PODCAST · news
VomensBar digitale - (D)Eine offene feministische Bühne
by VomensBar digitale
Früher einmal Bar-Abend im Leipziger Osten, heute monatliche Radio-Show: Die Vomens Bar ist eine offene Bühne für feministische Themen und Projekte. Philosophieren, Utopien spinnen, um-/ zer- und neudenken, haten oder ranten – wir wollen den politischen Diskurs (selbst-)kritisch, radikal und intersektional mitbestimmen und dabei dürfen sich Meinungen auch mal widersprechen. Aktiv-Preis 2024 Bundeszentrale für politische BildungWollt auch ihr Teil des Podcasts sein oder eine Episode komplett übernehmen? Habt ihr Anregungen und/oder konstruktive Kritik? Schreibt uns! Instagram @vomensbar .
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Kulturmarxismus, Verleumdungsklagen und Amber Heard: Warum wir es lieben, Frauen zu hassen
Content Warning: Häusliche und patriarchale Gewalt, Online-Hass.Die Autorin Veronika Kracher beschäftigt sich mit den tiefsten patriarchalen Abgründen: In ihrem letzten Buch mit der Incel-Ideologie - jetzt mit der ideologischen Verbindung von Misogynie und Kulturkampf. Dafür schaut sie sich vor allem Online-Communities an und hier kennt der Hass keine Grenzen.In dieser Folge der Vomens Bar nimmt sie uns mit wie es nur Veronika Kracher kann: extrem schlau, gewohnt rotzig, ironisch bis zynisch und voller angebrachter Wut. Sie erklärt uns, inwiefern sich in der Ideologie des "Kulturmarxismus" Antifeminismus und Antisemitismus die Hand reichen, warum Verleumdungsklagen zum Werkzeug politischer Männlichkeiten wird und: Warum wir es lieben, Frauen zu hassen...Buch: Bitch hunt. Warum wir es lieben Frauen zu hassen von Veronika Kracher
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Bar-Abend mit der Pixi-Kollektivkneipe. Über Safer Spaces, Plena und Preispolitik.
Das Pixi ist mehr als eine Kneipe. Die queere Kiezkneipe ist ein Zufluchtsort, ein safer space, ein Dating-Spot oder ein Ort zum heilen, darüber hinwegkommen. Oft auch ein Ort zum ausprobieren, tanzen, quatschen, diskutieren. Hier kann man mitmachen, performen oder den Mut und die Skills von anderen feiern, Wünsche äußern, man findet Support und Banden...Für Ali und Anna ist die Bar ihr zweites Wohnzimmer, ihr Arbeitsort und Ort zum immer wieder neu hinterfragen, reflektieren und positionieren.In dieser Folge sprechen die beiden liebevoll über zahlreiche schöne Momente - aber auch über Krisen: Was bedeutet es, eine Kollektivkneipe zu führen? Wie wirkt sich die aktuelle politische Lage auf eine queere Bar aus? Wie kann man verschiedenen politischen Anforderungen genügen? Und sie erzählen, warum es aktuell das Pixi selbst ist, das Hilfe braucht, nämlich im Kontext eines Crowdfundings!Mehr dazu auf Instagram @pixi_kollektivbar
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Zum Aushalten von politischen Unterschieden und Widersprüchen mit Nicole Schweiß
„In feministischen und dekolonialen Theorien finden sich viele Stimmen, die Ambivalenz nicht fürchten, sondern als Quelle politischer Ethik begreifen. Audre Lorde spricht von der Notwendigkeit, Differenz zu leben – auch innerhalb marginalisierter Positionen. Bell hooks fordert love als radikale politische Praxis – nicht als Harmonie, sondern als Fähigkeit, in Konflikt zu bleiben, ohne zu zerstören. Diese Perspektiven fordern ein politisches Projekt der Verwundbarkeit ohne Regression. Sie betonen, dass Empowerment nicht gegen Ambivalenz immunisieren darf, sondern sie gerade zum Ausgangspunkt politischer Subjektwerdung machen muss. Empowerment heißt dann nicht: Ich bin stark und unverwundbar. Sondern: Ich bin sichtbar – auch in meinen Wiedersprüchen, in meiner Unsicherheit, in meiner Unvollständigkeit.“Dieses Zitat ist ein Ausschnitt eines Posts von Nicole Schweiß vom Kleine Pause Podcast. Sie denkt darin laut, wie sich emanzipatorische und antifaschistische Kämpfe zusammenkämpfen lassen, sie reflektiert selbstkritisch über autoritäre Züge von exklusiven Räumen und der praktischen Anwendbarkeit von Ambiguitätstoleranz. In dieser Folge der Vomens Bar denken wir den Post laut weiter. Wir fragen uns, warum wir nach Eindeutigkeit suchen, warum es gerade bei Kämpfen, wie Antirassismus oder Feminismus so schwer ist, Mehrdeutigkeit zuzulassen - und welche Konsequenzen dennoch darin liegen, es nicht zu versuchen. Fortlaufend. Nicht linear, nicht einheitlich, nicht gleich, sondern eben als kompliziertes Knäuel.
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Mein Körper – Wessen Entscheidung?! Sibel Schick über reproduktive Gerechtigkeit
"Wenn Schwangere nicht gebären wollen und genau dafür bestraft werden sollen, bedeutet das, es gibt faktisch einen Gebärzwang", schreibt Sibel Schick in ihrem neuen Buch "Mein Körper – Wessen Entscheidung?".Und damit ist eigentlich schon sehr viel gesagt. Denn: Wem nützt dieser Ist-Zustand? Wer entscheidet hier über wen? Oft wird von Schutz von Leben gesprochen, aber: Wessen Leben? Und, mal angenommen es ginge tatsächlich um Babys, warum findet sich dieser Einsatz für Kinderrechte, gegen Armut, gegen Diskriminierung, für Klimaschutz – kurz eine gerechtere Welt in der man gut leben kann – nicht statt?In dieser Vomens Bar Folge zur feministischen Streikwoche spricht Sibel Schick nicht nur sehr klar und extrem persönlich über den Ist-Zustand und patriarchale Hirnwäschen, sondern stellt auch das ganzheitliche Konzept der reproduktiven Gerechtigkeit vor.
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Gendergerechte Sprache und Genderverbote juristisch-feministisch eingeordnet // feat. feminist law clinic
In einigen deutschen Bundesländern (wie Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Schleswig-Holstein) gibt es Einschränkungen oder Verbote für geschlechtergerechte Sprache mit Sonderzeichen (Gendersternchen, Doppelpunkt, Binnen-I) in Schulen, Hochschulen und Verwaltungen.Fragt ihr euch auch manchmal, wie es so weit kommen konnte?!Verbote, das heißt, es gibt Strafen/Konsequenzen dafür, wenn man mehr als ein Geschlecht adressieren möchte. WTF?!Höchste Zeit diesen Diskurs-Shift mal juristisch einordnen zu lassen. Und wer wäre dafür besser geeignet als die feminist law clinic, die Klinik unseres feministischen Vertrauens?Juristin Philine macht Klarschiff: Was haben Menschen tatsächlich zu erwarten/befürchten, die sich über die Verbote hinwegsetzen? Gibt es schon zivilrechtliche Verfahren deshalb und wie gingen die aus?Was sagt das Bundesverfassungsgericht zu genderneutraler Sprache und wie kann man sich als Bürger*in darauf berufen?Wie nutzen uns Grundrechte dahingehen?Was sagt der Rat der deutschen Rechtschreibung?Und: Was nun? Was tun?
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Gedenken neu denken mit Susanne Siegert
Was weißt du über das Leben und die Verantwortung deiner (Ur-) Großeltern im Dritten Reich? Ein paar Familien-Mythen?Hast du dich schon mal mit dem Ort auseinandergesetzt, an dem du lebst oder aufgewachsen ist? Ein bisschen? Naja, gut...aber was weißt du genau?Susanne (Susi) Siegert ist Journalistin, Autorin, Content Creatorin (Instagram: @keine.erinnerungskultur) und eine der einflussreichsten Stimmen zu Gedenkarbeit in Deutschland. Der Titel ihres Buches "Gedenken neu denken" ist auch ein Appell an eine Generation, die ihre Großeltern (bald) nicht mehr fragen können - und welche Verantwortung und ehrlichen Chancen daraus erwachsen. @keine.erinnerungskultur zeichnet die historische Komplexität der Nazi-Verbrechen nach. Die Kleinteiligkeit des Contents in diesem neuen Mediums des Gedenkens zeigt im Ganzen den gewaltigen Umgang eines gesellschaftlichen Menschheitsverbrechens.In dieser Bonusfolge der Vomens Bar im Januar spricht sie über unversöhnliche Stimmen und Haltungen, das Sichtbarmachens von Komplexität von Opfern des NS und das Sprengen eines unilinearen Erinnerns.
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Resist! Weich bleiben in harten Zeiten mit Laura Lucas, Katrin Rönicke und Lena Sindermann.
Viele Jahre Lila Podcast, feministische Themen und Diskurse – und jetzt mit dem Motto "Feminismus für alle!" ein Buch, das einige große Fragen ehrlich und reflektiert aufgreift. Das Buch hat keinerlei Scheu vor den Themen hat, die leider oft auch mal umschifft werden, weil sie an's Eingemachte gehen, möglicherweise auch mal zu Streit führen (müssen?) aber auch echte Nähe, ehrliche Solidarität und radikale Bestärkung enthalten. In dieser erstens Folge der Vomens Bar 2026 haben Laura, Lena und Katrin (die klugen Autorinnen) sich jeweils ein Thema aus ihrem Werk "Resist!" rausgesucht. Wir sprechen über white feminism, Kritik äußern und aushalten innerhalb politischer Diskurse, Ambiguitätsfeminismus und am Ende noch über Profeminismus – und wie man(n) eigentlich Kämpfe führt, von denen man nicht direkt betroffen ist.
