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PODCAST · religion

Fenster zum Sonntag

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  1. 71

    Liebevoll streiten

    In den ersten Jahren ihrer Beziehung kam es zwischen Jackie und Bob Götzer immer wieder zu Streit. Beide hatten nie gelernt, Konflikte auf eine konstruktive Weise zu lösen. So kam es zu Situationen, in denen ihr Verhalten gegenseitig verletzend und emotional war. Prägungen aus ihrer Vergangenheit beeinflussten ihr Verhalten stark.Erst als sie die befreiende Kraft des christlichen Glaubens und die Liebe Gottes erfuhren, begann sich ihr Selbstbild zu verändern. Von diesem Zeitpunkt an waren sie bereit, ehrlich auf ihr eigenes Leben zu blicken und alte Prägungen sowie Verhaltensmuster aufzuarbeiten.Heute wissen sie, dass sie als Paar im selben Boot sitzen und gemeinsame Ziele verfolgen. Dadurch gehen sie konstruktiv und deutlich entspannter mit Meinungsverschiedenheiten um. Soziale Medien sollen Menschen miteinander verbinden – doch nicht selten bewirken sie das Gegenteil. Online-Diskussionen geraten allzu oft zu hitzigen Wortgefechten, denen es an Anstand, Fairness und Selbstreflexion fehlt. Diese Erfahrung machte auch der reformierte Theologe Manuel Schmid, der sich regelmässig in solchen Debatten wiederfand. Darum begann er, einige seiner Diskussionspartner zu treffen und mit Ihnen bei einer Tasse Kaffee ein echtes Gespräch von Mensch zu Mensch zu führen. So zum Beispiel mit dem Freidenker Valentin Abgottspon. Tabea Spahr weiss von sich selbst, dass sie eine ausgeprägte Tendenz zum sogenannten «People Pleasing» hat. Darunter versteht man, dass sie die Bedürfnisse anderer in den Mittelpunkt stellt, während ihre eigenen Wünsche und Gefühle oft in den Hintergrund treten. Harmonie in Beziehungen ist Tabea besonders wichtig. Indem sie sich selbst zurücknahm, vermied sie Konflikte häufig bewusst.Bereits in ihrer Kindheit hat sie gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen und wahrzunehmen, was die Menschen in ihrem Umfeld brauchen. Dieses feine Gespür, so ist Tabea überzeugt, hat ihr in ihren verschiedenen Rollen als Ehefrau, Mutter, Freundin und Sozialpädagogin immer wieder geholfen. Es ermöglicht ihr, Spannungen früh zu erkennen und zu entschärfen, noch bevor sie sich zu offenen Konflikten zuspitzen.Es fiel ihr lange schwer, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und klare Grenzen zu setzen. Heute jedoch weiss sie: Echte Harmonie und tiefe Verbundenheit entstehen nicht durch das Vermeiden von Konflikten, sondern durch deren ehrliche Klärung – und genau deshalb lohnt es sich, diesen Weg zu gehen. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  2. 70

    Alleinerziehend

    Tobias und Moni Weyrich möchten mit ihrem Verein «Eidon» Alleinerziehenden neue Perspektiven vermitteln. Schon seit mehreren Jahren machen sie sich für Einelternfamilien stark. Damit Betroffene neue Kraft schöpfen können und einen Austausch mit Gleichgesinnten erleben, organisieren sie Feriencamps in Spanien und verschiedene Anlässe in der Schweiz. Barbara Rubitschun wird mit der Realität konfrontiert, bald alleinerziehend zu sein, als ihr Mann an Krebs erkrankt. Seit 2023 trägt sie die alleinige Verantwortung für ihre zwei kleinen Kinder. Die Trauer um ihren Mann und die Belastung, nun vollständig allein für die Erziehung zuständig zu sein, nehmen ihr anfangs den Boden unter den Füssen. Schritt für Schritt lernt sie jedoch, neue kreative Wege zu finden, um den Alltag mit ihren Kindern zu bewältigen. Rund 15 Jahre ist Christophe Herter alleinerziehender Vater. Nach der Trennung von seiner Frau 2011 bleiben die vier Kinder Francis (12), Yaelle (11), Joshua (7) und Shannon (5) bei ihm. Christophe jongliert die Erziehung rund um seine Arbeit als Teilzeit-Angestellter und Selbstständiger. Er erhält Unterstützung von seiner Familie und von Freunden. Das Geld ist oft knapp, doch das macht Christophe auch kreativ – etwa, wenn es ums Kochen geht oder darum, Ferien und Freizeitaktivitäten zu ermöglichen. Klare Regeln sind ihm wichtig, und dies schätzen die heute erwachsenen Kinder im Rückblick sehr. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  3. 69

    Hirnblutung überlebt – aus Tränen werden Perlen

    Pascal Gertsch ist elf, als er die erste Hirnblutung erleidet. Trotz belastender Eingriffe kehrt er in den Alltag zurück, macht eine Lehre, beginnt ein Ingenieurstudium. Mit 23 folgen weitere Hirnblutungen und eine riskante Operation. Seine Frau Christine erlebt all dies an seiner Seite und trägt Verantwortung, die sie an ihre Grenzen bringt. Sie begleitet Pascal durch Spitäler und Kliniken – und fragt sich: Wie lebt man weiter, wenn sich alles verändert? Innere Überzeugungen geraten ins Wanken. Christine zweifelt, zieht sich zurück und hinterfragt ihre Rolle. Als ihre Ehe vor dem Abgrund steht, ist eine Entscheidung der Schlüssel zum Durchbruch: die bewusste Arbeit an der Beziehung. In Ehekursen lernen beide, über Überforderung und Nähe zu reden. Die Tränen fliessen, die Beziehung wird tiefer – und später erfüllt sich sogar ihr Kinderwunsch. Heute bleiben Halbseitenlähmung, Epilepsie und Gedächtnisdefizite. Die Familie lebt mit Einschränkungen – und mit neuem Mut. Christine verarbeitet das Erlebte kreativ: Bei ihrem Schmucklabel «Perlen Art» steht jedes Schmuckstück für einen Traum, einen Durchbruch, eine Erinnerung. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  4. 68

    Mein Traum zum Greifen nah

    «More Than a Dream» ist ein Buch und Herzensprojekt von David Togni und Elias Brasser mit dem Ziel, Menschen zu helfen, ihre Träume in die Realität umzusetzen. David ist Autor des Buches und Elias bringt Klarheit und Struktur rein. Beide wollen als Impact Maker zeigen, dass Träume nicht nur Wünsche, sondern Entscheidungen sind, die neue Wege öffnen und Spuren hinterlassen. Angefangen beim sozialen Fashionlabel «Love Your Neighbour» hat David Togni gezeigt, dass mit anfangs «wenig», viel «möglich» ist. Dabei hat er den Wert: «eine Hand ist für uns und eine für andere» nicht aus den Augen verloren. Auch trotzt er persönlichen Rückschlägen, nimmt sich gesundheitlichen Herausforderungen und beruflichen Hürden an und hört dabei als Unternehmer und Familienmensch nicht auf, weiterhin gross zu träumen. Jael Jost (25) verfolgt ihren Traum vom Spitzen-Fussball seit frühester Jugend und wechselt früh zu YB, um in der U17-Mädchenmannschaft zu spielen. Sie durchläuft die Kaderausbildung bis zur U19-Nati und kämpft sich trotz Verletzungen immer wieder zurück. Nach über 100 Pflichtspielen für YB und den FC Luzern in der höchsten Spielklasse kehrt sie 2025 zum FC Thun zurück und entwickelt sich dort schnell zur Stammspielerin. Seit Dezember 2025 ist sie zudem «Head of Hospitality» im Verein und träumt mit Thun von einem Titel. Yvonne Niederhauser führt seit 2018 die «Kreative Gärtnerei» im Emmental. Hier finden sich frische Blumen, Pflanzen, aber auch Dekoartikel, die Freude bereiten. Yvonne hat schon länger den Traum einer Gärtnerei mit eigenem Café. Sie möchte in Lützelflüh i.E. einen Ort schaffen, der zum Verweilen und zu Gesprächen einlädt. Ihre tiefe Sehnsucht schwankt zwischen Hoffnung und Realität. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  5. 67

    Vom Waisenkind zur Vaterfigur

    Tsetan Dawa kommt als sechsjähriges tibetisches Flüchtlingswaisenkind in die Schweiz. Ein Kulturschock! Nach heftigen Konflikten kommt es zum Bruch mit seinen Pflegeeltern. Und Tsetan zu anderen Pflegefamilien und schliesslich ins Erziehungsheim. Elisabeth wächst in einer strenggläubigen neunköpfigen Familie auf, fühlt sich früh eingeengt und zieht mit 16 aus. Als junge Erwachsene lernen sich die beiden kennen und heiraten. Erstmals haben beide jemanden, dem sie voll und ganz vertrauen können. Doch ihre Liebe und das Familienleben werden überschattet. Dreimal überlebt Elisabeth Krebs im Endstadium – einmal als einzige Teilnehmerin einer riskanten Studie. Diese schweren Zeiten machen die dreifachen Eltern dankbar und grosszügig. Als Eigentümer eines Spengler-Dachdecker-Unternehmens stellt Tsetan immer wieder Menschen in Not ein, teilt teilweise sogar sein Zuhause und unterstützt mit Geld und praktischer Hilfe. Der einst vaterlose Junge ohne Orientierung wird zu einer Vaterfigur für orientierungslose Menschen. Und der, der einst vom Dach der Welt kam, ist auch heute mit knapp 70 noch für seine Firma auf Schweizer Dächern unterwegs. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  6. 66

