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#12 Großmutter aus Düren

Episode 12 of the Der Wandel entlang des RurUfer-Radwegs podcast, hosted by RurUfer-Radweg, titled "#12 Großmutter aus Düren" was published on July 6, 2021 and runs 5 minutes.

July 6, 2021 ·5m · Der Wandel entlang des RurUfer-Radwegs

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Düren ist heute eines der führenden Zentren der Papierindustrie in Europa. "Hier in der Schublade müsste doch irgendwo das Briefpapier mit dem schönen Wasserzeichen sein. Ach ja, hier. Mein alter Füllfederhalter liegt hier, sehr gut. So jetzt aber: Meine liebste Enkelin Sophie, du hast mich in deinem letzten Brief gefragt, woher das schöne Papier stammt auf dem ich dir immer meine Briefe schreibe. Das will ich dir gerne sagen, aber ausholen muss ich auch ein wenig: Angefangen hat alles mit unserer Rur, die ich auch gerade so schön durch das offene Fenster vor mir glucksen höre. Denn, wie du vielleicht weißt, braucht es gutes Wasser, um gutes Papier herzustellen. Und weil für diesen Prozess sehr viel und vor allem weiches, also kalkarmes Wasser gebraucht wird, hat hier an der Rur, die diese Voraussetzungen hat, schon vor über 400 Jahren die Papierherstellung in den ersten Papiermühlen begonnen. Durch das milde Klima in unserer Gegend wuchsen auf den Feldern um Düren die Flachspflanzen besonders gut. Aus diesen hat man Leinen gewonnen und daraus Kleidung gemacht. Wenn die Kleidungsstücke verschlissen waren, wurden sie Lumpen genannt und waren bei Papiermachern begehrt, denn diese waren früher der Hauptrohstoff zum Papiermachen. Und um auf einem Briefpapier mit dem Füllfederhalter schreiben zu können, muss das Papier mit Leim bestrichen werden. Sonst könntest du gar nicht lesen, was ich schreibe, weil die Tinte verlaufen würde. Die Papiermacher kochten früher ihren Leim aus Schafsfüßen, denn Schafe gab es hier an der Rur ebenfalls zuhauf. Die Wolle der Schafe wurde nämlich auch zur Herstellung von Filztüchern genutzt, die gebraucht wurden um den nassen Papierbogen abzulegen und zu pressen. In den vergangenen Jahrhunderten, haben dann 70 Papiermühlen die Region hier um Düren, zum Zentrum der deutschen Papierherstellung gemacht. Das „Silicon Valley der Papierindustrie“ nennen Sie es heute, weil sich noch über 160 Firmen, mit der Papierherstellung, -verarbeitung oder -zulieferung beschäftigen. Um ihre Mühlen antreiben zu können und immer genügend Wasser für die Herstellung des Papiers zu haben, haben die Papiermüller schon sehr früh Mühlenteiche angelegt, Wehre gebaut um, damit immer einen gleichmäßigen Wasserlauf zu garantieren. Einige dieser Teiche kann man sogar heute noch sehen. Jedenfalls ist Düren schon seit langer Zeit aufgrund der guten Wasserqualität der Rur und der langen Erfahrung in der Herstellung und Verarbeitung von Papier im ganzen Land und darüber hinaus bekannt. Sogar unsere Verfassung wurde auf Papier aus der Dürener Region gedruckt. Darauf sind hier natürlich alle total stolz. Ganz viele Papierbetriebe reihen sich entlang der Rur wie Perlen auf einer Kette, und im Dürener Stadtkern steht sogar noch eine Papierfabrik, die im Jahr 1710 von „Rüttger von Scheven“ gegründet wurde. Die ist sogar noch in Betrieb! Wenn du mich mal wieder besuchen kommst, fahren wir mal mit dem Rad die Rur entlang und schauen uns die Papierlandschaft genauer an. Dann besuchen wir auch das Papiermuseum, dort wird die Geschichte des Papiers und deren Bedeutung in der heutigen Zeit präsentiert. Danach kaufe ich dir auch so ein schönes Dürener Papier, auf dem du in Zukunft deine Briefe schreiben kannst. Ich hoffe, du weißt jetzt, woher mein schönes Papier stammt und kommst mich bald wieder einmal besuchen! Liebe Grüße, deine Oma Erna So, jetzt nur noch in den Umschlag … die Briefmarke aufkleben … Mensch was nicht alles aus Papier ist … so fertig. Ach ja, fast zu schön, um ihn zu verschicken." Lust auf mehr? Dann hör Dir auch gleich noch die anderen Geschichten an! Bis bald und eine gute Fahrt für Dich auf dem RurUfer-Radweg! Infos und Tipps für Deine individuelle Tour auf dem RurUfer-Radweg findest Du auf www.rurufer-radweg.de

