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PODCAST · society

Kunst der Freiheit

Kunst der Freiheit ist der Podcast von Benjamin-Immanuel Hoff – gemeinsam mit Katrin Petermann. Die Psychotherapeutin und der ehemalige Minister sprechen im Dialog und mit wechselnden Gästen über Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik. Aus progressiver Perspektive und dem Interesse am zwanglosen Zwang des besseren Arguments. Hier wird gesprochen, weil vorher schon gedacht wurde. Die Freiheit der Kunst steht unter Druck – ebenso wie die Freiheit selbst. Auch sie ist eine Kunst und eine fragile Balance. Wie die Räume der Freiheit größer werden, diskutieren wir anhand spannender Themen und guten Ideen mit klugen Gästen.

  1. 93

    Die Gewerkschaften der Zukunft

    Vom 10. bis 13. Mai findet in Berlin der 23. Ordentliche Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) statt. Das Motto: "Stärker mit uns." Wir nehmen das sogenannte Parlament der Arbeit zum Anlass, über die Zukunft der Gewerkschaften und damit über die Gewerkschaften der Zukunft zu sprechen. Denn weder die Niedergangsthese, nach der Gewerkschaften ein Relikt einer zu Ende gegangenen industriellen Epoche seien, noch die Renaissancethese, die bereits aus einigen gewerkschaftlichen Mobilisierungserfolgen sofort eine neue Ära der Arbeitskämpfe schließen, trifft absolut zu.Vielmehr stellen sich Stärken und Schwächen sowie Herausforderungen von Gewerkschaften, von Konflikt- bzw. Sozialpartnerschaft in den drei Welten der Arbeitsgesellschaft ganz unterschiedlich dar. Davon ist Prof. Dr. Wolfgang Schroeder überzeugt. Der Lehrstuhlinhaber an der Universität Kassel, Fellow des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin (WZB) und Vorsitzender der Denkwerkstatt "Das Progressive Zentrum" forscht und publiziert seit Jahrzehnten zu den Gewerkschaften und der Arbeitswelt.

  2. 92

    Plurale Ökonomik statt schwäbische Hausfrau

    Die ökonomische Debatte in Deutschland ist wenig plural. Es dominieren neoklassische Erklärungsmuster im Stil der schwäbischen Hausfrau, die mit der Volkswirtschaft gleichgesetzt wird.Dana Moriße arbeitet beim Netzwerk Plurale Ökonomik. Sie spricht über die fatale Wirkung der volkswirtschaftlichen Monokultur an Schulen, Unis sowie in den Medien. Und sie macht deutlich, was getan werden kann, für eine Ökonomik, die allen nutzt. 

  3. 91

    Arbeit & Demokratie an der Basis

    Der Blick auf un- und angelernte Beschäftigung zeigt: An der Basis der Arbeitswelt mangelt es häufig an demokratischer Teilhabe. Denn dort findet das sozialpartnerschaftliche Modell in weiten Teilen keine Anwendung. Die Folge: niedrige Löhne, systematische Verstöße gegen geltendes Arbeitsrecht, mangelnder Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie fehlende betriebliche Mitbestimmung.Arbeitsmarktpolitische Missstände werden zu einem demokratiepolitischen Problem. Viele Beschäftigte erleben ihren Arbeitsplatz nicht als Ort der Sicherheit und kollektiven Selbstwirksamkeit, sondern als Quelle von Unsicherheit, Ohnmacht und Entwertung. Doch ihre Anliegen sind in Politik und Gewerkschaften unterrepräsentiert und ihre Rechte unzureichend durchgesetzt.Vor diesem Hintergrund besteht dringender politischer Handlungsbedarf, damit die Arbeitswelt ein zentraler Ort sozialer Teilhabe und demokratischer Mitbestimmung wird. Die Arbeitsforscherin Johanna Siebert und ihre Kollegin Mara Buchstab vom Think Tank „Das Progressive Zentrum“ haben in einem Policy Paper 24 Vorschläge unterbreitet für bessere Bedingungen an der Basis der Arbeitswelt.Darüber spricht Johanna in dieser Folge.

  4. 90

    Ungarn wählt den Orbánismus ab

    Dass Viktor Orbán die jüngste Parlamentswahl möglicherweise nicht mehr gewinnen würde, das zeichnete sich schon länger ab. Dass die Ungarinnen und Ungarn den 16 Jahre regierenden FIDESZ und den Orbánismus mit einer Zweidrittelmehrheit für den liberalkonservativen Herausforderer Péter Magyars TISZA-Partei abwählen würde - daran glaubten nur wirklich große Optimisten. Und ob Viktor Orbán die Macht friedlich und freiwillig abgeben würde, war für einige auch nicht sicher. Doch am vergangenen Sonntag vollzogen sich eine Wahl und ein Machtwechsel nach dem Lehrbuch der Demokratie.Ernst Hillebrand war von einem demokratischen Wechsel keineswegs überrascht. Der Leiter des Büros der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest beobachtet die politische Entwicklung in Ungarn aber auch in Polen seit langer Zeit und plädiert dafür, in der Analyse auf die tatsächlichen Fakten zu sehen.Im Podcastgespräch ordnet er Fakten und Mythen über das System Orbán ein, schildert die politische Herkunft des künftigen Ministerpräsidenten Péter Magyar und spricht über die Chance des politischen Wandels, der Ungarn nun erfassen wird.

  5. 89

    Die Kunst des Widerstands - Von Marx bis Kafka, von Orwell bis Butler

    Angesichts einer Welt, die in Tyrannei und neuem Autoritarismus zu versinken droht, heißt die Kunst der Stunde Widerstand, ist Robert Misik überzeugt. Der in Wien lebende österreichische Autor und politische Journalist hat eine spannende Essay-Sammlung vorgelegt. Ihr Titel gibt der heutigen Folge ihren Namen. Robert plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als aufgeklärte Haltung und wendet sich dabei auch gegen die Idee eines emanzipatorischen linken Populismus und gegen dogmatische Verirrungen, die in eine autoritäre Haltung von links münden.Darüber und was uns Annie Ernaux, Franz Kafka oder der demokratische Sozialist George Orwell heute sagen können, spricht er in dieser Sendung.

  6. 88

    Berlin: Rot-Grün-Roter Leuchtturm?! - Teil 2

    In Berlin wird am 20. September gewählt. Es bestehen gute Chancen, dass die drei Parteien LINKE, SPD und GRÜNE erneut die Mehrheit erringen - und dann auch wieder gemeinsam regieren.Inken Behrmann & Valentin Ihßen sind die Hosts des Podcasts “Was tun?”. Dort kommen einmal im Monat Aktivist*innen aus Bewegungen zu Wort. In der Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik schrieben beide im Februar über "Berlin als Leuchtturm" für progressive Politik. In Teil 2 des Gesprächs, das als Doppelfolge erscheint, sprechen Inken und Valentin mit Benjamin u.a. über den Gesetzentwurf der Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" und was Progressive in Berlin von Zohran Mamdanis Wahlkampf und dessen ersten politischen Maßnahmen als Bürgermeister von New York lernen können. 

