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Mystik und Geist

Mystik und Geist. Im Podcast der Katholischen Kirche in Oberösterreich hören Sie Menschen mit bewegenden Geschichten und inspirierenden Gedanken. Wir holen interessante Persönlichkeiten vor den Vorhang und diskutieren mit Ihnen über spannende Themen aus Kirche, Religion und Gesellschaft.

  1. 50

    Glaube

    In Folge #50 geht es um die Frage, was Glaube heute bedeuten kann – zwischen Vertrauen, Zweifel und persönlicher Sinnsuche. Seelsorger Robert Janschek zeigt, warum Glaube weniger Wissen als vielmehr eine lebendige Sinngeschichte ist, die Halt geben und das Leben bereichern kann.

  2. 49

    Mahl halten

    Ein Mahl ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es ist eine Form des Zusammenkommens und des Teilens. Beim gemeinsamen Essen entstehen Begegnungen und Austausch. Diese Folge gehen wir gemeinsam mit Religionslehrer Valentin Stelzer und dem Gastrosophen Thomas Mohrs der Frage nach, was es heute bedeuten kann, Mahl zu halten – in einer Zeit, in der Essen häufig funktional organisiert und gemeinsames Essen seltener geworden ist.

  3. 48

    Hinabgestiegen in das Reich des Todes

    „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ – der unscheinbare Satz aus dem Glaubensbekenntnis verweist auf das Geheimnis des Karsamstags: den stillen, verborgenen Weg Christi in die Tiefe des Todes. In dieser Folge schauen wir mit Dr. Christoph Freilinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Liturgischen Instituts und Dr.in Ilaria Hoppe, Professorin an der KU Linz, wie sich dieser Schwellenraum – zwischen Ende und Neubeginn – sowohl theologisch und liturgisch als auch in der Kunst zeigt.

  4. 47

    Hier hört ein Mensch

    150 Jahre nach dem ersten Telefonanruf sprechen wir in Folge 47 mit Herbert Rössler, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Telefonseelsorge Oberösterreich, warum das Telefon in einer Welt voller vielfältiger Kommunikationsmöglichkeiten auch heute noch zum Lebensfaden werden kann.

  5. 46

    Narren Gottes

    Fasching ist die Zeit der Narren – doch was bedeutet Narrsein jenseits von Kostüm und Konventionen? In Folge #46 wandeln wir mit Sr. Ida Vorel von den Franziskanerinnen von Vöcklabruck auf den Spuren des Franz von Assisi und beleuchten gemeinsam mit Kabarettist Günther Lainer die Parallelen zwischen dem Hofnarren und dem Narren Gottes.

  6. 45

    Glück

    Viel Glück im neuen Jahr – Glückwünsche zum Jahresbeginn sind Tradition. Doch was meinen wir eigentlich, wenn wir einander Glück wünschen? In Folge #45 sprechen wir mit zwei Expert:innen darüber, was Glück aus medizinischer und philosophischer Sicht bedeutet – und was wir tun können, um unserem eigenen Glück ein Stück näher zu kommen.

  7. 44

    Wünsche ans Christkind

    Advent ist die Zeit der Wünsche. In dieser Folge sprechen wir mit Monika Weilguni, Seelsorgerin und Pastoralvorständin der Pfarre Linz Mitte über die Sehnsüchte, die dahinter stecken, die Verbindung zur Weihnachtsgeschichte und über den "Weihnachtswald der Herzenswünsche" und den "Umgekehrten Adventkalender".

  8. 43

    Ein Ort zum Trauern

    Trauer braucht Raum. Und sie braucht auch einen Ort – einen Ort, an dem Erinnerungen leben dürfen, an dem Schmerz und Liebe nebeneinander existieren können. Mit Theologin und Psychotherapeutin Silvia Breitweiser, Leiterin der Telefonseelsorge der Diözese Linz, und Historiker Florian Schwanninger, Leiter des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim sprechen wir darüber, warum wir Orte für die individuelle aber auch kollektive Trauer brauchen.

  9. 42

    Schutzengel

    Zum Schutzengel-Sonntag sprechen Abt Reinhold Dessl vom Stift Wilhering und Martina Gelsinger vom Fachbereich Kunst und Kultur der Diözese Linz über die Bedeutung der Schutzengel – in Glaube, Kunst und Alltag. Eine inspirierende Folge über spirituelle Wegbegleiter und ihre kulturelle Dimension.

  10. 41

    Vertrauen in unsicheren Zeiten

    Künstliche Intelligenz, Klimakrise, Demokratie unter Druck – wir leben in Zeiten rasanter Veränderungen, die viele verunsichern. Im Gespräch mit Gerfried Stocker (Leiter des Ars Electronica Centers) und Markus Angermayr (Philosoph & Psychotherapeut) fragen wir: „Ist Panik angebracht – oder Vertrauen gefragt?“

  11. 40

    Sommerwende

    Alltag aus – Musik an. Festivals ziehen im Sommer tausende Menschen an, die gemeinsam unter freiem Himmel tanzen, lachen, leben. Doch zwischen Musik und Menschenmengen braucht es manchmal auch einen Moment der Stille, ein offenes Ohr, ein Gespräch abseits des Trubels. In dieser Folge sprechen wir mit Festivalveranstalter Simon Ertl und Festivalseelsorger Florian Baumgartner über das besondere Miteinander auf Festivals.

  12. 39

    Ein Hoch auf die Pause

    Sommerferien! Zeit, um durchzuatmen, die Seele baumeln zu lassen und neue Energie zu tanken. Gemeinsam mit einem Erholungsforscher und einem Theologen schauen wir uns an, was es zur Erholung braucht und welche Impulse die Bibel uns dazu liefert.

  13. 38

    Träume sind Schäume

    Ist wirklich alles, was wir träumen bedeutungslos, oberflächlich und flüchtig, wie es uns dieses alte Sprichwort glauben lassen will? Die Antwort darauf geben eine Theologin und eine Psychotherapeutin.

  14. 37

    Inklusion

    Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai unterhalten wir uns darüber, wie es um das Thema Inklusion in Oberösterreich und in der Kirche bestellt ist.

  15. 36

    Gewissen

    Rund um den internationalen Tag des Gewissens am 5. April gehen wir der Frage nach, wie das Gewissen unser Leben lenkt und beleuchten die Gewissenentscheidungen zweier Männer.

  16. 35

    Rückzug in die Stille

    Gemeinsam mit der Psychotherapeutin Astrid Jorda und Sr. Eva Maria Voglhuber beleuchten wir, wie wichtig Stille für unsere Gesundheit ist und was es bedeutet, sich für ein Leben in Stille entschieden zu haben.

  17. 34

    Wenn Krankheit ausgrenzt

    In der aktuellen Podcast-Folge gehen wir der Frage nach, warum Kranke nicht immer auf unser Mitgefühl, sondern auch auf Ablehnung und Ausgrenzung stoßen.

  18. 33

    Sternsingen

    Seit mittlerweile 71 Jahren ziehen sie jedes Jahr von Haus zu Haus. Auch heuer sind wieder allein in Oberösterreich 16.000 Kinder und Jugendliche als Sternsinger:innen unterwegs. In dieser Folge gibt Jana Hofer, Referentin der Katholischen Jungschar der Diözese Linz, Einblicke in die Tradition, erklärt die Bedeutung des Segens und wie Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika mit den Spendengeldern unterstützt werden. Die junge Mühlviertler Lehrerin Anna Kinzl hat solche Projekte in Peru besucht und erzählt von ihren Erfahrungen und Eindrücken.

  19. 32

    Das Kleine suchen

    Gemeinsam mit Liturgieprofessor Florian Wegscheider und Barbara Lanzerstorfer-Holzner von der Telefonseelsorge begeben wir uns in Ausgabe #32 auf die Suche nach dem Kleinen, das in vielfältiger Form in Weihnachten steckt.