    Ich ticke anders

    Für diese Menschen hat die Wissenschaft den Begriff «Neurodivers» eingeführt. Im Gegensatz zu «neurotypischen» Menschen, funktioniert das Gehirn bei «neurodiversen» Personen ein bisschen anders, ohne dabei aber eine krankhafte Störung darzustellen. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit ADHS, Autismus, Legasthenie oder auch Hochsensible und Hochbegabte. Man geht davon aus, dass rund ein Drittel der Menschen in der Schweiz zu einer dieser Gruppen zählen. Dagmar Loosli weiss lange nicht, was mit ihr los ist. Irgendwie war sie immer anders als die anderen, doch den Grund kann sie sich nicht erklären. Früher hielt sie sich für dumm oder faul. Im ersten Arbeitsmarkt kann sie nicht Fuss fassen. Erst, als sie schon lange mit Hansueli verheiratet ist und einen mentalen Zusammenbruch erleidet, bekommt sie die Diagnose: Asperger-Syndrom, eine Form von ASS (Autismus-Spektrum-Störung). Auch bei ihrer Tochter Anuschka wird bei einem Test Asperger festgestellt. Heute haben die Looslis gelernt, mit ihrem «Anderssein» umzugehen und fokussieren sich auf ihre Stärke, die Kreativität. Dagmar und Anuschka, aber auch Hansueli malen, zeichnen, töpfern und machen aus alten Möbeln neue Kunstwerke. Mirjam ist hochbegabt. Das weiss sie erst, seit sie Mitte 20 ist, da sie sich aufgrund eines Zeitungsartikels abklären liess. Diese Erkenntnis half Mirjam sehr, um sich selbst endlich besser zu verstehen. Heute ist ihr beispielsweise klar, dass ihre depressionsähnlichen Gefühle durch Unterforderung und Langeweile bei der Arbeit entstanden sind.Mirjam wurde in der Schulzeit oft als Streberin betitelt, obwohl sie für ihre guten Noten gar nie gelernt hatte. Da sie auch dazu gehören wollte, begann sie absichtlich schlechte Tests zu schreiben. Ob ihre Kinder auch hochbegabt sind, wurde früh abgeklärt. Ben ist 9-jährig und hochbegabt und die 11-jährige Hannah ist teilhochbegabt und hochsensibel. Nach einigen Schuljahren in der Volksschule und verschiedenen Privatschulen werden die beiden heute zuhause unterrichtet, obwohl sich Mirjam und ihr Mann eine andere Lösung gewünscht hätten. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  7. 65

    Vom Überleben zum Leben

    Marcel Hager sprintet über einen schmalen Weg. Seine Laufschuhe federn zielstrebig über Wege, Wurzeln und Steine. Beim Trailrunning überwindet er Höhenmeter, Hindernisse und sucht stets Neues und Weite. Sein Sport steht sinnbildlich für sein Leben. Denn auch als Coach und Mentor sucht er stets nach Wegen und Lösungen – da hingegen für Menschen, die Orientierung und Entwicklung suchen. Diese zu fördern, ist seine Passion. So gründet Hager 2012 seine erste Coaching-Firma «From Survive to Life». Später übernimmt er «Coachingplus», ein Weiterbildungsinstitut für Coaches und Führungskräfte. Mit der wachsenden Verantwortung beginnt ein Spannungsfeld zwischen Potenzial und Grenzen. Insgesamt führt Hager in seiner Laufbahn Hunderte von Coaching-Gesprächen, schreibt Sachbücher, baut Unternehmen auf und realisiert verschiedene Projekte. «Ich wurde vom Coach zum Ausbilder und führte mehrere Unternehmen – bis über meine Grenzen hinaus.» Auf die Einsicht folgt die Entscheidung: Er tritt in der eigenen Firma vom Chefposten zurück, nimmt sich eine Auszeit und sucht seither vermehrt die Stille. Er sagt: «Der Lärm der Welt führt immer wieder in eine Sackgasse.» Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  8. 64

    Wintertage

    Andrina Leiser aus Solothurn stammt aus einer Hockeyfamilie. Eishockey begleitet sie seit ihrer Kindheit – sowohl neben als auch auf dem Eis. Erst im Alter von 22 Jahren beginnt sie jedoch selbst aktiv zu spielen. Zuerst in diversen Clubs, bis sie an ihrem Wohnort selbst eine Frauenmannschaft gründet – den EHC Zuchwil Regio Ladies. Ganz andere Wintertage erleben Andrina und ihr Mann Elia, als sie vor einem Jahr ihren Sohn Enea vor der Geburt verlieren.Auf der Engstligenalp im Berner Oberland führt Benj Zurbrügg eine Gruppe auf eine abwechslungsreiche Schneeschuhtour. Als Guide bietet er spannende und lehrreiche Outdoorerlebnisse an. Die Natur bietet ihm viel Raum für persönliche Reflexionen.Moderiert wird die Sendung von Jeanette Macchi im Rahmen einer Zieseltour. Der Ziesel ist ein wendiges Elektroraupenfahrzeug, das mit einem Joystick gesteuert wird. Nach ein paar Übungsmanövern unter der Anleitung von Roman Stöckli (Impuls-Event) fahren die beiden durch das verschneite Hoch-Ybrig und geniessen ultimativen Fahrspass. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  9. 63

    Die Staatsanwältin – Tatort Uri

    Im Kanton Uri beginnt vieles dort, wo die Strassen schmal und die Berge nah sind. Gabriela Bürgi ist Staatsanwältin und untersucht aussergewöhnliche Todesfälle: Lawinenopfer, Suizide, Verkehrsunfälle. Fakten sind nötig, doch die Gefühle bleiben: «Ich muss sachlich sein, bin aber auch Mensch.»Geprägt wird Bürgi schon früh: der Grossvater ein Polizist, die Berge als Ort der Stille – und der Verlust ihres Vaters, der sie mit zehn Jahren zum Schreiben bringt.Als Jura-Praktikantin hört sie am Kriegstribunal zum Völkermord in Ruanda schier unerträgliche Zeugenaussagen. Über Massaker und sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe. Helfende Worte findet sie nicht nur im Gesetzbuch, sondern auch im Gebet: «Ich musste mit Gott reden, um das auszuhalten.»Heute sucht Gabriela Bürgi als Urner Staatsanwältin nach Gerechtigkeit – nicht nach Vergeltung. Abends wechselt sie die Welt und schreibt an ihrem Krimi «Mord im Belvedere». Fiktion als Gegengewicht zu realen Schicksalen. Die Figuren spiegeln Aspekte ihres Lebens und ringen mit Fragen nach Wahrheit, Verantwortung und Gnade.Und Gott – ist er für Bürgi ein strafender Richter oder ein Begleiter auf holperigen Wegen? Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  10. 62

    Ich und meine Kämpfe

    Julia Bodmer kennt innere und äussere Kämpfe. Die Äusseren – ihre Tischtennis Wettkämpfe in der Nati A – wollte sie und hat sie sich ausgesucht. Ihre inneren Kämpfe jedoch nicht. Sie ist nämlich an einer schweren Depression erkrankt.Nach mehreren Klinikaufenthalten ist Julia seit fünf Jahren stabil und findet, dass sie ein gutes Leben hat. Es sei zwar nicht kampffrei, aber sie verfüge über gute medizinische und therapeutische Unterstützung sowie über Strategien, die ihr einzuschätzen helfen, was sie brauche. Julia nimmt ihre Situation ganz sportlich, denn als langjährige Sportlerin weiss sie, dass man viel lernen kann, wenn man sich einem starken Gegner stellt und die Herausforderung annimmt.Hast Du selbst auch solche Gedanken? Hol dir Hilfe! » 143   | » sero-suizidprävention   Krebs im Endstadium: Die Diagnose 2022 stellt das Leben des Seeländers Sascha Feuz von einem Moment auf den anderen auf den Kopf. Der Tumor an der hinteren Schädelbasis wächst bereits durch die Hirnwand, die Ärzte geben ihm noch drei Monate. Auch seine Frau Tabea Feuz durchlebt eine schwere Zeit. Während Sascha aufgrund seiner Erkrankung ausfällt, hält sie alles zusammen: Sie funktioniert für die Kinder und für die Firma, obwohl sie sich gedanklich bereits auf die Beerdigung ihres Ehemanns vorbereitet. Heute ist der dreifache Familienvater tumorfrei, doch ein innerer Kampf bleibt. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  11. 61

    Bergdoktor zwischen Schweiz und Nepal

    Vom Dachdecker zum Doktor: Rico Rieder ist der Erste aus seinem Bündner Bergdorf, der studiert – aus reinem Missverständnis. Aus dem Handwerker wird ein Haus- und Notfallarzt, der mit der Rega über 1000 Einsätze fliegt. Er rettet viele Leben, erlebt aber auch Situationen, in denen jede Hilfe zu spät kommt. Zwei Jahre lebt er mit seiner Frau Claudia und den Söhnen in Nepal. Dort führt er unter einfachsten Bedingungen eine Anästhesie und muss nach schweren Verkehrsunfällen Dutzende Verletzte versorgen – in einer Umgebung mit wilden Tigern und tödlichen Giftschlangen. Zurück in der Schweiz eröffnet er eine eigene Praxis und baut ein medizinisches Netzwerk mit sechs Ärztezentren auf. Claudia leitet eine Privatschule, in der Kinder individuell gefördert werden und ihre Persönlichkeit entfalten können sollen. Gemeinsam sprechen die Rieders über ihre Motivation, Menschen in allen Lebenslagen zu unterstützen – und über den Umgang mit Momenten, in denen Hilfe nicht möglich ist. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  12. 60

    Weg vom Perfektionismus

    Malin Hartelius bezeichnet sich als Perfektionistin. Die in Schweden geborene Sopranistin war von 1991–2012 Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich und galt dort als Publikumsliebling. Sie sang alle grossen Mozart-Partien ihres Fachs und fand einen natürlichen Zugang zu ihrer Stimme, bis bei Proben ein folgenschwerer Bühnenunfall passierte. Nach etlichen schwierigen Jahren der Veränderung bildet sie heute mit Exzellenz die klassischen Sängerinnen und Sänger an der Hochschule der Künste in Bern aus. Simon Gerber ist gelernter Uhrmacher und repariert heute mit grosser Liebe historische Wanduhren. Trotz ihrer erstaunlichen Präzision läuft bei diesen alten Uhrwerken natürlich längst nicht alles so perfekt wie bei unseren heutigen Smart-Watches. Doch gerade das gehört für Simon zum Charme dieser mechanischen Wunderwerke dazu. Vor seiner jetzigen Tätigkeit hatte Simon einen Job, der gegensätzlicher nicht sein könnte:  Als Sozialarbeiter begleitete er Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter. Hier lernte er, dass ein perfektionistischer Anspruch nicht nur fehl am Platz, sondern sogar schädlich sein kann. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  13. 59