Düren ist heute eines der führenden Zentren der Papierindustrie in Europa.

"Hier in der Schublade müsste doch irgendwo das Briefpapier mit dem schönen Wasserzeichen sein. Ach ja, hier. Mein alter Füllfederhalter liegt hier, sehr gut. So jetzt aber:

Meine liebste Enkelin Sophie,
du hast mich in deinem letzten Brief gefragt, woher das schöne Papier stammt auf dem ich dir immer meine Briefe schreibe. Das will ich dir gerne sagen, aber ausholen muss ich auch ein wenig:

Angefangen hat alles mit unserer Rur, die ich auch gerade so schön durch das offene Fenster vor mir glucksen höre. Denn, wie du vielleicht weißt, braucht es gutes Wasser, um gutes Papier herzustellen. Und weil für diesen Prozess sehr viel und vor allem weiches, also kalkarmes Wasser gebraucht wird, hat hier an der Rur, die diese Voraussetzungen hat, schon vor über 400 Jahren die Papierherstellung in den ersten Papiermühlen begonnen. Durch das milde Klima in unserer Gegend wuchsen auf den Feldern um Düren die Flachspflanzen besonders gut. Aus diesen hat man Leinen gewonnen und daraus Kleidung gemacht.

Wenn die Kleidungsstücke verschlissen waren, wurden sie Lumpen genannt und waren bei Papiermachern begehrt, denn diese waren früher der Hauptrohstoff zum Papiermachen. Und um auf einem Briefpapier mit dem Füllfederhalter schreiben zu können, muss das Papier mit Leim bestrichen werden. Sonst könntest du gar nicht lesen, was ich schreibe, weil die Tinte verlaufen würde. Die Papiermacher kochten früher ihren Leim aus Schafsfüßen, denn Schafe gab es hier an der Rur ebenfalls zuhauf. Die Wolle der Schafe wurde nämlich auch zur Herstellung von Filztüchern genutzt, die gebraucht wurden um den nassen Papierbogen abzulegen und zu pressen.

In den vergangenen Jahrhunderten, haben dann 70 Papiermühlen die Region hier um Düren, zum Zentrum der deutschen Papierherstellung gemacht. Das „Silicon Valley der Papierindustrie“ nennen Sie es heute, weil sich noch über 160 Firmen, mit der Papierherstellung, -verarbeitung oder -zulieferung beschäftigen.

Um ihre Mühlen antreiben zu können und immer genügend Wasser für die Herstellung des Papiers zu haben, haben die Papiermüller schon sehr früh Mühlenteiche angelegt, Wehre gebaut um, damit immer einen gleichmäßigen Wasserlauf zu garantieren. Einige dieser Teiche kann man sogar heute noch sehen. Jedenfalls ist Düren schon seit langer Zeit aufgrund der guten Wasserqualität der Rur und der langen Erfahrung in der Herstellung und Verarbeitung von Papier im ganzen Land und darüber hinaus bekannt.

Sogar unsere Verfassung wurde auf Papier aus der Dürener Region gedruckt. Darauf sind hier natürlich alle total stolz. Ganz viele Papierbetriebe reihen sich entlang der Rur wie Perlen auf einer Kette, und im Dürener Stadtkern steht sogar noch eine Papierfabrik, die im Jahr 1710 von „Rüttger von Scheven“ gegründet wurde. Die ist sogar noch in Betrieb!