  20. 31

    Abschied vom Leben nehmen

    Wenn es dem Ende zugeht, wünschen wir uns, würdevoll und nach den eigenen Vorstellungen vom Leben Abschied nehmen zu können. Gemeinsam mit dem Palliativmediziner Johann Zoidl und der Kirchenhistorikerin Ines Weber gehen wir den Fragen nach, was es für einen guten Abschied braucht und was uns im Jenseits erwartet.

  21. 30

    Wein

    Herbstzeit ist Erntezeit. Wenn in den Kirchen für das Erntedankfest die Altäre geschmückt werden, darf der Wein nicht fehlen. In dieser Folge sprechen ein Winzer und ein Pater über die Faszination Wein und dessen Rolle in der Bibel.

  22. 29

    Hoffnung

    „HOPE – who will turn the tide“ ist das Thema des Ars Electronica Festivals 2024. Im Mittelpunkt stehen Menschen und Initiativen, die uns trotz aller Krisen Grund zur Hoffnung geben. In dieser Podcastfolge sind zwei solche Menschen, zwei Frauen zu Gast. Beide heißen zufällig Maria und bei beiden ist Hoffnung ein zentrales Element ihrer Arbeit.

  23. 28

    Der Duft nach Sommer

    In Ausgabe #28 von „Mystik und Geist“ tauchen wir ein in die Welt der Düfte. Pater Johannes Pausch, Benediktiner, Psychotherapeut und Kräuterexperte vom Europakloster Gut Aich verrät, wie Düfte unser Leben bereichern, Geist und Seele berühren und heilsam auf uns wirken können. Wie in jeder Jahreszeit liegen auch im Sommer bestimmte Gerüche in der Luft, wie etwa das intensive Aroma von Kräutern und Heilpflanzen. Welche Düfte wir als angenehm empfinden, hänge immer von der eigenen Erfahrung und Lebenssituation ab, betont Pausch. Oft werden bei bestimmten Gerüchen Erinnerungen aus der Kindheit wach und bestimmte Gefühle hervorgerufen – zB „Freude, Wohlbefinden, Geborgenheit oder die Erfahrung, geheilt zu werden“, so Pausch. Oft sei es eine Kombination von vielen Dufteindrücken, die Menschen bewegt und ein „Fenster öffnet“ – zu sich selbst, zu anderen Menschen und auch zu Gott. „Wir assoziieren mit Gerüchen etwas Grenzüberschreitendes. Ich traue mir sogar zu sagen, etwas Transzendentes“, erklärt Pausch. Doch obwohl Johannes Pausch glaubt, dass Gott über jedem Duft und jeder Heilpflanze steht, sei er vorsichtig, bei der Wahrnehmung von Düften gleich von einer „Gotteserfahrung“ zu sprechen – „zuallererst geben Düfte uns eine Selbsterfahrung. Düfte öffnen unser Herz, sie konfrontieren uns mit uns selbst, mit angenehmen, aber auch unangenehmen Erfahrungen“, ist der Experte überzeugt. Inspiriert von der Wirkung von Düften ist Johannes Pausch dankbar, überhaupt riechen zu können. Das Schöne für ihn dabei ist: „dass wir durch die Düfte und Heilpflanzen Zugänge finden können, die uns sonst verborgen sind.“

  24. 27

    Frieden stiften

    Anlässlich der 25. Ökumenische Sommerakademie von 10. bis 12. Juli 2024 im Stift Kremsmünster, die sich der Frage widmet, ob und wie in kriegerischen Konflikten Frieden gestiftet werden kann, beleuchten auch wir in dieser Ausgabe gemeinsam mit dem Historiker Hannes Leidinger und Gerold Lehner, Superintendent der evangelischen Kirche in Oberösterreich das Thema "Frieden stiften."

  25. 26

    Lebensraum Mariendom

    In dieser Ausgabe erkunden wir gemeinsam mit der Ökologin Mag.a Gudrun Fuß und Gerhard Fraundorfer, Hüttenmeister der Dombauhütte, die Tier- und Pflanzenwelt des Mariendoms.

  26. 25

    Hl. Florian

    In dieser Ausgabe begeben wir uns mit Josef Pühringer, Landeshauptmann a. D. und Adi Trawöger, Bischofsvikar und Landesfeuerwehrkurat, auf die Spuren des heiligen Florian. Am 4. Mai gedenkt Oberösterreich des heiligen Florian. Sein Wirken ist bis heute ein Vorbild für Zivilcourage und Solidarität. Doch wer war Florian eigentlich und was steckt hinter seiner Geschichte? In dieser Ausgabe begeben wir uns auf die Spuren des heiligen Florian. Adi Trawöger, Bischofsvikar für Orden, Säkularinstitute und geistliche Gemeinschaften und Landesfeuerwehrkurat gibt Einblicke in Florians Leben. „Florian hat meiner Meinung nach etwas verstanden, worum es im Christentum ganz wesentlich geht. Er hat sich die Sorge und die Not von Menschen wirklich zu Herzen genommen“, so Trawöger über Florians solidarisches Handeln. „Solidarität beginnt dort, wo ich aus der Komfortzone heraustrete und die Not von anderen Menschen oder überhaupt das Leben von anderen Menschen wahrnehme und beginne zu teilen“, erklärt Trawöger. Beispielhaft für den Einsatz für andere steht etwa die Feuerwehr, deren Schutzpatron Florian ist. Der Landesfeuerwehrkurat schildert, mit welch großem – zumeist ehrenamtlichen – Engagement und mit welch großer Kompetenz Feuerwehrleute ihren Dienst ausüben und so einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Der hl. Florian ist nicht nur Schutzpatron der Feuerwehr, sondern auch Patron der Diözese Linz (gemeinsam mit dem hl. Severin). 2004 trat ein Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung in Kraft, mit dem der Heilige Florian neben dem hl. Leopold auch zum oberösterreichischen Landespatron ernannt wurde. Der Weg bis zur Ernennung Florians als Landespatron vor 20 Jahren war allerdings lang, erinnert sich Josef Pühringer, zu dieser Zeit Landeshauptmann von Oberösterreich, im Interview. Umso mehr freut es ihn, dass die Tradition des heiligen Florian am 4. Mai hochgehalten und dadurch der hl. Florian „aus dem Alltäglichen herausgeholt wird.“ Denn: Dass Florian „gut zu OÖ passt“, liege laut Pühringer nicht nur am lokalen Bezug, sondern auch an der Haltung Florians – Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit seien Werte, mit denen sich viele Oberösterreicher:innen identifizieren könnten. „Er ist der Heilige der Zivilcourage, der aufsteht, nicht wegschaut, der sich für andere einsetzt – bis zu letzten Konsequenz.“ Für Pühringer stelle Florian ein „Mann des Mutes“ dar. Seine Lebensgeschichte sei Pühringer zufolge eine Inspiration für die heutige Zeit über die Grenzen von Religion hinaus. „Christ:in-Sein heißt, sich ,gebrauchen‘ zu lassen: Wenn es notwendig – wenn Not ist – auch notwendig da sein – und das in jeder Beziehung“, ist Pühringer überzeugt.

