PODCAST · society
MDR KULTUR Features und Essays
by Mitteldeutscher Rundfunk
Ausgewählte Features nehmen Sie mit in das riesige Themenspektrum der Kultur, vom Blick in die Geschichte bis zu hochaktuellen Fragen unserer Zeit, vom Wissenschafts- bis zum Lifestyle-Thema – lassen Sie sich inspirieren!
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Max hat es schön – Lotte und Max Pechstein in der Südsee
Im Mai 1914 leiht sich der 32-jährige Max Pechstein von seinem Kunsthändler Wolfgang Gurlitt 10.000 Mark und reist mit seiner Frau Lotte zur deutschen Insel-Kolonie Palau. Ihren einjährigen Sohn lassen sie bei den Großeltern in Zwickau zurück. Während sich für den deutschen Expressionisten der Traum vom Malerparadies in der Südsee zu erfüllen scheint, stellt sich bei der Künstlergattin alsbald Heimweh ein. Ihr erst 2016 veröffentlichtes Tagebuch erzählt von der Reise und vom Leben auf der Insel. Anfang August 1914 notiert sie: "Max hat es schön, er kann gehen, wann und wo er will - ich immer allein. Er hat oft schlechte Laune." Der Aufenthalt auf der Insel soll nur wenige Wochen dauern. Am 8. Oktober 1914 besetzt die japanische Armee den Archipel und deportiert die Pechsteins und alle anderen deutschen Kolonisten nach Nagasaki in die Gefangenschaft. Angeregt vom exklusiven Material aus Lottes Reisetagebuch und bisher ebenfalls unveröffentlichten Autographen Max Pechsteins (1881-1955), erzählt das Feature von den Ansichten eines Künstlerpaares auf großer Fahrt.Feature von Jürgen BalitzkiRegie: Nikolai von Koslowski Mit: Erwin Schastok (Erzähler), Lisa Hrdina (Lotte), Stephan Grossmann (Max), Susanne BardProduktion: MDR 2026Verfügbar bis 29. Juni 2027
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Schicksal Ü40 – Vom Tanzen-Gehen
Wie schön waren doch die wilden 90er-Jahre, als im unsanierten Leipzig gefühlt jede Woche ein neuer Club eröffnete, in Abrisshäusern und Fabrikhallen. Den Sound von damals hat man noch im Ohr, doch plötzlich sind 20, 30 Jahre vergangen. Das Nachtleben hat sich verändert – und der Mensch auch. Kann man das Gefühl von damals wieder aufleben lassen? Wohin geht man, wenn man mit Ü40 und älter mal wieder tanzen will? Autorin Judith Burger wandelt auf den nächtlichen Pfaden ihrer Jugend und trifft unter anderem DJ Donis und einen Swing-Tänzer. Eins wird schnell klar: Tanzen macht glücklich und es ist nie zu spät, die Nacht zum Tag zu machen.Feature von Judith BurgerMit Anja SchneiderRegie: Stefan KanisProduktion: MDR 2016Verfügbar bis 18. April 2027
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Buchenwald: Überleben in der Mitte vom Block
Im Mai 1943 wird Gert Schramm in einer Autowerkstatt in Langensalza verhaftet. Der 15-jährige Lehrling kommt in Polizeigewahrsam, wird von der Gestapo verhört und am 20. Juli 1944 ins Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Der Grund: Gert Schramms Hautfarbe ist schwarz. Seine Mithäftlinge verstecken ihn vor den Nazis in der Mitte vom Block. Am 11. April 1945 erleben die 21.000 Häftlinge ihre Befreiung und die Ankunft der US-Armee. Schramm arbeitet nach Kriegsende zuerst bei den Amerikanern, dann als Dolmetscher bei der Sowjetischen Militäradministration. Dann geht er nach Frankreich, siedelt 1955 mit seiner Frau und seinen Kindern in die Bundesrepublik über und kommt 1964 mit seiner Familie in die DDR. Nach einigen Jahren in der "Wismut" wechselt er zum VEB Kraftverkehr Eberswalde, holt seinen Abschluss als Kfz-Mechaniker und Kfz-Meister nach, wird Werkstattleiter, später Abteilungsleiter. 1985 macht er sich als Taxi- und Speditionsunternehmer selbständig.Feature von Angelika ZapfMit Arianne Borbach, Martin Seifert, Axel ThielmannRegie: Henry BernhardProduktion: MDR 2012Verfügbar bis 11. April 2027
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Tonfänger – das Mikrofon eine deutsche Geschichte
1861 führte der Erfinder Philipp Reis der Physikalischen Gesellschaft zu Frankfurt am Main eine Apparatur vor, die mit Hilfe eines Schweinedarms Schall in elektrische Impulse umwandelte – die Basis für das Mikrofon. Im Berlin der 1920er-Jahre schuf Georg Neumann sein legendäres Kondensator-Mikrofon. Den Militärs und Propagandisten galt dessen Massenproduktion als kriegswichtig; sie wollten die Welt besiegen und beschallen. Aus der in Thüringen versteckten Fabrik wuchs die beste Mikrofonfirma der DDR, die heutige Microtech Gefell GmbH. Für jeden Klang gibt es längst das passende Mikro. Doch das Streben nach dem optimalen Schallwandler geht weiter. Eine Rundreise zu Konstrukteuren, Koryphäen und Klangkünstlern und in die Geschichte des Mikrofons.Feature von Tom SchimmekMit Matthias Ponnier und Walter NiklausRegie: Andreas MeinetsbergerProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2007Verfügbar bis 4. April 2027
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Alles hinter dem Spiegel – Die kosmische Reise des Stephen Hawking
Der britische Astrophysiker Stephen Hawking (1942-2018) wurde schon zu Schulzeiten mit Einstein verglichen. Hawking war allerdings ein schmächtiger Junge, zu schmal, um in seine Schuluniform zu passen. Im Alter von 22 Jahren diagnostizierte man bei ihm Amytrophe Lateralsklerose (ALS), und gab ihm nur noch wenige Jahre zu leben. Doch statt in die Umlaufbahn zu wechseln, wurde er zum Popstar der Wissenschaft, lieferte erstaunliche Erkenntnisse zu schwarzen Löchern, jagte seine Kinder mit dem Rollstuhl über den englischen Rasen und spielte in populären TV-Serien mit. Am 14. März 2018 starb Stephen Hawking im Alter von 76 Jahren.Feature von Anna Lila MayRegie: Ulf KöhlerMit: Ulrike Krumbiegel - Erzählerin, Petra Hartung - Übersetzerin, David Bennent - Stephen HawkingProduktion: MDR 2019Verfügbar bis 27. März 2031
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Die Frühlingsreise – Sieben Wetterbriefe aus Europa
Der Frühling bringt das Gefühl von Aufbruch, Veränderung und neuen Möglichkeiten. Ein Reise-Autor begleitet Mitte der 70er-Jahre zu Zeiten des Kalten Krieges den Frühling auf seinem klassischen Weg durch ganz Europa.
