PODCAST · arts
BOOK SHOT. Literatur beflügelt.
by Valerie Springer
Die Schriftstellerin Valerie Springer spaziert durch die zeitgenössische Literatur. In jedem 5-Minuten-Shot liefert ihr Bücherpodcast kurz und knapp Inhaltsangabe, Leseprobe und Autoreninfo eines von ihr ausgewählten Buches. Ihre Empfehlungen sind Ungewöhnliches abseits des Massenware-Mainstreams sowie Neuerscheinungen, Bekanntes und auch Bestseller. Ihr Motto: Literatur beflügelt, Lesen befreit.
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Bookshot-Special Unterwegs mit Büchern: Der Anker der Kindheit
Mit Pixi-Büchern und den Geschichten der älteren Schwester begann Valerie Springers Weg zum Lesen. Weil die Schwester nicht immer vorlesen wollte, lernte das Kind, sich die Geschichten selbst zu erschließen. In Unterwegs mit Büchern erinnert sich Valerie Springer an jene frühe Erfahrung von Unabhängigkeit, Trost und Freiheit.
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Bookshot-Special Unterwegs mit Büchern: Was geschieht, wenn ich lese?
Lesen verändert den inneren Zustand und gibt der Zeit einen anderen Takt. Ein Text begegnet Erinnerungen, Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen – und wird deshalb von jedem Menschen anders gelesen. Zum Auftakt ihrer Sonderserie Unterwegs mit Büchern fragt Valerie Springer, was Bücher in uns auslösen und hinterlassen.
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„1999 Meter über dem Meer“, Roman von Caroline Wahl
Caroline Wahls neuer Roman 1999 Meter über dem Meer erscheint am 28. August bei Rowohlt. Im Juli hatte Springer Wahls Roman Die Assistentin vorgestellt. Nun hier ein Ausblick auf ein neues Buch über Freiheit, Rollen, erfundene Identitäten und eine junge Frau, die nicht mehr brav in das Leben passen will, das andere für sie vorgesehen haben. Valerie Springer: „Dreist, freiheitslustig, gegenwärtig.“
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„Lotto“, Roman von Tine Melzer
In Tine Melzers neuem Roman Lotto steht eine junge Frau im Mittelpunkt, die nach einem Unfall ihr Gesicht verbirgt und nur noch über ihre Stimme mit fremden Menschen in Kontakt tritt. Die Erzählerin arbeitet in einem Callcenter, hört zu, spricht, verkauft, und wird für andere zu einer Person, der sie mehr erzählen, als sie eigentlich wollten. Valerie Springer: „Präzise, eigenwillig, stimmnah.“
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Sondersendung: Die Analogen sterben aus.
Sondersendung zum Jahrestag des ersten Smartphones der Welt!Am 16. August 1994 kam der IBM Simon auf den Markt, jenes Gerät, das heute als erstes Smartphone der Welt gilt. Drei Jahrzehnte später ist digitale Technik aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Wer sich mit ihr schwertut, erlebt nicht selten, wie schnell daraus ein Nachteil wird.Diese Sondersendung handelt jedoch nicht von der Sehnsucht nach VHS-Kassetten, Papierfahrkarten oder Telefonen mit Wählscheibe. Valerie Springer richtet den Blick auf eine Generation, die noch einen Alltag vor der umfassenden Digitalisierung kennt. Deren Erfahrungen können helfen, die gegenwärtige Entwicklung einzuordnen: Was ist tatsächlich Fortschritt? Was geht verloren, wenn Schnelligkeit zum wichtigsten Maßstab wird? Und weshalb braucht eine demokratische Gesellschaft neben technischem Können auch Sorgfalt, Erfahrung und Urteilskraft?