  27. 24

    Auferstehung

    Auferstehung als Thema der Kunst – dazu sind in Folge # 24 Martina Gelsinger, Referentin im Fachbereich Kunst und Kultur der Diözese Linz und Maria Moser, freischaffende Künstlerin zu Gast. Unsere Vorstellung von Ostern ist stark von Bildern der Kunst geprägt. Dabei haben verschiedene Zeiten unterschiedliche Ausdrucksformen gefunden. Gab es zunächst nur Darstellungen, die das Leiden und Sterben Jesu gezeigt haben, so hat die Kunst seit dem Mittelalter eine Vielfalt an Auferstehungsdarstellungen hervorgebracht. Martina Gelsinger, Kunsthistorikerin, Kuratorin und Referentin im Fachbereich Kunst und Kultur der Diözese Linz gibt einen Überblick über zentrale Werke und Motive. „Neben der auferstandenen Christus-Figur ist das Licht ein zentrales Motiv der Auferstehung – Christus, der von einer Licht-Aura umgeben ist bzw. Christus als Lichtgestalt. Dieses Licht gilt als Ausdruck seiner göttlichen Natur und des Sieges über den Tod. Das Licht besiegt die Dunkelheit, das Leben siegt über den Tod“, erklärt Gelsinger. Eindrucksvoll ist in diesem Zusammenhang ein Werk der freischaffenden Künstlerin Maria Moser. Die Malerin und Bildhauerin aus Frankenburg hat in der Pfarrkirche Linz-St. Konrad ein Glasfenster mit dem Titel „Auferstehung und Erlösung“ geschaffen. Im Interview erzählt sie über ihre Herangehensweise und die Hintergründe und was ihr dieses Fenster persönlich bedeutet. „Auferstehung, es ist der tiefste Wunsch eines Menschen – sich von diesem Erden-Dasein, von Sorgen, Krankheiten erlösen zu können“, so Moser. Auferstehung sei für sie die „Verbindung mit Gott auf der höchsten Ebene“. Berührt ist Moser v.a. von Begegnungen mit Menschen, denen die Betrachtung ihres Glasfensters in schwierigen Zeiten Trost und Hoffnung gespendet hat. „Wenn Menschen dadurch beruhigende und freudige Momente erleben konnten, kommt das positiv auf mich zurück“, freut sich Moser.

  28. 23

    Wasser

    Wasser als Lebenselixier – darüber sprechen Andrea Fellner (Caritas OÖ, Bereich Internationale Hilfe) und Teresa Kaineder (Theologin und Verantwortliche für kirchliche Projekte im Rahmen der Kulturhauptstadt 2024) in Folge #23 von Mystik und Geist. Ob zum Zähneputzen, Kochen oder Trinken – Wasser benötigen wir jeden Tag und ist selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags – zumindest in unseren Breiten. Denn: Nicht alle Menschen auf der Welt haben Zugang zu Wasser, betont Andrea Fellner von der Caritas OÖ. Sie arbeitet im Bereich Internationale Hilfe und begleitet die Projekte in der Demokratischen Republik Kongo. Die Referentin erklärt, wie die Verfügbarkeit von Wasser in anderen Ländern ist, wie die Caritas OÖ Wasserprojekte in der Demokratischen Republik Kongo umsetzt und wie es war, als sie zum ersten Mal bei einer Brunnenbohrung dabei war. „Wir wissen manchmal gar nicht, in welch privilegierten Situation wir (in Österreich) sind. Das wird mir dann immer wieder klar – jedes Mal, wenn ich einen Brunnen (in der DR Kongo) besuche und die Menschenschlangen sehe, die auf das Wasser warten – wie fröhlich die Menschen dabei sind und sich auf das Wasser freuen“, erzählt Fellner. Über „Wasser als Lebenselixier“ spricht auch Teresa Kaineder. Sie beschreibt zudem, wie es ist, dieses Element beim sogenannten „Wasserpilgern“ mit allen Sinnen zu erleben. „Kann man Wasser riechen? Ich finde, ja“, meint die Theologin und Verantwortliche für kirchliche Projekte im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024. „Wasser wird in vielen Religionen aufgegriffen in all seinen Bedeutungen – auch im Christentum“, sagt Kaineder. „Es reinigt, erfrischt, macht lebendig und kann aber auch bedrohlich werden“, geht Kaineder auf die Ambivalenz von Wasser ein. „Wir machen die Erfahrung, dass Wasser fehlen kann – kennen aber auch sintflutartige Regenfälle. Ob es regnet oder nicht liegt nur im Weitesten in unserer Hand. Diese Unverfügbarkeit erinnert mich daran, dass das Wasser ein Geschenk ist – so wie das Leben, das Wasser ja auch bedeutet – ein Geschenk ist“, so Kaineder.

  29. 22

    Zeit

    Zeit, Zeitrechnung in den Religionen und Festzeiten im Jahreskreis – Dazu zu Gast: Florian Wegscheider, Hochschulprofessor an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz und Sekretär der Stiftung PRO Oriente Sektion Linz. Kalender begleiten uns jeden Tag. Neben Terminen verweisen Kalender auch auf besondere Zeiten im Jahr. Verschiedene Feste prägen den Jahreskreis, strukturieren den Alltag und durchbrechen die Routine. Doch gibt es kulturelle Unterschiede. Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Zeitrechnungen hervorgebracht. Wie religiöse Zeitrechnungen funktionieren und wie das Christentum die Zeitrechnung beeinflusst hat, erklärt Florian Wegscheider, Hochschulprofessor für Liturgiewissenschaft an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz und Sekretär der Stiftung Pro Oriente Sektion Linz. Darüber hinaus spricht Wegscheider im Interview über die Wahrnehmung von Zeit aus einer christlichen Perspektive heraus sowie Besonderheiten christlicher Festzeiten.

  30. 21

    Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

    Sich neu ausrichten und neu anfangen – nicht nur der Jahreswechsel kann eine Zeit des Neubeginns sein. Menschen stehen im Leben immer wieder vor Umbrüchen. Oftmals werden Lebenswenden selbst herbeigeführt, zB bei beruflicher Veränderung, einem Umzug oder in einer Beziehung. Doch nicht immer können Veränderungen selbst mitgestaltet werden. Josef Lugmayr, Beziehungs-, Ehe- und Familienseelsorger der Diözese Linz spricht über Neuanfänge in allen Lebenslagen. „Das einfachste, mit dem Menschen am besten umgehen können, ist, wenn man einen Neubeginn selber plant. Häufig aber passieren Dinge, die wir uns nicht wünschen und die uns das Schicksal zumutet“, so Lugmayr. In solch belastenden Situationen würden manche Menschen jedoch „oft ungeahnte Fähigkeiten entwickeln“, schildert der Experte. Um mit herausfordernden Grenzerfahrungen umgehen zu können, helfe Betroffenen nicht nur die daraus entwickelte Resilienz, sondern auch ein vertrauensvolles Umfeld, ist Lugmayr überzeugt. Dass sich das eigene Leben schlagartig ändern kann, musste Walter Ablinger vor rund 25 Jahren am eigenen Leib erfahren. Ein schwerer Arbeitsunfall hatte eine Querschnittlähmung zur Folge. Dieser „Schicksalstag“ und „Nullpunkt“ in seinem Leben habe von ihm eine „komplette Neuorientierung“ gefordert. Dennoch ist es Ablinger gelungen, aus einem „ganz tiefen Loch“ herauszufinden. „Ich habe gemerkt: Wenn ich aktiv bleibe, kann ich ein gutes Leben haben“, sagt Ablinger, der mittlerweile auf eine erfolgreiche Karriere als Handbiker blickt. „Aus den Steinen, die mir das Schicksal in den Weg gelegt hat, habe ich ein Denkmal gebaut. Wir Menschen werden immer wieder vor Herausforderungen stehen. Aber ich glaube, wir können auch schwierige Situationen umwandeln und dadurch ein positives, glückliches, erfülltes Leben haben. Wichtig ist bei Veränderungen, dass man seine Chancen und Möglichkeiten erkennt und nutzt“, betont der Weltmeister und Sieger bei den Paralympischen Spielen. Wie sehr ihn der Glaube in seinem Leben geprägt hat und welcher Perspektivenwechsel für ihn im Jahr 2024 bevorsteht, erzählt Ablinger darüber hinaus im Interview.