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Letzter Ausweg Prag – Die Botschaftsflüchtlinge im Palais Lobkowicz
"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ..." Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wird von einem gewaltigen Jubelschrei unterbrochen. 5.000 Personen im Garten des Palais Lobkowicz - der bundesdeutschen Botschaft in Prag - geben ihren Gefühlen freien Lauf. Der Lärm verschluckt das Satzende: "dass heute Ihre Ausreise möglich geworden ist." Es war der 30. September 1989. Kaum verließen die ersten Flüchtlinge das Gelände der Botschaft mit Zügen in Richtung Bundesrepublik, kamen immer mehr Menschen aus der DDR, um über Prag in den Westen auszureisen. Einige von ihnen hielten sich wochenlang auf dem Gelände der BRD-Botschaft auf. Insgesamt sollen es über 70.000 Menschen gewesen sein, die auf diesem Weg die DDR verließen, so der Botschafter Hermann Huber. In den Tagen der Belagerung befürchtete der damalige Hausherr, dass unter den katastrophalen hygienischen Bedingungen Seuchen ausbrechen. Erst als am 3. November die tschechoslowakische Regierung DDR-Bürgern, die sich in der bundesdeutschen Botschaft aufhielten, die direkte Ausreise über ihre Grenzen erlaubte, entspannte sich die Situation im Palais Lobkowicz. Feature von Tobias Barth:Tobias Barth (1970-2026) arbeitete als Industriekletterer und in Umweltprojekten, lernte Tischler und studierte Medienwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig und Basel. Seit 1997 arbeitet er als freier Autor, Regisseur und Produzent. Am 28. Februar 2026 verstarb unser Kollege, Freund und Gefährte im Garten eines Freundes an einem Herzinfarkt.Regie: Sabine RanzingerProduktion: MDR/WDR 1999
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Johann Sebastian Bach: Köthen, Leipzig und der Erdenkreis
Der 22. April 1723 ist ein Schlüsseldatum in der Musikwelt. An diesem Tag wählte der Rat der Stadt Leipzig einstimmig Johann Sebastian Bach, bis dahin Hofkapellmeister des Fürstenhauses Anhalt-Köthen, zum Thomaskantor und städtischen Musikdirektor. Allerdings war er für die Ratsherren nur die "vierte Wahl", sie hätten lieber seine Komponistenkollegen Georg Philipp Telemann, Christoph Graupner oder Johann Friedrich Fasch in dieser Position gesehen. Und auch für Bach selbst war der Wechsel von Köthen nach Leipzig eher eine Verlegenheitslösung als ein Karrieresprung. Denn das Amt eines Hofkapellmeisters genoss im Barock höheres Ansehen als das Kantors und Schulmeisters. Am wenigsten begeistert war Bach von der Aussicht, die Knaben des Thomanerchors nicht nur in Musik, sondern auch in Latein unterweisen zu müssen. Dennoch: Jede Woche schreibt Bach eine neue Kantate und führt sie auf – eine selbstgestellte Mammutaufgabe – die er nicht durchhalten wird. Der Grund dafür: Eine "wunderliche, der Music wenig ergebene Obrigkeit" bereite ihm "Verdruss".Das Feature von Claus Fischer erzählt von Bachs Dienstantritt in Leipzig als einem holprigen Moment, aus dem dennoch Musikgeschichte wurde.Regie: Andreas MeinetsbergerMit: Benjamin Kramme, Axel Thielmann, Conny Wolter Produktion: MDR 2023Verfügbar bis 13. März 2027.
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Schrot auf Kormorane
2010 ausgezeichnet als Vogel des Jahres war er einst Sinnbild für eine geglückte Rückkehr einer fast verdrängten Art: der Komoran. Heute, 16 Jahre später, hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Der Kormoran steht im Zentrum einer zunehmend zugespitzten Debatte. Seine Bestände sind vielerorts stabil bis hoch, regional nimmt die Anzahl der Vögel weiter zu und mit ihnen der Konflikt um Fischbestände, Artenschutz und Nutzung der Gewässer.Ein Feature über Natur im Ungleichgewicht, über Verantwortung und die Frage, wie Artenschutz in Zeiten ökologischer Kipppunkte neu gedacht werden muss. Der Hörfunkautor Jan Schilling begleitet sächsische Fischer, die den schwarzen Vogel ins Visier nehmen und besucht Brandenburger Kormorankolonien.Feature von Jan SchillingMit: Fabian Busch, Jürgen SchulzRegie: Tobias BarthProduktion: MDR 2013Online verfügbar bis 6. März 2027
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Cold Case aus der Steinzeit: Die Schamanin von Dürrenberg
Es ist der 4. Mai 1934. Am Ufer der Saale in Bad Dürrenberg, Sachsen-Anhalt, eilt Grabungstechniker Henning zu einer tumultartigen Notgrabung. Beim Kanalschachten im Kurpark waren Arbeiter an der Gradiermauer auf ein Grab gestoßen. Für den Tag darauf plant der Kurpark ein Volksvergnügen. Hektisch birgt er das Skelett, kritzelt mit Bleistift den Fundort auf einen Zettel und lässt die Grube zuschütten.Im Museum für Frühgeschichte Halle attestieren zwei überzeugte Nationalsozialisten eine Sensation: Das Skelett sei ein weißer Mann, beerdigt zur Bronzezeit vor Tausenden Jahren - der Archetyp des Ariers, entdeckt in mitteldeutscher Heimaterde! Sie veröffentlichen ihre Theorie vom Ursprung der arischen Rasse in Preußen und präsentieren die Dürrenberger Knochen als Beleg.Fast 90 Jahre später wird der komplette Gencode entschlüsselt. Was die Archäogenetiker entdecken: Das reichste Grab der Mittleren Steinzeit, das je in Europa gefunden wurde, gehörte einer Frau. Sie lebte vor rund 9.000 Jahren und war als Schamanin offenbar weithin bekannt. Beerdigt wurde sie wie eine Königin, mit ungewöhnlichen Mengen an Grabbeigaben, Ketten, Masken aus geschnitzten Tierknochen, Steinklingen, gebettet in einen Kokon aus weißem Ton. Besonders überraschte ihr Äußeres: Die Schamanin hatte helle Augen, pechschwarzes Haar und sie war dunkelhäutig. Produktion: DLF 2025Verfügbar bis 26. Februar 2027
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Die Geheimrede – Die Stalinkritik Chruschtschows und ihre Wirkung im Osten
Die Geheimrede Chruschtschows, gehalten am 25. Februar 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU, war der vorläufige Höhepunkt der Entstalinisierungsbemühungen nach dem Tod Stalins, zu denen die Separierung von Innenministerium und Staatssicherheit ebenso gehörten, wie vorzeitige Haftentlassungen. Chruschtschows Politik und seine Stalinkritik blieben jedoch inkonsequent. Am Leninschen Prinzip der Alleinherrschaft der Partei rüttelte er in keiner Weise - im Gegenteil. Dennoch regte sich in der Folge bei vielen Menschen eine gewisse Hoffnung auf eine liberalere Politik. Die Partei- und Staatsbürokratie verzögerte bzw. verhinderte die Reformbestrebungen. In Ländern wie Ungarn oder Polen wurde die Geheimrede Chruschtschows als Ermutigung für den Beginn bzw. die konsequente Fortsetzung eigener Entstalinisierungsansätze und der Zurückgewinnung der nationalen Souveränität interpretiert. Einsetzende Demonstrationen und Massenproteste ließ Chruschtschow von sowjetischen Truppen brutal niedergeschlagen. Die SED-Führung unter Ulbricht und Pieck wies die Stalinkritik Chruschtschows innerlich zurück. Eine breite Debatte über die Beschlüsse und die Geheimrede des XX. Parteitages unterbindend, verfolgte die SED-Führung nach der Niederschlagung der Proteste in Polen und Ungarn Kritiker in und außerhalb der SED. Obwohl alle politischen Reformbemühungen Mitte der 1950er Jahre scheiterten, sahen sich die nachfolgend Regierenden gezwungen, ihr Handeln stärker von dem Stalins abzusetzen. Wesentlicher ist jedoch, dass die Geheimrede die antistalinistische Kommunikation in der Gesellschaft einleitete, die bis zu Chruschtschows Sturz 1964 relativ offen, anschließend im Untergrund geführt wurde. Feature von Meinhard StarkMit: Ulrike Krumbiegel, Sergej Gladkich, Thomas Stecher, Martin Seifert, Alexander BrabandtSchnitt: Hans-Peter RuhnertTon: Holger KliemchenRegie: Sabine RanzingerProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2006Verfügbar bis 16. Februar 2027
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Es ging seinen Gang: Aufstieg und Fall eines Buches in der DDR
Im Frühjahr 1978 erschien nahezu zeitgleich in beiden Teilen Deutschlands Erich Loests Roman "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene" - im Westen vielfach übersetzt, verfilmt und Schullesestoff, wurde er im Osten zunächst in ungewohnt kleiner Auflage gedruckt, wenig später verboten. Das bewirkte auf literarischem, was ehedem die Ausbürgerung Wolf Biermanns auf politischem Gebiet bewirkt hatte.Sieben Jahre Zuchthaus und schwere Krankheit lagen hinter dem Autor Erich Loest, mit Krimis hatte er sich finanziell über Wasser halten müssen. Doch nun schrieb er mit diesem Werk gegen alle von oben verordneten Tabus an: Wahrhaftig, präzise, witzig. "Das gelbe Buch" avancierte binnen kurzem zu einem Kultroman. Wie heftig, ja hysterisch, Staat, Stasi, die Kulturfunktionäre reagierten, dokumentierte Loest später in seinem Bericht "Der Vierte Zensor".Die Autorin befragt Personen, die damals mit der Veröffentlichung des Buches "Es geht seinen Gang" befasst waren", es gefördert oder verhindert haben.Feature von Linda RottaRegie: Sabine RanzingerProduktion: MDR 2003Verfügbar bis 19. Februar 2027
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Tiefflieger über Dresden – Umkämpfte Erinnerung an den Februar 1945
Ein umstrittenes Detail zeigt exemplarisch, wie die Erinnerung an die Bombardierung Dresdens umkämpft ist. Peter-Hugo Scholz sprach 2013 mit Zeitzeugen und mit den maßgeblichen Experten. Feature zum Stand der Erkenntnis.