    Skandalöse Liebe – Jesus als Bräutigam

    Am 15. August 2022 ist der Salzburger Dom bis auf den letzten Platz gefüllt. Gespannt wartet die Hochzeitsgesellschaft auf die Braut, die in Weiss gekleidet mit einer Kutsche vorfährt. Als Bernadette Lang an diesem Tag öffentlich und feierlich ihr «Ja-Wort» gibt, steht kein Bräutigam neben ihr. Ihr Traumprinz ist nicht zum Küssen nah – ihr «Ja» gilt Jesus Christus. Zeit also für eine Einordnung und ein paar Fragen. Denn schnell kann man sich in dieser Geschichte in falschem Voyeurismus und Schlagzeilen-Denken verlieren. Grosse Medien wie die Kronen Zeitung oder die NZZ haben europaweit über Bernadette Lang berichtet und gefragt, warum sie auf Sex verzichte. «Ich verzichte auf Sex, aber nicht auf emotionale Nähe und Intimität», antwortet sie darauf. Bernadette Lang war 31 Jahre alt, als sie die Jungfrauenweihe empfing – einen jahrhundertealten katholischen Stand. Mit diesem Schritt wurde sie zu einer Schwester, deren «Kloster» die Welt ist. Von dort aus erzählt sie von ihrer ungewöhnlichen Liebesgeschichte. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  14. 58

    Hoffnung stirbt zuletzt

    Kilian D’Albertos Leben wird aus den Fugen gerissen, als er einen Herzinfarkt erleidet. Über anderthalb Stunden kämpft das Rettungsteam um sein Leben. Die Ärzte geben ihm eine Überlebenschance von nur einem Prozent. Als sie schon fast aufgeben wollen, beginnt sein Herz wieder zu schlagen. Es folgt eine Herzoperation. Die Hoffnung, dass Kilian überlebt und keine Hirnschäden davonträgt, ist gering. Doch die Familie gibt nicht auf und bittet Freunde im näheren Umkreis, für Kilian zu beten. Giora Feidman, bekannt als «König des Klezmers», nutzt seine Klarinette, um durch Musik zu kommunizieren und seine Botschaft zu vermitteln. Er engagiert sich stark für ein friedliches Miteinander, für Weltfrieden und für mehr Liebe und Harmonie – eine Hoffnung, die den bald 90-Jährigen antreibt. Der Preisträger mehrerer Klassik-Echos hat unter anderem die oscarprämierte Filmmusik von Steven Spielbergs «Schindlers Liste» eingespielt. Giora Feidman schlägt als Jude selbst Brücken: Seit einem Jahr besitzt er einen deutschen Pass, und er pflegt eine jahrelange Freundschaft mit seinem iranischen Komponisten. Denise Jungen und ihr Mann Steven sind beide sozial engagiert. Im Raum Zürich vermieten sie Wohnungen an Menschen, die sich aufgrund von Armut, Sucht oder einem Trauma in schwierigen Lebenslagen befinden. Denise, die sich von der Psychosozialen Spitex hat ausbilden lassen, bietet ihre Hilfe in vielerlei Situationen an. Sie begegnet dabei oft Leid und Not, aber erlebt immer wieder, dass sie durch ihre Betreuung ganz praktisch Hoffnung vermitteln kann. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  15. 57

    Wie überstehen wir das Ende, Herr Astrophysiker?

    Heino Falcke hat als preisgekrönter Wissenschaftler viel erreicht. Und doch sagt er: «Die Wissenschaft allein ist mir zu eng. Mein Glaube gibt mir einen weiten Horizont – und Hoffnung. Wissenschaft erklärt, wie die Welt funktioniert. Glaube fragt, warum sie existiert.» Für Falcke ist der Urknall kein Zufall. Und auch kein Widerspruch, sondern ein Mosaikstein der Schöpfung. Und der Beginn einer Geschichte, die über die Naturgesetze hinausweist. Der Astrophysiker hat 2019 Historisches erreicht. Mit seinem Team gelang ihm das erste Foto eines «Schwarzen Lochs» – ein überdimensionaler Himmelskörper, dessen Anziehungskraft alles verschlingt. In seinem neuen Buch «Zwischen Urknall und Apokalypse» denkt Falcke über Anfang und Zukunft der Erde nach. Über Verantwortung und Hoffnung in Zeiten globaler Krisen. «Die Wissenschaft liefert Möglichkeiten, aber keine Orientierung. Hoffnung bedeutet, der Dunkelheit ins Auge zu sehen – und trotzdem weiterzugehen.» Zwischen Angst und Zuversicht stellt sich die Frage: Wie können wir das Ende überstehen? Oder ist dort, wo alles aufhört, sogar ein Neubeginn möglich? Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  16. 56

    Zwischen Kerze, Krippe und Kulisse

    Die älteste Kerzenmanufaktur der Zentralschweiz, Schnyder Kerzen in Einsiedeln, fertigt ihre Kerzen mit viel Sorgfalt und in zahlreichen liebevollen Arbeitsschritten. Ihre Kerzen leuchten nicht nur im Kloster Einsiedeln als Symbol des spirituellen Lichts, das wärmt, belebt und Orientierung schenkt. Sondern sie begleiten darüber hinaus auch Menschen als Quelle der Besinnung und der Freude und als stille Trostspender an den unterschiedlichsten Orten. Ob im Kloster, in der Kirche oder bei sich zuhause: Menschen gestalten Weihnachten mit Fantasie und Hingabe. Lydia Flachsmann und Hanny Roduner verbindet ihre Liebe zu Krippen und Krippenfiguren. Die eine stellt über 900 Krippen aus, die andere gestaltet die Figuren in grosser Detailtreue und lässt die Weihnachtsgeschichte durch die Figuren für Betrachtende spürbar werden. Besonders freut die beiden, wenn die Besuchenden ihre ausgestellten Krippen mit mehr Hoffnung als zuvor verlassen. Vera Weber-Bär ist von Geburt an stark sehbehindert und erblindet im Jugendalter. Kerzen nimmt sie als etwas Suspektes wahr. Doch Licht und Wärme bedeuten ihr viel und Weihnachten ist für sie besonders. Als Mitautorin eines Weihnachtsspiels in Gelterkinden stellt sie zudem mit verschiedenen Generationen zusammen eine Kulisse auf die Beine, welche die Weihnachtsbotschaft zum Ausdruck bringt. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  17. 55

    Advent ohne dich

    Am zweiten Advent 2021 herrscht bei Ruth und Silvio Spadin statt Besinnlichkeit Notfall. Silvio hat Corona und bekommt keine Luft mehr. Blaulichter mischen sich unter die Weihnachtslichter. In Schutzkleidung holen Notärztinnen und Notärzte ihn ab. Das CT im Spital zeigt eine schwere Lungenentzündung und einen Megainfekt. Die Ärztinnen und Ärzte versetzen ihn ins künstliche Koma. Er erwacht nicht mehr. Nach seinem plötzlichen Tod fällt Ruth in tiefe Trauer und eine existenzielle Krise. Als Mutter von vier Kindern hat sie bereits eine Erschöpfungsdepression überwunden und den Schock über die unerwartete Teenagerschwangerschaft ihrer Tochter verarbeitet. Nun will sie nicht mehr leben und schleppt sich von Stunde zu Stunde. Doch Ruth Spadin beschliesst, ihre Schmerzen auszuhalten. In einer Fortbildung zur Trauerbegleitung setzt sie sich intensiv mit ihren Gefühlen auseinander. Heute blüht sie mehr denn je auf und begleitet andere Menschen, die in Zeiten des Umbruchs eine neue Identität suchen. Auch der Weihnachtszeit stellt sie sich wieder – allein, aber nicht einsam. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  18. 54

    Ich fühle mich beschenkt

    Geschenke bereichern das Leben. Darüber wird es kaum zwei Meinungen geben. Wir freuen uns alle, wenn an uns mit einem passenden Geschenk gedacht wird. Das müssen nicht einmal materielle Dinge sein. Von kleinen Gesten des Alltags bis hin zu grossen Herzensmomenten ist alles willkommen. Doch auch vom Leben kann man sich beschenkt fühlen: von besonderen Momenten, schönen Erinnerungen, Beziehungen und vielem mehr. Und dann gibt es da noch die ganz speziellen Geschenke, die man nie mehr vergisst. Für Andreas Maul war das eine Nierenspende seiner Frau Lotti. Durch eine Autoimmunerkrankung wurden seine Nieren fast völlig zerstört. Vor ihm stand die Aussicht auf ein Leben an der Dialyse. Die Wartezeit auf ein Spenderorgan lag bei bis zu zehn Jahren. Doch als sich herausstellte, dass seine Frau als Spenderin in Frage kam, fackelte sie nicht lange. Heute 25 Jahre später lebt Andreas immer noch mit der Niere seiner Frau. Später überlebte er noch eine Krebserkrankung und einen Herzinfarkt. Beide sind enorm dankbar, dass er noch am Leben ist und sogar arbeiten kann. Lange Zeit sucht Manuela Kropf nach Bestätigung in ihrem Leben. Nach dem Gymnasium besucht sie im Alter von 20 eine Bibelschule, die ihre Identität stärkt und sie viel Freiheit erleben lässt. Sie lässt sich zur Lehrerin und zur Visagistin ausbilden. Manuela ist gesellig und liebt Menschen. Mit ihrem Mann ist sie oft aktiv und viel unterwegs. Doch mit 30 wird ihr «der Stecker gezogen». Nichts geht mehr. Diagnose: Erschöpfungsdepression. Zwei Jahre lang lebt sie zurückgezogen, hat sogar Angst, den Bus zu benutzen. Ferien werden zur reinen Anstrengung. Sie erachtet es als grosses Geschenk, dass Gott sie durch diese Zeit hindurchgetragen hat und dass sie heute wieder belastbar ist. Sie blüht besonders dann auf, wenn sie andere Frauen mit ihren Talenten im Schminken, Fotografieren und Coachen beschenken und ihre Einzigartigkeit zum Strahlen bringen kann. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  19. 53

    Der Pferdeflüsterer aus dem Appenzellerland

    (Wiederholung vom 22.02.2025) Respektvoll ruft Walter Gegenschatz dem Pferd «Boy» zu. Langsam nähert er sich dem kraftvollen Tier, einem wilden Mustang aus den Weiten Amerikas. Nur Wochen später reitet er mit dem Pferd ein erstes Mal aus. Bei Besuchen in Amerika erlernte Gegenschatz die Konzepte des «Natural Horsemanship». Es geht dabei um den Respekt vor dem natürlichen Verhalten von Pferden. Geduld, Empathie, Beobachtungsvermögen und Ruhe helfen dabei, dass das Pferd dem Menschen folgt. Mittlerweile hat Walter Gegenschatz schon über 1000 Tieren «zugeflüstert». Als er den Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern übernimmt, wagt er auf dem Rechberg im Kanton Appenzell Ausserrhoden das Umsatteln von Milchwirtschaft auf Pferderanch. Er gehört nun zu den renommiertesten Pferdeflüsterern im deutschsprachigen Raum und führt mit seiner Ehefrau Barbara den Betrieb. Vieles davon, was Walter Gegenschatz mit den Pferden erlebt, leitet er auch auf persönliche Beziehungen ab. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  20. 52

