PODCAST · history
Zeitfluss – dem Dorfbach entlang
by Kulturelle Vereinigung Küsnacht
Der Audiowalk führt vom Ortsmuseum Küsnacht bis zum See. An dreizehn Hörstationen erwecken jeweils neue Figuren und Geschichten den Ort zum Leben. Historische Fakten und Erinnerungen der Küsnachter Bevölkerung werden zu unterhaltsamen Szenen verwoben. Sowohl Vertrautes als auch Unbekanntes kann so neu wahrgenommen werden. Vier Rätselfragen richten den Blick auf Details und ergänzen den Spaziergang. Falls Sie eigene Erinnerungen an einen Ort auf der Route haben, laden wir Sie ein, diese auf unserer Homepage einzutragen. Informationen und Zugriff unter: www.audiowalk-kuesnacht.ch
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Station 11
Station 11
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Station 13
HornDas Küsnachter Horn hat im Laufe der Zeit erwähnenswerte Veränderungen erfahren. Bis 1938 diente es als Lagerplatz für Kies und Sand, zuvor wurden hier sogar Tierkadaver vergraben, was jedoch 1762 aufgrund militärischer Inspektionen untersagt wurde. Vom benachbarten Schiessstand aus wurde auf aufgestellte Schützenscheiben gezielt. Am Ufer, wo sich heute ein Kiesstrand befindet, stand ein Spritzenhäuschen, das zeitweise als Arrestlokal genutzt wurde. Später wurde die Anlage für Veranstaltungen wie das Fasnachtsfeuer, die Feier zum 1. August und die «Chilbi» genutzt, bei der Seiltänzer auf einem bis unters Dach des Streuli-Hauses gespannten Schrägseil auftraten. In den Jahren 1966/67 wurde die 1939 angelegte Parkanlage, wo das Baden und Betreten des Rasens untersagt war, in eine öffentliche Grünanlage umgestaltet.
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Station 12
Auf der Hornweg-BrückeAm Ende der Dorfstrasse, wo der Küsnachter Dorfbach in den See mündet, wurde 1967 die Küsnachter Hornanlage am Delta des Tobelbachs grosszügig umgebaut. Es entstanden grössere Grünflächen, um den Blick auf den See und den Bach freizugeben, ein Zugang zum Wasser wurde und mehr Sitzgelegenheiten wurden geschaffen, ein grosser Spielplatz mit Sandfläche wurde errichtet, und die Anlage wurde so gestaltet, dass sie wenig Pflege benötigt und von der Bevölkerung ohne Verbote genutzt werden kann. 2015 wurde der Spielplatz in der Hornanlage gesamthaft erneuert. Ein überdimensionierter Tintenfisch und unterschiedliche Spielelemente wie Rutschen, Schaukeln, Seile, Balancierstämme und Wasserspiele laden zum Klettern und Spielen ein.
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Station 10
Standort 10 In der Unterführung der SeestrasseBis Ende der 1960er Jahre kannte der Weg vom Horn ins Dorf zwei Gefahrenzonen: erstens die breite Seestrasse und zweitens den Bahnübergang. Die Seestrasse zwischen Tiefenbrunnen und Küsnacht wurde 1838 fertiggestellt. Anfänglich war sie eine Naturstrasse und wurde 1910 versuchsweise geteert. Obwohl die Gefahren heute gemildert sind, bleiben die Seestrasse und die Eisenbahnlinie markante Einschnitte im Ortsbild.
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Station 9
«Falkenplatz», auf der Treppe beim Haus Nr. 18In den späten 1960er Jahren wurden das seeseitige Nachbarhaus sowie das Barrieren-Wärterhäuschen beim Bahnübergang aufgrund der Bahngeleise-Erweiterung abgerissen.Im unteren Hausteil des Hauses Dorfstrasse 20 befand sich Anfang der 1900er Jahre ein Comestibles-Geschäft mit Weinhandlung der Familie Minelli (heute Terlinden). Der Bruder des Malermeisters war der legendäre Fussballspieler Severino (Sevi) Minelli, der von 1930 bis 1944 in der Schweizer Nationalmannschaft spielte.Ende der 1880er Jahre wurde anstelle einer Scheune der Schnapsbrennerei Schlumpf, in der Trester und Jauche gebrannt wurden, das Hotel-Restaurant Falken, Dorfstrasse 22, errichtet. Der neue Hotel-Saal wurde 1889 für die erste katholische Messe genutzt, und ab 1940 war das Restaurant Falken das Klublokal des Fussball-Clubs Küsnacht (FCK).
