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PODCAST · news

Ö1 Journal-Panorama

In Reportagen, Berichten, Diskussionssendungen und Interviews stellen wir ein Thema in all seiner Breite und Tiefe dar: Zusammenhänge sollen begreifbar, Widersprüche und Details erkennbar werden. Ressortgrenzen gibt es dafür kaum. Wir befassen uns mit allen Weltgegenden und allen Bereichen des Lebens, die gesellschaftlich relevant sind. Im Podcast hören Sie ausgewählte "Journal-Panorama"-Sendungen.

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  1. 78

    Afghanistan: Die vergessene Tragödie der Frauen und Mädchen

    Vor fünf Jahren haben die Taliban die Hauptstadt Kabul und damit die Macht in Afghanistan zurückerobert. Seither haben die radikalislamischen Herrscher die Gesellschaft nach ihren harten Regeln umgebaut, und vor allem für Mädchen und Frauen bedeutet das den Verlust von Perspektiven und Freiheit: Afghanistan ist das einzige Land, in dem Mädchen nur sechs Jahre in die Schule gehen dürfen, jegliche weitere Ausbildung bleibt ihnen verwehrt. Frauen dürfen nur in Ausnahmefällen arbeiten, auf die Straße dürfen sie nur in männlicher Begleitung und streng verhüllt, oft sind sie von medizinischer Versorgung ausgeschlossen. NGOs und Menschenrechtsaktivistinnen sprechen immer öfter von Geschlechterapartheid. Welche Formen des Widerstandes gegen das Unrechtsregime gibt es in Afghanistan? Was bringen die geheimen Untergrundschulen für Mädchen? Ein Journal Panorama-Sommergespräch mit der gebürtigen Afghanin und Integrationsreferentin der Stadt Graz Masomah Regl.

  2. 77

    Sudan: Krieg als Normalität

    Seit mehr als drei Jahren herrscht Krieg im Sudan; rivalisierende Fraktionen des Militärs in dem nordostafrikanischen Land bekämpfen einander, und Hauptleidtragende dabei sind, wie so oft, die Zivilisten und Zivilistinnen. Ein Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht, Berichte über Massaker - wie etwa jenes in der Stadt Al-Faschir in Darfur, dem Tausende zum Opfer fielen - sind inzwischen fast zur Normalität geworden. Leid und Tod gehören für fast alle Menschen im Land zum Alltag, zumal im Sudan seit den 1950er Jahren fast dauernd Kriege tobten. Die Menschen im Sudan nutzen die Kampfpausen auch, um sich im täglichen Leben ihre Würde zu bewahren.

  3. 76

    Wenn Kinder schwer zu tragen haben

    In Österreich lebt rund jedes dritte Kind im Volksschulalter mit Übergewicht oder Adipositas; bei den 10- bis 19-Jährigen ist es ungefähr jeder/ jede vierte. Ursachen sind oft unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel, aber auch psychische Belastungen und genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Die Folgen von früher Adipositas sind für Körper und Seele gravierend und belasten die Betroffenen oft ein ganzes Leben lang.Adipositas ist eine Krankheit - frühe Unterstützung ist entscheidend. Wir beleuchten die Rolle der Eltern bei kindlicher Adipositas. Wann sollen sie eingreifen - und wie helfen, ohne zu beschämen? .

  4. 75

    Instrumente der Hasbara: Wie sich Israel heute der Welt erklärt

    „Hasbara“ – das heißt wörtlich „Erklärung“. Schon seit Jahrzehnten setzen Israels Regierung, aber auch halbstaatliche Lobbygruppen und private Initiativen verschiedene Methoden ein, um das Ansehen des Landes international zu verbessern. Vieles davon hat lange funktioniert. Doch spätestens seit dem durch den am 7. Oktober 2023 ausgelösten Krieg im Gazastreifen stößt die Hasbara an ihre Grenzen. Auch die derzeitige, in Teilen rechtsextreme Regierung unter Benjamin Netanjahu investiert viel in Hasbara. Zum Teil sind die Methoden gleichgeblieben, zum Teil setzt man aber auch auf neue Technologien, beispielsweise KI, Bots, Fake-Accounts oder bezahlte Influencer, um die öffentliche Meinung, gerade auch in den sozialen Medien zu beeinflussen. Zum Instrumentenkasten gehören nicht nur Charmeoffensiven und Delegationsreisen, sondern auch Falschinformationen und Diffamierungskampagnen. Hasbara ist längst Teil der Kriegsführung geworden.

  5. 74

    Sonnenfinsternis, Perseiden-Schwarm und Co: Wieso Himmelsphänomene faszinieren

    Am 12. August findet über Europa eine seltenes Himmelsphänomen statt. In Spanien ist eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten, in Österreich zumindest eine teilweise. Wer sich noch an die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 erinnert, weiß um die Faszination solcher Ereignisses. Auch wenn heute längst bekannt ist, wie derartige Phänomene entstehen und sie präzise vorhergesagt werden können, bleiben sie erstaunliche Schauspiele. Kann die Wissenschaft auch heute noch aus einer Sonnenfinsternis Erkenntnisse erzielen? Was macht gute Wissenschaftsvermittlung aus? Und kann der astronomische Blick in den Himmel die Sicht auf unseren verletzlichen blauen Planeten verändern? Der Astrophysiker und Leiter des Planetariums Wien Michael Feuchtinger ist bei Helene Seelmann zu einem Journal Panorama Sommergespräch zu Gast.

