PODCAST · society
Kontrafunk: Audimax
by Kontrafunk
Während sich der akademische Diskurs verengt, findet sich hier ein Forum des freien Geistes. Renommierte Kultur- und Sozialwissenschaftler halten Vorträge mit universitärem Anspruch – exklusiv im Kontrafunk. Für alle, die noch konzentriertes Zuhören pflegen.
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Audimax: David Berger – Papst Leo XIV. zwischen Tradition und Moderne, die Rückkehr der anthropologischen Frage
Eineinhalb Jahre nach der Wahl von Papst Leo XIV. zieht David Berger, promovierter Philosoph und habilitierter Theologe, Bilanz über dessen bisheriges Pontifikat. Große Bedeutung hat dabei die erste Enzyklika des Papstes, „Magnifica Humanitas“, in der er zur Achtung des Menschen und dessen Würde gemahnt. Er geht darin auf die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz sowie des Trans- und Posthumanismus ein und benennt die Gefahr, die nicht nur in der Technik selbst, sondern in dem Menschenbild besteht, das mit ihr einhergeht. Während der Papst mit dieser Enzyklika an die große humanistische Tradition der katholischen Kirche anknüpft, scheint er anderen wichtigen Traditionen gegenüber zurückhaltender zu sein.
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Audimax: Hans-Bernd Pillkahn – Perspektiven der energieintensiven Industrie in Deutschland
In diesem Beitrag blicken wir auf die lange Tradition der Energie und der Rohstoffe in Deutschland und erfahren, wie daraus die heutige Industriestruktur gewachsen ist. Hans-Bernd Pillkahn zeigt die fatale Wirkung auf, die fehlerhafte politische Entscheidungen auf das empfindliche, aufeinander aufbauende Netzwerk von Energie, Rohstoff und verarbeitender Industrie haben. Es ist dabei, zerstört zu werden – ein Prozess, der irreversibel wird, wenn Deutschland nicht konsequent umdenkt. Der Autor skizziert notwendige Voraussetzungen, die das Land aus der Krise und zu neuer industrieller und wissenschaftlicher Kraft führen können.---Hans-Bernd Pillkahn ist studierter Hüttenmann, war Werksleiter, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied in der Rohstoffindustrie. Er führt heute seine Ingenieurgesellschaft für Sekundärrohstoff-Aufbereitung und berät Unternehmen bei Rohstoff- und Energiestrategien.
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Audimax: Peter J. Brenner – Hass und Hetze. Eine politische Kampfformel
Das Begriffspaar „Hass und Hetze“ ist zu einer wirkungsmächtigen Formel im politischen Alltagsgeschäft geworden. Diese Begriffskarriere ist das Resultat einer Emotionalisierung der Politik, wie sie sich seit 2015 beobachten lässt. Die Ächtung des „Hasses“ bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung ist keineswegs selbstverständlich, und sie birgt auch Risiken. Der Hass hat durchaus seine soziale Funktion, wie ein Blick auf die Geschichte zeigt. Eine Gesellschaft, die glaubt, den Hass ignorieren oder einhegen zu können, macht sich wehrlos gegenüber denen, die ihn als politische Waffe einsetzen.
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Horst-Joachim Lüdecke: Kernkraftwerke – der Weg in die Energiezukunft
Kernkraftwerke sind eine wichtige, unerlässliche Komponente der zukünftigen Stromerzeugung. Sie bieten viele Vorteile: Sie sind optimal in Stromnetze integrierbar, sind grundlastfähig, ihre Brennstoffe stehen fast unendlich zur Verfügung. Sie produzieren langfristig preiswerten Strom und sie erzeugen kein Kohlendioxid. Die von den Kernkraftgegnern behaupteten großen Risiken sind nicht real, die Probleme der Sicherheit sind technisch lösbar und beherrschbar. Professor Hans-Joachim Lüdecke hat am Max-Planck-Institut in Heidelberg über ein kernphysikalisches Thema promoviert und war Professor für Informatik und Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. In seiner Vorlesung beleuchtet er die Funktionsweise und die Technik moderner Kernkraftwerke und setzt sich kritisch mit übertriebenen Bedrohungsszenarien auseinander.
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Audimax: Helmut Berschin – Die Anrede im Deutschen, Du oder Sie?
Die Anrede ist eine alltägliche Sprachpraxis, einerseits in pronominaler Form (Du, Sie), andererseits nominal: Herr/Frau Müller, sehr geehrte Damen und Herren und so weiter – oder nur mit Vor- und/oder Nachnamen. In der Vorlesung geht es in erster Linie um die pronominale Anrede: Wer sagt zu wem in welcher Situation Du oder Sie? Die Grenze zwischen beiden verschiebt sich seit den 1970er-Jahren zugunsten des Du und neuerdings so stark, dass schon von einer „Epidemie des Duzens“ die Rede ist. Wird also das Sie aussterben? Ein Blick auf die neuhochdeutsche Sprachgeschichte zeigt, dass diese – erst seit 18. Jahrhundert verbreitete – Anredeform schon immer keinen guten Ruf hatte: Grammatiker lehnten sie als „widernatürlich“ ab, und die Dichter benutzen sie nicht – Gedichte mit Sie-Anrede sind extrem selten.
