Sommerfeld. Antwort: sein Vetter steht bei Möckern. Ein paar Tage später treffen sie sich – nach Jahren nun auf derselben Seite. Das Gespräch der Vettern nach der Völkerschlacht: zwei Männer, die Befehlsgehorsam kennen und über das reden, was niemand ihnen gegeben hat – eine Erklärung. Mit: Michael Romeis (Autor und Rechercheur), Andreas Horchler (Produzent und Co-Host), Ulrik Neumann (Erzähler) Mit den Stimmen: Harald Heiskel (Ewald), Guido Dombrofski (Rudolf Johann, Ewalds Vetter), Nils Schalk (Franz, Rudolf Johanns Vater), Falko May (ein preußischer Stabsoffizier), www.antwortpflicht.info

  5. 3

    Folge 4: Eine Hochzeit in Halle (1817-1832)

    1817: Ewald kommt als Hauptmann nach Halle an der Saale. Kein Krieg mehr, keine Grenzpässe – sondern Universitätsstadt, Kaufleute, Handelsgeist. Eine Welt, die auf Verhandlung setzt statt auf Befehl. In einer Nacht greift er mit Worten ein, wo andere vielleicht den Säbel gezogen hätten. Der Mann, dem er hilft, ist Heinrich Stegmann – Kaufmann, Witwer, und Vater einer Tochter namens Dorothea. Aus einer Einladung zum Abendessen wird mehr. Ewald, der immer Ordnung ohne Willkür gesucht hat, begegnet einer Frau, die Pläne mit Fundament verbindet. Sie heiraten 1827. Aber 1832 kommt der Versetzungsbefehl: Nordhausen. Schmuggler bekämpfen. Grenzen sichern. Ewald nimmt Dorotheas Hand am Ufer der Saale – und sagt ihr, was er noch nicht ganz glauben will. Mit: Michael Romeis (Autor und Rechercheur), Andreas Horchler (Produzent und Co-Host), Ulrik Neumann (Erzähler) Mit den Stimmen: Harald Heiskel (Ewald), Nils Schalk (Heinrich Stegmann), Edda von Sommerfeld (Dorothea Stegmann), Falko May (Ein Student)) www.antwortpflicht.info

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    Folge 5: Ein Schuss und ein Scheitern (Nordhausen, 1832-1848)

    November 1832: Die 4. Jägerabteilung marschiert durch das Barfüßertor in Nordhausen ein. Kein Jubel. Keine Fahnen. 400 Soldaten in einer Stadt von 8.000 Menschen, einquartiert auf Befehl bei Familien, die sie nicht wollen. Ewalds Auftrag: Schmuggel bekämpfen. Die Schmuggler sind Bauern und Handwerker, die sich Kaffee, Tee und Tabak aus dem billigeren Hannover besorgen, weil Preußen sie mit Zöllen erdrückt. Der Brief, den er zwei Wochen nach seiner Ankunft an Dorothea schreibt – „So ist mir auf Erden schon der Himmel gegeben" – klingt wie ein Klammergriff. Am 27. Februar 1835 erschießt Gefreiter Krüger in der Weberstraße einen 22-jährigen Maurergesellen. Hermann Heinrich Brinkmann war kein Schmuggler. Er war auf dem Heimweg. Ewald steht vor der Mutter des Toten. Er findet keine Erklärung. In dieser Nacht nimmt er die Feder. Und legt sie wieder hin. Das Kapitel, in dem Ewald innerlich zerbricht – nicht durch Krieg, sondern durch die Ordnung, der er gedient hat. Mit: Michael Romeis (Autor und Rechercheur), Andreas Horchler (Produzent und Co-Host), Ulrik Neumann (Erzähler) Mit den Stimmen: Harald Heiskel (Ewald), Falko May (Gefreiter Krüger), Edda von Sommerfeld (Dorothea Stegmann), Maren Meuer (Brinkmanns Verlobte), Ulrike Bentz (Brinkmanns Mutter) www.antwortpflicht.info (Quellenhinweis: Die historischen Fakten zur 4. Jägerabteilung in Nordhausen und dem Tod Hermann Heinrich Brinkmanns entstammen dem Nordhausen-Wiki.)

  7. 1

    Folge 6: Die Auflösung (Berlin, 1848)

    Berlin, März 1848. Revolution. Barrikaden. Das Volk fordert eine Verfassung. Ewald ist jetzt Oberst, 60 Jahre alt, und bekommt den Befehl: Ordnung wiederherstellen. Er reitet an der Spitze. Ein Student springt auf eine Barrikade und schießt ihn in die Hüfte. Ewald nennt ihn später, im Kreise seiner Enkel, „den einzigen Mann unter dem Gesindel, der Mut gehabt habe". Im November kommt der eigentliche Auftrag: Die preußische Nationalversammlung räumen. Das mit der Frankfurter Paulskirche erste gewählte Parlament auf deutschem Boden. Ewald betritt den Saal, erklärt, er habe den Befehl zur gewaltsamen Räumung erhalten – und holt dann einen Zettel, um es schriftlich vorweisen zu können. Die Soldaten tragen die Abgeordneten hinaus. In den Augen einiger sind Tränen. Als die Parlamentarier das Gebäude verlassen, jubeln die Soldaten mit der Menge. Ewald hat alles korrekt ausgeführt. Er wird zum Sündenbock und reicht seine Entlassung ein. Und was ist aus Karl Gottlieb geworden? Aus Rudolf Johann? Und aus Dorothea? Eine letzte Bilanz. Und eine Antwort, die der Podcast von Anfang an gesucht hat. Mit: Michael Romeis (Autor und Rechercheur), Andreas Horchler (Produzent und Co-Host), Ulrik Neumann (Erzähler) Quellenhinweis: Die Räumung der Nationalversammlung wird beschrieben in der Königlich privilegirten Berlinischen Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen. Ausgabe vom 14.11.1848 http://www.antwortpflicht.info

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Ein Kelch aus angelaufenem Messing, hinter dem Staubsauger einer Abstellkammer. Eine Gravur von 1827. Und dahinter: ein Leben, das die deutsche Geschichte zwischen Befehl und Demokratie durchquert hat.Ewald von Sommerfeld war bei Tauroggen dabei, als ein General eigenmächtig die Seiten wechselte. Er war in Nordhausen, als einer seiner Soldaten einen Unschuldigen erschoss. Und er war in Berlin, als er das erste gewählte Parlament auf deutschem Boden räumen ließ.„Antwortpflicht" erzählt seine Geschichte – und die seiner Familie, die zwischen Preußen, Sachsen und Napoleon auf verschiedenen Seiten stand. Im Gespräch zwischen Michael, dem Nachfahren und Rechercheur, und Andreas, dem Co-Host, wird spürbar, wie Geschichte sich an konkreten Menschen vollzieht: in Entscheidungen, die keine Zeit lassen. In Befehlen, die keine Erklärung fordern. Und in der Frage, die sich durch alle sechs Folgen zieht: Wann schuldet Macht eine Antwort?Rekonstruiert aus Familienakten, Originalbriefen und histor

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