    Hilfe, die hilft

    Simone und Ruban Rajaiah investieren sich mit ihrer Familie in das gemeinnützige Projekt «Nambikkai» (Haus der Hoffnung) in Südindien. Die Schweizerin und ihr indischer Mann setzen sich vor allem für sogenannte Dalits ein: Menschen aus der untersten sozialen Schicht Indiens, die bis heute benachteiligt und unterdrückt werden. Das Ehepaar bietet mit ihrem Projekt zum Beispiel Arbeitsplätze auf ihrer Gewürzfarm an oder Nähkurse für Frauen, die verwitwet oder in schwierigen Lebenssituationen sind. Die Freikirche Chrischona in Hallau hat in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation «Global Aid Network» (GAiN) einen Frachtcontainer in ein «Tinyhouse» umgebaut. Aus dem Container wurde ein Zuhause für einen armenischen Rentner in der Ukraine. Firmen aus der Region haben das Projekt mit Material gesponsert und Freiwillige haben während vieler Stunden das ambitionierte Ziel umgesetzt. Moderatorin Jeanette Macchi trifft sich mit einigen Beteiligten und schaut sich das «Tinyhouse» an, das Anfang nächstes Jahr in die Ukraine ausgeliefert wird. Die Not in der Ukraine ist auch Maria Fritz bekannt. Schon in den 90er-Jahren hat sie dort auf einer Reise die Armut gesehen. Seither hat sie mehrere Hundert Patenschaften vermittelt, die monatlich Witwen und Waisen unterstützen. Seit ihr Engagement auch von anderen getragen wird und sie zusammen als Verein agieren, ist das «Kinderhilfswerk Worldwide» immer mehr gewachsen. Heute beschäftigen sie 30 Mitarbeitende in der Ukraine und bieten in einem Ausbildungszentrum viele Lehrstellen in verschieden Berufsfeldern an. Maria Fritz ist selbst unter schwierigsten familiären Verhältnissen in der Schweiz aufgewachsen und mit 17 ins Nachbarland gezogen. Heute wohnt sie mit ihrem Mann in Bad Säckingen in Deutschland, direkt an der Schweizergrenze. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  21. 51

    Ivan Lefkovits - Holocaust und das Leben danach

    Als britische Truppen das KZ Bergen-Belsen befreien, ist Ivan Lefkovits acht Jahre alt. Elf Tage lang überlebt er zuvor ohne Wasser – mit Kartoffelschalen und Morgentau auf den Lippen. Sein Vater wird erschossen, sein Bruder vergast. Nur er und seine Mutter überleben. Nach dem Krieg herrscht langes Schweigen. Erst Jahrzehnte später beginnt Lefkovits zu erzählen – zunächst zaghaft, dann mit der Gewissheit: «Wenn wir Überlebenden nicht sprechen, wer wird es tun?» Heute, 80 Jahre nach der Befreiung aus dem KZ, erzählt er seine Geschichte an Schulen, in Museen und Gedenkstätten: «Auch meine Stimme wird irgendwann verstummen. Aber wir dürfen nie vergessen, was damals passiert ist.» Prinz Philip Kiril von Preussen ist ein Nachfahre des letzten deutschen Kaisers. Dass Israel nach dem Holocaust Deutschland die Hand zur Versöhnung ausstreckte, berührt ihn immer noch zutiefst. Der evangelische Pfarrer engagiert sich für die Aufarbeitung der deutschen Schuld und gegen Antisemitismus. Für von Preussen steht fest: «Erinnern heisst Verantwortung übernehmen – auch für die kommenden Generationen.»   Kontaktaufnahme mit Ivan Lefkovits bitte ausschliesslich über folgende E-Mail-Adresse: [email protected] Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  22. 50

    Ich will vergeben

    William Paul Young wächst als Junge in einem Stamm in Papua-Neuguinea auf. Er ist der Sohn von Missionaren und erlebt eine strenge Erziehung von Seiten des Vaters. Ausserdem erlebt er als kleiner Junge sexuellen Missbrauch im Stamm wie später auch in einem Internat. Die Erlebnisse prägen ihn, er wird zum Selbstdarsteller, der sich gerne über seine Leistung definiert und hat eine aussereheliche Affäre. Young durchläuft einige Vergebungs-Prozesse. Als 50-jähriger nennt er sich versöhnt, mit sich selbst wie auch mit seiner Ehefrau, seinem Vater und sogar mit einem seiner Peiniger von früher. Er schreibt das Buch «Die Hütte – ein Wochenende mit Gott», in das er biografische Elemente einfliessen lässt und das versehentlich zum Beststeller wird. In der Nacht zum 11. Januar 2010 wird Samuel Flemming (22) brutal ermordet – von einem «Freund». Kurz darauf nimmt die Polizei den Täter fest: Mike*, jung, schmächtig, gesteht – schweigt aber zum Motiv. Im Sommer 2010 stehen Lisa und Michael Flemming als Nebenkläger vor Gericht – dem Mörder ihres Sohnes gegenüber. Ein Moment, den Worte kaum fassen können. Und doch geschieht in diesem Prozess etwas Unerwartetes: Die Eltern erklären, dass sie vergeben wollen – noch bevor der Täter sich entschuldigt. «Vergebung ist kein Zeichen von Schwäche», sagt Michael Flemming, «sondern ein Akt der Stärke.» Als Christen schöpfen sie Kraft aus ihrem Glauben – nicht aus dem Wunsch nach Rache. Lisa Flemming erinnert sich, wie sie beim Lesen des Obduktionsberichts jeden grausamen Punkt bewusst vergab. «Danach war ein übernatürlicher Friede in mir.» Vergeben heisst für sie nicht vergessen – sondern sich von Hass zu befreien. Auch wenn sie bis heute keine Antwort auf das «Warum» haben, spüren sie: Vergebung bringt Heilung. Sie glauben daran, dass sie Samuel eines Tages wiedersehen werden – und dass Gott auch in grösstem Leid gegenwärtig ist. (* Name geändert) Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  23. 49

    Muriel Furrers letztes Rennen

    Am Donnerstag, 26. September 2024 ist es wolkenverhangen und nass über dem Greifensee. Die Stadt Uster ist Startort des WM-Strassenrennens der Juniorinnen. Im Startbereich wechseln die Eltern von Muriel Furrer letzte Worte mit ihrer Tochter, die als Athletin gleich ins Rennen starten wird. «Für Muriel war das WM-Rennen, zuhause in Zürich, der Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere», sagt Mutter Christine Brand Furrer. Zielsetzungen für ihre Karriere hat Muriel auf einem Plakat in ihrem Zimmer notiert. Muriel Furrer galt als aufstrebendes Talent in der Schweizer Radsportszene und war in verschiedenen Disziplinen erfolgreich. «Sie sagte immer, wenn sie aufs Podest fahre, dann kriege Gott die Medaille.» Als der Startschuss in Uster ertönt, macht sich die Familie von Muriel auf Richtung Zürich. Am Zürichberg liegt ein Anstieg, der spannende Rennszenen verspricht. Dort wollen sie ihre «Müri» innerhalb des Rennens anfeuern. «Wir standen mit Familienmitgliedern, Schulkolleginnen und Plakaten an der Strecke.» Als das Feld aber vorbeirauscht, entdecken Christine und Reto ihre Tochter nicht. Sie melden Muriel bei der Rennorganisation und ihrem Team als vermisst und bange Minuten und Stunden beginnen. Später erfahren die Eltern und eine weltweite Öffentlichkeit, dass Muriel auf einem Streckenabschnitt, der nur sieben Kilometer von ihrem Daheim entfernt liegt, schwer gestürzt ist. Nach einer Nacht im Universitätsspital Zürich verstirbt Muriel an den Folgen eines schweren Schädel-Hirntraumas. Die Mutter, Christine Brand Furrer, sagt: «Wenn ich in der Bibel lese, fühle ich mich mit Müri verbunden.» Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  24. 48

    Jahreszeiten des Lebens

    Markus Dolder mischt in den 80er-Jahren die christliche Mundart-Musikszene auf. Seine tiefgreifenden Lieder werden in zig Kirchgemeinden landauf landab gesungen. Zusammen mit dem Pianisten und Produzenten David Plüss gestaltet er unzählige Auftritte, verkauft über 50 000 CDs. Seit diesem Frühling ist Markus Dolder pensioniert, hat seinen Beruf als Sozialdiakon bei der Landeskirche in andere Hände übergeben. Musik spielt er immer noch gerne, auch wenn die Auswirkungen eines Hirnschlages, den er vor gut 10 Jahren erlitten hat, ihn bis heute daran hindern, neue Songs zu komponieren. Die Lebensphasen reihen sich nicht immer schön geordnet aneinander. Manchmal passiert sehr viel in kurzer Zeit. So war es bei Michael und Marisa Trummer. Michaels erste Frau Andrea starb an einem Krebsleiden. Auf einmal war er alleinerziehender Vater von zwei Kindern. Als er später mit Marisa eine neue Frau kennenlernt, ist diese zuerst überfordert von ihrer plötzlichen Rolle als Familienfrau. Alle müssen sich in der neuen Situation erst zurechtfinden. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  25. 47

    Amir Khalid - der verstossene Prinz

    Eine Appenzellerin wird während eines Sprachaufenthalts von einem Mann aus Südostasien schwanger. Nicht ahnend, dass er Prinz und Nachkomme eines Sultans ist und sein Vater Chefminister von Sabah in Malaysia. Sie heiraten und bekommen einen Sohn. Amir Khalid wächst zwischen verschiedenen Welten auf, sucht Zugehörigkeit im Sport und der Hip-Hop-Kultur. Er gehört zu den ersten Breakdance-Crews der Schweiz. Zurück in Malaysia werden er und sein Vater mutmasslich von der Stiefmutter vergiftet. Amir überlebt knapp, sein Vater stirbt. Mit 19 flieht er orientierungslos zurück in die Schweiz. Aus einer Suche wird Sucht. Er gerät in Drogen, ein LSD-Trip löst eine Psychose aus. Als er Christ wird, verstösst und enterbt ihn sein Grossvater, der Sabah mit diktatorischer Strenge verstärkt islamisierte. Mit 32 Jahren wird er voll aus dem Berufs- und Familienleben gerissen: Herzinsuffizienz. Nach einer 12-jährigen Leidenszeit erhält er durch eine Transplantation ein neues Herz – auch für die Familie, die ihn verstiess und andere Stammesleute aus der Sulu-See. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  26. 46