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Sommerfestival – Audimax: Das Lebenswerk des liberalen Philosophen und Ökonomen Anthony de Jasay
Der österreichische Journalist Karl-Peter Schwarz hatte das Privileg, den 2019 verstorbenen großen liberalen Philosophen und Ökonomen Anthony de Jasay noch persönlich kennenlernen zu dürfen. In seinem Beitrag würdigt Schwarz den gebürtigen Ungarn, der heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. De Jasay gehörte keiner intellektuellen Schule an. Er war ein origineller Denker, der radikalste unter den radikalen Individualisten, ein großer Einzelgänger unter den politischen Philosophen des 20. Jahrhunderts. (Wiederholung vom 22. Februar 2026)
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Sommerfestival – Audimax: Die Nibelungen oder die deutsche Faszination am Untergang
Die Nibelungensage ist bis heute Bestandteil deutscher Identitäts- und Erinnerungskultur. Ausgangspunkt von Alexander Meschnigs Vortrag ist die Beobachtung, dass das Nibelungenlied bis in die Gegenwart politische Deutungskonflikte auslöst. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie und unter welchen historischen Bedingungen ein literarischer Untergangsmythos im 19. Jahrhundert zum deutschen Nationalepos werden konnte. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Transformation des Nibelungenliedes von dessen historischem Kern über die mittelalterliche Erzählung bis hin zu seiner nationalen und ideologischen Vereinnahmung im Kaiserreich und im Nationalsozialismus. (Wiederholung vom 15. Februar 2026)
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Audimax: Michael Esfeld – Das Sklaverei-Dilemma und die Sokrates-Haltung
In seiner Vorlesung behandelt Michael Esfeld die Frage, wie Staaten offensichtliches, schweres Unrecht in anderen Staaten behandeln sollen. Sollen sie, wenn sie die Machtmittel dafür zur Verfügung haben, gegen das Unrecht vorgehen? Dies scheint moralisch geboten, doch ist der Weg mit dem republikanischen Rechtsstaat nicht vereinbar, denn er höhlt die Grundlage des Rechtsstaats aus und fügt den eigenen Bürgern Schaden zu. Auch wenn humanitäre Prinzipien in einem fremden Land schwer verletzt werden, ist es deshalb falsch, militärische Mittel zur Behebung des Unrechts einzusetzen. Das Beispiel von Sokrates zeigt einen Ausweg aus diesem Dilemma: Er führt vor, wie man sich selbst weigern kann, Unrecht zu tun, ohne dabei mit Gewalt gegen andere vorzugehen.(Wiederholung vom 1. März 2026)
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Audimax: Friedrich Pohlmann – Geschichtspolitik in Deutschland. Vom „Historikerstreit“ bis zur Gegenwart
Die meisten Nationen pflegen Großerzählungen aus ihrer Geschichte, die sie zu sozialen Einheiten formen und den Zusammenhalt stärken sollen. Solch eine Erzählung ist für Frankreich die Revolution von 1789, für Russland der Große Vaterländische Krieg gegen Deutschland. Die deutsche Kollektivlegende der Gegenwart unterscheidet sich markant von diesen Erzählungen. Sie beinhaltet das Bekenntnis zur „singulären“ deutschen Schuld an zwei Weltkriegen und die Verpflichtung zum „Antifaschismus“, um so die Vergangenheit zu „bewältigen“.Die staatlich gepflegte Erinnerungskultur war berufen, diese Großerzählung zu festigen. Dabei spielte der sogenannte Historikerstreit 1986/1987 eine entscheidende Rolle, im Laufe dessen jeder mögliche Widerspruch medial vernichtet wurde. Wie aber verträgt sich mit dem aggressiven Antifaschismus die kriegerische Verteidigung der Ukraine, eines Nachfolgers der Alliierten des Nazi-Regimes?(Wiederholung vom 18. Januar 2026)
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Audimax: Helmut Berschin – „Jeder und jede ist seines oder ihres Glückes Schmied*in“
Dass Deutsch eine „Männersprache“ ist, war den hundert Millionen deutschen Muttersprachlern bis 1980 nicht bewusst. Damals entdeckte die neue Frauenbewegung die enorme Symbolkraft, welche in der grammatischen Kategorie Genus der deutschen Sprache steckte: Warum treten in ihr Männer im Maskulinum auf (Jeder Mann kennt das), Frauen im Femininum (Jede Frau kennt das), aber Männer und Frauen ebenfalls im Maskulinum (Jeder kennt das)? Die Linguistik bezeichnet die geschlechtsübergreifende Funktion der Maskulinform als „generisches“ (allgemeines) Maskulinum. Dieses generische Maskulinum, das die Frauen sprachlich „unsichtbar“ mache und deshalb diskriminiere, wurde zum Hauptmerkmal der Männersprache Deutsch erklärt und zum Feind einer geschlechtergerechten Sprache. (Wiederholung vom 30. November 2025)Ein Deutsch ohne generisches Maskulinum, kurz: Genderdeutsch, sollte die Gleichstellung der Geschlechter sprachlich ausdrücken. Hatte diese Sprachbewegung Erfolg? Hierzu – nach über vierzig Jahren Sprachfeminismus und Genderismus – eine Bilanz aus linguistischer Sicht.
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Audimax: Horst-Joachim Lüdecke – Kampf gegen die Physik, warum die deutsche Energiewende scheitert
Seitdem die Energiewende zu einer der wichtigsten Zielsetzungen deutscher Politik erklärt wurde, sprechen alle von Energie und Strom – aber wissen sie auch, was das ist? Es wird Zeit für Aufklärung. Was ist das physikalische Phänomen, das wir umgangssprachlich als Strom bezeichnen? Wie wird er erzeugt? Welche Besonderheiten der Stromerzeugung und -nutzung in Deutschland gibt es? Im Vortrag wird jene Kernfrage unserer Stromversorgung untersucht, die allen technisch besser informierten Zeitgenossen den Schlaf raubt: Wie weit können die bisherigen, mit Kohle und Gas betriebenen Grundlastkraftwerke durch die neuen Methoden ersetzt werden?Schließlich wird die Frage erörtert, ob das komplette Umkrempeln unserer ehemals bestens funktionierenden Stromwirtschaft, das rücksichtslos gegen die überlebenswichtige energieintensive Industrie durchgezogen wird, überhaupt noch vernünftig ist und das Prinzip der Verhältnismäßigkeit einhält.(Wiederholung vom 9. November 2025)
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Audimax: Peter J. Brenner – Das Auto, Streitobjekt im Kulturkampf
In der deutschen Gesellschaft nimmt das Auto eine Schlüsselstellung ein. Es hat den größten Anteil an der Verkehrsleistung, die Autoindustrie ist der wirtschaftliche Leitsektor; und zudem hat das Auto neben seinem enormen Gebrauchs- auch einen hohen Kultur- und Prestigewert. Der Aufstieg des Automobils sowohl im Personen- wie im Güterverkehr wird ermöglicht durch technische Erfindungen und flankiert von gesetzgeberischen Regulierungen, kontroversen Diskussionen und politischen Entscheidungen, die aktuell im Zeichen des „Klimawandels“ getroffen werden.
