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PODCAST · society

mit Milch und Zucker

Wir alle kennen Menschen die uns auf die eine oder andere Art beeindrucken. Menschen die eine Geschichte haben die erzählt werden muss. Manchmal ist sie lustig, manchmal traurig oder tragisch. Oft erkennen wir uns in anderen Geschichten wieder oder können etwas daraus lernen. Meistens aber bringen sie uns zum Nachdenken.Wir wollen Menschen Raum geben, von sich zu erzählen und ihre Geschichte zu teilen.Und alles beginnt bei Kaffee und Kuchen und mit der Frage:Mit Milch und Zucker?

  1. 312

    Max Hammel - Goodbye Österreich

    Zum vierten Mal dürfen wir Max bei uns als Gast begrüßen. Diesmal haben wir mit ihm übers Auswandern gesprochen, denn Max ist vor ziemlich genau einem Jahr nach Köln ausgewandert. Neuer Job, neuer Tätigkeitsbereich, neue Stadt. Von der Videoabteilung am Volkstheater Wien wechselte er zum Creative Director am Schauspiel Köln. Auf den ersten Blick könnte man sagen: vom Kreativbereich ins Büro. Wir haben mit besprochen, was diese Veränderung für ihn bedeutet und wie es sich anfühlt, in einem kreativen Umfeld „im Büro“ zu arbeiten. Außerdem hat uns interessiert, welche bürokratischen Hürden ihm beim Auswandern begegnet sind und ob Auswandern nach Deutschland wirklich so unkompliziert ist, wie man sich das vielleicht vorstellt. Ob er Kaffee gegen Kölsch eingetauscht hat und ob er schon ein bisschen Piefke geworden ist, hört ihr in der Folge.

  2. 311

    Mario Dungl - Vergiftete Bodybuilder

    In dieser Folge werden die Themen Tod, Depression, Suizid und Doping besprochen Marios Buch „vergiftete Bodybuilder“ beruht auf einer wahren Begebenheit. Er hast selbst Freunde innerhalb der Bodybuildingszene verloren, und somit hautnah miterlebt, wie das Thema Doping immer größer und gefährlicher wird. In „vergiftete Bodybuilder“ behandelt er neben Zivilcourage, Suizid, Selbstoptimierung und Depressionen genau diese Schattenseiten, die weit über Nahrungsergänzungsmittel und Frühstücksbrokkoli hinausgehen. Wir haben mir ihm über die Entstehungsgeschichte des Buches gesprochen, Einblicke in eine Welt bekommen, mit der wir uns noch nie beschäftigt haben, haben das Thema Selbstoptimierung beleuchtet, das von der Welt des Bodybuildings in unsere Gesellschaft überschwappt und erfahren, was Frühstückbrokkoli eigentlich ist.

  3. 310

    Klaus Wamprechtshammer - Zahnarztangst: Wo sie herkommt und wie man sie überwindet

    Es gibt Termine, auf die freut man sich eher weniger. Auf solchen Listen steht bei vielen Menschen ganz weit oben: der Zahnarztbesuch. Deshalb haben wir einen Zahnarzt eingeladen, um ein bisschen mit Vorurteilen und Klischees aufzuräumen. Woher kommt eigentlich die Angst vieler Menschen vor dem Zahnarzt? Und hat sie vielleicht mehr mit der Angst vor Zahnschmerzen zu tun als mit der Person, die den Bohrer in der Hand hält? Wir haben außerdem über richtige Zahnhygiene gesprochen, darüber, wie oft man tatsächlich zur Kontrolle oder zur professionellen Zahnreinigung gehen sollte, was man selbst für gesunde Zähne tun kann und welchen Einfluss Mundgesundheit auf unsere allgemeine Gesundheit hat.

  4. 309

    Ava Farajpoory - All Eyes On Iran

    Diese Folge wurde am 17. Februar aufgenommen. Seither hat sich die Lage im Iran und im Nahen Osten geändert. Wir möchten außerdem betonen, dass Berichte, die wir aus dem Iran hören, großteils regimesteuert sind und daher mit großer Vorsicht zu genießen. Im Oktober 2022 sprachen wir mit Ava zum Thema „Woman, Life, Freedom – Der Kampf der Frauen im Iran um ihre Freiheit“. Heute, über drei Jahre später, reden wir wieder über den Iran. Über die Proteste der Menschen im Land, und unsere europäische Rolle. Wir werfen einen Blick zurück, auf das, was sich seit 2022 geändert hat, ob sich was geändert hat, wie sich Avas Einsatz entwickelt hat und darüber, was wir tun können, um die Menschen im Iran nicht alleine zu lassen.

  5. 308

    Lukas Mari - One More Light

    In dieser Folge sprechen wir mit Lukas Mari über sein Projekt One More Light. Es geht um Fotografie, Reisen durch Städte, Landschaften und Kulturen, von Wien über Wales bis nach Ägypten, und um die Suche nach Atmosphäre, Stille und kleinen Momenten, die oft übersehen werden. Wir wollten wissen, was der Unterschied zwischen Urlaubsfotografie und Reisefotografie ist, ob Fotografie heute „instagram-tauglich“ sein muss, wie man stille Momente findet und weitergibt, wie man entschleunigt reist und fotografiert und natürlich auch, ob man an jedem Ort etwas findet, das man anderen zeigen will.

  6. 307

    Christina Jung - Was uns Heldinnen und Einhörner lehren

    Christina Jung ist im Mühlviertel aufgewachsen, hat in Wien studiert, zwei Jahre in Dubai gewohnt und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Wien. Mit „Salana" erfüllt sie sich einen lang gehegten Traum: eine eigene Geschichte zu schreiben. Die Geschichte über eine Heldin mit großem Herzen, die ihr vertrautes Leben hinter sich lässt und in einer magischen Welt voller Abenteuer, Gefahren, Freundschaft und Liebe zu sich selbst findet. Wir haben mit ihr über das Schreiben als Prozess gesprochen, über das Genre Fantasy und welche Rolle eigene Erfahrungen, Beobachtungen und Emotionen in ihrer Geschichte spielen.

  7. 306

    Elena Maria Del Carlo - Wie Phoenix aus der Asche

    Elena Maria del Carlo ist diplomierte psychologische Beraterin, Speakerin, Podcasterin und Coach. Dorthin gebracht hat sie ein sehr durchwachsenes Jahr 2020. Seither stellt sie sich auf Bühnen und hinter Menschen, um ihre hart erlernte Learning weiterzugeben und anderen dabei zu helfen, sich selbst in den Fokus der eigenen Aufmerksamkeit zu stellen. Was hat sie dorthin gebracht, wo sie heute ist? Warum möchte sie anderen Menschen helfen und wie wird man Fangirl von sich selbst?

  8. 305

    Niko Alm - Ein Blick in die Glaskugel

    Tradition beginnt mit Wiederholung. Wir festigen unsere Tradition und blicken wieder gemeinsam mit Niko Alm in die Zukunft des Landes. Welche seiner Prophezeiungen aus dem letzten Jahr sind in Erfüllung gegangen? Was bringen die nächsten zwölf Monate? Ist er Aura-Fotograf geworden und hat ein Visionboard erstellt? Ein Gespräch über das kommende Jahr, Europa, die österreichische Medienlandschaft, Musik und darüber, was passieren sollte.

  9. 304

    Helena Jordan - Sommelière des Jahres 2024: Wie man Weihnachten, Wein und Gastgeben meistert

    Wir tauchen gemeinsam mit Helena in die Weihnachtszeit ein. Sie leitet ihr eigenes Lokal in St. Valentin, das Café Capra. Zudem wurde sie im Jahr 2024 als Sommelière des Jahres ausgezeichnet. Wir haben mit Helena darüber gesprochen, wie sie Wein auswählt, wie man guten Wein erkennt und verschenkt und was es für sie bedeutet, Gastgeberin zu sein.

  10. 303

    Karin Stöttinger - Female Chefs

    Männer in Kochshows, auf Bühnen und in Magazinen. Sie gelten als Gesicht der Kulinarik. Dabei gibt es genauso Frauen in der kulinarischen Szene. Aber wie in so vielen Branchen, sind sie oft Einzelne unter vielen Männern. Das gilt nicht nur für die Küche selbst, sondern auch für diejenigen, die Weinkarten gestalten, Restaurants führen, produzieren oder Geschmack erlebbar machen. Sommelières, Winzerinnen, Produzentinnen, Bäckerinnen, Gastgeberinnen. Ihre Geschichten, Perspektiven und Arbeitsrealitäten bleiben jedoch häufig unterrepräsentiert. Sichtbarkeit entscheidet aber darüber, wer gebucht wird, wer eingeladen wird, wer Preise bekommt und wer wahrgenommen wird. Genau hier setzt Female Chefs an. Eine Plattform, die Frauen in der Kulinarikbranche vernetzt, sichtbar macht und stärkt. Wir haben mit Karin darüber gesprochen, wie es zur Plattform Female Chefs kam, welchen Zugang sie zu Kulinarik und Genuss hat und ob die Küche tatsächlich ein männlich dominierter Ort ist. Und natürlich haben wir am Ende auch auf Empfehlungen von ihr bekommen, wo wir gut essen und trinken gehen können. Natürlich bei Frauen, die man kennen sollte.

  11. 302

    Matthias Klissenbauer - Wenn zwei sich streiten und eine gemeinsame Lösung finden

    Matthias praktiziert Collaborative Law. Collaborative Law ist eine Form der Konfliktlösung, die nicht auf Konfrontation, sondern auf Zusammenarbeit basiert. So wird versucht Beziehungen nicht zu zerstören, sondern zu erhalten. Damit dieses Verfahren funktioniert, braucht es Offenheit, Dialogbereitschaft und den gemeinsamen Willen, Verantwortung für die Lösung zu übernehmen. Gelingt das, entsteht nicht nur eine Einigung, sondern auch eine stabile Grundlage für den weiteren Umgang miteinander. Wir haben Matthias gefragt warum er sich auf Collaborative Law spezialisiert hast. Wie sich solche Verfahren konkret ablaufen, in welchen Bereichen sie besonders sinnvoll sind und worin sich seine Rolle als Anwalt dabei von klassischen Verfahren unterscheidet. Außerdem haben wir überlegt, was es für eine für eine Streitkultur bedeuten würde, wenn weniger Konflikte vor Gericht und mehr Konflikte im Gespräch gelöst werden würden.

  12. 301

    Patricia Otuka-Karner - The Rain Workers

    Content Warning: In dieser Folge werden Themen wie FGM (Female genital mutilation) und sexuelle Gewalt besprochen Sexuelle Gesundheit ist kein Luxus, doch für viele Mädchen und Frauen weltweit bleibt sie unerreichbar. Fehlendes Wissen, gesellschaftliche Tabus und ungleiche Machtstrukturen verhindern, dass sie selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden können. Genau hier setzt die Organisation 'THE RAIN WORKERS' an. The Rain Workers arbeiten in mehreren Ländern quer über den afrikanischen Kontinent hinweg mit lokalen Partnerinnen zusammen, um Mädchen und Frauen zu stärken. Ihr Ansatz: Menschen aus den Communities werden zu Rain Workers ausgebildet, die Wissen über sexuelle und reproduktive Gesundheit, Familienplanung, HIV/Aids, Gewaltprävention oder den Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung weitergeben. Wir haben mit Patricia Otuka-Karner gesprochen. Sie ist für die Kommunikation und das Fundraising bei The Rain Workers zuständig. Wie The Rain Workers arbeiten, wie die Organisation entstanden ist, wie Aufklärungsarbeit über tabuisierte Themen funktoniert, wollten wir von ihr wissen.

  13. 300

    Christiane - Wo Worte ein Zuhause finden

    Wir haben etwas zu feiern! Vor sieben Jahren, haben wir das erste Mal auf den "Veröffentlichen"-Button geklickt. Seither haben wir 300 Folgen veröffentlicht. Um diese beiden Ereignisse gebührend zu feiern, haben wir die Seiten gewechselt. Brenda hat sich einen Co-Host geholt, Akim. Gemeinsam sprechen sie mit Christiane über ihre vergangenen sieben Jahre, denn dort, hat sich einiges getan. Neben Hochzeit und Umzug nach Kalifornien, hat sie ihre Liebe zum Schreiben wiederentdeckt und ihr erstes Buch geschrieben. Wie war der Weg dorthin? Welche Geschichten möchte sie noch erzählen? Und hat sie sich bereits in Kalifornien eingelebt?

  14. 299

    Brenda - Die Kunst, Menschen zu verbinden

    Wir haben etwas zu feiern! Vor sieben Jahren, haben wir das erste Mal auf den "Veröffentlichen"-Button geklickt. Seither haben wir 300 Folgen veröffentlicht. Um diese beiden Ereignisse gebührend zu feiern, haben wir die Seiten gewechselt. Christiane hat sich einen Co-Host geholt, Jürgen. Gemeinsam sprechen sie mit Brenda über die Kunst, Menschen zu verbinden. Denn wer Brenda kennt, weiß, sie ist jemand, der Menschen kennenlernt. Und was noch viel wichtiger ist: Sie schafft es, diese Menschen miteinander zu vernetzen. Sie hört zu, stellt die richtigen Fragen, und sorgt ganz nebenbei dafür, dass Neues entsteht. Freundschaften, Ideen oder einfach inspirierende Gespräche. Wir haben mit ihr darüber geredet, wie man Menschen an einen Tisch bringt, was echtes Zuhören bewirken kann und was sie aus ihren Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen schon alles mitgenommen hat.

  15. 298

    Lukas Gahleitner-Gertz - Asylpolitik zwischen Realität und Rhetorik

    Beim Thema Asyl werden Menschen zunehmend zu Zahlen und dadurch entmenschlicht. An den EU-Außengrenzen geht die Gewalt gegen Schutzsuchende immer weiter: Menschen werden mit Hunden gejagt, verprügelt oder ins offene Meer abgedrängt. Europa schaut weg. In Österreich wurde der „Stopp des Familiennachzugs“ beschlossen. Eine Entscheidung, hinter der die Schicksale von Frauen und Kindern stehen, die nun ohne Perspektive gestrandet sind. Zwischen Abschiebungen nach Syrien, Regierungstreffen mit den Taliban und der fortwährenden Rhetorik vom „Sozialtourismus“ durch Schutzsuchende geraten sowohl Fakten als auch Menschenrechte immer mehr in den Hintergrund. Wir wollen mit Lukas Gahleitner-Gertz, Sprecher der Asylkoordination Österreich, einordnen, was derzeit mit der Asylpolitik passiert: Wie lassen sich diese Entwicklungen mit den Menschenrechten vereinbaren? Gibt es in Österreich wirklich einen Notstand und eine Überlastung des Asylsystems? Was passiert an den EU-Außengrenzen, wenn von „Abschottung“ oder dem „Stopp der illegalen Migration“ die Rede ist? Und müssen wir uns ernsthaft Sorgen um das Weiterbestehen der Menschenrechte in Europa machen?

  16. 297

    Hannah Bruckner - Von der Landwirtschaft auf den Tisch

    Hannah studiert Agrarwissenschaften. Im Rahmen eines Projektes der Landjugend Österreich hat sie ihr Herzensprojekt umgesetzt: ein Kochbuch, das traditionelle Rezepte sammelt – verfeinert mit landwirtschaftlichem Hintergrundwissen, persönlichen Geschichten und ganz viel Liebe zur Region. Dabei geht es aber nicht nur ums Kochen. Mit ihrem Projekt „so.schmeckt.dahoam“ will Hannah sichtbar machen, wer hinter unseren Lebensmitteln steht. Auf Instagram porträtiert sie Landwirtinnen und Landwirte, gibt ihnen ein Gesicht und zeigt, was Regionalität wirklich bedeutet.