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Ehrenamt neu gedacht: feministisch, solidarisch und radikal fürsorglich mit Nancy Hochstein
Wer ist eigentlich ehrenamtlich aktiv - und wo?Wenn alle Menschen ihr Ehrenamt niederlegen würden - steht dann die Welt still?Und: Wollen wir das überhaupt?Nancy Hochstein zeichnet in ihrem Essay "Ehrenfrau" die Utopie eines radikal feministisch neu gedachten Ehrenamts und warum die Realisierung gerade aktuell bitter nötig wäre. In dieser letzten Vomens Bar 2025 denken wir gemeinsam laut darüber nach, wie das praktisch aussähe und Nancy ließt uns ihre Lieblingsstellen vor.Gewinnspiel des Essay-Buchs "Ehrenfrau" auf Instagram @vomensbar.
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Queer Voices Seniors - Behind the Scenes
Queere Stimmen werden immer lauter und ihre Identitäten immer sichtbarer. Und dennoch, sind sie keine Normalität im öffentlichen Raum - vor allem ältere Queerness ist eher selten ganz offen gelebt... Oder?Der performative Stadtspaziergang "Schöner hier als (n)irgendwo" von Queer Voices flüstert, schreit, singt, weint und lacht uns Geschichten von queeren Menschen in die Ohren - dieses mal von Menschen aus Ostdeutschland jenseits der 55.Da sind z.B. Berit und Hildegard, die heute, zwanzig Jahre später noch aufgeregt von ihrer Liebesgeschichte und ihrem gemeinsamen Älterwerden erzählen, Helen, die heimlich Feinstrumpfhosen anzieht wenn ihre Ehefrau nicht zuhause ist oder Lothar, der sich an einem Bahngleis in einen jungen Mann verliebt...Was ist die Magie an diesem Audiowalk? Wie kam es zu diesen Interviews? Und wie steht es um den Ageismus in der Bubble?Regisseur*in Dorothea Wagner, eine der Personen hinter dem Projekt, gewährt einen Blick hinter die Kulissen!Werbung: Bildungsinstitut für inklusive Vielfalthttps://bildungsinstitut-inklusive-vielfalt.de/
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Care Revolution mit Bettina Wilpert: Elternschaft, Verbundenheit und Adultismus
*** Content Warnung: Explizite Beschreibung von Schwangerschaft***Care Arbeit – ein mehr als allgegenwärtiger Begriff in feministischer Theorie und aktivistischer Praxis. Aber was genau meint er? Und was soll es nützen Care als Arbeit zu bezeichnen?Making kin meint sich verwandt, sich radikal kollektiv zu machen. Wie kann das gelingen? Und was hat das alles mit Elternschaft, Adultismus und Feminismus zu tun? Wie wollen wir zueinander sein? Und was können wir von Kindern lernen?In dieser Folge ist Bettina Wilpert Gästin der Vomens Bar digitale. Die Leipziger Autorin und Journalistin ist Wiederholungstäterin und schon zum dritten Mal dabei. Seit dem letzten Mal ist sie zwei Mal Mutter geworden und teilt sehr persönliche – und immer auch super schlaue, feministisch-theoretische Gedanken mit mir (und wenn ihr einschaltet auch euch!).Care Arbeit? Oder Revolution?Vielleicht kommt ihr ja auf gute Gedanken mit dieser Folge. Konsumier Bar:Maggie Nelson: Die ArgonautenMartina Hefter: Hey guten morgen, wie geht’s dir?Podcast: "Alles gesagt" mit Cornelia Funke
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Mit Sicherheit verliebt. Sexualität im Kontext der Medizin und Sexuelle Bildung mit Konrad Endres
Wenige Themen sind in Schulen aktuell so politisch umkämpft wie Sexuelle Bildung. Stark von rechts vereinnahmt, ranken sich Mythen um den „Aufklärungsunterricht“. Dabei ist bewiesen, dass eine sensible, vielfaltsbezogene und altersgerechte Sexuelle Bildung nicht nur Vorurteilen vorbeugt, sondern auch zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beiträgt. „Mit Sicherheit verliebt“ ist eine Initiative der Uni Leipzig, die ehrenamtlich Sexuelle Bildung an Schulen durchführt. Konrad ist Medizinstudent und beim MSV aktiv. Letztes Jahr hat er gemeinsam mit Anderen das Wahlfach Sexualität und Gender im Kontext der Medizin entwickelt. Seine Analyse des Ist-Zustandes:„Das Medizin-Studium ist nicht divers – aber die Arbeit später und das Patient*innen-Klientel so vielfältig, dass die Ausbildung, wie sie derzeit stattfindet, dem nicht gerecht wird!“Zusammen mit dem Beratungszentrum für Essstörung Leipzig, trans* inter* Mitteldeutschland, der AG geschlechtersensible Medizin der Uni Bielfeld und Anderen sind dadurch Themen sichtbar geworden, die stark vernachlässigt werden. Wir sprechen darüber, warum Tabus sich halten – und welche Medizin dagegen hilft.Spoiler: Sex-Talk!Mehr zu "Mit Sicherheit verliebt": Instagram @msvleipzigWerbung: Bildungsmaterial zur diskriminierungssensiblen und inklusiven Vermittlung von sexueller, romantischer und geschlechtlicher Vielfalt: https://bildungsinstitut-inklusive-vielfalt.de/shop Das Crowdfunding soll das zweiter Bildungsmaterial zum Thema Ableismus in die Tat umzusetzen. Unterstütze auch du!https://www.startnext.com/inklusives-bildungsmaterialMehr dazu: Instagram @biv_inklusive_vielfalt
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Auswirkungen von male gaze, Diskriminierung und Aktivismus auf die Psyche. Feministische Psychotherapie mit Paula Kittelmann
Klassische Psychotherapie fokussiert auf das Individuum. Feministischer Aktivismus und andere Formen politischer Auseinandersetzung auf die Struktur. Aber wie passt der Spruch "Das Private ist politisch" in diese Opposition? UNd wie war das: "Das System macht krank"?Die Psychotherapeutin und Moderatorin des Podcasts Mythos Psyche plädiert dazu, beides zusammenzudenken. In dieser Folge spricht sie darüber, warum Diskriminierungserfahrungen die Psyche belasten, inwiefern sich der male gaze (der männliche Blick auf die Welt) im Individuum verfestigt und welche Wirkungen Aktivismus haben kann: Können wir durch Feminismus gesünder werden?Kleiner Spoiler vorab: Studien zeigen, eine feministische Identität schützt teilweise vor den Auswirkungen von sexistischen Erfahrungen auf die Psyche. Mehr dazu Freitag 15 Uhr @sphere-radio.net (und dann auf Spotify).Show Notes:https://www.diskriminierungssensible-therapie.de/timo-slotta/ https://queermed-deutschland.de/ https://www.vlsp.de/https://myurbanology.de/
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Gegen Klassismus. Brigitte Theißl über das Potenzial klassenübergreifender feministischer Solidarität
Von Armut betroffen zu sein, das wälzt eine kapitalistische Gesellschaft auf das Individuum ab. "Du hast dich nicht genug angestrengt!" raunen die Geister der strukturellen Ungleichheit. Das Sprechen über Armut ist deshalb mit zu oft mit Scham und Schuld verbunden. Und diese Tabuisierung macht auch vor feministischen Szenen und Diskursen nicht Halt, so legt es Brigitte Theißl dar.Brigitte Theißl ist Buchautorin und Chefredakteurin des österreichischen Magazin an:schläge. In dieser Folge der Vomens Bar digitale sensibilisiert sie in klaren Worten für klassistische Narrative und spricht darüber, warum die Ideologie des sozialen Aufstiegs unser Denken und Handeln bis hin in emanzipatorische Kämpfe vergiftet, uns vereinzelt und segregiert – aber auch, wie Klassenkampf von unten eine große Chance klassenübergreifender Feminismen sein kann!Bücher:Klassenreise (ÖGB-Verlag, gemeinsam mit Betina Aumair)Solidarisch gegen Klassismus (Unrast, gemeinsam mit Francis Seeck)
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Patient*in sein in einer diskriminierenden Gesellschaft. Im Gespräch mit Queermed Deutschland
Ärztliche Beziehungen sind hierarchisch: Sie haben eine oftmals nicht transparente Wissenshierarchie. Patient*innen stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Ärzt*innen: Von der Kompetenz aber auch Gunst und Kapazität der Ärzt*innen hängt ab, wie (und ob) Menschen ihr Leben führen können. Ärzt*innen haben den Status der „Gött*innen in weiß“ – allwissend, moralisch korrekt, fehlerfrei. Aber Ärzt*innen sind Menschen und sie sind Teile einer Gesellschaft, die auf Ungleichheiten und somit diskriminierenden Narrativen beruht. Eigentlich hat jeder Mensch ein Recht auf optimale ärztliche Versorgung. Die Realität crasht an der Stelle deutlich: Anhand von Hautfarbe und (gelesener) Herkunft, Körper, Geschlecht, sexueller Identität, Einkommen usw. werden Menschen deutlich ungleich behandelt, therapiert, diagnostiziert und geschützt.Es gibt keine strukturelle Aufarbeitung dieses problematischen Ist-Zustandes. Aber es gibt (zum Glück!) Queermed. Queermed ist ein Online-Verzeichnis, das Empfehlungen für Ärzt*innen, Therapeut*innen und in der Pflege ausspricht. Jede Person kann diese aussprechen und in ein intersektional ausgerichtetes Tool einspeisen.Samson hat Queermed Deutschland gegründet und ist Gäst*in dieser Episode der Vomens Bar Digitale.https://queermed-deutschland.de/