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Parviz Amoghli: Ernst Jünger – Der Waldgang heute
Vor 75 Jahren erschien Ernst Jüngers Essay „Der Waldgang“. Die kleine Schrift zählt zu den wichtigsten Werken des Autors, sie wird bis heute diskutiert und im Zeitalter der Sozialen Medien als reicher Zitatenschatz ausgebeutet. Außerdem ist der Essay eine literaturhistorische, biographische und mentalitätsgeschichtliche Fundgrube. Besitzt der Gang in den Wald darüber hinaus aber auch eine aktuelle politische Relevanz? Eignen sich die Jüngers Erkenntnisse sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, um die Verhältnisse und Zustände der Jetztzeit zu analysieren? Diesen Fragen geht der deutsch-iranische Publizist Parviz Amoghli in seinem Radioessay nach.
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202
Audimax: Michael Esfeld – Kant wiederentdecken, Plädoyer für eine neue Aufklärung
1784 definierte Immanuel Kant die Aufklärung als „den Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“. Liest man heute diesen Text, dann muss man feststellen, dass dieser nichts von seiner Aktualität eingebüßt, sondern noch eher an Aktualität gewonnen hat. Denn wir leben in einer Zeit massiver Rückschritte in Bezug auf Aufklärung im Sinne von Mündigkeit als Selbstbestimmung über das eigene Leben. Wieso hat sich die Aufklärung nicht durchgesetzt?In der Aufklärungsphilosophie im 18. Jahrhundert selbst sind Elemente angelegt, die später dazu führen, dass die Aufklärung scheitert. Diese Elemente sollen hier herausgearbeitet werden, um das Ziel der Aufklärung zu erreichen, nämlich eine Gesellschaft mündiger Menschen, die in freiwilligen Interaktionen selbst über ihr Leben bestimmen, statt ihre Lebensbahnen durch staatliche Bevormundung lenken zu lassen und dadurch entmündigt zu werden. Deshalb ist dieser Vortrag ein Plädoyer für eine neue Aufklärung.
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201
Audimax: Gerd Ganteför – Die Raumzeit, die sonderbaren Eigenschaften der vierten Dimension
Physikprofessor Gerd Ganteför setzt seine Vorlesung über das Wesen der Zeit und ihre sonderbaren Eigenschaften fort. In diesem zweiten Teil geht es um die Verlangsamung der Zeit in Gravitationsfeldern und bei hoher Geschwindigkeit, wie es die Relativitätstheorie beschreibt. Aus der Relativitätstheorie folgt auch, dass die Zeit die vierte Komponente der Raumzeit ist. Sie ist mit dem Raum zusammen im Urknall entstanden. Es gibt einige Experimente wie das Doppelspalt-Experiment und die Quantenteleportation, die darauf hinweisen, dass unsere Wirklichkeit in eine höhere Ebene der Wirklichkeit eingebettet ist, die zeitlos ist.
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Audimax: Friedrich Pohlmann – Stimmungen, Emotionen, Atmosphären
Es gibt psychische Phänomene, die jedem als Erlebnisinhalte wohlvertraut sind, über die aber nur selten genauer nachgedacht wird. Zu ihnen gehören Stimmungen. Stimmungen gibt es in zwei Grundformen: als Befindlichkeiten des Einzelmenschen und als Atmosphären äußerer Wirklichkeiten, von Orten, Jahreszeiten, künstlerischen Artefakten beispielsweise. Drei Aspekte stehen bei der Analyse der ersten Grundform im Vordergrund: Unterschiede zu „normalen“ Emotionen; soziologische Auswirkungen von Stimmungen; ihre Beeinflussungschancen durch den Einzelnen. Wie aber sind Atmosphären deutbar? Warum werden sie von ganz unterschiedlichen Menschen ähnlich wahrgenommen?
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Audimax: Die Elite. Glanz und Elend der Führungsschicht
Jede Gesellschaft bringt eine herrschende Elite hervor. Aber je nach gesellschaftlicher Formation und historischer Situation gestalten sich die Elitenrekrutierung, die Elitenherrschaft und die Elitendiskussion sehr unterschiedlich. In der Umbruchsituation nach dem Zweiten Weltkrieg erscheinen die Eliten anders als in der DDR und der frühen Bundesrepublik. Um die Jahrtausendwende hat sich das neue Phänomen einer „globalen Elite“ ausgebildet, deren Anmaßung einer kuratischen Deutungshoheit über „das Volk“ zunehmend auf Widerstand stößt. Der Autor Peter J. Brenner war von 1991 bis 2009 Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität zu Köln und anschließend bis 2019 an der Technischen Universität München beschäftigt.
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Audimax: Windräder – mit der Energieerzeugung zurück ins Mittelalter
Noch nie in der Geschichte ist es bisher vorgekommen, dass Gesellschaften beschlossen hätten, ein bereits erreichtes höheres technisches Niveau zu verlassen und zu primitiveren, weniger effektiven und teureren überzugehen. Horst-Joachim Lüdecke zeigt auf, dass genau dies in unserer Gegenwart geschieht. Die Stromerzeugung durch Windräder ist ein Rückschritt ins energetische Mittelalter. Sie ignoriert physikalische Gesetze, führt zu horrenden Stromkosten, zu Natur- und Landschaftszerstörung und zu ständiger Blackout-Gefahr. Auch wenn in Windräder modernste Technik eingebaut ist, ändert das nichts an diesen Tatsachen. Windräder konnten nur dank hoher Subventionen und planwirtschaftlicher Vorgaben eingeführt werden – auf Kosten der Steuerzahler und Stromverbraucher.