  31. 20

    Vom Dunkel zum Licht

    Der Advent ist eine Zeit der Hoffnung. Wie Hoffen gelingen kann und wie Rituale kleine Lichter der Hoffnung sein können, darüber sprechen Thekla Weissengruber, Sammlungsleiterin für Volkskunde und Alltagskultur am oö. Landesmuseum und Slawomir Dadas, Bischofsvikar für Soziales und Weltkirche, Regens des Linzer Priesterseminars und Obmann der „Initiative Christlicher Orient“ in der aktuellen Folge von Mystik und Geist. Der Advent lädt ein, sich auf Weihnachten und damit auf die Ankunft Gottes vorzubereiten. Diese Zeit der Erwartung ist geprägt von vielen Ritualen und Bräuchen, die besonders in dunklen Zeiten Licht, Kraft und Hoffnung spenden können. Was Rituale auszeichnet und wofür sie stehen, erklärt Thekla Weissengruber, Sammlungsleiterin für Volkskunde und Alltagskultur am oö. Landesmuseum. Im Gespräch geht sie sowohl auf regionalspezifische als auch überregionale Bräuche in Oberösterreich ein und schildert, wie sich diese entwickelt haben. „Bräuche sind gemeinschaftsbildend – der Kitt der Gemeinschaft, der uns zusammenhält. Gerade in unserer globalen Welt, wo regionale Traditionen durch globale ,Events‘ überlagert werden, ist es wichtig, einen Anker zu haben – dieser Anker wurzelt in den Traditionen“, sagt Weissengruber. Dass Rituale Halt, Sicherheit und Orientierung geben, betont auch Slawomir Dadas, Bischofsvikar für Soziales und Weltkirche, Regens des Linzer Priesterseminars und Obmann der „Initiative Christlicher Orient (ICO)“. So können Rituale lichtbringende Momente der Hoffnung bereithalten. „Hoffnung“, so betont Dadas, sei für ihn „die Kraft, die einem Menschen hilft, sich selbst nicht aufzugeben und in der Dunkelheit Licht zu sehen“ – selbst in Situationen der „totalen Hoffnungslosigkeit“. Anknüpfend an Erfahrungen aus seiner im Herbst stattgefundenen Reise nach Syrien, hebt Dadas die Bedeutung von Glaube und Hoffnung in Zeiten von Krisen und Unsicherheit hervor und erklärt, welche Perspektive die Geburt des göttlichen Kindes zu Weihnachten bietet.

  32. 19

    Solidarität

    In dieser November-Ausgabe von „Mystik und Geist“ sprechen wir – passend zum Gedenktag des Hl. Martin – über Solidarität. Dazu im Interview: Franz Kehrer, Direktor der Caritas OÖ und Leiter des Bereichs „Soziales und Caritas“ der Diözesanen Dienste sowie Marianne Fraundorfer, freiwillige Helferin in der Flüchtlingsbetreuung und Solidaritätspreisträgerin. Am 11. November gedenken wir des Heiligen Martin. Seine Taten sind ein Vorbild dafür, Not zu sehen und zu handeln. Martins Geschichte erzählt von Solidarität. Bis heute lehrt uns seine Botschaft zu begreifen, dass eine Kultur des Teilens und das Einstehen füreinander essenzielle Komponenten für ein gelingendes Zusammenleben sind, sagt Franz Kehrer, Direktor der Caritas OÖ und Leiter des Bereichs „Soziales und Caritas“ der Diözesanen Dienste. Gerade in einer Leistungsgesellschaft, die von Individualismus und dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung geprägt ist, werde die Bedeutung von Solidarität im Sinne der christlichen Botschaft von Nächstenliebe spürbar. „Jede Gesellschaft ist auf ein solidarisches Miteinander angewiesen. Für die Solidarität als solches braucht es immer wieder die Ermutigung, dass jeder noch so kleine Beitrag wichtig ist und die Welt verändern kann“, betont Kehrer. Einen Beitrag für eine solidarische Welt leisten, das will etwa Marianne Fraundorfer. Gemeinsam mit ihrem Mann Gerald arbeitet sie seit mehreren Jahren in der Flüchtlingsbetreuung als freiwillige Helferin und hat dafür 2020 den Solidaritätspreis der Diözese Linz erhalten. Wie sie dazu gekommen ist, sich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren, wie sie geflüchtete Menschen konkret unterstützt und was ihr in ihrer Arbeit wichtig ist, erzählt sie im Interview. Fraundorfer, die selbst in einer Großfamilie aufgewachsen ist, und für die es – wie sie sagt – „selbstverständlich“ ist, sich gegenseitig zu helfen, betont: „Ich frage mich nicht: Was bringt mir das? Oder: Habe ich dadurch einen Vorteil? Viele dieser Menschen kommen aus einer besonderen Lebenssituation heraus, die nicht rosig ist. Mein Zugang ist, ihnen Zeit zu geben, ihnen zuzuhören und ihr Ansprechpartner zu sein, wenn sie etwas brauchen. Wenn ich helfen kann, dann helfe ich“, schildert Fraundorfer die Motivation ihres Engagements.

  33. 18

    Alter und Altern

    Welche Bilder vom Altern tragen wir in uns? Welche Chancen eröffnen sich im Alter? Diesen Fragen widmen sich in Folge #18 von Mystik und Geist Vera Gallistl-Kassing, Altersforscherin und Gerontologin an der Karl Landsteiner Privat-Universität Krems und Michael Fuchs, Professor für Praktische Philosophie und Ethik an der Katholischen Privat-Universität Linz. Die Zahl der älteren Menschen in der Gesellschaft steigt, wir leben in einer Zeit des demografischen Wandels. Diesen Umstand beobachten Wissenschafter:innen bereits seit einigen Jahren, wie etwa auch Vera Gallistl-Kassing, Altersforscherin und Gerontologin an der Karl Landsteiner-Privat-Universität Krems. Im Interview, das wir mit ihr online durchgeführt haben, gibt sie einen Überblick über diese aktuelle Entwicklung. Zudem beschreibt sie, welche Bilder vom Altern in der Gesellschaft dominieren. Ihr zufolge werde das Alter oftmals als „etwas in der Bedeutung Festgeschriebenes, Defizitäres, biologisch Determiniertes“ betrachtet. Diesen „negativen Bildern vom Altern“ stellt Gallistl-Kassing eine „neue Kultur des Alterns“ gegenüber, in der das Altern im Sinne einer positiven Lebensgestaltung begriffen wird, und nennt Beispiele, wie stereotype Altersbilder dahingehend verändert werden könnten. Dass Altern aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann, betont auch Michael Fuchs, Professor für Praktische Philosophie und Ethik und Vizerektor für Lehre und Forschung an der Katholischen Privat-Universität Linz. Er definiert das Altern aus philosophischer Sicht. Darüber hinaus gibt Fuchs Aufschluss, wie Fragestellungen nach dem Alter in den Religionen dargestellt werden und welche Freuden und Vorzüge das Altern trotz seiner Herausforderungen bereithalten kann.

  34. 17

    Wahrheit

    Wahrheit in Zeiten von Fake News, Fiktion und Digitalisierung – In Folge #17 von „Mystik und Geist“ sprechen wir mit Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter des Ars Electronica in Linz und Wolfgang Aistleitner, Richter und Staatsanwalt in Pension, zugleich Theaterregisseur und Autor, darüber, warum die Suche nach Wahrheit gerade heute eine große Bedeutung hat. In einer Welt, in der Fehlinformationen zunehmen und die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion zunehmend verschwimmen, wird es immer wichtiger, die Wahrheit zu finden. Wahrheit ist ein grundlegender Wert in einer Gesellschaft, die Orientierung an Wahrheit stiftet Vertrauen im sozialen Leben und trägt zu einem funktionierenden Miteinander bei. Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter des Ars Electronica in Linz, erklärt: „Wahrheit bzw. die Suche nach Wahrheit gehört zum Kern des Mensch-Seins. In diese Welt ,geworfen‘, nicht wissend, woher wir kommen und wohin wir gehen, ist unser ganzes Leben immer wieder eine Suche nach Wahrheit.“ Durch den digitalen Fortschritt werde Wahrheit zunehmend transformiert, neue Zugänge zu Wissen würden geschaffen, virtuelle und reale Welten verschwimmen, Wertvorstellungen erodieren. Wahrheit, so Stocker, sei zu einem „Handelsgut“ geworden und mit einer „enormen Machtposition in dieser digitalen Gesellschaft“ verbunden. Wie sich diese aktuellen Entwicklungen auf unser Zusammenleben auswirken und inwiefern moderne Technologien bei der Suche nach Wahrheit unterstützen können, beschreibt Stocker darüber hinaus im Interview. Die Wahrheit zu finden, ist seit jeher auch eine zentrale Aufgabe der Justiz. Wolfgang Aistleitner ist Richter und Staatsanwalt in Pension. Die Frage, ob und wie oft er die Wahrheit gefunden hat, beschäftigte ihn nicht nur als Richter, sondern auch als Theaterregisseur und Autor. Selbstreflexion veranlasste Aistleitner zum Stückeschreiben zum Thema Wahrheit. Zudem spricht Aistleitner über seinen Zugang zum Wahrheitsbegriff, wonach Wahrheit von einer „übergeordneten“ Wirklichkeit zu unterscheiden sei, die frei von jeglicher philosophischer und ideologischer Überlegung ist und unabhängig von menschlicher Wahrnehmung und Interpretation existiert.

