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Wetterfrage

Wie entsteht der Gugiiföhn, weshalb werden auf dem Jungfraujoch immer die stärksten Winde gemessen, weshalb sinken die Temperaturen in La Brevine teilweise auf unter minus 30 Grad oder wie entstehen die kleinen Windteufel?Das Wetter und seine vielfältigen Phänomene beeinflusst unser Leben, macht es vielfältig, hinterlässt aber auch viele Fragezeichen.Jeweils am Samstagmorgen um 9.15 Uhr beantworten die Meteorologen von SRF Meteo Ihre Fragen zum Wetter.Teilen Sie uns deshalb Ihre Wetter-Beobachtung mit, die Sie im Verlauf der Woche in Ihrer Wohnregion oder auf einer Reise gemacht haben und sie ins Staunen versetzt haben.

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  1. 100

    Wie kommt es zu riesigem Hagel?

    Am Freitag, dem 28. August 2026, zogen starke Gewitter über die Schweiz hinweg. Sturmböen und Hagel sorgten für grosse Schäden. Damit ein Gewitter entstehen kann, sind verschiedene Zutaten nötig: Eine instabile und feuchte Atmosphäre sowie einen Hebungsprozess. Sind diese Gewitterzutaten „optimal”, kann eine sogenannte Superzelle entstehen. Superzellen gehören zu den stärksten Gewittern und sind berüchtigt für ihre riesigen Hagelkörner. Am 28. August konnte sich über dem Jura eine Superzelle bilden, die anschließend über das Mittelland zog und Hagelkörner mit einer Größe von bis zu 6 cm brachte. In der Schweiz ist so grosser Hagel relativ selten. In anderen Gebieten kommen solche riesigen Hagelkörner häufiger vor. Die Poebene in Norditalien gilt beispielsweise als Hagel-Hotspot. Das weltweit grösste Hagelkorn wurde übrigens im Jahr 2010 in South Dakota/USA mit einem Durchmesser von 20.3 cm gefunden.

  2. 99

    Ein paar nützliche und unnütze Fakten zum Regen

    Nach einer gefühlten Ewigkeit kam in den letzten Tagen endlich wieder verbreitet Regen auf. Nach der langen Trockenperiode ist es also der perfekte Zeitpunkt, um ein paar nützliche und unnütze Dinge über den Regen zu erfahren. Wusstet ihr zum Beispiel, dass ein Regentropfen in Wirklichkeit ganz anders aussieht, als die meisten denken? Seine Form entspricht nicht etwa einer Träne, sondern eher einem Burger-Brötchen. Beim Herunterfallen wird der anfangs noch runde Tropfen nämlich vom Luftwiderstand von unten her flach gedrückt. Je nach Grösse des Regentropfens dauert seine Reise von der Wolke bis zum Boden übrigens mehrere Minuten. Apropos Regentropfen. Habt ihr gewusst, dass man bei 20 mm Regen etwas eine halbe Million Regentropfen pro Quadratmeter zählen kann. Je nach Tröpfchengrösse sind es sogar noch deutlich mehr. Und zum Schluss noch dies: Werde ich beim gemütlichen Spazieren oder beim Rennen durch den Regen nasser? Bei der Annahme, dass kein Wind im Spiel ist, werden wir sowohl beim Spazieren als auch beim Rennen von Regentropfen von vorne und von oben getroffen. Die Anzahl der von vorne treffenden Tropfen hängt nur von der im Regen zurückgelegten Distanz ab. Die Anzahl der Regentropfen, die uns von oben treffen, hängt zusätzlich von der Dauer ab, die wir im Regen verbringen. Schlussendlich sind wir beim Rennen weniger lang im Regen und werden dadurch weniger nass.

  3. 98

    Hitzesommer 2026

    Der Sommer 2026 bricht viele Rekorde. Zum Beispiel bei der Anzahl der Hitzetage stellt es den Jahrhundertsommer 2003 in den Schatten. 2003 galt lange als kaum wiederholbar. 43 Hitzetage in Bern, 54 Hitztage in Basel, über 60 Hitztage in Locarno und Visp. Das ist teils deutlich mehr als im Sommer 2003. Auch Regen fiel teils deutlich weniger als im 2018, 2003 und 1947. Rekordwarme Wassertemperaturen, Gletscherschmelze, Niedrigwasser. Wovor die Klimawissenschaft seit Jahren bzw Jahrzehnen warnt, hat dieses Jahr voll zugeschlagen.

  4. 97

    Künstlicher Regen gegen die Trockenheit?

    Kann man Regen künstlich machen und damit die aktuelle Trockenheit beenden? Mit «Cloud Seeding» lässt sich unter bestimmten Bedingungen zwar die Niederschlagsbildung fördern. Doch die Methode hat klare Grenzen und ist keine Lösung für eine anhaltende Trockenheit. Damit «Cloud Seeding» überhaupt funktioniert, braucht es zunächst geeignete Wolken. Diese sind aber während langanhaltender Trockenphasen eine Seltenheit. Doch selbst mit Wolken lässt sich der Regen weder zuverlässig erzeugen noch gezielt verteilen. Langfristig helfen gegen die Trockenheit ein sparsamer Umgang mit Wasser, bessere Speichermöglichkeiten und Massnahmen gegen den Klimawandel.

  5. 96

    Turbulenzen

    Turbulenz ist der Feind der Fliegerei. Ob mechanische oder thermische Turbulenz, beide können den Flug ziemlich ungemütlich machen. Und das Wetter ist daran schuld. Im Durchschnitt sind global an einem einzigen Tag 100'000 bis 130'000 Flugzeuge unterwegs. Sie durchkämmen so zu sagen die Atmosphäre. Die Luft, in der sich die Flugzeuge bewegen, ist alles andere als ruhig. Die Luftströmung bewegt sich manchmal gleichmässig, dann aber wiederum sehr chaotisch turbulent. Turbulenz ist der Feind der Fliegerei. Ob mechanische oder thermische Turbulenz, beide können den Flug ziemlich ungemütlich machen. Von der unsichtbaren Clear Air Turbulence (kurz CAT) haben die Piloten am meisten Respekt. Wie solche Turbulenzen zustande kommen und wie Frühwarnsysteme solche unruhigen Flugphasen erkennen könnte, erfahren Sie in der Wetterwoche «Turbulenzen».