  6. 73

    Fremdenfeindlichkeit in Südafrika

    Seit Monaten wird Südafrika von einer Welle fremdenfeindlicher Gewalt erschüttert. Bürgerinitiativen gehen landesweit gegen illegale Migration auf die Straße. Sie machen Zuwanderer aus Nachbarstaaten für die hohe Arbeitslosigkeit, die Armut und die Kriminalität im Land verantwortlich. Bei den Protesten sind bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen.Angesichts der Ausschreitungen haben die Regierungen vieler afrikanischer Länder wie Ghana, Nigeria, Mosambik, Simbabwe oder Malawi damit begonnen, ihre Landsleute zu evakuieren. Es ist nicht das erste Mal, dass Südafrika fremdenfeindliche Ausschreitungen erlebt. Schon 2008, 2015 und 2019 sind bei Krawallen Menschen verletzt oder getötet worden. Aber die aktuellen Proteste haben eine neue Dimension. Sie sind größer und besser organisiert. Was ist los in der selbsternannten Regenbogennation?

  7. 72

    Menschen mit Behinderung in der Gedenkarbeit

    Neben anderen Opfergruppen wurden im NS-Reich auch Menschen mit Behinderung verfolgt und vernichtet. Im Rahmen der sogenannten "Aktion T4" wurden zwischen Jänner 1940 und August 1941 rund 70.000 Menschen ermordet. Das Renaissanceschloss Hartheim in Oberösterreich war eine von sechs NS-Tötungsanstalten. Hier wurden rund 18.000 Menschen mit Behinderung ermordet, später auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. In der Erinnerungsarbeit fand die Perspektive von Menschen mit Behinderung jedoch jahrzehntelang kaum Berücksichtigung. Neuerdings aber bemüht man sich, sie in die Vermittlungsarbeit einzubinden.

  8. 71

    Krieg und Umweltzerstörung: Sommergespräch mit Verena Winiwarter

    In der Ukraine, im Iran, in Nahost sieht man sehr deutlich, was Krieg nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur antut: Brennende Ölraffinerien, verschmutztes Wasser, Überreste von Drohnen, Giftmüll und auch Bombenkrater machen ganze Landstriche fast unbewohnbar und unbebaubar. Aber schon in der Antike haben kriegerische Handlungen das Gesicht der Umwelt stark verändert, etwa durch das großflächige Abholzen von Wäldern.Durch die modernen Kriege gerät auch der Klimaschutz immer mehr unter Druck. Die Chemikerin und Historikerin Verena Winiwarter ist bei Astrid Plank in einem "Journal-Panorama"-Sommergespräch zu Gast.Service

  9. 70

    Geheilt, aber nicht gesund: Das Leben junger Menschen nach Krebs

    Die Diagnose „Krebs“ ist gerade für junge Menschen besonders beängstigend. Jedes Jahr wird in Österreich rund 320 Mal bei unter 18-Jährigen die Krankheit festgestellt. 80 Prozent der jungen Patient:innen überleben, die Lebensspanne danach wurde bisher zu wenig beachtet. Denn etwa zwei Drittel dieser Survivors- so nennen sich Menschen, die den Krebs hinter sich haben - leiden unter Spätfolgen, verursacht durch den Krebs selbst oder durch die Behandlung. Auf ihr Recht auf adäquate gesundheitliche Versorgung, gesellschaftliche Teilhabe, auf Integration am Arbeitsmarkt und auf ein selbstbestimmtes Leben will der Internationale Kinderkrebstag am 15. Februar hinweisen. Es gibt zahlreiche Organisationen und Initiativen, die diese Menschen engagiert unterstützen. Was noch fehlt, ist ein breites Bewusstsein in der Gesellschaft für die Bedürfnisse dieser jungen Menschen. Denn viele von ihnen sind zwar geheilt, aber nicht gesund.Die Sendung wurde im Februar 2026 erstmals ausgestrahlt.

  10. 69

    Verschwörungstheorien: Harmloses Geschwurbel oder Ende der Demokratie?

    Seit 9/11 und mehr noch seit der Corona-Pandemie finden sie immer mehr Anhänger, spalten die Gesellschaft und stellen Erkenntnisse der Wissenschaft zunehmend in Frage: Verschwörungstheorien und Verschwörungserzählungen. Diese gehen davon aus, dass hinter allen komplexen Ereignissen und Krisen Mächtige stehen, die einen geheimen Plan zu ihrem eigenen Nutzen und zum Schaden der Allgemeinheit verfolgen. Mit US-Präsident Donald Trump ist gar ein führender Konspirationist mächtigster Mann der Welt. Andererseits: Verschwörungstheorien hat es immer schon gegeben; erst seit den 1950er-Jahren waren sie im Westen stigmatisiert. Glaubt man Experten, sind Verschwörungstheorien eher Symptom als Ursache von Missständen.Wie alarmiert muss man angesichts dieser Entwicklung sein? Was kann man dagegen tun? Ein Sommergespräch, das Elisa Vass mit dem Amerikanisten und Experten für Verschwörungstheorien Michael Butter geführt hat.

  11. 68

    "Koschere Klicks" - Israels Ultraorthodoxe zwischen Abschottung und Anpassung

    Ultraorthodoxe Juden lehnen vieles ab, was das Leben im 21. Jahrhundert mit sich bringt, etwa moderne Medien und Technik. Doch hinter den Mauern der Abschottung vollzieht sich auch eine stille Revolution. Manche Haredim – so die Selbstbezeichnung der Orthodoxen - öffnen sich kontrolliert der Moderne und versuchen, doch ihre Identität nicht aufzugeben. Koschere Smartphones ohne Browser und spezielle Internet-Cafés, die nur rabbinisch geprüfte Seiten freischalten, sind Beispiele. Sogar in der Kindererziehung halten moderne Medien Einzug: Aufwendig gestaltete Comics dienen als moralischer Ersatz für das verpönte Fernsehen und vermitteln Werte durch visuelles Storytelling. Wirtschaftliche Notwendigkeit und religiöse Strenge sollen durch technologische Filter miteinander versöhnt werden.