  35. 16

    Links oder rechts?

    Über Händigkeit und ihre kulturellen Bedeutungszuschreibungen sprechen Christian Gerner, Physiotherapeut und Händigkeitsberater sowie Christian Schacherreiter, Germanist, Autor und Literaturkritiker in Folge # 16 von Mystik und Geist. Die Händigkeit, also Tätigkeiten bevorzugt mit der jeweils rechten oder linken Hand auszuführen, ist heute größtenteils eine neutral betrachtete Angelegenheit. Doch war dies nicht immer so. Die überwiegende Variante beim Menschen, also Rechtshändigkeit, wurde in vielen Kulturen zur „richtigen“ hochstilisiert. Zum Teil stehen Linkshänder:innen auch heute noch vor der Herausforderung, sich an eine rechtshändige Welt anpassen zu müssen. Warum Menschen die rechte oder linke Hand benutzen, erklärt Christian Gerner, Physiotherapeut und Händigkeitsberater. Nach wie vor gebe es im Alltag Verbesserungsbedarf für die Situation von Linkshänder:innen, eine frühzeitige Abklärung und Sensibilisierung würde viele Vorteile bringen, so der Experte. Dass die Händigkeit auch mit Wertzuschreibungen verbunden ist, darauf geht Christian Schacherreiter ein. Der Germanist, Autor und Literaturkritiker verweist auf Redewendungen in der deutschen Sprache, wonach die linke Seite metaphorisch betrachtet meist in einem negativen Zusammenhang steht oder in einem „moralisch anrüchigen Sinne“ verwendet wird. Darüber hinaus nennt Schacherreiter auch Beispiele aus der Literatur und gibt einen Überblick über die Entwicklung mancher Redewendungen.

  36. 15

    Kirchen in der säkularen Gesellschaft

    Franz Gruber, Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Katholischen Privat-Universität Linz und Irmgard Lehner, Leiterin des Fachbereichs Seelsorgerinnen und Seelsorger in Pfarren der Diözese Linz sprechen in Folge #15 über den Wandel der Glaubenskultur und die Bedeutung von Kirche und Religion in der Gesellschaft. Christi:innen leben in einer zunehmend säkularen Welt. Kirchen haben ihren Status in der Gesellschaft verloren, für viele Menschen spielt Religion im Alltag kaum mehr eine Rolle. In Folge # 15 schildert Franz Gruber, Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Katholischen Privat-Universität Linz, wie sich der Bezug zu Glaube und Kirche in der Gesellschaft entwickelt hat. Zwar nehme Religiosität und kirchliche Spiritualität ab, doch würden Menschen heute ihren Glauben „bewusster“ leben. „Spiritualität ist stärker individuell ausgeprägt. Die Aufgabe der Kirche ist nicht mehr, Massen zu erreichen, sondern Impulse zu setzen, wie menschliches Leben gelingen kann“, ist Gruber überzeugt. Für ihn steht fest: „Kirche muss weiterhin einen diakonischen, karitativen Aspekt in der Gesellschaft setzen und ,das Gewissen' der Gesellschaft bleiben.“ Auch Irmgard Lehner, Leiterin des Fachbereichs Seelsorgerinnen und Seelsorger in Pfarren der Diözese Linz hebt die Relevanz kirchlicher Angebote hervor. „Christlicher Glaube ist ein großer Schatz“, – wichtig sei, zeitgemäße Zugänge zu schaffen, um als Kirche in der Gesellschaft wirksam zu sein, so Lehner. Denn obwohl viele Menschen mit religiösen Praktiken nichts mehr anfangen können, würden kirchliche Rituale selbst Kirchenfernen in besonderen Lebenssituationen Halt und Orientierung geben, weiß Lehner aus ihrer Arbeit als Seelsorgerin. In einer pluralistischen Gesellschaft könne Kirche darum ein bedeutsamer „Player neben anderen“ sein. Die Säkularisierung versteht Lehner auch als Chance für Kirchen, sich weiterzuentwickeln.

  37. 14

    Zärtlichkeit

    In Folge #14 von „Mystik und Geist“ sprechen wir mit Isabella Guanzini, Professorin für Fundamentaltheologie an der Katholischen Privat-Universität Linz und Claudia Kapeller, Obdachlosen- und Krankenhausseelsorgerin in der Diözese Linz über Zärtlichkeit. Für sie geht Zärtlichkeit über bloße Berührung hinaus, vielmehr stellt Zärtlichkeit eine geistige Haltung und Grundlage für ein sinnerfülltes Leben dar. „Es geht um Sensibilität, um ein Wahrnehmen der Fragilität des Anderen. Gleichzeitig ist Zärtlichkeit mit dem Bewusstsein der eigenen Verletzlichkeit verbunden“, erklärt Isabella Guanzini, Professorin für Fundamentaltheologie an der Katholischen Privat-Universität Linz ihr Verständnis des Begriffs. Dieses Bewusstsein betrachtet Guanzini als „Element der Stärke – ein Element, das uns menschlicher, humaner macht.“ Vielen Menschen falle es nicht leicht, über Zärtlichkeit zu sprechen, denn „unsere Leistungsgesellschaft zielt auf Erfolg und Performance. Wir assoziieren Zärtlichkeit mit Sentimentalität und Schwäche. Der Begriff scheint nicht in den aktuellen Zeitgeist zu passen“, so Guanzini. Doch gerade im modernen Zeitalter der „Coolness“, Resignation und Härte und im Hinblick auf gesellschaftliche Spannungen sei Zärtlichkeit genau „diese Art von Präsenz, die wir gerade brauchen“, meint die Theologin. Sie zeigt Wege auf, soziale Defizite im Zusammenleben der Menschen zu verringern. Wie Zärtlichkeit im Alltag gelebt werden kann und welche Bedeutung Zärtlichkeit in der Seelsorge hat, darauf geht Claudia Kapeller ein. Im Gespräch schildert die Krankenhaus- und Obdachlosenseelsorgerin Erfahrungen aus ihrer Arbeit. „Zärtlichkeit ist ein Grundbedürfnis – besonders für Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden und am Rande der Gesellschaft stehen“. Die Würde jedes Einzelnen zu sehen und „ein Stück des Weges mitzugehen“ ist Kapeller bei der Begleitung kranker und wohnungsloser Menschen wichtig. Sie erklärt: „Für mich ist Zärtlichkeit eine besondere Zuwendung zum Menschen.“ Das Gegenüber „mit allen Sinnen“ wahrzunehmen, sich auf Menschen einzulassen und ihnen mit Sanftheit, Offenheit und Wertschätzung zu begegnen, all das umfasse Zärtlichkeit. Zärtlichkeit zeige sich „natürlich in der Berührung, – aber nicht nur. Es ist eine Haltung, es sind die Worte, es macht den Menschen aus“, unterstreicht Kapeller.