  6. 95

    Mittelwind und Böen: Was ist der Unterschied?

    Bei Wetterprognosen werden für die Windgeschwindigkeit häufig zwei Werte angegeben. Der Mittelwind ist die über 10 Minuten gemittelte Windgeschwindigkeit. Der zweite Wert beschreibt die stärkste Böe innerhalb dieses Zeitraums – also die maximale 1‑Sekunden‑Spitze. Je nach Interesse ist der eine oder der andere Wert entscheidend: Segler und Surfer interessieren sich vor allem für einen mässigen, gleichmässigen Mittelwind. Schäden entstehen dagegen durch kurze, heftige Böen, weshalb diese für Wetterwarnungen relevant sind. Die Unterschiede zwischen Mittelwind und Böen hängen stark von der Wetterlage ab. Bei Gewittern kann es fast windstill sein, und wenige Sekunden später treten Sturm oder Orkanböen auf. Auch bei typischem Aprilwetter mit Regenschauern können die Böen zwei bis dreimal stärker sein als der Mittelwind. Weniger gross sind die Gegensätze bei Bise oder beim Talwind in den Alpentälern: Hier sind die Böen meist eineinhalb bis zweimal so stark wie der Mittelwind.

  7. 94

    Die App sagt Gewitter, aber es bleibt trocken - wieso?

    Gewitter sind schwer vorherzusagen und exakte Prognosen nahezu unmöglich. Damit hadern auch Wetter-Apps. Vielmehr lässt sich das Potential von Gewittern abschätzen. Für das eigene Fest bedeutet das: spontan bleiben und einen Plan B bereithalten. Wer kennt den Frust von falschen Gewitterwarnungen in Wetter-Apps nicht? Doch exakte Gewitter-Prognosen sind eine Lotterie: Gewitter sind extrem lokal und kurzlebig. Das ist wie bei Popcorn in der Pfanne: Man weiss, es knallt gleich, aber man weiss nicht, welches Korn zuerst aufpoppt. Wetterapps basieren auf Modellen mit einer beschränkten Genauigkeit. Diese werden alle paar Stunden neu berechnet – entsprechend passt sich die Prognose an. Genaue Gewitterprognosen mehrere Tage im Voraus ergeben keinen Sinn. Vielmehr lässt sich so abschätzen, ob Gewitter grundsätzlich möglich sind. Auch die Radar-Prognose bietet nur einen groben Anhaltspunkt für die nächsten Stunden. Wer ein Fest plant, sollte nicht nur den App-Grafiken vertrauen, sondern den schriftlichen Bericht von Meteorologinnen und Meteorologen lesen. Am Tag selbst gilt: Radar im Auge behalten und einen Plan B bereit haben.

  8. 93

    Trocknet die Schweiz aus?

    Wiesen und Felder sind eher braun als grün. Dieser Eindruck täuscht im Sommer 2026 nicht. Mit Satellitenbildern lässt sich der Zustand der Vegetation in der Schweiz erfassen. Speziell Felder und Wiesen sind seit Ende Mai klar brauner geworden. Auch im Vergleich zu den letzten Jahren ist die Dürre in der Schweiz klar sichtbar. Dies bestätigen Satellitengestützte Trockenheits- und Vegetationsindikatoren.

  9. 92

    Weshalb ist es im Tessin so oft schwül?

    Wer im Sommer im Tessin Ferien verbringt, kommt deutlich öfters ins Schwitzen als diejenigen auf der Nordseite der Alpen. Im Tessin ist es viel häufiger schwül als auf der Alpennordseite. Die Feuchtigkeit kommt nicht etwa von den Seen sondern vom Mittelmeer. Die Anordnung der Alpen sorgt dafür, dass Schwüle oft lange bestehen bleibt.

  10. 91

    Was hilft gegen urbane Hitzeinseln?

    Städte leiden unter Hitzewellen stärker als ihr Umland. Gezielte Massnahmen können aber die Hitzebelastung senken. Mehr Wasser, helle Oberflächen und zusätzliche, hitzerestistente Bäume - dies alles hilft, um das Aufheizen von Städten zu begrenzen. Entscheidend ist auch eine Anordnung von Gebäuden, welche natürliche Luftströme wie Hangabwinde nicht blockiert.

  11. 90

    Physiologisch Äquivalente Temperatur: Wie heiss fühlen Sie sich?

    Menschen sind keine Thermometer. Trotzdem brauchen wir die Temperaturangaben von Thermometern, um Hitze oder Kälte zu definieren. Ein alternativer Ansatz ist die Physiologisch Äquivalente Temperatur (PET). Diese gibt an, wie sich das aktuelle Wetter für einen Menschen tatsächlich anfühlt. PET wird in Grad Celsius angegeben. Sie bedeutet: Wie warm müsste ein Innenraum sein, dass wir dasselbe Wärmegefühl hätten, wie wir es im Moment draussen erleben? PET hat unzählige Einflussfaktoren. Sonneneinstrahlung, wenig Wind oder hohe Luftfeuchtigkeit erhöhen PET im Vergleich zur "normalen" Lufttemperatur. Für PET spielt es aber auch eine Rolle, welche Kleidung wir tragen oder wie aktiv wir gerade sind. PET wird beispielweise tiefer, wenn wir in die Badekleidung wechseln und uns auf einen Liegestuhl legen. In der Praxis wird PET in der Stadtplanung rege benutzt.

  12. 89

    Wetterprognosen

    Wetterprognosen kann man in der Regel 7 Tage im voraus bestimmen. Ab einer Woche spricht man von einem Wettertrend.

  13. 88

    Schafskälte

    Wir haben Juni, der Sommer steht vor der Türe und am Freitagmorgen war es in Arosa weiss. Ist das nun die Schafskälte? Es gibt verschiedene sogenannte meteorologische Singulariäten wie die Eisheiligen, die Schafskälte oder die Hundstage. Viele davon sind aber in den Statistiken der letzten Jahrzehnte kaum mehr zu finden. So ist es auch bei der Schafskälte. Dieses Jahr hat es aber wie bei den Eisheiligen zufälligerweise recht gut gepasst.