  7. 87

    Berlin: Rot-Grün-Roter Leuchtturm?! - Teil 1

    In Berlin wird am 20. September gewählt. Es bestehen gute Chancen, dass die drei Parteien LINKE, SPD und GRÜNE erneut die Mehrheit erringen - und dann auch wieder gemeinsam regieren.Inken Behrmann & Valentin Ihßen sind die Hosts des Podcasts “Was tun?”. Dort kommen einmal im Monat Aktivist*innen aus Bewegungen zu Wort. In der Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik schrieben beide im Februar über "Berlin als Leuchtturm" für progressive Politik. In Teil 1 des Gesprächs, das als Doppelfolge erscheint, werfen Inken und Valentin gemeinsam mit Benjamin u.a. einen Blick auf die drei Parteien dieses potenziellen Bündnisses und die sich selbst nährende Erzählung des dysfunktionalen Berlins. Gesprochen wird auch über die Veranstaltung "Hop on, hop off – gestern Barcelona, heute New York?Politische Leuchttürme und ihre Schattenseiten im Zeitalter der Hyperpolitik", die - durchgeführt vom Institut Solidarische Moderne - am Montag, 13. April 2026, von 18:00 - 19:30 stattfindet.

  8. 86

    Ohne Koalitionskorsett und Brandmauern?!

    Der Politikwissenschaftler und Professor an der TU Darmstadt, Christian Stecker, ist überzeugt davon, dass flexible Mehrheiten statt starrer Koalitionsverträge die Demokratie stärken. Dazu und wieso die Brandmauer gegen die AfD nicht der Weisheit letzter Schluss sein könnte, hat er ein spannendes Buch geschrieben. Es ist im Campus-Verlag erschienen.In dieser Sendung erzählt er, wie Neuseeland erst unser deutsches Wahlsystem übernahm, dann adaptierte - und warum wir uns daran ein Vorbild nehmen sollten. Die gegenwärtige Praxis der Koalitionsdemokratie gerät an Grenzen, sagt Stecker. Er unterbreitet Vorschläge, wie die parlamentarische Demokratie lebendiger werden könnte, wenn z.B. "agree to disagree" der Beginn und nicht das Ende eines parlamentarischen Gesprächs wäre.

  9. 85

    Unsere Nudes sind nicht euer Business

    Der Fall der sexuellen Gewalt an Collien Fernandes beschäftigt uns, denn berührt wird der Kern von Freiheit und Selbstbestimmung. Wir werben für die Petition der Organisation HateAid "Unsere Nudes sind nicht euer Business", die dieser Sendung ihren Titel gab. Und wir hören die Journalistin Livia Gerster (FAZ), die auf den Punkt bringt, was zu sagen ist - und was uns zu dieser Sendung bewegt hat. 

  10. 84

    Kulturkampfminister Weimer & Blätter im März

    Das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung hat sein Urteil über den Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gefällt: Der falsche Mann. Der Kulturjournalist Jens Balzer sagt, dass Weimer in den Augen von bedeutsamen Teilen der CDU und CSU möglicherweise genau deshalb der Richtige sei. Denn Weimers Misstrauenspolitik gegenüber Kultur und Kunst ordnet sich ein in eine Misstrauenskultur der Union gegenüber der Zivilgesellschaft insgesamt. Daran würde sich nichts ändern, auch wenn Weimer nicht mehr im Amt wäre.Die Blätter für deutsche und internationale Politik erscheinen seit 70 Jahren monatlich mit klugen Analysen und Kommentaren zur Lage der Welt. Im Gespräch mit Katrin stellt die Geschäftsführerin der Blätter, Annett Mängel, ausgewählte Beiträge des jeweils aktuellen Hefts vor. Sie werfen im März einen Blick auf das "postpatriarchale Chaos" und daraus entstehendes Potenzial für feministische Politiken, sprechen über Robert Misiks Plädoyer für einen radikalen Linksliberalismus, den migrationspolitischen Sonderweg der spanischen Linksregierung sowie das neue europäische Gesprächsformat der russischen Exil-Opposition.  

  11. 83

    H wie Habermas

    Jürgen Habermas hat die Geistesgeschichte der alten und der wiedervereinigten Bundesrepublik geprägt wie nur wenig andere - als Philosoph, als Soziologe und als im besten Sinne öffentlicher Intellektueller.Wer heute in ein Format wie LinkedIn schaute, sah eine Vielzahl von Kommentaren und Gedanken. Aus deutscher und aus internationaler Perspektive. Für diese sehr kurzfristig entstandene Sendung konnten wir kluge Menschen gewinnen, ihre Gedanken beizusteuern. Zu hören sind neben Benjamin:- Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, - Vanina Farber, Chair of Social Innovation der Schweizer Agentur für Innovationsförderung,- Juliane Seifert, Staatssekretärin a.D.- Frank Tetzel, Geschäftsführender Vorstand der Carl Duisberg-Gesellschaft.

  12. 82

    Resiliente Demokratie durch zivilen Verfassungsschutz

    Demokratien werden von autoritären Kräften nicht immer durch einen gewalttätigen Handstreich außer Kraft gesetzt. Sowohl Obstruktion als auch die schleichende Instrumentalisierung bzw. Umcodierung von Institutionen und Verfahren trägt zu ihrer Erosion bei. Gerade weil liberale Gesellschaften offen sind, bleiben sie verletzlich für diese Angriffe von innen. Umso wichtiger ist es, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und gesellschaftliche Resilienz zu stärken. Das Fundament einer wehrhaften Demokratie beruht dabei nicht allein auf rechtlichen Schutzmechanismen, wie ein Blick in autoritäre Regime zeigt. Ebenso bedeutsam ist eine starke Zivilgesellschaft, deren Engagement gefördert, aber nicht eingeschränkt werden darf und eine öffentliche Verwaltung mit einem republikanischen Selbstverständnis.Darum ging es bei einer Abendveranstaltung an der Bucerius Law School in Hamburg. Unter der Moderation von Benjamin-Immanuel Hoff widmeten sich Juliane Seifert, Julia Kümper und Prof. Dr. Marcel Lewandowsky der Frage, wie demokratische Systeme widerstandsfähiger werden können.

  13. 81

    Rätebewegungen von der Pariser Kommune bis Rojava

     Rätebewegungen gelten vielen bis heute als politische Folklore oder als Relikt revolutionärer Ausnahmezeiten. Der Soziologe Christopher Wimmer widerspricht dieser Sicht. Aus gutem Grund, denn beim Karl-Dietz-Verlag ist sein kluges Buch „Alles muss man selber machen. Zur Geschichte der Rätebewegung von der Pariser Kommune bis Rojava“ erschienen. Darin geht es um Menschen, die in Momenten gesellschaftlicher Krise begannen, ihr Leben kollektiv zu organisieren: Sie verwalteten Betriebe, Schulen und Krankenhäuser selbst, trafen Entscheidungen in Versammlungen, regelten Konflikte und übernahmen Verantwortung – ohne sich auf eine zentrale Staatsmacht zu verlassen. Und sie tun dies an vielen Orten der Welt bis heute.Im Gespräch mit Christopher geht es darum, ob Räte nur Episoden der Geschichte bleiben – oder ob sie Impulse für eine demokratische Kultur liefern, die Selbstorganisation, Teilhabe und kollektive Verantwortung ernst nimmt. 

