PODCAST · society
Doppelblick: Streitfragen aus christlicher und humanistischer Perspektive
by Dr. theol Frank Vogelsang und Dipl.-Phys. Helmut Fink
Der Humanist Helmut Fink und der Theologe Frank Vogelsang diskutieren kontrovers zu Grundfragen der menschlichen Existenz. So zum Beispiel "Braucht der Mensch einen Glauben?", "Gibt es ein Leben nach dem Tod" oder auch "Widerlegt das Leid der Welt die Existenz Gottes?".Das Talkformat "Doppelblick" ist eine Kooperation der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Akademie für säkularen Humanismus. Die Folgen 1–14 wurden im Zeitraum Mai 2024 bis November 2025 bereits auf dem YouTube-Kanal eair-Diskurse als Videos veröffentlicht und sind ab Dezember 2025 auch als Podcast zu hören.
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Diskussion zu dem Buch "Dialoge über die natürliche Religion" von David Hume
In der aktuellen Folge geht es um die Schrift "Dialoge über die natürliche Religion" von David Hume, 1779 erschienen. Das Buch ist ein Hauptwerk des Aufklärers Hume und ist eine kritische Auseinandersetzung mit einer bestimmten Form des Gottesglaubens. Manche Theologen und Philosophen haben im 18. Jahrhundert geglaubt, die Existenz Gottes aus der Ordnung und Zweckhaftigkeit der Welt ableiten zu können. Dagegen bringt Hume klare Argumente vor, die zeigen, dass diese Verteidigung des Gottesglaubens nicht haltbar ist. Die Skepsis von Hume destruiert einen Gottesglauben, der meint, sich aus der Vernunft ableiten zu können. Doch ist das die einzig mögliche Weise, an Gott zu glauben? Ist nicht die heutige Theologie auch von dieser Skepsis gegenüber der Vernunft geprägt? Andererseits: Wenn man von der Vernunft im Glauben lässt: Wird dadurch der Glaube nicht zu einem irrationalen und rein mystischen Haltung? Über diese Fragen diskutieren Helmut Fink und Frank Vogelsang.
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17
Was sagen Bonhoeffers Texte heute einem säkularen Humanisten und einem Christen?
Dietrich Bonhoeffer gehört zu den bekanntesten Theologen des 20. Jahrhunderts. Er war erst 39 Jahre alt, als er kurz vor Kriegsende im April 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Seine Korrespondenz aus dem Gefängnis in Tegel hat eine große Wirkung entfaltet, sie ist dokumentiert in dem Buch "Widerstand und Ergebung". In einer neuen Ausgabe des Talkformats „Doppelblick“ diskutieren der Humanist Helmut Fink und der Theologe Dr. Frank Vogelsang über Bonhoeffers Überzeugungen. Was denkt ein Mensch, der nicht an Gott glaubt, heute über Bonhoeffers Aussagen und welche Bedeutung haben sie heute?
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16
Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums
Der Humanist Helmut Fink und der Theologe Frank Vogelsang diskutieren über berühmte Veröffentlichungen, die zu der Frage von Religion, dem Christentum insbesondere, kritisch oder bejahend Stellung bezogen haben. Ein besonders wirkmächtiges Buch, das die Religionskritik in Deutschland maßgeblich geprägt hat, war das Buch "Das Wesen des Christentums" von Ludwig Feuerbach. Das Buch ist 1841 erschienen, seine Thesen aber sind nach wie vor aktuell. Seine zentrale These ist, dass die christliche Religion nichts anderes sei, als die Projektion menschlicher Eigenschaften und Sehnsüchte in einen imaginären Himmel. Das Wesen der Theologie ist Anthropologie.
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Was feiern wir zu Weihnachten?