  38. 13

    Bienen und Religion

    Was Kirche und Gesellschaft von den Bienen lernen können – darum dreht sich Folge #13 von „Mystik und Geist“. David Feßl, Lehrer für Religion, Imkerei und Bienenkunde an der Landwirtschaftlichen Fachschule Schlierbach und Gerald Mandlbauer, Journalist, Mitglied der Chefredaktion der OÖN und Hobby-Imker legen ihre Perspektiven zu diesem Thema dar. David Feßl unterrichtet Imkerei, Bienenkunde und Religion an der Landwirtschaftlichen Fachschule Schlierbach und betreut zuhause auf seinem Betrieb 20 Bienenvölker. „Bienen können uns viel zeigen“ ist Feßl überzeugt und denkt dabei zum Beispiel an die „Aufgabenteilung“ im Bienenvolk. Diese könne eine Metapher für gesellschaftlichen Zusammenhalt sein: „Wir müssen wahrnehmen: Welche Aufgabe habe ich als Mensch? Mit welchen Fähigkeiten hat mich mein Schöpfer ausgestattet? Was kann ich beitragen, damit es unserer Gemeinschaft, unserer Gesellschaft gut geht?“, meint Feßl. Außerdem ist Feßl vom Leben der Bienen „im Einklang mit ihrer Lebensumwelt“ fasziniert: „Bienen schauen auf die Schöpfung und leben von der Schöpfung – ohne dabei keine einzige Pflanze zu zerstören“, betont der Experte. Im Gegenteil: Sie liefern einen essentiellen Beitrag für Mensch und Umwelt. Allerdings seien 30 Prozent der Bienenarten vom Aussterben bedroht, weshalb Feßl sich im Interview für den Schutz der Bienen ausspricht. Auch Gerald Mandlbauer, Journalist und Mitglied der Chefredaktion der OÖN setzt sich für die Erhaltung der Bienen ein, sowohl als Hobby-Imker als auch als Medienschaffender. Im Kontext gegenwärtiger Krisen, wie etwa der Klimakrise und dem Verschwinden der Arten sieht er eine Aufgabe als Journalist, durch eine einschlägige Berichterstattung das Bewusstsein der Menschen für die Bedeutung der Bienen in unserem Ökosystem zu schärfen. Er erklärt, welche gesellschaftlichen Auswirkungen und ökonomischen Folgen das Verschwinden der Bienen mit sich bringen würde und inwiefern (Sozial-)Bienen mit ihrem Verhalten ein Sinnbild für das Zusammenleben in einer Demokratie sein könnten.

  39. 12

    Das Kreuz

    Folge # 12 von „Mystik und Geist“ widmet sich dem Kreuz, das im Zentrum des Christentums steht. Johann Gruber (Religionslehrer und Hobby-Kunstschmied) und Thomas Schlager-Weidinger (Theologe, Autor und Künstler) lassen uns an ihren Gedanken zum Thema teilhaben. Johann Gruber ist Religionslehrer an der HTL Ried im Innkreis und Hobby-Kunstschmied. Das Kreuz ist für ihn Inspiration für ein bemerkenswertes Projekt an seiner Schule: Gemeinsam mit Schüler:innen schmiedet er Klassenkreuze. Das Besondere: Eine Hand des Christus-Corpus ist dem:r Betrachter:in entgegengestreckt. Die Botschaft, die Gruber in dieser Geste sieht und seinen Schüler:innen vermitteln will: „Ich bin überzeugt, dass Gott sich uns zuwendet – auch in schwierigen Momenten“, sagt Gruber. Die hinhaltende Hand sei ihm wichtig, weil diese „das Gegenteil von einer Rachefaust“ ausdrücke. Der „Sündenbockmechanismus“ – wenn wir Gewalt erfahren, diese an Schwächere weiterzugeben oder uns „abreagieren“ zu wollen – werde dadurch gebrochen. „Die Situationen, in denen wir leiden, sind nicht einfach wegretuschiert, sondern auf dem Weg zur Auferstehung mitgenommen. Der Tod ist durchschritten“, erklärt Gruber. Manchmal sage ihm diese Hand auch: „Es gibt Situationen, wo du nur deine Ohnmacht aushalten kannst – und auch da bin ich bei dir.“ Insofern ist er überzeugt: „Nicht der Karfreitag macht den Punkt, sondern der Ostermorgen.“ Thomas Schlager-Weidinger beschäftigt sich nicht nur als Professor an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, sondern auch als Autor und Künstler mit dem Kreuz. „Im Grunde genommen ist das Kreuz die Konzentration dessen, was Jesus auch in seinem Leben davor gedacht, geglaubt und gewirkt hat – und letztlich die Konsequenz seiner Botschaft (,Fürchte dich nicht‘), die hierbei sichtbar wird“, betont der Theologe. Als ein Symbol, in dem sich dieses Mit-Leiden und Mit-Sein Gottes verdichtet, ist Schlager-Weidinger das Kreuz „persönlich ein sehr wichtiges Zeichen geworden“. Sich am Morgen und am Abend vor bedeutsamen Ereignissen zu bekreuzigen, stelle für ihn darüber hinaus ein „wichtiges Ritual“ dar – getragen von der Hoffnung, sowohl Höhen als auch Tiefen im eigenen Leben positiv bewältigen zu können. Über das Kreuz in öffentlichen Räumen und dessen Ästhetisierung spricht Schlager-Weidinger zudem genauso, wie über eine einschneidende Begegnung, die bei ihm bis heute die wohl „tiefste Assoziation mit dem Thema Kreuz“ hervorruft.

  40. 11

    Frauen in Religionen und in der Gesellschaft

    Spannende Einblicke geben Waltraud Ernst, Universitätsassistentin am Institut für Frauen- und Geschlechterforschung an der JKU sowie Stefanie „Poxrucker“ Stockinger, Beauftragte für Jugendpastoral in der Diözese Linz und Musikerin bei den „Poxrucker Sisters“ zur Rolle von Frauen in Religionen und in der Gesellschaft. Frauen gestalten Kirche wesentlich mit und haben jedoch in so gut wie allen Religionen nicht die gleichen Rechte wie Männer. Aber auch in anderen Bereichen der Gesellschaft würden Frauen nach wie vor an Grenzen stoßen, betont Waltraud Ernst, Universitätsassistentin am Institut für Frauen- und Geschlechterforschung an der Johannes Kepler-Universität Linz. Obwohl die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der österreichischen Verfassung verankert ist, sei deren Realisierung in weiten Teilen noch nicht passiert – v.a. in arbeitsrechtlicher Hinsicht gebe es Aufholbedarf, so die Wissenschafterin. Bis zur Gleichstellung von Frauen und Männern müsse „noch viel getan werden und ein großes Umdenken stattfinden“, meint Ernst. Sie gibt Aufschluss über historische Meilensteine in der Geschlechterfrage und plädiert dafür, das Ziel der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in einer Demokratie weiter zu propagieren.  In Religionen gebe es nach wie vor „gewisse Unmöglichkeiten“ für Frauen, sagt Stefanie „Poxrucker“ Stockinger, Beauftragte für Jugendpastoral in der Diözese Linz (dzt. in Karenz) und Musikerin bei den „Poxrucker Sisters“. Sie engagiert sich haupt- und ehrenamtlich in der katholischen Kirche und nimmt – trotz kirchenrechtlicher Barrieren – eine starke Beteiligung von Frauen wahr: „Oft sind es Frauen, die eine Pfarre am Leben erhalten und sie mit Leben füllen“, ist Stockinger überzeugt. Im gemeinsamen Tun würden zT große Dynamiken entstehen; der „große Tatendrang“ von Frauen und ihre Lebensfreude können wiederum andere bestärken. Demnach gilt es Stockinger zufolge, Ungleichheiten zwar aufzuzeigen, aber nicht daran „hängen“ zu bleiben, sondern das Potenzial, das durch das gemeinsame Engagement entsteht, in den Vordergrund zu rücken. Stefanie „Poxrucker“ Stockinger setzt sich auch als Künstlerin für Gleichstellung ein und verarbeitet das Thema zudem musikalisch.