  14. 87

    Welche Zutaten benötigen Gewitter?

    Warme Luft, Feuchtigkeit und Auftrieb: Für ein Gewitter müssen mehrere Zutaten zusammenspielen. Gewitter entstehen, wenn warme und feuchte Luft rasch aufsteigt. In der Höhe kühlt sie ab, Wolken bilden sich und wachsen zu mächtigen Gewitterwolken heran. Werden die Aufwinde stark genug, können Blitz, Donner, Starkregen, Hagel und Sturmböen entstehen.

  15. 86

    Höhepunkt der Pollensaison

    Die Gräser bringen den grossen Heuschnupfen. Rund 70 Prozent aller Pollenallergikerinnen und -allergiker reagieren auf Gräserpollen. Regen wäre ein Segen, aber nicht jeder Regentyp bringt eine Entspannung. Die Gräserpollen sind seit Mitte April in der Luft und haben jetzt nach dem Auffahrtsregen und der aktuellen Sommerwetter ihren Höhepunkt. Rund 70 Prozent aller Pollenallergikerinnen und -allergiker reagieren auf Gräserpollen. Und Regen muss nicht immer eine Entspannung bringen, bei Gewittern reden die Fachleute sogar von Gewitterasthma. Höhere Luftfeuchtigkeit und ein kurzer Platzregen lassen die Pollen aufplatzen und so entstehen kleinere allergene Pollenpartikel, welche noch tiefer in die Lugen eindringen können. Ein Grashalm besitzt im Schnitt vier Millionen Pollen. Für eine mittlere bis schwere allergische Reaktion braucht es nur rund 50 Gräserpollen in einem Kubikmeter Luft. Tipps und Tricks um die Symptome zu lindern, finden Sie unter aha.ch - dem Allergiezentrum Schweiz.

  16. 85

    Regen im Mai – nervig oder erfreulich?

    Vielleicht hat der Regen über die Auffahrtstage Ihre Freizeitpläne durcheinandergebracht? Auch wenn der Zeitpunkt des Niederschlags möglicherweise unpraktisch war: Der Regen im Mai hat auch positive Seiten. Die Böden in der Schweiz waren lange trocken. Grund dafür war vor allem der äusserst trockene April. Der Regen im Mai entspannt die Situation nun kontinuierlich. Genug Wasser im Boden vor den Sommermonaten verringert potenzielle Risiken: einerseits das Risiko von Trockenheitsstress für Pflanzen, andererseits können auch Hitzeextreme durch feuchte Böden etwas gemildert werden. Verdunstendes Wasser kühlt nämlich die Luft – wie beim Schwitzen.

  17. 84

    Warum werden Seen im Frühjahr nur langsam warm?

    Die Luft wird im Frühjahr schnell warm, aber die Seetemperatur hinkt hinterher. Grund ist die höhere Wärmekapazität von Wasser. Die grösseren Seen haben derzeit etwas 16 Grad. Bis sie 20 Grad haben, dauert es noch bis Mitte Juni. Denn die Wärmekapazitä von Wasser ist viel grösser als die von Luft. Um 1 kg Wasser um 1 Grad zu erwärmen, braucht es vier Mal mehr Energie als wenn ich 1 kg Luft um 1 Grad erwärmen möchte.

  18. 83

    Warum ist es in Basel und im Wallis oft wärmer als im Mittelland?

    Im Wetterbericht hört man immer wieder, dass es in Basel und im Rhonetal am wärmsten wird. Das ist kein Zufall. Beginnen wir mit Basel. Der Hauptgrund, warum es dort oft wärmer ist als im Mittelland, ist die Höhenlage. In einer gut durchmischten Atmosphäre nimmt die Temperatur pro 100 m Höhe um 1 Grad ab. Da Basel rund 200 m tiefer liegt als viele Orte im Mittelland, ist es dort an einem sonnigen Tag oft 2 Grad wärmer. Im Rhonetal hingegen können die höheren Temperaturen nicht mit der Höhenlage erklärt werden. Denn die Höhenlagen der grösseren Orte im Rhonetal und im Mittelland sind ähnlich. Vielmehr spielen die Eigenschaften des Tals eine entscheidende Rolle. Das Luftvolumen über dem Tal ist viel kleiner als über der Ebene. Gleichzeitig wird die Luft nicht nur vom Boden, sondern auch von den felsigen Hängen auf der Talseite erwärmt. Dadurch kann sich die Luft im Rhonetal schneller erwärmen kann als im Mittelland. Neben der Höhenlage und den Eigenschaften des Tals gibt es noch weitere Faktoren, welche auf kleinem Raum einen grossen Einfluss auf die Temperaturen haben können, beispielsweise der Wind oder auch die Wassertemperatur der grösseren Seen.

  19. 82

    Sieht man bei guter Fernsicht bis ans Meer?

    Ist die Luft sehr trocken, herrscht teils ausgezeichnete Fernsicht. Die Erdkrümmung bestimmt, wie weit wir sehen. Bei Hochdrucklagen wird die Luft zunehmend trocken. Gibt es keinen störenden Saharastaub, ergibt sich von Alpengipfeln aus eine herrliche Fernsicht. Der letztlich begrenzende Faktor ist die Erdkrümmung. In den Alpen sind an Tagen mit ausgezeichneter Sicht 150 bis 200 Kilometer möglich. Von der Dufourspitze aus würde die Sicht theoretisch bis ans Mittelmeer reichen – praktisch endet der Blick jedoch am Hügelzug der ligurischen Küste.

  20. 81

    Mit künstlichen Gletschern dem Klimawandel trotzen?