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„Tolstois Bart und Tschechows Schuhe“ von Wladimir Kaminer
Wladimir Kaminers Buch Tolstois Bart und Tschechows Schuhe tägt den Untertitel Streifzüge durch die russische Literatur. Und es ist ein höchst amüsanter Streifzug. Kaminer erzählt darin von Dostojewski, Tolstoi, Tschechow, Bulgakow, Majakowski, Nabokov und Daniil Charms, aber nicht als trockene Literaturgeschichte, sondern als persönliche, anekdotische und sehr vergnügliche Annäherung an die großen Autoren seiner Herkunft. Valerie Springer: „Kenntnisreich, leichtfüßig, wissensvermittelnd.“
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„Real Americans“, Roman von Rachel Khong
Rachel Khongs Roman Real Americans erzählt von drei Generationen einer chinesisch-amerikanischen Familie: Lily Chen, Tochter chinesischer Einwanderer, ihr Sohn Nick und Lilys Mutter May. Der Roman beginnt in New York kurz vor der Jahrtausendwende und führt zurück bis ins China der Mao-Zeit. Es geht um Liebe, Herkunft, sozialen Aufstieg, Familiengeheimnisse, Genetik und die Frage, was einen Menschen zu dem macht, der er ist. Valerie Springer: „Weit, gegenwärtig, generationenreich.“
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„Im ersten Licht“, Roman von Norbert Gstrein
Norbert Gstreins Roman Im ersten Licht erzählt von Adrian Reiter, geboren 1901. Als Jugendlicher wird er durch einen gezielten Axthieb seines Vaters kriegsuntauglich gemacht. Er muss nicht in den Ersten Weltkrieg ziehen, aber der Krieg verschwindet deshalb nicht aus seinem Leben. Gstrein erzählt ein Menschenleben im Schatten zweier Weltkriege ... und von Schuld, Davonkommen, Schweigen und später Liebe. Valerie Springer: „Empathisch, analysierend, nachwirkend.“
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„Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung“ von Siri Hustvedt
Siri Hustvedts Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung entstand nach dem Tod ihres Mannes, des Schriftstellers Paul Auster. Hustvedt schreibt über Liebe, Erinnerung und über ein gemeinsames Leben, das mit dem Tod nicht einfach verschwindet. Es ist ein sehr persönliches Buch und auch ein Nachdenken darüber, wie die Toten in den Lebenden weiter anwesend bleiben. Valerie Springer: „Intim, klug, geisternah.“
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„Die Assistentin", Roman von Caroline Wahl
Charlotte wollte Musikerin werden. Aber sie muss etwas Vernünftiges tun, schon wegen der Eltern, wegen der Zukunft, wegen der Frage, wie man sich ein eigenes Leben aufbaut. Also nimmt sie eine Stelle in einem Verlag an und landet im Vorzimmer eines mächtigen Verlegers. Was zunächst nach Nähe zum Zentrum der Literaturwelt aussieht, wird für sie immer mehr zu einer Prüfung: beruflich, körperlich, psychisch und privat. Valerie Springer: „Lässig, flüssig, gegenwärtig.“
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»Die Riesinnen«, Roman von Hannah Häffner
Schauplatz in Hannah Häffners Roman Die Riesinnen ist das fiktive Dorf Wittenmoos im Schwarzwald. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen aus drei Generationen: Liese, Cora und Eva. Sie alle sind groß, dünn und auffällig ... und sie passen nicht recht in die Dorfgemeinschaft. Der Roman erzählt von Herkunft, Körpern, Müttern und Töchtern, vom Wald, vom Bleiben und Weggehen ... und von der Frage, wie viel Heimat Halt gibt und wie viel sie einem nimmt. Valerie Springer: „Erdig, eigenwillig, wurzelstark.“
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„Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter“ von Lukas Bärfuss
Lukas Bärfuss erzählt von Armut, Herkunft, Verletzung und Erinnerung und von der Suche nach einer Wahrheit über die eigene Mutter, die sich letztlich nicht vollständig finden lässt.Valerie Springer: „Schmal, erschütternd, ehrlich.“
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»Kekeli«, Roman von Jessica Mawuena Lawson
Im Mittelpunkt von Jessica Mawuena Lawsons Debütroman „Kekeli“ steht eine junge Frau in einer süddeutschen Kleinstadt. Kekeli lebt angepasst und eher unauffällig, bis ihre Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt und sie mit Fragen konfrontiert, die bisher kaum ausgesprochen wurden: Was bedeutet Herkunft? Was heißt Zugehörigkeit? Und wie viel weiß man eigentlich über die eigene Familie? Valerie Springer: „Jung, gegenwärtig, identitätssuchend.“
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Sondersendung Weltflüchtlingstag 2026
Ankommen ist noch lang kein Zuhause. Diskussionen über Migration sind von Angst, Streit und Überforderung geprägt. Valerie Springer spricht in ihrer Sondersendung zum Weltflüchtlingstag darüber, dass Bücher neue Sichtweisen ermöglichen. Sie spricht über Literatur zu Flucht, Exil und verlorenen Sprachen. Bücher lösen keine politischen Konflikte. Aber sie helfen, Debatten weniger grobschlächtig zu führen!