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197
Audimax: Antony Mueller – Von der Kriegswirtschaft zum Kriegssozialismus, der Weg in den totalen Staat und die Eskalation zum totalen Krieg
Von der Kriegswirtschaft über den Kriegssozialismus zur Errichtung des totalitären Staates: Unter dem Eindruck des Ersten und im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges erkannte der liberale österreichische Ökonom Ludwig von Mises die Entwicklung von der kriegsbegründeten Planwirtschaft hin zur politischen Diktatur. Dieser Übergang von der Kriegswirtschaft als temporärer Ausnahmeform zur dauerhaften Lenkungswirtschaft und zum totalitären Staat ist kein Betriebsunfall, sondern die logische Folge einer politischen Denkweise, die Sicherheit über Freiheit, Kontrolle über Marktprozesse und Planung über Spontaneität stellt, wie Antony Mueller in seiner Kritik von Kriegswirtschaft und Totalitarismus ausführt.
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196
Audimax: Alexander Meschnig – Dekadenz. Zur Geschichte eines Deutungsmusters
Der Vorwurf der „Dekadenz“ begleitet die menschliche Geschichte seit der Antike. Schon die Griechen klagten über moralischen Verfall, römische Autoren warnten vor Luxus und Selbstzufriedenheit, und auch heute scheint die Diagnose wieder allgegenwärtig. Doch was steckt hinter dem Begriff der Dekadenz? Beschreibt er tatsächliche Entwicklungen, oder ist er vielmehr ein wiederkehrendes Deutungsmuster, das wir in allen möglichen Gesellschaften finden können? Der Vortrag zeichnet die Ideengeschichte der Dekadenz nach – von der Antike bis in die Gegenwart – und stellt die Frage, warum es eine allgemeine Neigung gibt, sich und seine eigene Zeit im stetigen Niedergang zu sehen.
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195
Audimax: Stefan Blankertz – Roland Baader, Rebell für die Freiheit
Der Ökonom und Philosoph Roland Baader war einer der bedeutendsten freiheitlichen, liberal-konservativen Denker der deutschen Nachkriegsgeschichte. In seinen Büchern warnte er unermüdlich vor den Allmachtsbestrebungen des Staates und der Entmündigung des Bürgers. Er analysierte die Mechanismen, durch die demokratische Wahlen zum Instrument der Machtsicherung und Machtkonzentration werden. Er zeigte auf, wie das Geldmonopol den Wohlfahrtstaat nährt und so zur Abhängigkeit immer größerer Gruppen vom Staat führt. Am Ende finden zwar noch Wahlen statt, aber ohne ein demokratisches Ergebnis. Der überbordende Sozialstaat geht in den Staatssozialismus über – ganz ohne sozialistische Revolution.
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Audimax: Peter J. Brenner – Heinrich Heine und die Literatur des Vormärz
In den rund drei Vormärz-Jahrzehnten vor 1848 wurde das Verhältnis von Kunst und Politik neu justiert. Dem selbstbewussten Auftreten der politischen Schriftsteller und der Entstehung des literarischen Marktes stehen obrigkeitsstaatliche Zensur und ein ausgedehntes Spitzelwesen gegenüber. Viele der kulturpolitischen Konstellationen der Gegenwart sind hier vorgeprägt. Die Widersprüche der Epoche brechen sich in der Person Heinrich Heines. Bei den Zeitgenossen war er umstritten, er hat programmatische Kontroversen ausgelöst, aber sein Werk hat die Zeiten überdauert.
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Audimax: Michael Esfeld – Demokratie, Mündigkeit statt Leben auf Kosten anderer
Demokratie unterscheidet sich von anderen Staatsformen durch den Prozess der Legitimation der Träger von Herrschaft und durch die Grenzen, die der Ausübung von Herrschaft gesetzt sind. Demokratie beruht darauf, dass jeder Mensch als Person mit unveräußerlichen Rechten anerkannt wird. Aber gerade dadurch, dass die Demokratie im Wesentlichen im friedlichen Wechsel der Herrschenden besteht, setzt sie eine Entwicklung zum Wohlfahrts- und Kriegsstaat in Gang: Die Herrschenden versuchen, ihre Wiederwahl abzusichern, indem sie möglichst viele der Beherrschten von sich abhängig machen. Soll diese Entwicklung aufgehalten und die Demokratie erhalten bleiben, braucht es mündige Bürger, die erzwingen können, dass Politiker – ebenso wie sie selbst – die Verantwortung für die Folgen ihrer Entscheidungen tragen.
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David Berger – Die katholische Kirche, NGO oder der mystische Leib Christi
Was im deutschen Sprachraum gemeinhin als katholische Kirche gilt, ist in einem erbärmlichen, in mancherlei Hinsicht sogar skandalösen Zustand. In seinem Vortrag bittet der Theologe David Berger die Hörer trotz alledem, diese schmerzlichen Erfahrungen beiseitezulegen und zu fragen, was die Kirche von ihrer Grundidee her ist, was ihr Wesen ausmacht. Die Kirche sollte nicht aufgrund ihres gegenwärtigen institutionellen Zustands, sondern nach ihrem spirituellen Kern beurteilt werden, nach der Definition, wie sie im Neuen Testament steht: als „mystischer Leib Christi“. Der Apostel Paulus beschreibt die Gemeinde als einen Leib, dessen Glieder die Gläubigen, dessen Haupt Christus ist. In diesem Sinne sprach Joseph Ratzinger davon, dass wir keine „menschlichere Kirche“ brauchten, „sondern eine göttlichere“.
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Audimax: Gerd Ganteför – Leben und Sterben im Universum, die Physik der Zeit
Wir leben in der Zeit wie der Fisch im Wasser, die Zeit trägt uns mit sich fort, ob wir wollen oder nicht. Was ist sie aber, ist sie überhaupt real? Man könnte denken, sie sei etwas, das Menschen erfunden haben, um die Dinge zu ordnen. Doch das ist nicht so. Denn die Zeit ist von Anfang an untrennbar mit dem Universum verbunden. Physiker sprechen vom vierdimensionalen Raum, vom Raum-Zeit-Kontinuum. Gesetze der Physik geben der Zeit eine Richtung und bestimmen auch, wie schnell sie vergeht. Ist also die Zukunft vorbestimmt? Was ist ewig im Universum, und wird die Zeit zusammen mit ihm enden? Die Physik kann heute viele der Fragen über die Zeit beantworten, aber bei weitem nicht alle.
