Chronik der Gefühle - Die Hörspiele
by Bayerischer Rundfunk
"Menschen haben zweierlei Eigentum: ihre Lebenszeit, ihren Eigensinn. Davon handeln die folgenden Geschichten." Aus der geschriebenen "Chronik der Gefühle" von Alexander Kluge wird in Bearbeitung und Regie von Karl Bruckmaier ein akustisches Geistesblitzgewitter: Von Kluge gelesene Texte wechseln mit inszenierten Parts, Gesprächssequenzen mit musikalischer Improvisation und Popsongs. Jeder Teil wird von einem Minutensong eröffnet. Die 14 Teile sind in sich abgeschlossen und können in beliebiger Reihenfolge gehört werden.
Episodes
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Der Eigentümer und seine Zeit
Wie lassen sich 0,0001% der Lebenszeit darstellen? Alexander Kluge lässt Wiens Gauleiter Baldur von Schirach im März 1945 - in aussichtsloser Lage und nachdem die Oper abgebrannt ist - das Orchester in verschiedenen Luftschutzkellern der Stadt Wagners "Götterdämmerung" weiterproben. Der Rundfunk...
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Verfallserscheinungen der Macht
Am Nikolaustag 1989 imaginiert Alexander Kluge "Verfallserscheinungen der Macht" in der DDR, findet und erfindet Nebengeschichten. Bemerkenswert ist dabei sein ungebrochener Optimismus. Motivation seiner Arbeit ist nicht Theodor W. Adornos Leitsatz "Es gibt kein richtiges Leben im falschen",...
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Basisgeschichten
Basis der Geschichten sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die sind nicht immer leicht, sondern oft traurig, tragisch oder tödlich. Eine Frau leidet an ihrem röchelnden Mann, der sich "wie ein Brathähnchen" in den untrennbar miteinander verbundenen Ehebetten dreht, eine andere kann ihren...
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Heidegger auf der Krim
Suche nach Auswegen im erfundenen Ernstfall: Eine Gruppe von Universitätslehrern wird 1941, unmittelbar nach Einnahme der Krim, ins Frontgebiet geflogen. Ihre Aufgabe ist die Sicherung und Bestandserhaltung von Kulturgütern. Mit dabei ist der Philosoph Martin Heidegger und wird Zeuge einer...
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Schlachtbeschreibung
Die Katastrophe der 6. Armee in der Schneewüste von Stalingrad. Wer in Stalingrad etwas sah, Aktenvermerke schrieb, Nachrichten durchgab, Quellen schuf, stützte sich auf das, was zwei Augen sehen können. Ein Unglück, das eine Maschinerie von 300.000 Menschen betrifft, ist so nicht zu erfassen.…
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Verwilderte Selbstbehauptung
Der königlich-preußische Generalfeldmarschall Leberecht von Blücher wähnt sich nach einem Zusammenstoß mit Napoleons Armee mit einem Elefanten schwanger. Eine deutsche Front-Theatergruppe gelangt nach einer Odyssee durch Russland und Anatolien zurück ins ehemalige Reichsgebiet, wo sie niemand...
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Wie kann ich mich schützen? Was hält freiwillige Taten zusammen?
Kinder haben einen Traktor in Fahrt gesetzt. Die Eltern wollen retten. Vera F. gelingt es, den Jüngsten wegzustoßen. Sie wird selbst tödlich verletzt. In Gefahr und größter Not erscheinen mutige Taten, die ausschließlich um eines anderen willen geschehen, selbstverständlich. Im Alltag sind sie...
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Unheimlichkeit der Zeit. Bilder aus meiner Heimatstadt
Bruchstücke aus DDR-, Kriegs- und Vorkriegszeiten. Alexander Kluge hält Erinnerungen an seine Vorfahren fest. Er beschreibt seine Heimatstadt Halberstadt. Den Abschied vom Vater, der zur Zeit der Niederschrift von "Unheimlichkeit der Zeit" im Sterben lag, beschreibt Kluge über den Zustand des...
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Unheimlichkeit der Zeit. Verschrottung durch Arbeit
Im bereits zerfallenden Dritten Reich wurde 1944 in der Nähe von Halberstadt das Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge als Außenstelle des KZ Buchenwald eingerichtet. Neben einer Untertunnelung des Harzsandsteingebirges für Rüstungsproduktion wurde gezielt "Vernichtung durch Arbeit"…
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Unheimlichkeit der Zeit. Der Luftangriff auf Halberstadt
Am 8. April 1945 wird Halberstadt durch alliierte Bomber fast vollständig zerstört. Zehn Meter neben dem 13-jährigen Alexander Kluge schlägt eine Sprengbombe ein. Seine dominierenden Gefühle in dieser Situation sind die Vorfreude, den Schulkameraden von der Bombe zu berichten und die Angst um die...
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Massensterben in Venedig
Ein Mann vom Verfassungsschutz schießt einem Minister in die Backe um auf Sicherheitslücken aufmerksam zu machen, Altersheim-Bewohner werden in Venedig zu Geiselnehmern und liefern sich einen Showdown mit der Polizei, eine reiche Frau flieht vor dem Dritten Reich über Paris nach New York. In der...
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Lebensläufe
In Alexander Kluges Erzählung "Anita G." stiehlt eine junge Frau einen Pullover und flieht durch die bürokratisch-spießig-neubürgerliche Bundesrepublik. Kluges Verfilmung des Stoffes - "Abschied von gestern" - mit seiner Schwester Alexandra in der Hauptrolle, erhielt 1966 als erster deutscher…
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Lernprozesse mit tödlichem Ausgang
Der vielleicht humorvollste Zugang zu Alexander Kluges Katastrophen-Erzählungen. Wie kann der Schwarze Krieg vier Jahre dauern, wenn doch gleich am ersten Tag die Erde völlig zerstört wurde? Vier Veteranen aus Stalingrad, mehrfach gentechnisch erneuert, setzen sich in den Sektor Morgenröte ab, wo...
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Der lange Marsch des Urvertrauens
Aus der Anfangszeit des Kinos existiert eine Aufnahme von der öffentlichen elektrischen Hinrichtung eines Elefanten, der auf Coney Island drei Wärter getötet hatte. Dieser Stoff taucht bei Alexander Kluge immer wieder auf, als Erzählung, als Bild, als Film. Der für Kluge wichtigste Moment ist…
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"Menschen haben zweierlei Eigentum: ihre Lebenszeit, ihren Eigensinn. Davon handeln die folgenden Geschichten." Aus der geschriebenen "Chronik der Gefühle" von Alexander Kluge wird in Bearbeitung und Regie von Karl Bruckmaier ein akustisches Geistesblitzgewitter: Von Kluge gelesene Texte wechseln mit inszenierten Parts, Gesprächssequenzen mit musikalischer Improvisation und Popsongs. Jeder Teil wird von einem Minutensong eröffnet. Die 14 Teile sind in sich abgeschlossen und können in beliebiger Reihenfolge gehört werden.
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