  12. 67

    Graffiti: Ist das Kunst oder kann das weg?

    Für jene meist jungen Menschen, die mit Spraydose oder Farbtopf und Pinsel durch die Städte ziehen und ihre Spuren auf Wänden, Waggons, Garagentoren, Sitzmöbeln und Mistkübeln hinterlassen, sind ihre Werke Kunst - oder zumindest ein legitimes Ausdrucksmittel einer Jugendkultur. Andere sprechen von Vandalismus und Schmierereien. Tatsächlich fallen Graffiti auf nicht freigegebenen Flächen unter Sachbeschädigung und sind daher eine Straftat.

  13. 66

    Kreta: Blutrache neben der Idylle

    Sonne, Strand, Gastfreundschaft –Griechenlands größte Insel Kreta ist ein beliebtes Reiseziel, mehr als 100.000 Österreicher:innen verbringen hier jedes Jahr ihren Urlaub. Doch die wenigsten ahnen, dass Kreta neben seiner hellen eine sehr dunkle Seite hat: Waffengewalt, Blutrache, organisiertes Verbrechen. Auf rund 620.000 Einwohner soll eine Million Schusswaffen kommen, viele davon sind in illegalem Besitz. Doch viele, insbesondere junge Kreterinnen und Kreter glauben, dass die Waffentradition nichts mehr mit dem heutigen Selbstverständnis Kretas zu tun hat; es gibt Initiativen gegen die blutigen Traditionen. Sie stoßen jedoch auf Widerstand. Wie kann ihr Kampf gelingen?

  14. 65

    "Brate, was laberst du?" - Matej Jakic über die Bedeutung von Jugendsprache

    „Bin Straßenbahn, wallah“ – Unter diesem Titel hat Matej Jakic heuer ein Wörterbuch über Ethnolekt und Jugendsprache veröffentlicht. „Heute voll Dark Mode“, „Die hat krasse Attitude“, „Heute Eis auf dein Nacken“ sind nur einige Beispiele, wie die Jugendsprache klingt. Matej Jakic ist in Wien-Favoriten aufgewachsen und hat von unterschiedlichen Kulturen beeinflusste Sprache von klein auf mitbekommen. Während seines Studiums für Deutsch-Lehramt hat er dann den Gebrauch von „Ethnolekt“ im Rahmen seiner Masterarbeit erforscht. Nicht nur Jugendliche mit Migrationshintergrund, sondern auch Jugendliche, deren Erstsprache Deutsch ist, bauen Elemente in ihre Alltagssprache ein. Als Deutsch-Lehrer an einer Wiener Mittelschule ist Matej Jakic täglich mit Jugendsprache konfrontiert und kann ihr viele positive Seiten abgewinnen. Matej Jakic ist bei Monika Feldner-Zimmermann Gast im Journal Panorama-Sommergespräch.

  15. 64

    Uganda setzt auf E-Mobilität

    Das ostafrikanische Land will in schnellen Schritten auf E-Transport umsteigenÄthiopien liegt bei der E-Revolution in Afrika vorne. Aber auch Uganda treibt nun die Umstellung - dank grünen Stroms vom Nil - massiv voran- Ab 2030 dürfen keine Verbrennermotoren mehr importiert werden. Im öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt Kampala sind immer mehr E-Busse unterwegs.

  16. 63

    Kontaminiertes Erbe: Wie soll mit NS-belasteten Gebäuden umgegangen werden?

    Heute sind sie oft unauffällige Amtsgebäude wie Bezirksgerichte, Polizeistationen oder Büros von Ministerien, an denen man achtlos vorbeigeht. In der Zeit des Nationalsozialismus haben sie aber häufig eine zentrale Rolle gespielt. Menschen wurden in diesen Gebäuden gefangen gehalten, gefoltert oder aus ihnen vertrieben und in Konzentrationslager gebracht. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) lässt nun einen Teil ihrer Gebäude historisch aufarbeiten. Fast alle der vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung untersuchten Gebäude sind NS-kontaminiert, die oft schreckliche Geschichte hinter den Fassaden soll nun öffentlich gemacht werden. Weitere NS-belastete Bauten stehen im Blickpunkt: In Braunau am Inn wird im Hitler-Geburtshaus demnächst eine Polizeistation eröffnet. Und wie soll mit dem „Hitler-Balkon“ am Wiener Heldenplatz umgegangen werden? Der Beitrag wurde im März 2026 erstmals ausgestrahlt.

  17. 62

    Die Flamingo-Revolution in Albanien

    Nach Serbien ist Albanien das zweite Land auf dem Balkan mit einer Dauer-Protestbewegung. Seit dem 23. Mai kommt es in der Hauptstadt Tirana täglich zu Massenprotesten. Der Protest nennt sich „Flamingo-Revolution“, denn der Auslöser ist eine mögliche Zerstörung eines Natur- und Vogelschutzgebietes an der albanischen Küste zugunsten eines Luxus-Tourismusresorts, das ausgerechnet Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bauen will. Anders als früher stehen sich nicht die Lager der als korrupt geltenden Politiker Edi Rama (Regierungschef) und Sali Berisha (Ex-Regierungschef) gegenüber. Die Zivilgesellschaft ist aufgestanden - und wendet sich ganz allgemein gegen Korruption und das oligarchische System des Landes.