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Audimax: Helmut Berschin – Die Rolle der Sprache in der Politik
Wer politisch aktiv sein will, muss vor allem eines tun: reden. Die Wirkung politischen Redens reicht von den „großen Reden“, welche den Gang der Weltgeschichte beeinflussten, bis zu solchen Reden, die – wie man zu sagen pflegt – „nichts als Worte“ sind. Die Vorlesung behandelt zunächst die „Macht der Sprache“ im politischen Wettbewerb und dann, im zweiten Teil, die „Sprache der Macht“, also die sprachliche Herrschaft, die ein bestimmtes politisches System ausübt und als verbindliche Sprachregelung („Sprachregime“) durchsetzt. Abschließend wird anhand von zwei Redebeispielen, dem Flüchtlings- und dem Deutschen-Diskurs, aktuell gezeigt, dass auch in Deutschland für gewisse Themen heute ein politisches Sprachregime besteht.
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Audimax: Peter J. Brenner – Der „demografische Wandel“, ein politischer Kampfbegriff
Der „demografische Wandel“ ist eine Parole von großer politischer Durchschlagkraft; zuletzt diente sie der Rechtfertigung der Migrationspolitik. Der Begriff bezeichnet Änderungen in der Bevölkerungsstruktur mit ihren Folgen für die sozialen, ökonomischen, politischen und auch kulturellen Lebensformen einer Gesellschaft. Seit dem 17. Jahrhundert versucht man, diese Prozesse statistisch zu erfassen und zu beeinflussen. Immer geht es dabei um Ausübung von Macht, und oft genug haben sich Bevölkerungsstatistiker in den Dienst dieser Macht gestellt.
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Audimax: Friedrich Pohlmann – Legitimitätsverlust und Gewalt, zur Krise des „Westens“
Im Vortrag werden zunächst die zentralen Dimensionen des kaum reparabel erscheinenden politisch-gesellschaftlichen Krisensyndroms bestimmt, das sich in „westlichen“ Ländern entfaltet hat. Dessen wichtigste Folge ist ein rasanter Legitimitätsverlust des politischen Systems in der Bevölkerung. Was meint die Kategorie des Legitimitätsverlustes grundsätzlich, und welches sind ihre dominanten gegenwärtigen Einzelaspekte? Es gibt ernstzunehmende Gesellschaftsbeobachter, die bürgerkriegsähnliche Gewalt im Gefolge dieses Legitimitätsverlustes prognostizieren. Wie werden solche Prognosen begründet?
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Audimax: Michael Esfeld – Das Sklaverei-Dilemma und die Sokrates-Haltung
In seiner Vorlesung behandelt Michael Esfeld die Frage, wie Staaten offensichtliches, schweres Unrecht in anderen Staaten behandeln sollen. Sollen sie, wenn sie die Machtmittel dafür zur Verfügung haben, gegen das Unrecht vorgehen? Dies scheint moralisch geboten, doch ist der Weg mit dem republikanischen Rechtsstaat nicht vereinbar, denn er höhlt die Grundlage des Rechtsstaats aus und fügt den eigenen Bürgern Schaden zu. Auch wenn humanitäre Prinzipien in einem fremden Land schwer verletzt werden, ist es deshalb falsch, militärische Mittel zur Behebung des Unrechts einzusetzen. Das Beispiel von Sokrates zeigt einen Ausweg aus diesem Dilemma: Er führt vor, wie man sich selbst weigern kann, Unrecht zu tun, ohne dabei mit Gewalt gegen andere vorzugehen.
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Audimax: Karl-Peter Schwarz – Lebenswerk des liberalen Philosophen und Ökonomen Anthony de Jasay
Der österreichische Journalist Karl-Peter Schwarz hatte das Privileg, den 2019 verstorbenen großen liberalen Philosophen und Ökonomen Anthony de Jasay noch persönlich kennenlernen zu dürfen. In seinem Beitrag würdigt er den gebürtigen Ungarn, der heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. De Jasay gehörte keiner intellektuellen Schule an. Er war ein origineller Denker, der radikalste unter den radikalen Individualisten, ein großer Einzelgänger unter den politischen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Mit seiner originellen Analyse der wahren Natur des Staates gelang es ihm, einen völlig neuen Blick auf dessen Funktionsweise zu werfen. Nach seiner Theorie ist der Staat kein Instrument in den Händen von Klassen oder Parteien, sondern ein autonomer Akteur mit einem eigenen Willen und eigenen Zielen, nämlich der Machtmaximierung und Selbsterhaltung.
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Audimax: Alexander Meschnig – „Die Nibelungen oder die deutsche Faszination am Untergang“
Die Nibelungensage ist bis heute Bestandteil deutscher Identitäts- und Erinnerungskultur. Der Ausgangspunkt des Vortrages ist die Beobachtung, dass das Nibelungenlied bis in die Gegenwart politische Deutungskonflikte auslöst. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie und unter welchen historischen Bedingungen ein literarischer Untergangsmythos im 19. Jahrhundert zum deutschen Nationalepos werden konnte. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Transformation des Nibelungenliedes von dessen historischem Kern über die mittelalterliche Erzählung bis hin zu seiner nationalen und ideologischen Vereinnahmung im Kaiserreich und im Nationalsozialismus. Dabei werden Konzepte wie die der Kulturnation oder der Herkunft der Deutschen aus dem Germanentum im Verlauf der deutschen Geschichte ab dem späten 18. Jahrhundert betrachtet. Abschließend wird danach gefragt, inwiefern der Untergang der Nibelungen als Deutungsmuster über 1945 hinaus fortwirkt und in veränderter Form das politische und moralische Selbstverständnis im Deutschland der Gegenwart prägt.