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Diskriminierung und Ableismus verlernen. Im Gespräch mit dem Bildungsinstitut für inklusive Vielfalt
"Bildung ist der Schlüssel zu weniger Menschenhass", das hört man immer wieder.Aktuell wird vielen Projekten, die sich genau dafür einsetzen, die Fördergelder gestrichen. Einige Präventionsprojekte gegen Menschenfeindlichkeit werfen das Handtuch - der Zug ist abgefahren und die Konzepte unbrauchbar. Viele engagierte Lehrende und andere pädagogische Fachkräfte stehen vor Fragezeichen: Wie sollen sie diese Verantwortung tragen? Wie über Vielfaltsthemen sprechen, für Ungleichheit sensibilisieren und marginalisierte Personen bestärken und schützen?In dieser Vomens Bar sprechen Pauline und Julika über das Bildungsinstitut für inklusive Vielfalt - kurz das BiV. Das BiV bildet fort, berät und entwickelt inklusiv anwendbare Bildungsmethoden für alle Schulformen und Lernorte. Es setzt genau da an, wo sich Fragen auftun. Denn Diskriminierung, das passiert eben jeden Tag: "Ein Schulprojekt-Tag im Schuljahr reicht nicht, wir müssen Lehrende so unterstützen, dass sie dem Ist-Zustand selbstsicher im Alltag begegnen können."In dieser Folge klären sie nicht nur über den Mythos "Neutralitätsgebot" auf, sondern geben direkt ein paar Tools in die Hand.KonsumierBar:Joddit, Logbuch politische BildungBroschüre Trans inklusiv. Geschlechtliche Vielfalt im Klassenzimmer
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Klassismus in der feministischen linken Szene
Feminismus ist nur so stark, wie die fortlaufende Reflexionsbereitschaft aller. Wir leben nun mal in gesellschaftlichen Verhältnissen, die Ungleichheiten und Ungleichwertigkeiten scheinbar normal / richtig gut findet und ständig reproduziert. Wir sind davon beeinflusst und haben dieses Denken internalisiert – ob wir selbst unter diesen Strukturen leiden, oder von ihnen privilegiert werden. Oder beides. Lasst uns also Reflexion, Fehler, Entschuldigung enttabuisieren. Gerade zum feministischen Kampftag. Lara Höfemann hat sich in ihrer Masterarbeit mit Klassismus in der linken feministischen Szene auseinandergesetzt. Und, Spoiler: Feministisch positionierte Personen und Gruppen sind klassistisch. In dieser Vomens Bar spricht Lara über wiederkehrende Ausschlüsse, mangelhafte Solidarität und was hinter dem Urteil steckt, political correctness sei „elitär“. Außerdem wie und wo man bei sich und in dem sozialen Nahbereich anfangen kann, umzudenken.Klassenunterschiede im feministischen BewegungsalltagVon: Julia RoßhartDie Bedeutung von KlasseVon: bell hooksSolidarisch gegen Klassismus Von: Francis Seeck und Brigitte Theißl (Hrsg.)Die ElendenVon: Anna Mayr Mit geballter Faust in der Tasche Von: Stein und Wort (Hrsg.)Habt ihr weitere Empfehlungen?
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Die Schuld muss die Seite wechseln. Barbara Peveling über intime Formen der Dominanz
Patriarchale Dominanz kann viele verschiedene Ausdrucksformen annehmen. Eine davon ist Partner:innenschaftsgewalt in romantische Beziehungen. Autorin Barbara Peveling ist sogar der Meinung: In romantischen Beziehungen zeigt sich patriarchale Gewalt auf besonders gefährliche Weise. Und damit meint sie nicht nur körperliche Gewalt, sondern multiple Formen der Herrschaft, die hier reproduziert werden und eine Systematik normalisieren, idealisieren – und romantisieren! Romantisierungen tarnen, Familienbanden muten – und nicht von heute auf morgen, sondern schleichend entsteht eine Dominanzbeziehung. Das sind keine Einzelfälle. Das hat Struktur, findet Barbara, und nennt es „intime Formen der Dominanz“. In dieser Vomens Bar digitale spricht sie über ihr Buch, das nicht nur extrem smart verschiedene theoretische Ansätze, sondern diese auch mit ihren eigenen Erfahrungen verbindet. Sie reflektiert und schuldigt an. Was bleibt ist ein Weckruf, der um die Welt ging: Die Schuld muss die Seite wechseln (Gisèle Pelicot).
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Happy bleeding oder bloody hell? Über Periodenarmut in Deutschland
Menstruieren – das bedeutet einen vielfachen Nachteil – bis hin zu einer Gefahr. Ob Zugang zu öffentlichen Toiletten und Hygienebedingungen, die nicht entsprechend den Anforderungen sind, In-/Exklusion von Orten, Skandalisierung oder hohe laufende Kosten. Der öffentliche Diskurs tabuisiert noch immer dieses prekäre Verhältnis, dass Menstruierende nicht nur kollektiv benachteiligt, sondern auch verstummt. Denn über’s Bluten reden ist noch immer oft mit Scham verbunden, was Menschen, anstatt sich (zurecht!) zu echauffieren, verstummen lässt. Denn: Es bedarf noch immer Mut, andere um Tampons zu bitten, geschweige denn für flächendeckende kostenlose Hygieneartikel einzustehen. Seltsam eigentlich. Denn was soll man sonst tun – einfach nicht bluten? Der Konsens würde wohl antworten: Leise bluten. Maxi und Rosalie sind Teil des Vereins Periodensystem und versorgen Schulen, Institutionen und Unternehmen mit Wissen zu Menstruation und kostenlosen Periode-Artikel. Sie wehren sich gegen das Leise-Bluten. In dieser Folge der Vomens Bar digitale rechnen sie mit der Ungerechtigkeit ab: Wer wird durch Tabuisierung und strukturelle Benachteiligung von Menstruation ausgeschlossen – und wo? Inwiefern vertieft diese Benachteiligung patriarchale Ungleichheit? Und was braucht es für Veränderungen? Und was ist mit Periodenarmut gemeint?
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Sexismus und_oder Transfeindlichkeit
Gängige wissenschaftliche Konzepte von Geschlecht und Diskriminierung in der Soziologie passen für das umfassende Verständnis von Transfeindlichkeit nur ungenügend. Wann erleben trans Personen Sexismus? Und wann Transfeindlichkeit? Wann beides? Und was hat das alles mit Passing zu tun? Damit haben sich Elena und Sander in einer qualitativen Sozialstudie auseinandergesetzt. In dieser Episode der Vomens Bar erklären die Soziolog:innen nicht nur ihre Ergebnisse sondern sprechen auch darüber, wie sie als queere Wissenschaftler*innen patriarchalen und kapitalistischen Anforderungen in der Forschung begegnen.
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Faul & Hässlich im Talk
FAUL&HÄSSLICH versteht sich als aktivistisch-feministisches Theaterkollektiv, das sich jenseits von hierarchischen und institutionalisierten Strukturen autonom organisiert. Wie sich die aktuelle Gruppe kennengelernt hat und warum es Kollektive wie sie in der aktuell noch immer sehr stark patriarchalen aber vor allem auch kapitalistischen Theater- und Kunstwelt braucht, das erzählen Mare, Julia und Laura. Ein Blick in die vergangenen Projekte zeigt: Man kann schon auch andere Wege gehen! 2020 produzieren sie zum Beispiel den Theaterabend SCHICHTARBEIT - Herstory repeats itself., mit dem sie seither patriarchale Hallen bespielen. 2021 ist FAUL&HÄSSLICH Teil der Feministischen Reihe des Theater Oberhausen. 2022 konzipierte das Kollektiv die theaterpädagogischen Werkstätte REWRITING HERSTORY - Ophelia im Planschbecken der Fremdbestimmtheit. 2023 entsteht die Performance „anastasius – don’t call me by my deadname“ für das Queer Festival Heidelberg. Und 2024 entwickeln sie VOICEOVER SCIENCE - Das ist alles nur geklaut, einen Audiowalk zu patriarchalen Strukturen in der Wissenschaft. In dieser Episode der Vomens Bar digitale erzählen sie exklusiv, was in Zukunft so geplant ist! Außerdem erzählen sie vom Arbeiten in der Fernbeziehung. Da muss sie ne Menge verbinden… Oder? „Vielleicht die Überzeugung, dass Kunst eine Widerstandsform sein kann? Sie glauben an das Theater als Begegnungsort für alle. Ans Gemeinschaftliche. An die Witchcraft des Theaters. Und ans faul sein.“ https://www.faulundhaesslich.de/ Die vierte im Bunde, Victoria, konnte leider nicht dabei sein – nicht weil faul, sondern kranki.
