PODCAST · fiction
Wie es ist
by Nachklang FM
Thu sitzt nach Ladenschluss an ihrer Nähmaschine und kürzt die Anzughose ihres Sohnes für den nächsten Morgen im Rathaus. Olli hat nach neun Jahren auf der Straße wieder eine eigene Wohnung. Er sitzt neben einer Matratze auf dem Boden und spricht eine Nachricht auf sein Handy. „Wie es ist“ erzählt von solchen Momenten, jeweils aus der Sicht eines einzelnen Menschen.Die Hörgeschichten für Erwachsene von Nachklang FM sind erfundene Monologe, deren Lebensumstände und Details recherchiert werden. Die Figuren sprechen mit dem Hund, einer vertrauten Maschine, einem schlafenden Kind oder sich selbst. Während sie etwas Alltägliches tun, erzählen sie von ihrem Leben, schweifen ab und kommen auf Dinge zurück, die sie beschäftigen.Eine Folge dauert meist etwa zehn Minuten. Es geht um Arbeit, Familie, Neuanfänge, Einsamkeit und Zugehörigkeit, erzählt mit dem Wortschatz und dem Humor der jeweiligen Figur. Manchmal reicht eine Bemerkung über eine zu lange Hose, um zu verstehen, warum der nächste
Episodes
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Wie es ist, nach neununddreißig Jahren Deutsche zu werden
Ein Abend im September, nach Ladenschluss in einer Änderungsschneiderei in Rostock. Thu kürzt die Anzughose ihres Sohnes für morgen früh im Rathaus, und ihre alte Nähmaschine hört zu, wie seit 1988. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme. Wenn es dir nicht gut geht:...
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Wie es ist, als Lokführer nach einem Personenunfall wieder allein zu fahren
Ein grauer Novembermittag an einem kleinen Endbahnhof in der Altmark. Ulf hat elf Minuten Wendezeit, geht durch den leeren Zug nach vorn und sieht schon die Kurve, hinter der die Strecke zurückführt. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme. Wenn es dir nicht gut geht:...
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Wie es ist, nach viereinhalb Jahren aus dem Gefängnis zu kommen
Kurz nach acht, an der Haltestelle gegenüber der Anstalt. Dirk hat eine Tüte mit seinen Sachen, eine Jacke für September und einen Umschlag mit Geld, und der Bus kommt in zwölf Minuten. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.
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Wie es ist, an Silvester als Schornsteinfegerin Glück zu bringen
Silvester, kurz vor dem Dunkelwerden, auf dem letzten Dach des Jahres: Franzi kehrt die Esse eines Kachelofens, unten zünden die Kinder die ersten Knallerbsen, und seit dem Morgen will ihr jeder an die goldenen Knöpfe fassen. In ihrer Jackentasche steckt seit Wochen ein Formular, das sie noch…
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Wie es ist, im Morgengrauen ein Rehkitz vor dem Mähwerk zu retten
Kurz vor Sonnenaufgang, Ende Mai, am Rand einer Wiese im Münsterland: Svenja hat ein Rehkitz aus dem nassen Gras geholt und wartet mit ihm unter der Hecke, bis der Bauer durch ist. Um acht muss sie los, um neun hat sie einen Termin. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.
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Wie es ist, am letzten Tag der Saison das Freibad abzuschließen
Der letzte Badetag im Waldfreibad geht zu Ende, und Schwimmmeisterin Elke macht nach dreiunddreißig Sommern ihre Runde: Fundkiste, Sprungturm, Liegewiese, Kasse, Drehkreuz. Im Becken schwimmt die Stockente, die sie den ganzen Sommer jeden Morgen mit dem Kescher verscheucht hat. Eine erfundene...
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Wie es ist, das Licht aus dem eigenen Geburtsjahr zu sehen
Eine Februarnacht im Havelland, minus neun Grad. Nach der Führung bleibt Ilona allein in der Kuppel der Volkssternwarte, wartet auf die Minute, in der sie vor fünfundsechzig Jahren auf die Welt kam, und hat die Frage eines Mädchens im Kopf, die sie nicht beantworten konnte. Eine erfundene...
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Wie es ist, mit einundsiebzig zum ersten Mal das Meer zu sehen
Fünfzig Jahre lang hat Xaver im Bayerischen Wald jeden Morgen und jeden Abend seine Kühe gemolken, Sonntag wie Feiertag. Jetzt steht er an einem stürmischen Novembermorgen allein am Strand vor dem Deich, seine Frau sitzt noch beim Frühstück, und in seiner Jackentasche steckt ein altes Senfglas....
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Wie es ist, die erste eigene Tomate zu ernten
Ein Morgen im Hochsommer, kurz vor sechs, in einer Kleingartenkolonie in Hannover. Marcel, erste Saison nach fünfeinhalb Jahren Warteliste, gießt seine Tomaten, erzählt dem Gartenzwerg Bodo von Gartenordnung, Hecke und Nacktschnecken und lässt die erste rote Tomate noch ein bisschen hängen. Eine...
