PODCAST · fiction
Ein Ding und eine Stimme
by Nachklang FM
Eine Fußgängerampel erkennt ihre Kundschaft am Knopfdruck. Ein Walkman kennt das Leben seiner Besitzerin aus Daumenklopfen, Schlaglöchern und Batteriespannung. Eine Drehtür erlebt Menschen als Gewicht, Widerstand und einen kurzen Zug kalter Luft. In „Ein Ding und eine Stimme“ bekommen die Gegenstände des Alltags das Wort.Die kurzen Hörgeschichten von Nachklang FM richten sich an Erwachsene. Pro Folge erzählt ein anderes Ding in der Ichform, was es von uns mitbekommt. Seine Aufgabe bestimmt, was es wahrnehmen kann und welche Schlüsse es daraus zieht. Manche Beobachtung ist erstaunlich genau, eine andere herrlich daneben. Nebenbei erfährst du etwas über die Technik, die Geschichte oder die Eigenheiten des Gegenstands.In meist rund sieben Minuten entsteht aus einer alltäglichen Funktion eine Figur mit eigener Haltung. Sie kann eitel, genervt, neugierig oder anhänglich sein. Und gelegentlich hat ausgerechnet ein Gerät, das jeden Tag unbeachtet seinen Dienst tut, etwas ziemlich Treffend
Episodes
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Die Ampel
Eine Fußgängerampel sieht nichts, spürt aber jeden Knopfdruck und jedes Zittern im Mast, und erlebt an einem Dienstag im Oktober, wie es ist, wenn ihr Rot nicht mehr aufhört.
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Die Tupperdose
Eine Tupperdose kennt Menschen nur an Gewicht, Wärme und dem Druck eines Daumens und fragt sich, wie oft man sie zurückbringen muss, bis sie wirklich jemandem gehört.
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Der Radiergummi
Ein Radiergummi im Geigenkasten kennt eine Geigerin nur an Fingerkuppen und Puls und erfährt im Lauf einer Konzertwoche, dass Papier weniger vergisst, als er wegnimmt.
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Der Kopierer
Ein Kopierer sieht nur, was auf seinem Glas liegt, Zeile für Zeile und seitenverkehrt, und fragt sich, wem ein Rezept gehört, das er schon zwölfmal wiederholt hat.
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Das Fahrrad
Ein Stadtrad mit leichtem Achter im Hinterrad und einem Hang zur Selbstdiagnose weiß, wie sich Montag, Ampel und freihändiges Fahren anfühlen und was passiert, als ihm eines Abends die Luft ausgeht.
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Die Wärmflasche
Eine Wärmflasche denkt nur, solange sie warm ist, kennt Menschen an ihren Füßen und erlebt an einem Winterabend, wie es ist, jemanden zu wärmen, den sie nicht versteht.
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Der Rasenmäher
Ein Benzin-Rasenmäher hört nur, wenn er aus ist, und liest an zwei Händen am Holm, was in seinem Garten los ist, bis eines Frühjahrs ein Streifen Gras stehen bleiben darf.
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Die Wäscheklammer
Eine Wäscheklammer sieht nichts, spürt aber an jedem Ruck, was an der Leine hängt, und merkt eines Samstags im Mai, dass ein fremdes Hemd neben die Wäsche ihrer Besitzerin gekommen ist.
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Das Babyphon
Ein Babyphon hört jede Nacht den Atem eines Kindes, das es nie gesehen hat, und wird eines Nachts zum ersten Mal selbst angesprochen.
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Die Spülmaschine
Eine Spülmaschine sieht nichts, misst aber mit einem Lichtstrahl, wie trüb ihr Wasser ist. Daran erkennt sie, wie es einem einsamen Mieter geht, bis eines Morgens ein einziges Glas fehlt.
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Die Straßenlaterne
Eine Straßenlaterne sieht nur, was in ihrem Lichtkreis liegt, und erfährt an einem stromlosen Freitagabend, was sie sonst überstrahlt.