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Napoleon, King Charles und die Erfurter Brunnenkresse
Heute gilt Brunnenkresse als "Superfood" und "Powergemüse" und dient mit seiner scharfen, leicht senfigen Note in den feinsten Gourmetrestaurants als Küchenkraut und Blattgemüse. Auch King Charles III. bekam zu seinem Antrittsbesuch im Schloss Bellevue im März 2023 einen Salat aus Erfurter Brunnenkresse serviert. Ralf Fischers Familie baut seit sechs Generationen die Brunnenkresse an - ein mühsames Geschäft, für das der Gärtner viel Hingabe und Erfahrung braucht. Nun kommt der 71-Jährige langsam an seine körperlichen Grenzen. Er sucht einen Nachfolger. Aber wer will schon die mühsame, hochsensible und auch nicht sehr einträgliche Arbeit des Brunnenkresseanbaus übernehmen?Feature von Antje KirstenRegie: Andreas MeinetsbergerTon & Technik: Steffen Brosig und Christian GrundMitteldeutscher Rundfunk 2023Verfügbar bis 6. Februar 2027
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Einsturz Dresdner Frauenkirche: Geschichten vom Retten und Bewahren der Trümmer
Im Februar 1945 zerstören Bomberangriffe die Altstadt Dresdens und auch die Frauenkirche. 45 Jahre später beginnt ihr Wiederaufbau. Ohne Beharrlichkeit einiger weniger wäre das undenkbar gewesen.
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Lithiumland Deutschland – der Preis der Zukunft
Deutschland verfügt über viele heimische Quellen für Lithium, dem wichtigsten Batterie-Rohstoff der Welt. Dennoch steigt die Abhängigkeit von China und Chile jedes Jahr. Die Politik will das ändern und plant milliardenschwere Großprojekte. Doch alle liegen weit hinterm Zeitplan. Warum? Das ARD Radiofeature forscht nach Gründen und verfolgte die Projekte über ein Jahr – wie die größte geplante Lithium-Mine in Zinnwald im Erzgebirge oder die vielversprechende Lithium-Gewinnung aus flüssiger Sole in der Altmark und im Rheingraben.Feature von Heidi MühlenbergProduktion: MDR 2026Verfügbar bis zum 01.01.2028
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Sprungbrett Ruhestand
Oft wird er herbeigesehnt, der Ruhestand. Doch wenn es dann soweit ist, folgt nach dem letzten Glas zum Abschied oft die Ernüchterung. Man wird nicht mehr gebraucht, hat keine Aufgabe und mit einem Mal ein "Unwertgefühl". Auch dem Autor Wolfgang Bauernfeind ging es so, er saß nach 40 Berufsjahren als Radioredakteur plötzlich zu Hause und dachte: Und was kommt jetzt? Das Zauberwort hieß: "Senior Expert Service", ein Name, der für ihn zuerst wie eine Verschwörung klang, wie ein Geheimbund graumelierter Rentner.Gefördert von Industrie- und Handelskammer und zwei Bundesministerien hat der "SES" in den vergangenen Jahren 12.000 Rentner in die Welt geschickt und auch für den Autor fand sich für drei Monate eine Lehrer-Stelle an einem College in Phnom Penh/Kambodscha. Doch es muss nicht immer die Ferne sein. Die Bandbreite der Helfer in Deutschland reicht von der Krankenschwester bis zum Chefarzt, vom Meister bis zum Geschäftsführer. Ziel ist es, zum Beispiel Jugendliche, die zuvor oft Probleme hatten, erfolgreich zu einem Abschluss zu führen. Inzwischen gibt es bundesweit über 10.000 Anfragen für diese "rettenden Engel". Und so werden in Zukunft noch viele Ruheständler, die sich noch nicht zur Ruhe setzen wollen, das Gefühl haben, gebraucht zu werden.Feature von Wolfgang BauernfeindRegie: Der AutorSprecher: Gerd WamelingProduktion: MDR 2017Das Feature ist bis 30. Januar 2027 online verfügbar.
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Das Jahr der Zauberflöte
Im März 2020 entdeckt eine knapp dreijährige Tochter die "Zauberflöte" – ein Ereignis, das bald Pandemie und Lockdown überstrahlt. In Zeiten des Homeoffice wird die Zauberflöte zum omnipräsenten Familien-Event und die Wohnung zur Bühne für eine Aufführung, die niemals endet. Doch es stehen auch immer mehr Fragen im Raum: Was für eine Kultur- oder Naturgewalt entfaltet sich hier eigentlich? Was hat die Zauberflöte mit uns zu tun und was fangen wir heute mit ihren weniger zeitlosen Passagen und Inhalten an? In welcher Welt wollen wir leben, wenn der Tag die Nacht besiegt? Feature: Lars Meyer Sprecher: Conny Wolter und der Autor Regie: Ulf Köhler Ton und Technik: Holger König und Steffen Brosig Redaktion: Tobias Barth Produktion: MDR 2021 Verfügbar bis 22. Januar 2027
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Männer in Magdeburg – Stichproben zur maskulinen Lage
Das männliche Geschlecht gilt heute als übernervös und schnell gekränkt, als von Komplexität überfordert und tendenziell gewalttätig. Zunehmend wird die Welt wieder von "echten Männern" regiert, zur wilden Begeisterung ihrer Anbeter – und zum wachsenden Entsetzen des aufgeklärten Rests. Wie sehen sie die Welt? Wie geht es ihnen wirklich? Autor Tom Schimmeck nimmt eine Stichprobe, an einem beinahe beliebig gewählten Ort: in Magdeburg, wo seit Otto dem Großen Herrscher zuhause waren und die AfD bald alleine regieren will. Eine Erkundung in der Grundschule und im Stadion, im Jugendzentrum und im Landtag. Mit der alten Frage: Wann ist ein Mann ein Mann? Feature von Tom Schimmeck Ton, Technik und Regie: Der AutorDeutschlandfunk 2026Verfügbar bis 20. Januar 2027
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Wer den Wind sät
Wenn Du aus der Dachluke schaust, umgibt Dich ein Panorama des Windes: Du siehst vom jüngsten Sturm abgeknickte Bäume und das Haus des Nachbarn, dem letztens ein Tornado das Dach abgefetzt hat: 50 Quadratmeter Flachdach mit einem Ruck weg. Du kannst eine historische Mühle sehen und viele neue Windkraftanlagen. Du siehst wirbelnde Staubfahnen auf trockenem Acker und am Horizont die Rauchfahne des Gaskraftwerkes, sie zeigt Dir die Windrichtung an. Bei Nordwind trägt der Wind das Rauschen der Autobahn heran und bei jedem Wind sind nachts die Frachtflugzeuge zu hören, Klimakiller, die im Anflug auf Schkeuditz ihre Landeschleife drehen. Zeit für eine lokale Recherche über den Wind, über die Kraft zwischen Hoch und Tief, zwischen Säuseln und Sturm. Und darüber wie Klimaerhitzung spürbar wird.Feature von Tobias BarthMit Benjamin Kramme als ErzählerProduktion: MDR 2022Verfügbar bis 16. Januar 2027
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Provinzjugend – Eine Suche
Harsewinkel – eine ostwestfälische Provinzstadt und der Ort, an dem Autor Tobias Siebert seine Kindheit und Jugend verbrachte. Mit einem ambivalenten Gefühl blickt er heute auf die Zeit in der Stadt zurück, in der auch die AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel aufwuchs. Lange Zeit mied Siebert den Ort seiner Herkunft. Doch ein Fund auf dem Dachboden seiner Mutter bringt Veränderung: Eine alte Kassette, auf der sein verstorbener Vater über seine Erlebnisse in der Hitlerjugend spricht. Dieser Moment wird zum Auslöser einer intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.Mehrmals reist der Autor zurück nach Harsewinkel, um den Spuren seiner Vergangenheit nachzugehen. Was hat das Aufwachsen auf dem Land in ihm hinterlassen? Welche Geschichten wurden verdrängt – bei ihm selbst, in der Stadt, in der Gesellschaft? Dabei stößt Siebert auch auf die Jugendjahre von Alice Weidel und auf eine tiefsitzende, bis heute spürbare Verdrängung der NS-Vergangenheit. Feature: Tobias SiebertSprecher: Oscar Hoppe, Lou Strenger, Hans Henrik WöhlerTon und Technik: André LüerRegie: Giuseppe MaioRedaktion: Tobias BarthProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2025Verfügbar bis 16. Dezember 2026
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Schöner, stiller Gefährte der Nacht – eine Mondbetrachtung