  14. 80

    Gute Politik

    Im Verlag S. Fischer hat Peter Kurz, der 16 Jahre als Stadtoberhaupt und zuvor acht Jahre als Dezernent tätig war, ein ebenso lehrreiches wie kurzweiliges Büchlein veröffentlicht. In zehn kurzen Kapiteln und auf etwas mehr als 110 Seiten skizziert Peter Kurz ein Leitbild lokaler Politik, das erkennbar von der Authentizität und Erfahrung desjenigen geprägt ist, der aus eigener Erfahrung weiß, worüber er spricht.Corona-Krise, Klimawandel, Bauwende und Wohnungskrise, wirtschaftliche oder digitale Transformation – bei all diesen Themen benötigt es die kommunale Erfahrung, um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu identifizieren und von unterschiedlichen Herangehensweisen zu lernen. Doch von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden die Städte gemeinhin nicht gehört. Das ist ein weltweites Defizit, kein deutsches Phänomen. Diese Demokratie, lokal und nationalstaatlich steht unter Druck und der Sozialdemokrat Peter Kurz benennt ihre Gegner:innen klar: „Einigendes Band ist die Befreiung der Starken von den Fesseln eines verachteten Staates, in dem alle mitreden können.“ Diejenigen, die Populismus befeuern, sehen ihre Interessen in Ungleichheit bewahrt und in der Demokratie bedroht, beschreibt er auf den Punkt gebracht.

  15. 79

    Mehr Demokratie statt autoritäres Playbook

    Die autoritäre Rechte weltweit arbeitet zusammen und sie lernen voneinander. Die illiberalen Muster, mit dem sie vorgehen können als eine Art Drehbuch verstanden werden. Diese Muster zu kennen, hilft, um sich zu organisieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, Resilienz zu erreichen. Die Strategie-Campaignerin Victoria Gulde hat hierzu mit Daniel Mullis ein spannendes Paper geschrieben mit dem Titel: "Das autoritäre Playbook verstehen - Demokratie organisieren".  Darüber hinaus interviewten die Beiden in Europa und den USA zivilgesellschaftlich Engagierte zu ihrem Engagement gegen autoritäre Rechte. Die Berichte und Schlussfolgerungen sind zusammengefasst im Paper: "Engagement unter autoritären Bedingungen. Erfahrungen aus den USA und Europa".Mit pragmatischem Optimismus spricht sie über Solidarität gegen Mutlosigkeit und internationale Lernerfahrungen. Und sie macht deutlich, was die Progressiven von den Autoritären lernen könnten: Pragmatismus in der Akzeptanz von Differenzen, um sich auf das Hauptziel zu konzentrieren - Mehr Demokratie. 

  16. 78

    Rechte Politik in Betrieben

    Sie nennen es „alternative Gewerkschaft“. Tatsächlich ist „Zentrum“ ein AfD-nahes Projekt mit Verbindungen zur extremen Rechten. Statt Beschäftigte zu stärken, richtet sich diese Fake-Gewerkschaft gegen die DGB-Gewerkschaften, gegen Tarifverträge und gegen Mitbestimmung. Die Strategie ist bekannt: Nähe zu Arbeiter:innen inszenieren, die IG Metall angreifen – und über die realen Probleme der Transformation, über Jobverluste, Umbau der Industrie und soziale Sicherheit schweigen. Dazu hat Daphne Weber eine spannende Studie veröffentlicht: "Gewerkschaftliche Kampagnen von rechts". Gleichzeitig wächst in vielen Betrieben die Zustimmung zu rechten Positionen. Warum unterstützen ausgerechnet Arbeiter:innen Parteien und Projekte, die ihre eigenen Rechte schwächen? Welche Rolle spielen Unsicherheit, Abstiegsängste und das Gefühl, politisch nicht mehr gehört zu werden? Und wie gelingt es der Rechten, soziale Konflikte in kulturelle und nationale Gegensätze umzudeuten? Dazu spreche ich mit Gerd Wiegel, Referatsleiter beim Deutschen Gewerkschaftsbund und exzellenter Kenner der rechten Szene.

  17. 77

    AfD, Parteispenden und Rojava

    Die AfD-Bundestagsfraktion hat einen Job ausgeschrieben, dessen Zweck allein darin bestehen soll, die Zivilgesellschaft von rechts zu überwachen. Das ist ein weiterer Schritt der Rechtsextremen, die Arbeit von demokratischen Nichtregierungsorganisationen zu erschweren, zu delegitimieren und engagierte Menschen zu verunsichern. Darüber spricht Benjamin mit Timo Reinfrank, dem Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung. Die Finanzierung dieser Stiftung sollte übrigens, wenn es nach der AfD im Bundestag ginge, gestrichen werden.Wie es um die Parteifinanzen der rechtsextremen AfD selbst bestellt ist und wie Großspenden, darunter rechtlich fragwürdige Spenden von sogenannten Strohmännern, an die Partei gehen, erläutert Aurel Eschmann von LobbyControl. Die Organisation setzt sich für die Deckelung von Großspenden generell ein und macht im Besonderen auf die Gefahren der Großspenden an die AfD aufmerksam.In den Nachrichten nur wenig Beachtung findet die Situation in den kurdischen Selbstverwaltungsgebieten Syriens. Diejenigen, ohne die der Terror des sogenannten Islamischen Staats (IS) nicht hätte gestoppt werden können, werden nun von den USA allein gelassen, von Syrien und der Türkei bedrängt, mit dem Ziel die Selbstverwaltung zu zerstören. Christopher Wimmer ist Autor des Buches "Alles muss man selber machen. Die Geschichte der Rätebewegung von der Pariser Kommune bis Rojava". Aufgrund der aktuellen Situation in Rojava dokumentieren wir einen Auszug aus dem Gespräch mit Christopher Wimmer, das hier in KUNST DER FREIHEIT in den nächsten Wochen erscheinen wird.

  18. 76

    Mehr Sozialstaat wagen

    Kaum eine Debatte wird so emotional und mit so viel Vorwürfen und Zuschreibungen geführt, wie die über den Sozialstaat. Katja Kipping ist die Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes und eine der führenden Sozialstaatsexpert:innen dieses Landes. In dieser Folge von KUNST DER FREIHEIT spricht sie darüber, was bei der Reform des Sozialstaats falsch läuft und wohin es stattdessen gehen müsste. Ihr Credo: Mehr Sozialstaat wagen.

  19. 75

    Die 'Blätter' im Januar

    Die Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik erscheint seit 1956 monatlich. Annett Mängel ist deren Geschäftsführer und stellt das jeweils aktuelle Heft im Gespräch mit Katrin vor.Diesmal geht es um Mascha Kaléko, die Deals der Bundesregierung mit dem Taliban-Regime und um die Notwendigkeit einer Massenbewegung gegen Trump. 

  20. 74

    Die neue Lust auf links

    Der renommierte Journalist Daniel Bax veröffentlichte nach dem furiosen und unerwarteten Wahlerfolg der Linkspartei das Porträtbuch "Die neue Lust auf links". Der Titel gab auch dieser Folge ihren Namen. Im Gespräch mit Benjamin erläutert Daniel Bax worin aus seiner Sicht die Gründe für das Comeback der Linken nach dem Austritt der umstrittenen Frontfrau Sahra Wagenknecht gelegen haben: langfristig angelegte Strategie, u.a. in den sozialen Medien, echte Teamarbeit, klare Kante in der Sozialpolitik und gegen die AfD sowie Nahbarkeit als Kümmererpartei.Die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner sieht Daniel Bax als "Sahra Wagenknecht - aber erfolgreich, weil sozial kompetent" und in Berlin hält er einen Wahlsieg der Linken und Elif Eralp als künftige Regierende Bürgermeisterin für möglich.