  18. 61

    Journal Panorama-Sommergespräch mit Generalmajor Sylvia Sperandio

    Sie war 1998 eine der ersten Soldatinnen beim österreichischen Bundesheer. Seit 2017 leitet sie dort als erste Frau das medizinische Gesundheitswesen. Und sie ist als Generalmajor die ranghöchste Frau im Bundesheer: Sylvia Sperandio. Angesichts der veränderten geopolitischen Lage gewinnt auch in Österreich das Thema Landesverteidigung wieder an Bedeutung, was nicht zuletzt am gestiegenen Heeresbudget abzulesen ist. Davon profitiert auch das medizinische Gesundheitswesen. Sylvia Sperandio spricht mit Helene Seelmann über ihre Vorbildfunktion für Frauen im Heer, Zielstrebigkeit und Karriereplanung, Sicherheit, die nicht selbstverständlich ist, Veränderungen im militärischen Umgangston, über die Wirkung von Uniformen und warum Dienstgrade beim Bundesheer nicht gegendert werden.

  19. 60

    Die neue Türkei: 10 Jahre nach dem gescheiterten Putsch

    Seit dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli 2016 hat sich die Türkei grundlegend verändert. Die Regierung machte die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen verantwortlich, deren Anhänger zuvor in Justiz, Polizei, Militär, Bildungssystem und Bürokratie aufgestiegen waren – die größte Säuberungswelle in der Geschichte der Republik begann.Zehntausende wurden verhaftet und mehr als hunderttausend Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert. Gülen-nahe Schulen, Universitäten, Medienhäuser, Unternehmen und Vereine wurden geschlossen oder unter staatliche Verwaltung gestellt, viele Anhänger flohen ins Ausland.Gleichzeitig wurde das politische System zu einem Präsidialsystem mit deutlich erweiterten Befugnissen für Recep Tayyip Erdogan umgebaut, die politische Kontrolle über Justiz, Medien und staatliche Institutionen verstärkt. Viele sehen in der Türkei mittlerweile eine Autokratie.

  20. 59

    Wer schützt Europa?

    Wie steht es um die Sicherheit Europas? Angesichts von Kriegen in nah und fern ist diese Frage heute drängender als noch vor einigen Jahren. Die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik hat sich kürzlich dem "Ende der Bequemlichkeit", so das Motto einer Podiumsdiskussion, gewidmet und Fragen nach verschiedenen Sicherheitsstrategien und der geopolitischen Situation gestellt.Expertinnen und Experten waren sich darin einig, dass wir in Europa mehr tun müss(t)en, um unsere eigene Sicherheit aufrechtzuerhalten; dass die USA keine Ordnungsmacht mehr sein wollen, und dass Russland zwar nicht mehr so stark wie einst, aber immer noch gefährlich ist.

  21. 58

    Smarte Kindheit? Die Wirkung digitaler Medien auf Babys und Kleinkinder

    Kleinkinder im Kinderwagen, die auf einem Bildschirm herumwischen, dazu Eltern, die ihrerseits auf ein Handy starren und ihr Kind kaum wahrnehmen - in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen sieht man Szenen wie diese häufig. Dabei kann die Nutzung digitaler Endgeräte besonders für Kleinkinder zum Problem werden. Kinderärzt:innen sind alarmiert und berichten von teils massiven Entwicklungsstörungen durch unkontrollierten Medienkonsum. Von Schwierigkeiten berichten auch Kindergartenpädagog:innen, die Veränderungen im Spiel- und Lernverhalten in ihren Gruppen feststellen. Im Gesundheitsministerium hat man vor kurzem eine Broschüre zur Aufklärung junger Eltern drucken lassen, und man setzt auf das geplante Social Media-Verbot. Manchen Eltern reicht das nicht, sie haben sich zur Initiative „Smartphone-freie Kindheit“ zusammengeschlossen.

  22. 57

    Klartext: Innenpolitische Bilanz vor der Sommerpause

    „So weit waren wir noch nie“. Mit diesem Satz wurden seitens der Regierung die jüngst verkündeten Reformpläne in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Energie und Verwaltung gelobt. Diese Woche tagt zudem der Nationalrat marathonmäßig an allen fünf Werktagen. Es ist nicht nur der Parlamentskehraus vor der Sommerpause, sondern die Regierungsparteien beschließen auch das Doppelbudget 2027/2028.Funktioniert die Regierungszusammenarbeit oder werden Brüche sichtbar? Wie ist der große Vorsprung der FPÖ in Umfragen zu erklären? Und was ist im heurigen Jahr, in dem planmäßig keine Wahlen mehr vorgesehen sind, innenpolitisch noch zu erwarten?Darüber diskutieren:Walter Hämmerle, Kleine ZeitungGeorg Renner, freier JournalistBarbara Tóth, FalterDiskussionsleitung: Monika Feldner-Zimmermann

  23. 56

    Wie die Slowakei ihre Künstler verprellt - und vereint

    Die slowakische Kultur steht unter gewaltigem Druck. Die nationalistische Regierung dreht ihr systematisch die Fördermittel ab – und erzeugt so eine unerwartete Reaktion: eine Welle der Solidarität. Die slowakische Literaturszene ist mit ihren fünf Millionen potenziellen Lesern so winzig, dass sie nur mit Unterstützung existieren kann – mit Autoren- oder Übersetzerstipendien zum Beispiel, die von unabhängigen Jurys vergeben wurden. Die Regierung streicht das alles ersatzlos und schweißt die Kulturszene damit ungewollt noch stärker zusammen. Das Gleiche ist in der bildenden Kunst zu erleben: Aus staatlichen Einrichtungen entlassene Ausstellungsmacher weichen auf andere Spielorte aus, auf städtische und private Galerien zum Beispiel – und verschaffen ihnen damit ungeahnten Publikumszulauf.

  24. 55

    Sechs Monate nach der Brandkatastrophe von Crans Montana

    Ein halbes Jahr ist seit der Brandkatastrophe in einer Bar in Crans Montana in der Silvesternacht vergangen. 41 junge Menschen sind tot, 115 schwer brandverletzt, viele werden noch immer in Krankenhäusern und Reha-Kliniken behandelt. Für die Opfer, ihre Familien und Freunde bedeutet jeder Tag einen unfassbar schweren Kampf zurück in ein Leben, das für immer von dem verheerenden Brand geprägt sein wird. Hinzu kommen Skepsis und auch Wut über den Verlauf der strafrechtlichen Ermittlungen. Italien hatte deshalb zwischenzeitlich sogar seinen Botschafter aus Bern nach Rom zurückberufen. Das Idealbild von der perfekt organisierten Schweiz hat Risse bekommen.