Er begleitet uns, schenkt uns romantische Stunden und weckt Sehnsüchte und Phantasien. Sein Silberschein inspiriert bis heute zahllose Dichter, Maler und Komponisten, beschäftigt Filmemacher und Philosophen. Schon seit Urzeiten hat der Mond uns fasziniert. Sein regelmäßiges Werden und Vergehen, das die Menschen als Kreislauf des Lebens deuteten, weckte ihren Wunsch, Phänomene der Natur zu verstehen und den Weltraum zu erforschen. Und daran hat sich bis auf den heutigen Tag nichts geändert. Seit einigen Jahren versuchen immer mehr Menschen, wieder im Einklang mit der Natur zu leben. Da wird gegärtnert mit dem Mond, gebacken und gekocht mit dem Mond, gesät und geerntet mit dem Mond, geliebt, gebaut, gereist und geheilt mit dem Mond. Und Wissenschaftler bemühen sich immer wieder aufs Neue, Licht in das Dunkel der Mutmaßungen zu bringen und auch die letzten Geheimnisse unseres stillen Begleiters zu entschlüsseln.Feature von Steffi MannschatzMit Ilja Richter, Hermann Treusch, Donata Höffer, Daniela HoffmannRegie: Nikolai von KoslowskiProduktion: MDR 2008Verfügbar bis 6. Dezember 2026
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Nur, nur mit mir – Einsiedeln als ultimative Selbstverwirklichung
In selbstgewählter Einsamkeit Gott nahe sein. Das war das Motiv der Eremiten in der Thebais. Ein frommer Wunsch, der oft klösterlichen Massentourismus nach sich zog. Das 19. Jahrhundert brachte die Einsiedler dann wieder in Mode, oft jedoch als romantischer Ziergegenstand missverstanden. Heute ist es auf unserem überbevölkerten Planeten fast unmöglich geworden, vernünftig einzusiedeln. Und doch, nicht nur die Zahl der tätigen Eremiten steigt seit 10 Jahren drastisch an, nein, Einsiedeln ist eine Massenbewegung geworden. In selbstgewählter Einsamkeit vor dem Bildschirm oder am Terminal sich selbst nahe sein. So lautet die neue Definition. Das Training zum Einsiedler beginnt bei uns schon in früher Kindheit. Ein Land voller Singles. Sicherheit in der Abgeschiedenheit der eigenen Klasse. Die einsame Spitze des Ich-Kults. Hannelore Hippe analysiert ein weiteres Mal unseren sogenannten Lifestyle, entdeckt archaische Wünsche hinter modernen Lebensformen.Feature von Hannelore HippeRedaktion: Holger JackischSprecher: Franziska Grashoff, Markus Kaloff und Axel ThielmannSchnitt und Ton: Hans Blache und Dietmar HagenRegie: Hannelore HippeProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 1996Verfügbar bis 28. November 2026
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Seit wann sind wir wie ihr? – Neun Geschichtslektionen, erzählt in bedrohten amerikanischen Sprachen
In den Anfängen der USA existierten neben dem Englischen viele andere Sprachen. Einige aus dieser Zeit haben überlebt; zum Beispiel Navajo, Gullah, Pennsylvania Deitsch oder der französische Dialekt Cajun. Auf seiner 5000 Kilometer langen Reise lässt sich Alessandro Bosetti in diesen Sprachen die Geschichte des Landes erzählen. Er hört von Columbus' Ankunft aus der Sicht von Ureinwohnern, und ein amischer Christ gibt Martin Luther King als Übersetzer der Bibel an. Doch Bosettis Suche gilt nicht nur vergessenen Sprachen. Er will die Vielfalt eines Landes wiederfinden, das nach außen oft genug als Motor der weltweiten Gleichmacherei erscheint.Feature von Alessandro Bosetti: geboren 1973 in Mailand, Radioautor, Klangkünstler und Komponist. Die meisten seiner Arbeiten drehen sich um den Klang von Sprachen.Übersetzung: Ingo KottkampRegie: Alessandro BosettiProduktion: Deutschlandradio 2009Mitwirkende: Bettina Kurth, Robert Frank, Janna Horstmann, Ilka TeichmüllerVerfügbar bis 23. November 2026
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Winter in Bamberg – Nachdenken über eine deutsche Kaiserstadt
Die fränkische Stadt Bamberg wird oft mit Prag verglichen. Zum Weltkulturerbe zählend, gilt sie als Inbegriff einer mittelalterlichen deutschen Stadt. Eine Reise in der Weihnachtszeit lässt dies besonders intensiv erfahren: Funkelnde Lichter, Frost, Wunder an Baukunst und gespannte Neugier. Da ist der 1007 erbaute Dom, der Glanz des Barocks in den Kirchen, der leuchtende Markt mit feinem Rauchbier. Auf Schnur gereihte Glasbläsereien aus Lauscha und Gablonz, Eisvögel, Trompeten, Schlitten, Monde. Wunderliches und Wunder: 578 farbige Pflanzen bilden seit 400 Jahren den einzigartigen Himmelsgarten an der Decke in St. Michael mit aufschlussreicher, den Menschen einst vertrauter Symbolik. Die Messen in brechend vollen Kirchen folgen Liturgien, die nur den Ältesten noch vertraut sind. So setzt die Stadt jeder von ihr hervorgerufenen Schwärmerei eine wunderbare, hintergründige Ernüchterung entgegen. Feature von Sylvia KabusRegie: Sabine RanzingerProduktion: MDR 2005Verfügbar bis 20. November 2026
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Leuna 1962 – Fischwurst, Kohldampf, Kosmonauten
Am 13. August 1962 meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ein großer Teil der Belegschaft der Leuna-Werke hätte an zwei Tagen gestreikt. Anlass dieses Streiks seien erhöhte Leistungsforderungen bei schlechter Lebensmittelversorgung gewesen. Erst durch motorisierte Einheiten der Roten Armee und deutsche Soldaten sei der Streik beendet worden. Die überlieferten Akten belegen, dass es zu dieser Zeit große Unruhe gab in Leuna. Aber einen Streik dieses Ausmaßes? Warum ist bisher so gut wie nichts darüber bekannt? Wurde dieses gigantische Vorkommnis erfolgreich vertuscht oder handelt es sich um eine westdeutsche Zeitungs-"Ente"?Essay von Udo GrashoffSprecher: Martin Reik, Peter W. Bachmann, Udo GrashoffRedaktion: Katrin WenzelTon und Technik: Holger Kliemchen und Hans-Peter RuhnertRegie: Andreas MeinetsbergerProduktion: MDR 2012Verfügbar bis 21. November 2026
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Leuna-Komplex: Stadt, Werk, Land
"Wenn die Schlote rauchen, war das immer ein Zeichen für Wohlstand.", sagt der Leunaer Schriftsteller Jürgen Jankofsky. Heute entweicht ihnen "guter" weißer Rauch. Die Landschaft um das Leunawerk blüht. Die Saale, einst eine schaumführende grün-braune Kloake windet sich durch die Aue und ist Bade-und Angelgewässer. Die kleine Stadt Leuna, in der annähernd so viele Menschen leben wie es Arbeiter im Leunawerk, dem größten deutschen Chemiestandort, gibt, ist geputzt, saniert, die Gemeinde mitsamt der zu ihr gehörenden Dörfer, ist reich. Die Menschen sind auf feinen Sportplätzen unterwegs, haben funktionierende Vereine mit hunderten Mitgliedern. Geglückte Transformation innerhalb der letzten 35 Jahre? Leuna - ein "Leuchtturm", die vielleicht einzige gelungene "Sanierung" einer einstigen DDR-Industrie.Und dennoch sitzt die AfD mit großer Mehrheit im Stadtrat. Und dennoch gibt es zahlreiche Bürgerinitiativen, die sich gegen neue gigantische Solarparks oder einen Messturm des Deutschen Wetterdienstes, gegen eine Stromtrasse, gegen Hochwasserpolder mitten durch die Aue wehren. Parallel dazu fordert der Leunachef, die Pipelines nach Russland wieder aufzumachen, weil Energie, die das Werk braucht, zu teuer geworden ist, weil die Chemieindustrie in der Krise steckt, weil sonst Massenentlassungen drohen. Deutschlandweit löste das Verwunderung und Entsetzen aus.Sind die Menschen nun die ewig Gestrigen? Die "Ossis", die keine Lust mehr auf eine erneute Transformation haben? Russland-Versteher? Müde vom Sich-Verändern? Ende der Dankbarkeitserwartung an Ostdeutsche, mit der sich fast alles rechtfertigen lässt? Sind sie nicht genau damit: mit Bürgerinitiativen, Protest und der Forderung nach schnellen finanziellen Lösungen, eigentlich angekommen in der Demokratie, im kapitalistischen System? Feature von Christoph PetersProduktion: MDR 2025Verfügbar bis 18. November 2026Den Film "Leuna-Komplex – Stadt, Land, Werk" hier anschauen.