    Der Klimawandel verändert die Gletscher. Das Schmelzwasser erreicht die Dörfer immer später – zu spät für die Bewässerung der Felder im Frühling. Eine Lösung sind künstliche Gletscher, sogenannte Eisstupas: Riesige Eiskegel, die im Winter gebaut werden und im Frühling rechtzeitig Wasser liefern. Im Norden Indiens, auf rund 3500 Metern Höhe, sind viele Dörfer stark von Gletschern abhängig. Regen fällt dort kaum – das Schmelzwasser von Schnee und Eis ist die wichtigste Wasserquelle für die Landwirtschaft. Doch der Klimawandel verändert dieses System: Gletscher ziehen sich zurück und beginnen später zu schmelzen. Das Wasser erreicht die Dörfer oft erst im Mai oder Juni – zu spät für die Bewässerung der Felder im Frühling. Um dieses Problem zu lösen, haben die Menschen vor Ort eine kreative Idee umgesetzt: künstliche Gletscher, sogenannte Eis Stupas. Im Winter wird Schmelzwasser über Rohre in die Nähe der Dörfer geleitet, wo es bei grosser Kälte gefriert und riesige Eiskegel bildet. Diese dienen als Wasserspeicher, schmelzen im Frühling früher als die natürlichen Gletscher und liefern rechtzeitig Wasser für die Felder. Die Idee hat inzwischen auch die Schweiz erreicht. In Pontresina oder Guttannen haben Forschende Eisstupas gebaut, um sie besser zu verstehen.

  21. 80

    Waldbrandgefahr im Süden

    Im Tessin und in Teilen von Graubünden herrscht aktuell strikets Feuerverbot im Freien. Warum ist die Waldbrandgefahr bereits im Frühling gross und was erwartet uns in Zukunft? Im Puschlav hat diese Woche der Wald gebrannt. Wie Waldbrandgefahr ist auf der Alpensüdseite vielerorts erheblich oder gross. In den letzten Wochen hat es im Süden selten geregnet oder geschneit. Dazu bliess immer wieder der Nordföhn, welcher die Böden austrocknet. Da an den Bäumen noch kaum Laub hängt, trocknet die Sonne den Waldboden zusätzlich aus. Ein Funken - und es brennt. Mit der Klimaerwärmung müssen wir in Zukunft mit deutlich mehr Tagen mit grosser Waldbrandgefahr rechnen.

  22. 79

    Welcher Schoko-Osterhase schmilzt am schnellsten?

    An Ostern herrscht ziemlich sonniges Wetter. Das kann für die versteckten Schokoladen-Osterhasen gefährlich werden. Je heller die Farbe der Schokolade ist, desto weniger stark erwärmt sie sich in der Sonne. Das heisst ein schwarzer Schokohase erwärmt sich wegen der Sonne deutlich schneller als ein Hase aus weisser Schokolade. Wie schnell ein Schokoladenhase schmilzt, hängt jedoch nicht nur von der Farbe der Schokolade, sondern auch von ihrer Zusammensetzung ab. Je höher der Milchfettanteil, desto schneller schmilzt die Schokolade. Daher müssten weisse und braune Schokohasen schneller schmelzen als schwarze. Aufgrund der Kombination aus Schokoladenfarbe und Milchfettanteil schmilzt der braune Milchschokohase am schnellsten, dicht gefolgt vom schwarzen Hasen. Der weisse Hase überlebt in der Sonne am längsten. Übrigens: Auch die Ostereier haben einen Zusammenhang zum Wetter. Je tiefer der Luftdruck, desto tiefer der Siedepunkt des Wassers und desto länger dauert es, bis ein Ei hart gekocht ist. Da der Luftdruck in den Bergen tiefer ist als im Flachland, braucht es dort mehr Zeit, um ein Osterei zu kochen.

  23. 78

    Was bedeuten Bauernregeln in Zeiten der modernen Meteorologie?

    Vor Messnetzen und Modellen dienten Zeichen der Natur als Wettervorhersage. Doch wie viel sagen Bauernregeln über das Wetter aus – und wie viel über die Zeit, in der sie entstanden sind? Bauernregeln sind jahrhundertealte, oft poetisch formulierte Natur- und Wetterbeobachtungen. Sie entstanden lange bevor es systematische Wettervorhersagen gab. Einige dieser Regeln erkannten bereits meteorologische Zusammenhänge, viele andere halten heute einem Fakten-Check nicht mehr stand. Trotz ihrer begrenzten Genauigkeit haben Bauernregeln einen kulturellen und historischen Wert: Sie spiegeln Weltbilder wider und zeugen von frühen Versuchen, Muster im Wettergeschehen zu erkennen. In den letzten 150 Jahren nahm die Meteorologie Fahrt auf und ermöglichte immer genauere Prognosen. Was bleibt, ist die chaotische Natur des Wetters. Deshalb ist das Wetter auch heute noch über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen hinaus grösstenteils unberechenbar.

  24. 77

    Frühlingsanfang am 19., 20. oder 21. März?

    Früher war er am 21. März, heute findet er meist am 20. März statt. Warum sich der astronomische Frühlingsanfang verschiebt und was Schaltjahre damit zu tun haben. Der astronomische Frühling beginnt mit der Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht. Dieser Zeitpunkt fällt heute meist auf den 20. März und lange nicht mehr auf den 21. März wie früher. Grund dafür ist, dass die Umlaufzeit der Erde um die Sonne nicht exakt 365 Tage dauert, sondern rund 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten. Schaltjahre gleichen diese Differenz zwar aus, aber nicht perfekt. Dadurch verschiebt sich das Datum über längere Zeiträume leicht.

  25. 76

    Es wird frostig für die Pflanzen

    In der kommenden Woche wird sowohl Bodenfrost wie auch Luftfrost zum Thema. Es gibt verschiedene Arten von Frost: Luftfrost und Bodenfrost: Für Luftfrost misst man die Temperatur 2 m über dem Boden, bei Bodenfrost nur 5 cm Höhe. In der Wettervorhersage und in den Apps wird nur die Lufttemperatur auf 2 m angegeben. Deshalb können Pflanzen am Morgen gefroren sein, obwohl die Wetter-App Plusgrade anzeigt. Die Ursache liegt beim Boden: In klaren, windstillen Nächten strahlt der Boden viel Wärme ab und kühlt stark aus. Die Luft direkt darüber wird durch den Kontakt ebenfalls kalt, während die Luft in 2 m Höhe wärmer bleibt. Wolken wirken wie ein Pfannendeckel, der die Wärme zurückhält. Wind vermischt die Luft – die Temperatur bleibt ähnlich. Neben Frost-Warnungen in der SRF Meteo App gibt es eine Faustregel, um Bodenfrost abzuschätzen: Bei klarer, windstiller Nacht rund fünf Grad von der Tiefsttemperatur in der App abziehen

  26. 75

    Gehört das Münstertal zum Süden?