  25. 54

    Klartext: Ohne Pass kein Wahlrecht - was hat das mit Demokratie zu tun?

    In Österreich ist das Wahlrecht an die Staatsbürgerschaft gekoppelt. Rund 1,9 Millionen Menschen in Österreich, rund 20 Prozent der Bevölkerung, leben aktuell dauerhaft in Österreich, haben allerdings nicht die österreichische Staatsbürgerschaft. In Wien dürfen mehr als 600.000 Menschen nicht wählen, das ist gut ein Drittel der Bevölkerung im Wahlalter ab 16 Jahren. Hat Österreich ein Demokratiedefizit? Sollten die Regelungen zur Einbürgerung bzw. das Wahlrecht gelockert werden? Oder soll die Staatsbürgerschaft das „hohe Gut“ bleiben, das am Ende eines Integrationsprozesses erlangt werden kann? Darüber diskutieren: Peter Filzmaier, PolitikwissenschafterWolfgang Gerstl, Nationalratsabgeordneter (ÖVP)Agnes Sirkka Prammer, Nationalratsabgeordnete (Die Grünen)Diskussionsleitung: Monika Feldner-Zimmermann

  26. 53

    Widerständig in Bewegung: Die Geschichte des Frauen-Fußballs

    Aktuell dominiert die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer Schlagzeilen und Fan-Interesse. Im Vergleich dazu führt Frauenfußball selbst bei Großereignissen noch ein Schattendasein. Doch schon vor 90 Jahren existierte in Wien eine Frauenfußball-Liga, die in ganz Europa einzigartig war und die bis in die ersten Monate der NS-Zeit Bestand hatte. Danach war Frauenfußball lange Zeit nicht nur verachtet, sondern sogar verboten.

  27. 52

    Klartext vor der Grazer Gemeinderatswahl

    Stimmungstest in der KPÖ-HochburgAm 28. Juni wird in Graz ein neuer Gemeinderat gewählt, über 225 000 Menschen sind wahlberechtigt. Es ist der große Test für die KPÖ, die vor fünf Jahren überraschend gewonnen hat und seither mit Elke Kahr die Bürgermeisterin stellt. Kahr hat hohe Beliebtheitswerte und würde gerne ihre linke Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ fortsetzen. Doch auch die ÖVP, die zuvor lange Bürgermeisterpartei war, will zurück an die Spitze. Und die FPÖ könnte wieder erstarken. Sieben Parteien sitzen bisher im Gemeinderat, insgesamt elf Listen treten zur Wahl an.Eines der beherrschenden Themen im Wahlkampf war die Verkehrsfrage. Monika Feldner-Zimmermann und Astrid Plank haben sich in Graz umgehört, wie die Stimmung vor der Wahl ist. Dazu diskutieren im Studio:Katrin Praprotnik, Politikwissenschafterin undGerald Winter-Pölsler, Kleine Zeitung

  28. 51

    Jung, keine Schule, keine Lehre, kein Job - keine Perspektive?

    In Österreich leben 122.000 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die weder in Ausbildung sind noch einen Job haben. Das entspricht fast 13 Prozent dieser Altersgruppe. Man nennt diese jungen Leute NEETs – eine Abkürzung des aus Großbritannien stammenden Begriffs "not in Education, Employment or Training". NEETs gehen keiner geregelten Arbeit nach, machen keine Lehre oder Ausbildung und besuchen keine Schule. Mehr als die Hälfte der betroffenen Frauen und Männer haben Migrationshintergrund, jede oder jeder Vierte hat eine psychische oder physische Beeinträchtigung: Viele finden etwa nach dem Besuch einer Sonderschule keinen Ausbildungsplatz. Je länger die Auszeit dauert, desto komplizierter wird ein Wiedereinstieg in ein „normales“ Leben. Verschiedene Initiativen versuchen deshalb, die jungen Menschen zu motivieren, ihnen Antrieb und neue Perspektiven zu geben.

  29. 50

    10 Jahre Brexit-Referendum: Liebäugeln mit Wiederannäherung

    Am 23.6.2016 stimmten in Großbritannien knapp 52% der Wahlberechtigten für den Austritt aus der EU. Der Brexit war somit besiegelt.Erst kam der Streit, dann der Frust, dann wiederum waren der Brexit und seine massiven Folgen in der Politik fast Tabu-Thema; doch das ändert sich jetzt wieder. Viele junge Britinnen und Briten, die damals noch nicht abstimmen durften, haben heute düstere Zukunftsaussichten. Gute Jobs und bezahlbarer Wohnraum sind Mangelware. Mehr als 80 Prozent der unter 25-Jährigen wünschen sich laut Umfragen den Wiedereintritt in die EU. Und auch sonst sind die meisten Menschen mit den Folgen des Brexits unzufrieden. Die Wirtschaftsleistung ist gesunken, und das Land hat, seitdem es 2020 den europäischen Binnenmarkt verlassen hat, 15 Prozent seiner Exporte in die EU eingebüßt.

  30. 49

    Ukraine: Wie lang ist der Weg in die EU noch?