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Kaputte Krieger
Wenn die Erinnerungen hochkommen, erzählt Veteranin Christore aus Thüringen, "rutschen einem manchmal einfach die Beine weg". Sechsmal war sie für die Bundeswehr im Auslandseinsatz, auf dem Balkan und in Afghanistan. "Das schlägt immer durch, wenn man nicht damit rechnet", sagt Jobst, ihr Mann. Die Zahl der Ex-Krieger mit schweren Traumata steigt. Nur zögernd sprechen sie von ihren Kriegserlebnissen und den Panikattacken und Depressionen, dem Zittern und Schwitzen noch Jahre nach der Schlacht. Die Bundeswehr setzt auf mehr Psychologen, testet Online-Therapien. Denn aller Technik zu Trotz: Der Soldat muss immer ganz nah ran: Patrouille fahren, Deckung suchen, schießen. Und danach klarkommen mit den Bildern, den Träumen, der Angst. "Leid, das nicht spricht", sagt Standortpfarrer Frank, "presst das beladene Herz, bis dass es bricht."Feature von Tom SchimmeckSprecherin: Shenja LacherRegie: Andreas ReinetsbergerProduktion: MDR 2018Verfügbar bis 15. November 2026
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Druck im Kessel – Doku über die Tücken der Wärmewende
Wie werden wir in Zukunft, wenn Holz, Kohle, Öl und Gas immer mehr an Akzeptanz verlieren, heizen? Kontroverse Antworten bestimmen und prägen die Debatten politisch, wirtschaftlich und sozial und heizen sie auf. "Wir haben Fehler gemacht", sagt Stefan Wenzel, ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, im Rückblick. Zu groß wäre der mediale Widerstand gegen moderne, aber vermeintlich teure und stromfressende Wärmepumpen gewesen, zu groß das Beharrungsvermögen der Hausbesitzer, die sich nicht vorschreiben lassen wollten, ihre alten Öl- und Gaskessel rauszuschmeißen. Und so wurde das Regierungsziel, 500.000 Wärmepumpen jährlich zu installieren, weit verfehlt und die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes zum Fallstrick für die Ampelkoalition.Kurz nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung sagte Katherina Reiche, die neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, der Klimaschutz sei zuletzt vielleicht "überbetont" worden. Es brauche eine "Neuausrichtung der Energiewende", aber keine "Lex Wärmepumpe". Dabei gilt auch für die neue Bundesregierung das Pariser Abkommen und die Aussage: Deutschland muss bis 2045 klimaneutral sein. Noch aber stammen drei Viertel der genutzten Heizenergie aus Öl oder Gas. Der Gebäudesektor verfehlt deshalb regelmäßig die Klimaziele. Deutschland muss das Tempo also anziehen. Die Doku geht der Frage nach, ob Deutschland die Wärmewende noch schaffen kann – trotz globalem Handelskonflikt, hartem Wettbewerb und neuer politischer Rahmenbedingungen.Druck im Kessel – Doku über die Tücken der WärmewendeARD-Radiofeature von Lydia Jakobi und Tobias BarthTon und Technik: Steffen Brosig und Holger KönigRegie: Nikolai von KoslowskiProduktion: MDR 2025Verfügbar bis 4. August 2026
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Beton und Menschen – Leben im Chemnitzer "Heckert"
Das Chemnitzer Heckert-Gebiet entstand ab 1974 als eines der größten Neubaugebiete der DDR. Es verkörpert die Beton gewordene Utopie einer klassenlosen, gleichmacherischen Gesellschaft. Geplant für fast 100.000 Menschen, durchlebte die Plattenbausiedlung nach der Friedlichen Revolution und den Verwerfungen der Nachwendezeit eine Art Metamorphose. Der Großteil der alten Bewohnerinnen und Bewohner flüchtete nach 1990 ins Umland, in den Westen. Neue Geflüchtete wurden einquartiert in die Wohnblöcke, die durch Umbau und Abriss heute mit mehr Raum und Luft für Lebensqualität ausgestattet sind. Das Feature zeichnet ein audiophones Porträt eines Stadtviertels, das mit seiner ganz eigenen Transformationsgeschichte maßgeblich zur Wahl von Chemnitz als "Kulturhauptstadt Europas" beigetragen hat.Feature von Merle HilbkSprecher: Petra Hartung und Nils Andé BrünnigTon und Technik: Holger Kliemchen und Steffen BrosigRegie: Carina Pesch Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2025 Verfügbar bis 8. November 2026
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Das Kind ins Leben heben – Berufung Hebamme
"Schwangerschaft und Geburt sind natürliche Vorgänge und stellen keine Krankheit dar", heißt es im Mutterpass. Doch bei vielen Frauen überwiegen Angst und Unsicherheit. Sie vertrauen eher Medizin und Technik als ihrem eigenen Körper und wählen die Klinik als vermeintlich sichersten Geburtsort. So kommen in Deutschland nur noch rund zwei Prozent der Kinder zu Hause oder im Geburtshaus zur Welt. Statt CTG, Betäubung oder Kaiserschnitt, gibt es hier eine Eins-zu-Eins Betreuung durch eine Hebamme. Doch wegen immenser Haftpflichtprämien geben immer mehr freiberufliche Geburtshelferinnen auf. Die Geburt ist längst ein Politikum, das Selbstbestimmungsrecht der Frau steht auf dem Spiel.Feature von Julia Schäfer Sprecherin: Anja Schneider Ton und Technik: Holger König und Christian GrundRegie: Stefan KanisProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2016Verfügbar bis 4. November 2026
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Baumklang – Protest in den Wipfeln
Ein halbes Jahr lang lebte Etta Streicher im australischen Urwald. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen in einem Protestcamp weit oben in den Bäumen. Strickleitern, Hängematten, Plateaus, Bretterbrücken – das alles half nichts. Denn eines Nachts kamen die Maschinen, die Männer mit den Kettensägen. Das Waldstück gerodet binnen weniger Tage. Monate des Protestes sinnlos.Sinnlos? Ist Hoffnung nicht die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht? Egal ob in Australien in den 90er Jahren oder in Grünheide heute? Wie würden Bäume Hoffnung stiften, wie sich äußern, wenn sie unsere Sprache sprächen? Etta Streicher spielt dieses poetische Experiment durch. Sie raschelt mit dem Ur-Laub, liest aus den feinen Adern der Flug-Blätter eine doch noch mögliche Zukunft heraus. Sie wagt ein "Resistänzchen" unter Bäumen, sie gibt ein sinnliches Verssprechen an die Bäume. Sie sagt das Einfache, was schwer zu machen ist: Dass uns jetzt die Bäume so dringend brauchen wie wir schon immer sie. Feature von Etta Streicher und Thies StreifingerSprecher: Nils Thorben Bartling und die AutorinRedaktion: Tobias BarthTon: Holger KliemchenRegie: Andreas MeinetsbergerProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2024Verfügbar bis 27. Oktober 2026
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Einhundertzweiundneunzig Tage – Vom Sterben der Eltern