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»Die Straße«, Roman von Robert Seethaler
Schauplatz in Robert Seethalers neuem Roman ist die Heidestraße, eine Straße, die weder im Zentrum liegt noch ganz am Rand. Besucher kommen kaum hierher, und doch spielt sich in ihr ein ganzes Leben ab: Alltag, Sorge, Einsamkeit, Liebe, Streit, Krankheit, Hoffnung, Gerüchte und Veränderung. Robert Seethaler verknüpft die Geschichten der Bewohnerinnen und Bewohner zu einem Mosaik aus Augenblicken. Valerie Springer: „Vielstimmig, alltäglich, menschenkundig.“
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»The Artist«, Roman von Lucy Steeds
Lucy Steeds’ Roman The Artist. Die Farben des Lichts spielt in Südfrankreich im Jahr 1920: Der junge Journalist Joseph Adelaide reist in die Provence, um den berühmten Maler Édouard Tartuffe zu porträtieren. Doch statt eines gewöhnlichen Interviews erwartet ihn ein abgelegenes Haus, ein verschlossener Künstler, dessen geheimnisvolle Nichte Ettie, und eine Welt aus Licht, Farben und Abhängigkeiten. Valerie Springer: „Sinnlich, geheimnisvoll, farbensatt.“
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»Mittelberge«, Roman von Kerstin Specht
Erzählt wird die Lebensgeschichte von Sophie, die in den 1930er-Jahren in einem oberfränkischen Dorf aufwächst. Es ist eine Welt der Bauernhöfe, der Arbeit, der Armut, der Nachbarschaft, der Kirche, der Krankheit und der unausgesprochenen Regeln. Der Roman begleitet Sophie von der Kindheit bis in die Wirtschaftswunderzeit. Valerie Springer: „Karg, poetisch, eigensinnig.“
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„Diamanten“, Roman von David Vajda
Im Mittelpunkt des Romans steht eine Familie, die über mehrere Länder und Milieus verstreut ist: zwischen Berlin, Griechenland, Belgrad, der Provence und Hollywood, zwischen Boheme, Filmwelt und deutschem Großbürgertum. Vier erwachsene Geschwister haben ihre Mutter verloren. Der Vater nennt sie seine Diamanten. Doch die vertrauten Familienworte, das Essen, der Wein und der Sarkasmus können eine schmerzhafte Lücke nicht schließen.Valerie Springer: „Tragikomisch, schillernd, zärtlich.“
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„Eine andere Geschichte“, Roman von Charles Lewinsky
Los Angeles, 1959: Der alte Filmproduzent Curtis Melnitz kann nicht schlafen. Albträume verfolgen ihn, Schlaftabletten bekommt er nur unter einer Bedingung: Er muss regelmäßig zu einem Psychoanalytiker gehen. Dort beginnt er zu erzählen, von Hollywood, Berlin, der frühen Filmindustrie, von Flucht, Erinnerung und den Bildern, die ihn nicht loslassen. Jede Sitzung wird zu einem Kapitel seines Lebens. Valerie Springer: „Filmisch, erzählfreudig, erinnerungssatt.“
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»Das glückliche Schicksal«, Roman von Matthias Nawrat
Matthias Nawrat erzählt von der jungen Psychologin Wanda, die Anfang der 80er Jahre aus Polen nach Venedig reist, um einen im Exil lebenden Wissenschaftler zu befragen. Die Gespräche mit ihm führen weit über ein akademisches Interview hinaus: in die Geschichte Polens, in die Gewalt des 20. Jahrhunderts, in Lager, Systeme, Ideologien und in die Frage, ob ein Mensch anständig bleiben kann, wenn die Verhältnisse ihn vernarbt haben. Valerie Springer: „Dunkel, klug, beunruhigend.“
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»Die Buchhandlung der Exilanten« von Uwe Neumahr
Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Ihre Buchhandlungen, „La Maison des Amis des Livres“ und „Shakespeare and Company“, waren über Jahrzehnte Orte der Literatur, der Avantgarde, der Freundschaft. Mit der deutschen Besatzung Frankreichs 1940 wurden sie zu Zufluchtsorten für Verfolgte und Exilanten. Uwe Neumahr erzählt von Literatur, Mut, Hilfeleistung und Widerstand und von zwei Frauen, die Bücher nicht nur verkauft haben, sondern als Lebensform verstanden haben.Valerie Springer: „Literarisch, mutig, aufschlussreich.“
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»Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg« Biografische Dokumente, Hg. von Georg Pichler und Joachim Gatterer
Diesmal geht es um den dokumentarischen Sammelband »Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg«, herausgegeben von Georg Pichler und Joachim Gatterer. Es geht nicht nur um den österreichischen Journalisten Kisch selbst, sondern auch um die oft übersehene Verbindung zwischen Österreich und Spanien in den 1930er Jahren. Denn knapp 1500 Österreicherinnen und Österreicher kämpften im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik. Ein Buch über Reportage, Haltung und ein Kapitel europäischer Geschichte, das bis heute nachwirkt.Valerie Springer: „Hellwach, kämpferisch, aufschlussreich.“
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Tag des Buches. Warum Worte unser Gehirn trainieren und wie wichtig Langsamkeit heute ist.