    Geschwisterbande

    Die drei Brüder Gian Dean, Rivan und Kilian Rosskopf wachsen teilweise an der «North Shore» auf, einer Surf-Hochburg auf O'ahu, Hawaii. Egal bei welcher Sportart – wenn es um Wettkampfgeist geht, sind alle Rosskopf-Brüder in ihrem Element. Wenn es jedoch um Wellen geht, sind vor allem der 19-jährige Rivan und 17-jährige Kilian nicht zu bremsen. Sie zeichnen sich durch zahlreiche Titel auf nationaler- und internationaler Ebene aus und haben grosse Visionen. 2021 zieht die Familie zurück in der Schweiz. Auch hier pushen sich die beiden jüngeren Brüder in Surfbecken oder Flüssen in brüderlicher Konkurrenz. Gian Dean, mit 21 Jahren der älteste der Bruderbande, surft zum Vergnügen und widmet sich weiteren Stärken. Im Wasser unterstützt er seine Brüder gerne mit guter Laune und mit bester Motivation. Die drei Wyss-Geschwister sind alle in verschiedenen politischen Parteien aktiv. Trotzdem seien ihre Familientreffen noch nie in einem Streit eskaliert. Gabi Schürch-Wyss ist 53 Jahre alt und im Vorstand der Ortspartei «Die Mitte» in Kirchberg. Barbara Stotzer-Wyss ist 50-jährig, Grossrätin und Präsidentin der EVP Kanton Bern und der 47-jährige Andreas Wyss ist Präsident der FDP Emmental und Gemeinderatspräsident in Kirchberg. Auf dem Hof ihrer Eltern haben jahrelang Lehrlinge und Lehrtöchter aus ganz verschiedenen Kantonen mit ihnen zusammengewohnt. Dabei haben sie fürs Leben gelernt, dass es immer verschiedene Ansichten gibt und es okay ist, entgegengesetzter Meinung zu sein. Ihnen ist es aber wichtig, dass man immer respektvoll und lösungsorientiert diskutiert, einander zuhört und nicht auf dem eigenen Recht beharrt. Mit «buah» haben Jessica und Daniel Krauter ein Unternehmen aufgebaut, das für schonend gefriergetrocknete Früchte steht. Die Idee: 100 Prozent natürliche Früchte, voller Geschmack und Nährstoffe, bequem und nachhaltig – ganz ohne Zusatzstoffe. Die beiden Geschwister verbindet nicht nur ihre Leidenschaft für gesunde Ernährung, Natur und Reisen, sondern auch ein starkes familiäres Band. Als Geschwister stehen sie gemeinsam hinter ihrer Marke, teilen Entscheidungen und tragen Verantwortung. Gerade in herausfordernden Zeiten zeigte sich ihre besondere Stärke: Gegenseitiges Vertrauen, Zusammenhalt und der feste Wille, ihre Vision weiterzutragen. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  27. 45

    Verkauft für eine Kuh - das Leben der Ida Berger

    Als drittes von zwölf Kindern kommt Ida Berger während des Zweiten Weltkriegs in einer armen Bauernfamilie zur Welt. Schon früh muss sie schwere Arbeiten übernehmen. Eines Tages gibt ihre Mutter sie einem fremden Bauern mit – als Verdingmädchen. Der Vater erhält für seine zwölfjährige Tochter eine neue Kuh, da seine eigenen Tiere einer Seuche erliegen. Weit weg von zuhause arbeitet Ida von früh bis spät, hat Hunger und trägt immer dasselbe Kleid. Mit 16 wird sie vergewaltigt und schwanger. Ihr Kind wird zur Adoption freigegeben. Kaum ist Ida zurück auf dem elterlichen Hof, gibt man sie erneut weg, da ihr Vater Schulden hat: Sie muss auf einer abgelegenen Alp allein für 100 Rinder sorgen. Zur Unterstützung schickt man ihr einen Knecht – mit dem sie zwangsverheiratet wird. Verena Geissbühler wächst als eines von vier Kindern in diesem Umfeld auf. Geprägt von den Brüchen ihrer Eltern, nimmt sie als Erwachsene Hilfe in Anspruch. Heute ist Verena psychosoziale Beraterin und hilft anderen, ihre Traumata zu bewältigen. Verena und ihre Mutter Ida haben seither einen heilsamen Weg der Verarbeitung eingeschlagen: «Die Narben bleiben – aber sie müssen nicht mehr wehtun.» Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  28. 44

    Von Bergen und Tälern

    Die Schweiz mit ihren zahlreichen Gipfeln, ihren sonnigen Hängen und teils tiefen, schattigen Tälern steht metaphorisch für die Schicksale der Menschen, die in ihr wohnen. Erst die unterschiedlichen Erfahrungen – ob positiv oder negativ – prägen und formen uns Menschen zu den Persönlichkeiten, die wir schliesslich werden. Michael Welz lebt von Juni bis September hoch oben über Davos auf der Alp. Hier oben in der wunderschönen Landschaft fühlt er sich zuhause, obwohl er erst seit sechs Jahren die Arbeit als Bergbauer verrichtet. Denn eigentlich liegt sein Hof ganz woanders, nämlich im Unterland, in Oberembrach ZH. Doch nun haben seine Frau Tabea und er die Alp dazu gepachtet. Damit erfüllt sich für Michael ein alter Traum, denn bereits als Kind war er im Sommer oft auf der Alp, um zu helfen. Doch das Leben und Arbeiten auf der Alp ist nicht so idyllisch, wie man es sich vorstellt. Die Arbeit ist oft mühsam, die Wege weit und aktuell bereitet der Wolf Michael Kopfzerbrechen. Eine seiner Kühe wurde angefallen und getötet. Sollte sich ein Rudel hier niederlassen ist seine Herde akut in Gefahr. Reto Salzmanns Lebensgeschichte ist im wahrsten Sinne ein Auf und Ab. Bereits als Kind erlebt er häusliche Gewalt. Erst als er im Alter von fünf Jahren zu einer Pflegefamilie kommt, scheint sein Leben aufwärtszugehen. Dies ist aber nur von kurzer Dauer. Seine erste Frau erkrankt an einer tödlichen Krankheit und nach ihrem Tod ist Reto mit den gemeinsamen Kindern auf sich allein gestellt. Er möchte seinem Leben ein Ende setzen, doch etwas hält ihn zurück. Kurz danach lernt Reto seine heutige Frau Monika kennen. Endlich kehrt Ruhe ein, bis er 2021 an Long Covid erkrankt und in eine Reha Klinik eingeliefert wird, wo er mehrere Monate bleibt. Obwohl er anschliessend seine Arbeitsstelle verliert, hat Reto nie den Mut verloren, positiv in die Zukunft zu blicken. Heute ist er durch all die Talfahrten in seinem Leben sogar zu seinem Traumberuf gelangt.  Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  29. 43

    Rennfahrer sucht Ideallinie im Leben

    Beim Formel-1-Team Sauber lebt Martin Koch seinen Traum. Als Projektleiter für die Entwicklung der Aerodynamik gehört er zu den Geburtshelfern des Windkanals in Hinwil. Er arbeitet von früh bis spät. Oft auch an den Wochenenden. Und das noch so gerne. Denn zu Hause erwarten ihn nur Einsamkeit und innere Leere. Als er Jahre später ausbrennt, hofft er auf einen kurzen Boxenstopp. Der Leiterin des «Casa Immanuel», das christliche Lebensberatung anbietet, sagt er: «Ihr habt 27 Tage Zeit, um mich zu flicken.» Daraus wurde dann insgesamt fast ein Jahr, in dem er sich intensiv mit seinen Gefühlen auseinandersetzt. Er merkt, dass das Feuer in ihm richtig geleitet werden muss. Dies bleibt eine stetige Herausforderung. Genau wie die Suche nach der Ideallinie auf der Rennstrecke. Dort ist er als Amateurfahrer so erfolgreich, dass er 2024 die GT2 Pro-Am Europameisterschaft gewinnt. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  30. 42

    Selbstfürsorge - Quelle der Kraft

    Deborah Liechti hat die Gabe, die Bedürfnisse der anderen Menschen leicht zu spüren. Das führte dazu, dass sie immer darauf geachtet hat, wie es den anderen geht, aber sich selbst dabei oft vergessen hat. Da sie sich als junge Frau vor allem durch Leistung definiert hat und perfektionistische Ansprüche an sich stellte, kam ihr Selbstmanagement in Kombination mit dem Sich-Vernachlässigen in eine ungesunde Balance. Als auch ihr Körper in den Krisenmodus schaltet und eine Eisenaufnahmestörung entwickelt, rutscht sie in eine Erschöpfungsdepression. Erst als sie lernt, ihre eigenen Bedürfnisse wahr- und ernst zu nehmen und sich um ihr Selbst zu kümmern, geht es wieder aufwärts. Auch ihre Gesundheit wird wieder hergestellt, als sie durch pflanzliche Nahrungs-Ergänzungsmittel und ätherische Öle die wohltuenden Heilkräfte in Gottes Schöpfung entdeckt. Heute ist Deborah Aroma-Fachberaterin und liebt es, neben der Gesundheitsberatung andere zu mehr Selbstfürsorge zu inspirieren. Dirk Schröder bezeichnet sich als der «Männer-Coach» und ist bei den «Kingfisher» Törns mit Geschäftsleuten auf einer grossen Yacht auf den Weltmeeren unterwegs. Selbstfürsorge musste er auf die harte Tour lernen, da er seine eigenen Bedürfnisse über Jahre vernachlässigt hatte. Dank ärztlicher Hilfe und seiner Frau kam er aus einer dreijährigen dunklen Zeit und Depression wieder heraus. Mittlerweile arbeitet er seit rund 20 Jahren mit Männern, die sich wünschen, neue Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln. Sein Anliegen ist es, ihnen bei der dazu nötigen Reflexion ermutigend, freundschaftlich und kompetent zur Seite zu stehen. Seit einiger Zeit wohnt er zusammen mit seiner Frau Kirstin am Thunersee. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  31. 41