    Am Montag hat die EU konkrete Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine begonnen - mit zweijähriger Verzögerung, weil der nunmehr abgewählte ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán jeglichen Fortgang blockiert hatte. Auch mit der Republik Moldau wurden die ersten Verhandlungskapitel eröffnet. Es geht unter anderem um die Rechtsstaatlichkeit und die Bekämpfung der Korruption. Wirtschaftlich muss das kriegsgebeutelte Land nachweisen, dass es auf eigenen Beinen stehen kann, bisher ist das nicht der Fall. Viele Politiker:innen betonen, dass die Annäherung des Landes an die EU im strategischen Interesse Europas sei - dass die Ukraine die notwendigen Bedingungen für einen Beitritt aber auf Punkt und Beistrich erfüllen müsse. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj strebt einen EU-Beitritt 2027 an – eine unrealistische Ansage. Wie lange kann es wirklich dauern? Wo liegen die größten Hürden im Beitrittsprozess? Und kann auch die EU von der Mitgliedschaft der Ukraine profitieren?

  31. 48

    Für die Tonne, aber kein Mist: Wie Biomüll Geld sparen hilft

    Wer selber kocht, kennt das: Gemüseabfälle und Lebensmittelreste wandern in den Biomüll und dann auf den Komposthaufen. So funktioniert das am Land. Doch in den Städten stinkt es oft zum Himmel: Die öffentlich aufgestellten Biomüll-Tonnen werden vielfach völlig falsch befüllt. Häufig werden Plastiksackerl, Blumentöpfe aus Kunststoff oder sogar Sperrmüll in die braunen Tonnen geworfen; auch Fleischreste sollten übrigens nicht in die Biotonne. Andererseits landet Biomüll oft in der Restmülltonne - eine Verschwendung.Wie macht man es richtig? Wie wird aus unseren Bioabfällen letztlich wertvoller Kompost? Und wie funktioniert der Kreislauf im Idealfall?

  32. 47

    Philippinen: Korruption frisst Klimaschutz

    Der globale Norden, der den Klimawandel verursacht hat, überweist dem Süden jährlich einen dreistelligen Milliardenbetrag für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Teile dieses Geldes versickern aber in Korruption. Auf den dafür besonders anfälligen Philippinen haben Politiker:innen, Bauunternehmer und Bürokraten jahrelang den Bau von Deichen und Flutschutzmauern nur vorgetäuscht und so mit „Geisterprojekten“ allein 2024/25 zwei Milliarden Euro unterschlagen. Unter dem Druck der nationalen Öffentlichkeit und internationaler Geber versucht die Regierung jetzt durchzugreifen: Strenge Überwachung mit Satelliten, Drohnen und Sensoren und ein KI-gesteuertes Finanzwesen sollen die Korruption eindämmen. Und: Die Bevölkerung soll weit stärker als bisher in die Planung von Flutschutzmaßnahmen eingebunden werden.

  33. 46

    Klartext: Nach der Budgetrede

    Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hält im Parlament seine Budgetrede. Danach folgen die parlamentarischen Beratungen über das Doppelbudget für 2027 und 2028, noch im Juli soll es endgültig beschlossen werden. Was jetzt schon klar ist: Der Staat muss massiv sparen. Geht das Sparbudget weit genug? Wird an den richtigen Stellen gekürzt? Wer ist wie sehr betroffen?Es diskutieren:Christoph Badelt, Präsident des FiskalratesGeorg Feigl, Budgetexperte der AKPeter Filzmaier, PolitikwissenschafterMonika Köppl-Turyna, Wirtschaftswissenschafterin, EcoAustria

  34. 45

    Italien: Jugend hinter Gittern

    Italien verschärft seine Jugendstrafgesetze – straffällige Jugendliche landen nun schneller im Gefängnis als früher.Gleichzeitig geraten die Haftanstalten an ihre Grenzen. Die Bedingungen hinter den Gittern lassen kaum Raum für Perspektiven. Gewalt, Isolation und fehlende Betreuung prägen für viele der jungen Insassen den Alltag. Dabei setzt Italien eigentlich beim Umgang mit jungen Straftäter:innen auf Resozialisierung. Doch Ressourcen fehlen.

  35. 44

    Kokain: Weißes Gift auf dem Vormarsch

    Der Kokainkonsum steigt in Österreich seit Jahren kontinuierlich an. Längst ist das aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauchs gewonnene Rauschmittel in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Galt es früher als Droge der „Reichen und Schönen“, wird es heute quer durch alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten geschnupft, geraucht oder gespritzt.Der Kokain-Boom ist darauf zurückzuführen, dass der europäische Markt regelrecht überschwemmt wird; der Reinheitsgrad ist gestiegen, der Preis trotzdem gesunken. Kokain erzeugt einen schnellen, intensiven Rausch, der jedoch mit massiven gesundheitlichen Risiken und schweren psychischen Abstürzen verbunden sein kann. Wie gerät man in die Abhängigkeit, und wie schwer ist es, sich daraus wieder zu befreien? Welche gesundheitlichen Folgen hat Kokainkonsum, und was können Polizei und Gesellschaft tun?

  36. 43

    Klartext: Vor dem Anpfiff: Österreichs Nationalteam vor der Fußball-WM

    Das österreichische Männer-Fußball-Nationalteam nimmt erstmals seit 28 Jahren wieder an einer WM-Endrunde teil. Groß war im November die Euphorie, als die Qualifikation für die WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA geschafft war. Wie ist die Stimmung jetzt? Lässt sich hierzulande trotz Zeitverschiebung WM-Euphorie entfachen? Welche Rolle spielen FIFA-Preisgestaltung und internationale Politik? Was bringt die WM dem ÖFB? Wie stehen die Chancen für das Nationalteam? Und kann der Fußball in Österreich von einer gelungenen WM profitieren?