Wenn du mich mal wieder besuchen kommst, fahren wir mal mit dem Rad die Rur entlang und schauen uns die Papierlandschaft genauer an. Dann besuchen wir auch das Papiermuseum, dort wird die Geschichte des Papiers und deren Bedeutung in der heutigen Zeit präsentiert. Danach kaufe ich dir auch so ein schönes Dürener Papier, auf dem du in Zukunft deine Briefe schreiben kannst. Ich hoffe, du weißt jetzt, woher mein schönes Papier stammt und kommst mich bald wieder einmal besuchen!

Liebe Grüße, deine Oma Erna

So, jetzt nur noch in den Umschlag … die Briefmarke aufkleben … Mensch was nicht alles aus Papier ist … so fertig. Ach ja, fast zu schön, um ihn zu verschicken."

Lust auf mehr? Dann hör Dir auch gleich noch die anderen Geschichten an! Bis bald und eine gute Fahrt für Dich auf dem RurUfer-Radweg!

Infos und Tipps für Deine individuelle Tour auf dem RurUfer-Radweg findest Du auf www.rurufer-radweg.de

Der brand eins safari Veränderer-Podcast brand eins safari Die Teilnehmer unserer Peergroups – mittlerweile mehr als 100 Unternehmerinnen und Unternehmer – eint eine besondere Haltung: sie sind veränderungsfreudig. Der Wandel schreckt sie nicht, im Gegenteil. Sie begrüßen und treiben ihn, sind dabei offen und zuversichtlich. Alles in allem also prädestiniert, die aktuelle Krise gut zu meistern, sie (auch) als Chance zu begreifen – um zu zeigen, was im positiven Sinne möglich ist.In diesem Podcast teilen unsere Peers im Interview mit brandeins-Redakteurin Patricia Döhle ihre Erfahrungen. Arbeitswelten der Zukunft: Visionen, Chancen, Risiken Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Die Arbeitswelt von morgen wird eine andere sein als heute. Hierfür spielt die digitale Transformation eine herausragende Rolle. Die technologischen Innovationen bieten neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit, die Produktion und die Organisation von Unternehmen. Doch gerade mit Blick auf die Arbeitswelt bildet sich hier ein bekanntes Spannungsverhältnis: Für die einen bedeutet die voranschreitende Digitalisierung Hoffnung und Chance, für die anderen große Unsicherheit. Mit dem Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft ändern sich zudem Alltag, Lebensentwürfe und Werte. Wichtiges Schlagwort dafür ist etwa die Individualisierung. Auch das sich ändernde Bild von Familie und des gesellschaftlichen Zusammenlebens sowie neue Ansprüche an die Arbeit und ein neues Konsumverhalten spielen eine bedeutende Rolle. Die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und der Wandel von Kultur und Alltagsleben stehen entsprechend in einer engen Wechselbeziehung. Auch der demografische Wandel, der mitbeeinflus BE THAT CHANGE (mp3) Gabriele Oltersdorf Leben heisst Veränderung und nichts ist so beständig wie der Wandel. Gabriele Oltersdorf teilt ihre Erfahrungen und erzählt von hilfreichen Tools um Veränderungen zu meistern. InnenReise Doris Bergmann Mit diesem Podcast möchte ich einen Betrag dazu leisten, dass der Wandel in der Welt nicht nur einfach mit dir passiert, sondern auch etwas ist, was du aus deinem Inneren heraus gestaltest. Gerade wenn es im "Außen" herausfordernd für uns wird, sind wir mehr denn je gefragt bei uns zu bleiben und für uns selbst gut zu sorgen. Nicht nur für unser Wohlbefinden, sondern weil wir genau dann die Chance haben mehr Klarheit zu finden, innere Stärke zu entdecken und emotional zu wachsen! Es geht um deine Vision, die Entdeckungsreise zu dir selbst und deine persönliche Weiterentwicklung.
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