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Liebe, Leben, Hündin, Hochzeit // Zur Absurdität heteronormativer Lebenskonzepte mit xhansxfranz
Xava und Julia springen als Artists und Filmkollektiv xhansxfranz in die wohl übertriebensten Inszenierungen des perfekten Lebens: Hochzeits-, Baby-, Haustier- und Senior:innen-Messen. Hier kann man sich die Credibily der Liebe kaufen und die Optimierung einer Mainstream-Performance läuft auf Hochtouren. Mit welchem Ziel? Das Einpassen in eine heteronormative Schablone. Die Filmemachenden fragen sich: Was macht ein Leben perfekt? Und was, wenn man in diese Bilder so gar nicht reinpasst? "We want more in the Land of Unicorns" heißt ihr künstlerischer Dokumentarfilm. In dieser Vomens Bar erzählen beide nicht nur, mit welchen Lebenskonzepten sie besonders fremdeln und weshalb sie froh sind Film nicht studiert zu haben, sondern auch was dieses "more" im Titel bedeuten könnte. Als Making-Off dürfen wir in dieser Folge in kleine Filmfrequenzen rein hören, es gibt emotionale Filmmusik von @gloria.amesbauer und tolles Sounddesign von @jakobschauer___ . Mehr zu Xava und Julz und xhansxfranz: @mi.koschka // @jeypec @xhansxfranz
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Toxische Weiblichkeit - Im Gespräch mit Sophia Fritz
Toxische Männlichkeit ist mittlerweile ein etabliertes Konzept in feministischen Diskursen. Egal ob brauchbar oder nicht – es hat die kritische Reflexion von heteronormativer Männlichkeit verstärkt in den Fokus genommen. Heteronorm – das meint aber ja eine Zweigeschlechtliche Gendernorm. Dementsprechend produziert das Patriarchat auch eine patriarchale Weiblichkeit, in Abgrenzung zur patriarchalen Männlichkeit. Aber ist diese normative Genderrolle toxisch?Autorin Sophia Fritz findet das definitiv und hat in ihrem Bestseller-Buch „Toxische Weiblichkeit“ fünf patriarchale Weiblichkeiten herausgearbeitet: Das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch. In dieser Vomens Bar digitale schafft sie Klarheit: Wie sind diese Rollen gemeint? Warum macht eine Aufarbeitung von patriarchaler Weiblichkeiten Sinn – und wer sollte das mal checken? Inwiefern ist toxische Weiblichkeit als patriarchales Produkt Opfer UND Täter:in? Was bringt eine Reflexion heteronormativer Weiblichkeit – und wem nutzt das? Und was ist die Alternative? Mit Textausschnitten aus dem Buch gelesen von Lina Mayer.Moderatorin Johanna und Pauline.
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Vielfältige lesbische Sichtbarkeiten
Am 16. August findet der erste Dyke* March in Leipzig statt. Wo hat der Dyke* March seine historischen Wurzeln? Was machen lesbische Kämpfe aus – damals bis heute? Und wie steht es um die Sichtbarkeit, die Rechte und Freiheiten von lesbischen Menschen in der Gesellschaft – aber auch in der Bubble? In dieser Episode der Vomens Bar digitale sprechen die wohl passendsten Personen für diese Fragen: Jenny und Svenja vom Orga-Bündnis des Dyke* March in Leipzig. Mit dem Song "Lesbisch" von Ebow.
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Im Gespräch mit Palestinians and Jews for Peace. Nahostkonflikt und Identitätspolitik: Humanistische Perspektiven (entwickeln).
Der menschenverachtende Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat den seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen Israel und Palästina drastisch verschlimmert. In Reaktion darauf startete das israelische Militär eine zu tiefst brutale Gegenoffensive. Leittragend ist auf allen Seiten vor allem die Zivilbevölkerung. Weltweit fanden und finden zahlreiche Demonstrationen statt, begleitet von Nationalflaggen, die eine einseitige Parteilichkeit symbolisieren. Die damit einhergehende Polarisierung spaltet – in Gesellschaft und Politik. Identitätszuschreibungen und Fronten verhärten sich fortlaufend. Im Oktober gründeten sich Palestinians and Jews for Peace als Antwort auf diese Tendenzen. Ihr Ziel: Gegen die aktuellen Kriegsverbrechen und Entmenschlichungen zu mobilisieren – nicht unter einer (National-) Flagge, sondern gemeinsam! Als feministische Gruppe setzen sie sich für einen differenzierten, offenen Dialog und einen respektvollen Umgang miteinander ein. Ein Anliegen ist für die Vielschichtigkeiten und diversen Lebensrealtitäten innerhalb dieses global relevanten Konflikts zu sensibilisieren. Diese Folge der Vomens Bar digitale ist der Mitschnitt einer Podiumsdiskussion bei der die Gruppe über ihren Einsatz und Ansatz sprach. Damit präsentieren sie vor allem einen derzeit (leider) wenig populären Ansatz innerhalb eines überwiegend spalterischen Diskurses: Einen Gemeinsamen.
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Status „abgebrochen“ Schwangerschaftsabbrüche: Herausforderungen und Bedarfe in Deutschland
Schwangerschaftsabbruch ist ein Thema, das politisch von völkischen, rassistischen und misogynen Diskursen instrumentalisiert und kirchlich patriarchal vereinnahmt wird. Die Folgen sind ein restriktives (Un-) Recht, das Personen mit Uterus ihre Selbstbestimmung abspricht und medizinische Prekaritäten, das weder bedarf- noch patient:innenzentriert ist. Was heißt das? Im Vergleich zu 2021 ist die Anzahl der Ärzt:innen, die Abtreibungen anbieten, seit 2003 um 46 % gesunken. Nur noch 1.100 von ehemals 2.050 Einrichtungen bieten diese Leistung an. Nur 38 % der Krankenhäuser in Deutschland führen Abtreibungen durch, Schwangerschaftsabbruch ist bisher kein fester Bestandteil jedes Medizinstudiums. Personen, die eine Schwangerschaft abbrechen sprechen von Stigmatisierung, Entmündigung, Schuld und Schamgefühlen, die sie oft erst durch den Umgang mit ihnen durch Beratungsstellen, medizinischen Fachpersonen aber auch sozialem Umfeld erfahren. Das müsste nicht so sein! Nele hat sich in ihrer Forschung der Frage gewidmet, wie Maßnahmen rund um den Schwangerschaftsabbruch den Bedürfnissen der betreffenden Menschen gerecht werden könnten. ABORTION CARE setzt den Fokus auf die Sorge um die Person, die eine Entscheidung trifft und durch ein Prozedere muss. Für diesen dringend notwendigen Perspektivwechsel gibt Nele viele Hinweise und lässt einige Personen aus ihrer Forschung selbst zu Wort kommen. Link zu dem Dokument mit den Ressourcen: https://drive.google.com/file/d/1KSL43qQS86LpAle6WtWUtdROBoQ0pYbF/view?usp=sharing Außerdem findet ihre alle Infos auch auf Instagram: @vomensbar Quellen & Zahlen: Janson, Matthias. 2022. “Immer Weniger Ärzt:Innen Führen Abtreibungen Durch.” News release. May 13, 2022. Accessed October 16, 2023. https://de.statista.com/infografik/27437/anzahl-der-praxen-und-krankenhaeuser-in-deutschland-die-schwangerschaftsabbrueche-vornehmen/ WHO zu Ausschabung als Methode für SAB: Agena, Hecht and Risse. 2022. Selbstbestimmt - Für Reproduktive Rechte. Berlin: VERLAG KLAUS WAGENBACH) Maeffert, Jana. 2022. “Der Telemedizinisch Begleitete Medikamentöse Schwangerschaftsabbruch – Zwischen Selbstbestimmung Und Versorgungsnotstand.” Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation e.V., February 18, 2022. https://dgpfg.de/blog/vulvodynie-2-2/) 2021 / 0,29 Prozent aller Abbrüche Komplikationen: Prütz, Franziska, Birte Hintzpeter, and Laura Krause. 2022. “Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland – Aktuelle Daten Aus Der Schwangerschaftsabbruchstatistik.” https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/9884/JHealthMonit_2022_02_Schwangerschaftsabbrueche.pdf?sequence=1&isAllowed=y) 2022: 58 % SAB Deutschland bereits Kinder: Statisches Bundesamt. 2023. “Statistischer Bericht - Schwangerschaftsabbrüche - 2022.” Accessed October 17, 2023. Pope: Francis. 2019. Address of his holiness Pope Francis to participants in the conference “Yes to Life! – Taking Care of the Precious Gift of Life in Its Frailty” Organized by the Dicastery for Laity, Family and Life. Clementine Hall. Accessed November 9, 2020. Vatican.va GeheimhaltunG: Shellenberg 2010 in Norris, Alison, Danielle Bessett, Julia R. Steinberg, Megan L. Kavanaugh, Silvia de Zordo, and Davida Becker. 2011. “Abortion Stigma: A Reconceptualization of Constituents, Causes, and Consequences.” Women's health issues : official publication of the Jacobs Institute of Women's Health 21 (3 Suppl): S49-54. Biggs, M. Antonia, Katherine Brown, and Diana Greene Foster. 2020. “Perceived Abortion Stigma and Psychological Well-Being over Five Years After Receiving or Being Denied an Abortion.” PloS one 15 (1): e0226417. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0226417 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, and Köln. 2016. “Frauen Leben 3 - Ungewollte Schwangerschaft.”
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ALTERSARMUT - Über Rente, Finanzmarkt und feministische Altersvorsorge
Laut dem Statistischen Bundesamts ist jede fünfte Person, die sich als weiblich identifiziert, von Altersarmut betroffen. Altersvorsorge ist ein feministisches Thema. Der „Generationenvertrag“ Rentensystem wurde spätestens von der Boomer-Generation aufgekündigt. Für die darauffolgenden Generationen wird, Stand jetzt, nicht mehr wirklich was übrig sein. Altersvorsorge ist dementsprechend auch ein Nachhaltigkeits- und soziales Thema. Höchste Zeit und nur logisch Altersvorsorge und Rente antipatriarchal quer zu lesen! Die Gruppe Lila Ofu des feministischen Streikbündnisses Leipzig hat gemeinsam mit dem Konzeptwerk Neue Ökonomie und Care Revolution über kollektive Auseinandersetzungen und Fragen des Zusammenlebens und Sorgens gesprochen. Außerdem mit Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin Vanessa Müden über private Altersvorsorgung und den Gender Investment Gap. In dieser Vomens Bar digitale werden beide Ansätze rekapituliert. Spoiler: Nach dieser Folge habt ihr wahrscheinlich mehr offene Fragen, als davor – das ist GUT!