Es geht um die Frage, was wir feiern, wenn wir Weihnachten feiern. Die klassische Antwort des Christentums lautet, dass wir die Geburt Jesu von Nazareth, des Sohnes Gottes, feiern. Doch viele Menschen haben heute keinen Bezug mehr zu diesem religiösen Verständnis. Gibt es alternative Deutungen? Kann man das Weihnachtsfest auch als ein modifiziertes Sonnenwendefest, als ein Friedensfest im Winter feiern? Was spricht für die neue Deutung, was dagegen? Wahrscheinlich ist keine Deutung in einer pluralistischen Gesellschaft unumstritten. Einig sind sich die beiden Kontrahenten dagegen darin, dass Weihnachten festlich begangen werden soll. In diesem Sinne wünschen beide Gesprächspartner am Ende ein frohes Weihnachtsfest!
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14
Worauf bezieht sich der Ausdruck "Himmel"?
Es geht um die Frage, was genau mit dem Wort Himmel bezeichnet wird. Astrophysikalisch scheint die Antwort eindeutig: Der Himmel ist das Universum, so wie es für Wesen, die auf der Erde stehen, zu sehen ist. Im christlichen Kontext dagegen meint der Himmel die Sphäre Gottes, ein für Menschen unzugänglicher Bereich. Kann man einfach wie im Englischen zwischen heaven und sky unterscheiden? Haben nicht auch säkulare Astrophysiker Ehrfurcht vor dem Himmel? Ist nicht auch in der Bibel dagegen schon der Himmel entmythologisiert, dass die Gestirne nur Geschöpfe und nichts Göttliches sind?
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13
Transzendenz – Worauf beziehen sich religiöse Aussagen?
Es geht um die Frage, ob es so etwas wie eine „Transzendenz“, ein „Jenseits“ gibt. Religiöse Aussagen, so die allgemeine Vermutung, handeln von transzendenten, von jenseitigen Dingen. Doch kann man etwas radikal Transzendentes überhaupt wissen? Doch was genau meint der Begriff Transzendenz? Gibt es eine klare Grenze zwischen dem Bekannten und dem nicht Bekannten und wo verläuft sie? Wie könnten wir überhaupt von der Grenze wissen? Wenn es keine klare Grenze gibt, kann man sich dem immer weniger Bekannten annähern?
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12
Hat der Mensch eine Seele?
Es geht um die Frage, ob der Mensch eine Seele hat. Die Rede von der Seele scheint veraltet. Biologische und neurowissenschaftliche Forschungen haben keinerlei Anhaltspunkt dafür geliefert, dass es zusätzlich zu dem untersuchten Körper so etwas wie eine Seele geben könne. Ist also die Seele eine antiquierte Vorstellung? Bleiben nur neuronale Netze und deren Funktionsweise? Eigentümlicherweise gebrauchen auch gut informierte Menschen unserer Zeit im Alltag immer wieder den Begriff der Seele, der Begriff ist nicht verschwunden. Offenkundig weist er auf etwas hin, was jenseits naturwissenschaftlicher Beschreibungen liegt. Wenn allerdings das alte Konzept einer einer Seelensubstanz untauglich geworden ist, worauf bezieht sich der Begriff dann?
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11
Widerlegt das Leid der Welt die Existenz Gottes?
Es geht um die Frage, das Leid der Welt die Behauptung der Existenz Gottes widerlegt. Gott wird in dem christlichen Glauben als Schöpfer der Welt bekannt. Gleichzeitig wird Gott als gütig beschrieben. Nun aber gibt es unbezweifelbar viel Leid in der Welt. Ist da nicht ein Widerspruch? Die klassische Theodizee-Frage fordert ein altes Gottesbild heraus. Kann dadurch die Existenz Gottes widerlegt werden? Aber aus welcher Perspektive heraus sollte das möglich sein? Ist die endliche Existenz des Menschen eine gute Basis, um Gott „vor Gericht zu ziehen“ (Theodizee). Die Frage nach dem Leid der Welt plagt Menschen mit und ohne Glauben.