Sondersendung zum Tag des BuchesWas passiert mit uns, wenn wir lesen und was verlieren wir, wenn wir es immer seltener wirklich tun? In einer Zeit permanenter Reize und zerstreuter Aufmerksamkeit geht dieser Beitrag der Frage nach, warum Lesen und Schreiben weit mehr sind als bloße Kulturtechniken. Es geht um Sprache, Konzentration, innere Beweglichkeit und um die stille Kraft der Langsamkeit. Und es geht um den Österreichischen Buchklub der Jugend, dem nach über 75 Jahren erfolgreicher Arbeit (als Österreichs größte Organisation für die Leseförderung) das Aus droht. Valerie Springer: "Leseförderung ist keine Nebensache."
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»Krieg und Krieg«, Roman von László Krasznahorkai
In einem ungarischen Provinzort gerät der Archivar Korim unter den Einfluss eines geheimnisvollen Manuskripts, das er für bewahrenswert hält. Mit dem im Mantelfutter eingenähten Text bricht er ohne Gepäck auf. Seine Reise führt ihn über verschiedene reale und imaginäre Orte wie Budapest, Kreta, Venedig und Rom nach New York. Dabei bewegt sich der Roman in Zeitsprüngen durch unterschiedliche geschichtliche Räume und verbindet die Stationen immer wieder mit Kriegserfahrungen. Der Text ist anspruchsvoll, vor allem wegen seiner langen, verschachtelten Sätze und der hohen Konzentration, die er verlangt. Valerie Springer: "Dicht, fordernd, verstörend."
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»Ohne Respekt«, philosophische Analyse von Byung-Chul Han
Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn ihr der Respekt abhandenkommt? In seinem neuen Essay beschreibt Byung-Chul Han eine Gegenwart, in der Rechthaben mehr zählt als Zuhören. Er zeigt, wie eng Selbstachtung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Blick auf den anderen miteinander verbunden sind. Dabei bleibt er nicht bei der Kritik stehen, sondern fragt auch, wie ein anderes, menschlicheres Miteinander möglich wäre. Ohne Respekt ist ein schmales, dichtes Buch über eine Atmosphäre, die wir alle kennen, und über das, was uns als Gesellschaft zusammenhält. Valerie Springer: „Analytisch, dringlich, unbequem.“
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»IRIS«, Roman von Laura Freudenthaler
Laura Freudenthaler stellt in ihrem Roman die Schriftstellerin Iris in den Mittelpunkt, die beruflich durch Europa und darüber hinaus reist. Auf ihren Reisen sucht sie nach Momenten der Nähe und Bestätigung in ihrem Leben, das von Erschöpfung geprägt ist. Zu Hause trifft sie ihren Partner Anton, einen Künstler, der mit beschädigten Kameras arbeitet. Ihre Beziehung basiert auf klaren Absprachen und umfasst auch einvernehmliche Spiele um Macht und Unterwerfung. Während Iris sich mit Hexenprozessen beschäftigt, tauchen Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit auf. Der Text besteht aus sehr langen, fließenden Sätzen ohne Punkte, eine Form, die beim Lesen durchaus herausfordernd sein kann. Valerie Springer: "Soghaft, dicht, flirrend."
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»Drei Wochen im August«, Roman von Nina Bußmann
An der französischen Küste verbringt Elena mit ihren Kindern, der Freundin ihrer Tochter und der Haushälterin Eve einen Urlaub in einem abgelegenen Ferienhaus, während ihr Mann in Deutschland geblieben ist. Zwischen den Menschen entwickelt sich dort eine zunehmend gespannte, fragile Dynamik. In wechselnden Erzählstimmen zeigt die Autorin, wie soziale Unterschiede und verdrängte Konflikte immer stärker hervortreten. Zugleich verdichtet sich die Bedrohung von außen, weil Waldbrände der Gegend gefährlich nahekommen. Als schließlich eines der Mädchen verschwindet, bricht das mühsam aufrechterhaltene Gefüge vollends zusammen. Valerie Springer: „Psychologisch, vielschichtig, unterschwellig.“
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»Ostblockherz«, Roman von Didi Drobna
In Ostblockherz erzählt Didi Drobna von einer Tochter, die nach Jahren des Schweigens wieder mit ihrem Vater konfrontiert wird, als dieser schwer erkrankt ins Krankenhaus kommt. Während sie für ihn übersetzt und organisatorische Aufgaben übernimmt, erinnern Rückblenden an das Aufwachsen in einer aus der ehemaligen Tschechoslowakei nach Österreich migrierten Familie. Der Roman bewegt sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von Migration, familiären Rollen und der Beziehung zwischen Vater und Tochter. Valerie Springer: „Klar, ruhig, persönlich.“