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Johanna Niendorf und Carolin Wiedemann über diverse Narrative des Antifeminismus
Antifeminismus meint viel mehr, als eine Meinung oder Haltung gegen (vermeintliche) feministische Ziele. Vielmehr umfasst Antifeminismus (und die „moderne“ Variation Antigenderismus) eine misogyne und insofern menschenfeindliche Ideologie, die starke Intersektionen und Anknüpfungspunkte zu verschwörungstheoretischen Weltbildern mit sich bringt. Trotzdem (oder deshalb?) ist Antifeminismus gesellschaftlich breit anschlussfähig: Laut der Autoritarismus Studie (2022) hat jeder dritte cis Mann und jede fünfte cis Frau ein geschlossenes antifeministisches Weltbild. Antifeminismus ist mehr als salonfähig – und eignet sich Freiheits- und Befreiungsnarrative à la „Ich lass mich nicht zum Gendern zwingen“ an. Über diese gewaltvollen Diskurse sprechen in dieser Vomens Bar digitale: Johanna Niendorf arbeitet und forscht beim Else-Frenkel-Brunswik-Institut, das Maßgeblich bei der Leipziger Autoritarismus-Studie mitwirkt. Sie ist psychoanalytische Sozialpsychologin mit den Schwerpunkten Feindbildungsprozessen und der Intersektion Antisemitismus und Antifeminismus. Carolin Wiedemann ist Journalistin und Autorin. In ihrem Buch „Zart und frei. Vom Sturz des Patriarchats“ beleuchtet sie diverse Antifeminismen vom völkischen bis hin zum liberalen genauer: Wer wird hier als Feindbild imaginiert? Und in welchen gesellschaftlich-historischen Ist-Zustand findet die Ideologie statt? Mehr Infos auf Instagram @vomensbar
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Was bedeutet das Ende der Projektförderungen? - RosaLinde und Sisters* im Gespräch
In dieser Vomens Bar digitale sprechen Steff vom Projekt RosaLinde aus Leipzig und Smin vom Projekt Sisters* aus Dresden. Die RosaLinde macht seit Jahren politische Bildungsarbeit an Schulen zu sexueller, romantischer und geschlechtlicher Diversität. Sisters* bietet ein breites Angebot für weiblich sozialisierte, junge BiPoC. Sie beide, wie viele weitere emanzipatorischen und genderbezogenen Projekte haben nach jahrelanger Arbeit eine Absage ihrer Förderung bekommen. Was heißt das in der Realität? Vor allem eine Lehrstelle junger Menschen, junger Queers. Smin und Steff geben einen tiefen Einblick in die Prekarität dieses Fördersystems und leiten viele weitreichende soziale und gesellschaftliche Problematiken daraus ab. Außerdem ordnen sie die Absagen in die Realpolitik der Landtagswahl in Sachsen ein. Außerdem erzählen viele Ehrenamtliche von ihrer Arbeit - und was das Ende jetzt für sie bedeutet. https://www.maedchenarbeit-sachsen.de/seite/415660/projekt.html https://www.rosalinde-leipzig.de/de/ *** Im Nachgang dieser Aufnahme wurde zumindest der RosaLinde die Förderung einer festen Stelle bewilligt. Das Bildungsprojekt läuft also weiter - aber auf absoluter Sparflamme. Das kann bei weitem nicht den Bedarf decken...
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Radikale Selbstfürsorge, jetzt? Svenja Gräfen über Erfolg und Imposter, nüchtern sein und Community Care.
EINEN KÄMPFERISCHEN 8. MÄRZ! Zu dieser sehr besonderen Folge ist eine sehr besondere Person Gäst:in der Vomens Bar digitale. Diese Person spricht über das Schreiben und den Literaturbetrieb als Insitution. Wir sprechen über Erfolg und Ablehnung in einem System, das Erfolg scheinbar exponentiell denkt, das Arbeit fetischisiert und Community Care genauso wie Selbstfürsorge entwertet. Wie ist es als FLINTA Person selbstständig zu sein? Aktivistisch zu sein? Zu schreiben oder Literatur produzierende Person zu sein? Die Person erzählt von Ängsten und Selbstzweifeln, dem Imposter-Syndrom in einer patriarchalen Leistungsgesellschaft, die uns zu Konkurrent:innen macht, Missgunst und Neid schürt. Und wir sprechen über Klarheit und Sucht. Habt ihr es vielleicht schon erraten? Gäst:in ist Autor:in, Podcaster:in und Journalist:in Svenja Gräfen.
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Angst und Raumnahme - Für wen sind städtische Infrastrukturen gedacht?
Der öffentliche Raum. Orte die wir täglich begehen, durchqueren, an denen wir verweilen, die wir nutzen und oftmals nutzen müssen. Wie auch Bahnhöfe und andere Transitorte. Orte, die wir gebrauchen, auf deren Nutzen wir angewiesen sind. Eher normal erscheint uns ihr Aufbau und ebenso normal das manchmal vordergründige aber beinahe immer hintergründige Unwohlsein als FLINTA oder auch anders marginalisierte Person. Für Anne sind (leichte) Angstgefühle, Sicherheitsvorkehrungen und größere Umwege normal um diesen Orten zu begegnen - oder sie zu umgehen. Ist Annes Verhalten ein Einzelfall? Wohl kaum. Wir alle kennen das oder Ähnliches.Anne Kalthöner ist angehende Architektin. Sie beschäftigt sich mit der Architektur dieser Angst: Für wen sind städtische Räume geplant? Wer passt hinein und wessen Unwohlsein bleibt ungehört? In dieser Vomens Bar nimmt uns Anne mit an den Gare du Nord, den Nordbahnhof in Brüssel, und erklärt uns an diesem Beispiel nicht nur, warum unsre Angst stadtplanerisch real ist, sondern auch welche antipatriarchalen Ansätze es gibt, öffentlichen Raum umzudenken.Zu diesem Thema hat Anne ihre Thesis verfasst. Im Gespräch mit der angehenden Architektin Anne Kaltöner.Mit Raumplanerin in spe Emma Gisinger.
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Rojava - Autonomie, Frauenbefreiung, Selbstverteidigung
„Wir haben mit unseren eigenen Händen den Islamischen Staat bekämpft und getötet und deshalb werden wir hier weiterkämpfen und auf jeden Fall niemals zurückweichen und sind für alles bereit.“ Silava Avesta, Kämpferin der YPJ In dieser ersten Episode der Vomens Bar erzählt uns die Journalistin Linda Peikert über die multiethnische und autonom verwaltete Region im Norden und Osten Syriens, bekannt als Rojava. Wir sprechen über die Institutionalisierung der Frauenbefreiung in Rojava in der politischen und kommunalen Verwaltung, der Arbeit und Selbstverteidigung. Über Jinwar und die Jineologie. Und wir überlegen, wie Personen von kulturell verschiedenen Feminismen und emanzipatorischen Kämpfen lernen können und was solidarische Anerkennung in diesem Kontext bedeuten kann.
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Heteros lol? Ann-Madeleine Tietge über Heteronormativitätskritik in Beziehungen
Fast keine zwischenmenschliche Beziehung ist so politisch, wie die heterosexuelle. Hier wird Heteronormativität, also das normativ binäre Gender(beziehungs-)verhältnis, sozial geübt und reproduziert. Es gibt tausende Stereotype, wie diese Form der Beziehung verläuft – alle eint die patriarchale Logik. Oder? (Queer-) Feministische Kritik an der Normativität von heterosexuellen Beziehungen sind nicht neu. Die Forderung nach egalitären Beziehungsverhältnissen (auch in romantischen und sexuellen) ist mittlerweile weit über feministische oder alternative Lebenskonzepte hinaus präsent. Und gleichzeitig demontiert die feministische Ablehnung von Straightness weniger die Norm, als dass sie sie Privatisiert: Wenn du das willst - dein Ding! Musst ja nicht. Dass gerade das Private politisch ist, ist doch eigentlich die feministische Forderung schlechthin. Oder? Dr. Ann-Madeleine Tietge setzt sich mit Heterobeziehungen auseinander, die sich selbst als heteronormativitätskritisch verorten. Was sie vorfindet, sind neue, aber nicht weniger patriarchale Geschlechterverhältnisse. Ann-Madeleine erzählt, was sie mit Mutter-Kind-Paradigmen meint, inwiefern Zeit und Raum Machtmechanismen in Beziehungen sein können und warum Selbstverwirklichung vs. Selbstaufopferung die großen patriarchalen Fragen alternativer Familien sind. Die Folge thematisiert heterosexuelle Beziehungen, was nicht heißt, dass auch andere Beziehungsformen von Heteronormativität unberührt bleiben.
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Männer töten - Im Gespräch mit Autorin Eva Reisinger
Die vorletzte Vomens Bar digitale 2023 hat eine prominente Gästin: Die preisnominierte Autorin Eva Reisinger spricht über ihren Roman „Männer töten“. Triggerwarnung: Explizite Darstellung physischer und psychischer Gewalt. Patriarchale und häusliche Gewalt. In ihrem Buch folgen wir Evas Protagonistin Anna Maria in die österreichische Provinz, nach Engelhardskirchen. Hier läuft vieles anders. Anna Maria kommt erst nicht drauf, was genau es ist: Ist es die ausgeprägte Präsenz und Raumnahme von weiblich gelesenen Personen? Oder die defensive und dennoch zufriedene Präsenz der Männer im Dorf? Irgendwie fehlen auch viele von ihnen… Anna Maria ist in einem matriarchalen Dorf gelandet. „Alle realen Matriarchate haben gezeigt: Das ist der einzige Weg, wie es funktioniert. Aber ich wollte nicht über einen perfekten Ort schreiben – einfach, weil das zu weit weg ist von meiner Realität. Mir geht es um diskriminierte Personen, die im jetzigen System einfach verlieren. Und bei jeder Grenzüberschreitung ist ja Rache mitunter ein Weg, um sich aus einer Opferposition heraus wieder zu ermächtigen.“ Das interessiert uns doch brennend! Wir sprechen über Fantasien der Marginalisierten, tote und tötende Männer, Horror und Erlösung – und natürlich hören wir rein in den Roman.