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10
Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Es geht um die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi steht im Mittelpunkt der christlichen Verkündigung, Karfreitag und Ostern sind die Feiertage im Kirchenjahr, die an Tod und Auferstehung Christi erinnern. Doch was bedeuten die Botschaften? Wie lassen sie sich in einer säkularen Gesellschaft verständlich machen? Zunächst scheinen doch Tod und Leben biologisch bestimmbare Größen zu sein. Die Auferstehung ist dann etwas, was hinzu kommt, was vollkommen rätselhaft ist. Ist die Auferstehung nur eine Vertröstung angesichts der eigenen Sterblichkeit? Jedoch stellt sich die Frage, ob auch schon „Leben“ und „Tod“ wirklich verstanden sind, wenn sie wissenschaftlich beschrieben werden. Welche Beschreibungen liefern moderne Wissenschaften? Wo bleiben offene Fragen?
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9
Ist der Mensch erlösungsbedürftig?
Es geht um die Frage, ob der Mensch erlösungsbedürftig ist. „Erlösung“ ist ein zentraler Begriff der christlichen Tradition. Doch wie kann er in die heutige Sprache, in unsere Vorstellungen übersetzt werden? Oder ist das gar unmöglich, weil der Begriff einen großen Ballast metaphysischer Fragen mit sich trägt? Warum sollte der Mensch überhaupt erlösungsbedürftig sein? Aus einer naturwissenschaftlichen, aus einer humanistischen Sicht macht schon die Frage wenig Sinn. Die Welt ist wie sie ist. Doch eine christliche Perspektive weist darauf, dass die Verletzlichkeit, die der Mensch erfährt, zugleich sein Verlangen deutlich macht, dass da mehr sein muss, dass nicht alles in Sinnlosigkeit zurückfällt. Führt dieses Verlangen zu einer Projektion von Wünschen oder ist es ein existentieller Ausdruck von Menschen?
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8
Ist Religion eine Sache der Vergangenheit?
Es geht um die Frage, ob Religionen eine Sache der Vergangenheit sind. Es ist unübersehbar: In der westlichen Welt nimmt die Religiosität der Bevölkerungen kontinuierlich ab. Das gilt auch für die USA, die lange einen anderen Pfad einzuschlagen schien als europäische Länder. Aber auch in entwickelten Ländern des fernen Ostens haben Religionen einen immer geringeren Stellenwert. Ist die alte These der Säkularisierung also richtig: Im Verlauf der Moderne verlieren Religionen ihre Bedeutung und ihre Aussagekraft? Sind Religionen alte Weisen der Auseinandersetzung mit menschlichen Problemen, die heute durch neuere, moderne Weisen ersetzt werden können? Oder ist es nicht so, dass es auch heute menschliche Fragen existieren, auf die es keine einfachen Antworten gibt, für deren Beantwortung Religionen nach wie vor wichtige Ressourcen darstellen?
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7
Hat die Autonomie Grenzen?
Es geht um die Frage, was unter dem Begriff Autonomie zu verstehen ist. Autonomie, Selbstbestimmung, ist ein zentraler Begriff und Wert unserer Kultur. Doch was genau wird damit bezeichnet? Im Alltag mag der Begriff plausibel sein, doch es lassen sich schnell Beispiele finden, in denen die Zuschreibung von autonomem Verhalten strittig wird. Hinzu kommt die Frage, wer oder was autonom sein soll. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse helfen da auch nur begrenzt weiter, weil auch hier der Autonomiebegriff hochumstritten ist. Dies zeigte sich etwa an der Frage der Willensfreiheit. Hat das Konzept der Autonomie also Grenzen? Wo kann und muss der Begriff eingesetzt werden, wo ist er hilfreich, wo aber verliert er seine Beschreibungskraft? Schließlich: Welche weltanschaulichen Dimensionen können den Begriff prägen, wenn er nicht eindeutig definiert werden kann?