    Magersucht – Hunger nach Liebe

    (Wiederholung vom 25.01.2025) «Wenn man nichts mehr selbst im Griff hat, will man wenigstens sein Essen und seinen Körper kontrollieren.» Als 16-Jährige entwickelt Stefanie Porš eine Essstörung. Am Ende isst sie praktisch gar nichts mehr. Sie besteht nur noch aus Haut und Knochen, ihr Zyklus funktioniert nicht mehr. Als sie erkennt, dass sie krank ist, sucht sie sich fachliche Hilfe. Mit Ärzten, Therapeuten und Freunden entwickelt sie einen Wochenplan, um eine Struktur aufzubauen. «Doch da ging der Horror erst richtig los.» Plötzlich dreht sich alles in ihrem Leben nur noch um die Krankheit Magersucht. «Ich war dem Tod näher als dem Leben.» Doch sie kämpft und gibt nicht auf. Sie formuliert und verfolgt zwei konkrete Ziele: Sie will Kinder bekommen und Theologie studieren. Heute gibt Porš als Pfarrerin und zweifache Mutter weiter, was sie im Verlaufe des Prozesses immer mehr für sich annehmen konnte: «Gott liebt dich. Du bist wertvoll. Du genügst.» Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  32. 40

    Unsere Traditionen

    Bei jedem Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest sind sie unverzichtbar: die Schwingerhosen des Emmentaler Sattlers Paul Eggimann. In seiner Werkstatt ist alles noch Handarbeit. Vom Zuschneiden des Stoffs bis zum letzten Fadenstich. Die zwölf Ehrendamen des «Eidgenössischen» 2019 in Zug hat Andrea Balmer aus Hünenberg mit der Zuger Festtagstracht eingekleidet. Die Trachten sind alle in ihrem eigenen Atelier angefertigt worden.  Neben der Tradition zeigt sich eine starke Verwurzelung in Glaubensüberzeugungen, die damals, wie heute lebendig sind. Das Schutzengelfest im Kanton Appenzell wird seit 1627 gefeiert und bringt bis heute den Wunsch nach Segen und Schutz im Alltag zum Ausdruck.  Eine besondere Tradition pflegt Erich Heger. Mehr als 20 Jahre hat er die Korberei in einem Psychiatriezentrum geleitet und beim Korbmachen Zugang zu Patienten gefunden.  Ein Naturjodler entspringt dem Herzen und ist eine alte Sprache aus den Bergen, um sich mit Nachbarälplern und Gott zu verständigen. Schon Als Kind lernt Sylvia Wenger-Röthlisberger jodeln und gibt Ihr Wissen über diese alte Tradition als diplomierte Kursleiterin für Jodelgesang weiter.  Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  33. 39

    Kunst – Spiegel der Gesellschaft? (W)

    (Wiederholung vom 16.11.2024) Nichts deutet im Münsinger Wohnquartier darauf hin, dass sich hier das Atelier des Berner Künstlers Lorenz Spring befindet. Steht man vor der Tür, fehlt gar das Namensschild an der Klingel. In seinem Atelier tobt sich der Künstler aus, hier entstehen seine Bilder. Lorenz Spring ist 60, verheiratet und hat zwei Kinder. Einst gelernter Bildhauer, fokussiert er später auf die Malerei. Mitte 20 ist er bereits selbständiger Künstler. «In der Kunst liegt das unsichere Element drin, das ich liebe. Sicherheit ist langweilig. Ich liebe das Ungewisse.» Spring lässt sich zum Start seiner Karriere in Paris, New York und Rom inspirieren, skizziert erste Werke und stellt Ende der 80er-Jahre zum ersten Mal erfolgreich in Bern aus. Der Stil seiner Werke ist unterschiedlich, die Palette der Sujets breit: mal blumig und farbig, mal in Grautönen und monochrom. Besonders gerne analysiert er durch seine Bilder die Gesellschaft und stellt fest: «Unsere Gesellschaft definiert Erfolg und wer zuoberst ist. Doch die Bibel und der Glaube verschieben diesen Massstab.» Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) auch auf: YouTube / Play SRF

  34. 38

    Meine Suche – 30 Jahre bewegende Geschichten

    Seine biologischen Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen – das dachte Silas Kutschmann lange Zeit. Als er 21 ist, kontaktiert ihn seine leibliche Schwester über Facebook. Über seine Reise nach Äthiopien und der Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln berichtete Kutschmann in der Sendung «Entwurzelt» vor drei Jahren. Silas ist Lehrer und Musiker. Mit seiner Musik möchte er ein Hoffnungsträger sein. Unter dem Künstlernamen Elija Tamou produziert er eine einzigartige Mischung aus Soul und Electro. Dabei experimentiert er gerne mit Tönen. Auf ein solches Experiment lässt sich auch Moderatorin Jeanette Macchi ein. Im dritten und letzten Sommermagazin sind die beiden in St. Gallen unterwegs. Unter anderem sammeln sie Klänge ein, jammen und loopen und singen sogar zusam-men. Dabei erzählt Silas Kutschmann von seinem sechsmonatigen Aufenthalt in Äthiopien, lädt Jeanette zur Kaffee-Zeremonie ein und berichtet von seinen neu gewonnenen Erkenntnissen. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  35. 37

    Summerspecial – selbstbestimmt statt fremdgesteuert

    Verena Birchler weiss, wie es sich anfühlt, fremdbestimmt zu leben: Als Einzelkind einer alleinerziehenden Alkoholikerin erfährt sie fast täglich Gewalt und emotionale Härte. Mit 15 Jahren nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand, zieht aus und beginnt eine KV-Lehre – sie will sich nicht als Opfer sehen. Verena wird Politikerin und prägt als erste Moderatorin des FENSTER ZUM SONNTAG-Talks die christliche Medienlandschaft der Schweiz mit. Als Provokateurin mit Haltung und Tiefgang. Zeitlebens setzt sich die Journalistin für Frauenförderung ein und bietet als Pionierin in den 1990er-Jahren Kommunikationskurse für Frauen an: «Ich war oft die einzige Frau in männerdominierten Gremien – da wollte ich etwas verändern.» Durch den gesellschaftlichen Wandel kann Verena Birchler rückblickend auch die Überforderung ihrer alleinerziehenden Mutter besser einordnen – und begibt sich auf einen Weg der Versöhnung mit ihrer Vergangenheit. Heute ist die glückliche Single-Frau als Reiseleiterin aktiv und sieht ihre Pensionierung als Start-up: «Ich bin nicht im Ruhestand. Stehenbleiben ist für mich keine Option.» Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  36. 36

    Mein Schicksalsschlag – 30 Jahre bewegende Geschichten

    Er ist jung, sportlich und energiegeladen, in der Kirche wie auch im Job gibt er Vollgas. Vor einem neuen Stellenantritt will Dominique Hirschi sich unbedingt einen Traum erfüllen und das Kitesurfen lernen. Dazu reist er mit einem Freund nach Ägypten. Am roten Meer steht er zum ersten Mal auf einem Board - er wird dabei von einem Lenkdrachen (engl. «kite») gezogen. Am ersten Tag verläuft alles gut. Doch am zweiten Abend kommt unerwartet ein starker Wind auf, Dominique verliert die Kontrolle und will die Sicherheitsleine ziehen, aber diese verheddert sich. Unkontrolliert wird er durch die Luft geschleudert und stürzt aus rund sieben Metern Höhe in seichtes Wasser. In diesem Moment denkt Dominique darüber nach, wie er sein Leben bereits verloren hat, doch Kitesurfer ziehen ihn aus dem Wasser. 48 Stunden später, nach einer Operation auf der Intensivstation in Nottwil, erfährt er, dass er vom 6. Wirbel abwärts gelähmt ist. Gut zehn Jahre sind seither vergangen. Dominique ist wieder als Buchhalter berufstätig. Zudem ist er Vorstandsmitglied in der Vereinigung «myPeer: Betroffene coachen Betroffene». Dort werden Betroffene auf Augenhöhe begleitet. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  37. 35

    Summerspecial – Achtung, Fehler, los!

    «Wir waren reich an Ressourcen, aber auch reich an Konflikten.» Über ein Jahrzehnt lang haben Eva Sofia und Luca Hersberger mit ihrer Familie in grossen Lebensgemeinschaften gewohnt. Durch alle Vorzüge und Herausforderungen lernten sie, dass der Schlüssel für gelingende Beziehungen darin liegt, offen zu den eigenen Unzulänglichkeiten zu stehen und sich gegenseitig anzunehmen. Die Stiftungsratspräsidentin und der Chefarzt einer Psychiatrie sind der Meinung, dass nicht Perfektion das Ziel ist. «Gut ist gut genug. Und wir sind fasziniert von Fehlern, weil wir das Lernpotenzial sehen.» Dass das Scheitern eine Chance sein kann, ist für das Ehepaar mit vier Kindern keine Plattitüde, sondern ein Mindset. Zu diesem gehört auch, dass sie den Fokus auf die Stärken richten wollen. Im Summerspecial anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums unserer Sendung stellen die selbstständige Unternehmensberaterin und der Autor des Buches «Heilsame Beziehungen» ihre offene Fehler- und auch ihre Streitkultur vor.  Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  38. 34

    Meine Auszeit

    Der Theologe Tobias Adam ist seit seiner Schulzeit von Klöstern fasziniert. An diesen Orten wird seit Jahrhunderten mehrmals täglich gebetet. Wo könnte man also mehr über das Geheimnis des Gebets erfahren als hier? Im Sommer 2019 meldet sich Tobias im Kloster Einsiedeln für ein zweiwöchiges Volontariat. Die Eindrücke, die er dort sammelt, prägen ihn bis heute.   In einer tiefen Lebenskrise lernt Ruth Maria Michel eine für sie neue Form von Spiritualität kennen. Durch sogenannte geistliche Übungen wie beispielsweise Meditation und Stille findet sie einen frischen Zugang zu Gott. Seit vielen Jahren praktiziert sie diese Übungen regelmässig im Alltag und als Exerzitienbegleiterin leitet sie auch andere an.  Jens Kaldewey bietet seit mehreren Jahren Stille-Wochen für Männer an. Er persönlich hat die Sehnsucht nach Stille durch einen Unfall kennen und schätzen gelernt. Seither gehören tägliche Stille-Auszeiten und jährlich eine Stille-Woche zu seinem festen Programm.  Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  39. 33