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Station 8
Dorfstrasse 28, Biologie-Haus, Villa neben Semihalle, Mediothek, KlassentraktDie Seminarreben bilden gemeinsam mit den Gebäuden der Kantonsschule eine harmonische Einheit. Hierzu gehört das Biologie-Haus, das ursprünglich vor 1848 eine Scheune war. 2001 wurde es renoviert und dient nun als Raum für den Biologieunterricht. Die «Italienische Villa», ein Jugendstilgebäude, dient seit 1895 als «Musentempel» für die Fachschaften Bildnerisches Gestalten, Werken, Musik und Sologesang. Das Gebäude wurde 1989 unter denkmalpflegerischen Auflagen aufwändig restauriert. 1878 wurde hier die erste Turnhalle des Kantons erbaut, ein Backsteinbau mit je sechs Rundbogenfenstern nach Plänen von Kantonsbaumeister Otti Weber, einem Schüler von Gottfried Semper. Die alte Turnhalle wurde 1999 restauriert und in die «Semihalle» umgewandelt, einen Aufenthalts- und Veranstaltungsbereich für Schüler.1999 wurde die Mediothek, ein Holz- und Glasbau und preisgekrönter Minergiebau, gebaut.2007 ging mit dem Bezug des neuen Klassentrakts das «Barackenzeitalter» zu Ende. Die Schule hatte jahrzehntelang mit zahlreichen Provisorien, den «Baräggli», auskommen müssen, die dem Seminar mit ihrer Romantik im Grünen lange ihren eigenen Charme verliehen hatten.RebenAuf rund vier Hektaren auf dem Gelände der Kantonsschule Küsnacht und im Gebiet Giesshübel werden vorwiegend Riesling und Clevner angebaut, mit einem durchschnittlichen Jahresertrag von etwa 28’000 Litern Wein. Die ersten Erwähnungen von Reben in Küsnacht stammen aus dem Jahr 1262. Die Küsnachter Weinberge waren hauptsächlich im Besitz auswärtiger Herren, Klöster, Adliger und später Bürger der Stadt Zürich.Die Seminar-Reben, einst Teil des Kirchguts und später im Besitz des Zürcher Stadtstaates, gehörten von 1358 bis 1531 zur Johanniterkomturei. 1894 zählte Küsnacht mit 136,2 Hektaren Rebfläche zu den grössten Reb-Gemeinden des Kantons, mit 287 Besitzern, darunter auch Handwerker. Die Hauptsorte war Räuschling.Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahmen die Erträge und die Rebfläche ab: 1910 betrug sie noch 79 Hektaren, 1930 nur noch 16 Hektaren, und seit 1950 sind es nur noch vier Hektaren. Gründe hierfür waren Fröste, ungünstiges Wetter während der Blütezeit, Krankheiten sowie der Bau der Eisenbahn, der den Import preiswerterer Weine ermöglichte. Die steigende Nachfrage nach Bauland führte dazu, dass viele Bauern ihre Reben rodeten und die Landwirtschaft aufgaben.
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Station 7
Dorfstrasse 30, ehemaliges Johanniterhaus, heutige KantonsschuleVon der Dorfstrasse führt eine Brücke, früher war es eine gedeckte Holzbrücke, zum Hof des Johanniterhauses mit dem stattlichen, sechseckigen Brunnen aus dem Jahr 1781. Der Kern wurde nach 1358 als Komturei der Bubiker Johanniter gebaut. Nach der Reformation residierte hier der Amtmann der Stadt Zürich, bevor 1834 das Lehrerseminar einzog, nachdem tiefgreifende Umbauten für den Schulbetrieb vorgenommen worden waren. 1979 eröffnete die Schule ein neusprachliches Gymnasium. 1998 wurden ein musisches und neusprachliches Profil und 2003 der Immersionsunterricht eingeführt. Im April 2018 wurden während Sanierungsarbeiten im Westflügel unter dem 1834 errichteten Singsaal insgesamt 55 Gräber entdeckt. Der Saal befindet sich auf dem früheren Gelände des Friedhofs, der im Mittelalter die Dorfkirche umgab. Von den identifizierbaren 37 Skeletten datierten die ältesten aus dem 9. bzw. möglicherweise sogar dem 8. Jahrhundert.