  17. 296

    Ali Mahlodji - Wie können wir Klischees und Stereotype überwinden?

    Ali Mahlodji ist vielen bekannt, denn er hatte schon viele Rollen intus: Apothekenhelfer, Bauarbeiter, Fastfood-Koch, Fotograf, Kassierer, Lehrer, Projektmanager, Putzmann, Verkäufer, Systemadministrator und Management Consultant. Mittlerweile ist Ali internationaler Keynote-Speaker und Mentor. Er ist Gründer, CEO, aber auch Autor und Kolumnist. Egal in welchem Bereich, seine Arbeit fokussiert er immer auf die Potenzialentfaltung seines Gegenübers. Sei es der Jugendliche in der Brennpunktschule, ein Häftling oder geschäftsführende Personen großer Unternehmen. Themen, die ihm dabei ständig begegnen, sind: Schubladendenken, Klischees und Stereotype. Genau darüber haben wir mit Ali gesprochen: über den Mut, Klischees zu durchbrechen, über Wege, die eigenen Grenzen zu sprengen, und darüber, wie wir als Gesellschaft aufhören können, Menschen in Gruppen zu teilen. Und natürlich auch darüber, wie wir alle ein bisschen netter zueinander werden können.

  18. 295

    Doro Blancke - Lesbos 2025 - Hoffnung oder Verzweiflung?

    In dieser Folge sprechen wir mit Doro Blancke, die seit Jahren auf Lesbos aktiv ist und sich unermüdlich für geflüchtete Menschen einsetzt. Lesbos – einst Hoffnung, heute Sinnbild europäischer Abschottungspolitik. Wir reden über die katastrophalen Zustände in den Lagern, die Herausforderungen für Helfer:innen und wie sich Europas politische Stimmung immer weiter verhärtet. Was hat sich seit unserem letzten Gespräch verändert? Welche neuen Hürden stehen Geflüchteten und Unterstützer:innen im Weg? Und was bleibt von der Hoffnung auf Menschlichkeit und Würde an Europas Außengrenze? Für alle, die wissen wollen, was wirklich an den Rändern Europas passiert – und warum es uns alle etwas angeht. Jetzt reinhören – für Menschenrechte, klare Worte und solidarisches Handeln.

  19. 294

    Martin Zinggl - Das ist kein Spaziergang

    Nach seinem vierzigsten Geburtstag, auf einer sechzehnstündigen Zugfahrt durch Vietnam, hat eine von Martins Gesichtshälften buchstäblich schlappgemacht. Die Diagnose, nach langem Hin und Her: Gesichtslähmung. Um den Schock zu verarbeiten, hast er sich von Wien aus auf den Weg Richtung Osten gemacht. „Ins Unbekannte“, wie er in seinem Buch schreibt. Das „Unbekannte“ wurde zum Sultans Trail, ein 2400 km langer Weitwanderweg von Wien nach Istanbul, und schließlich zu einem Buch, in dem er die Reise mit allem, was davor und währenddessen passiert ist, beschreibt. Wir haben mit ihm über das Davor und Währenddessen gesprochen, den Prozess des Schreibens mit ihm durchlebt und natürlich erfahren, wo es den besten Kaffee - oder Heißgetränk seiner Wahl - gab.

  20. 293

    Maria Gruber und Michaela Prendl - Warten oder Selbermachen

    Als kreativer Mensch steht man oft vor der Frage: Kommt da noch was? Egal ob man auf die neue Rolle, ein Engagement oder eine neue zündende Idee wartet, um dann endlich weitermachen zu können. Maria Gruber und Michaela Prendl haben sich zusammengetan, ein eigenes Stück geschrieben und produziert und werden damit vom 17.7.-18.7. sowie am 8.8. auf der Bühne stehen. „DANN“ ist eine Tragikomödie über das Leben, den Sinn des Lebens und darüber, was passiert, wenn alles an einem vorbeizieht. Wir wollen in dieser Folge erfahren: Was erwartet uns bei eurem Stück, was hat euch dazu inspiriert und was hofft ihr, dass euer Publikum mitnehmen kann?

  21. 292

    Christine und Fatima - Nachbarinnen, die man kennt

    Wer von uns weiß, wie die eigenen Nachbarn heißen, geschweige denn, wie sie aussehen. Gerade in großen Städten passiert es, dass man sich als Neuzugezogene schwer zurechtfindet. Auch der Anschluss an ein soziales Netzwerk ist nicht einfach. 2012 hat Christine Scholten das Netzwerk NACHBARINNEN gegründet. NACHBARINNEN sind Sozialassistentinnen. Sie sind Frauen, die die gleiche Sprache sprechen und den gleichen kulturellen bzw. traditionellen Hintergrund haben und suchen Familien bzw. Frauen in ihrem vertrauten Umfeld auf und bieten Unterstützung an. Die Begleitung der Nachbarinnen soll das Empowerment der Familien und insbesondere der Frauen stärken und fungiert somit als Hilfe zur Selbsthilfe. Fatima ist eine dieser Nachbarinnen und kennt den Ablauf und die Erfolgsgeschichten. In dieser Folge sprechen wir über die Arbeit und euren Zugang zu den Familien, welche Vereinbarungen getroffen werden und darüber, wie wir alle bessere NachbarInnen werden können.

  22. 291

    Ursula Bittner und Ramin Mirfakhrai - Ans Licht (gebracht)

    In dieser Folge werfen wir gemeinsam mit zwei der GründerInnen des Vereins ans-licht einen besonderen Blick hinter die Kulissen – nämlich auf jene Menschen, die selbst oft im Verborgenen agieren: Whistleblower. Ein Whistleblower ist jemand, der Informationen öffentlich macht, die im ursprünglichen Kontext geheim oder geschützt sind – und die von öffentlichem Interesse sind. Ein Beispiel, das in Österreich besonders im kollektiven Gedächtnis verankert ist: das Ibiza-Video. Es hat die politische Landschaft des Landes nachhaltig verändert und vieles ans Licht gebracht. Mit genau dieser Erfahrung als Ausgangspunkt haben Ursula Bittner, Ramin Mirfakhrai und Fritz Hausjell den Verein ans-licht gegründet. Ihr Ziel: ein stärkeres Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig AufdeckerInnen für eine funktionierende Demokratie sind – und ihnen konkrete Unterstützung bieten. Der Verein versteht sich als Anlaufstelle für Whistleblower: ein sicherer Raum, eine Plattform, eine Hilfe auf einem oft riskanten Weg. Wir sprechen mit Ursula Bittner und Ramin Mirfakhrai darüber, was sie zur Vereinsgründung bewegt hat, wie genau sie künftige Aufdeckerinnen unterstützen wollen und wie viel Mut es braucht, um Missstände ans Licht zu bringen.

  23. 290

    Johannes Gasser - Vom Landtag in den Nationalrat

    (07:10) Bester Funfact zum Unterschied zwischen Nationalrats- und Landtagssitzungen: Im Landtag Vorarlberg gibt es Pausen, um zum Mittag- und Abendessen zu gehen. (09:30) Ich habe als Mitarbeiter im Nationalratsklub viele Reden für Abgeordnete geschrieben, und es ist etwas ganz anderes, wenn man diese Reden selber halten muss, weil man plötzlich die Reaktionen selber abbekommt. (09:50) Ich bin ein bisschen vom Gas gegangen und habe mir dann gedacht, dass ich die Reden, die ich früher für Abgeordnete geschrieben habe, in dieser Tonalität selber nicht halten könnte. (10:58) Die Bevölkerung hat gegenüber Abgeordneten eines Landtages die Erwartungshaltung, dass sie näher bei den Bürgerinnen und Bürgern sind. (12:28) Das Aufstehen und der gewohnte Habitus, den man am Morgen und am Abend hat – wenn dieser nicht da ist, dann ist es schon ein Unterschied, der auch die politische Arbeit und die Performance beeinflusst. (13:18) Auf Bundesebene werden die großen Stellhebel, wie Gesetze, betätigt. Auf Landesebene sind es zwar nicht die großen Stellhebel, aber die Entscheidungen und Maßnahmen, die dort auf den Weg gebracht werden, sind viel schneller und konsequenter sichtbar. (13:36) Viele Dinge, die im Landtag besprochen werden, haben beispielsweise eine direkte Auswirkung auf meine Nachbarin, wenn zum Beispiel der Anspruch auf Kinderbetreuung umgesetzt wird. (13:49) Die Ausgestaltung eines Gesetzes auf Landesebene hat viel mehr Auswirkungen, als wenn ich auf Bundesebene an dem einen oder anderen Steuersatz etwas ändere. (13:59) Eine Entscheidung auf Bundesebene ist vielleicht für jeden spürbar, aber eine Entscheidung auf Landesebene zeigt sich in der täglichen Gestaltung des Alltags. (14:05) Die Unmittelbarkeit der politischen Entscheidungen ist auf Landesebene deutlicher sichtbar. (17:24) Ich glaube, es ist ganz wesentlich für Politikerinnen und Politiker, transparent damit umzugehen, wie sie arbeiten und zu erklären, was sie eigentlich tun. (18:02) Mein Wechsel vom Landtag in den Nationalrat war auch der Wechsel von einem Oppositionspolitiker zu einem Politiker einer Regierungspartei. (18:14) Als Oppositionspartei hat man den "Luxus", zu kritisieren, wenn bestimmte Sachen nicht schnell genug passieren, und dadurch auch Druck zu machen. Als Regierungspartei hat man oft die Situation, dass man weiß, woran es gerade hängt. (18:38) Der Kern einer Koalition ist, dass man auch gemeinsam Lösungen finden muss und Kompromisse schließen muss, und nicht die Extrempositionen einer einzelnen Partei durchgehen können. (24:42) Es gehört ein gewisser Arbeitsethos als Politiker dazu und auch das Gefühl, dass man eine riesige Verantwortung trägt. (24:56) Ich möchte allen, die sich politisch engagieren möchten, mitgeben, dass man sich anschauen muss, wie verschiedene politische Ebenen in Themen hineinwirken. (25:24) Ich kenne die Gemeindebene als Vorsitzender des Arbeits- und Sozialausschusses in meiner Heimatgemeinde, ich kenne die Landesebene und ich kenne die Bundesebene sehr gut. Ich habe daher gelernt, wie Entscheidungen, die auf einer Ebene getroffen werden, eine Wirkung auf viele verschiedene andere haben. (27:17) Ich finde es sehr wichtig, ein Verständnis für die Positionen anderer zu entwickeln. (27:29) Das Verständnis für die Positionen anderer kann in Koalitionsverhandlungen sehr helfen, vor allem, wenn das Gegenüber mit dem gleichen Verständnis am Tisch sitzt. (28:43) Bei Plenarsitzungen ist der Fokus darauf, sich gegenseitig die eigene Position auszurichten und nicht ein Verständnis für den anderen zu entwickeln. (30:43) In der Kompromissfindung ist es aber trotzdem wichtig, sich im Kompromiss auch wiederzufinden. (33:49) Es wurde oft das Gefühl vermittelt, die Politik ist dort oben und trifft Entscheidungen, aber meines Erachtens ist jede und jeder Teil der Politik. Diese Diskrepanz zwischen denen, die dort oben die Politik machen, und denen, die hier unten sind, muss ich auflösen. (34:37) Der kurzfristige Blick auf den nächsten Wahltag is

  24. 289

    Teresa und Dejan von idemo! - Brückenbauer zwischen Brüssel, Wien und dem Westbalkan

    (06:23) Das war eine Fastenkur, die sich einfach nicht verträgt mit dem Leben. (07:09) Draußen reden alle Italienisch und es riecht nach Kaffee, und ich bin dann immer so enttäuscht, wie das schmeckt. (07:39) Nach drei Bier wollen immer alle was gründen und am nächsten Tag kommt keiner. (08:40) Wenn du in eine neue Umgebung kommst, versuchst du zu verstehen, wie du da hineingehörst. (12:13) Es war für manche eine Hoffnungsinfusion. (14:26) Das ist etwas, was mir in meinen 30 Jahren Bosnien-kennend nicht passiert ist. (15:36) Die Diaspora spielt eine große Rolle bei dem Thema. (19:17) Kann ich dich etwas fragen? (20:07) Wir haben dort alle etwas gefunden, was wir daheim nicht gehabt haben. (21:53) Wir haben uns angeschaut und auf einmal war die Distanz zwischen uns ganz gering. (25:39) Das eine, was Einwanderer in Österreich alle gemeinsam haben – sie dürfen nicht wählen. (26:08) Allein die bosnische Diaspora in Österreich könnte eine Wahl in Bosnien drehen. (30:13) Wir können uns überlegen: Wie kann ich mich in der Gesellschaft engagieren, sodass ich mit jemandem in Berührung komme, der nicht genau wie ich denkt? (30:25) Andersartigkeit hat oft nichts zu tun mit der Ethnie oder der Religion. (33:22) Wir haben auch das Feedback bekommen: So ganz klar, was es werden soll, ist es noch nicht. (36:35) Teresa ist ein Menschenmagnet, an dem viele Menschen kleben bleiben. (40:15) Es ist erstaunlich, wie gut wir über die Dinge, die uns trennen, diskutieren können. (44:24) Dejan kümmert sich darum, dass sich alle so wohl wie möglich fühlen. (45:38) Vielleicht kann man in einem Jahr von uns lernen, wie es nicht geht. (50:38) Wenn du nicht als Student nach Österreich kommst, wo kriegst du deine Bekanntschaften her? (51:11) Nein, nicht noch ein Problem auf dem Tablet, sondern eine Lösung auf dem idemo-Tablet. (54:17) Der Gründungsweg ist lang und kompliziert mit vielen Sidequests. (55:35) Das Mindeste, was jeder tun sollte, ist das, was möglich ist. (57:09) Macht ihr manchmal so Scherze für euer Zukunfts-Ich? (01:01:54) Dejan, wie möchtest du bestattet werden? (01:04:12) Idemo soll nicht groß sein, sondern nützlich. (01:06:49) Ich hab‘ letztens meine Regale angeschaut und die schauen noch sehr leer aus. Da fehlen noch Preise. (01:11:57) Idemo ist keine Photo-Op. (01:13:46) Teresa, no one wants this to happen. That’s why we need to do it.