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»Quadratur des Kreises«, Gedichte von Gudrun Braunsperger
Wann liest man denn schon Gedichte? Also so richtig, ohne dabei gleichzeitig auf das Handy zu schauen? In unserer Welt, in der wir nur noch wischen, scrollen und Informationen in Millisekunden wegatmen, zwingen Gedichte zum Anhalten. Ein Gedicht lässt sich nicht mal eben konsumieren. Es ist kein schneller Snack, man muss verweilen, um den Geschmack überhaupt mitzukriegen. Es geht um Konzentration statt Verflachung. Ein Beispiel für diesen Widerstand in Versen sind die Gedichte von Gudrun Braunsperger. Valerie Springer: „Präzise, verdichtet, zeithell.“
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140
WIR SIND KEIN DATENSATZ. Weltfrauentag 2026
Über das Hoheitsrecht, nicht alles teilen zu müssen. Wir posten. Wir senden. Wir teilen. Aber wem gehört das, was wir preisgeben? Zum Weltfrauentag 2026 spricht Valerie Springer über digitale Selbstvermarktung und das Verschwinden der Intimität. Und sie macht eine radikale Forderung: nach dem Recht, nicht alles zeigen zu müssen. Das Private ist ein Territorium, das nicht zum Verkauf steht. Valerie Springer: „Ich weigere mich, die totale Transparenz als Befreiung zu feiern. Ich plädiere für strategisches Sprechen und gezieltes Selektieren. In dieser Welt, die uns zur vollständigen Preisgabe zwingt, ist das bewahrte Geheimnis der ultimative Akt der Rebellion. Wer Privates hüten kann, besitzt sich selbst.“Buchtipp: Susan Sontag "Über Fotografie". Sontags zentrale These: Fotografieren ist kein neutrales Abbilden, sondern ein Aneignen. Bilder erzeugen Distanz. Wer fotografiert, beteiligt sich nicht vollständig, er verwandelt Wirklichkeit in ein konsumierbares Objekt.
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»Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet«, Roman von Valerie Springer
In eigener Sache stellt Valerie Springer ihren soeben im Wiener Milena-Verlag erschienenen Roman „Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet“ vor. Erzählt wird darin die Geschichte einer Frau, die in einem abgelegenen Balkandorf strandet und dort zwischen Kriegsnarben, Schweigen und einer eigensinnigen Ziege unerwartet neu zu sich findet. Ein leiser Roman über Aufbruch, Erinnerung und die Kraft persönlicher Begegnungen. Valerie Springer: „Still, suchend, gegenwärtig.“Link zum Buch
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138
»Das Ende der Geschichte« und »Identität« von Francis Fukuyama
Ist die Geschichte wirklich an ihrem Ziel angekommen? Warum gerät die Demokratie heute weltweit unter Druck? Valerie Springer stellt zwei Bücher des Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama vor: „Das Ende der Geschichte“, den berühmten Klassiker über den Siegeszug der liberalen Demokratie, und „Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet“, seine Analyse der heutigen Krisen. Fukuyama fragt: Was, wenn die liberale Demokratie zwar keine bessere ideologische Alternative kennt, aber dennoch ins Wanken gerät? Was, wenn Menschen sich nicht gesehen fühlen und Anerkennung in Nation, Religion oder radikalen Bewegungen suchen? „Das Ende der Geschichte“ ist Vision und Warnung zugleich. „Identität“ ist eine Diagnose unserer Gegenwart. Zwei Bücher, ein zentrales Thema: Demokratie braucht mehr als Institutionen. Sie braucht Würde. Valerie Springer: „Klar, analytisch, hochaktuell.“
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»Der Luxus ist ein sehr notwendiges Ding«, Essays von Adolf Loos
Adolf Loos galt als der „Mann, der Nein sagt“: Nein zum Ornament, Nein zum dekorativen Übermaß, Nein zum Zeitgeschmack. Mit scharfem Furor propagierte er Klarheit, Funktionalität und geistige Disziplin, nicht nur in der Architektur, sondern im Denken insgesamt. Sein berühmter Vortrag „Ornament und Verbrechen“ wurde zum Manifest der Moderne. Die in diesem Band versammelten Essays zeigen ihn als pointierten, literarisch versierten Polemiker mit einer überraschend aktuellen Botschaft: Luxus und Sparsamkeit sind keine Gegensätze.Valerie Springer: „Provokant, radikal, widersprüchlich.“
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»Über das Lieben in unruhigen Zeiten«, Sondersendung Valentinstag