  37. 42

    Wahlen in Armenien: Brüssel im Blick, Moskau im Rücken

    Armeniens prowestlicher Regierungschef Nikol Paschinjan geht als klarer Favorit in die Wahlen am Sonntag. Anfang Mai empfing Paschinjan in Jerewan europäische Regierungschefs beim ersten bilateralen EU-Armenien-Gipfel. Die klare Botschaft war: Die kleine Kaukasus-Republik sieht ihre Zukunft in Europa - und dort steht die Tür für Armenien offen. Ein schwieriger Balanceakt, denn noch ist Armenien Mitglied in der von Russland dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion. Und vor allem beim Thema Energie ist Armenien bis heute fast vollkommen abhängig von Moskau. Mit Cyberattacken und Fake News-Kampagnen versucht Russland offenbar die Wahlen in Armenien zu beeinflussen.

  38. 41

    Montenegro 20 Jahre nach der Unabhängigkeit

    Vor 20 Jahren ist aus Montenegro ein unabhängiger Staat geworden. Zuvor hat es, bis lange nach Ende der Balkankriege, zu Serbien gehört.Das Land der hohen Berge, der tiefen Schluchten und wunderschönen Strände ist flächenmäßig nur knapp größer als Oberösterreich und hat nur gut 600 000 Einwohner. Bald möchte es EU-Mitglied werden. Die Chancen darauf stehen auch gut, viele Verhandlungskapitel sind bereits abgeschlossen. Doch Wesentliches fehlt auch noch: So plagen organisierte Kriminalität, politische Korruption und Umweltprobleme das kleine Land.

  39. 40

    Ukrainische Soldaten: Augen aus dem 3-D-Drucker

    Junge Menschen mit Arm- oder Beinprothesen tauchen immer häufiger im Straßenbild ukrainischer Städte auf. Für viele sind sie Helden, die alles gegeben haben, um das Vaterland zu verteidigen. Dagegen werden Verwundete, deren Gesichter entstellt wurden, oft wie Monster betrachtet. Sie trauen sich kaum in die Öffentlichkeit. Russlands Krieg hat Schätzungen zufolge schon über einhunderttausend ukrainische Soldat:innen das Leben und über eine halbe Million die Gesundheit gekostet. Immer mehr von ihnen werden durch Drohnen im Gesicht verletzt. Die Hilfsorganisation „Ärzte für die Helden“ nimmt sich vor allem dieser Opfer an und ermöglicht ihnen eine Rückkehr in die Gesellschaft. Unter anderem werden 3D-gedruckte Augenprothesen eingesetzt, um Kriegsversehrten bei der ästhetischen und psychologischen Rehabilitation zu helfen.

  40. 39

    Das späte Gift der Stasi

    Die „Staatssicherheit“ in der ehemaligen DDR war gemessen an der Bevölkerungszahl einer der mitarbeiterstärksten Geheimdienste der Welt. Um die DDR-Diktatur abzusichern, hat die Stasi Angst und Misstrauen gesät, die Bevölkerung flächendeckend überwacht, bedroht und Gewalt gegen sie angewendet. Laut Schätzungen wurden in der DDR 280.000 politisch Verfolgte Opfer von psychischer oder physischer Gewalt. Die Misshandlung ist nicht immer aktenkundig bzw. wurden Akten vernichtet. Welche langfristigen Spuren sie in den Menschen bis heute hinterlässt, hat kürzlich eine Studie der Berliner Charité gezeigt. Etwa ein Drittel der politisch Verfolgten leidet bis heute an manifesten psychischen Belastungen, darunter Depressionen und Angstzustände. Ein neues Gesetz soll nun die Anerkennung von Folgeschäden und die Beantragung von Entschädigungen erleichtern.

  41. 38

    Klartext: Nach dem Urteil im Spionageprozess

    Nach vier Monaten Verhandlung ist am Straflandesgericht Wien der größte Spionageprozess der vergangenen Jahrzehnte zu Ende gegangen: Der ehemalige Staatsschützer Egisto Ott ist wegen Spionage und Amtsmissbrauchs nicht rechtskräftig zu einer unbedingten Haftstrafe von 4 Jahren und einem Monat verurteilt worden. Ott soll ohne dienstlichen Auftrag Personenabfragen gemacht und Tätigkeiten für den russischen Geheimdienst entfaltet haben.Was bedeutet das Urteil für Österreichs Sicherheit? Und was ist von der geplanten Verschärfung des Spionagegesetzes zu erwarten? Darüber diskutieren: Paul Schliefsteiner, Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS)Anna Thalhammer, „profil“Diskussionsleitung: Christian Jänsch

  42. 37

    Wann kommt der Zug? Das Jahrhundertprojekt Rail Baltica

    Die Schnellzuglinie Rail Baltica ist eines der größten länderübergreifenden Infrastrukturprojekte Europas und soll die Zugfahrzeiten durch das Baltikum – von Warschau über Kaunas und Riga bis nach Tallinn – deutlich verkürzen. Eigentlich sollte die Hochgeschwindigkeitsstrecke spätestens heuer fertiggestellt sein. Doch es hakt noch immer an vielen Stellen, die Baukosten sind von ursprünglich geplanten sechs auf mindestens 24 Milliarden Euro angewachsen. Angepeilt ist die Inbetriebnahme nun für 2030. In den Fokus geraten ist die Rail Baltica auch durch den russischen Überfall auf die Ukraine. Denn die Schnellzugtrasse, die das Baltikum an das europäische Bahnnetz mit Normalspur anbindet, kann laut NATO eine wichtige Rolle bei künftigen Panzer-Transporten und Truppenbewegungen spielen.

  43. 36

    Bulgarien: Die Gen Z geht in die Politik

    Der ESC-Sieger Bulgarien hat auch politisch turbulente Zeiten hinter sich. Gerade wurde wieder gewählt - zum achten Mal in fünf Jahren. Die junge Generation in Bulgarien, die sogenannte Generation Z, hat genug von Korruption in Politik und Justiz. Sie will in der Politik mitmischen und engagiert sich in verschiedenen Projekten, um Bulgarien zum Besseren zu verändern.