  25. 288

    Bernhard - Wie ein Klagenfurter die Wiener Kaffeehauskultur nach Finnland brachte

    (05:44) Kaffee kann so vielseitig sein wie Wein, wenn er richtig gemacht ist. (07:38) Wir haben uns die Frage gestellt, ob wir etwas aus Äthiopien nach Finnland bringen können, um eine Verbindung zwischen den beiden Ländern herzustellen. (07:49) Ursprünglich haben wir Kaffee auf der Straße verkauft. (11:16) Finnen schätzen unser Angebot, weil es etwas Exotisches ist. (12:23) Österreich ist ein beliebtes Urlaubsland, gerade zum Skifahren. (12:27) Kaiserschmarrn sagt den Leuten was. (14:04) Der höchste Pro-Kopf-Kaffeekonsum der Welt ist in Finnland. (15:04) Ich habe immer für meinen Schwiegervater Kaffee gemacht und es war ein Anlass, sich hinzusetzen und sich zu unterhalten. (15:21) In der finnischen Kultur hat der Kaffee auch die Funktion, sich hinzusetzen und sich zu unterhalten. (15:54) Meine Liebe zum Kaffee hat sich in Oxford entwickelt. (17:01) Mir hat Kaffee selber nicht gut geschmeckt. Mit der Bialetti hab ich dann den Zugang gefunden, dass es mir doch besser schmeckt. (18:50) Ein Teilnehmer aus dem Sprachencafé war zum Finnisch üben in unserem Kaffeehaus, er wollte ein Praktikum machen, und es war ein Koch aus Argentinien. Er hat mir viele Sachen in der Küche beigebracht, zum Beispiel, wie man Wiener Schnitzel macht. (20:14) Wenn ich mir selber einen Ratschlag geben würde, wäre es: Ein bisschen weniger Risiko einzugehen, wäre nicht schlecht. (20:31) Kochen und Kaffee machen ist für mich mit einer Leidenschaft verbunden, und Leidenschaft bedeutet, dass man bereit ist zu leiden, um etwas richtig zu machen. (25:13) Ein interessanter Kaffee ist zum Beispiel der Wiener Kaisermelange mit Eigelb, Cognac und Honig. Der Wiener Kaisermelange wird auch häufig bestellt, weil er etwas ganz Besonderes ist. (26:13) Ich habe mir ein Buch für Röster bestellt, es durchgearbeitet und dann mit meinem Equipment in Finnland experimentiert. (27:36) Kaffee schmeckt am besten, wenn er relativ frisch geröstet ist. (29:48) Ich empfehle, zum Kaffeetesten einen doppelten Espresso zu bestellen, weil die meisten Maschinen darauf kalibriert sind, und dann kann man den Kaffee schmecken, wie er schmecken sollte. (31:31) Die Frage ist immer, wie weit man mit dem Rösten gehen will, weil: Umso mehr man röstet, umso mehr Geschmack verliert man. (31:38) Wenn man röstet, gibt es zwei Cracks. Man kann sich das vorstellen wie das Poppen bei Popcorn. Beim Kaffee markiert der erste Crack eine leichte Röstung und der zweite eine dunkle Röstung. (33:08) Ich bin ein schwieriger Kaffeekunde geworden. (35:04) In Finnland ist Schlagobers selten im Kaffee, es ist eher etwas Besonderes. (35:10) Als Barista würde ich sagen: Schlagobers gehört nicht in den Cappuccino. (37:58) Die finnische Sprache ist wie Lego spielen – mit Teilen, die sich immer wieder ändern. (38:05) Das Café habe ich auch teilweise deswegen eröffnet, weil ich dachte, ich werde jeden Tag Kontakt haben mit Kunden und mich unterhalten können und werde jeden Tag etwas von der Sprache lernen. (38:46) Mir ist es ein Anliegen, anderen Menschen zu helfen, Finnisch zu lernen. (40:00) Was ich vom Wiener Café gelernt habe, ist, dass es eine Institution ist, wo Leute zusammenkommen. (40:23) Für mich war immer klar, dass es zum Wiener Café dazugehört, dass es eine Plattform ist, um Leute zusammenzubringen. (43:38) Wenn man mich fragt, was mir aus Österreich abgeht, ist es, neue Leute kennenzulernen, weil in Finnland die soziale Distanz dazugehört. (43:56) Es ist etwas Schönes am Sprachcafé, es reduziert Barrieren. (50:06) Unser Café war vorher ein mexikanisches Lokal, also bin ich für den Stil nicht verantwortlich, aber es ist sehr gemütlich.

  26. 287

    Gustl - Weltreise im Wohnmobil

    (05:00) Egal ob Teppichgeschäft oder Werkstatt, bevor irgendwas angeschaut wird, hockst du dich hin mit den Leuten und trinkst erstmal einen Chai. (06:58) Ein Düdo ist eine Mercedes-Baureihe, das sind leichte LKWs. (08:00) Jeden Tag mit dem Auto in die Arbeit fahren, hatte etwas Endgültiges. (09:34) Ich bin schon als kleines Kind gerne mit dem Opa und seinem Wohnmobil herumgefahren. (10:19) Direkt neben uns am Hippie-Festival war ein Freiburger Bus, der das alte Feuerwehrauto von meinem Nachbarort umgebaut hat. (10:46) Ich brauch irgendwas, was sehr einfache Technik hat, was sehr robust ist und was einen Motor hat, der auch einmal einen schlechten Sprit verträgt. (12:10) Ob’s wirklich die ideale Wahl war, weiß ich nicht, weil die Ersatzteilversorgung nicht so super ist. (13:03) Bevor ich das mit der Weltreise begonnen habe, habe ich für mich eine Probereise gemacht. (14:37) Ja, das wird schwierig, keine Frage. (15:30) Ich mach’s ja nicht, weil‘s einfach ist. Es soll ein Abenteuer sein. (15:43) Ich wollte jetzt schon längst in Indien sein. (16:47) Es ist nicht immer geil, wenn man dort ist, und das sollte man grob wissen. (17:56) Mir ist es mental und psychisch so schlecht gegangen, ich bin total vereinsamt. (20:33) Da hab ich dann keine Sekunde überlegt und gewusst: Darauf hab‘ ich gewartet. (22:16) Allein der Aufbruch und der Tapetenwechsel machen bei mir schon viel mental aus. (23:30) Ich kann mir im Moment kaum vorstellen, wieder in eine Wohnung einzuziehen. (24:32) Von meiner jetzigen Sicht aus könnte ich mir gar nicht vorstellen, auf diesem Faschingswagen mitzufahren. (25:29) Ich bemüh' mich, authentisch zu sein. (25:37) Einfach machen, auch wenn man gar keine Ahnung hat. (25:51) Ich bin schon in viele Fettnäpfchen getreten, zeig' mich in aller Ahnungslosigkeit und Naivität. (26:03) Irgendwie hab‘ ich mich noch aus jeder Scheißsituation befreien können. (29:36) Insgesamt funktioniert’s sogar besser, als ich gedacht hätt‘. (32:31) Es ist einfach sicherer, wenn man als Touristenkonvoi durchfährt. (33:55) Ich hoff’, dass ich eine Antwort auf die Mail krieg, sonst wär‘ ich einfach mal in die Botschaft reinspaziert. (36:15) Plötzlich stand ich vor einem verschütteten Tunnel und dachte mir: Deswegen stand da, ich soll nicht hineinfahren.  (36:50) Ich hab mich gefühlt wie bei Opa und Oma, und von diesen Erlebnissen gab es in der Türkei viele. (39:45) Das ist ja auch der Witz an mir, an der Reise und an meinem Content: Ahnungsloser Typ aus Bayern möchte eine Weltreise machen. (41:00) Das ist der Nachteil einer Wohnmobilreise gegenüber einer Backpacking-Reise. Da ist man gezwungen, draußen zu sein. (42:24) Ich will meine Zeit nicht verschwenden. (43:25) Es ist oft die Flucht vor irgendwas. (44:48) Ich hab nirgends so schlechtes Internet gehabt wie in Deutschland. (48:10) Jetzt will der Bua nach Afghanistan fahren. (48:52) Es musste immer schon wild sein und weit weg. (52:11) Ich könnt mir sogar vorstellen, zwei Wohnmobile zu haben. (53:33) Wenn ich rausschau', will ich keine Betonkirche oder schöne Kirche sehen, ich will Pflanzen sehen.

  27. 286

    Irena und Klaudija - Museum of Survivors

    (04:36) Es sind nicht nur Geschichten, es sind Geschenke. (06:35) Ich habe meinen ersten Kaffe getrunken das war ich 10 Jahre alt. (09:15) Im Museum of Survivors sind Gestände zu sehen, von Menschen die als Kinder oder Jugendliche , Krieg, Flucht oder Unterdrückung erlebt haben. (10:25) Im Museum of Survivors kann man alles hören und lesen. (11:24) Wenn ich ein Flugzeug sehe denke ich an reisen, jemand der Krieg erlebt hat denkt nicht an reisen. (12:54) Es geht um Kindheitserfahrungen im Krieg aber auch die Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen. (13:08) Momentan sind im Museum of Survivors 10 ZeitzeugInnen Geschichten und 3 nächste Generationen Geschichten, tatsächlich haben wir 53 Menschen interviewt. (13:50) Die Ursprungsidee war kein digitales Museum sondern ein analoges Museum in der Mitte des Museumsquartier. (14:56) Wann hört der Krieg in den Köpfen der Menschen auf? Ist es bei einem Waffenstillstand, ist es auf der Flucht oder wenn die Menschen in Österreich nach ihrer Flucht angekommen sind? (19:20) Wir wollen die Menschen die uns ihre Geschichte erzählen auf keinen Fall in einer Opferrolle zeigen. (25:04) Wenn man keine Finanzierung hat ist es schwer ein Projekt wie das Museum of Survivors umzusetzen. (25:50) Wirklich Partner zu finden die an uns glauben ist uns sehr wichtig. (28:02) Wir haben den wissenschaftlichen Bereich des Museums während der Corona Zeit sehr gut abdecken können, aus historischer Sicht mit der Unterstützung des Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, aber auch mit der Psychotraumatologie der Uni und im Bereich Migration Judith Kohlenberger die uns begleitet hat. (29:07) Wir nehmen die Geschichten sehr ernst und werten sie auch wissenschaftlich aus. (29:48) Bei Schulveranstaltungen nehmen Schülerinnen und Schuler Gegenstände mit und überlegen sich wie es wäre wenn sie plötzlich flüchten müssten, was würden sie mitnehmen? (32:48) Uns beide hat unsere Geschichte, die Geschichte unserer Eltern, das Aufwachsen in Wien und Situationen die unsere Eltern und wir hatten, so verbunden und gestärkt. (33:49) Die gemeinsame Stärke wollte ich nicht mehr missen und deswegen bin ich auch so froh, dass wir gemeinsam die Idee des Museums of Survivors verwirklichen konnte. (34:34) Es gibtim Museum of Survivors einen roten Faden in den Geschichten, Themen die immer wiederkehren, die haben wir unter Menüpunkte zusammengefasst wie z.Bsp: "Der Krieg kam plötzlich" oder "Es war der ganz normale Krieg". (37:50) Bei Gesprächen mit Menschen für das Museum of Survivors wollte ich nicht durch das Gespräch leiten sondern schauen, dass wir gemeinsam diese Reise gehen. (38:52) Wir beide hatten keine direkte Kriegs- oder Fluchterfahrung, aber eine indirekte über unsere Familien, und natürlich hat das auch etwas mit uns gemacht. (40:33) Jede Geschichte im Museum of Survivors war für mich eine Bereicherung. (41:36) Jede Geschichte ist ein Schatz, ein Geschenk, und jede Geschichte ist nicht nur wertvoll sondern auch fragil. (43:50) Auch wenn ich bei meiner Familie in Serbien bin, wird wahnsinnig viel gelacht obwohl es sehr viel tristes gibt. (47:44) Mir hat eine Frau ihre Geschichte erzählt, sie ist im Krieg geboren und sie wurde jeden Tag zur Schule gefahren, und am Weg in die Schule waren immer Leichen am Strassenrand zu sehen, es war normal für sie. Als sie mit 15 nach Österreich kam hat sie erkannt, dass das alles nicht normal war. (52:00) Ich hoffe, dass das Museum of Survivors etwas ist, woraus wir lernen, wir schaffen Bewusstsein, wir geben den Menschen eine Form der Anerkennung und wir sind uns der schrecklichen Erfahrungen bewusst und wollen sie nicht wiederholen. (52:42) Wir leisten einen Beitrag zum Frieden. (52:55) Jeder von uns kann einen Beitrag zum Frieden leisten: es fängt dabei an, dass wir nett zueinander sind, dass wir uns in den anderen einfühlen können, dass wir anders miteinander reden, das alles trägt zu einem friedlicheren Miteinander bei.

  28. 285

    Wie Wien Wohnt - Ein Blick durchs Schlüsselloch mit Malou

    (04:23) Wenn ich in Wohnungen reingeh, wird mir immer zuerst ein Espresso angeboten. (05:11) Der Safrantee bei der Barbara im 14. Bezirk, in ihrem Atelier, war das Beste, was ich jemals getrunken habe. (06:30) „Wie Wien Wohnt“ ist ein digitales Fenster. (07:23) Es gibt so viele Persönlichkeiten, die eine Plattform verdienen und man hört immer von denselben Personen. (07:51) Es ist herzerwärmend, wenn dir in einer Stadt, die so großen Wert auf Privatsphäre legt, eine Tür geöffnet wird. (09:29) Während des ersten Lockdowns haben die Leute gesehen, dass sie nicht alleine sind. (12:55) Ich will mich auch selber überraschen. (14:05) Es gibt keinen Bezirk, in dem ich mich unwohl fühle. (15:15) Ich bin froh, dass ich mit typischen Sachen, die man über manche Bezirke denkt, brechen kann. (16:45) Am Anfang dachten die Leute immer, es kommen fünf Burschen mit Kamera und Licht und allem Drum und Dran, aber es sind nur ich und mein Handy. (18:20) Ich bin keine Richterin, die sagt: So ist es falsch oder so ist es richtig. (21:21) Ich lerne in der Küche immer so viel über die Menschen. (22:05) Sideboards, auf denen kein Fernseher steht, und ein schwarz-weiß karierter Teppich. Das sehe ich momentan sehr häufig. (24:23) Mir ist am wichtigsten, dass die Leute, bei denen ich zu Hause bin, wissen, dass ich so da bin, dass sie sich wohlfühlen. (25:15) Ich wohn zu Hause wirklich 0815 und boring. (25:39) Ich lerne jetzt erst mit 31, wie ich meine Wohnung einrichten möchte. (31:25) Es gibt immer um die 400 Fotos pro Wohnung. (32:18) Ich liebe es, wenn ich jemanden besuche und der hat eine Katze zu Hause. Das ist die Cherry on top. (35:52) Ich möchte mich auch gegen Wohnungsnot und für psychische Hilfe einsetzen. (38:55) Ich find sehr viel lustig. (43:42) International würde ich das schon auch machen wollen. (48:43) Alles, was mit der Selbstständigkeit zu tun hat, geht mir auf die Nerven. (49:49) Wenigstens eine Villa möchte ich einmal fotografieren, aber ich liebe Gemeindebauten, die haben viel Persönlichkeit.