    Die Wetterfrage vom 3. Januar handelte vom Engadin. Das Wetter in diesem inneralpinen Tal unterscheidet sich deutlich von dem auf der Alpensüdseite. Nun möchte Herr Fasola wissen, wo das Münstertal dazugehört. Die Bündner Südtäler liegen südlich des Alpenhauptkammes und haben somit grundsätzlich Alpensüdseiten-Wetter. Doch es gibt von West nach Ost grosse Unterschiede. Während das Wetter im Calancatal und im Misox beinahe identisch ist mit dem Tessiner-Wetter, kommt die feuchte Luft im Bergell oft etwas später an im Puschlav dauert es noch eine Spur länger. Ziemlich speziell ist das Wetter im Münstertal: Obwohl es topographisch gesehen zur Alpensüdseite gehört, ist das Wetter oft ähnlich wie das Wetter im inneralpinen Unterengadin.

  27. 74

    Winterbilanz: Wie oft lag Schnee im Flachland?

    Heute geht der meteorlogische Winter zu Ende. Der ideale Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Die Schneehöhen in den Bergen waren häufig unterdurchschnittlich. Noch seltener winterlich war es im Flachland. In Basel lag nur gerade an einem Tag Schnee. In Basel wurde in den drei Wintermonaten nur einmal Schnee gemessen. Am Morgen des 3. Januars lag ein Zentimeter Schnee. Etwas häufiger Winter-Feeling gab es in Bern. An 12 Tagen lag bei der Morgenmessung Schnee, dies ausschliesslich im Januar. Aber auch hier war die Schneebedeckung unterdurchschnittlich. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 gab es in Bern doppelt so viele Tage mit einer Schneedecke von mehr als einem Zentimeter. Ab und zu gibt es anfangs März nochmals eine winterliche Phase, den sogenannten Märzwinter. Vor 20 Jahren fielen vom 4. auf den 5. März in Basel 49 Zentimeter, auf dem Zürichberg 54 und in St. Gallen sogar 60 Zentimeter Schnee. In diesem Jahr sieht es vorläufig nicht nach einem Winter-Comeback aus - der März beginnt frühlingshaft.

  28. 73

    Wieso kann kalter Schnee vor Kälte schützen?

    In den Bergen ist sehr viel Schnee gefallen - und diese eisige Decke hat eine überraschende Eigenschaft. Wir schauen uns die "Daunenjacke der Natur" genauer an und wie sie in der Tierwelt und in den Alpen wirkt. In den letzten zwei Wochen hat es in den Alpen sehr viel geschneit – mit entsprechend grosser Lawinengefahr. So gefährlich Schnee auch sein kann, so faszinierend ist seine Eigenschaft als natürlicher Isolator. Frischer Pulverschnee besteht zu einem Grossteil aus eingeschlossener Luft, und Luft leitet fast keine Wärme. Genau deshalb enthalten auch modernes Isolationsmaterial und Daunenjacken viel Luft. Dank der isolierenden Wirkung von Schnee bleibt es in einem Iglu oder in einer Eisbärenhöhle deutlich wärmer (also weniger kalt) als in der arktischen Umgebung. Dieser Effekt tritt auch bei uns auf: Im Winter bremst eine Schneedecke auf gefrorenen Seen das weitere Eiswachstum. Umgekehrt schützt eine Schneedecke die Gletscher im Sommer unter anderem deshalb vor der aufkommenden Wärme.

  29. 72

    Vertreibt die Fasnacht den Winter?

    Die Fasnacht soll Winterdämonen vertreiben, damit der Frühling Einzug halten kann. Die Tage werden länger, wärmer wird es auch, aber auch nach der Fasnacht kann es noch bis in tiefste Lagen schneien. Wir vergleichen Schneetage vor und nach dem Aschermittwoch. In der Stadt Luzern markiert der Aschermittwoch das Ende der Fasnacht. Im langjährigen Vergleich fällt im Durchschnitt vor dem Aschermittwoch an ungefähr 10 Tagen Schnee. Nach dem Aschermittwoch sind es vier Mal weniger. Eine bessere Bilanz was das Vertreiben der Schnee-Dämonen angeht hat die Basler Fasnacht, denn sie findet immer etwas später statt.

  30. 71

    Unwetter in Spanien und Portugal

    Seit längerem regnet es auf der Iberischen Halbinsel immer wieder. Im Süden von Spanien, in der Region Cádiz hat es seit zwei Wochen gebietsweise in wenigen Tagen so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr. Die enormen Wassermassen haben zu grossen Überschwemmungen geführt. Und es ist noch nicht vorbei, es regnet in diesen Tagen noch stark weiter. Es wird bereits von einem Jahrhunderereigniss gesprochen.

  31. 70

    Olympia Milano Cortina 2026: Austragungsorte und Wetter

    Bald geht es los mit den 25. Olympischen Winterspielen in Norditalien. Wo finden die vielen Wettkämpfe statt und was ist beim Wetter zu erwarten? Es gibt acht Orte, an denen Wetterkämpfe sowie Eröffnungs- und Schlussfeiern stattfinden werden. Diese befinden sich über die drei Regionen Lombardei, Trentino-Südtirol und Venetien verteilt. Zwischen dem Hauptort Mailand und Antholz im Südtirol, wo um die Biathlon-Medaillen gekämpft wird, liegen Luftlinie fast 300 Kilometer. Auch bezüglich Meereshöhe gibt es grosse Gegensätze. In Verona - die Schlussfeier findet im römischen Amphitheater statt - liegt man nur knapp 60 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchstgelegene Austragungsort ist Livigno nahe der Schweizer Grenze mit rund 1800 Meter Höhe. Von mildem Frühlingswetter bis zu tiefstem Winter ist somit alles möglich.

  32. 69

    Warum gibt es keine Wetterprognose für den nächsten Monat?