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Queer Voices Leipzig - Making-Of queer Audiowalk
Bei dieser Vomens Bar digitale hören wir rein in den queeren Audiowalk, der diesen Sommer in Leipzig stattgefunden hat. Doro hatte die Idee dazu – und ist selber einfach nur baff, wohin die Reise mit all den verletzlich-starken, ehrlichen Geschichten durch verschiedene Zeiten gegangen ist. Wir hören von ersten Funken, die überspringen. Dürfen lauschen, wie eine Person von Selbstzweifeln spricht, die aufkamen, als sie das eigene Begehren zuließ. Wir erfahren etwas über die blaue Uhr am Rathaus und … Nicht nur die vielen Personen, deren Stimmen einem auf dem Stadtspaziergang begleiten, sondern auf welche Weise der öffentliche Raum die Geschichten untermalt oder stört aber auf jeden Fall begleitet – all das macht das Medium Audiowalk zu einem intensiven Erlebnis, in dem man richtig versinkt. Wenke war bei einem dieser Walks und hat die Stimmung eingefangen. Ab dem 6.10.2023 finden noch einmal Termine des queeren Audiowalks statt. Also kauft jetzt schnell noch Tickets! Mehr Infos: Instagram @queer.voices.leipzig Ein großes Dankeschön an Doro, Mim und alle weiteren Personen, die am Queeren Audiowalk beteiligt waren und an Wenke.
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Zuflucht nehmen: Patriarchales Risiko (fehlender) Wohnraum
In dieser Episode der Vomens Bar digitale geht es um das patriarchale Risiko fehlender Wohnraum.Wie prekär es in den meisten deutschen Großstädten auf dem Wohnungsmarkt aussieht, ist kein Geheimnis: Privatisierung, Wettbewerb und Spekulation auf der einen Entrechtung der Mieter:innen, Verdrängung und Verarmung auf der anderen Seite. Dass Personen, die von patriarchaler, Partner:innen- oder häuslicher Gewalt betroffen sind dieser Ist-Zustand oftmals dazu zwingt in der Gewaltsituation zu bleiben, liegt eigentlich auf der Hand. Denn was ist denn die Alternative? Die Aussicht auf eine eigene Wohnung aufgrund der Marginalisierung von Gewalt und Betroffenheit sind stark erschwert, Schutzhäuser und Zufluchtswohnungen längst zu Dauerlösungen geworden. Aber die Konsequenz daraus ist leider noch weniger Hilfe. Getan wird wenig, denn patriarchale Gewalt wird im gesamtgesellschaftlichen Diskus noch immer als individuelles Thema oder Randphänomen besprochen. Selina Höfner ist Sozialarbeiterin, Regisseurin und Gästin in der Sendung. Sie hat den Dokumentarfilm „Zuflucht nehmen" gedreht, der ab Oktober in die Kinos kommt. Der Film ist eine Bestandsaufnahme aus diversen Sichtweisen, die einen gesellschaftlichen Zustand zeichnen, der patriarchale Gewalt kaum ernst – dafür Zuflucht nimmt.https://www.zufluchtnehmen.de/Filmpremiere: 16.10.2023 Babylon Kino // Berlin
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Co-Parenting
Für diese Folge der Vomens Bar digitale hat Steffi zwei queere Paare interviewt, die sich für die Familienform Co-Parenting entschieden haben. Sie spricht mit den zwei Paaren über den Prozess des Kennenlernens als zukünftige gemeinsame Eltern und über das Zusammenfinden der einzelnen Bedürfnisse und Vorstellungen und über Elternrollen abseits heteronormativer Stereotype. Sie interessiert sich sowohl für die Herausforderungen als auch die Chancen des Neudenkens und insofern ist das Gespräch ein Ausschnitt aus einem Weg der Elternschaft abseits vorgefertigter Familienbilder.
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Täter. Eine feministische Kritik an Männlichkeit.
„Wenn man mir in einem philosophischen Fliegenglas sagt ‚Als das was du bist, bist du falsch‘, dann ist das ja ne Bombe. Dann bin ich ja danach kaputt.“ Täter. Das Männermagazin – Unter diesem sehr bewusst provokativen Titel veröffentlichten einige Personen im Dunstkreis des Essener Kollektiv denkodrom schon letztes Jahr ein Zine zu Männlichkeit(-skritik) und Patriarchat. Das Zine ist eigentlich ein Magazin, voll bepackt mit höchst persönlichen Texten und sehr prominenten Gedanken. Es reihen sich Kim Posster, Jeja Klein oder Carolin Wiedemann neben weiteren angepissten, versöhnlichen, erstarkten und betroffenen Sichtweisen und Stimmen ein und beweisen wieder einmal, dass Emotionalität und konstruktive politische Analyse sich mehr befruchten als ausschließen – das scheint wohl eine patriarchale Mythe zu sein. In dieser VomensBar-Folge sprechen Shanon und Xenia über den Produktionsprozess des Heftes, Ideen, was damit passieren kann und was es ihnen selbst bringt. Sie sprechen darüber, wieso sie Betroffenenperspektiven im Kontext von heteronormativer Männlichkeit und profeministischer Reflexionen verorten, über queeres Zwischen und weitere Intersektionen. Gemeinsam überlegen wir, wie man Verantwortung und Solidarität abseits patriarchaler Routinen neu lernen kann. Dabei rechnen die beiden brutal ehrlich ab mit fadenscheinigen kritischen Männlichkeitsgrüppchen, wobei sie dabei radikal optimistisch bleiben, denn: „Wenn das nicht klappt, was heißt das dann für uns?“. Hier bestellen: https://xn--tter-magazin-gcb.de/?page_id=62 @denkodrom @xenia_ende @non.media
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Pride, queere Feste und Zeremonien für alle
Pride – das heißt Stolz.Stolz, wer ich bin. Was ich darstelle und mache.Außerhalb der Heteronorm bedeutet Stolz auch Mut, denn noch immer sind Personen, die Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität sprengen, die Familie, Beziehung, Liebe oder Sex abseits der Norm denken Aliens. Und leider bedeutet dieser Stolz weltweit noch immer auch die alltägliche Gefahr, Stigmatisierung und Diskriminierung ausesetzt zu sein bis hin zu Gewalt und Tod.Umso wichtiger (und ebenso politischer!), dass wir unser Denken außerhalb der Norm feiern und unserem Mut so Bedeutung geben. Dass wir unsere Kämpfe belohnen und diesen Wert verleihen. Das finden zumindest Elena und Kerstin, weshalb sie 2020 das Projekt „Zeremonien für alle“ gegründet haben. Sie wollen Entscheidungen, Festen, Lebensabschnitten individuell zu etwas Besonderem machen. Ob Namensgebungsrituale, Adoptionen, queere Hochzeiten, Freund:innenschafts-Jubiläen oder Abschiede, Trauerfeiern, Trennungen – die beiden versuchen die richtigen, ja oft stolzen Worte zu finden.In dieser VomensBar-Folge sprechen Elena und Kerstin über queere Feste und Zeremonien und warum gerade dieses Feiern oft sehr politisch sind. Dabei machen sie nicht nur Lust auf eine eigene Party, sondern lassen einen zärtlich und liebevoll auf die Personen blicken, die man am liebsten jeden Tag für ihren Stolz feiern würde.Eine love story zum Pride Month.@zeremonienfueralle
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Iran revolution - A queer feminist approach to unity
Triggerwarnung: Beschreibung von Gewalt, Queer- und Transfeindlichkeit, Rassismus. The recent death of Jina Mahsa Amini, a young Kurdish woman, in Iran on September 16, 2022, sparked a wave of protests both within the country and abroad. Although the protests have a strong feminist and queer focus, these topics are barely given attention in public discourse. As a response, a small group of organizers from Berlin and Leipzig initiated a panel discussion on the topic "Iran Revolution - A Queer Feminist Approach to Unity." Moderated by Yasemin Said, the panel features speakers from the diaspora who share their experiences, insights, and perspectives on the current situation. The panel also takes into account the revolution from the perspectives of trans* and non-binary individuals and contextualizes the need to achieve solidarity across communities. The speakers include Ozi Ozar, a queer professional theatre artist; Aylar, an intersectional queer feminist, LGBTQI+ rights activist, and photographer; and Arya, an LGBTQI+ rights activist and trans feminist, member of the #MeToo movement in Iran, and member of the Iran kink community. Organisation: @boshrafard @zainsalamassaad Moderation: @yazsaid @ozi_ozar @aylar_rezaee @arya.yekta.nb
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Feminismus in Romane schreiben. Gespräch und Lesung mit Miku Sophie Kühmel.