  29. 284

    Elly und Marlene vom HOLI Gesundheitszentrum - Gesundheit neu definiert

    (06:55) Marlene und ich kennen uns kaum. (07:20) Das Unternehmen braucht Energie und Aktivismus. (08:03) Auch wenn wir wenig voneinander wissen, die Grundstimmung passt. (08:14) Die gemeinsamen Werte machen es einfach aus. (08:42) Kennen ist nicht nur „was weiß ich von dir“, sondern „wie spür ich dich“. (10:46) Wir haben ein starkes Weight-Stigma im medizinischen Bereich. (11:26) Den gewichtsneutralen Ansatz gibt es schon, der ist nicht neu. Er wird nur gerne untergraben. (11:49) Wir sollten Gewicht nicht so zentriert denken, wie wir’s tun. (12:50) „Normalgewicht“ ist breiter gefächert, als wir es zurzeit denken. (13:05) HOLI soll dabei helfen, einen anderen Weg einzuschlagen. (13:37) Der BMI wurde von einer Versicherungsfirma ins Leben gerufen. (14:15) Wenn wir Menschen mit Biomarkern, die im gesunden Bereich liegen, restriktiv auf Diät setzen, kommen wir ins Weightcycling, was viele negative Folgen hat, die wiederum dem Mehrgewicht zugeschrieben werden. (15:20) Im Zentrum sollen verschiedene Professionen anwesend sein, sodass die Probleme der Menschen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. (16:35) Wenn du in einem größeren Körper mit einer Harnwegsinfektion zu einer medizinischen Fachkraft kommst und das Erste, was du hörst, ist: „Du musst abnehmen“, dann kommst du dir nicht ernst genommen vor.   (19:44) Es im Kopf zu verstehen, ist das eine, aber es tatsächlich zu fühlen und anders zu machen, ist das andere. (24:40) In der ersten Phase war es schwer, an Informationen zu kommen, auch, weil wir einfach noch nicht die richtigen Personen kannten. (25:12) Wir haben unser Know-how hergenommen und kleine Pakete geschnürt, damit Menschen sich direkt eine Gegenleistung holen können. (27:18) Wenn wir nie Fehler machen würden, wär alles super und morgen erledigt. Aber that’s not going to happen. (27:36) Bis jetzt sind alle Meilensteine geschafft. (28:06) Es ist ein Wahnsinns-Ride gerade. (28:41) Es ist der Wind, der unseren Flügeln den Aufwind gibt. (29:20) Wir versuchen, eine Leerstandsfläche wieder zu aktivieren und zu beleben. (30:55) Vorstellen können wir uns viel, aber es muss sich auch rentieren. Keiner lebt von Luft und Liebe. (31:40) Es geht darum, etwas entstehen zu lassen, das nachhaltig ist und umsetzbar ist.    (33:10) Fehler ist zu negativ formuliert, es sind Erfahrungen und Erfahrungswerte. (34:11) Manchmal macht es Angst, manchmal ist es verdammt schwer, aber alles davon war es wert. (34:49) Sachen dürfen sich verändern und sollen sich verändern. (36:05) Ich kann schon spüren. (36:45) Ich werd beim HOLI reinkommen, dann erstmal lüften und eine Kerze anzünden. (37:14) Für HOLI zu arbeiten geht viel weiter als „wir gehen da rein und machen unsere Arbeit“. (38:12) Es ist ein Schritt in die Richtung, dass sich die Gesellschaft verändern darf, und dafür braucht es einen physischen Ort, damit es gesellschaftswirksamer wird. Aber es geht viel weiter. (40:22) Investoren sind vorwiegend ältere Männer und Personen, die mit dem Weight-Bias aufgewachsen sind, und dann stehen drei Frauen vor ihnen und sagen: „Hey, wir müssen was ändern, das geht so nicht.“ (42:43) Wir haben Menschen hinter uns, die genau wissen, warum wir das tun. (44:40) Selfcare, Selfcare, Selfcare. (45:00) Manchmal ist es eine Überwindung zu sagen: „Ich kümmere mich jetzt um mich.“ (47:04) Ich weiß es in diesem Team sehr zu schätzen, dass wir sagen können: Okay, heute geht es nicht weiter, aber dafür morgen. (49:34) Mir ist es am wichtigsten, dass ich happy bin mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe. (54:15) Wenn du das Gefühl hast, du machst schon die fünfzigste Diät, wenn du siehst, wie deine Partnerin, dein Partner, deine Freundin unter diesem gewichtszentrierten System leidet, schau dir an, was wir tun, und unterstütze dieses Projekt.

  30. 283

    Bianca - Klassenzimmer nach Feierabend

    (04:16) Der beste Kaffee ist der, den man mit Freunden trinkt, und die Zeit verfließt einfach so. (04:47) Schulkaffeeautomaten-Kaffees sind noch immer nicht besser. (05:58) Die Lehre würde ich auf jeden Fall wieder machen, weil du Berufserfahrung bekommst. (07:39) Für die Handelsakademie hätte ich eine Aufnahmeprüfung machen müssen, und die habe ich mich nicht getraut zu machen. (09:00) Ich hatte lange den Gedanken im Kopf, die Matura nachzumachen – fürs Ego und um zu wissen: Kann ich’s oder kann ich’s nicht? (09:33) Abendschule kostet Kraft. Ich hatte viermal die Woche Unterricht von 18:00 bis 22:00 nach einem ganzen Arbeitstag. (10:44) Das Einzige, was in der Abendschule unangenehm ist, ist, dass die Lehrer oft jünger sind als man selbst. (11:13) Manchmal haben Lehrer in der Abendschule gesagt: „Das ist so wichtig, du wirst es jeden Tag brauchen.“ Und da ich schon seit ich 18 bin im Büro arbeite, habe ich mir gedacht: Na, das habe ich noch nie gebraucht. (11:30) Wenn man als Erwachsener versucht, Lehrern zu erklären, was man braucht oder nicht, kommt man in mehr Konflikte als mit 17. (13:11) Am ersten Tag, an dem ich in der Schule war, wurde gesagt: „Jetzt seid ihr 27, und 80 % werden wegfallen.“ Schlussendlich waren wir bei der Matura zwei Personen. (13:19) Nach der Abendschule bleibt für die Matura fast niemand übrig, weil so viele aufgeben. (13:25) Während Corona und den Lockdowns wurde die Abendschule komplett vergessen. (14:33) Meine Freunde haben immer gesagt, dass ich’s durchziehen soll. (14:44) Man braucht Freunde, die einem Rückhalt geben. (16:35) Schule und Arbeit konstant zu trennen, ist mir zeitweise sehr schwergefallen. (18:01) Während Corona und dem Unterricht am Laptop war ich knapp daran, aufzuhören, aber dann habe ich mir gedacht, dass ich schon so viel Geld reingepfeffert habe – da wär’s mir echt schad drum. (18:11) Ich war zu gierig, um das Geld, das ich schon bezahlt hatte, auf der Strecke zu lassen. (20:12) Hausübungen waren schon ein Problem, weil sich um 10 Uhr abends noch hinzusetzen und Mathehausübung zu machen nicht so meins war. (21:13) Ich hatte Wochen, in denen ich mir dachte: Ich kauf mir die Socken neu, weil ich keine Zeit zum Wäschewaschen habe. (24:16) Man gewöhnt sich schon sehr schnell daran, mehr Freizeit zu haben. (27:36) Ich habe gelernt, To-do-Listen zu machen und abzuarbeiten und meine Freizeit viel mehr zu genießen. (28:05) Der Gedanke, nach dem Bachelor noch den Master zu machen, ist schon da. (28:48) Wenn mich jemand nach Tipps für die Abendschule fragt, würde ich die Gegenfrage stellen: Wie sehr willst du’s? (28:54) Um in der Abendschule bis zur Matura zu kommen, muss man es wirklich wollen und es auch wirklich nur für sich selbst machen – nicht, weil jemand anderer sagt: „Du hast ja keine Matura.“ (29:12) Es hat Abende gegeben, an denen ich geweint habe, weil ich nicht mehr wollte und noch fünf Hausübungen machen musste, während in der Arbeit auch noch viel zu tun war. (29:46) Ich habe vergessen, mich von Turnen abzumelden. (31:56) Ich glaube, Abendschullehrer zu sein ist nicht schön. (35:37) Ich hatte großes Glück mit meinem Chef und meinen Arbeitskollegen, die mich früher gehen ließen, wenn ich eine Schularbeit hatte. (38:25) Ich bin als Erwachsene in der Abendschule wegen Lachens auseinandergesetzt worden. (43:22) In Wien ist der Zugang zur Bildung schon einfacher als am Land. Ich hätte mit 10 Jahren ca. 40 Minuten mit dem Postbus zum Gymnasium fahren müssen – und der fährt nur dreimal am Tag überhaupt. (47:27) Ich habe meine Ungeduld entdeckt. (49:13) Es war schwer zu lernen, dass es vollkommen okay ist, sich Zeit für sich zu nehmen.

  31. 282

    Niko Alm - Alles anders – oder doch nicht?

    (07:03) Die Antarktis nochmal zu sehen, bevor sie abgeschmolzen ist, wäre schon recht interessant. (09:26) Was du Visionboard genannt hast, könnte man auch als Kalender bezeichnen. (13:27) In manchen Bereichen, in denen viel weitergebracht werden könnte, wird sich nicht viel tun. (14:33) Es gibt auch prinzipiell bei guten Gesetzesvorhaben und Umsetzungsvorhaben Kritikpunkte, auf die man hinweisen muss. (15:10) Blau-Schwarz wird auch keinen Spielraum haben, etwas umzusetzen, was sich andere auch nicht leisten können. Die stehen vor den gleichen Realitäten. (15:17) Es gibt wahrscheinlich auch die gleiche Hemmung, unerfreuliche Botschaften den Menschen zu überbringen, wenn's nicht unbedingt sein muss. (18:03) Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bundeskanzler Kickl eine Rede halten kann, die zumindest den Buchstaben nach verbindlich und für die gesamte Bevölkerung ansprechend ist. (24:14) Wenn es zu dieser Regierung kommt, dann fliegen die Fetzen. (24:26) Die Fetzerei beginnt. (26:29) Es wäre schön, einmal breit mit der Bevölkerung zu diskutieren, was überhaupt Staatsaufgaben sind und in welcher Intensität die wahrgenommen werden. (28:23) Wenn man leichtfertig sagt, der Markt regelt das, heißt das nicht notwendigerweise, dass der Markt es zur Zufriedenheit aller regelt. (35:48) Ich will mir Aurafotografie im Selbststudium beibringen. (36:45) Ich habe gar nichts gekauft auf der Esoterikmesse. Leider. (41:17) Ein Thema, das mich nach wie vor beschäftigt, nämlich Republik und Religion, ist noch lange nicht auserzählt. (43:05) Die traditionelle Medienlandschaft ist seit vielen Jahren massiv unter Druck. (44:47) Vielen Medien fehlt das Geld zum Überleben. (47:40) Das Einzige, worauf man hoffen und bauen kann, ist, dass sich die ideologischen Ausrichtungen und Schlagseiten der einzelnen Medienhäuser – die an sich nichts Verwerfliches sind, man muss nur wissen, wo die Leute zuhause sind – ausgleichen und man ein mündiges Medienpublikum hat, das auch einordnen kann, woher eine Information kommt. (48:08) Das Wichtigste ist trotz allem kritisches Denken. (50:25) Wenn sich so ein mündiges Publikum herausbildet, ist schon viel gewonnen. (51:45) Es gibt viele, die ihre Nachrichten aus Telegram-Gruppen und Facebook-Kommentaren beziehen, und das ist schon eine sehr selbstkuratierte eigene Blase. (53:05) Der ganze Medienbereich ist ein einziges Dilemma seit vielen, vielen Jahren. (56:26) Wir werden, wenn diese Regierung entsteht, Personal kennenlernen, von dem wir nicht angenommen hätten, dass es existiert. (56:35) Ich verlasse mich ganz auf die FPÖ, dass jeder Tiefpunkt unterschritten wird, den wir bisher kannten. (56:45) Mir wird das Lachen im Hals stecken bleiben, aber Donald Trump haben wir auf der anderen Seite ja genauso. (56:54) Wenn's nicht so tragisch wäre: Vieles, was Donald Trump sagt, ist so absurd, dass man es sich kaum ausdenken kann. (57:49) Man muss in die Vorwärtsverteidigung gehen. (59:18) Man kann betroffen und verärgert sein und trotzdem darüber lachen, das geht sich aus. (59:37) Ich kann jemanden für einen riesigen Trottel und verachtenswert halten und nichts davon teilen, was er sagt, aber trotzdem über seine schlechten Witze lachen. (1:03:45) Ich würde nie nur eine Sache machen wollen. (1:05:20) Immer schön optimistisch bleiben. Es ist alles nicht so schlimm, wir kriegen das alles wieder hin.

  32. 281

    Veronika - Bach - Ein Weihnachtswunder und andere (Weihnachts-) Geschichten einer Kostümbildnerin

    (01:31) Falalala, es ist Weihnachten. (04:13) So früh haben wir noch nie eine Weihnachtsfolge geplant. (06:23) Ich bin im Moment sehr, sehr dankbar, dass ich dieses Leben leben darf. (08:20) In Leipzig war ich in einem veganen Katzenkaffee, das war ganz toll. (09:10) Ich war von Mitte Jänner bis Mitte Februar am Drehort. (09:36) Recherche ist ein Hauptbestandteil einer Kostümbildnerin, die sich mit Recherche befasst. (12:35) Gerade bei historischen Kostümen ist es sehr, sehr schwer, wirklich perfekt passende zu finden, ohne selbst anfertigen zu müssen. (14:44) Kamera und Kostüm gehören sehr zusammen. (15:01) Wir haben besprochen, dass es schön werden soll. (17:09) Für eine noch schönere Passform gibt es ein zusätzliches Popscherl. (18:03) Bei ‚Licht‘ bin ich das erste Mal in diese Mode eingetaucht. (20:10) Die Schauspielerin kann sich besser identifizieren, wenn sie das Richtige anhat. (20:44) Bridgerton hab‘ ich mir eine Folge angeschaut und dann verweigert. (23:23) Versteckter Zipp geht gar nicht. (27:00) Oh, ich weiß nicht, ob ich das verraten darf. (29:54) Ich bin jeden Tag dankbar und ehrfürchtig, dass ich diesem wunderschönen Beruf nachgehen kann. (32:32) Es ist so wichtig, wenn man sich bei der Arbeit freut. (34:33) Es muss alles akkurat sein, aber so was wie Thermostrumpfhosen und andere Wärmegadgets sind wichtig. (36:02) Ich bin sehr detailverliebt. (39:27) Männer wollen oft zuerst die Hose anziehen und kommen dann drauf, dass die Strümpfe darunter gehören. (41:26) Ich hab‘ mich immer mit Ronja identifiziert. (45:12) Ich schreibe an einem Drehbuch. (46:50) Der Film spielt nur zu Weihnachten. (47:18) Es ist eine wahre Geschichte. (48:07) Ich hab‘ nur noch geweint, weil der so schön gesungen hat. (49:22) Wir haben so einen guten Zusammenhalt in der Familie. (49:39) Bei uns war es immer ein Zusammenkommen von: Jeder, wie es für sich gut ist. (50:58) Mein Beten ist in den Wald gehen und durchschnaufen. (52:05) Schenken kann ein Duschgel sein, das schon überall seit drei Jahren ausverkauft ist und du hast es noch in Mistelbach in einer kleinen Drogerie gefunden. (57:26) Film ist fake. (58:45) Dass das Kostüm einzigartig und besonders ist, funktioniert nur, wenn auch die Geschichte einzigartig und besonders ist. (1:00:00) Mode ist einfach spannend. (1:02:51) Ich tu jetzt so streng, aber in Wirklichkeit, wenn der Film gut ist, ist mir das auch egal.