    SRF Meteo liefert Wetterprognosen für bis zu einer Woche im Voraus. Weiter reichen sie nicht, denn darüber hinaus werden die Vorhersagen zu ungenau. Eine Wetterprognose ist nichts anderes als eine lange Berechnung. Aus der aktuellen Richtung und Geschwindigkeit der Luft wird beispielsweise berechnet, wohin sie sich in Zukunft bewegen wird. Luft bewegt sich allerdings schnell: In einem Tag legt sie etwa die Strecke von Madrid bis Bern zurück, in einer Woche sogar die Distanz von Texas oder Madagaskar bis in die Schweiz. Bei solch großen Entfernungen führen selbst kleinste Ungenauigkeiten in den Ausgangsdaten zu erheblichen Abweichungen im Ergebnis – und damit zu falschen Wetterprognosen. Da es unmöglich ist, den genauen Zustand des Wetters überall auf der Welt perfekt zu erfassen, lassen sich kleine Fehler in den Berechnungen nicht vermeiden. Das bedeutet: Nach einem gewissen Zeitraum wird jede Wetterprognose zwangsläufig unzuverlässig.

  33. 68

    Was hat der Guggiföhn mit dem Skirennen zu tun?

    Der Guggiföhn kann den Skirennen am Lauberhorn einen Strich durch die Rechnung machen. Strömt der Südföhn im richtigen Winkel über das Jungfraujoch, kann sogenannter Guggiföhn entstehen. Dieser sorgt für stürmische, manchmal sogar orkanartige Böen im Bereich des Guggigletschers sowie am gegenüberliegenden Lauberhorn.

  34. 67

    Welche Temperatur spürt Marco Odermatt am Chuenisbergli?

    Die Rennfahrer am Chuenisbergli kämpfen auch mit den Temperaturen. Sie bestreiten den Riesenslalom bei einer Lufttemperatur von rund -3 Grad bei Spitzengeschwindigkeiten von etwa 100 km/h. Aber nicht nur der Windchill-Effekt nimmt Einfluss auf die gefühlte Temperatur. In der zweiten Kalenderwoche war Schlottern angesagt. -37 Grad auf der Alp Hintergräppelen oder -14 Grad in Bern und in Zürich bleiben uns in Erinnerung. Zwar wurde es auf Freitag vorübergehend milder, aber gleichzeitig kam der Wintersturm GORETTI und wirkte mit dem Windchill- Effekt auf unser Temperaturempfinden. Auf Samstag strömt wieder kältere Luft zur Schweiz und nun stehen die Grossen rennfahrer in Adelboden am Chuenisbergli am Start. Sie kämpfen nicht nur mit der schwersten Slalomstrecke der Welt, sondern auch mit den Temperaturen. Sie bestreiten den Riesenslalom bei einer Lufttemperatur von rund -3 Grad bei Spitzengeschwindigkeiten von etwa 100 km/h. Aber der Windchill-Effekt ist nur einer von vielen Einflüssen wie wir die Temperatur fühlen.

  35. 66

    Gehört bei den Prognosen das Engadin zum Süden?

    Wo finden Engadinerinnen und Enagdiner sowie Leute die dort Ferien machen die passenden Wetterprognosen? Mit den Informationen für den Süden resp. die Alpensüdseite ist man oft schlecht bedient. Wie wird das Wetter im Engadin? Einige Leute konsultieren dazu den Wetterbericht für den Süden. Doch bei diversen Wetterlagen unterscheidet sich das Wetter im Engadin deutlich vom Wetter auf der Alpensüdseite. Als inneralpines Tal gibt es im Engadin sowohl Wettereinflüsse aus Norden als auch aus Süden. Und sogar innerhalb des Engadins gibt es grosse Gegensätze. Das Unterengadin ist etwas häufiger von Norden her beeinflusst, das Oberengadin oft auch aus Süden.

  36. 65

    Rückblick auf das Wetterjahr 2025

    Wir schauen zurück auf die bemerkenswerten Wetterereignisse von 2025: Von Schnee über Gewitter, Sturm bis Martini-Sommer. Eines voraus: Das Jahr 2025 wird voraussichtlich als das viertwärmste seit Messbeginn enden, dies gemäss Berechnungen des Bundes. Besonders mild und auch schneearm waren die ersten drei Monate. Heiss wurde es im Juni und August, etwas weniger sommerlich im Juli. Viel Wetter brachte besonders auch der November.

  37. 64

    Hat das Christkind Weisse Weihnachten erlebt?

    Die Weihnachtsgeschichte wie sie in der Bibel geschrieben steht, macht keinen Hinweis auf Schnee. Auch klimatologisch ist Schnee in Bethlehem eher die Ausnahme. Weisse Weihnachten sind vermutlich eine Erfindung der letzten 200 Jahre. Liest man die Weihnachtsgeschichte in der Bibel, ist der einzige Hinweis auf das damalige Wetter der Stern, welcher zum Christkind führt. Ob Schnee am Boden lag oder nicht, bleibt unklar. Die Wintermonate in Bethlehem sind zwar oft nass, aber es ist deutlich wärmer als bei uns. Schnee kommt vor, ist aber selten. Einer der ersten, der das Bild der Weissen Weihnachten geprägt hat, ist der Autor Charles Dickens mit "A Christmas Carol" von 1843.

  38. 63

    Möhlin-Jet

    Als Möhlin-Jet bezeichnet man in der Schweiz einen aus dem Fricktal kommenden Südostwind, der dafür sorgt, dass sich im Winter am Jura-Nordfuss im Raum Basel keine geschlossene Nebeldecke bildet.

  39. 62

    Samichlaus

    Die heutige Wetterfrage steht ganz im Zeichen des Samichlauses und kommt draum als Sprüchli daher. ... Uf mina Wettercharta da gsehni, plusgrad gits sogar in Rovaniemi wenigstens tuats döt oba no knapp schneia bi üs ischs räga, das isch doch zum schreia. ... Drum bitte bitte liaba chlaus, chasch dafür sorga Dass wenigstens d Christchindli a ladig Schnee tuat bsorga?

  40. 61

    Warum liegt die Schneefallgrenze nicht einfach bei null Grad?