Valerie Springer nähert sich dem Valentinstag aus einer persönlichen Perspektive und macht eine Inventur der Aufmerksamkeit. Liebe ist für sie kein romantischer Rückzugsort, sondern eine hellwache, alltagstaugliche Haltung zur Welt. Es geht um Zuwendung ohne Ausweichen, um Selbstachtung statt großer Gesten und um die Frage, wie sie sich im eigenen Leben positioniert, nicht als Hoffnung auf ferne Lösungen, sondern als Entscheidung im Hier und Jetzt.„Ehrlich gesagt kann ich mit der klassischen Valentinstag-Romantik wenig anfangen“, sagt Valerie Springer. „Deshalb werfe ich einen anderen Blick darauf , ganz ohne Herzchenbrille. Ich maße mir nicht an zu wissen, wie es geht. Ich spreche aus meiner eigenen Erfahrung, von meinen Versuchen und Zweifeln, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.“
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„Abschied(e)“, autobiografischer Roman von Julian Barnes
Ein leiser, konzentrierter Roman über Erinnerung, Altern und das Ende von Gewissheiten. Ausgehend von autobiografischen Reflexionen erzählt Julian Barnes die Geschichte eines Paares, das sich im Laufe eines Lebens verliert und im Alter wiederbegegnet. Persönliche Rückblicke und Fiktion greifen ineinander und hinterfragen, was von einem Leben bleibt, wenn die Zeit sich verengt. Barnes schreibt über den nachlassenden Körper, die Unzuverlässigkeit der Erinnerung und die Zumutungen des Abschieds, über das Loslassen, ohne Trostversprechen, aber mit feiner erzählerischer Klarheit.Valerie Springer: „Präzise, ironisch, unaufdringlich.“
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„Der andere Arthur“, Roman von Liz Moore
Der Roman Der andere Arthur von Liz Moore erzählt von zwei Menschen, deren Leben zunächst nichts miteinander zu tun haben. Arthur Opp, ein ehemaliger Literaturprofessor, lebt seit Jahren zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn, während der siebzehnjährige Kel Keller versucht, Schule, Sport und die Pflege seiner kranken Mutter zu bewältigen. Eine Verbindung entsteht über Kels Mutter Charlene, eine frühere Studentin Arthurs, die ihn nach langer Zeit um Hilfe bittet. Der Roman wechselt zwischen den Perspektiven der beiden und schildert ihre jeweiligen Lebensumstände und inneren Konflikte. Im Zentrum steht die Frage, wie Verantwortung und Nähe auch über Distanz entstehen können.Valerie Springer: „Ruhig, menschlich, präzise.“
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133
»Homo Tapir«, Roman von Regine Koth Afzelius
Der Roman stellt Paul in den Mittelpunkt, einen hochgebildeten Leser, Schreiber und Social-Media-Akteur, der zurückgezogen in einer Salzburger Wohnung lebt. Sein Denken ist auf geistige Tätigkeiten ausgerichtet, während praktische Alltagsanforderungen ausgeblendet werden. Stattdessen bewegt er sich in einem umfangreichen inneren Wissensraum und sammelt mit großer Aufmerksamkeit auch sensationelle und katastrophale Nachrichten als Schreibmaterial. Durch die Begegnung mit der Erzählerin wird Pauls Lebensweise sichtbar und hinterfragt. Aus diesem Zusammentreffen entsteht eine Beziehung, in der unterschiedliche Vorstellungen von Alltag, Nähe und Lebensführung aufeinandertreffen. Valerie Springer: „Sprachwitzig, grotesk, geistreich.“
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»Die Schattenfängerin«, Roman von Michael Stavarič
Die Schattenfängerin erzählt die Geschichte von Stella, die mit ihrem Vater zurückgezogen lebt, während die psychisch kranke Mutter abwesend ist. Der Vater reist jedes Jahr zu totalen Sonnenfinsternissen und prägt Stellas Alltag mit seinen Erzählungen, Bildern und Instrumenten. Nach seinem plötzlichen Tod bleibt Stella allein zurück und muss sich erstmals selbstständig im Leben und in ihrem sozialen Umfeld zurechtfinden. Mit Erreichen der Volljährigkeit begibt sie sich selbst auf eine Reise zu einer Sonnenfinsternis in den Kongo, um die Faszination des Vaters zu verstehen. Dabei stößt sie auf verborgene Aspekte seiner Vergangenheit und ihrer eigenen Herkunft. Valerie Springer: „Poetisch, bildstark, melancholisch.“
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»Die Richtige«, Roman von Martin Mosebach
Der Roman erzählt von dem gefeierten Maler Louis Creutz, der Kunst und Menschen gleichermaßen als Material begreift. Besonders Frauen werden für ihn zu Modellen, die er nutzt und zurücklässt. Als er sich der jungen Astrid nähert, verbindet sich künstlerischer Ehrgeiz mit emotionaler Kälte und Machtkalkül. Mosebach zeigt, wie Geniekult Rücksichtslosigkeit legitimiert. Am Ende steht eine Katastrophe, die von Beginn an absehbar ist. Valerie Springer: »Kalt, präzise, unerbittlich.«