  33. 280

    Mario - IT, KI und Programmieren

    (04:05) Ich bin eigentlich gar kein so großer Kaffeetrinker. (05:46) Vor ein paar Jahren bin ich ein bisschen aktivistisch geworden. (10:45) Programmieren ist im Endeffekt nicht so viel anders, wie wenn du zu einem Tischler gehst und sagst, du willst eine neue Küche. (11:02) Am Ende einer Programmierung kommt keine schöne, brauchbare Küche raus, sondern meistens etwas, was noch nicht so funktioniert, wie man es haben will. (11:38) Allgemein, die Digitalisierung kommt mir nicht schnell vor. (12:03) Ich glaube, dass 30 Jahre für die Einführung einer neuen Technologie wie PCs und Internet nicht super schnell sind. (12:27) Das iPhone war der Katalysator von allem, was wir dauernd vor unseren Birnen haben und wo wir nicht aufhören können, herumzuwischen. (13:03) Dass KI wie ChatGPT so gut funktioniert, hat alle überrascht. Dass es funktioniert, hat weniger überrascht. (14:06) Ein Touchscreen ist kein Ersatz für ein Gerät mit Knöpfen oder für einen Ball. (15:14) Ich finde nicht, dass es besser ist, wenn ein Kind am Tablet mit einem Tabletpen etwas zeichnet, als wenn es mit Wasserfarben oder Stiften auf einem Papier etwas macht. (15:27) Das Artefakt, das mit Wasserfarben oder Stiften entsteht, ist etwas Greifbares, das für alle in der Umgebung erlebbar ist. (15:36) Eine Zeichnung auf dem Tablet kann ich über WhatsApp mit Oma und Opa teilen, aber es ist nichts, was ich dann ausdrucke und aufhänge. (16:43) Ich bin nur ein Computerhawi. (20:51) Digitale Geräte sind mittlerweile Gebrauchsgegenstände und haben ein bisschen Topfpflanzencharakter. (22:26) Es wird derzeit versucht, Lösungen in Dinge zu stecken, wo sie nichts zu suchen haben. Zum Beispiel bei der Plattform des AMS, mit der jeder Arbeitslose arbeiten muss, kennen sich nicht mal die MitarbeiterInnen richtig aus. Es ist ein System aus dem Jahre Schnee, bei dem nicht mal der Zurück-Button funktioniert. (26:50) Das AMS hat sich entschieden, Geld auszugeben für KI-Lösungen von Nicht-Problemen. Aber im System, mit dem jeder Arbeitslose arbeiten muss, funktioniert nicht mal der Zurück-Button. (27:10) Ich finde, dass politisch leider diesen Trend-Themen in der Technologie zu sehr nachgelaufen wird, ohne darüber nachzudenken, was für Auswirkungen es hat, was für einen Nutzen es hat und was es für einen Return on Investment hat. (27:31) Es geht offensichtlich politisch jedem darum, dass er innovativ dasteht. (29:15) Mit einem Tool wie heiße-Preise kann man sehr gut die Preisbildung analysieren, und das war auch die Motivation, weiter daran zu arbeiten. (32:23) Digitalisierungsstaatssekretäre sollten Erkenntnisse aus Daten des Staates ziehen, auf Basis derer dann Maßnahmen gesetzt werden, zum Beispiel im Gesundheitswesen oder auch im Bereich der Steuerhinterziehung. (36:37) Es werden vom Staat Projekte angegangen, die ein gutes Grundkonzept haben, die dann aber im österreichischen verbürokratisierten, verbeamten, Verlangsamungsprozess und überbordenden Budget enden. (36:55) Diese Prozesse könnten verbessert werden, wenn man nicht immer dieselben Beraterfirmen anstellt. (37:27) Mein Beitrag ist es, zu zeigen, dass man auch als Privatperson schnell etwas auf die Beine stellen kann. (35:54) Ich brauche keine Computer, um Programmierer zu sein. (38:59) Es gibt etwas wie Computational Thinking. Da geht’s darum, dass ich ein Problem habe, und ich möchte wissen, wie ich dieses Problem am besten lösen kann. Dann leite ich mir eine Anleitung her, die ich immer wieder auf dieses Problem anwenden kann, und das ist im Endeffekt, was eine ProgrammiererIn tut. (40:04) Wirklich gute SoftwareentwicklerInnen zeichnen sich dadurch aus, nicht nur das Problem zu betrachten, sondern auch die Menschen, die dieses Problem haben. (41:52) Das Runterdividieren auf: Was will der Kunde wirklich von mir als SoftwareentwicklerIn, ist die eigentliche Kunst des Berufs. (42:12) Für mich persönlich war der beste Weg immer, den KundInnen oder BenutzerInnen zu erklären, was eigentlich möglich ist

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    Flora - Ergotherapie: Von richtig Sitzen bis Feinmotorikstörungen

    (05:14) Durch Umwege bin ich bei der Heilmassage gelandet, weil ich eigentlich immer Physiotherapeutin werden wollte. (06:55) Wir Ergotherapeuten unterstützen Menschen mit psychischen oder physischen Einschränkungen, damit sie ihren Alltag wieder selbständig bewältigen können. (07:52) PhysiotheraupeutInnen schauen, dass Leute wieder gehen können, und Ergotherapeuten schauen, dass sie dabei eine Hose anhaben. (09:29) Manchmal ist mit den PatientInnen reden mehr, als sie physisch zu behandeln. (14:21) Sich als Ergotherapeutin selbständig zu machen ist ein Weg, den man geht. (14:29) Ich bin Kassentherapeutin für alle Kassen. (18:48) Ich bin ein sehr optimistischer Mensch und versuche, das Gute zu sehen und anderen Leuten zu vermitteln. (19:08) Ich kann auch streng sein, aber auch Leute gut motivieren. (21:19) Wenn jemand sagt, er will wieder kochen lernen, werde ich nicht versuchen, ihm Fahrradfahren beizubringen. (21:38) Patient und Patientinnen stehen immer im Mittelpunkt. (23:09) Es ist wirklich eine Zusammenarbeit von mir mit den Patientinnen und Patienten und umgekehrt. (23:14) Ich sag immer: Ich bin eine Begleitung. (26:34) Man muss in der Prävention viel mehr in der Gesundheitsförderung machen. (27:52) Ich achte im privaten Umfeld nicht die ganze Zeit darauf, ob alle richtig sitzen und den richtigen Schreibtisch haben. (31:52) Ich hab das Ziel: In der Therapie muss man einmal lachen. (32:33) Humor ist superwichtig in der Therapie, weil wenn man nur das Schlechte sieht, ist es für den Heilungsverlauf nicht optimal. (35:09) Ich bin ein Mensch, der sehr mitfühlt, und es ist auch schon passiert, dass ich mit Patientinnen und Patienten mitgeweint habe. (40:31) Es gibt einfach in diesen Stellen noch nicht die Gesundheitsprävention, die Ergotherapie und digitale Mittel vernetzt. (40:49) Bei meinem ersten Arbeitgeber haben wir mit Blaupapier kopiert. Dort sind wir bei der Digitalisierung im Gesundheitsbereich. (41:31) Jede Person, die mit Kindern arbeitet, ob Lehrer oder Therapeut, hat meinen größten Respekt. (41:48) Wenn man als Ergotherapeutin mit Kindern arbeiten will, muss man wahnsinnig viel Geld in die Ausstattung einer kindgerechten Praxis stecken. (42:25) Schauts auf euch, das ist das Wichtigste.

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    Rita - Leben und Überleben

    (06:32) Wir kannten uns, weil wir die gleichen Ärzte hatten. (08:11) Es hat sich hingezogen und plötzlich sind immer mehr Symptome aufgetreten. (08:42) Mit 19 habe ich einen Verein und eine Selbsthilfegruppe gegründet. (09:01) Es sind meistens junge Patienten und Frauen, die nicht ernst genommen werden. (09:47) Es hat 10 Reanimationen gebraucht, bis man draufgekommen ist, dass mein Gehirn vergisst, dem Körper zu sagen, dass er atmen soll. (10:53) Sie hat zu mir gesagt, dass sie nicht wissen, ob ich auch mit der Operation überleben werde. (10:59) Nach 2 Wochen Koma bin ich aufgewacht und hatte ein Tracheostoma. (11:23) Mir wurde gesagt, dass niemand wüsste, ob meine Stimme zurückkommt, und dass Singen unmöglich sein wird. (12:35) Meiner Mutter wurde gesagt, dass ich nicht mehr lebend aus dem Krankenhaus kommen werde. (12:42) Das ist jetzt zwei Jahre her, ich hab‘s geschafft. (13:41) Natürlich wünsche ich diese Momente niemandem, aber nachdem ich keine Wahl hatte, bin ich froh, dass ich das erlebt und überlebt hab. (14:44) Ich bin mit meiner besten Freundin selber auf die Diagnose gekommen. (15:30) Ich hätte mir eine frühere Diagnose gewünscht. (17:49) Natürlich gibt's auch gute Ärzte. (19:30) Sie macht Apnoetauchen und lernt das irgendwie. (21:49) Du kannst dich nicht selber reanimieren. (23:18) Ich hab ja die Zeit schon überlebt, von der mir gesagt wurde, ich werde sie nicht überleben. (27:28) Ich habe durch meine Geschichte gelernt und versuche, das Erlernte weiterzugeben. (28:26) Wenn man merkt, es wird immer kritischer mit der Krankheit, lernt man auch sich selbst zu helfen. (34:45) Durch das Gesundheitssystem erlebt man sehr viel Frustration. Das geht dann auch einfach auf die Psyche. (36:27) Kein Strom heißt keine Luft für mich. (37:24) Natürlich gibt es Einschränkungen, aber ich versuche, mein Leben so zu leben, wie ich es gerne hätte. (42:42) Manchmal würde ich gerne in unvoreingenommene Konversationen starten. (44:01) Komische Kommentare kommen meist aus Unwissenheit. (46:00) Eine Stärke, die mir von meinen Eltern mitgegeben wurde, ist, in jeder Situation etwas Lustiges zu finden. (46:44) Lachen war nie ganz weg. (47:00) Ich wünsche mir, dass ich die älteste Patientin mit dieser Erkrankung werde. (51:48) Ich wäre gern der Mensch, den ich mir für mich gewünscht hätte.

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    Geburtstagsfolge ft Max Hammel

    (01:22) Ich habe mich quer durchgehört, was ihr so gemacht habt die letzten 6 Jahre. Man könnte es fast als Podcast Stalking bezeichnen. (06:53) Was ist mit der Bibel passiert? (07:10) Die Bibel war ein fettes Notizbuch. (12:08) Ihr wählt Personen aus, die man als total sympathische Menschen kennenlernt. (14:54) Die meisten Menschen wollen gleich die Welt verändern, ihr wollt mit eurem sozialen Umfeld engagen. (16:29) Beim Hören von mit Milch und Zucker hat man das Gefühl, es sind Menschen, denen man jeden Moment auf der Straße begegnen könnte. (20:35) Wenn man neue Menschen trifft und die erzählen, was sie machen, denkt man sich: Soll man die gleich in den Podcast einladen und was für Fragen könnte man stellen? (21:42) Ich find's lustig, dass der Jingle in der ersten Folge 5 mal vorkommt. (22:05) Wir haben immer gesagt, dass es wichtig ist, dass wir uns nicht zu wichtig nehmen. (25:27) Man überlegt sich selten, wem man wirklich Danke sagen will. (27:04) Aus knapp 300 Folgen mit Milch und Zucker nimmt man so viel mit. (28:02) Es ist ein Privileg, dass sich 200 bis 300 Menschen Zeit genommen haben, ihre Geschichte bei mit Milch und Zucker zu erzählen. (28:25) Unsere GästInnen haben uns auch etwas geschenkt, nämlich das Vertrauen, ihre Geschichte öffentlich zu machen. (31:51) Wie schafft man es, so ein Projekt über 6 Jahre zusammenzuhalten. (33:41) Aber was war vor Corona? (35:45) Wir haben mit Milch und Zucker auch begonnen, weil wir etwas machen wollten, wo uns keiner reinredet. (36:19) Am Beginn von „Mit Milch und Zucker“ gab es viele GästInnen die gesagt haben, dass es wie eine Therapiestunde war. (40:32) Es ist besonders schön, dass es immer Menschen in unserem Umfeld gab, die uns geholfen haben. (43:30) Solange der Kaffee aus Kaffeebohnen ist, nehmen wir jeden Kaffee. (46:29) Wir haben gelernt, uns auf eine Geschichte einzulassen und folgen den GästInnen im Thema. (47:46) Nicken hört man nicht im Podcast. (52:12) Wir schauen immer noch darauf, dass Frauen und Männer als GästInnen ausgeglichen sind. (54:29) Wenn ich Menschen in den Podcast einlade, fange ich damit an, dass es uns seit 6 Jahren gibt, wir ca. 300 Folgen gemacht haben und es legit ist. (54:59) Es ist kein Interview, es ist ein Gespräch. (55:42) Kettcar gehört zu unserer Freundschaft dazu. (1:00:07) Einen Zoomtermin zwischen 3 Leuten auszumachen, ist einfacher als 3 Leute zur gleichen Zeit in den gleichen Raum zu bringen. (1:01:08) Es ist eine gute Lehre wenn man etwas gemeinsam machen will, schafft mans. (1:02:59) Der Schnitt wirds richten. Oder auch nicht. (1:08:46) Mit Milch und Zucker kommt jetzt in die Volkschule.

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    Spritzer4Peace - Peace, Love and Spritzer

    (06:50) Wir hatten keinen tollen Kaffee in der WG. (08:03) Das ist der grausigste Kaffee, weil das ist der, den man am dringendsten braucht. (09:32) Wir haben uns ohnmächtig gefühlt und wollten etwas unternehmen. (10:34) Es sollte nicht nur um den Frieden gehen, wir wollten auch etwas für unser Grätzl tun und den sozialen Frieden fördern. (11:09) Was gibt es Schöneres im Sommer als einen Spritzer? (13:00) Wir mussten uns überlegen: Wie soll das aussehen, was wollen wir ausschenken, was wollen wir verkaufen? (14:17) Wir haben uns getroffen, diskutiert, weiterentwickelt und dann war das in drei Monaten aufgestellt und dieses Fest da. (16:02) Im ersten Jahr waren wir noch naiv, da war alles möglich. (18:05) Wir waren bei der ersten Veranstaltung vom Erfolg geküsst, sind dann damit ins nächste gestartet und haben dann Manches übersehen. (19:53) Wir wollten im zweiten Event die Verantwortlichkeit aufteilen und haben mit dem Verein eine juristische Person gegründet. (20:11) Wir sind jetzt nicht nur eine Ansammlung von WG-Mitgliedern und Freunden, sondern ein Verein und professionell. (23:33) Es war ein gemütliches Miteinander. (25:12) Im ersten Jahr ist nichts übriggeblieben, da haben wir sogar unseren WG-Wein geopfert. (27:55) Dass wir uns gegenseitig pushen konnten, ist mitunter die beste Erfahrung. (29:00) Es lohnt sich, das zu machen. (33:20) Wir wollten den Fokus nicht nur ins Ausland legen, sondern auch ins Grätzel. (37:45) Bei beiden Events war es einfach so arschknapp, dass es hingehaut hat, da kann man im Nachhinein drüber lachen. (38:50) Die Leute, die da waren, fanden es gut, aber es stand auch pünktlich um 21:57 die Polizei bei uns. (40:56) Wir stehen an einem Punkt, wo wir uns überlegen, wie wir gemeinsam weitermachen. (41:45) Ein großes Spritzer4Peace mit tausend Leuten in den Weinbergen ist etwas, worüber wir oft gesprochen haben. (42:20) Ich wünsch mir, dass ich immer etwas in meinem Laben habe, das mich so begeistert, wie die Arbeit an Spritzer4Peace. (43:55) In fünf Jahren bereue ich hoffentlich nicht, aus Wien weggegangen zu sein.