    Die Reise der Schneeflocken von weit oben bis zur Schneefallgrenze ist komplex. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsintensität und Wind entscheiden, wie weit Schneeflocken unter die Nullgradgrenze fallen können. Die Schneefallgrenze ist die Höhe, in der Schneeflocken auf ihrem Weg zur Erde zu Regen werden. Genauer gesagt die Höhe, in der Niederschlag zur Hälfte als Schneeflocken und zur Hälfte als Regentropfen fällt. Auf den ersten Blick scheint das einfach: Dort, wo die Temperatur über null Grad steigt. Doch tatsächlich ist dieser Übergang ein komplexer Prozess. Schneeflocken schmelzen nicht sofort, sondern langsam – es entsteht ein Mischbereich aus Schnee und Regen. Normalerweise liegt die Schneefallgrenze 200 bis 400 m unter der Nullgradgrenze. Bei trockener Luft kann sie durch Sublimation deutlich tiefer sinken – in Extremfällen sogar 1000 m unter die Nullgradgrenze, sodass es bei +7 Grad noch schneit. Auch starke Schneefälle und der Kaltluftsee im Flachland können dafür sorgen, dass Schneeflocken weit unter die ursprüngliche Nullgradgrenze fallen. Das einfache Wort «Schneefallgrenze» wird dem komplexen Zusammenspiel nicht wirklich gerecht.

  41. 60

    Eistage

    Heute gibt es vielerorts einen Eistag. Was ist eigentlich eine Eistag und wie lange bleibt es denn kalt. Dieser und anderen kalten Fragen geht die Wetterfrage nach. Von einem Eistag spricht man in der Meteorologie, wenn die Temperaturen den ganzen Tag über unter Null Grad liegen. Es gibt noch weitere sogenannte Lufttemperaturabhängige Kenntage, z.B. der Frosttag, der Sommertag oder die Tropennacht. Lange halten die tiefen Temperaturen nicht an, schon bald wird es wieder milder.

  42. 59

    Wie kann es im November Temperaturen von fast 25 Grad geben?

    In der Schweiz gab es am Donnerstag und Freitag gebietsweise Temperaturen über 20 Grad. Mit 23.5 Grad wurde es in Delémont am wärmsten. Dies entspricht dort einem neuen Temperaturrekord für den Monat November. Solch hohe Temperaturen im Spätherbst oder Winter hängen von zwei Faktoren ab. Erstens muss in der Höhe relativ warme Luft zur Schweiz geführt werden. Zweitens ist Wind nötig, damit diese warme Luft bis an den Boden heruntergemischt und erwärmt wird. Die Sonneneinstrahlung hat zu dieser Jahreszeit nur noch einen geringen Einfluss. Am Donnerstag konnte dies sehr gut beobachtet werden. So wurden in der Delémont dank Südwestwind auch nachts Temperaturen um 20 Grad gemessen.

  43. 58

    Ist Nebel eigentlich für irgendetwas nützlich?

    Viele mögen den Nebel nicht besonders, weil er im Winterhalbjahr im Flachland die Sonne verdeckt. Doch er ist wichtig für den Wasserhaushalt von vielen Pflanzen, in einigen Regionen stellt er sogar eine Trinkwasserquelle dar. Der Nebel sorgt im Winterhalbjahr im Flachland oft für trübe Stimmung. Doch es gibt ganze Ökosysteme, die auf Nebel angewiesen sind. In Regionen mit wenig Niederschlag wird er mit Hilfe von Netzen eingefangen und daraus Trinkwasser gewonnen. Und auch in der Schweiz steigern wohl nicht wenige Bergbahnen ihren Umsatz besonders an nebligen Wochenenden.

  44. 57

    Lassen sich Hurrikane verhindern oder abschwächen?

    Hurrikane zu verhindern ist ein alter Wunsch – ob durch Impfen, Laser, Windturbinen oder gar Atombomben. Doch all diese Ideen bleiben technisch und politisch unrealistisch. Seit Jahrzehnten träumen Forschende davon, Hurrikane zu bremsen oder gar zu verhindern. Die Ideen reichen von wissenschaftlich bis skurril: Hurrikane impfen, mit Lasern beschiessen, Windturbinen einsetzen oder sogar Atombomben zünden. In den 1960er- und 70er-Jahren versuchten die USA im Projekt Stormfury, Hurrikane mit Silberjodid zu „impfen“. Dadurch sollten mehr Eiskristalle entstehen, die die Struktur des Sturms verändern und seine Winde abschwächen. Doch ob das tatsächlich funktionierte, konnte nie bewiesen werden. Auch moderne Ansätze – etwa Laserstrahlen aus dem All, die die Atmosphäre stabilisieren sollen, oder Tausende Windräder entlang der Küste – bleiben reine Theorie. Und die Idee, eine Atombombe zu zünden, hätte kaum Wirkung und wäre hochgefährlich dazu: Luft und Meerwasser würden radioaktiv verseucht. Fazit: Hurrikane lassen sich weder stoppen noch steuern – die Natur ist schlicht zu gross, zu komplex und zu mächtig.

  45. 56

    Herbststürme

    Sturmtief Benjamin hat ordentlich getobt am Donnerstag. Herbststürme sind aber grundsätzlich etwas Normales. Anfangs Woche fielen nahe Paris Baukrane um, war das auch ein Herbststurm? Die Wetterfrage geht genau dieser Frage nach. Herbststürme in der Stärke von «Benjamin» gibt es alle paar Jahre. An mehreren Stationen gehörte Benjamin zu den stärksten im Monat Oktober. Lokal aber, wie in Bière/VD, wurde mit 125 km/h seit über 30 Jahren noch nie eine so starke Böe gemessen wie am Donnerstag. Auf Korsika wurden Böen bis 169 km/h registriert. Es gab einige Verletzte durch umgestürzte Bäume. Es kam sogar ein Mensch beim Baden ums Leben, weil das Wasser durch ein Gewitter unerwartet schnell anstieg. Bereits am Montag fielen bei einem Sturm im Norden von Paris Baukrane um. Dies war aber kein Herbststrum, sondern ein Tornado, der in Zusammenhang mit einem kräftigen Gewitter enstand.

  46. 55

    Gibt es nach einem nassen Sommer mehr Nebel im Winter?