    Summerspecial – Zwischen Bergliebe und Speed-Alpinismus

    Adrian Zurbrügg durchsteigt 2016 die Lauperroute am Eiger (3967 m). Wie aus dem Nichts schlägt das Wetter um. Der Alpinist und ein Bergsteiger-Kollege klammern sich ungesichert an die steil abfallende Wand – Graupelschnee schiesst ihnen entgegen, der Wind bläst sie fast in den Abgrund. Ein Moment zwischen Leben und Tod, der glücklicherweise glimpflich ausgeht. Rückblende: Mit sieben Jahren stand Adrian mit seinem Vater Wilhelm Zurbrügg auf dem ersten Viertausender. Als Adrian 14 Jahre alt war, standen sie zu zweit auf dem Matterhorn. Heute, und damit gut zwei Jahrzehnte später, hat Wilhelm Zurbrügg alle 48 Viertausender der Schweiz bestiegen. Und Adrian begeht anspruchsvolle Routen in den Alpen in Rekordzeit und erklimmt, wie einst sein Vater mit ihm, jetzt mit seinen eigenen Kindern die Gipfel. Bei Zurbrüggs ist die Bergwelt eine Art Lebensschule: Wie im Bergsport kennen Zurbrüggs auch in persönlichen Geschichten Auf- und Abstiege sowie Gipfel und Täler. Wie gelingt es dieser Alpinisten-Seilschaft aus Vater und Sohn, in brenzligen Situationen auszuharren, unter schwierigen Bedingungen Entscheidungen zu treffen und trotzdem das Gipfelkreuz nicht aus den Augen zu verlieren? Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  40. 32

    Meine Herzenssache – 30 Jahre bewegende Geschichten

    Es gibt wenig, was Pfarrer Markus Giger in der Begleitung und Seelsorge von Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen nicht schon gesehen oder erlebt hätte. Seit über 30 Jahren lebt er dafür, junge Menschen auf allen Ebenen zu unterstützen. In den 90er Jahren, der Anfangszeit von FENSTER ZUM SONNTAG, berichteten wir über den «Imbiss54», den Markus damals mit einigen Gleichgesinnten ins Leben gerufen hatte. Sie organisierten Spaghetti-Essen für Kinder und Jugendliche und kamen so mit ihnen in Kontakt. Später gründete er unter dem Dach der reformierten Kirche die «Streetchurch», aus der heute ein ganzes Sozialwerk mit Arbeitsintegration und Wohnmöglichkeiten entstanden ist. Markus ist selbst in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und kann mitfühlen, wenn Jugendliche sich einsam und unzulänglich fühlen. Im Rahmen unserer Sommerserie «30 Jahre bewegende Geschichten» besucht Moderatorin Jeanette Macchi Markus Giger in der «Streetchurch» und geht mit ihm durch den Kreis 4, wo er in all den Jahren viel Gutes, aber auch viele Enttäuschungen erlebt hat. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  41. 31

    Füreinander da sein – Familie im ADHS-Alltag

    Als Fynn während seiner Gärtnerlehre über 400 lateinische Pflanzennamen auswendig lernen soll, gerät er wegen seines ADHS an seine Grenzen. Sein Vater Nathan Keiser, Psychiater und Klinikleiter, kennt diese Herausforderungen aus eigener Erfahrung. «Wie häufig habe ich selbst ein Chaos gemacht und vieles verlegt», erinnert er sich. Er glaubt, mit etwas Druck und Disziplin wird Fynn das packen, so wie er es selbst schaffte. In den Skiferien wird darum vor und nach der Skipiste fleissig gelernt. Tatsächlich werden die Noten besser. «Doch ich zog mich innerlich zurück», sagt Fynn. Erst bei einer ADHS-Spezialistin lernt Fynn den richtigen Umgang. Nicht Kontrolle, sondern individuelle Strategien, Selbstverantwortung und kreative Werkzeuge sind der Schlüssel zum Erfolg. Und Nathan erkennt: «Wenn ich so weitermache, verliere ich Fynn.» Er beginnt, stärkenorientiert zu denken. So wird aus «Du musst» ein «Ich glaube an dich.» Fynn besteht die LAP, findet seinen Platz und die beiden finden wieder zueinander. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  42. 30

    Im Einklang mit der Schöpfung

    Man wähnt sich fast ein bisschen im Paradies, wenn man sich im 450 m2 grossen Garten von Sara und Christoph Rhyner in Grabs im St. Galler Rheintal befindet. Junge Kohlmeisen zwitschern, Schmetterlinge flattern und Hummeln brummen auf der Naturwiese. Zahlreiche einheimische Blumen stehen direkt neben exotischen Pflanzen. Nicht selten verschwindet Christoph gleich frühmorgens im Pyjama «mal schnell» im Garten und bleibt dann für Stunden – um zu beobachten, schneiden oder zu experimentieren. Das biblische Prinzip vom «Garten bebauen und bewahren» wenden Christoph und Sara auch in ihren Projekten in afrikanischen Ländern an, wo sie als Teil von «Agape international» ihre Erfahrungen weitergeben. In seinem kürzlich erschienenen Buch möchte Christoph den Lesern die Angst vor dem Gärtnern nehmen ganz nach dem Motto «Getrau dich frei zu gärtnern! Sei frech, entspannt und geniesse.» Rocco Sette ist Tierfotograf und Safari-Reiseführer. Seit über vierzig Jahren bereist er Afrika und kennt die meisten Nationalparks. Sein Sehnsuchtsort ist die Savanne von Kenia, da die Tierwelt dort am reichsten ist. Respekt und Achtung vor der Schöpfung bedeutet für ihn, einen Abstand zu den Tieren einzuhalten, denn schliesslich dringt man bei Safaris in ihr Revier ein. Er kann Spuren lesen und kommuniziert mit den Tieren, wenn er sie fotografiert. Dank Teleobjektiv kommt er ihnen trotzdem nahe und verzaubert den Betrachter mit seinen Fotos. Wir besuchten mit ihm und seinen Neffen und Nichten Diego, Alicia, Valerio und Sara den Zoo Zürich. Er teilt dessen Anliegen wie Artenschutz und Bildung und ist begeistert über die neusten Innovationen wie dem Rotationsprinzip in Panthera, dem Gehege der Raubtiere.  Der Verein «Grüner Zweig» bewirtschaftet in Laufen ein Stück Land nach den Prinzipien der Permakultur. Auf einem 1,2 Hektar grossen Gebiet, wo früher lehmhaltige Erde abgebaut wurde, um damit Keramik herzustellen, blühen heute Blumen und wächst Gemüse. Die Vereinsmitglieder und ihr Präsident Peter Seeberger wollen die Landschaft bewusst gestalten, um die Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit zu fördern. Damit soll ein Ökosystem entstehen, wo sich Natur und Menschen wohlfühlen und ihren Platz haben. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  43. 29

    Sozialunternehmerin – Mein Leben für andere

    Ursula Daeppen, Gründerin einer privaten Spitex im Baselbiet, verliert ihre grosse Liebe viel zu früh. Ihr Mann stirbt an seinem 52. Geburtstag in den Ferien beim Schwimmen. Als Trauerbewältigung wandert sie nach Bali aus und gründet ein Hilfswerk, das die Wasser- und Gesundheitsversorgung verbessert und Bildung fördert. Drei Jahre später kehrt sie für einen Job in die Schweiz zurück. Als ihr dieser nach kurzer Zeit gekündigt wird, steht sie mit 60 Jahren vor dem Nichts. Um den finanziellen Ruin abzuwenden, gründet sie ein Unternehmen, das Senioren in schwierigen Lebensphasen begleitet. Die katholisch geprägte Stehauffrau macht Gott heftige Vorwürfe. «Wo bist du, wenn ich dich brauche?» Je länger, desto mehr spürt sie, dass Gott da ist. Auch als sie auf Bali von einem Motorradfahrer überfahren wird und ihr Fuss nur noch an der Achillessehne hängt. Für sie ist klar, dass Gott sie vor dem Tod gerettet hat. «Ich empfinde heute mehr Dankbarkeit, Achtsamkeit und Gelassenheit.» Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  44. 28

    Zündende Ideen

    Als Kind ist Damian Gsponer voller Ideen und verspürt einen starken Bewegungsdrang, doch in der Schule muss er oft rumsitzen und seine Impulse sind nicht gefragt. Er fühlt sich oft unwohl und muss seine Grundbedürfnisse unterdrücken und gleichzeitig aber Leistung erbringen. Als junger Mann will er die Volksschule verändern - durch diverse Ausbildungen eröffnen sich ihm neue Möglichkeiten und der Pädagoge gründet 2016 eine Schule in Bratsch, so wie er sie als Kind gern selbst besucht hätte. Nicht die Wissensvermittlung nach Lehrplan steht im Zentrum, sondern die Förderung der Kinder mit ihren Talenten und Bedürfnissen. Für die ganz Kleinen ist Bratsch ein grosser Spielplatz. Sie können fernab von jeglichem Leistungs- und Notendruck die Welt entdecken. Spielen, kämpfen, bauen, basteln und dabei Dinge entdecken, zusammen unterwegs sein und Selbstbewusstsein entwickeln. All die Dinge kennenlernen, die bereits jetzt und dann auch später im Leben auch wichtig sein werden. Dies aber in einem weitgehend freien, entspannten Zustand. In einer nächsten Phase werden die Kinder dann in Form von realitätsnahen Projekten und Herausforderungen langsam an zentrale überfachliche Kompetenzen herangeführt. Probleme lösen, Ausdauer zeigen, zusammen wirksam sein. In der letzten Phase – das wäre dann die heutige Sekundarstufe – arbeiten die Jugendlichen teils bereits in Betrieben, in denen sie später ihre Lehre absolvieren werden oder können sich auf den Weg ins Gymnasium vorbereiten. Benjamin Zweifel ist Ofenbauer mit Leib und Seele. Als junger Mann kommt er in den Genuss, das faszinierende Handwerk des Ofenbaus zu erlernen. Seit 2006 führt er seinen eigenen Betrieb. In seiner Werkstatt tüftelt er immer wieder an neuen Ideen und kreiert leidenschaftlich gerne neue Formen. Dabei entstehen Ofenanlagen, bei denen modernste Technik mit traditionellem Handwerk verschmelzen. Jeder Ofen ist ein Unikat und auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten. Einige Öfen haben internationale Preise gewonnen und über die Landesgrenzen für Schlagzeilen gesorgt. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  45. 27