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    Cornelius und Hemma - Calma Compania

    (04:28) Es war ein Abend in Wien in einer Wiener Bar. (07:10) Ich hab mich und das Bett mit einem Moskitospray eingesprüht und bin am nächsten Tag aufgewacht mit einem Kater, als hätte ich drei Vodka-Flaschen getrunken. (07:57) Ein Spray, das einerseits natürlich ist, aber auch gut riecht und einen gewissen Designanspruch hat. (10:55) Ich hab angefangen in meiner kleinen Hexenküche, diese Sprays weiterzuproduzieren. (11:20) Auf einem professionellen Level war es, als wir uns zusammengetan haben und es richtig in die Gänge gekommen ist. (12:34) Deswegen hat es jetzt auch zweieinhalb Jahre gebraucht, obwohl der Plan war, das vielleicht in ein paar Wochen auf den Markt zu bringen. (12:55) Es fühlt sich nicht nach Kompromiss an. (13:37) Wenn wir beide nicht da wären, wäre bei uns beiden das Projekt im Sand verlaufen. (17:07) Ich dachte mir immer: „Jaja, wegen dem Namen können wir später noch sprechen.“ (18:49) Man ist immer nur so stark wie die Summe der Menschen um sich herum. Da haben wir echt Glück gehabt. (22:31) Wir finden den Austausch zwischen den Kulturen so wichtig, dass die Welt verbunden ist. (24:11) Wenn mir jemand „Nein“ sagt, denke ich mir: „Na dann erst recht!“ (27:40) Das Ego muss man bei der Tür draußen lassen. (28:50) Man darf sich was trauen und man kann sich auch ein bisschen zum Hampelmann machen. (32:24) Das, was du konsumierst, hat Einfluss darauf, wie du dich fühlst, und da sehen wir uns in der Verantwortung. (36:21) Man hat jede Flasche in der Hand gehabt und war dann richtig stolz drauf. (38:16) Es ist witzig, Feedback kann man manchmal so gar nicht glauben und meint dann, die wollen nur höflich sein. (39:16) Wenn man die Möglichkeit hat, ein Unternehmen zu starten, dann hat man auch die Verantwortung, gesellschaftlich etwas beizutragen. (40:12) Die Gelse ist nach wie vor das tödlichste Tier der Welt. (41:00) Wir finden Reisen extrem wichtig, sehen aber auch, dass es fette Probleme erzeugt. (44:01) Gelsen sind echt nicht so witzige Tiere. (45:11) Am Ende kannst du auch nicht mit einem brennenden Kaffeehaufen durch die Stadt gehen. (46:09) Gelsen sind vielleicht für uns unnötig, aber es gibt nichts in der Natur, was keine Daseinsberechtigung hat. (49:18) In fünf Jahren machen wir mit unseren Produkten die Welt einen Tick angenehmer. (50:37) Das Ziel ist, dass in jedem Hotel, in dem wir uns wohl fühlen würden, dass da Calma Compania steht. (50:53) An den Orten, an denen es Mosquitos gibt, gibt es uns auch und machen die Welt ein Stück angenehmer.

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    Sepp Schellhorn - Wie und wo kann man in Österreich etwas verändern?

    (04:57) Ich bin ja ein Kaffeejunkie. (05:52) Irgendein Suchtpotenzial brauche ich noch, nachdem ich 2022 mit dem Rauchen aufgehört habe. (06:28) Was uns mit Italien verbindet, ist, dass es manchmal so einen guten Kaffee gibt wie in Italien. (08:57) Wenns ums Wirtshaus geht, reden wir von einer aussterbenden Spezies. (10:41) In den Vereinslokalen herrscht kein Pluralismus. (11:24) Das Wirtshaus ist vielschichtig. (11:36) Wir brauchen Wirtshäuser, weil dort wurde noch zugehört. Wir haben es ausreden lassen und das Zuhören verlernt. (11:49) Wenn ich jemanden nicht ausreden lasse, höre ich automatisch nicht zu. Weil ich ihn nicht ausreden lasse, grenze ich diese Person automatisch aus. (12:45) Ich sehe gewisse Wirtshäuser als Seismografen, was in der Gesellschaft passiert. (13:27) Für mich als Gastronom sind die Bierpreise in den letzten 2 Jahren um 43 % gestiegen, aber das Bier im Supermarkt kostet noch immer gleich viel. (20:39) Trinkgeld wird derzeit nicht mehr, sondern umkämpfter. (22:10) Bei Kreditkartenzahlung wird weniger Trinkgeld gegeben, und am wenigsten bei kontaktloser Bezahlung. (22:59) Ein Wirtshaus ist ein Kommunikationszentrum. (23:07) Ein Wirtshaus ist für alle sozialen Schichten da. (23:10) Ein Wirtshaus ist dann da, wenn die anderen Freizeit haben. (23:22) Ein Wirtshaus hat noch keinen reich gemacht. (25:16) Der Wirt versucht Gerechtigkeit im Verständnis zu erlangen, warum sein Bierpreis nicht 1 Euro ist wie im Handel, sondern 5,30 Euro. (26:11) Ich will den Menschen den Gedanken mitgeben, wie die Welt ohne Wirtshaus ausschauen würde. (27:58) Gehts zum Wirten, der braucht euch einmal die Woche. (29:05) Zur Wirtshauskultur gehören ein Tisch und ein Sessel dazu. (29:09) Der Tisch im Wirtshaus ist die Kreidetafel, die Kommunikationsplattform von uns allen. (30:17) Es wird nicht auf Gesundheit, Regionalität und Nachhaltigkeit gesetzt, und da ist die Politik verantwortlich, in der Raumordnung und der Landwirtschaftspolitik, die nur auf Masse setzt. (32:19) Ich muss das Zuhören selber erst lernen. (33:10) Ich glaube, wir vergessen oft, was uns Gespräche und Kommunikation bringen. (34:31) Jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten, dass es besser wird. (34:44) Wählen zu gehen ist ein riesengroßer Beitrag, der nicht wehtut. (34:51) Ein Kreuzerl zu machen ist ein großer Beitrag. (35:39) Reflexionszeit ist uns nicht mehr gegeben. (36:14) Gern machen muss man alles. Wenn mans ernst meint, muss man eine Passion dafür entwickelt haben. (36:56) Manchmal ist es gut, alleine zu sein, beim Fenster hinauszuschauen und mit Begeisterung vor sich hin sinnzulosen. (38:04) Ich war ein Profi in Telefonstreichen. (39:30) Meine Bühne ist die politische. (39:34) Meine Bühne ist, Interessen von Kunst und Kultur zu vertreten. (40:30) Mein größtes Anliegen in der Politik ist es, dass meine MitarbeiterInnen 10 % mehr Netto verdienen. (42:12) Mein Ziel ist es, die 12 Milliarden, die wir für das mehr netto vom Brutto brauchen, bei den Landeshauptleuten zu holen, weil dort das Geld verschissen wird. (42:47) Ich habe eine Wunschposition: Sollten die NEOS in die Regierung kommen: Ich wäre wahnsinnig gerne der Zuständige, der mit den Landeshauptleuten verhandelt. (43:46) Es braucht 10 Jahre, um die großen Reformen umzusetzen. (45:31) Es gibt einiges, was besprochen werden kann, wo Geld hinausgeworfen wird. (45:46) Wenn wir nicht gegen die Wand fahren wollen, müssen wir jetzt ansetzen. (48:12) Wenn ich beim Billa eine Palette Bier kaufen würde und im Lokal verkaufen würde, würde es heißen: Ah, der Schellhorn macht was Schwarz. (48:41) Mein Traumberuf ist nie in Erfüllung gegangen, Hubschrauberpilot zu sein. (48:59) Es ist mein Traum, nie stehen zu bleiben, und das vollziehe ich. (49:39) Stellt mir Fragen auf Instagram. Ich beantworte alle Fragen selber. (49:46) Ich merke, dass das Zuhören und Antwort geben und auch Kommunizieren extrem wichtig sind, damit wir in eine bessere Zukunft gehen.

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    Judith Kohlenberger - Gegen die neue Härte

    (10:31) Ein kleiner Teil von mir denkt bei jedem Kaffee, den ich trinke, daran zurück, dass es ein Privileg ist, dass ich den Kaffee wieder trinken kann. (11:49) Man gewöhnt sich an das hohe Level an Komfort und nimmt es als gegeben wahr. (13:27) Fehlender Empathie ist eine fehlende Vorstellungskraft vorgelagert. (17:17) Menschen werden fremder gemacht als sie eigentlich sind. Dies verhindert die Nähe zum anderen, die Zugewandtheit und das Durchlässigbleiben für das Schicksal des anderen. (19:02) Wir schaffen es nicht mehr, uns an die Stelle jedes anderen zu denken. (19:36) Wir müssen vom Abstrakten ins Konkrete gehen. Es braucht ein konkretes Gegenüber, ein Gesicht und eine Geschichte. (20:56) Jede einzelne Person, die in Moria gesessen ist, hatte auch davor mal ein erfolgreiches und funktionierendes Berufs- und Familienleben. (25:45) Zunehmend bin ich, weil ich zu Migration und Flucht forsche, nur mehr Projektionsfläche, und es ist auch egal, was ich konkret inhaltlich sage. (30:05) Ich versuche, Menschen eine Basis zu geben, um zu eigenen Schlüssen zu kommen. (30:34) Zahlen, Daten, Fakten und Studienergebnisse können nie beim Gegenüber zu einer Meinungsumkehr oder zum Überdenken der eigenen Position führen. (30:44) Gefühle erreichen uns dort, wo es Fakten gar nicht hinschaffen. (30:47) Es heißt nicht, dass wir Fakten nicht brauchen, aber die emotionale Ebene ist der Türöffner. (32:20) Ich bin der Meinung, dass einige politische Akteure nicht die Lösung des Migrationsproblems wollen, sondern das Problem brauchen. (38:43) Ich bin in diesem Feld unverbesserlich weil seit zehn Jahren rede ich mir den Mund fusselig und bin nicht kleinzukriegen. (39:48) Gerade in rechten und rechtsextremen Kreisen sieht man, dass gerade der Antimigrationsdiskurs ganz stark an einen Anti-Eliten-Diskurs gekoppelt ist. (41:04) Langzeitstudien zeigen deutlich, dass sich die Einstellung der Mehrheit der europäischen Bevölkerung zum Thema Migration und Flucht in den letzten 20 bis 30 Jahren immer mehr zum Positiven entwickelt hat. (41:47) Der Kontrollverlust wird ganz stark suggeriert, indem man zum Beispiel Bilder hat von überlaufenen Camps und Zelten. (43:10) Die Kämpfe, die man austrägt, sollte man weise auswählen. (46:14) Wir sind in dieser reizüberfluteten Empörungsgesellschaft und da braucht es auch Ventile, und vor allem braucht es da leider Sündenböcke, und das sind oft geflüchtete Menschen. (53:04) Man könnte positive Beispiele zeigen, gar nicht um negative zu übertünchen, aber um auch einen Ausweg und Lösungsansätze zu zeichnen. (55:43) Ich glaube, das Wichtigste, was im Subtext passiert, ist die schleichende Dehumanisierung, also das Fremdermachen von gewissen Personengruppen. (57:01) Rassismus ist nichts anderes als Dehumanisierung, es ist die Idee: „Der ist nicht in der gleichen Kategorie Mensch wie wir“. (1:04:20) Die Emotionen sind der Türöffner, damit mich dann die Fakten auch wirklich erreichen. Da fehlt es uns momentan an guten Rezepten. (1:12:56) Humor und Satire sind probate Mittel, gerade auch bei Populisten, weil damit sie sich schwer tun, und Populisten sind auch die, die keine Selbstironie haben. (1:14:04) Kein Autokrat will sich selber als Karikatur sehen. (1:15:05) Die Aufgabe von Kunst ist sowieso nur zu triggern und zu reizen. (1:16:26) Nachrichtenvermeidung und mehr Konsum von sozialen Medien sind eine toxische Mischung. (1:19:23) Was gerade jetzt wichtig wäre: Zumindest haben wir noch eine Gesprächsbasis und können uns darauf einigen, nicht einer Meinung zu sein. (1:25:15) Ich glaube überhaupt, dass die Lüge das Thema ist, das als Bedrohung für die offene und tolerante Gesellschaft gesehen werden kann. (1:26:51) Wenn wir uns irgendwann nicht mal mehr darauf einigen können, in welcher Wirklichkeit wir leben, wie wollen wir uns darauf einigen, wie wir diese Wirklichkeit besser gestalten. (1:29:33) Wir haben auch Tendenzen, die in Richtung einer progressiveren, gleichberechtigteren Welt zeigen.

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    Stimmen aus Lesbos 4 - Doro Blancke

    Während der offiziellen Sommerpause haben wir die Mikrofone und Sendezeit an Doro Blancke weitergeben. Diese Podcastfolge wird Doro euch einen Einblick in die Arbeit der Flüchtlingshilfe auf Lesbos geben. Die 4. Folge ist ein Gespräch zwischen Doro und Fayad. Fayad hat vor 2,5 Jahren Doro auf einer Reise nach Lesbos begleitet und ist geblieben um den Menschen zu helfen. Im Mai 2023 hat er gemeinsam mit der New York Times einen Bericht veröffentlicht, der illegale Deportationen, Entführungen und internationale Rechtsbrüche aufdeckt. Fayad hat maskierte Einheiten sowie die griechische Küstenwache gefilmt, wie sie geflüchtete Menschen entführen und an der türkischen Seegrenze auf Rettungsinseln aussetzen. Im Herbst 2023 hat er für diese Aufdeckungen den Paul-Weis-Preis erhalten, der von der Initiative Courage in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien für Verdienste um die Menschlichkeit verliehen wurde. --- Alles zu den Hilfsprojekten von Doro und Spendenmöglichkeiten findest du unter [doroblancke.at](https://doroblancke.at/spenden/) Doro Blancke auf Twitter hier: [https://x.com/doroblancke](https://x.com/doroblancke) Doro Blancke auf Instagram hier: [https://www.instagram.com/doroblancke](https://www.instagram.com/doroblancke) Bericht zum Video von Fayad über die Pushback Praxis in Griechenland: https://www.profil.at/ausland/entfuehrung-von-fluechtlingen-auf-lesbos-hat-das-skandal-video-folgen/402461627 --- Zitate aus dieser Podcastfolge: (02:05) Du bist im Herbst 2020 nach Lesbos mitgekommen, um die Lage abzuchecken und hast sofort mitgearbeitet. (03:18) Aus den 2 Wochen auf Lesbos sind 2,5 Jahre geworden. (03:33) Ich hab sehr viel im und außerhalb des Camps auf Lesbos dokumentiert. (04:26) Man kann nicht wegschauen, ohne zu helfen. (05:46) Wir waren alle im Not- und Katastrophenmodus. (06:07) Nachhaltig kann sich die Situation auf Lesbos nur verändern wenn sich politisch etwas ändert. (06:51) Es sind politische Entscheidungen, welche Bedingungen es für Geflüchtete auf griechischen Inseln gibt, es liegt nur am politischen Willen, das es nicht passiert. (09:10) Mir sind Autos ohne Kennzeichen mit verdunkelten Scheiben aufgefallen und auch irgendwann die Männer mit Sturmhauben und Kabelbindern am Gürtel. (09:28) Oft bin ich zu Ankunftsorten gekommen und habe nur mehr Rucksäcke, Schuhe und Windeln gefunden. (10:13) In der Extremsituation funktioniert man einfach nur mehr. (13:19) Menschen werden zur Zeit nicht mehr von den griechischen Inseln von Maskierten entführt und von der Küstenwache deportiert. (13:34) In der Praxis hat sich alles aufs Meer verlagert. (13:38) Die griechische Küstenwache fängt die Menschen weit im griechischen Gewässer in der Europäischen Union ab und schmeißt sie auf Rettungsinseln im offenen Meer ab und überlässt sie ihrem Schicksal. (13:57) Die türkische Küstenwache dokumentiert alles mit Fotos und Videos, und die kann sich jede/r ansehen. (14:42) Die Europäische Union hat die griechische Regierung mit der Untersuchung dieser Verbrechen beauftragt. (15:49) Das Video war nicht das Erste, das Verbrechen an der europäischen Außengrenze zeigt, aber jedes Video erhöht den Druck und die Möglichkeit für uns darüber zu reden. (21:50) Danke, was ihr durch eure Spenden auf Lesbos möglich gemacht habt.