    Aktuell ist er im Flachland Dauergast: Nebel oder Hochnebel. Beeinflusst das Wetter im Sommer die Nebelhäufigkeit im Winter? Frau Werner fragt: «Sind nach dem regenreichen Sommer wiederum nebelreiche Wintermonate zu erwarten, da der Boden feucht und wassergesättigt ist?» Betrachtet man Messdaten (1890-2024), findet man praktisch keinen Zusammenhang zwischen Nebeltagen im Winter und Regen im Sommer. Dies obwohl ausreichend Feuchtigkeit wichtig ist für die Bildung von Nebel oder Hochnebel. Der Grund dürfte sein, dass sich im Winterhalbjahr bei Hochdruckwetter fast immer Nebel oder Hochnebel bilden. Die benötigte Feuchtigkeit ist meist vorhanden. Die Wetterlage entscheidet demnach über Nebel oder nicht. Andere Einflüsse sind sekundär.

  47. 54

    Wenn die Sonne Pause macht - dunkle Monate in den Alpentälern

    Die theoretischen Zeiten für Sonnenaufgang und -untergang stimmen für das Flachland recht gut. In den Alpentälern sieht es anders aus, dort sorgen die Berge im Süden bei tiefstehender Sonne für viel Schatten. Im Extremfall zeigt sich die Sonne während mehreren Monaten nicht. Im Herbst werden die Tage spürbar kürzer, aktuell beträgt die Tageslänge in Bern noch gut 11 Stunden. Doch bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember schrumpft sie um weitere 2½ Stunden. Während im Flachland die theoretischen Zeiten für Sonnenaufgang und -untergang recht gut zutreffen, machen sie für viele Alpentäler wenig Sinn. Berge im Süden decken die tiefstehende Sonne häufig ab - an einigen Orten gibt es im Winterhalbjahr während längerer Zeit keinen Sonnenstrahl. Besonders betroffen sind Orte wie Vals/GR, Emmetten/NW oder Bristen/UR, wo die Sonne teils über mehrere Monate nicht direkt sichtbar ist. Wer wissen will, wann die Sonne tatsächlich aufgeht oder untergeht - und nicht nur theoretisch - findet auf solartopo.com präzise Angaben, basierend auf einem Höhenmodell inklusive Berg- und Talprofilen. Und keine Sorge: Auch wenn die Sonne sich gerade rar macht - sie kommt wieder, spätestens im Frühling.

  48. 53

    Knapp über 0 Grad und trotzdem Frost?

    Frost ist nicht gleich Frost. Bei Luftfrost ist die Temperatur 2 m über dem Boden unter 0 Grad, bei Bodenfrost die Temperatur bei 5 cm. Der Unterschied entsteht bei klaren und windstillen Nächten durch den kalten Boden. Man unterscheidet zwischen Luftfrost und Bodenfrost: Die Lufttemperatur misst man 2 m über dem Boden, die Bodentemperatur nur 5 cm. In der Wettervorhersage und in den Apps wird nur die Lufttemperatur angegeben. Deshalb kann das Gras am Morgen gefroren sein, obwohl die App Plusgrade anzeigt. Die Ursache liegt beim Boden: In klaren, windstillen Nächten strahlt er viel Wärme ab und kühlt stark aus. Die Luft direkt darüber wird durch den Kontakt ebenfalls kalt, während die Luft in 2 m Höhe wärmer bleibt. Wolken wirken wie ein Pfannendeckel, der die Wärme zurückhält. Wind vermischt die Luft – die Temperatur bleibt ähnlich Neben Warnungen in der SRF Meteo App gibt es eine Faustregel, um Bodenfrost abzuschätzen: Bei klarer, windstiller Nacht rund fünf Grad von der Tiefsttemperatur in der App abziehen. Wer empfindliche Pflanzen schützen will, sollte sich daran orientieren.

  49. 52

    Kaltlufttropfen bringt Prognose durcheinander

    Ein Kaltlufttropfen, ein isoliertes Tief in grosser Höhe, sorgt für wechselhaftes und kühles Herbstwetter. Wettermodelle tun sich schwer, seine genaue Position und Zugbahn zu berechnen, was Prognosen ungenau macht. Ein Kaltlufttropfen ist ein abgeschlossenes Tiefdruckgebiet in der Höhe. Er wirkt wie ein Staubsauger, der das Wetter durcheinanderwirbelt und wechselhaftes Wetter bringt. Wettermodelle haben Mühe, seine genaue Lage und Bewegung zu berechnen. Dies ist vergleichbar mit einem Tropfen Öl auf heisser Suppe. Die automatisch generierte Prognose in den Wetter-Apps liefern deshalb nur ungenaue Prognosen.

  50. 51

    Warum schrumpfen die Tage im September so schnell?

    Im September merken wir es deutlich: Die Tage werden spürbar kürzer. Aber warum passiert das gerade jetzt? Am Montag die Tag-und-Nacht-Gleiche und die Sonne steht senkrecht über dem Erdäquator. Um diese Zeit ändert sich der Sonnenstand besonders rasant. Deshalb verlieren wir in einer Woche über 20 Minuten Tageslicht. In den längeren Nächten kühlt es im September immer stärker ab, vor allem wenn es sternenklar ist. Doch tagsüber kann es weiterhin sommerlich warm werden. Speziell in diesem Jahr wurden neue Septemberrekorde aufgestellt.

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Wie entsteht der Gugiiföhn, weshalb werden auf dem Jungfraujoch immer die stärksten Winde gemessen, weshalb sinken die Temperaturen in La Brevine teilweise auf unter minus 30 Grad oder wie entstehen die kleinen Windteufel?Das Wetter und seine vielfältigen Phänomene beeinflusst unser Leben, macht es vielfältig, hinterlässt aber auch viele Fragezeichen.Jeweils am Samstagmorgen um 9.15 Uhr beantworten die Meteorologen von SRF Meteo Ihre Fragen zum Wetter.Teilen Sie uns deshalb Ihre Wetter-Beobachtung mit, die Sie im Verlauf der Woche in Ihrer Wohnregion oder auf einer Reise gemacht haben und sie ins Staunen versetzt haben.

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