Autor:in Miku Sophie Kühmel stellt in der April-Episode der VomensBar digitale nicht nur ihren zweiten Roman Triskele vor, sondern spricht auch über die Herausforderungen aber auch großen Chancen feministischer Themen in fiktionale Literatur zu schreiben. Mikus Roman thematisiert diverse feministische Themen wie beispielsweise lesbisches Outing, transgenerationale emanzipatorische Kämpfe, Endometriose und (alleinerziehende) Mutterschaft, er spielt während der Covid-19-Pandemie und hat einen großen ostdeutschen Bezugsrahmen. Das klingt viel – ist es auch und irgendwie auch wieder gar nicht, denn Miku schafft es diese Themen so ruhig und dennoch relevant zu beschreiben, wie sie eben auch passieren. Miku erzählt uns darüber, wie sie ihre Charaktere Stück für Stück kennengelernt hat, wie sie stattfinden und fühlen. Außerdem über die Gründe, cis männliche Personen aus der Handlung ihres Buches weitestgehend zu exkludieren und wie ein solcher Roman gesamtgesellschaftlich ankommt. Außerdem ließt Mim Schneider einige Passagen und wir können eintauchen in die Gedanken dreier Schwestern, ihre Verbundenheit innerhalb einer „matriarchalen Dynastie“ und generationale und persönliche Abgrenzung zueinander. Triskele ist 2022 im S. Fischer Verlag erschienen. Außerdem ein Aufruf mit Bitte um Support @heuteistjetztfilm. Dieses Kurzfilm-Projekt möchte Sexismus und Menstruation als (coming of age) Themen sichtbarer machen: https://www.kickstarter.com/projects/heuteistjetzt/short-film-heute-ist-jetzt?ref=project_build&fbclid=PAAaar7JoYb9C2Ra79xuJ_IH1rf2aJYE-_vusCslTODrdPYdG2JY0W9ANIoHg
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Feministischer Aktivismus - Eine Folge zum feministischen Kampftag feat. Femmesplaining
„Wenn wir streiken, steht die Welt still.“ Aber nicht nur am 8. März. Für mich steht sie still, wenn Menschen, aufstehen, wenn ich gecatcallt, entmachtet, gedemütigt werde und solidarisch sind, wenn wieder ein Fall sexualisierter Gewalt passieren musste. Sie steht still, wenn wir Banden bilden und das normal ist, was der Mainstream als extrem oder radikal labelt. Weil antipatriarchale Personen und Strukturen uns gesunden und stabilisieren. Sie steht still, wenn wir nicht gegeneinander, sondern miteinander kämpfen, wenn wir den kapitalistischen Wettbewerb entmachten. Wenn ein Pronomen, mein Aussehen oder die sexuelle Identität nicht darüber richtet, wie viel wir mitgemeint sind. Ob wir überhaupt mitgedacht sind. Die Welt steht seit Monaten für viele mutige, kämpfende FLINTA und antipatriarchale Personen in Iran still. In Rojava. In Polen… Einen Herzschlag oder eine Revolution lang. Feministischer Aktivismus hat viele Ausdrucksformen. Ist divers und vielschichtig. Und das Patriarchat checkt es nicht aber wir sehen das als Stärke. Wir müssen nicht uniform sein, nicht exakt dieselben Kämpfe kämpfen, weil uns mehr als eine Idee vereint. Macht ihr mal eure Vereinzelungsgeschichten – wir stehen zusammen! Nicht nur am 8. März. Diese Sendung ist das Produkt eines öffentlichen Aufrufs und sammelt viele Antworten auf die Frage: Was bedeutet für dich oder für euch feministischer Aktivismus? Außerdem ein Feature mit dem Podcast Femmesplaining. In der Sendung sprechen (in dieser Reihenfolge): Die Autorin Lea Sauer, Pauline von der VomensBar, Alina und Nasti vom Podcast Femmesplaining, zwei Personen von den RSL Leipzig Feministas, Julie und Mai von ZORA, Arezoo, Kaja vom Feministischen Forum in Görlitz, zwei Personen des feministischen Magazins VOLLKunst, Rapper:in Lila Sovia, Stevie, Ali von FLINTA Corner Ost, Aktivist:innen des Blutladen in Leipzig, einige Personen aus der Feministischen Vernetzung Ost in Chemnitz, und Anja von Radio Blau. Flyer und Design by Resa Plank (@niloandmilo). Außerdem mit Songs von Lila Sovia. Danke an alle, eure tollen Gedanken, eure Emotionen, eure Kraft und euer Aktiv-Sein. Immer – nicht nur am feministischen Kampftag.
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Fat Acceptance Movement
Julika Prantner-Weber und Judith Schreier sprechen in dieser VomensBar digitale über fat acceptance movement. In einer von Äußerlichkeit und Wettbewerb geprägten Welt, sind dicke und fette Körper politisch. Ob sie es wollen oder nicht. Oft scheint es ein gesellschaftlich anerkanntes Anliegen zu sein, dicke und fette Menschen zu ihrer Unsichtbarkeit zu zwingen. Wobei sie gleichzeitig kaum sichtbar sein dürfen, sich am besten reduzieren zu haben. Jetzt aber mal wirklich ein bisschen Disziplin. In 10 Übungen zum Traum body, beach body, Tempel. Welchen Körper darf der beach denn (nicht) zu Gesicht bekommen? Was soll ein Norm-Körper sein? Wer bestimmt die Normalität? Warum darfst du mir etwas zu meinem Gewicht sagen? Wieso darf ich ihn nicht lassen, einfach sein lassen? Wer sagt was gesund für mich ist? Du? Warum? Body positivity ist jetzt Trend. Wtf. Und wenn der Trend vorbei ist? Wieder body negativity? Fat studies. Eine objektiv gesehen politische Wissenschaft. Ganz ähnlich wie die Queer Studies. Weil du mit meiner Normalität einfach nicht klarkommst. Wie kam’s dazu? Hegemoniale Kunst zeigt weiblich gelesene Körper, triefend vom male gaze. Bauch einziehen. Wohin denn? Ich spuck in dir gleich in’s Gesicht, du Wurm. Berg. Tal. Mit einem Text von Irina @nekrasowv.a . @youdidscream @julika.prantnerweber (Flyer Illustration)
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FLINTA ON BIKES. Hürden und feministische Utopien in der Motorrad-Szene.
Neues Jahr, neue VomensBar digitale! In dieser Episode der VomensBar digitale sprechen Sally und Rese über die Motorsport-Szene. Beide fahren seit Jahren Motorrad und kennen unterschiedlichen Motorrad-Clubs von innen. Jetzt sind sie Mitglieder der Kuhlen Wampe, einem Verband aus verschiedenen Motorrad-Clubs in ganz Deutschland, die sich explizit politisch und antifaschistisch verstehen. Damit möchte der Verband eine Opposition darstellen zu hegemonialen Clubs. Die sind nämlich noch immer primär cis männlich und hierarchisch geprägt und überwiegend auf diversen Ebenen diskriminierend (ableistisch, klassistisch, rassistisch, sexistisch, homofeindlich usw.). Aufgrund dieser Clubs hält sich ein stark negatives Bild der Szene. Absurd, finden Sally und Rese aber auch Nico und Kerstin, die in der Szene auch ein Potential sehen. Außerdem räumen sie auf mit Klischees von weiblich und nicht-binär gelesenen Personen auf Motorrädern auf und setzen (angemessen pissed) neue Standards. Ihr fahrt auch Motorrad und habt Interesse an einem FLINTA Club? Meldet euch gerne: [email protected]. Mehr zur Kuhlen Wampe: https://www.kuhle-wampe.de/
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Über die feministische Revolution im Iran - ژن، ژیان، ئازادی
„Es gehen gerade alle auf die Straße. Minderheiten bekommen zum Teil zum ersten Mal eine Stimme. Die werden das erste Mal gehört. Wir können sagen, das ist eine Revolution – aber wir sollten es beim Namen nennen: Es ist eine feministische Revolution!“ TRIGGERWARNUNG Vergewaltigung, Gewalt In dieser Folge spricht Arezoo über ihren Aktivismus und was die Berichte und Zeugnisse der Gewalt und Misshandlungen in ihr auslösen. Arzeoo gewährt einen höchst persönlichen Blick auf ihre Betroffenheit, ihren Schmerz – und die unvergleichliche Kraft feministischer Solidarität! Patriarchale Gewalt hat viele Gesichter. Ein besonders Hässliches zeigt sich derzeit mehr als klar im Iran: Menschen werden massenhaft inhaftiert, Frauen, die ihre Freiheiten wollen werden misshandelt und vergewaltigt. Eine Person, die heute auf die Straße geht, so Arezoo, weiß nicht ob sie abends wieder nachhause kommt. In einer Gesellschaft, in der weiblich gelesene Personen ganz offiziell halb so viel Wert besitzen, sind es derzeit vor allem auch weiblich gelesene Personen, die den Ist-Zustand keinen Tag länger akzeptieren – im Schulterschluss mit anderen Personen.
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Prekär pregnant? Mutterschutz für alle!