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Wie es ist, zum ersten Mal allein auf den Enkel aufzupassen
Zum ersten Mal seit der Geburt gehen Tochter und Schwiegersohn ins Kino, und Heike, Standesbeamtin aus der Pfalz, bleibt mit dem sieben Wochen alten Anton allein: mit einem Plan in Klarsichthülle, einer Kamera im Regal und einem Wäscheständer voller winziger Bodys. Zwischen Rückenlage, Rauschen…
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Wie es ist, mit sechsundvierzig lesen zu lernen
Jochen ist Gerüstbauer, Vorarbeiter einer Kolonne, und sitzt an einem Winterabend im Hobbykeller über einem Kinderbuch, einen Zollstock unter der Zeile und das Handy als Aufnahmegerät daneben. Morgen will er seiner Tochter die Geschichte von der Maus im Kirchturm vorlesen, Wort für Wort, so wie…
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Wie es ist, als Bestatterin jemanden ohne Angehörige zu verabschieden
Ein Vormittag in Ostfriesland, es regnet die ganze Woche. Tomke, Bestatterin in dritter Generation, stellt in der Halle Stühle und Kerzen für einen Mann auf, für den das Amt die Bestattung veranlasst hat, und weiß nicht, ob um zehn jemand kommt. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit…
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Wie es ist, mit sechsundfünfzig den eigenen Imbiss zu eröffnen
Dreiundzwanzig Jahre lang hat Steffen Lastzüge durch Europa geschickt, dann ging die Spedition pleite. Heute um elf schließt er zum ersten Mal seinen eigenen Imbiss an der Einfahrt zum Gewerbegebiet auf, und bis dahin müssen das Fett geschmolzen, fünf Kilo Zwiebeln geschnitten und der Preis für…
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Wie es ist, jeden Morgen für die Tafel Lebensmittel einzusammeln
Kurz nach sieben im Ruhrgebiet, mitten im Hochsommer: Bernd, Betriebselektriker in Rente, holt mit dem alten Kühlwagen der Tafel Brot, Joghurt und Erdbeeren von den Rampen und redet dabei mit dem Wagen, der auf alles mit Piepen antwortet. Heute fährt auf dem Beifahrersitz ein laminierter Zettel...
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Wie es ist, als Krankenschwester nicht mehr zu können
Halb sieben im Keller, nach der vierten Nacht in Folge. Birgit sitzt mit einem Schuh in der Umkleide, neben ihr ein Ableger der Grünlilie von der Station, und eigentlich müsste sie nur noch nach Hause. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.
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Wie es ist, mit fünfundsiebzig noch Taxi zu fahren
Vier Uhr morgens in Neukölln. Moni, fünfundsiebzig, hat die Uhr ausgemacht, weil ihr Fahrgast auf dem Rücksitz eingeschlafen ist. Während sie wartet, erzählt sie ihm, was sie noch keinem erzählt hat. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.
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Wie es ist, nach sechs Jahren wieder trinken zu dürfen
Sechs Jahre Dialyse, sechs Jahre jeder Schluck abgemessen. Jetzt hat Dennis eine neue Niere, und die ist von seiner Frau. Um halb fünf steht er in der Küche, lässt den Hahn laufen und erzählt der Niere, wie es war. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.
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Wie es ist, den eigenen Vater mit Demenz zu pflegen
Die letzte Nacht, bevor sein Vater ins Heim zieht. Hauke steht mit dem Bügeleisen neben dem Bett und bügelt Namensetiketten in die Wäsche, während draußen der Herbststurm über den Deich geht. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme. Wer selbst pflegt und nicht mehr…
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Wie es ist, zu erfahren, dass der eigene Sohn gemobbt wird
Um fünf nach fünf findet Kerstin neben ihrer Kaffeetasse das Handy ihres Sohnes, einen Zettel mit dem Code und einen Ordner mit dem Namen Vulkane. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme. Für Eltern, die nicht weiterwissen: Elterntelefon der Nummer gegen Kummer, 0800 111 0…
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Wie es ist, das Cochlea-Implantat eingeschaltet zu bekommen
Nach sechs Jahren Taubheit wurde Sanne heute das Cochlea-Implantat eingeschaltet. Jetzt sitzt sie im Regen auf dem Klinikparkplatz in ihrem Auto und traut sich noch nicht loszufahren, weil plötzlich alles Geräusche macht. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.
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Wie es ist, wieder einen Namen an der Klingel zu haben
Die erste Nacht in der eigenen Wohnung nach neun Jahren auf der Straße. Olli sitzt auf dem Boden neben einer Matratze in Folie und spricht seiner Schwester etwas aufs Handy, das er seit Jahren nicht gesagt hat. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.
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Thu sitzt nach Ladenschluss an ihrer Nähmaschine und kürzt die Anzughose ihres Sohnes für den nächsten Morgen im Rathaus. Olli hat nach neun Jahren auf der Straße wieder eine eigene Wohnung. Er sitzt neben einer Matratze auf dem Boden und spricht eine Nachricht auf sein Handy. „Wie es ist“ erzählt von solchen Momenten, jeweils aus der Sicht eines einzelnen Menschen.Die Hörgeschichten für Erwachsene von Nachklang FM sind erfundene Monologe, deren Lebensumstände und Details recherchiert werden. Die Figuren sprechen mit dem Hund, einer vertrauten Maschine, einem schlafenden Kind oder sich selbst. Während sie etwas Alltägliches tun, erzählen sie von ihrem Leben, schweifen ab und kommen auf Dinge zurück, die sie beschäftigen.Eine Folge dauert meist etwa zehn Minuten. Es geht um Arbeit, Familie, Neuanfänge, Einsamkeit und Zugehörigkeit, erzählt mit dem Wortschatz und dem Humor der jeweiligen Figur. Manchmal reicht eine Bemerkung über eine zu lange Hose, um zu verstehen, warum der nächste
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