Ein Tumor in der rechten Hälfte der Lunge, bösartig und nicht operabel. Buchstäblich am Sterbebett der Mutter erfährt der Autor, dass auch sein Vater nur noch kurze Zeit zu leben haben wird. 192 Tage bleiben vom Tod der Mutter bis zum Tod des Vaters. Beide sterben an Krebs, beide zu Hause in der eigenen Wohnung. Und beide begleitet der Autor in ihren letzten Lebenstagen. Aus radikal subjektiver Perspektive erzählt er von einem halben Jahr, in dem Ängste, Hoffnung, Liebe, Verzweiflung und Trauer einander überlagern. Er erzählt, wie sich in dieser Zeit die Beziehung zu seinen Eltern wandelt, von der Intimität und vom Elend des Sterbens, der Schwierigkeit sich zu verabschieden und vom Glück intensiv erfahrener Nähe. Feature von Lorenz HoffmannSprecher: Lorenz Hoffmann., Petra Hartung, Christian Gutowski, Matthias Hummitzsch, Linus Vockert, Corinna WaldbauerSchnitt: Christian GrundTon: Holger KliemchenRegie: Nikolai von KoslowskiProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2022
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Die Jagd nach Yellow Cake – Uran aus dem Erzgebirge
Seit Beginn der Kernforschung lieferte das Erzgebirge den begehrten Rohstoff Uran. Spätestens ab den 1930er Jahren erlangte der Bergbau in Sachsen und Thüringen dadurch weltpolitische Bedeutung. Die Erfinder von Atombombe und Atomkraft brauchten "Yellow Cake" für ihre Versuche: Das feine, gelbe, hochradioaktive Material, das sich aus Uranerz gewinnen lässt, ein Kilogramm Yellow Cake aus zweit Tonnen Erz. Die Jagd nach Yellow Cake war verlustreich, sagen die einen, eine Katastrophe für die Landschaft. Sie war Bergmannskultur, sagen die anderen. 1947 wurde Die SAG Wismut gegründet, um das Material für die sowjetischen Atomprogramme zu gewinnen. "Erz für den Frieden" war die Parole der Wismut-Bergleute. Einige glauben heute noch daran. Die Autorin Alexa Hennings war zwanzig Jahre nach Schließung des Bergbaus in diesem Gebiet unterwegs, hat mit Menschen aus der Region, ehemaligen Bergleuten und Wissenschaftlern gesprochen und erzählt Geschichte und Geschichten von der Jagd nach Yellow Cake und deren Folgen. Feature von Alexa HenningsSprecher: Nele Rosetz und Andreas DöhlerTon und Technik: Holger Kliemchen und Holger KönigRegie: Wolfgang BauernfeindProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2012Verfügbar bis 22. Oktober 2026
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Der Leipziger Beataufstand
Als viele Bands 1964 auf Einladung Walter Ulbrichts zum Deutschlandtreffen nach Ost-Berlin reisen durften, schien die Musikwelt noch in Ordnung. Tanz auf allen Straßen. Sehr zum Leidwesen des damaligen Verantwortlichen für Sicherheitsfragen: Erich Honecker. Doch die Freude der Fans hatte bald ein Ende. Schuld daran war die Randale nach einem Westberliner Rolling Stones-Konzert. Aus Angst vor dem "Bösen", das über die Mauer schwappen könnte, forderte Erich Honecker vorsorglich die Einweisung aller ostdeutschen Gammler in Arbeitslager. Geschickt nutze er für diesen Beschluss die Abwesenheit Walter Ulbrichts. Dem blieb nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub zur Wahrung seiner Macht nur noch das generelle Beatverbot. Jetzt war Schluss mit "diesem yeah, yeah, yeah". Doch vor allem die Leipziger wollten sich damit nicht abfinden. Als alle Auftritte der einheimischen "Butlers" untersagt wurden, tauchten die ersten Flugblätter auf. "Rockgruppen müssen wieder spielen. Setzt Euch dafür ein. Die Polizei ist machtlos!" Und so kam es am 31. Oktober 1965 zu einem inzwischen legendär gewordenen Treffen von über 2.000 Musikfreunden auf dem Leipziger Leuschnerplatz.Der Leipziger BeataufstandDer Polizeieinsatz auf dem Leuschner-Platz am 31.10.1965Feature von Kathrin AehnlichProduktion: MDR 2005Verfügbar bis 25. September 2026
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Aufstieg und Fall des Kunsthändlers Helge Achenbach
Helge Achenbach: "Ich war ein Spieler. Mein Reichtum war meine Droge. Ich habe alles gehabt, war aber unglücklich." Sechs Jahre Haft für einen Millionenbetrug – der Fall Achenbach erschütterte 2014 die Welt des Kunsthandels. In dem Feature erzählen der Täter und sein Umfeld wie es dazu kam. Ein Psychogramm eines gewieften Charmeurs.Feature von Rosvita Krausz Produktion: MDR 2020Mit:Friederike Kempter - ErzählerinUlrike Hübschmann - ZitatorinAxel Thielmann - Zitator, An- und AbsageSteffen C. Jürgens - Zitator Helge AchenbachVerfügbar bis 15. Oktober 2026
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Im Paradies der Noten – Die Musikalienhandlung Oelsner
Wer die Musikalienhandlung Oelsner in Leipzig betritt, taucht in eine verloren gegangene Welt ein. Regale voller Noten bis unter die Decke abgetrennt durch die lange Ladentheke. Schlichte, edle oder knallig bunte Notenausgaben werden hier empfohlen, gesichtet, angespielt, bestellt und verkauft, dazu Konzertkarten jeder Art. Geht ein Artikel über den Ladentisch, wird kassiert, klingelt die alte Registrierkasse. Yehudi Menuhin stand hier, genau wie Kurt Masur, Peter Schreier oder Jessye Norman. Der Laden hat seit 1860 Wirtschaftskrisen, Kriege und die DDR-Zeit "überlebt". Nun hat Michael Rosenthal die Musikalienhandlung seines Urgroßvaters an seine Tochter übergeben. Doch wer kauft im digitalen Zeitalter noch Noten?Ute Lieschke hat sich im Laden der Familie Rosenthal umgesehen, Geschichten über illustre Mitarbeiter wie über den Gründer der Renft Combo, Klaus Renft, erfahren, leidenschaftliche Kunden wie amarcord befragt und sogar einen Rap über die Musikalienhandlung entdeckt.Feature von Ute LieschkeRegie: Lykke LangerProduktion: MDR 2025Mit: Inka Löwendorf - Sprecherin, Ulla Reichelt - ZitatorinVerfügbar bis 11. Oktober 2026
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Leipzig, 9. Oktober 1989 – Eine Chronik der Ereignisse
Leipzig im Herbst '89: Turbulent, spannungsgeladen, unberechenbar. Doch wer weiß schon, auch 20 Jahre danach, dass sich an jenem geschichtsträchtigen 9. Oktober alles auf eine Stunde der Entscheidung fokussierte? Dass Boris Snetkow als damaliger Chef der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte mit Sitz in Wünsdorf der Ostberliner Parteiführung anbot, sozusagen an Gorbatschow vorbei , doch noch Panzer nach Leipzig zu schicken?! Und warum die Entscheidungssituation in Leipzig anders als in Dresden war? Oder wie die "WTsch-Telefone" funktionierten, über die die geheimen Informationen zwischen Leipzig und Berlin ausgetauscht wurden? Nur drei von vielen bislang wenig beleuchteten Aspekten, die in dem 60-Minuten-Feature von Peter-Hugo Scholz zu hören sind. Seine Dokumentation entstand in Zusammenarbeit mit arte/MDR-Fernsehen. Über seine Recherchen zum Film "Das Wunder von Leipzig" hinaus, erzählt der Autor die Hintergründe, warum es an jenem 9. Oktober nicht zum Blutvergießen kam. Anhand von Originalton-Interviews mit ehemaligen Demonstranten, dem ehemaligen Polizeichef von Leipzig, Gerhard Straßenburg, sowie aus bisher unveröffentlichten Tagebuchauszügen von Wolfgang Herger, damaliger Abteilungsleiter für Sicherheitsfragen beim ZK der SED, rekonstruiert Scholz die dramatischen Abläufe hinter den Kulissen. Einige der Protagonisten haben noch nie, andere 20 Jahre lang nichts zum politischsten aller DDR-Herbste gesagt. "Leipzig, 9. Oktober 1989 –Eine Chronik der Ereignisse"Feature von Peter-Hugo ScholzSprecher: Roland Hemmo, Thomas Neumann, Beatrix HermensRegie: Ingo ColbowProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2009Verfügbar bis 9. Oktober 2026