  21. 73

    Spur der Steine

    Wohnen, bauen und planen waren politische Dauerbrenner in der DDR. Davon zeugen zahlreiche Filme der DEFA. Prof. Dr. Michael Grisko hat dazu gemeinsam mit Günter Helmes das Buch "Auferstanden aus Ruinen. Planen, Bauen und Wohnen in Spiel- und Dokumentarfilmen der DDR" herausgebracht, das im Herder Verlag erschienen ist.  Im Potsdamer Kunsthaus DAS MINSK ist noch bis zum 8. Februar die Ausstellung "Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau" zu sehen. Sie widmet sich der Frage, wie die ostdeutschen Plattenbau-Siedlungen in der Kunst verhandelt werden. Teil des Kurator:innenteams war Kevin Hanschke, der mit Gastkurator Kito Neto das Begleitessay verfasste. Im Gespräch mit Benjamin zeigen Michael Grisko und Kevin Hanschke, das und wie das Wohnen in der DDR zum Beispiel Fragen von Individualität und Normierung oder von Klischee und Realität aufwirft – und zugleich den Blick auf gesamtdeutsche und gesamteuropäische Erfahrungen in Großsiedlungen richtet, nicht zuletzt, weil Wohnen eine zentrale soziale Frage des 21. Jahrhunderts ist. 

  22. 72

    Wege aus dem Bahndesaster

     Das Chaos und die chronischen Verspätungen der Bahn gelten inzwischen als „treffendste Allegorie“ für die verfehlte Infrastruktur- und Verkehrspolitik. Als deren Maßgaben galten viel zu lange die Mythen der Privatisierungs- und Marktideologien. Zeit umzusteuern und das Gemeinwohl an erste Stelle zu setzen, meint Tim Engartner. Der Professor an der Universität zu Köln und forscht seit vielen Jahren zur Organisation öffentlicher Infrastruktur, insbesondere zu den Folgen von Privatisierung und Liberalisierung in Bereichen wie Bahn und Energie, aber auch zu Bildungsthemen. In dieser ersten Folge der Staffel 2 von KUNST DER FREIHEIT plädiert er für die Bürger:innenbahn und zeigt an europäischen Beispielen, dass Umsteuern in Richtung Gemeinwohlorientierung nötig aber vor allem auch möglich ist. Spannend nicht nur für Trainspotter, Pufferknutscher:innen und Fans der Modelleisenbahnen.

  23. 71

    Mit Zuversicht in das Jahr 2026

    Benjamin und Katrin begrüßen in dieser Jubiläumssendung tolle Gäste: Ricarda Lang, Bodo Ramelow, Kolja Möller, Daniela Danz, Jens-Christian Wagner, Markus Hilgert, Manuel J. Hartung, Stefan Liebich und Carsten Brosda. Sie alle blicken zurück nach 2025 und nach vorn auf das neue Jahr und sprechen über Mut und Optimismus.Die Jahresauftaktsendung ist zugleich die letzte Folge der ersten Staffel dieses Podcasts. Die zweite Staffel startet am kommenden Sonntag mit Prof. Dr. Tim Engartner und der Suche nach "Wege aus dem Bahndesaster". 

  24. 70

    "Eine Insel der Vernunft in einem Meer von Unsinn" (Karl Barth)

    Dass eine Zeitschrift bald 70 Jahre besteht, ist inzwischen eher selten geworden. Die 'Blätter für deutsche und internationale Politik' erscheinen seit 1956 und sind die größte politisch-wissenschaftliche Monatszeitschrift im deutschen Sprachraum.Geschäftsführerin und Mitglied der Redaktion der Blätter ist Annett Mängel. Hier in KUNST DER FREIHEIT stellt sie monatlich ausgewählte Beiträge der jeweils aktuellen Ausgabe vor. Das tut sie auch in dieser Sendung. Zusätzlich sprechen Benjamin und Annett aber auch über die traditionsreiche Geschichte der Zeitschrift und wie sie sich immer wieder an neue Bedingungen anpassen muss. Nicht zuletzt kündigt Annett ein neues Layout der Zeitschrift mit dem kommenden Januarh-Heft an - wir sind gespannt. 

  25. 69

    THÜRINGEN INSIDER trifft KUNST DER FREIHEIT

    Im Podcast THÜRINGEN INSIDER beobachten und kommentieren Diana, Bianca, Anja und Rosa aus progressiver Perspektive die politische Lage zwischen Nordhausen, Erfurt und Sonneberg.In dieser Folge blicken Benjamin, Diana und Bianca zurück auf rot-rot-grün, den regierenden Brombeerbund und das geschichtsvergessene "Grüne Herz"-Landesmarketing. 

  26. 68

    Was nicht im Geschichtsbuch steht

    In seinem Buch "Rechter 'Rand' und demokratische 'Mitte'", erschienen beim Wallstein-Verlag, erzählt der Historiker Dr. Niklas Krawinkel eine Geschichte der Bundesrepublik, in der die Radikalisierung und Legitimation extrem rechter Politik nach 1945 im Vordergrund steht.In der heutigen Folge spricht er über die daraus folgenden Lernerfahrungen und wie frappierend es ist, dass das Muster des Aufgreifens extrem rechter Narrative durch Parteien der selbsternannten demokratischen Mitte sich von der Forderung nach Generalamnestie für Kriegsverbrecher aus den frühen 1950er Jahren, über die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl zynischerweise legitimiert mit den Anschlägen auf Asylbewerber:innen-Unterkünfte bis zur heutigen Migrationsdebatte, sich stetig wiederholt.

  27. 67

    Gedenken neu denken

    Wie schafft man es, beim Bundesarchiv den Eindruck zu erwecken, die Behörde sei Opfer einer Spam-Attacke geworden? Ganz einfach: Indem Susanne Siegert per Video erläutert, wie Interessierte einen Antrag auf Informationen stellen, um in der eigenen Familie die NS-Vergangenheit zu erforschen.Susanne ist Journalistin und eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. Sie klärt unter "keine.erinnerungskultur" auf Instagram und TikTok über den Holocaust auf. Für ihre innovative und engagierte Arbeit wurde sie ausgezeichnet. Und zwar 2024 mit dem Grimme Online Award und in diesem Jahr mit dem Margot Friedländer Preis. Im Piper-Verlag ist nun ihr Buch "Gedenken neu denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss" erschienen. In dieser Folge von KUNST DER FREIHEIT erzählt Susanne, warum sie sich für die Erinnerung an das KZ-Außenlager Mühldorfer Hardt einsetzt, welche Chancen und Grenzen in 90-Sekunden-Videos stecken und welche Erwartungen sie an die Kommunikation von Gedenkstätten hat. 