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Audimax: Peter J. Brenner – Die Zivilgesellschaft, Aufstieg und Niedergang einer bürgerlichen Lebensform
Die Zivilgesellschaft ist ein Schlüsselbegriff des zeitgenössischen Demokratieverständnisses. Ihre Wurzeln reichen in die Zeit um 1800 zurück, als sich die bürgerliche Gesellschaft vom Obrigkeitsstaat emanzipierte und ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nahm. Diese alte Zivilgesellschaft gibt es nicht mehr. Sie wurde aufgesogen von einem immer globaler werdenden Netzwerk von NGOs, Regierungen, Behörden, Stiftungen, staatsnahen Medien. Die bürgerliche Gesellschaft muss neue Formen zur Gestaltung ihrer Lebenswelt und zur Wahrnehmung ihrer Interessen hervorbringen.
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Audimax: Horst-Joachim Lüdecke – Klima und CO₂ – warum Dekarbonisierung keine gute Idee ist
Horst-Joachim Lüdecke, emeritierter Professor für Informatik und Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, befasst sich schon seit langem mit der Auswertung von Klimadaten. In seiner Vorlesung mit dem Titel „Klima und CO₂ – warum Dekarbonisierung keine gute Idee ist“ beschreibt er viele mächtige physikalische Prozesse, von denen CO₂ nur eine – wahrscheinlich eher geringfügige – unter vielen ist, die unser Klima bestimmen. Klima ist gerade wegen der Interaktion so vieler Einflüsse nur auf kurze Sicht modellierbar, was die langfristigen Klimamodelle, auf die sich Politiker berufen, eher fragwürdig erscheinen lassen. Unter diesen Umständen ist es wenig sinnvoll, eine hochentwickelte Volkswirtschaft mit enormen Kosten und um den Preis der Deindustrialisierung zu dekarbonisieren. Denn es gibt keine Beweise für eine bevorstehende katastrophale Erwärmung des Klimas durch die industrielle Tätigkeit der Menschen.
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Audimax: Michael Esfeld – Thomas Hobbes, der Leviathan und die politische Philosophie der Neuzeit
In seiner Vorlesung behandelt Michael Esfeld ein von Hobbes aufgezeigtes Dilemma, dessen zwei Seiten oft mit den zwei Hörnern eines wilden Stiers verglichen werden. Entweder herrscht in der Gesellschaft der Naturzustand mit unkontrollierter Gewaltanwendung, oder es wird mit dem sogenannten Gesellschaftsvertrag eine Staatsgewalt mit uneingeschränkter Befugnis zur Setzung und Durchsetzung von Recht errichtet. Dann allerdings bleibt die Freiheit auf der Strecke. Der Vortrag zeigt dagegen Wege auf, wie sowohl der gesellschaftliche Frieden als auch die Freiheit der Bürger gesichert werden können.
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Audimax: Friedrich Pohlmann – Geschichtspolitik in Deutschland. Vom „Historikerstreit“ bis zur Gegenwart
Die meisten Nationen pflegen Großerzählungen aus ihrer Geschichte, die sie zu sozialen Einheiten formen und den Zusammenhalt stärken sollen. Solch eine Erzählung ist für Frankreich die Revolution von 1789, für Russland der Große Vaterländische Krieg gegen Deutschland. Die deutsche Kollektivlegende der Gegenwart unterscheidet sich markant von diesen Erzählungen. Sie beinhaltet das Bekenntnis zur „singulären“ deutschen Schuld an zwei Weltkriegen und die Verpflichtung zum „Antifaschismus“, um so die Vergangenheit zu „bewältigen“. Die staatlich gepflegte Erinnerungskultur war berufen, diese Großerzählung zu festigen. Dabei spielte der sogenannte Historikerstreit 1986/1987 eine entscheidende Rolle, im Laufe dessen jeder mögliche Widerspruch medial vernichtet wurde. Wie aber verträgt sich mit dem aggressiven Antifaschismus die kriegerische Verteidigung der Ukraine, eines Nachfolgers der Alliierten des Nazi-Regimes?
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Audimax: Peter J. Brenner – Das verlorene Lachen, die Politik und das Komische
Politik und Humor stehen in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander. In jüngerer Zeit sind die Grenzen fließend geworden: Politiker sollen humorvoll sein, und Fernsehclowns wollen Politik machen. Das Verlachen, der Witz, die Satire, das Kabarett, die Komödie wurden seit je zur Kritik an politischen und gesellschaftlichen Zuständen genutzt, auch in den Diktaturen des Dritten Reichs und der DDR. Aber durchschlagend war ihre Wirkung nie. Überhaupt ist das Lachen der Politik nie wirklich heimisch geworden. Es hat seinen eigentlichen Ort in der Gesellschaft, in der Lachkultur der Unterschicht und im Humor der Literaten. (Wiederholung vom 21. September 2025)
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Audimax: Parviz Amoghli – Banner des Nihilismus, die Regenbogenfahne im Wandel der Zeit
Im gesamten Westen, insbesondere aber in Deutschland und Europa tobt ein geistiger Bürgerkrieg, ein Kulturkampf. Auf der symbolischen Ebene prallt dabei der natürliche Regenbogen als Sinnbild für das Wahre, Schöne und Gute auf die Familie der Regenbogen- und Pride-Flaggen als ideologische Erkennungszeichen. An ihrer Symbolik entzünden sich die Gemüter. Sie ist damit ein im wahren Sinne des Wortes epochales Zeichen für die frühen 2020er-Jahre. Doch wie konnte es so weit kommen? Wie konnte aus einem jahrtausendealten Symbol für Hoffnung und himmlischen Frieden ein Emblem des Untergangs werden? Diesen Fragen geht der Vortrag „Banner des Nihilismus – die Regenbogenfahne im Wandel der Zeit“ nach. (Wiederholung vom 14. September 2025)
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Audimax: Philipp Gut – Thomas Mann und die Idee der deutschen Kultur
Das Thema der deutschen Kultur gehört zu den brennenden Fragen der Gegenwart und bildete eine, wenn nicht sogar die zentrale Fragestellung des Werkes von Thomas Mann. Der vor 150 Jahren geborene Schriftsteller erlebte in seinen frühen Jahren den Einbruch der Moderne in Kunst und Gesellschaft und suchte nach Antworten, wie eine genuine deutsche Kultur unter diesen Bedingungen gestaltet werden könnte. Zunächst Anhänger Nietzsches und ihm folgend Fürsprecher einer „Rebarbarisierung“, wandelten sich seine Ansichten im Angesicht des heraufziehenden Nationalsozialismus. Die Versöhnung der scheinbaren Gegensätze von Zivilisation und Kultur wurde zu seinem wichtigen Anliegen. Philipp Gut zeichnet in seinem Essay diese Entwicklung nach und hebt hervor, warum Thomas Manns Ideen von der deutschen Kultur heute noch als Vorbild dienen sollten. (Wiederholung vom 8. Juni 2025)
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Audimax: David Berger – Was bedeutet „Gott ist Mensch geworden“?