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Station 6
Wandel der DorfstrasseVom Dorfplatz bis zum «Falkenplatz» erstreckt sich entlang der rechten Bachseite eine geschichtsträchtige Häuserzeile mit historischer Bausubstanz, die von den Überschwemmungskatastrophen und den baulichen Veränderungen der 1950er und 1960er Jahre verschont geblieben ist. Die ältesten Gebäude stammen aus den Jahren 1606 und 1651. Die dazugehörigen Gärten entlang des Bachs bieten einen harmonischen Freiraum, und die gemischte Nutzung mit unterschiedlichen Angeboten in den Erdgeschossen belebt den Ortskern.Seit den 1940er Jahren hat sich die Ladenlandschaft in Küsnacht erheblich verändert. Damals gab es in Küsnacht 9 Bäckereien/Konditoreien, 6 Metzgereien, 1 Kuttlerei, 2 Charcuterien, 5 Milchläden, 18 Gärtnereien, 16 Lebensmittel-/Kolonialwarenläden und 29 Wirtschaften/Restaurants/Cafés. Seither hat eine gewisse Verlagerung hin zur Spezialisierung stattgefunden. Trotz dem Einfluss von Grossverteilern und dem Online-Boom zeigt Küsnacht im Vergleich zu anderen Gemeinden weiterhin eine vielfältige Ladenlandschaft.
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Station 5
DorfbrunnenAuf Küsnachter Gemeindegebiet gibt es über siebzig Brunnen. Im Mittelalter wurden Brunnen mit Quellwasser durch hölzerne Leitungen («Teucheln», «Tüüchel») versorgt, die meist Privateigentum waren und von mehreren Familien geteilt wurden. Später bildeten Bewohner gemeinsame Brunnengenossenschaften, um Quellwasser zu nutzen, das dann in Brunnenstuben aufgeteilt wurde. Im Jahr 1911 übernahm die Politische Gemeinde Küsnacht die privaten Genossenschaften, und die Wasserversorgung wurde ausgebaut. Heute sind 22% des in Küsnacht konsumierten Wassers Quellwasser, 3% Grundwasser und 75% Seewasser.
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Station 4a & 4b
DorfplatzIm Laufe der Jahre hat sich der Dorfplatz stark verändert, insbesondere durch die Eröffnung der Zürichsee-Bahn und den Ausbau der Seestrasse. Dies erforderte die Verbreiterung von Gassen im Dorfzentrum, was zum Verlust historischer Gebäude wie dem „Leimgruber-Haus“ (1912) und der „Heimat“, hinter der reformierten Kirche an der Unteren Heslibachstrasse, führte.1824 wurde der alte Teil des Gemeindehauses anstelle des Gesellenhauses erbaut und 1917 umgebaut. Beim Bau des Erweiterungsbaus des Gemeindehauses und Dorfplatzes im Jahr 1957 mussten das historische Zürichsee-Haus „Abeggen-Haus“ (Baujahr 1643), die Liegenschaften Am Bach 1 und 3 sowie die alte Schmiede mit angeschlossener Schlosserwerkstätte abgerissen werden. Der Brunnen von 1781 mit der Rokokosäule wurde wieder in Bachnähe versetzt. Die Sanierung im Jahr 2013 verlieh dem Dorfplatz ein neues Aussehen.Reformierte KircheDie Kirche, erstmals 1188 als Ecclesia de Chusennacho erwähnt, entstand aus einer Kapelle. 1336 wurde sie zur dreischiffigen Basilika erweitert und 1358 zur Johanniterkomturei Küsnacht. Die Konventsgebäude wurden 1411 erweitert. Das heutige spätgotische Aussehen erhielt die Kirche 1482, inklusive eines neuen Chors und Wandmalereien. 1524 wurde eine hölzerne Empore eingebaut. 1755 wurde der Turm durch einen massiveren ersetzt, 1857 im neugotischen Stil umgestaltet. 1886/87 erhielt das Kircheninnere sein heutiges neugotisches Aussehen. Renovationen erfolgten 1939/40, 1983/84 und 2012.