  28. 66

    NIUS, Nietzsche, Neonazis: Die rechte Buchmesse "Seitenwechsel"

    Den besten Titel der ausführlichen Berichterstattung der überregionalen Feuilletons über die rechte Buchmesse Seitenwechsel hatte diesmal nicht die taz, sondern der Tagesspiegel - wir haben ihn für diese Folge von KUNST DER FREIHEIT gekapert.Denn auch wir werfen einen Blick auf das große Familientreffen rechtskonservativer bis extrem rechter Verlage und Zeitschriften, das von Susanne Dagen initiiert wurde. Der Kulturjournalist Jens Balzer hat die Messe besucht. Im Gespräch mit Benjamin schildert er die Atmosphäre der selbsternannten Querdenker und Widerständler gegen eine vermeintliche Zensur.Gleichzeitig kommt der Autor des Buches After Woke, das vor Kurzem im Verlag Matthes & Seitz erschien, nicht umhin, den einen oder anderen Vergleich mit vernageltem Denken auf der linken Seite des politischen Diskurses anzustellen. Womit sich Jens Balzer bereits zu einem weiteren Gastauftritt in diesem Podcast eingeladen hat, denn über die Berechtigung und notwendige Differenzierungen dieser Kritik wollen Benjamin und Jens Balzer bei Gelegenheit gemeinsam diskutieren. Wir werden die Hörer:innen von KUNST DER FREIHEIT daran gern teilhaben lassen.

  29. 65

    Film "Zivilgesellschaft unter Druck" & Kluge Blätter im November

    Die Angriffe auf die Zivilgesellschaft haben uns in KUNST DER FREIHEIT bereits mehrfach beschäftigt. Unter anderem hatte der gemeinnützige Verein LobbyControl eine instruktive Studie publiziert, in der die wirtschaftlichen Interessen hinter der Kampagne gegen die Zivilgesellschaft offengelegt werden. Nun ist dazu der Film "Zivilgesellschaft unter Druck" erschienen, der auf YouTube abrufbar ist. Hierzu spricht Benjamin mit Dr. Christina Deckwirth von LobbyControl.Seit bald 70 Jahren erscheinen die Blätter für deutsche und internationale Politik. Jeden Monat stellt Annett Mängel, die Geschäftsführerin der Zeitschrift, im Gespräch mit Katrin ausgewählte Beiträge des jeweils aktuellen Hefts vor - diesmal u.a. von Daniel Ziblatt, Julia Macher und Ute Scheub.

  30. 64

    Die Unverzichtbaren: Menschen in der Basisarbeit

    Wer reinigt über Nacht die Büros? Wer bestückt tagtäglich die Supermarktregale mit frischer Ware? Wer sind die Menschen, die Pakete zustellen, Einkäufe abkassieren, alte und kranke Menschen pflegen und die Fließbänder in den Fabriken bedienen? Bis zu einem Fünftel aller Beschäftigten in Deutschland sind Basisarbeiter:innen: Menschen, die mit ihren Tätigkeiten das Fundament legen für den gesellschaftlichen Alltag und die Wirtschaft. Die Denkwerkstatt Das Progressive Zentrum bringt unter der Projektleitung von Johanna Siebert, der Mitarbeit von Mara Buchstab u.a. Licht in das Dunkel der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen, Forderungen, Bedürfnisse und Wünsche von Basisarbeiter:innen. Entstanden sind sowohl eine Studie als auch der 36-minütige Dokumentarfilm, in dem der Reinigungsarbeiter Güven Ciftci, der DHL-Paketzusteller Khaleel Al Bodach und die Pflegehilfskraft Cynthia Würpel die Zuschauer:innen in ihren oft unsichtbaren Arbeitsalltag mitnehmen. Sollten Hörer:innen Interesse haben, den Film im Rahmen einer Veranstaltung zu zeigen, können sich Interessierte gern an das Progressive Zentrum wenden.Auf Grundlage der Studie, des Films und den Diskussionen dazu, sollen politische Lösungsvorschläge für bessere Arbeitsbedingungen in der Basisarbeit erarbeitet werden. Dazu veranstaltet das Progressive Zentrum im Herbst und Winter 2025 den Denkraum Basisarbeit – eine dreiteilige Workshopreihe, in der Basisarbeiter:innen, Politiker:innen, Wissenschaftler:innen und Personen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen diskutieren, welche Maßnahmen es zu einer materiellen und immateriellen Aufwertung von Basisarbeit braucht. 

  31. 63

    "Immer hübsch dialektisch bleiben"

    Kein Problem ist zu klein und keines zu groß - so bringt Katalin Gennburg ihren politischen Ansatz auf den Punkt. Durch intensive Basisarbeit hatte sie im Ortsteil Treptow dreimal hintereinander ihren Wahlkreis für das Berliner Abgeordnetenhaus gewonnen und ist nun Nachfolgerin von Petra Pau für Marzahn-Hellersdorf im Deutschen Bundestag.In dieser Sendung sprechen wir über das bislang nicht umgesetzte Volksbegehren "Deutsche Wohnen & Co. enteignen", die Kritik von Katalin am Konzept "Bauen, Bauen, Bauen" und welche Vorschläge sie hat, um schneller die enorme Lücke an bezahlbaren Wohnungen zu schließen, ohne dass die Immobilienlobby sich eine goldene Nase verdient. Katalin erläutert, weshalb der Kampf um öffentliche Toiletten kein putziges Randthema sondern Ausdruck einer sorgenden und sozialen Stadt ist. Gemeinsam blicken wir mit ihr nach Argentinien, was Feminismus für sie bedeutet und auf ihr jüngst publiziertes Papier "Vom Parlament auf die Barrikade", denn Katalin ist überzeugt: Linke müssen immer hübsch dialektisch bleiben. 

  32. 62

    "No Kings"-Proteste, Mamdani in New York und rechte Medienkampagne

    Wir blicken in dieser Mittwochfolge auf die USA und auf eine rechte Medienkampagne in Deutschland. Denn das rechte Portal "Apollo News" hat die Amadeu Antonio Stiftung, eine wichtige Organisation der demokratischen Zivilgesellschaft zum Ziel einer orchestrierten Kampagne auserkoren. Der Grund: Die Stiftung "erdreistete" sich, Fakten anzusprechen in einer Veranstaltung unter dem Titel "Den rechten Medien auf die Tasten treten". Hintergründe berichtet Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung und bereits häufiger Gast in KUNST DER FREIHEIT.In den USA regt sich Widerstand gegen die autoritäre Trump-Regierung. Jüngst waren mehr als sieben Millionen Menschen im Rahmen der "No Kings"-Proteste auf der Straße. Hannah Winnick ist Executive Director der Heinrich-Böll-Stiftung in den USA und berichtet über die Proteste und welches Netzwerk in der Zivilgesellschaft diese trägt, da die Demokratische Partei weiterhin mit sich selbst beschäftigt ist.Trotz allem könnte am 4. November ein Paukenschlag geschehen: In New York tritt für die Demokraten der Sozialist Zohran Mamdani als Bürgermeisterkandidat an und er hat gute Chancen, diese Wahl zu gewinnen. Ines Schwerdtner, die Ko-Vorsitzende der Partei Die Linke war in New York und berichtet über die Mamdani-Kampagne, seine Ziele und die Erkenntnis, dass die eigentliche Arbeit am Tag nach der Wahl beginnt. 