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6
Sind Glaube und Weltanschauung Privatsache?
Es geht um die Frage, ob Weltanschauung und christlicher Glaube Privatsache sind. Sind sie allein Ausdruck der Einstellung eines jeden Einzelnen oder haben sie einen Bezug auf die Gesellschaft? Klar ist, dass weder Staat noch mächtige gesellschaftliche Institutionen vorgeben dürfen, welche Weltanschauung oder welche religiöse Orientierung die Menschen folgen sollten. Es gilt auch nach unserer Verfassung Religionsfreiheit und weltanschauliche Freiheit. Doch haben einerseits auch diese Freiheiten Grenzen, etwa bei extremistischen Einstellungen. Andererseits stellt sich die Frage, ob ein gesellschaftlicher Zusammenhalt denkbar ist, wenn alle unterschiedlichen Weltanschauungen folgen. Sind nicht Gemeinsamkeiten notwendig, die das Leben in der einer Gesellschaft fördern? Wie steht es mit der Rede von den gemeinsamen Werten, die häufig in der Politik genutzt wird, um liberale Gesellschaften zu stärken?
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5
Nützt oder schadet Religiosität der Moral?
Es geht um die Frage, ob Religiosität der moralischen Orientierung nützt oder ihr schadet. Religionen waren in der Vergangenheit immer mit moralischen Ansprüchen verbunden. Oft wurde dabei unter Moral allerdings eine repressive Moral verstanden, die heteronom über Menschen bestimmt. Insbesondere die Konstruktion eines Jenseits, in der eine Belohnung für moralisches Verhalten in diesem Leben warten, haben sich als kontraproduktiv erwiesen. Und doch haben auch freiheitliche moralische Orientierungen oft eine religiöse Dimension, die die Moral stärken können. Weiterhin ist die Frage, ob die Moral im Zentrum der Religion steht oder ob religiöse Aussagen eher auf existentielle Fragen zielen, die über die Moral hinaus gehen. Es bleibt: Religion und Moral befinden sich in einem komplexen Wechselverhältnis.
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Gibt es absolute ethische Werte?
In dieser Ausgabe diskutieren der Humanist Helmut Fink und der Theologe Frank Vogelsang die ethische Orientierung, die von Religionen, aber auch von humanistischen Positionen ausgehen. Lassen religiöse Gebote Abweichungen zu? Verhärten sich nicht gerade monotheistische Religionen in der Verabsolutierung von Werten, die als Wille Gottes behauptet werden? Andererseits: Müssen nicht auch humanistische Positionen bestimmte Werte als nicht verhandelbar beschreiben?
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3
Fördern Religionen den Frieden?
Es geht um die Frage, ob Religionen zum Frieden in der Welt beitragen oder nicht eher Kriege und Konflikte fördern. Sind nicht viele Konflikte unserer Zeit auch durch religiöse Deutungen beeinflusst? Wie verhalten sich religiöse Gemeinschaften in kriegerischen Auseinandersetzungen? Tragen sie zum Frieden bei oder fördern sie nicht vielmehr oft die Konflikte?
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2
Hat die Menschheitsgeschichte ein Ziel?
Es geht um die Frage, ob die Menschheitsgeschichte ein Ziel hat. Gibt es Gründe für Hoffnung? Wenn es ein Ziel der Geschichte der Menschheit gibt, können wir es entdecken und beschreiben? Lassen sich diese Ziele erfolgreich verfolgen? Darüber hinaus: Wie ist die Geschichte der Menschheit in die Geschichte des Lebens, in die Geschichte der Welt eingebunden?
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Braucht der Mensch einen Glauben?
In der ersten Ausgabe des Talkformats „Doppelblick“ diskutieren der Humanist Helmut Fink und der Theologe Frank Vogelsang direkt die sehr große Frage „Braucht der Mensch einen Glauben?“.
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