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»Die Familie«, Roman von Sara Mesa
In dieser Familie gilt ein unumstößliches Prinzip: Es darf keine Geheimnisse geben. Der Vater Damián bestimmt mit Disziplin, Sparsamkeit und der Forderung nach vollständiger Ehrlichkeit den Alltag seiner Frau und der Kinder. Was nach Fürsorge klingt, wird zu einem System stiller Kontrolle. Unter der Oberfläche wachsen Anpassung, Verstellung und leiser Widerstand. In fragmentarischen Szenen zeigt Sara Mesa, wie das Gutgemeinte zum Zwang wird und Erziehung ein Leben lang prägt.Valerie Springer: „Leise, analytisch, eindringlich.“
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»Die echtere Wirklichkeit«, Roman von Raphaela Edelbauer
Der Roman erzählt von der philosophischen Aktivistengruppe Aletheia, die für eine absolute Wahrheit kämpft und sich gegen Fake News richtet. Die Gruppe lebt in einem besetzten Haus in Wien und plant künstlerische Aktionen. Erzählt wird aus der Perspektive von Byproxy, einer jungen Rollstuhlfahrerin, die nach einem Unfall obdachlos wird und sich der Gruppe anschließt. In langen Prüfungen erarbeitet sie sich deren Vertrauen und wird zu einer zentralen Figur. Gleichzeitig verbirgt sie eine Schuld aus ihrer Vergangenheit. Während Aletheia ihre große Aktion vorbereitet, geraten sowohl die Erzählerin als auch der Wahrheitsanspruch der Gruppe zunehmend ins Wanken. Valerie Springer: „Klug, radikal, beunruhigend
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Denken statt Scheinsicherheit - Sondersendung zum Jahreswechsel
„Denken statt Scheinsicherheit“ ist ein kurzer essayistischer Radiobeitrag, in dem Valerie Springer sich mit Offenheit und Lernfähigkeit beschäftigt und mit der Frage, wie wir mit Unschärfe, Komplexität und vorschnellen Gewissheiten umgehen.Ausgangspunkt ist das Konzept der Neuroplastizität, weitergedacht nicht nur als biologischer Ansatz, sondern als innere Haltung.Im Zentrum steht das beweglich Bleiben im Denken: ohne Naivität, ohne einfache Antworten, aber mit Verantwortung und Aufmerksamkeit.Eine fünfminütige Jahresreflexion, nicht-kommerziell, werbefrei und jenseits von Parolen.
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127
»Was wir wissen können«, Roman von Ian McEwan
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, in der Jetztzeit und im Jahr 2119, einer durch Klimafolgen stark veränderten Zukunft. Im Mittelpunkt steht der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe im Jahr 2119, der nach einem verschollenen Gedicht sucht, das der Dichter Francis Blundy vor über 100 Jahren seiner Frau Vivien widmete. Das nur einmal vorgetragene Gedicht wurde zum Mythos. Metcalfes Recherche führt ihn in das Leben des Dichterpaares und zu widersprüchlichen Spuren, die auf eine geheime Liebe und ein Verbrechen hinweisen. Valerie Springer: „Dystopisch, nachdenklich, elegant.“
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»Menschlichkeit. Vom Plan der Humanisierung der Welt«, Philosophisches von Jürgen Goldstein
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Wie dieser Satz entstehen konnte und was er heute bedeutet, untersucht der deutsche Philosoph Jürgen Goldstein. Er zeigt, wie Begriffe wie Bildung, Individualität, Freiheit, Selbstbestimmung und politische Teilhabe sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, oft gegen große Widerstände. Und er entwirft eine Perspektive darauf, wie eine humane Welt auch künftig möglich bleiben kann. Valerie Springer: „Klar, tiefgründig, notwendig.“
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»Twist«, Roman von Colum McCann
Twist erzählt vom Journalisten Anthony Fennell, der in Kapstadt an Bord eines Tiefseekabel-Reparaturschiffs geht, um über die unsichtbare Infrastruktur unserer globalen Kommunikation zu berichten. Er trifft auf den rätselhaften Missionschef John Conway, dessen Vergangenheit und innere Brüche ihn immer stärker in ihren Bann ziehen. Als ein massiver Kabelbruch ganz Afrika vom Netz trennt, sticht das Schiff in See und die Reise wird zunehmend zu einer psychologischen Expedition. Zwischen Ozeantiefe, technischer Präzision und menschlicher Verletzlichkeit verdichten sich die Spannungen, bis ein Anschlag auf Conways Frau Zanele alles ins Wanken bringt. Der Roman verknüpft äußere Katastrophe und innere Abgründe zu einer Geschichte über Verbindung, Verlust und die Fragilität der Welt, von der wir leben. Valerie Springer: „Tief, atmosphärisch, fesselnd.“