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Die Drehtür
Eine Hotel-Drehtür kennt Menschen nur als Druck, Gewicht und Streifen Kälte und fragt sich, ob sie ein Ort ist oder nur ein Weg.
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Der Scanner an der Supermarktkasse
Ein Scanner an Kasse drei sieht nur Striche, weiß nicht, was er liest, und merkt trotzdem, wie eine Kassiererin lernt, um seine kleine Macke herumzuarbeiten.
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Die Personenwaage
Eine Federwaage im Bad kennt Menschen nur als Druck auf sechs Gummifüßen und weiß trotzdem, wer morgens die Luft anhält.
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Die Fernbedienung
Eine Fernbedienung ruft Befehle in ein Wohnzimmer, sieht nie, ob jemand sie befolgt, und liest den ganzen Abend an einem Daumen ab.
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Die Kirchenglocke
Eine Glocke, die vom eigenen Lärm schwerhörig geworden ist, erzählt von einem Mesner, der sie seit vierzig Jahren mit der Hand hört, und von einem Ton, der vielleicht gar nicht in ihr steckt.
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Der Bierdeckel
Ein Bierdeckel spürt nur Gewicht, Kälte und Nässe und weiß trotzdem, wie ein Abend verläuft. Bis er eines Donnerstags einen Beruf bekommt, in dem es endlich auf ihn ankommt.
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Das Navi
Ein Navi hört nur Satelliten und spürt Fingerkuppen. Trotzdem weiß es, welcher Fahrer jeden zweiten Sonntag vor demselben Haus zögert.
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Der Dosenöffner
Ein Dosenöffner aus der klemmenden Schublade eines Wohnwagens weiß, wann es regnet, wie sich Kokosmilch anfühlt und warum ihn einer benutzt, obwohl er ihn nicht mehr braucht.
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Die Zahnbürste
Eine Zahnbürste kennt einen Mann nur von innen, hört seine Stimme durch die Zähne und fragt sich, ob man jemanden kennen kann, dessen Lächeln man nie zu sehen bekommt.
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Die Batterie
Eine Neun-Volt-Batterie im Rauchmelder kennt ihre Mieter nur als Zittern in der Decke und hofft, dass ihr bester Tag der ist, an dem nichts passiert.
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Der Geldautomat
Ein Geldautomat sieht nichts, spürt aber jeden Fingerdruck, kennt jeden Kontostand und weiß trotzdem nie, wofür das Geld gebraucht wird.
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Der Walkman
Ein Walkman aus den frühen Jahren kann weder sehen noch richtig hören und weiß trotzdem, was seine Besitzerin gehört hat: aus Daumenklopfen, Schlaglöchern und Batteriespannung.
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Eine Fußgängerampel erkennt ihre Kundschaft am Knopfdruck. Ein Walkman kennt das Leben seiner Besitzerin aus Daumenklopfen, Schlaglöchern und Batteriespannung. Eine Drehtür erlebt Menschen als Gewicht, Widerstand und einen kurzen Zug kalter Luft. In „Ein Ding und eine Stimme“ bekommen die Gegenstände des Alltags das Wort.Die kurzen Hörgeschichten von Nachklang FM richten sich an Erwachsene. Pro Folge erzählt ein anderes Ding in der Ichform, was es von uns mitbekommt. Seine Aufgabe bestimmt, was es wahrnehmen kann und welche Schlüsse es daraus zieht. Manche Beobachtung ist erstaunlich genau, eine andere herrlich daneben. Nebenbei erfährst du etwas über die Technik, die Geschichte oder die Eigenheiten des Gegenstands.In meist rund sieben Minuten entsteht aus einer alltäglichen Funktion eine Figur mit eigener Haltung. Sie kann eitel, genervt, neugierig oder anhänglich sein. Und gelegentlich hat ausgerechnet ein Gerät, das jeden Tag unbeachtet seinen Dienst tut, etwas ziemlich Treffend
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Nachklang FM
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