  33. 61

    Nichts ersetzt den Blick ins Gelände

    Schreiben bedeutet für die in Thüringen lebenden Schriftstellerin Daniela Danz "das Aussetzen der Sprache im Gelände", wie es der Wallstein-Verlag im Klappentext zum Essayband "Nichts ersetzt den Blick ins Gelände" formulierte. Ihm verdankt die heutige Folge ihren Namen. Ausgangspunkt des Podcastgesprächs ist ihr im August 2025 publizierter neuer Gedichtband "Portolan".Daniela Danz wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, hatte Poetikdozenturen inne und ist auch Leiterin einer NGO für Demokratieförderung.Darüber hinaus ist sie literarisch enorm vielfältig und produktiv. Sie schreibt sowohl Lyrik als auch Romane und verfasste u.a.!ein Libretto für die Oper „Der Mordfall Halit Yozgat“ des Komponisten Ben Frost, basierend auf einer Recherche von Forensic Architecture über den neunten Mord der NSU-Mordserie.Benjamin fährt im Gespräch mit Daniela Danz Stationen ihres Schaffens an. Zum Beginn und Abschluss liest sie je eins ihrer Gedichte.

  34. 60

    Mit dem Kopf gegen die Brandmauer

    Mit seinen diskriminierenden Äußerungen über vermeintliche "Störungen im Stadtbild" hat der Bundeskanzler erhebliche Kritik auf sich gezogen, die jedoch nicht zu einem Einlenken, sondern der Wiederholung und Verschärfung der Aussagen führten. Man muss nicht um die Ecke denken, will man diese Provokation des Kanzlers und CDU-Parteivorsitzenden in die laufende Strategiedebatte über den Umgang mit der Brandmauer zur AfD einordnen: Auf der einen Seite jede Kooperation mit der AfD ausschließen und auf der anderen Seite den Diskurs bedienen, um der AfD das politische Feld nicht zu überlassen.Wir werfen in dieser Folge einen kritischen Blick auf die neuerliche Brandmauer-Debatte der Union. Dr. Anna-Lisa Neuenfeld veröffentlichte gemeinsam mit Marcel Lewandowsky Ende September 2025 in der taz den Gastbeitrag "Die Gretchenfrage der CDU", in dem sie für die Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei bis hin zu Koalitionen plädieren. Im Gespräch erläutert sie, warum die antikommunistische Abgrenzung der CDU zur Linkspartei unehrlich ist, angesichts der Zusammenarbeit mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).Paul Jürgensen und Wolfgang Schroeder von der Denkwerkstatt Das Progressive Zentrum legen wiederum in einem Gastbeitrag für Table Media "Die Fehlschlüsse in der Debatte um die Brandmauer" offen. Paul Jürgensen legt im Gespräch dar, dass die Brandmauer kein Instrument zur Schwächung der AfD sondern zur Immunisierung der wehrhaften Demokratie ist. Auf der demokratischen Seite der Brandmauer müssen die politischen Akteure wiederum den Sound der AfD ablegen, die Niedergangsdebatte drehen und über Zukunft sprechen und die richtigen Entscheidung treffen, damit ihnen zugetraut wird, die Zukunft gestalten zu können.

  35. 59

    Politik der Parole

    Die Parole hat einen schlechten Ruf. Sie gilt als laut, simpel, manipulativ. Die Kulturwissenschaftlerin Daphne Weber ist der Auffassung, dass die Parole zu Unrecht schlecht angesehen ist. Denn sie macht Bewegungen sichtbar und schafft Öffentlichkeit für politische Positionen. Parolen sind in den Augen von Daphne ästhetische Formen der Demokratie. Darüber hat Daphne beim Campus Verlag ein Buch geschrieben: "Politik der Parole. Ästhetische Praktiken politischer Mobilisierung", das Gegenstand der heutigen Folge und des Gesprächs mit Benjamin ist. Das Buch wird in Kürze auch open access, also kostenfrei digital abrufbar sein.Die heutige Folge wird auf dem Blog www.nachdenken-im-handgemenge.de zusätzlich auch als Video abrufbar sein. Für den Support danken wir sehr herzlich den Kollegen von der Beratung und Agentur "Gesellschaft für digitalen Ungehorsam mbH". 

  36. 58

    Was hilft gegen rechtsextreme Immobilien und Raumnahme?

    In vielen Regionen Deutschlands erwerben rechtsextreme Akteure leerstehende Immobilien, um dort Schulungszentren, Konzertstätten oder Gemeinschaftsorte zu schaffen. Diese Strategie ist nicht neu – aber sie hat sich in den letzten Jahren verstetigt. Uns interessiert in dieser Folge, was dagegen getan werden kann.Sebastian Zahn, Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter der Organisation DEMOS e. V. im Westerwald publizierte jüngst den Beitrag „How to kick them out? Zivilgesellschaftliche Strategien im Kampf gegen extrem rechte Immobilien“. Er war zudem am erfolgreichen Engagement gegen die AfD-nahe Immobilie „Fassfabrik Hachenburg“ beteiligt. Im Gespräch mit Benjamin erläutert er erfolgreiche Strategien der rechten Demobilisierung und Aktivierung demokratischer Zivilgesellschaft.Dr. Jens Vorsteher ist Rechtsanwalt in Berlin. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Kritische Justiz befasst er sich mit der Frage, wie der Staat auf die rechtsextreme Raumnahme reagieren kann. Der Beitrag trägt den Titel: "Rechtliche Reaktionen auf rechtsextremistische Raumnahme. Der Vorschlag eines Genehmigungsvorbehalts als bodenrechtliches Instrument" und schlägt eine Änderung des Baugesetzbuches vor. Wie das konkret aussehen würde, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen, worin aber auch die Grenzen seines Vorschlags bestehen, legt er im Gespräch mit Benjamin dar.

  37. 57

    Demokratie braucht Ungehorsam

    Demokratie braucht Ungehorsam, davon sind die Journalisten Matthias Meisner und Paul Starzmann in ihrem Buch "Mut zum Unmut. Eine Anleitung zur politischen Widerspenstigkeit" (Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH) überzeugt. In dem Buch spannen Meisner und Starzmann ein beeindruckend breites Panorama widerständiger Haltungen auf – von der kindlichen Auflehnung bis zum politischen Protest, Graffittis und Streiks. Sie zeigen, dass Renitenz keine ideologische Kategorie ist, sondern eine Grundhaltung, die in allen Lebensbereichen vorkommt: in der Familie, im Beruf, in der Schule, in den Medien, in der Politik und im Verhältnis zum Staat selbst.Mit Paul Starzmann spreche ich über die Entstehung und Hintergründe des Buches, warum Humor nicht nur ungemein wichtig, sondern auch psychologisch befreiend ist und über die "12 Gebote der Renitenz", mit den das Mutmach-Buch abschließt.Eine Rezension des Buches findet sich auf meinem Blog www.nachdenken-im-handgemenge.de. Dort publiziere ich auch Gespräche aus dem Podcast zum Nachlesen.

  38. 56

    Wer profitiert von den Angriffen auf NGOs und Zivilgesellschaft?