  41. 10

    Visionär:innen

    Neues entwickeln und Zukunft gestalten – was Peter Karlhuber, Datenwissenschafter und Gabriele Eder-Cakl, Direktorin Österreichisches Pastoralinstitut dazu beflügelt und antreibt, erzählen sie im Interview. Sie sind innovativ, kreativ und agieren mit Blick in die Zukunft: Visionär:innen und Erfinder:innen, die Meilensteine des Fortschritts setzen und ihr Leben einer bestimmten Idee widmen – wie zB Peter Karlhuber. Als Data Scientist forscht er zu Künstlicher Intelligenz. Der überraschende Tod seiner Mutter vor etwa vier Jahren – sie starb an einer koronaren Herzkrankheit – war der ausschlaggebende Grund, sich nicht nur beruflich mit Künstlicher Intelligenz zu beschäftigen, sondern auch privat. Mit seiner Anwendung zur Früherkennung von koronaren Herzkrankheiten verbindet der Experte Technik mit sozialem Nutzen. Karlhuber verweist auf das Potenzial von Künstlicher Intelligenz und die Probleme in der Welt. Als Wissenschafter fühle er sich „verpflichtet“, die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben und Lösungen anzubieten, um – wie er sagt – „Gutes zu bewirken“. Gemeinsam die Welt positiv gestalten und „weit(er) denken“, so lautet die Devise auch für Gabriele Eder-Cakl, Leiterin des Bereichs „Verkündigung und Kommunikation“ in der Diözese Linz. Sie ist überzeugt: „Ohne Visionär:innen würde sich die Welt nicht weiterentwickeln.“ Oft müsse man „zum ganz Anderen schauen“, um weiterzukommen, meint die Theologin, die sich gerne von anderen wissenschaftlichen Disziplinen inspirieren lässt. Die eigene Überzeugung ist für sie ein wesentlicher Antrieb, für die Ziele der Kirche einzustehen: „Menschenwürde, Schöpfungsverantwortung, Frieden, Gerechtigkeit, etc., das ist unser Auftrag – unsere Vision –, all das Wirklichkeit werden zu lassen“, betont Eder-Cakl.

  42. 9

    Stop. Look. Go.

    Warum es manchmal guttut, einen Schritt zurückzumachen, mit Abstand auf die Dinge zu schauen und den Weg neu zu bestimmen, darüber sprechen Monika Hofer – sie war Turmeremitin im Mariendom Linz – sowie Pfarrassistent Thomas Mair. Innehalten. Sich orientieren. Dankbar weitergehen. In sich hineinzuspüren und zu reflektieren gilt es nicht nur zum Jahreswechsel. Gerade in herausfordernden Zeiten, in denen Menschen persönliche Grenzen erfahren, sei es hilfreich, sich bewusst Momente des Innehaltens und der Reflexion herauszunehmen, meint Thomas Mair, Pfarrassistent in Alkoven und Schönering. Er beschreibt, wie dabei neue Perspektiven entstehen und wie diese zur Sinnstiftung im Alltag beitragen können. Das Schwere in den Blick zu nehmen, sei genauso wesentlich, wie „auf das zu schauen, was gut und ,aufgegangen‘ ist“, sagt der Pfarrassistent. Einerseits gelingt es uns dadurch, die Gelegenheiten, die uns das Leben schenkt, dankbar anzunehmen. Andererseits gehe es in weiterer Folge aber auch darum, aus dieser Wahrnehmung heraus aktiv zu werden – das, was man für sich als wichtig erkannt hat, umzusetzen, Dinge zuversichtlich "anzugehen" und den weiteren Weg in einem positiven Sinne zu gestalten, so Mair. Sich (neu) orientieren und auf das Wesentliche ausrichten, das tat bereits auch Monika Hofer. Sie hat sich anlässlich ihrer Pension für eine Woche in die Türmerstube des Mariendoms zurückgezogen, um in Ruhe über sich und ihr Leben nachzudenken. Wie sie den Aufenthalt in Stille und Abgeschiedenheit erlebt hat und was ihr diese Zäsur für ihr weiteres Leben gebracht hat, erzählt die gelernte Altenpflegerin im Interview. „Man kann in jede Richtung denken und es hält einen niemand auf. Man kann Gedanken zu Ende denken. Das ist für mich wichtig, wenn ich einen Plan fassen will, was ich mit meinem Leben (noch) machen möchte“, erklärt sie. In jungen Jahren habe sie sich öfters gefragt: „Was kriege ich vom Leben? Was gibt mir das Leben?“ Nunmehr steht für sie im Vordergrund: „Was kann ich dem Leben geben? Was kann ich tun, damit mein Leben sinnvoll ist?“

  43. 8

    Karma

    Über einen reflektierten Zugang zum Leben von Jugendlichen sprechen Mag.a Marina Gottwald (Klinische Psychologin für Kinder und Jugendliche) und Ela Klein (Katholische Jugend OÖ). Jede Handlung hat Folgen, gut oder schlecht – so der Grundgedanke des Karma-Konzepts. Warum gerade Jugendliche diesen Begriff häufig in sozialen Medien verwenden und wie wichtig ihnen ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Welt ist, darüber äußern sich Mag.a Marina Gottwald (Klinische Psychologin und Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche) und Ela Klein (Referentin Katholische Jugend OÖ).

  44. 7

    Warten

    Können wir in dieser schnelllebigen Zeit noch warten? Dieser Frage widmen sich Franz „Samy“ Schrittwieser, Referent für Gefangenenpastoral und Anna Kienberger, Pädagogin in der Mittelschule Altenberg in der Dezember-Ausgabe. Auf Dinge warten müssen – das erleben viele Menschen als gestohlene Zeit, als langweilig und lästig. Niemand wartet gern – doch ist Warten ein Teil des Lebens und muss von klein auf erlernt werden. Wie es Kindern mit dem Warten geht, darauf geht Anna Kienberger, Pädagogin an der Mittelschule Altenberg ein. Im Gespräch schildert sie ihre Erfahrungen aus dem Schulalltag und erklärt, wie sie das Warten selbst in ihrer Jugend erlebt hat. „Warten gelingt einmal besser, einmal schwieriger“, doch mag das Warten eine „produktive“ und „geschenkte Zeit“ sein, wo man „aufmerksam sein kann – auf Dinge, die sonst untergehen würden“ und wo „alle Sinne angesprochen“ werden: „Wenn man nicht warten müsste, würde man vieles gar nicht wahrnehmen oder auch gar nicht spüren“, meint die Pädagogin, die durch ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer wieder auch besonders schöne und berührende Momente des Wartens im Sinne der Vorfreude zu erzählen weiß. Allerdings nehmen viele Menschen das Warten als „zermürbend“ wahr, macht Franz „Samy“ Schrittwieser, Referent für Gefangenenpastoral in der Diözese Linz und Seelsorger in der Justizanstalt Wels, aufmerksam. Die Männer und Frauen im Gefängnis, die Schrittwieser begleitet, warten – oft jahrelang. Er beschreibt, wie herausfordernd und „bedrückend“ die Zeit des Wartens – gerade vor Weihnachten – für Gefangene ist und was das Warten bei ihnen auslöst. Warten, in Ruhe und ohne Ablenkung, bringe Schrittwieser zufolge automatisch die Auseinandersetzung mit der eigenen Person und dem eigenen Handeln mit sich. „Wofür bin ich da? Wofür lebe ich? Wie gehe ich mit meiner Zeit um, die mir zur Verfügung steht?“ – Selbstreflexion ist etwas, das wir „von Gefangenen oder überhaupt vom Warten lernen können“, findet Schrittwieser und betont: „Warten kann eine positive Zeit sein, wenn man sie versteht, zu nützen.“

  45. 6

    Nähe tröstet

    Mit den Themen Abschied, Verlust und Trauer beschäftigen sich Martin Dobretsberger, Landes­innungsmeister der oberösterreichischen Bestatter und Nicole Leitenmüller, Trauer­begleiterin in der Diözese Linz in der aktuellen Podcast-Folge von "Mystik und Geist". Wie sich die Bestattungskultur in den letzten Jahren verändert hat, was uns im Trauerprozess hilft und welche Bedeutung Rituale dabei haben, darüber erzählt Martin Dobretsberger, Landesinnungsmeister der oberösterreichischen Bestatter. Er erklärt, wie essenziell es ist, der Trauer Raum zu geben – daneben aber auch einen „Freiraum“ zu haben, der von der Trauer frei sein darf. Denn: „Das Nebeneinander von Trauer und Leben“ könne dabei helfen, den Verlust anzunehmen und in das eigene Leben zu integrieren. „Wichtig ist, dass man sich für die Trauer so viel Zeit gibt, wie man braucht“, betont auch Nicole Leitenmüller, Trauerbegleiterin in der Diözese Linz. Sie beschreibt, welche Bedürfnisse bei Trauernden zum Vorschein kommen, wie man Trauernde begleiten und unterstützen kann und was in dieser schwierigen Zeit Trost gibt. Außerdem spricht Leitenmüller, die zudem in der Jugendarbeit tätig ist, über ihre Erfahrungen mit trauernden Jugendlichen.