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Zum Tod von Friedrich Schorlemmer: "Die Wahrheit wird euch frei machen"
Zwanzig Jahre nach der Friedlichen Revolution begaben sich Klaus Ihlau und Friedrich Schorlemmer an einen Ort des Widerstandes, nach Lutherstadt Wittenberg. Dort gründete sich 1983 die Gruppe "Frieden 83", die sich später zu einem Kristallisationspunkt der Friedensbewegung in der DDR entwickeln sollte. Anhand vieler Dokumente, Erzählungen, Erfahrungen, Begegnungen, Thesen und Pamphlete wird aus der Perspektive eines Bürgerrechtlers Geschichte erlebbar gemacht. In Gesprächen mit Mitstreitern von damals, in neuen und alten Tondokumenten und zum Teil bislang noch nicht erzählten Geschichten wird diese Zeit wieder lebendig. Die Spanne reicht vom Umschmieden eines Schwertes in eine Pflugschar 1983 im Lutherhof über die Demonstration am Reformationstag 1989 bis zu Fragestellungen von 2009.Feature von Klaus IhlauProduktion: MDR 2009Verfügbar bis 26. September 2026
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Zwölf Quadratmeter Kindheit – Geschichten vom Erwachsenwerden
Lydia Jakobi unternimmt eine Exkursion in die Räume ihres Aufwachsens, zu den gut erhaltenen Relikten einer Zeit, als sie noch bei den Eltern wohnte. Was erzählt ein Kinderzimmer über unser Werden und Geworden-Sein?
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Wand an Wand zum "Elephant" – Weimars verschwundenes Hotel "Zum Erbprinz"
An das "Hotel Erbprinz" erinnert nur noch ein Fassadenrest in Weimar, direkt neben dem "Hotel Elephant". Dabei war der "Erbprinz" mindestens genauso bedeutsam: Als mondäne Herberge für Künstler, Regenten, Politiker und Geistesgrößen aus mehr als zwei Jahrhunderten. Schiller und Humboldt, Schinkel und Napoleon, Liszt und Wagner, Freud und van de Velde, Rathenau und Adenauer – sie und viele mehr logierten und tafelten hier. Aber warum die Lücke? Was hat das mit dem widerständigen Inhaber zu tun? Und wie könnte die Zukunft dieses bedeutenden Baugrundstückes inmitten von Weimar aussehen? Feature von Jörg WunderlichSpreche: Petra Hartung, Hans Henrik Wöhler, Lutz HarderProduktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2021Verfügbar bis 11. September 2026
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Rucksack, Seil und Haken schlagen
Die Sächsische Schweiz – auch Elbsandsteingebirge genannt – gehört zu den attraktivsten Klettergebieten Deutschlands. Jedes Jahr besuchen mehr als zwei Millionen Besucher das Gebiet zwischen Erzgebirge und Lausitzer Bergland, dringen zahlreiche Bergsteiger auf ihrer Suche nach neuen Aufstiegen in die hintersten Winkel des Gebirges vor. Der Autor, selbst begeisterter Hobbysportler, begibt sich mit dem Rucksack, Seil und Mikrophon in die Bergwelt, übernachtet unter Felsüberhängen und trifft bei seinen Touren Wochenendkletterer und Sportfreunde, die seit ihrer Kindheit in die Felswände steigen. Einer von ihnen ist Bernd Arnold, Extrembergsteiger. In den 70er und 80er Jahren sorgte er mit seinen Klettertouren an bis dahin unbegehbaren Felswänden dafür, dass die sächsische Schwierigkeitsskala erweitert werden musste ... In seinem Feature über das Bergsteigen in der Sächsischen Schweiz beschreibt Tobias Barth die Faszination des Kletterns und erzählt die besondere Geschichte des sächsischen Klettersports. Er interviewt Naturschützer, die sich einem zunehmenden Druck der Freizeitgesellschaft ausgesetzt fühlen und zeichnet das Bild einer einzigartigen, reizvollen Landschaft.Feature von Tobias BarthProduktion: MDR 2001Verfügbar bis 30. August 2026
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Die Bessarabiendeutschen – Flüchtlingsgeschichte meiner Familie
Vor 200 Jahren wurden die Bessarabiendeutschen als Siedler von Zar Alexander I. angeworben. Sie bekamen dort ein Stück Land. Der Weg dorthin, zu Fuß und mit Viehwägen, war beschwerlich. Vor 80 Jahren kehrten sie als Flüchtlinge wieder nach Deutschland zurück. In beide Richtungen waren sie getrieben, vom Lauf der Weltgeschichte, von Hunger und der Hoffnung auf ein besseres Leben. Benjamin Voßler, Jahrgang 1989, begibt sich auf die Suche nach den Erinnerungen und Erfahrungen seiner Vorfahren, reist zu einem Kulturaustausch in die heutige Ukraine noch vor dem russischen Angriffskrieg – und erfährt dabei viel über sich selbst und die Gegenwart.Feature von Benjamin VoßlerProduktion: SWR 2020Verfügbar bis 18. August 2026
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Wandel durch Annäherung – Der Diplomat Egon Bahr
Es war das Jahr 1970, als sich Egon Bahr die Bewunderung seiner Diplomatenkollegen erwarb. In einem 60-stündigen Verhandlungsmarathon trotzte er, noch völlig unerfahren auf dem internationalen Parkett, Andrej Gromyko, dem dienstältesten Außenminister der Welt, den alle nur "Mister Njet" nannten, die "Moskauer Verträge" ab. Bahr hatte den Gesprächsverlauf exakt vorausgeplant und jeden nur denkbaren Einwand Gromykos in seine Überlegungen einbezogen. Während der Verhandlungen hatte er lediglich einen Zettel vor sich liegen – alles andere hatte er im Kopf. Egon Bahr, 1922 in Treffurt, Thüringen, geboren, wollte eigentlich Pianist werden, doch im faschistischen Deutschland erhielt er keine Studienerlaubnis. Nach dem Ende des Krieges musste er Geld verdienen, er wurde Journalist, er war Reporter bei der Berliner Zeitung und Chefredakteur des RIAS. 1960 wechselte Bahr das Fach: Er folgte einem Ruf des damals regierenden Bürgermeisters Willy Brandt nach Berlin und wurde dort Sprecher des Senates. Als Vor- und Mitdenker entwickelte Bahr zusammen mit Brandt 1963 die Formel "Wandel durch Annäherung", die eine Überwindung der Ost-West-Konfrontation zum Ziel hatte. 1970 fand Egon Bahr seine Bestimmung – er wurde Diplomat. Das Feature zeichnet ein Porträt des leidenschaftlichen "Verhandlungsführers" Egon Bahr, der es liebte, auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig zu verhandeln, verdeckt, durch sogenannte "Back Channels"Porträt von Steffen LüddemannProduktion: MDR 2007Verfügbar bis 15. August 2026
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Der Musical-König des Ostens – Gerd Natschinski