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Tag der Menschenrechte 2025
Valerie Springer untersucht in ihrem Radiobeitrag "Das unvollendete Versprechen", was vom Menschenrechtsversprechen von 1948 geblieben ist, und wie es sich heute im Alltag zeigt. Sie beschreibt die Spannung zwischen globalen menschenrechtlichen Standards und der Verantwortung jedes Einzelnen, im Kleinen Haltung zu zeigen. Für sie beginnen Menschenrechte im Zwischenmenschlichen, im Nicht-Schweigen, ohne dabei den Staat aus seiner menschenrechtlichen Pflicht zu entlassen. Ein persönlicher Beitrag, der Universalität neu und praxisnah denkt.Buchempfehlung: „Menschlichkeit. Vom Plan der Humanisierung der Welt“ vom Philosophen Jürgen Goldstein
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»Die späten Tage« von Natascha Wodin
Die 80jährige Natascha Wodin blickt auf ihr Leben zurück und begegnet den körperlichen und seelischen Herausforderungen des Alterns. Im Zentrum steht ihre späte Liebe zu Friedrich, einem ebenfalls alten, schwer kranken Mann, dessen Nächte von Schmerzen, Müdigkeit und der Nähe zum Tod geprägt sind. Die Beziehung der beiden ist von Nähe und Fremdheit zugleich bestimmt, getragen von Zärtlichkeit, Angst und gegenseitiger Verletzlichkeit. Während die Erzählerin den Alltag des Alters mit schonungsloser Klarheit beschreibt, verwebt sie ihre Beobachtungen mit Erinnerungen, Reflexionen und der Frage nach Würde und Sinn am Ende des Lebens. Das Buch ist ein leiser, poetischer Blick auf Vergänglichkeit und auf die Möglichkeit, selbst im letzten Lebensabschnitt noch einmal Liebe zu finden. Valerie Springer: „Zärtlich, unbeschönigt, wahr.“
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»Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser« von Ernst H. Gombrich
Ernst H. Gombrichs Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser ist ein Kinderbuch von 1935, das sich wohltuend von heutigen Formaten unterscheidet: erzählerisch, geduldig und voller Zuneigung zum Stoff. Auf rund 300 Seiten spannt Gombrich den Bogen von der Entstehung des Sonnensystems über frühe Hochkulturen bis zum Ersten Weltkrieg. Er verzahnt große geschichtliche Entwicklungen mit kleinen, lebendigen Episoden, die Zeiten und Figuren nahbar machen. Das Buch wurde international ein Erfolg, bevor die Nationalsozialisten es wegen seines pazifistischen Tons verboten. Später vielfach aktualisiert, gilt es bis heute als Meisterstück klarer, zugänglicher Geschichtsvermittlung.Valerie Springer: „Klar, warmherzig, zeitlos.“
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Sondersendung zum "Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25. November
Valerie Springer erzählt von Krishna, Magdalena und Elena. Drei Frauen, drei Leben, drei Formen von Gewalt, sichtbar und unsichtbar, körperlich, psychisch und digital. Es sind keine Sensationsgeschichten, sondern Alltagsrealitäten, wie sie überall passieren können. Der Beitrag zeigt, wie leise Gewalt beginnen kann, wie schwer sie zu erkennen ist, und wie viel Mut es braucht, sie zu beenden. Und er macht deutlich: Jede Frau, die Hilfe bekommt, verändert die Zukunft. Wenn ihr selbst betroffen seid oder jemanden kennt, der Hilfe braucht: Die österreichweite Frauenhelpline 0800 222 555 ist rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenlos. Auch online ist Hilfe möglich: https://haltdergewalt.at/ bietet anonyme Chatberatung.
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»Spiegelschrift«, Roman von Susanne Ayoub
Anna flüchtet sich seit ihrer Kindheit vor dem Spiegel in fremde Leben, um der Enge ihres Alltags mit ihrer psychisch kranken Mutter zu entkommen. Als Schauspielerin führt sie diese erlernte Rolle fort und hält ihre wahre Vergangenheit verborgen. Nach ihrem Durchbruch als TV-Kommissarin erhält sie anonyme, bedrohliche Briefe, die auf ein altes Geheimnis anspielen. Gleichzeitig taucht ihr Jugendfreund Mario wieder auf – der Einzige, der weiß, was damals geschah. Als weitere Menschen aus jener Zeit in Annas Leben zurückkehren, muss sie sich der Frage stellen, wer sie verfolgt und was wirklich ans Licht kommen soll. Valerie Springer: „Psychologisch, atmosphärisch, spannungsgeladen.“
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