Wenn heute wahrscheinlich die Mehrheit der Menschen in Deutschland nichts mehr über den biblischen Hintergrund des Weihnachtsfestes weiß, ist das in geistiger – und keineswegs nur theologischer – Hinsicht eine Tragödie. Denn bei der Menschwerdung Gottes geht es nicht um irgendeine Nebensache, sondern um Fundament, Herz und Zentrum des Christentums und letztlich auch unserer abendländischen Kultur. Ohne die Menschwerdung Gottes wird alles andere in der christlichen Religion hinfällig. Ebenso ergibt dann die Idee der Gottebenbildlichkeit des Menschen keinen Sinn mehr – womit letztlich auch die gedankliche Grundlage für die allgemeine Menschenwürde und all das entfällt, was wir an Europa so schätzen und immer noch erhalten wollen.
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Audimax: Peter J. Brenner – „Der Geist steht rechts“ – Der Konservatismus im Wandel der Zeit
Der moderne Konservatismus ist ein illegitimes Kind der Französischen Revolution. Im Laufe der Jahrhunderte hat er sich in den westlichen Gesellschaften im Wechselspiel von traditionalistischen Lebensformen, politischer Programmatik und intellektueller Reflexion entfaltet und gewandelt. Manche seiner Leitideen sind im Dunkel der Geschichte verschwunden und manche Radikalisierungen wurden an den Rand gedrängt. Aber oft und besonders in jüngerer Zeit sind dem Konservatismus paradoxe Modernisierungen gelungen, die ihn auch für die bürgerliche Lebenswelt des 21. Jahrhundert attraktiv haben bleiben lassen.
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Audimax: Karl-Friedrich Israel – Soziale und kulturelle Folgen der Inflation
Wie die Wirkung der Inflation weit über steigende Preise hinausgeht, zeigt Professor Karl-Friedrich Israel in seinem Beitrag auf: Sie verzerrt Anreize, fördert spekulative Blasen, unterminiert soziale Mobilität und schafft kulturellen Verdruss. Anhand historischer Beispiele und moderner Entwicklungen wird sichtbar, wie Geldschöpfung aus dem Nichts Gesellschaften verändert – ökonomisch, sozial und moralisch. Schon Johann Wolfgang von Goethe griff das Thema auf und wies in seiner „Faust“-Tragödie auf den Kern des Problems hin: Das Inflationsproblem beginnt immer dort, wo man die Knappheit realer Mittel mit einer Knappheit an Geld verwechselt. Weiteres zum Thema vom Autor:https://austrian-institute.org/wp-content/uploads/2024/06/Israel-Soziale-und-kulturelle-Folgen-der-Inflation-Ai-Paper-Nr.-47-2024.pdf https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826079054-goethes-faust-und-die-geldschoepfung-aus-dem-nichts/
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Audimax: Helmut Berschin – „Jeder und jede ist seines oder ihres Glückes Schmied*in“
Dass Deutsch eine „Männersprache“ ist, war den hundert Millionen deutschen Muttersprachlern bis 1980 nicht bewusst. Damals entdeckte die neue Frauenbewegung die enorme Symbolkraft, welche in der grammatischen Kategorie Genus der deutschen Sprache steckte: Warum treten in ihr Männer im Maskulinum auf (Jeder Mann kennt das), Frauen im Femininum (Jede Frau kennt das), aber Männer und Frauen ebenfalls im Maskulinum (Jeder kennt das)? Die Linguistik bezeichnet die geschlechtsübergreifende Funktion der Maskulinform als „generisches“ (allgemeines) Maskulinum. Dieses generische Maskulinum, das die Frauen sprachlich „unsichtbar“ mache und deshalb diskriminiere, wurde zum Hauptmerkmal der Männersprache Deutsch erklärt und zum Feind einer geschlechtergerechten Sprache.
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Audimax: Friedrich Pohlmann – Das Altern und die alternde deutsche Gegenwartsgesellschaft
Das Thema wird aus drei Perspektiven in den Blick genommen. Zunächst geht es existenziell-anthropologisch um die Merkmale, die kulturgeschichtlich in den Bildern des menschlichen Alterns immer wieder auftauchen. Wie lassen sich deren typische Grundmuster bestimmen? Dann folgt eine soziologisch-demografische Analyse unserer Gegenwartsgesellschaft. Wie lässt sich deren deutsches Bevölkerungssegment im Hinblick auf „Alterung“ bestimmen? Welche Kennzeichen sind für ein sozialpsychologisches Habitusprofil dieser alternden Gesellschaft charakteristisch? Drittens wird die Konfrontation dieser alternden Gesellschaft mit der „jungen“ Gesellschaft der Immigranten analysiert. Wie lässt er sich begrifflich präzisieren?
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Audimax: Michael Esfeld – Die Illusion des Republikanismus
Das vorherrschende gesellschaftliche System in Deutschland und im Westen generell kann als postmoderner Totalitarismus verstanden werden. In seinem Essay untersucht Michael Esfeld, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne, die Entstehungsgeschichte dieses Totalitarismus. In diesem benutzt die Staatsgewalt angebliche wissenschaftliche Lehrmeinungen wie zur „Corona-Pandemie“ und zur „Klimakatastrophe“, um das soziale und private Leben zu steuern, und setzt diese mithilfe der Medien und mit Zwang durch. Das System bedient sich eines kollektivistischen, moralischen Narrativs. Der Autor geht der Frage nach, wie es nach einer Periode der scheinbar vorherrschenden offenen Gesellschaften bis Ende der neunziger Jahre entstehen konnte.