Mutterschutz, das bedeutet schwangeren Personen mit Uterus rund um die Geburt eine finanzielle Absicherung zu verschaffen. In Deutschland haben darauf nur angestellte Personen uneingeschränkten Anspruch. Die Konsequenz daraus kann sein, dass eine selbstständige und schwangere Handwerker:in bis zum Geburtstermin in der Werkstatt, eine Physiotherapeut:in im direkten Kund:innenkontakt steht. Oder dass eine Person aus dem Wochenbett E-Mails beantwortet um ihr Business am Laufen und ihre Auftraggeber:innen bei Laune zu halten, neue Aufträge zu bekommen, im Gespräch zu bleiben. Dass das unmenschlich und medizinisch nicht zu empfehlen ist, ist klar, aber Alternativen fehlen, denn laufende Kosten, wie Mieten zahlen sich nicht von alleine. Nicht nur die Gästin der VomensBar Sabine haben diese Umstände vorübergehend dazu genötigt, ihr Gewerbe aufzugeben. Wollen selbstständige Personen schlicht und einfach zu viel, wenn sie sich ein Kind wünschen?! Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Schwangerschaft nicht nur ein firmenstrategisches Risiko sondern auch den finanziellen Ruin bedeuten können? In dieser VomensBar digitale sprechen Annabell, Eva und Sabine darüber, welche Auswirkungen Schwangerschaft auf ihre selbstständige Tätigkeit hat(te). Denn dieses Thema zeigt nicht nur die Prekarität werdender Mütter, sondern gibt auch einen Ausblick auf die stark traditionelle Mutterrolle. Wir klären gemeinsam: Elterngeld, Mutterschutz, Kindergeld, Beschäftigungsverbot... Wie kann man welche Ersatzgelder beantragen? Welche finanziellen Mittel gibt es unter welcher Bedingung? Was bleibt noch zu tun? Eva ist Coachin bei @wir_und_ich Annabell ist Grafikerin, Fotografin und Illustratorin: annieze.de Sabine alias @freulein_stich ist Tätowiererin im Leipziger Tattoo-Studio @atelier.fat
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Queere Pädagogik. Ein Gespräch über den Ist-Zustand an Schulen
„ ‚Homo‘ ist ein Schimpfwort auf dem Schulhof, aber ‚cis Hete‘ nicht.“ Die VomensBar digitale ist zurück aus der Sommerpause und geht etwas verspätet zum Schulstart mit einem prominenten ignorierten Thema in die neue Saison: Queere Pädagogik. Charlotte hat sich im Rahmen ihrer Staatsexamensarbeit intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt – beziehungsweise eher damit, warum sich die meisten Lehrenden, Pädagogiken und Lehrpläne noch immer dagegen sträuben. Fakt ist: Sexuelle und Genderdiversität ist in Klassen von 30 Schüler:innen sehr wahrscheinlich und weil Feminismus Gleichheit aller Geschlechter bedeutet, betrifft das noch immer mindestens die Hälfte einer Schulklasse grundlegend betrifft. Fakt ist aber auch: Der Common Sense verbietet gendersensible Sprache an sächsischen Schulen und sieht Queerness als Modeerscheinung aus. Charlotte: „Da kommen ernsthaft Lehrer:innen und fragen was dieses ‚quer’ bedeutet!“ Dabei ist gerade das Jugendalter eine relevante identitätsgebende Betrachtung hinsichtlich sexueller Identität und Geschlecht. In dieser Folge sprechen wir deshalb über den deprimierenden Ist-Zustand an deutschen (und besonders an sächsischen) Schulen, Zahlen und Fakten aber auch Utopien und Ansätze zum Umdenken.
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Zur Konstruktion der sexualisierten Figur „osteuropäische Frau“
„Die osteuropäische Frau ist schön und gut erzogen, ne christliche Familienmutter aber auch voll sexy und arbeitsam. Irgendwie die perfekte Mischung nach einem male gaze. Das ist so ne Ambivalenz zwischen billig schön aber auch billige Putzfrau.“ In dieser Episode der VomensBar digitale ist Lisa Jarzynski unsere Gästin. Die Kulturwissenschaftlerin und Aktivistin spricht mit uns über ihr aktuelles Projekt zur Konstruktion und Sexualisierung der Figur der „osteuropäischen Frau“. Diese Figur bewegt sich irgendwo zwischen extremer Sexualisierung und Objektivizierung und entsexualisierter Babuschka. Angelehnt an Freuds Madonna-Hure-Komplex erscheint „die“ geografisch verortete, weiblich gelesene Person als besonders care taking Leiharbeiter:in, als „Ostblock-Nutte“, als slavische Schönheit in der TV-Sendung Traumfrau gesucht oder seit der russischen Invasion in der Ukraine in Form trendender Suchbegriffe wie ukranian porn. „Meine Mama hat mir verboten, roten Lippenstift zu tragen, weil ich sonst aussehe wie eine Ostblock-Nutte. Oder ein Typ, der will, dass ich beim Sex polnisch spreche. Das ist alles passiert!“ Wer oder was ist denn der Ostblock?!! Lisa spricht mit uns über antislavischen Rassismus, rassifizierten Sexismus und die Konstruktion multiethnische osteuropäische Länder, Politiken und Feminismen. Dabei greift sie sowohl auf ihre polnische Familiengeschichte, eigene Erfahrungen sowie theoretische und politische Argumente zurück.
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Piss on Patriarchy // Im Gespräch mit mora Leipzig
TRIGGERWARNUNG Sexualisierte Gewalt Über zwei Jahre ist es her, dass funk die STRG_F-Dokumentation zu unkonsensualen, voyeuristischen pornografischen Videos veröffentlicht hat. Die Journalistin Patricia Schlosser recherchierte zu dem Thema und fand heraus das H. über mehrere Jahre auf dem linken Festival Monis Rache auf Dixi-Toiletten filmte und die Videos auf Porno-Websites verkaufte. Was für das Filmteam – und den hegemonialen, medialen Kosens – ein Coup war, bedeutete für viele weiblich gelesene Personen Betroffenheit von sexualisierter Gewalt. Was für einige Erst-Kenntnis-Personen der Festival-Orga der Versuch war, transformative Gerechtigkeit walten zu lassen, bedeutete für viele FLINTA andauernde Bevormundung und Vertrauensverlust in eine vermeintlich alternative Szene. Nicht nur die Berichterstattung, auch der Umgang mit Misogynie stellte einen langen, belastenden Weg für viele FLINTA dar und den propagierten Profeminismus einer politischen Community komplett in Frage. Gleichzeitig, oder genau deshalb, entwickelte sich eine breite Solidarität und partiell nachhaltige profeministische, reflektierte Strukturen. Mora ist eine feministische Gruppe aus Leipzig, die sich als aktivistische AG aus der Betroffenenvernetzung formiert hat. Jetzt bringen sie ein Buch raus mit dem Titel „Piss on Patriarchy“, in dem die Prozesse im Kontext mit H.s Taten und seinen Folgen rekapituliert werden. In dieser Episode der VomensBar digitale stellen drei Autorinnen des Buches ihre Themen vor und lesen exklusiv daraus vor: Betroffenenvernetzung, patriarchale mediale Berichterstattung und transformative Justice.
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Über die (Un-)Rechte Betroffener sexualisierter Gewalt im Strafprozess. Im Gespräch mit der Anwältin Britta Lehnert
Was weißt du eigentlich über deine Rechte in einem (potenziellen) Strafprozess bei sexualisierter Gewalt? Wenig? Zu wenig? Die Anwältin Britta Lehnert beobachtete gerade im Kontext diverser Out Calls und öffentlicher Diskurse in den letzten Jahren ein vermeidbares juristisches Halbwissen bei Freund:innen und bekannten Personen. Juristisches Wissen sollte kein Fachwissen sein, findet sie und möchte in dieser VomensBar digitale einige Basics klarstellen: Sollte man anzeigen? In welcher Position kann man möglichst machtvoll vor Gericht auftreten? Was bedeutet es Nebenkläger:in zu sein – und was sind die Vorteile im Kontext mit sexualisierter Gewalterfahrung? Welche Möglichkeiten gibt es, Prozesskosten zu finanzieren? Heißt nein wirklich nein – und was resultiert daraus? Außerdem sprechen wir über patriarchale Fallstricke des Rechts und an welchen Stellen es dringend einer feministischen Revision bedarf. Alle einschalten: 3.7.22 um 20 Uhr @sphere.radio @kanzlei_lehnert @vomensbar Save the date: 11. Juni 2022 findet mal wieder ein Bar-Abend im Leipziger Osten statt. FLINTA and Queers only!
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Bettina Wilpert im Gespräch über Freund:innenschaften, Herumtreiber:innen und politisch-historische Orte
In dieser Episode der Vomens Bar digitale spricht die Autorin Bettina Wilpert über ihr neues Buch, den Schreibprozess zu corona times und Herausforderungen, als westdeutsche Autorin in der dritten Täter:innen-Generation, einen historischen Roman zu schreiben. Der Roman Herumtreiberinnen ist in mehreren Strängen erzählt. Man folgt drei Protagonist:innen, die zu unterschiedlichen Zeiten in Leipzig leben: Lilo, die ihrem Vater beim Aktivismus des kommunistischen Widerstandes während des NS hilft und gefangen genommen wird, die in der DDR lebende Manja, die während (/ aufgrund) einer love story in eine geschlossenen venerologischen Station interniert wird und Robin. Robin arbeitet in der Ist-Zeit als Sozialarbeiterin mit geflüchteten Personen. Verbunden werden die Geschichten über ein Gebäude, ein Heim, eine Krankenstation, ein Gefängnis. Bettina Wilpert spinnt dabei die Geschichte der Riebeckstraße 63 im Leipziger Osten fiktiv weiter. Bettina Wilperts Buch ist nicht nur ein Roman mit historischen Bezügen. Als lesende Person kann man in die Gefühle und Gedanken der Herumtreiber:innen eintauchen. Ganz coming of age, geht es um Ambivalenzen, um Freund:innenschaft und Familie, Freiheit und Begrenzung, weibliche Sozialisation und den Ausbruch aus zu engen Rollen. Neben einem spannenden Talk gibt es auch einige Auszüge aus dem Roman, gelesen von Mim.
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ABOUT THIS SHOW
Früher einmal Bar-Abend im Leipziger Osten, heute monatliche Radio-Show: Die Vomens Bar ist eine offene Bühne für feministische Themen und Projekte. Philosophieren, Utopien spinnen, um-/ zer- und neudenken, haten oder ranten – wir wollen den politischen Diskurs (selbst-)kritisch, radikal und intersektional mitbestimmen und dabei dürfen sich Meinungen auch mal widersprechen. Aktiv-Preis 2024 Bundeszentrale für politische BildungWollt auch ihr Teil des Podcasts sein oder eine Episode komplett übernehmen? Habt ihr Anregungen und/oder konstruktive Kritik? Schreibt uns! Instagram @vomensbar .
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