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    Stimmen aus Lesbos 3 - Doro Blancke

    Während der offiziellen Sommerpause haben wir die Mikrofone und Sendezeit an Doro Blancke weitergeben. Die nächsten 2 Podcastfolgen wird Doro euch einen Einblick in die Arbeit der Flüchtlingshilfe auf Lesbos geben. Die 3. Folge ist ein Gespräch zwischen Doro und Omid. Omid kam von Afghanistan nach Griechenland und lebte in Moria. Von Moria kam er nach Österreich und holt hier gerade seinen Hauptschulabschluss nach und möchte anschliessend die Ausbildung zum Pflegeassistent machen. --- Alles zu den Hilfsprojekten von Doro und Spendenmöglichkeiten findest du unter [doroblancke.at](https://doroblancke.at/spenden/) Doro Blancke auf Twitter hier: [https://x.com/doroblancke](https://x.com/doroblancke) Doro Blancke auf Instagram hier: [https://www.instagram.com/doroblancke](https://www.instagram.com/doroblancke) --- Zitate aus dieser Podcastfolge: (02:41) Ich bin in Griechenland angekommen und war im Lager Moria. (03:17) Das Lager war furchtbar. (04:13) Im Winter haben wir keinen Strom und keine Heizung in der Nacht gehabt. (04:47) Ich bin zu einer Organisation gegangen und wollte Englisch lernen, aber ich konnte nicht, weil ich nie in der Schule war. (05:15) Ich habe mit Freiwilligen auf Lesbos Englisch gelernt und auch selber mit Youtube. Nach sechs Monaten konnte ich als freiwilliger Dolmetscher für Ärztinnen und Ärzte arbeiten. (06:58) Als der Brand in Moria war, war ich nicht dort, aber alle meine Sachen sind verbrannt, auch ein Dokument mit meinem Geburtsdatum. Ich habe durch den Brand im Lager alles verloren. (09:28) In Europa ist alles anders. Ich habe entschieden, dass ich nicht die gleiche Hautfarbe haben kann, aber ich etwas machen kann, was die Leute von Europa jeden Tag machen. (13:08) Ich bin von Griechenland nach Traiskirchen gekommen, ich war ein Monat dort und dann bin ich nach Graz gekommen. (13:52) In Graz haben mir die Leute, die ich in Griechenland kennengelernt habe, geholfen, Deutsch zu lernen. (15:35) Ich habe begonnen, als Freiwilliger in einem Altenheim zu arbeiten. (16:52) Ich habe gelernt, dass ich mich selber kümmern muss. (17:14) Ich versuche immer das ich den Weg zu finden, aber es ist nicht immer einfach mit der Kultur und der Sprache. (17:36) Jetzt mache ich gerade meinen Hauptschulabschluss. Wenn ich das schaffe, will ich unbedingt die Ausbildung zur Pflegeassistenz machen. (19:25) Ich bin in Österreich in Sicherheit.

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    Stimmen aus Lesbos 2 - Doro Blancke

    Während der offiziellen Sommerpause haben wir die Mikrofone und Sendezeit an Doro Blancke weitergeben. Die nächsten vier Podcastfolgen wird Doro euch einen Einblick in die Arbeit der Flüchtlingshilfe auf Lesbos geben. Die 2. Folge ist ein Gespräch zwischen Doro und einem Freund aus Somalia (Refugee). --- Alles zu den Hilfsprojekten von Doro und Spendenmöglichkeiten findest du unter [doroblancke.at](https://doroblancke.at/spenden/) Doro Blancke auf Twitter hier: [https://x.com/doroblancke](https://x.com/doroblancke) Doro Blancke auf Instagram hier: [https://www.instagram.com/doroblancke](https://www.instagram.com/doroblancke) --- Zitate aus dieser Podcastfolge: (02:33) I am from Somalia and I arrived in Lesbos in April 2021. (03:20) I had two pushbacks. (03:26) The pushback boat came, they beat us and try to take everything from us, phone, bags money everything. (03:58) The man next to me was beaten with a stick until his forehead was bleeding. (04:12) They put us on a small boat on the sea and the turkish coastguard saved us. (07:20) I can survive. (07:59) When I arrived in Lesbos I started to learn english. (08:19) I focus on my dream to learn, because if you don't learn the language you can't to do anything. (08:40) I am so happy that I am here and survive every day. (11:46) In the camp there so many people and there is scabies. (17:03) My dream is that one day I will live with my family. --- Alles Weitere erfährst du unter [**www.mitmilchundzucker.at**](http://www.mitmilchundzucker.at) auf Instagram [**@mit.milch.und.zucker**](https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker) oder Facebook [**@mitmilchuzucker**](https://www.facebook.com/mitmilchuzucker)

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    Stimmen aus Lesbos 1 - Doro Blancke

    Während der offiziellen Sommerpause haben wir die Mikrofone und Sendezeit an Doro Blancke weitergeben. Die nächsten vier Podcastfolgen wird Doro euch einen Einblick in die Arbeit der Flüchtlingshilfe auf Lesbos geben. Die 1. Folge ist ein Gespräch zwischen Doro und Sophia Amprosi (Humanitarianworker). --- Alles zu den Hilfsprojekten von Doro und Spendenmöglichkeiten findest du unter [doroblancke.at](https://doroblancke.at/spenden/) Doro Blancke auf Twitter hier: [https://x.com/doroblancke](https://x.com/doroblancke) Doro Blancke auf Instagram hier: [https://www.instagram.com/doroblancke](https://www.instagram.com/doroblancke) --- Zitate aus dieser Podcastfolge: (02:28) Ich hab den Austausch mit dem Menschen lieben gelernt. (02:42) Ich habe mit dazu entschieden im Dezember nochmal nach Lesbos zu kommen und bin seit dem bei der Doro und sehr glücklich, dass ich mit der Doro zusammenarbeiten kann. (03:22) Natürlich sind die schlimmen Erfahrungen und Geschichten die man hört sehr überwältigend aber die Freundschaften und das Miteinander überwiegen. (03:43) Das Community Building auf Lesbos ist unglaublich. (04:20) Ich glaub, ich habe noch nie in einem Jahr so viele Sachen gelernt, nicht nur, was die Arbeit betrifft, sondern auch über andere Menschen und Kulturen. (05:41) Viele Menschen, die hier auf der Insel ankommen und dann im Camp in diesen sehr, sehr, sehr dramatischen Umständen leben, deren erste Erfahrung mit europäischen Menschen ist nicht die positivste. (05:57) Ich sehe es als meine Aufgabe, dieses Bild von Europa zu wandeln. (07:15) Ich glaube, dass man die Situation hier viel humanitärer gestalten muss. (07:20) Menschenrechte einhalten und die Basic Needs von Menschen erfüllen, sind die Basis, damit sich Menschen in die Gesellschaft integrieren können. (08:43) Wir bereiten jede Woche ca 200 Wochennahrungspakete vor und verteilen die Pakete, wir geben Englischunterricht und wir machen Nachmittagsbetreuung für Kinder, deren afghanischer Vater Arbeit gefunden hat. (11:35) An den europäischen Außengrenzen zu arbeiten macht sehr viel mit mir. (11:43) Ich verspüre sehr viel Wut und Hilflosigkeit. (12:21) Wir sind da, um Menschen zu helfen. --- Alles Weitere erfährst du unter [**www.mitmilchundzucker.at**](http://www.mitmilchundzucker.at) auf Instagram [**@mit.milch.und.zucker**](https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker) oder Facebook [**@mitmilchuzucker**](https://www.facebook.com/mitmilchuzucker)

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    Takeover: Alltagsprolet + Buffs in Chucks

    Diese Folge haben wir an unsere ehemaligen Gäste Alltagsprolet und Buffs in Chucks übergeben. Die neuen Hosts haben Fragen gestellt und aus mit Milch und Zucker wurde mit Milch und Zucker und Bier. Hier Quotes aus dieser Podcastfolge: (02:49) Arbeiten ist mein guilty pleasure. (05:43) Ich wünschte, die ZuhörerInnen könnten den Gesichtsausdruck vom Prollers sehen während er nachdenkt ob Dreher Bier aus Wien kommt. (07:23) Stimmt, wir waren diese peinlichen Österreicherinnen. (08:33) Theater generell ist eine Leidenschaft von mir. (10:16) Ich hab 15-mal angefangen ein Buch zu lesen und bin bei Seite 4. (10:50) Ab der Donau bist gefühlt in Gänserndorf. (11:14) Es hat sich ein gemeinsamer Simmeringer Lokalpatriotismus entwickelt. (11:55) Es gibt keinen Ort auf dieser Welt, wo ich besser fühle als in Sarajevo. (12:28) Love is blind, ist deutsches Trash-TV auf Englisch. (16:09) Bosnisches Essen bedeutet viel Fett und Stärke, das einzige, was gut schmeckt. (16:56) Wir haben jahrelang ohne Pause gepodcastet. (17:09) Nach 4,5 Jahren haben wir gesagt: Pause. (18:47) Ich hab mitbekommen, wenn man neue Menschen kennenlernt und drei Sätze hört, die interessant sind, dass man fragt: Du, magst Du vielleicht zu uns in den Podcast kommen. (19:00) Kannst du das bitte nicht erzählen bevor wirs aufnehmen können? (19:29) Beim Podcasten lernt man Small Talk. (19:45) Man wird schnell gefesselt von den Geschichten die GästInnen erzählen. (20:02) Man wird von Menschen schnell inspiriert. (20:14) Wie oft führt man im Alltag ein wirklich gutes Gespräch? (20:24) Natürlich ist der Podcast wahnsinnig viel Arbeit. (22:20) Der Podcast "The guilty feminist" war der Podcast, der uns ermutigt hat, etwas gemeinsames zu machen. (23:06) Es gibt den Blog auch, aber es ist hauptsächlich der Podcast. (24:16) Ich hab umsonst meinen Bizeps angespannt in die Kamera gehalten. (24:43) Es gibt Folgen da find ichs spannend, dass ihrs durchgestanden habts. (26:09) Die ZuhörerInnen sehens grad nicht aber ich bin grad ur rot geworden. (26:59) Ihr seids auf dem Hot-Seat nicht wir. (28:14) Zu dem Zeitpunkt hat die Folge voll gepasst, jetzt würde ichs nicht mehr machen. (28:35) Auf seiner Homepage steht "Berufsjugendlicher" und das möchte ich jetzt auch werden. (30:09) Mit der Liebe, nicht für die Liebe. (30:47) L1 Visum ist einer der Hauptgründe für Ehen für Leute, die in die USA gehen. (32:10) Es gibt ein Hochzeitsfolge. (33:46) Kannst ja versuchen nicht nur den Hintergrund scharf zu schalten sondern auch den Rest. (36:15) Die Folgen mit Doro Blancke finde ich immer berührend weil wir ohne sie nicht wüssten, was gerade in Lesbos los ist. (36:50) Ich habe die Folgen mit euch beiden besonders gefunden weil es ein Vertrauensbeweis war die eigene Geschichte in einem Podcast zu erzählen, obwohl ihr im Internet anonym ist. (37:21) Ich hab viel getindert als Expat, weil Du halt keine Sau kennst, wenn Du ins Ausland gehst. (37:34) Ich hätte sogar getindert, um mit irgendjemanden Basketball spielen zu gehen. (38:50) Die ersten sozialen Kontakte kamen mit der Arbeit. (39:08) Der Podcast war ein fixer Anker von sozialen Kontakten. (41:22) Tinder wird teilweise als Egobooster verwendet. (41:40) Ich hatte irgendwann die ganze Stadt durch. (42:47) Ich hab nie ein Superlike bekommen. (45:55) Nur weil es eine Kandidatin ist können wir jetzt alles sagen und machen was wir wollen, das geht einfach nicht (46:01) Das hinterrücks geredet wird ist in jedem Unternehmen und in jeder Partei so. (46:14) Ich finds bedenklich, dass es einen EU-Wahlkampf gibt wo nicht über die EU gesprochen wird. (46:38) Österreich ist seit Ibiza eine reine Politik Shit Show. (46:50) In Parteien heißt es immer "Es gibt zu wenige Frauen in der Politik". Na schauts euch an warum, jetzt gibts eine junge Frau in der Politik und die wird von unten bis oben mit Dreck beworfen. (47:06) Es ist eine scheinheilige Diskussion, weil ihr wollt halt keine Frauen in der Politik, das ist halt so.

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    Doro Blancke - Wie ist ist Situation für geflüchtete Menschen in Griechenland?

    (03:02) Es geht darum, dass man mit sich selbst im Reinen ist und man Menschen hat, die man im Herzen trägt. (04:02) Auf Lesbos fangen wir in der Früh an zu arbeiten und dann mach ich auch viel Vernetzungsarbeit mit KollegInnen, es geht eigentlich den ganzen Tag rund. (04:27) In Österreich ist auch der Platz für die superpositiven Nachrichten zum Beispiel von Menschen, die wir begleiten mit ihren Erfolgen. (05:03) Wenn man nur mit Katastrophen verbandelt ist, das geht auf Dauer nicht. (05:44) Man weiß gar nicht mehr, wo man hinschauen soll. (06:05) Seit dem Video von Fayad Mullah, dass mit der New York Times veröffentlich wurde, gibt es vom Land in Lesbos keine Pushbacks mehr. (06:34) Am Meer ist wahnsinnig viel Schreckliches und Trauriges los. (07:05) Wir haben im Camp auf Lesbos über 70 % Frauen und Kinder. (08:20) Die Leute müssen vorwärtskommen, es bleibt ihnen nichts anderes übrig. (09:11) Die Menschen werden im Camp auf Lesbos komplett vernachlässigt. (09:17) Das ganze Camp ist von Krätze befallen. (09:58) Wir sprechen mit den Menschen und sehen wie sie in ein paar Monaten verfallen. (10:15) Wir geben Englisch- und Deutschkurse, wir packen Lebensmittel für ca. 200 besonders vulnerable Geflüchtete die wir auch selber wöchentlich verteilen, wir finanzieren ein Rechtsberatungsprojekt, weil es auch wichtig ist, dass Geflüchtete zu ihren Rechten kommen, wir zahlen auch Arzttermine, wir verteilen auch Babyhygieneartikel und wir machen auch persönliche Begleitung von Geflüchteten. (12:27) Wir sind dankbar, dass wir so viel Hilfe anbieten können in Lesbos, wir nehmen keine Förderungen es wird alles von der Zivilgesellschaft finanziert. (15:45) Am Anfang haben wir nicht gewusst, dass wir solange auf Lesbos bleiben werden. (16:30) Solangs noch geht mach ichs noch. (18:09) Ich hab auch gelernt, wie politisch Richterinnen und Richter in solchen Ländern sein können, das ist eine Desillusionierung. (18:19) Ich hab aber auch gelernt, was die Zivilgesellschaft bewegen kann. (18:39) Wir sind das ganze Jahr vor Ort, auch Weihnachten, es sind tollste junge Menschen die sich da engagieren, ich bin selber auch 7 Monate im Jahr Vorort. (19:52) Es ist eine emotionale Gratwanderung. (20:13) Es gibt so viele Dinge, die mich zutiefst betrüben, aber trotzdem habe ich immer diese Zuversicht und ich mir denke: "Da gibts Menschen die Liebe in sich tragen" und man findet sie dann auch. (21:23) Es müsste in Europa doch mehr Verständnis da sein. (21:35) Griechenland wird als Außengrenzenland sehr oft alleine gelassen. (22:43) Die Situation macht mich noch ein bisschen rebellischer und auch wütender aber es macht mich auch weiser. (23:05) Die Meisterleistung wir vollbringen müssen ist trotz unserer Betroffenheit, unser Schmerzen und unserer Wut in einem Dialog zu bleiben, um Kompromisse und Lösungen zu finden. (24:22) Wir sind in Österreich von einem guten Dialog weit entfernt, es gibt nur mehr dafür oder dagegen. (29:28) Jeder Mensch kann sich die Frage stellen: Wofür brenne ich. (31:10) Je wohler wir uns fühlen, desto mutiger und getragener sind wir auch in der Gemeinschaft. (33:08) Eine Frage die jede/r von uns an KandidatInnen zur EU Wahl stellen sollte, die man vielleicht wählen will: Willst Du Europa oder Nationalstaaten. (35:08) Es besteht die Gefahr, dass die Leute nicht mehr wählen gehen, weil sie das Gefühl haben, dass sie niemand mehr vertritt. (35:21) Wir dürfen das demokratische Werkzeug der Wahl nicht aus der Hand geben. (36:55) Zum Thema Außengrenzen schauts dunkel aus bei der EU-Wahl aber ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf. (41:30) Wir müssen intensiv daran arbeiten, dass man versteht, was bedeutet das Menschenrecht. (42:03) Wir müssen Verantwortung für die Zukunft übernehmen. (42:42) Im Dezember gab es rund 1000 Menschen, mehrheitlich Familien, die im Camp auf Lesbos nichts zum Essen bekommen haben. Nahrung, in Europa, ist Menschenrecht. (43:15) Wenn wir über Camps für Geflüchtete außerhalb Europas sprechen mu

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    Buffs in Chucks - Was kann man vom einem Human Resources Manager lernen?