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Station 3b
Am Bach 7Gegenüber des «Hauses Egli», auf der linken Bachseite das ehemalige Doppelbauernhaus aus dem 16. Jahrhundert, steht das Haus Am Bach 7, Baujahr 1767, welches mit einer Markierung den Hochwasserstand der Überschwemmung von1778 zeigt. Das Haus des damaligen Metzgers und Geschworenen Joh. Boller, in welchem in zwei Stuben der Metzger, seine Frau und drei Kinder sowie seine drei Knechte lebten, konnte den Überschwemmungen standhalten.
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Station 3a
ÜberschwemmungenNeben verschiedenen Hochwassern des Küsnachter Tobelbaches sind besonders die verheerenden Überschwemmungen von 1778 und 1878 in Erinnerung. Am 8. Juli 1778 wurde der Dorfkern schwer getroffen, wobei viele Häuser von Handwerkern sowie die Untermühle, das Sägewerk und die Tobelmühle zerstört wurden. Diese Katastrophen führten zur Verbauung des Baches in mehreren Etappen, darunter Begradigung, Befestigung mit Mauern und spätere Abtreppung. Im Jahr 2023 wurden die Schwellen im Dorfbach durch ein neues Bauwerk ersetzt und Fischtreppen installiert, da der Dorfbach Küsnacht als eines der wichtigsten Seeforellengewässer gilt.
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Station 2
Tobelweg 1, Ortsmuseum Küsnacht und Musikschule KüsnachtDie Wasserkraft des Tobelbaches wurde früher zur Versorgung der ehemaligen Spinnerei am Tobelweg 2-4 genutzt. Von dort wurde das Wasser in das Untergeschoss der Obermühle am Tobelweg 1 und teilweise in das benachbarte Sägewerk umgeleitet, bevor es in den Dorfbach zurückgeführt wurde. Die Obermühle, eine von drei Mühlen im alten Küsnacht, wurde 1567 und 1616 erbaut. Im Juli 1778 löschte eine Überschwemmungskatastrophe das Leben der Müllerfamilie aus. Die Obermühle überstand die Flut, aber die Sägerei und die Scheune mit Schweinestall wurden weggerissen. Der Mühlenbetrieb endete 1876, und das Gebäude wurde zu bescheidenen Wohnungen umgebaut. Das Untergeschoss wurde ab 1906 von der Firma Deco AG als Lagerplatz genutzt. Von 1913 bis 1951 diente die Obere Mühle als Gemeindebad. 1976 wurde die Restaurierung der Oberen Mühle sowie der ehemaligen Spinnerei entschieden, und zusätzlich wurde beschlossen, das Gebäude als Ortsmuseum und Musikschule zu nutzen.
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Station 1
TobelbachDas Küsnachter Tobel entstand nach dem Rückzug des Rhein-/Linthgletschers am Ende der letzten Eiszeit. Der grosse Findling «Alexanderstein», ein Taveyannaz-Sandstein von etwa 180 t aus dem Glarnerland, wurde dabei hinterlassen. Der Küsnachter Dorfbach erstreckt sich über ein Einzugsgebiet von 12,8 km2 und galt als der mächtigste Bach an der Pfannenstielflanke. Aufgrund von Hochwasser und Überschwemmungen im Dorf Küsnacht wurde der Bach in mehreren Phasen gesichert. Er wurde begradigt, in ein mit Mauern befestigtes Gerinne geleitet und mit rund 100 Sperren versehen, um das Gefälle zu minimieren, die Fliessgeschwindigkeit zu reduzieren und die Erosionskraft zu brechen.
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