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Audimax: Horst-Joachim Lüdecke – Kampf gegen die Physik, warum die deutsche Energiewende scheitert
Seitdem die Energiewende zu einer der wichtigsten Zielsetzungen deutscher Politik erklärt wurde, sprechen alle von Energie und Strom – aber wissen sie auch, was das ist? Es wird Zeit für Aufklärung. Was ist das physikalische Phänomen, das wir umgangssprachlich als Strom bezeichnen? Wie wird er erzeugt? Welche Besonderheiten der Strom-Erzeugung und -nutzung in Deutschland gibt es? Im Vortrag wird jene Kernfrage unserer Stromversorgung untersucht, die allen technisch besser informierten Zeitgenossen den Schlaf raubt: Wie weit können die bisherigen, mit Kohle und Gas betriebenen Grundlastkraftwerke durch die neuen Methoden ersetzt werden? Und schließlich wird die Frage erörtert, ob das komplette Umkrempeln unserer ehemals bestens funktionierenden Stromwirtschaft, das rücksichtslos gegen die überlebenswichtige energieintensive Industrie durchgezogen wird, überhaupt noch vernünftig ist und das Prinzip der Verhältnismäßigkeit einhält.
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Audimax: Peter J. Brenner – Friedrich Nietzsche, der Philosoph des Verhängnisses
Als Friedrich Nietzsche im August 1900 nach elf Jahren geistiger Umnachtung starb, war er kein Unbekannter mehr im europäischen Geistesleben. Der Pfarrersohn, Basler Altphilologie-Professor und ruhelose Freigeist hat der Moderne den Weg bereitet. Seine Wirkungsgeschichte im 20. Jahrhundert ist voller dramatischer Wendungen: Sie umfasst die Nietzsche-Euphorie im Fin de Siècle, die gezielte Inszenierung einer Nietzsche-Legende durch die Schwester, seine Rezeption im „Dritten Reich“ und in der DDR, und schließlich wurde Nietzsche zum Geburtshelfer der postmodernen Philosophie.
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Audimax: Thomas-Michael Seibert – Gibt es den Rechtsstaat eigentlich noch?
Der Rechtsstaat ist eine Idee, die während der Aufklärung entstanden ist, mit dem Ziel, der staatlichen Macht Grenzen zu setzen. Seine wichtigsten Institutionen sind Gesetze, Gerichte und Verfahrensregeln. Heute ist die merkwürdige Lage entstanden, dass Gesetze den Rechtsstaat bedrohen und zu Fehlentwicklungen führen, mit denen das Eigentliche des Rechtsstaats völlig verdeckt wird. Er ist auch heute noch, mehrere Jahrhunderte nach der Geburt der Idee, in der Entstehung begriffen. Am Ende gab und gibt es den Rechtsstaat noch gar nicht so, wie er eigentlich oder richtig sein sollte.
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Audimax: Friedrich Pohlmann – Der Albtraum, nächtliche Todesangst als Jedermannserfahrung
Der Albtraum ist kein pathologisches Phänomen, sondern ein den meisten Menschen wohlvertrautes furchterregendes Nachtgeschehen. Trotz ihrer unterschiedlichen Formen haben alle Albträume zwei Grundmerkmale: Todesangst und das ihr folgende Erwachen. Es gibt „falsche“ Verwandte des Albtraums wie den „pavor nocturnus“ oder das Schlafwandeln, aber enge Beziehungen zu „normalen“ Angstträumen und insbesondere zu Traumaträumen. Die genauere kategoriale Bestimmung des Albtraums ist ohne Reflexion des größeren Kontextes von Schlaf und des menschlichen Traumgeschehens nicht möglich. Welchen Schlafphasen gehören Albträume an, welche phänomenalen Eigentümlichkeiten hat das Traumgeschehen? Mit dem Instrumentarium der freudschen Traumdeutung lässt sich der Albtraum nicht erfassen. Wodurch gelingt am ehesten der Zugang zu diesem rätselhaften Phänomen, und vor allem: Welches sind seine anthropologischen Grundmerkmale und Funktionen?
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Audimax: Klaus-Rüdiger Mai – Die Neuordnung der Welt
Die heutige deutsche Elite lebt vom Niedergang, sie ist dekadent und dysfunktional, weil sie ihrer Funktion als Elite nicht mehr gerecht wird. Je weiter der Zerfall der Gesellschaft voranschreitet, umso mehr versucht sie die Realität durch falschen Glanz zu überstrahlen. Was vorherrscht, ist die Irrationalität des Diskurses, die verstärkte Repression, der ungezügelte Nepotismus, die Ersetzung der Evidenz durch Gesinnung, der Information durch Indoktrination, die Verhinderung von Wertschöpfung und die Vernichtung von Wohlstand. Aber das reale Dasein bestimmt nicht mehr die Wahrnehmung der Elite, sie ist stattdessen bestrebt, die Wahrnehmung des Daseins zu bestimmen. Sie produziert ein Weltbild, das ohne Welt auskommt, das nur noch Bild ist, imaginär und eingebildet.
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Audimax: Deutsche Mythen – der Dolchstoß 1918 (Alexander Meschnig)
Nach der deutsch-österreichischen Kapitulation im November 1918 fand die Metapher des Dolchstoßes rasch Verbreitung. Schuld an der Niederlage, so der Schluss aus der Auffassung eines bis zum Kriegsende unbesiegten Heeres, sei die Heimat gewesen, die den kurz bevorstehenden Sieg verhindert und in eine schmähliche Niederlage verwandelt habe. Der Vortrag geht den unterschiedlichen Varianten der Niederlagenverarbeitung des Krieges nach: von der Trostformel des „im Felde unbesiegt“ über den Dolchstoß im engeren Sinne bis zu der mehr auf ein naturwissenschaftlich-biologisches Weltbild bezogenen Metapher der Vergiftung der deutschen Nation. Letztere Erklärung für die Niederlage im Herbst 1918 wird dann für die nationalsozialistische Rassenpolitik und die propagierte Verschmelzung von Heer und Heimat nach 1933 entscheidend sein.
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