    (05:51) Als Wiener kann man auch eine Leidenschaft für schlechten Kaffee entwickeln. (08:20) Der erste Eindruck, wenn Du den Lebenslauf aufmachst, ist wichtig und das er halbwegs was gleichschaut und man die Informationen schnell findet. (09:10) Ich glaub man unterschätzt, mit wie vielen Bewerbungen ein Recruiter oder HR-MitarbeiterIn täglich konfrontiert werden kann. (09:20) Manchmal macht man in der Früh den Laptop auf und da sind 600 E-Mails mit Bewerbungen. (10:56) Anschreiben schau ich mir dann an, wenn ich den Lebenslauf schon als gut befunden habe. (12:33) Sobald ich einen Lebenslauf bekomme, wenn ich mehr wissen will, auf Social Media, sind wir mit allen Informationen sehr offen. (13:15) In Europa wird es eher negativ gesehen, wenn Du kein Foto auf den Lebenslauf gibts, weil es unpersönlich ist. (13:43) Die CVs, die ich bekomme, wenn da ein nettes, sympathisches Foto drauf ist, ist es für mich als Mensch ein erster positiver Eindruck, den ich von dieser Person gewinne. (13:53) In den USA sind die Diskriminierungsregeln gesetzlich und sozial verankert. (14:57) Es ist wichtig, dass Du das Interesse bewahrst, BewerberInnen kennenzulernen und nicht Leute zu schubladisieren. (16:47) Im Recruiting im HR Bereich arbeiten sehr viele junge Menschen, weil es die Einstiegsposition ist. (16:57) Das Recruiting wird sehr jungen Leuten überlassen. (18:08) Wir brauchen Schuladen um diese komplexe Welt begreifen zu können. (18:51) Der Halo Effekt passiert nonstop. Es kann jemand die gleiche Fußballmannschaft wie ich mögen, aber die Frage bleibt, ob diese Person für die Stelle geeignet ist. (20:03) Der Großteil der Menschen in Unternehmen oder auf Twitter finden Menschen im HR machen gar nichts. (21:12) Wenn man sich entscheidet, in Human Ressources zu arbeiten, denken viele an Talent Acquisition, sprich Recruiting oder an Training, People Development und Change Management. (21:27) Ich glaube, dass der größte Teil der HR Administration ist und dass das unbedingt notwendig ist, um eine gut funktionierende Firma zu haben. (21:43) Der Rest ist Feuerwerk. (21:47) Der Administrationsbereich wird deutlich unterschätzt wieviel Impact er auf ein Unternehmen haben kann. (23:42) Am meisten Spaß macht mir HR, wenn ich von allen Bereichen ein bisschen etwas machen kann. (23:59) Heute ist People Development und Training ein Schwerpunkt von mir. (24:04) Es macht mir Spaß, Trainings zu halten und noch mehr Spaß Trainings zu konzipieren. (24:19) Überall, wo Du mit Menschen im persönlichen Kontakt arbeiten kannst, ist es natürlich ein dickes Plus und macht mir am meisten Freude. (25:24) Die Rolle von HR ändert sich fundamental, wenn Du einen Betriebsrat hast oder nicht. (26:40) HR hat die Möglichkeit, Satellit zu spielen, wir sind Teil des Business, aber Du hast immer die Möglichkeit, Dinge von einer anderen Perspektive zu beleuchten. (27:02) Was kein HR-Manager der Welt vergessen sollte: Du bist auch Angestellter. (27:26) Viele HR Leute sehen sich dann zu sehr in der Rolle des Unternehmens und vergessen, dass es die Entscheidungen sie treffen, auch sie selbst betreffen. (28:07) Immer wenn ich mit der Arbeiterkammer zu tun hatte, als erstes gesagt, dass ich auch Mitglied bin. (32:14) Ich bin unter anderem für Belgien zuständig, da gibt es die 35 Stunden Woche und das Land ist auch nicht zugrunde gegangen. (33:11) Langfristig kann ich in 35 Stunden auf jeden Fall so effizient sein wie in 38, 40 oder wahrscheinlich 42 Stunden. (34:54) Die Welt wird nicht zusammenbrechen, wenn Du eine 35 Stunden Woche machst und wir werden auch nicht das neue Wirtschaftswunder erleben, wenn wir die 41 Stunden Woche machen. (38:45) Ich kann mit meiner Frau über viele Dinge lachen, das ist ein Grundbaustein unserer Beziehung. (40:07) Feedback geben wegen Foto würd ich nicht. (43:00) Wir verbringen so viel Zeit in der Arbeit, es wäre traurig, wenn Du da nicht auch Spaß haben kannst. (43:05) Wenn Du als Vorgesetzter das Gefühl hast Deine Leute verschwenden

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    Barbara Horvatits – Ebner - Vom Südburgenland und der Psychologie hinter dem Reisen

    (04:34) Es ist immer der erste Kaffe in Italien. (05:29) Es ist immer in jedem Land etwas eigenes. (05:56) Wenn ich eine Landkarte hab, wo ich Orte markiere, ist es sehr Südeuropa lastig. (06:32) Südschweden im Sommer wäre ein Traum von mir. (06:44) Italien ist für mich wie ein zweites Zuhause, Kroatien genauso. (07:03) Wir habens nach Ljubljana und Zagreb weniger weit als nach Wien. (07:57) Wir sind weniger Kaffee lastig, bei uns ist ja eher der Wein zu Hause. (08:55) Es war auch ein bisschen ein Trotzprojekt. (09:58) Das Südburgenland hat durchaus etwas Toskanisches. (11:29) Ich hab in der Jugend das Gefühl gehabt, dass ich ein Landei bin. (12:17) Ich hab das Südburgenland nie komplett hinter mir gelassen. (13:55) Für mich war das größte AHA Erlebnis, wie geschichtsträchtig die Region Südburgenland ist. (15:03) Martina Parker hat mit ihren Krimis der Region einen Bärendienst erwiesen. (17:21) Das Südburgenland ist die Hängematte Österreichs. (18:14) Wenn ich wohin fahre, wo ich hundert Reiseführer hab oder schon 15-mal darüber gelesen hab, dann weiß ich eh, was dort gibt. (18:35) Es kitzelt doch ein bisschen den Abenteurer raus. (19:21) Ich habe eine positive Grundstimmung. (19:44) Wenn ich mich darauf einlasse, dass ich auf Reisen etwas Tolles erleben werde und mich auch traue, mal um die Ecke zu blicken, dann werde ich überall etwas total Spannendes finden. (20:18) Ich sags ganz offen: Bali interessiert mich nicht. (20:35) Ich bin hauptsächlich in Europa unterwegs, weils so viel gibt. Ich werd ja da schon nicht fertig. (21:28) Städtereisen mache ich gerne alleine. (21:50) Das Alleinreisen habe ich erst lernen müssen. (25:16) Ich bin ein extrovertierter Mensch und ich brauch Kontakte und Menschen um mich. (25:32) Ich habe die Abende mit mir selber auch genossen. (27:03) Mein Hirn kreist immer um: Wann haben wir 3 Tage Zeit, wann können wir mal wieder wegfahren. (27:08) Wenn ich keine Reise zum Planen oder drauf freuen hab, dann fühle ich mich ein bisschen leer. (29:18) Koffer auspacken und Wäsche waschen ist so nervig. (34:47) Humor ist auch eine Verarbeitungsstrategie. (36:05) Man merkt einfach, dass die Betriebe und Locations im Südburgenland wenig Berührungspunkte hatten mit redaktionellen Reiseberichten. (39:51) Natürlich muss ich auf die Vernunft der Menschen pochen, die das Südburgenland besuchen. (42:36) Wir haben noch eine Rechnung mit Brüssel offen. (44:17) Meine Eltern sind als Großeltern noch ein Stückerl cooler als sie als Eltern waren. (47:30) Ich hoffe, dass viele durch das Buch neugierig aufs Entdecken des Südburgenlandes werden.

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    Astrid - Austrian Cravings - Wie schmeckt die Heimat?

    (11:16) Meine Mama hat mich zurückgeködert nach Österreich. (11:38) Auslandsstudium ist natürlich lustiger, je weiter man von Zu Hause weg ist. (12:37) Mit einem Wirtschaftsstudium von einer FH darf man sich nicht beim Außenministerium für die Diplomatenlaufbahn bewerben. (14:30) Meine Eltern hatten eine Bäckerei, Konditorei und Kaffeehaus, deswegen war ich immer sehr verwöhnt mit frischem Brot. (15:31) Wenn man in Amerika wohnt, gehen einem irgendwann die Geschmäcker von zu Hause ab. (15:51) Irgendwann geht es einem auf die Nerven, dass man in nichts reinbeißen kann, das dich erinnert, wie es zu Hause schmeckt. (16:36) Wenn man in einem Kleinunternehmen aufwächst, bedeutet es extrem viel mithelfen. (18:32) Ich habe überlegt wie ich meinen Account nenne, und Austrian cravings trifft genau das wies mir geht. (18:47) Zuerst waren es Bilder von Sachen, die ich verkaufen wollte, und dann ist es in die Richtung gegangen zu zeigen, was Österreich alles hat an guten Sachen. (19:38) Österreicher sind verwöhnt mit Bäckereien an jeder Ecke. (26:30) Man muss nicht alles belächeln, was Amis machen und von oben herab betrachten, weil es gibt für alles seinen Platz und seine Zeit und es ist gut, nicht immer so schnell zu urteilen. (27:30) Die größte Herausforderung für österreichisches Backen in den USA ist für mich Butter. (28:35) Ribiselmarmelade ist ein ganz grosses Thema. (28:42) Es gibt keine Ribisel in Kalifornien. (29:15) Der Koffer im Sommer ist immer randvoll mit verschiedenen Sachen. (30:24) Vanillekipferl mit amerikanischer Butter machen ist eine Katastrophe. (38:02) Backen macht ein bisschen mehr Spaß als Kochen. (38:17) Das Haptische, wenn man Teig in der Hand hat, wenn man gestalten kann, damit, das find ich super. (39:22) Man kriegt extrem viel von den Eltern mit, ohne das mans will oder glaubt manchmal. (40:01) Semmeln machen ist echt schwierig. (40:48) Amerikaner sind Weltmeister in lustigen Snacks. (45:20) Für super Kuchen oder Mehlspeisen ist es die Zeit wert, die man braucht, sie zu machen. (45:31) Beim Schneeschlagen hört sich bei vielen Menschen, die nicht aus Österreich kommen, der Spaß auf. (46:39) Ich hätte gerne ein kleines Häuschen in unserem Garten, wo ich Kurse anbieten kann. (47:47) Ribiselmarmelade, Hagelzucker, Powidl, Inländer-Rum, Mohn, Schokobananen, Manner Wafferl, die richtigen Gummibärli das wär so meine Wunschliste von Dingen, die man mir in die USA gerne mitbringen kann. (49:48) Es gibt noch keinen, der nicht ein riesen grosses Lachgesicht hatte, wenn man Strudel von Hand zieht.

  50. 263

    Henni - Backpacking durch die Länder Afrikas

    (02:30) Es ist mein aller-, aller-, allergrößtes Anliegen, Menschen zu motivieren, afrikanische Länder zu bereisen. (04:56) Wir müssen aufhören, Probleme monothematisch lösen zu wollen. (11:56) Zum Kaffee trinken fahr ma nicht nach Afrika. (12:30) Ich war immer schon eine begeisterte Rucksack-Reisende. (13:05) Ich war mit 18 von Anfang an alleinerziehend und war damit beschäftigt, Kopf über Wasser zu halten, erwachsen zu werden, mich um mein Kind zu kümmern, aber auch die Welt zu sehen. Da ist Backpacking sehr naheliegend. (14:08) Es war ein günstiges Flugticket und das war für mich der Startschuss. (15:11) Ich bin draufgekommen, wie wenig Ahnung die Menschen vom afrikanischen Kontinent haben. (16:35) Man kommt mit Bildern und Vorurteilen im Kopf in ein Land. Manche erweisen sich als richtig, manche sind kompletter Quatsch. (20:36) Es ist selbstverständlich, dass man zum Benzingeld dazuzahlt, aber ich bin keine Cashcow. (22:40) Die ugandische Verfassung heißt noch heute „Unterolberndorfer-Manifesto“. (24:24) Ohne die Motorradfahrer gäbe es viel nicht. (28:45) Als junger Mensch, der allein unterwegs ist, würde ich immer in Mehrbettzimmer gehen. Da spart man sich einen ganzen Batzen Geld. (30:10) Ich latsche schon mein 20km pro Tag runter. (30:27) Man muss seine Umgebung spüren. (31:07) Man muss ein Gespür bekommen: Was kostet eine Avocado, eine Machete, eine Taxifahrt. (36:50) Gerade Männer wollen einen immer wieder chalangen. Da darf man sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. (38:50) Man muss sich selbst eingestehen, dass man wenig weiß. (40:27) Das Interesse ist auf beiden Seiten da. (41:38) Für Saufnasen gibt es woanders auf der Welt bessere Angebote. (42:16) Ich will Land und Leute kennenlernen und keine anderen Backpacker. (46:11) Der afrikanische Kontinent ist etwas für Menschen, die wirklich auch Interesse an Land und Leuten haben. (50:20) Meine persönliche Haltung ist sehr kritisch, wenn junge Menschen ohne pädagogische Ausbildung als Lehrerinnen oder Lehrer an einer afrikanischen Schule arbeiten.

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Wir alle kennen Menschen die uns auf die eine oder andere Art beeindrucken. Menschen die eine Geschichte haben die erzählt werden muss. Manchmal ist sie lustig, manchmal traurig oder tragisch. Oft erkennen wir uns in anderen Geschichten wieder oder können etwas daraus lernen. Meistens aber bringen sie uns zum Nachdenken.Wir wollen Menschen Raum geben, von sich zu erzählen und ihre Geschichte zu teilen.Und alles beginnt bei Kaffee und Kuchen und mit der Frage:Mit Milch und Zucker?

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Christiane Hurnaus, Brenda Annerl

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How many episodes does mit Milch und Zucker have?

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