  44. 35

    Tschechien: Vorreiter bei Bitcoin und Co.

    Für die Anhänger von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ist Prag ein magischer Ort. Hier gibt es viele weltweit tätige Firmen aus der Krypto-Branche, einige der Marktführer stammen aus Prag. Die zweitgrößte Krypto-Konferenz der Welt findet jedes Jahr in Prag statt, und Tschechien hat die erste Nationalbank der westlichen Welt, die Kryptowährungen gekauft hat. Warum ist gerade Tschechien Vorreiter bei Kryptogeld?Sendung vom 18.5.2026

  45. 34

    Bunker, Schutzraum, Notvorrat: Zivile Schutzinfrastruktur einst und heute

    Im Zweiten Weltkrieg boten Luftschutzkeller Schutz vor Bombenangriffen. Im Kalten Krieg war die Angst vor Atomschlägen Antrieb, Schutzräume zu errichten. Wie stark das Bewusstsein für Schutzinfrastruktur in einer Gesellschaft ausgeprägt ist, hängt von der geopolitischen Lage und aktuellen Bedrohungen ab. In Österreich beginnt das Thema Schutzraum-Strategie wieder an Bedeutung zu gewinnen. Welche Bedrohungsszenarien existieren und wie könnte die Zivilbevölkerung im Fall des Falles geschützt werden? Was ist Aufgabe des Staates und wie kann jede und jeder Einzelne gegen Krisen vorsorgen?

  46. 33

    ESC: Zwischen Vorfreude und Verunsicherung

    Der Eurovision Songcontest gilt als die größte Musikshow der Welt und als Wirtschafts- und Tourismusmotor für die Stadt, die ihn ausrichtet. Heuer sollen an die 160 Millionen Menschen im Fernsehen dabei sein, für die Shows in der Wiener Stadthalle wurden 95 000 Tickets verkauft. Zuletzt hat Österreich den Songcontest 2015, nach dem Sieg von Conchita Wurst, ausgetragen. Die Veranstaltung heuer findet allerdings unter gänzlich anderen Vorzeichen statt. Die politische und wirtschaftliche Lage ist unsicher. In Ländern und Gemeinden herrscht Spardruck, genauso im ORF, der die Veranstaltung ausrichtet. Geopolitisch sorgen der Krieg im Iran und die Lage in Nahost für Unsicherheit. Israel steht wegen des Vorgehens in Gaza in Kritik, fünf Länder boykottieren den Songcontest wegen Israels Teilnahme. Ob man will oder nicht: Ab dem 11.Mai wird man dem Songcontest in Wien nahezu überall begegnen und kaum entkommen.

  47. 32

    Vermitteln, erinnern, verstehen: Behinderte Menschen in der Erinnerungsarbeit

    In der NS-Zeit wurden rund 70 000 Menschen aufgrund einer Behinderung ermordet. Menschen mit Behinderung sind aber jahrzehntelang aus der Erinnerungsarbeit weitgehend ausgeklammert worden. Das ändert sich nun langsam.

  48. 31

    Russland: Machtverlust in der Nachbarschaft

    Seit Februar 2022 hält Russlands Krieg gegen die Ukraine die Welt in Atem - ein Krieg, mit dem Russland seinen Großmachtstatus wiederherstellen möchte. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Ukraine wehrt sich militärisch und hat außerdem eine enge Anbindung an die Europäische Union erreicht. Und auch in den anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion, etwa in Zentralasien, dem Südkaukasus und der Republik Moldau, scheint Russland an Macht und Einfluss zu verlieren.Was genau geht in diesen Ländern vor? Wie steht es um die ungelösten Konflikte in Georgien oder Moldau? Welche Rolle spielt China? Und wie können Österreich und die EU dazu beitragen, die Länder zu stabilisieren? Darüber diskutierten Expertinnen und Experten in der Wiener Landesverteidigungsakademie.

  49. 30

    Ein Jahr Papst Leo - der andere Amerikaner

    Seit einem Jahr ist Papst Leo XIV. als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche im Amt. Von Beginn an versucht er, sich als Friedenspapst zu profilieren. Vor allem deshalb wird der US-Amerikaner zunehmend als eine Art "Anti-Trump" wahrgenommen. Eine Bilanz über das erste Jahr von Papst Leo XIV.

  50. 29

    Klartext: Causa Wöginger - Schuldspruch und Rücktritt

    August Wöginger ist wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Ihm war vorgeworfen worden, für einen Parteifreund interveniert zu haben, damit dieser den Posten als Vorstand im Finanzamt Braunau bekommt. Wöginger wurde zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 43.200 Euro verurteilt. Auch die beiden Beamten, die in der Bewerbungskommission gesessen sind, wurden schuldig gesprochen und zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, Wögingers Anwalt hat Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung angemeldet. Wöginger selbst kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, als ÖVP-Klubobmann zurückzutreten.Welche politischen Folgen hat der Prozess bzw. das Urteil? Wie groß ist der Schaden für die ÖVP und für die Politik im Allgemeinen?Darüber diskutieren: Walter Hämmerle, Kleine ZeitungThomas Hofer, PolitikberaterAnna Thalhammer, profilDiskussionsleitung: Monika Feldner-Zimmermann

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In Reportagen, Berichten, Diskussionssendungen und Interviews stellen wir ein Thema in all seiner Breite und Tiefe dar: Zusammenhänge sollen begreifbar, Widersprüche und Details erkennbar werden. Ressortgrenzen gibt es dafür kaum. Wir befassen uns mit allen Weltgegenden und allen Bereichen des Lebens, die gesellschaftlich relevant sind. Im Podcast hören Sie ausgewählte "Journal-Panorama"-Sendungen.

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