    Liebe, die nicht rostet

    «Wir passten von Anfang an nicht extrem gut zusammen», sagt Hans Jörg Forster über seine Ehe mit Helene. Obwohl sie sich innig liebten und sogar in der Ehearbeit engagierten, seien sie kein Vorzeigepaar gewesen. Zu unterschiedlich sind die Charaktere der beiden. Hans Jörg ist voller Ideen, entscheidungsfreudig und ein «Macher». Von seiner Frau fühlt er sich ausgebremst. Helene dagegen fühlt sich oft übergangen. Sie braucht mehr Zeit, um zu spüren, was sie überhaupt will. Nach 15 Ehejahren kommt es zum Crash. Die beiden müssen sich neu finden. Heute erleben sie, dass sie sich sehr gut ergänzen, zum Beispiel bei ihrem gemeinsamen Hobby, dem Segeln.   Eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit für Beziehungen ist der Konsum von Pornografie. Bei Michi Lindt artet das zu einer regelrechten Sucht aus. Es wird immer schlimmer, bis er es eines Tages nicht mehr aushält und seiner Frau Eva alles beichtet. Die ist so schockiert, dass sie alles hinterfragt. Nicht nur das Verhalten und den Charakter ihres Mannes, sondern auch, warum sie von all dem nichts gemerkt hat. Doch anstatt auseinanderzugehen, machen sich die beiden gemeinsam auf den Weg aus der Pornofalle.   Marcel Mettler war sportlicher Christ aus gutbürgerlichem Haus, Ursi eine ehemalige Drogenabhängige, die Okkultismus praktizierte und die freie Liebe lebte. Eine explosive Mischung, doch die zwei verlieben sich ineinander. Von Anfang an ist für sie klar, dass Ehe nicht nur Selbstzweck ist – Leben teilen ist ihr Motto. 1990 gründen sie zusammen mit Freunden die Quellenhofstiftung, eine soziale Institution in Winterthur. Doch die Unterschiedlichkeiten fordern mehrmals eine Standortbestimmung in ihrer Ehe. Heute, nach 40 Ehejahren, gibt Marcel immer noch auf verschiedensten Ebenen Vollgas, während Ursi langsam einen gemächlicheren Gang einlegt … oder etwa doch nicht?   Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  46. 26

    Emmentaler Nächstenliebe

    Salome Wieland ist schon früh unterwegs. Will man sie anrufen, dann schlägt sie Termine zwischen 04:00 und 07:00 Uhr vor. Danach ist zu viel los auf dem Betrieb von «wielandleben», dem Landwirtschafts- und Sozialprojekt von ihr und Ehemann Thomas. Seit acht Jahren besitzen Wielands den Hof mit typischem Emmentaler Bauernhaus und separatem «Speicher». Auf dem Betrieb gibt es nebst Milchkühen schottische Hochlandrinder, einen Pfau, Esel, Enten und viele weitere Tiere. Und auf den Kulturen wachsen Getreide, Mais und UrDinkel. Ein Hofladen, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie- und Eventangebote machen «wielandleben» zu einem besonderen Bauernhof-Erlebnis. «Ich habe Freude daran, Leute zu führen, mit Menschen unterwegs zu sein, Leben zu teilen mit Natur und Tier», sagt Betriebsleiterin Salome Wieland. Darum ist der Betrieb nebst Landwirtschaft auch ein Sozialprojekt und bietet Menschen vor Ort Tagesstruktur und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Zehn Menschen sind unter der Woche auf dem Hof, drei davon das ganze Jahr über. «Unsere Mitbewohnerinnen und Mitbewohner werden integriert in den ganzen Betrieb.» Die Vision für «wielandleben» entstand nach einem schweren Kletterunfall von Salome. Und Thomas kündigte zu Gunsten vom Traum eines eigenen Hofs seine Anstellung. «Wir wissen, dass dieser Betrieb und dieses Projekt von Gott geführt ist und so sein soll. Daran halten wir fest. Gerade auch in schwierigen und herausfordernden Momenten.» Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  47. 25

    Unterstützen gegen alle Widrigkeiten

    Nick Guggers Start ins Leben im fernen Indien hätte wohl kaum herausfordernder sein können. Seine Mutter will ihn nicht. Ein Ehepaar aus der Schweiz, damals als HEKS-Mitarbeitende im Land, adoptiert ihn und zieht ihn auf wie einen leiblichen Sohn. Als junger Mann investiert er sich in kirchlicher Sozialarbeit, zuletzt unterstützt er als Politiker Bundesrat Guy Parmelin im Erreichen eines Freihandelsabkommen mit seinem Geburtsland Indien. Gibt’s einen Schritt zurück, gelte es zwei nach vorne zu tun.   Markus Röthlisberger führt in Basel die diakonische Stadtarbeit Elim. Mit rund 75 Mitarbeitenden und 80 Freiwilligen kümmert sich Röthlisberger ganzheitlich um Menschen am Rand der Gesellschaft. In verschiedenen Arbeitszweigen betreut das Elim Suchtkranke, Flüchtlinge und Bedürftige. Markus hat eine eigene Suchtvergangenheit und hat mehrfach selbst erlebt, wie entscheidend es ist, dass andere Menschen an ihn geglaubt und ihn vorbehaltslos unterstützt haben. Diese persönliche Erfahrung hilft ihm im herausfordernden Alltag mit seinen Klienten.  Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  48. 24

    Ich war im härtesten Knast Kolumbiens

    Niels erwacht, schaut auf sein Handy und stellt mit Schrecken fest, dass er das Meeting mit «El Propietario» verschlafen hat. Hinterher erweist sich seine Nachlässigkeit als pures Glück. Der Drogenboss wurde bei diesem Treffen entführt – und später erschossen. Niels Petersen wächst im beschaulichen Flensburg auf und dealt bereits auf dem Schulhof mit Gras. Er macht das Abitur und beginnt sogar das Lehramt. Mit der Zeit hat er aber nur noch ein Ziel vor Augen: Millionär werden. Als Drogendealer. In Kolumbien. Schon bald betreibt Niels in der Grossstadt Medellín eine Disco und wäscht damit sein Drogengeld. Er begibt sich immer tiefer in die skrupellose Welt der Kartelle, entkommt mehrmals knapp dem Tod – und dann passiert’s. Niels wird in Bogotá am Flughafen erwischt. Mit Kokain im Rückenpolster seines Rucksacks. Er landet im «La Modelo», dem härtesten Knast Kolumbiens. Ein überfülltes Gefängnis, in dem Missbrauch und Mord an der Tagesordnung sind. Die Hölle auf Erden. Warum Niels heute wieder in Deutschland lebt und mit Passionsfrüchten statt Drogen handelt, erzählt er in dieser Sendung. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Talk) und Play SRF.

  49. 23

    Weg vom Fenster?

    Es ist nicht leicht, wenn man gezwungen ist, langjährige Selbstverständlichkeiten oder Rollen aufzugeben. Es ist harte Arbeit, sich mit der Situation abzufinden und einen Teil seiner Identität vielleicht ganz neu definieren zu müssen. Doch neue Perspektiven können auch zu einer Chance werden. FENSTER ZUM SONNTAG porträtiert Menschen, die von einer solchen Reise der Veränderung erzählen und entdecken, dass ihr Wert nicht von Umständen, Aufgaben und Rollen alleine abhängt. Vor zehn Jahren hat Fabienne Dütschler zwei Hirnblutungen erlitten und leidet seit sieben Jahren zusätzlich an einer degenerative Muskelkrankheit. Sie ist halbseitig gelähmt und seit 2018 für längere Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen. Trotz all dem, lässt sich die 55-jährige Bülacherin nicht die Freude am Leben nehmen. Die Realität der Pensionierten hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Der Pastor Beat Brugger stellt fest, dass dieser Altersgruppe nach dem Übergang in die Rente oft noch rund 20 Jahre bevorstehen, in denen ihnen ihre körperliche und mentale Verfassung ein aktives Leben ermöglicht. Mit seinem Projekt «Pension mit Vision» will er Betroffene ausrüsten, um diese postberufliche Lebensphase zu gestalten und sinnvoll zu erleben. Der Unternehmensberater Christian Sartorius hat an einer der Impulsreihen teilgenommen und wurde inspiriert seine Zukunft schon frühzeitig zu planen. Er machte Nägel mit Köpfen und verkaufte seine Firma, um frei für neue Abenteuer zu sein. Der SP-Politiker Philipp Hadorn war acht Jahre lang Nationalrat. 2019 wurde er überraschend nicht wieder gewählt. Es folgte eine Zeit der Verunsicherung und Neuorientierung. Was für Hadorn aber zu jederzeit klar blieb, war dass seine Identität und sein Selbstvertrauen nicht von einer Position abhängen. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

  50. 22

    Resilienz – innere Widerstandskraft

    Romy Tschopp ist aus ihren Schwierigkeiten und Hindernissen gewachsen. Sie kommt mit einem offenen Rücken (Spina bifida) auf die Welt und erlebt in ihren Teenagerjahren, wie sie immer mehr Dinge aufgeben muss, bis sie fast nur noch im Rollstuhl sitzt. Ihr Optimismus und ihre Lebensfreude helfen der heutigen Para-Spitzensportlerin im Snowboardcross, ihre Behinderung anzunehmen und damit umzugehen. Philipp Rüsch ist Personalleiter bei Trans World Radio (TWR) für die Regionen Europa, Zentralasien, Naher Osten und Nordafrika. Mit globalen Trainingsangeboten stärkt er Kompetenzen von TWR-Mitarbeitenden aller Kontinente. Er hat sich zum Resilienz-Trainer ausbilden lassen und weiss aus eigener Erfahrung, wie wichtig innere Widerstandskraft für ein ausgewogenes Leben ist. Es war im Juni 2023, als er auf einer Geschäftsreise im Mittleren Osten so starke Rückenschmerzen hatte, dass er nicht mehr gehen konnte. Und nicht wusste, ob er den Heimweg schaffen würde. In unserem Magazin-Beitrag geht Philipp Rüsch auf sieben Kernkompetenzen ein, die zu einer gesunden Resilienz führen können. In der aktuellen Familienphase mit kleinen Kindern ist er gemeinsam mit seiner Frau Christina erneut sehr gefordert, ein ausgewogenes Leben zu führen. Sendung verpasst? Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.

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