  46. 5

    Frieden

    Die Bedeutung von Frieden für eine Gesellschaft, darüber sprechen Mag. Herta Wimberger-Spörker, Psychotherapeutin und Mediatorin und Mag. Christian Öhler, Pfarrer und Dechant in Bad Ischl. Es gehört zu den großen Anliegen der Welt, Frieden zu bewahren, nicht nur zwischen Nationen, sondern auch im näheren sozialen Umfeld. Wenn zwischen Familien oder Freunden Unfrieden herrscht, kann das zunehmend zur Belastung werden, weiß Herta Wimberger-Spörker, Psychotherapeutin, Mediatorin und Wirtschaftspädagogin. „Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Streit – Frieden ist viel mehr als das!“, betont die Expertin. „Grundvoraussetzung für Frieden ist ein respektvoller Umgang miteinander, die Solidarität zu anderen Menschen.“ Sie beschreibt Frieden als einen Zustand des „Wohlgefühls“, bei dem man sich entfalten kann und wodurch Menschen seelisch und körperlich gesund bleiben. Doch fällt einem Frieden nicht in den Schoß – „Friede kann man erlernen“, ist Christian Öhler, Pfarrer und Dechant in Bad Ischl überzeugt. Dazu gehört zB, „gewaltfrei“ zu kommunizieren, aber auch, bewusst wahrzunehmen, was einem geschenkt ist – „zwischenmenschlich und in der Schöpfung. Es gibt so viele Anlässe dankbar zu sein, wenn man Augen und Ohren aufmacht. Das ist für mich eine Grundvoraussetzung, Frieden spüren zu können – im Sinne einer gewissen Zufriedenheit“, sagt Öhler.

  47. 4

    Sprache

    Sprache und ihre Wirkung, darüber erzählen Dr.in Christine Haiden, Journalistin, Autorin und Moderatorin sowie Mag. Franz Küllinger, Pfarrassistent in Wartberg ob der Aist in der Septemberausgabe. Gerade wenn es darum geht, Fakten korrekt wiederzugeben, sei ein sorgfältiger Umgang mit Sprache wichtig, betont Dr.in Christine Haiden, Journalistin, Autorin und Moderatorin sowie ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift „Welt der Frauen“. Sprache könne zudem „verletzend sein, v.a. wenn durch sie jemand ausgegrenzt wird. Dies gilt sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum – und dort noch viel mehr“, macht Haiden auf weitreichende Folgen aufmerksam. Im Interview erzählt sie außerdem, was sie ihre Großmutter im Umgang mit Sprache gelehrt hat, warum es manchmal klug ist, vorerst nichts zu sagen und wie ihr eine Begegnung im Altersheim die verschiedenen sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten vor Augen geführt hat. Dass mit Sprache eine große Verantwortung verbunden ist, findet auch Mag. Franz Küllinger, Pfarrassistent in Wartberg ob der Aist und Dekanatsassistent des Dekanats Gallneukirchen. „Sprache kann Furchtbares anrichten. Aber auch Großartiges bewirken“, ist der Theologe überzeugt. Als etwas „unglaublich Aufbauendes“ beschreibt Küllinger dieses für ihn „hohe Gut“: „Es ist staunenswert, was Menschen in Sprache kleiden können. Für mich ist Sprache eine der größten Künste, die der Mensch beherrscht“, sagt der Seelsorger, der sich gerne von der Literatur inspirieren lässt.

  48. 3

    Wer nicht genießt, wird ungenießbar

    Warum Genuss im Leben wichtig ist, darüber sprechen Philipp Braun, Leiter der Slow Food-Bewegung in OÖ und Kulinarik-Journalist sowie Angelika Stummer, Referentin für City Pastoral in der Diözese Linz. Viele Menschen denken bei Genuss in erster Linie an gutes Essen, so auch Philipp Braun. Er ist Kulinarik-Journalist, leitet die Slow Food Bewegung in OÖ und bezeichnet sich selbst als Genussmensch. Der Kulinarik-Experte erklärt, warum der Erhalt von Ess- und Tischkultur immer wichtiger wird, was „verantwortungsvoller Genuss“ meint und wie sehr er v.a. „die einfachen Dinge“ im Leben genießt. Auch Angelika Stummer, Referentin für City Pastoral in der Diözese Linz, verspürt oft „gerade in kleinen Momenten eine große Freude.“ Diese Momente mit allen Sinnen wahrzunehmen und langfristig ins Bewusstsein zu bringen, das mache Genießen aus. Für Stummer ist Genuss mit purer Lebensfreude und tiefer Dankbarkeit verbunden. Denn: „Das Leben ist ein Geschenk. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir aneinander und am Leben Freude haben können. Dafür sollten wir auch dankbar sein “, ist die Theologin überzeugt.

  49. 2

    Vertrauen

    Hat die Gesellschaft ihr Vertrauen verloren? Dieser Frage gehen Johannes Neuhauser (Psychotherapeut und Supervisor) und Mag. Josef Lugmayr (Beziehungs-, Ehe- und Familienseelsorger) nach. „Menschliches Leben ist ohne Vertrauen nicht möglich“, sagt Johannes Neuhauser. Der Psychotherapeut und Supervisor erklärt, wie Vertrauen unsere menschliche Entwicklung beeinflusst, warum Zusammenleben nur durch Vertrauen gelingt und was Vertrauensverluste bei der eigenen Seele auslösen. Auch Mag. Josef Lugmayr ist in seiner Arbeit als Beziehungs-, Ehe- und Familienseelsorger der Diözese Linz mit Vertrauensthemen auf mehreren Ebenen konfrontiert. Viele Menschen hätten durch die Entwicklungen in den letzten Jahren das Vertrauen in die Politik verloren, schildert Lugmayr seine Beobachtungen. In Beratungsgesprächen hat er zudem festgestellt: „Verschiedene Meinungen rund um Corona haben oft tiefe Gräben in Familien hinterlassen“. Doch seien „tragfähige Beziehungen immer die Basis für Vertrauen“, ist Lugmayr überzeugt. Sowohl Johannes Neuhauser als auch Josef Lugmayr haben privat Vertrauenskrisen durchlebt. Sehr persönlich erzählen sie von ihren Schicksalsschlägen und darüber, was ihnen geholfen hat, das Vertrauen zum Leben zurückzugewinnen.

  50. 1

    Erinnern

    Wie funktioniert das Erinnern heute? Was wird sich in der Vermittlungsarbeit in Zukunft verändern? Dazu äußert sich Mag.a Gudrun Blohberger. Sie leitet die Pädagogische Abteilung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und ermöglicht gemeinsam mit ihrem Team den Besucher:innen die Auseinandersetzung mit der KZ-Geschichte. Wie wichtig das Gedenken für eine Gesellschaft ist, betont auch Dr. Andreas Schmoller, Leiter des Franz und Franziska Jägerstätter Instituts an der Katholischen Privatuniversität (KU) Linz und Projektträger vom Gedächtnisbuch Oberösterreich". Er ist überzeugt: "Erinnern stiftet Gemeinschaft."

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