    Die Zivilgesellschaft in Deutschland ist vielfältig: Von den Sportvereinen über Trachtengruppen zu Kultur, Naturschutz- und Umweltverbänden, Verbraucherinstitutionen und vielem mehr. In zivilgesellschaftlichem Engagement finden sich Menschen zusammen, die sonst in Herkunft, Erwerbs- oder Bildungsbiographie selten oder gar nicht aufeinandertreffen würden und sich politisch ggf. gar nichts zu sagen hätten. Doch die Zivilgesellschaft und ihr Engagement wird diffamiert, erfolgreich werden Anti-NGO-Narrative verbreitet und von interessierter Seite aufgenommen und verstärkt.Dagegen gibt es Widerstand und Aufklärung. In der heutigen Sendung kommen zwei spannende Gäste zu Wort: Dr. Christina Deckwirth arbeitet bei dem gemeinnützigen Verein LobbyControl und ist, gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina Katzemich, Autorin der Studie "Desinformation, Diffamierung und Defunding. Zivilgesellschaft unter Druck". Sie erläutert, wie eine Koalition aus Politiker:innen, Medien und Konzernlobbyisten die Zivilgesellschaft unter Druck setzt. Dr. Ansgar Gessner ist geschäftsführender Vorstand der Maecenata Stiftung. Die Stiftung publizierte das Positionspapier "Das Anti-NGO-Narrativ: Wie versucht wird, die Zivilgesellschaft zu delegimitieren". Ansgar Gessner spricht über die Hintergründe und Inhalte des Papiers, dessen konzentrierte Erkenntnisse in einem hilfreichen Faktenblatt zusammengefasst abrufbar sind.

  39. 55

    Politisch sein "für Dummies" & kluge »Blätter« im Herbst

    Demokratie lebt davon, dass niemand "zu dummie" ist, um mitzureden und sich einzumischen. Die Demokratiebildnerin Julia Karnahl hat dazu das Buch »Politik verstehen und mitgestalten für Dummies« verfasst und spricht darüber mit Benjamin. Er hat das Buch gelesen und auf seinem Blog NACHDENKEN IM HANDGEMENGE rezensiert. Das aktuelle Heft der »Blätter für deutsche und internationale Politik« schaut u.a. auf Gaza, Israel und die Linke, die Ukraine und Rap als "Chor des Antiliberalismus. Annett Mängel ist Redakteurin und Geschäftsführerin der Monatszeitschrift und stellt ausgewählte Beiträge des jeweils aktuellen Hefts im Gespräch mit Katrin vor.

  40. 54

    Höflichkeit ist republikanische Verpflichtung

    Höflichkeit als republikanische Verpflichtung? So formulierte ich spontan im Gespräch mit Jana Münkel in Studio9 - der Tag bei DeutschlandRadio- Deutschlandfunk. Ausgangspunkt war die Studie von HateAid im Auftrag des DGB - Deutscher Gewerkschaftsbund zu digitaler Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst. Die Lunte bei vielen Bürger:innen ist gegenwärtig sehr kurz - das merken Mitarbeitende in der Verwaltung, Rettungskräfte, Polizei aber auch Lehrer:innen und Erzieher:innen. Wir können alle etwas dafür tun, um den gesellschaftlichen Diskurs gewaltfreier zu machen und zu zivilisieren.Weitere Themen der Sendung: Der Friedensplan für Gaza, u.a. mit dem Israel-Korrespondenten Jörg Poppendieck , der Deutsche Schulpreis - Glückwunsch an die Jenaplanschule in Weimar und Stiftung Baukultur Thüringen - sowie die Klausur der Bundesregierung. Mühlheim an der Ruhr ist ein Beispiel für die nicht selbstverständliche Selbstverständlichkeit der Demokratie.Dort spielte sich ein Wahlkrimi ab, denn zunächst schien die SPD-Kandidatin die Oberbürgermeister:inwahl denkbar knapp gewonnen zu haben, scheiterte dann aber bei einer Nachzählung ebenso knapp. Die CDU gewann am Ende. Demokratie heißt verlieren zu können - und das Wahlergebnis zu akzeptieren, weil alle sich an die Regeln halten und sich alle darauf verlassen können. Dieser Wert der freien Wahl ist leider keine Normalität, wie uns die USA und viele andere Länder gegenwärtig zeigen. 

  41. 53

    Hört auf Angst zu haben!

    Der Höhenflug der AfD kann einem Angst machen - ebenso wie die Rechtsverschiebung der gesellschaftlichen Debatten in den vergangenen Jahren. Das eine und das andere stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang. Die frühere Thüringer Grünen-Politikerin Madeleine Henfling ist inzwischen bei Campact e.V. zuständig für das Themenfeld „Arbeit für Demokratie und gegen die extreme Rechte in Ostdeutschland“. In dieser Sendung erläutert sie, vor welchen Herausforderungen zivilgesellschaftliches Engagement für Vielfalt und Demokratie steht, wie Resilienz auch bei einer rechten Regierungsübernahme erreicht werden müsste und welche Erfahrungen, u.a. aus den USA hilfreich sein könnten.An die Adresse der Progressiven gerichtet sagt Madeleine, sie sollten aufhören Angst zu haben und nicht weiter die von rechts vorgegebenen Themen bespielen. Stattdessen sollten sie die eigenen Themen, mit denen Menschen Hoffnung verbinden, in den Vordergrund stellen. Während Rechte und Konservative die großen Linien betonen und über Differenzen großzügig hinwegsehen, verlören sich die Progressiven und Linken im Klein-Klein, gern auch gegeneinander. Auch damit Schluss zu machen, würde die Chancen erhöhen, endlich wieder zu progressiven Mehrheiten zu kommen.

  42. 52

    Free Media Awards & Verwaltung für Demokratie

    Anfang dieses Jahres gründete sich der Verein Verwaltung für Demokratie e.V.. Julia Kümper ist dessen Vorsitzende und spricht in dieser Sendung von KUNST DER FREIHEIT über demokratisches Bewusstsein im Verwaltungsalltag. In vielen Ländern Osteuropas stehen die Medien unter enormem Druck. Viele Journalist:innen arbeiten unter schwierigsten Bedingungen, einige riskieren für freien Journalismus und unabhängige Berichterstattung Leib und Leben. Mit den Free Media Awards wollen die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und die norwegische Stiftelsen Fritt Ord diese Journalist:innen und Medien ermutigen, ihre Arbeit trotz Drohungen und gewaltsamer Unterdrückung fortzusetzen. Im Gespräch mit Benjamin verdeutlicht Manuel J. Hartung, der Vorstandsvorsitzende der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS den Wert freier Presse und stellt die diesjährigen Preisträger:innen vor.

  43. 51

    100 Jahre Bauhaus Dessau

    Vor 100 Jahren zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau. Unter dem Motto „An die Substanz“ inszeniert die Stiftung Bauhaus Dessau von September 2025 bis Dezember 2026 dieses Jubiläum. Benjamin nimmt das historische Ereignis zum Anlass, mit Dr. Annemarie Jaeggi über die wechselhafte Geschichte dieser Kunsthochschule in Weimar, Dessau und Berlin und die sie prägenden Akteur:innen zu sprechen. Frau Dr. Jaeggi ist die Direktorin des in Berlin ansässigen Bauhaus Archiv/Museum für Gestaltung und profunde Kennerin des Bauhauses und dessen Gründungsdirektors Walter Gropius. In dem Gespräch umreisst sie die sozio-ökonomischen, künstlerischen und politischen Umfeldbedingungen der Kunstschule. Jaeggi legt dar, warum es "das Bauhaus" nicht gibt und skizziert, was die Geschichte des Bauhauses uns heute noch zu sagen.  Gerade weil das Bauhaus bis heute Projektionsfläche für kulturpolitische Kämpfe ist, lohnt sich der historisch-kritische Blick: Er macht sichtbar, wie sehr die Auseinandersetzung um Form, Gestaltung und Gesellschaft auch ein Streit um Demokratie und offene Kultur bleibt. Nicht zuletzt im Ringen um die von Walter Gropius gestellte Frage: "Wie wollen wir leben?"