Wie kaum ein anderer Komponist prägte Gerd Natschinski in den 1960er- und 70er-Jahren die Unterhaltungsmusik in der DDR. Er schrieb Hits wie "Damals" und "Die Rose war rot", das Erfolgsmusical "Mein Freund Bunbury" und die Filmmusik für "Heißer Sommer". Was Gerd Natschinski für die Musikbühne komponierte, wurde zum Evergreen. Sein Musical "Mein Freund Bunbury" nach Oscar Wilde ist mit mehr als 6.000 Aufführungen und Übersetzungen in zehn Sprachen eines der bisher meistgespielten deutschen Musicals. Natschinski verhalf der DEFA zu zugkräftigen Revue- und Musikfilmen, wie "Meine Frau macht Musik" (1959) und "Heißer Sommer" (1968). Nicht die Handlung machte "Heißer Sommer" zum Erfolg, sondern die Hits, die Gerd Natschinski mit seinem Sohn Thomas für die Schlagerstars Chris Doerk und Frank Schöbel schrieb.Weniger bekannt ist, dass Natschinskis Lieder "Die Heimat hat sich schön gemacht" und "Blaue Wimpel im Sommerwind" ursprünglich als Filmmusiken für Dokumentarfilme entstanden und erst später als Pionierlieder in das Repertoire vieler Schulchöre eingingen. In seinem unglaublich arbeitsamen Leben schrieb er über 400 Lieder, komponierte etwa 70 Filmmusiken und 13 Musiktheaterstücke. In dieser Sendung zeichnet Autor Thomas Klug das Porträt eines Ausnahmekünstlers und folgt wichtigen Stationen im Leben Gerd Natschinskis. Ein kurzes Resümee hat der Erfolgskomponist in seinem letzten Interview noch selbst geliefert.Feature von Thomas KlugSprecher: Ilja Richter, Christian SteyerProduktion: MDR 2016Verfügbar bis 31. Juli 2026
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"Jede Saat trägt ihre Früchte" – Aus der Serie "Stolpertexte"
"Die schönsten Jahre" ihres Lebens verbrachte Jenny Bohrer in Gailingen, einem kleinen Dorf an der deutsch-schweizerischen Grenze. Gemeinsam mit ihrem Mann Mordechai Bohrer, dem letzten Rabbiner von Gailingen und ihren sieben Kindern. Bis zum Jahr 1938. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wird ihr Mann zusammen mit allen jüdischen Männern aus Gailingen in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Jenny kämpft wochenlang um seine Freilassung – und hat sogar Erfolg. Doch bevor Mordechai das KZ verlassen darf, bricht er, geschwächt von den unerträglichen Bedingungen im Lager, zusammen und stirbt am Tag seiner bevorstehenden Entlassung. Jenny Bohrer und ihre Kinder verlassen ihr Heimatdorf Gailingen für immer und ziehen nach Palästina, um der antisemitischen Gewalt zu entkommen. In dieser Episode der "Stolpertexte" besucht die junge Autorin Amalie Mbianda Njiki die Heimat von Jenny Bohrer, das dortige jüdische Museum und entdeckt den einzigen Gailinger Stolperstein. Und sie lässt Raum für die Frage, wie Erinnerung lebendig bleiben kann. Die Geschichte von Jenny Bohrer ist dabei nur eine von tausenden, die im Archiv des Leo Baeck Instituts (LBI) zu finden sind. Für das Literaturprojekt "Stolpertexte" wurde das Archiv für Autorinnen und Autoren geöffnet. Auf Grundlage von Tagebüchern, überlieferten Erinnerungen und zeitgeschichtlichen Dokumenten entstanden auf diese Weise bereits über 30 literarische Texte, die – ähnlich wie die Stolpersteine in den Straßen Europas – an das Leben und die Träume von Menschen wie Jenny Bohrer erinnern. Folge 2: Jede Saat trägt ihre Früchte | Von Amalie Mbianda Njiki | Mit den Stimmen von Hedi Kriegeskotte, Anne Müller und Max Urlacher | Host: Tanya Raab | Regie: Jean-Claude Kuner | Redaktion: Steffen Moratz, Anne Wihan | Musik: Janko Hanushevsky | Produktion: MDR 2024
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Zwischen Ausbeutung und großer Freiheit: Fernfahrer in Deutschland
Der Motor brummt, der Asphalt flimmert - für viele klingt das nach Abenteuer. Für Fernfahrer in Deutschland ist es oft der Alltag. Doch was romantisch beginnt, ist eng verbunden mit harten Arbeitsbedingungen, schlechter Bezahlung und mit überlangen Schichten, prekäre Unterkünfte. Dabei sind die Fernfahrer das Rückrat des internationalen Warenverkehrs.Ralf Geißler beleuchtet ein Leben auf Achse - irgendwo zwischen grenzenloser Freiheit und harter Ausbeutung.Zwischen Ausbeutung und großer Freiheit: Fernfahrer in DeutschlandReportage von Ralf GeißlerSprecher, Ton und Regie: Der AutorProduktion: MDR AKTUELL 2024
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AMOC - Was wäre, wenn die atlantische Umwälzströmung versiegt
Wissenschaftler warnen vor einem möglichen Abriss der atlantischen meridionalen Umwälzzirkulation - der AMOC: einer zentralen Meeresströmung, die das Klima in Europa entscheidend beeinflusst. Neue Studien deuten darauf hin, dass die AMOC instabiler ist als bisher angenommen. Ein Kollaps dieser Meeres-Strömung könnte drastische klimatische Veränderungen hervorrufen.Die AMOC transportiert warmes Wasser aus den Tropen nach Norden. Das sorgt für milde Winter in Westeuropa. Bricht dieses System zusammen, drohen drastische Abkühlungen in Europa. Auch der Meeresspiegel an der US-Ostküste könnte dadurch deutlich ansteigen. Die Hauptursachen für die Schwächung der AMOC sind der Klimawandel und das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds, wodurch große Mengen Süßwasser in den Nordatlantik gelangen und den Strömungsmechanismus dort empfindlich stören.Feature von Ina LebedjewMusik und Produktion: Tim Schmutzler Produktion: Detektor.fm im Auftrag von MDR WISSEN und MDR KULTURVerfügbar bis 15. Juli 2026
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Schwalbe, Simson und ein Star
An die Mopeds aus der DDR hat sich ein Image gebunden, ein Lebensgefühl. Das Feature geht diesem Simson-Gefühl nach und erzählt eine Firmengeschichte zwischen Suhl und New York, zwischen Reichswehr und Treuhand.
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Landnahme – Die Ankunft der Mayflower in Nordamerika
Ein kleines Schiff mit 102 Passagieren brachte vor 400 Jahren Auswanderer aus England an die nordöstliche Küste eines Kontinents der Verheißungen. Die Landung der "Mayflower", heute so berühmt wie die Arche Noah oder die Santa Maria von Christoph Kolumbus, wurde zum Fundament für den religiös geprägten Gründungsmythos der Vereinigten Staaten, die 150 Jahre später ihre Unabhängigkeit von der Britischen Monarchie erkämpften. Daran erinnert wird in jedem November, mit dem von den Pilgervätern initiierten Erntedankfest, genannt "Thanksgiving". Das Ereignis ist für Millionen von US-Amerikanern von Bedeutung, weil sie gerne ihren Status als direkte Nachfahren der Kolonisten von 1620 zelebrieren. Doch diese Legendenbildung ignorierte jahrhundertelang die Mitverantwortung der Neuankömmlinge für den Tod vieler Ureinwohner. Feature von Jürgen KalwaSprecher: Joachim Schönfeld, Max von Pufendorf, Ilka Teichmüller, Uli LipkaProduktion Deutschlandfunk Kultur 2020Verfügbar bis 3. Juli 2026
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