  44. 50

    Attentat auf Charlie Kirk & Klassismus in Museen

     Das Attentat auf Charlie Kirk am 10. September 2025 in Utah hat große politische und gesellschaftliche Wellen geschlagen und steht als neues Beispiel für die Gefahr einer stetig eskalierenden politischen Gewalt in den USA.  Präsident Donald Trump instrumentalisierte den Anschlag für seine politische Zwecke, bezeichnete Kirk als „Märtyrer“ der konservativen Bewegung und machte pauschal „radikale Linke“ für die Tat verantwortlich – noch bevor Details bekannt waren. Über die Reflexion des Attentats in Politik und Medien berichtet im Gespräch mit Katrin aus New York Stefan Liebich, der dort das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung leitet. Wir hören in eine Rede des linken US-Senators Bernie Sanders und zur hiesigen Debatte spricht Benjamin mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Marcel Lewandowsky. Soziale Klasse zählt zu den prägendsten, aber im Kulturbereich nach wie vor unterbelichteten Kategorien gesellschaftlicher Ungleichheit. Die Tagung Klasse - Museum. Klasse und Klassismus in der Museumsarbeit  rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Klassenzugehörigkeit Museen in ihren Inhalten, Arbeitsweisen und Publika beeinflusst. Dr. Doreen Mölders leitet als Direktorin das Historische Museum in Frankfurt am Main, ist eine der Organisator:innen dieser Tagung und spricht mit Benjamin über die Motive und Ziele dieser Veranstaltung.

  45. 49

    "Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934"

    In dem viel beachteten Buch "Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934" erzählt Jens Bisky, wie die Weimarer Republik in einem Wirbel aus Not und Erbitterung zerstört wurde. Über dieses große Panorama einer extremen Zeit, die noch immer ihre Schatten auf die Gegenwart wirft, sprach Benjamin im "Ettersburger Gespräch" auf Schloss Ettersburg bei Weimar.In dieser Folge von KUNST DER FREIHEIT wird das Gespräch dokumentiert. Wir danken Schloss Ettersburg und dem Direktor, Dr. Peter Krause, für die Zustimmung zur Veröffentlichung und Andreas Friese von Radio Frei für den technischen Support bei der Verbesserung der Tonqualität der Aufnahme.

  46. 48

    Kulturgutschutz in Krisenzeiten & Blätter im September

    Katrin spricht in dieser Folge mit Annett Mängel. Sie ist Geschäftsführerin und Redaktionsmitglied der Traditionszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik. Einmal monatlich stellt Annett das jeweils aktuelle Heft vor und führt in ausgewählte Beiträge ein. Diesmal geht es um die "Bullshit"-Feindbilder zum Bürgergeld, das Plädoyer von Lea Ypi für eine Migrationsdebatte im Sinne der Aufklärungsphilosophie  sowie über Long Covid in der Leistungsgesellschaft. Constanze Fuhrmann ist Kulturgutschutzexpertin bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und erste stellv. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz. Im Gespräch mit Benjamin legt sie die Lücken offen zwischen den grundsätzlich vorhandenen gesetzlichen Regelungen des Kulturgutschutzes und der tatsächlichen Praxis auf Ebene von Kommunen, Ländern und dem Bund bis zur Europäischen Union.

  47. 47

    Kunst im Bürger:innenauftrag

    In dieser Folge spreche ich Alexander Koch. Der Kurator, Autor und Mitbegründer der Berliner Galerie KOW ist Direktor der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber – eines Projekts, das in Deutschland relativ neu ist, aber bereits europaweit für Aufmerksamkeit sorgt. Denn: Bei den Neuen Auftraggebern kommt die Initiative für Kunstwerke nicht von Museen, Kurator:innen oder Mäzen:innen, sondern von Bürgerinnen und Bürgern selbst.Wir sprechen über die Entstehung und das Selbstverständnis der Neuen Auftraggeber sowie über konkrete Projekte künstlerischer Selbstermächtigung, ob in Mönchengladbach oder Züsedom. Denn viele Menschen wollen mehr Mitsprache bei Belangen, die sie direkt etwas angehen. Kunst im Bürger:innenauftrag schafft diesem Anspruch Raum und Geltungskraft.

  48. 46

    Die Hoffnung organisieren - Teil 2

    Was bedeutet linkes Organizing in der Praxis und worin unterscheidet es sich von anderen Organizing-Formen? Susanne Lang und Robert Maruschke sind Expert:innen für linkes Organizing. Gemeinsam arbeiteten beide in der linken Parteizentrale, dem Karl-Liebknecht-Haus. Robert wird künftig für die IG Metall tätig sein.Im zweiten Teil dieser Doppelfolge hören wir, wie Robert und Susanne jeweils zum Organizing gekommen sind, wie die Linkspartei mit anderen sozialistischen Parteien in Europa und weltweit Erfahrungen aber auch technisches Know how austauscht. Sie diskutieren kritisch über die Begrifflichkeit der "disruptiven Parteientwicklung" und legen dar, was es praktisch bedeutet, erfolgreich viele Mitglieder nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu aktivieren und was die Die Linke dabei gelernt hat. 

  49. 45

    Die Hoffnung organisieren - Teil 1

    Das größte Comeback des Jahres hatte Die Linke bei der Bundestagswahl 2025. Wenige Monate zuvor für klinisch tot erklärt, wählten 4,3 Millionen Menschen links.Susanne Lang und Robert Maruschke sind Expert:innen für linkes Organizing und arbeiten beide in der linken Parteizentrale, dem Karl-Liebknecht-Haus. Sie erläutern in einer Doppelfolge, was es praktisch heißt, "die Hoffnung zu organisieren". Der zweite Teil dieser Doppelfolge erscheint am Sonntag, dem 31. August 2025.

  50. 44

    Die globale Rechte

    Im Lied "Die Internationale" erkämpft diese das Menschenrecht. Die heutige Internationale der Rechten legt es darauf an, die Menschenrechte zu zerstören.Mein heutiger Gast ist Privatdozent Dr. Marcel Lewandowsky. Von ihm erschien beim Verlag C.H. Beck in der Reihe Wissen in diesem Jahr das Buch „Die globale Rechte“. Wir sprechen über Strategien, Gemeinsamkeiten und Unterschiede rechtsextremer Organisationen und Netzwerke weltweit.

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Kunst der Freiheit ist der Podcast von Benjamin-Immanuel Hoff – gemeinsam mit Katrin Petermann. Die Psychotherapeutin und der ehemalige Minister sprechen im Dialog und mit wechselnden Gästen über Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik. Aus progressiver Perspektive und dem Interesse am zwanglosen Zwang des besseren Arguments. Hier wird gesprochen, weil vorher schon gedacht wurde. Die Freiheit der Kunst steht unter Druck – ebenso wie die Freiheit selbst. Auch sie ist eine Kunst und eine fragile Balance. Wie die Räume der Freiheit größer werden, diskutieren wir anhand spannender Themen und guten Ideen mit klugen Gästen.

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