EPISODE · Feb 20, 2019 · 16 MIN
Referenzen (007)
from Abenteuer HRM
Es gibt viele Mosaiksteine, die den Rekrutierungsprozess festigen. Da sind die Bewerbungsunterlagen, die Gespräche, das Probearbeiten, die psychologischen Test, das Assessment und auch die Referenzauskünfte. Diese Puzzle- oder Mosaiksteine ergeben ein Gesamtbild anhand dessen Vorgesetzte und Personalverantwortliche Entscheide treffen können. Je mehr gesammelt wurden, desto mehr kann das Risiko von Fehlentscheidungen reduziert zu werden. Widmen wir uns heute den Referenzauskünften – dies ohne Berücksichtigung der rechtlichen Komponenten.Welchen Wert haben Referenzauskünfte? Sind sie das Zünglein an der Waage oder einfach ergänzende Entscheidungshilfen? In den 30 Jahren meiner Personaltätigkeit habe ich mehr als 1000 Referenzgespräche führen dürfen. Ob telefonisch oder persönlich – die Referenzgeber waren überwiegend sehr bemüht, den Kandidat ins beste Licht zu rücken. Neutralität, Sachlichkeit und objektive Beurteilung war die Seltenheit. Der eigene halbstandardisierte Fragebogen ist hilfreich. Jedoch ersetzt dieser nicht das feine, konzentrierte Zuhören. Das Stellen der richtigen, offenen Fragen. Insbesondere - wenn zwischen den Zeilen Bemerkungen fallen, die nicht zuzuordnen sind. LeoNeoBoy / Pixabay Welche Art Referenzauskunft hat denn tatsächlich Wert für den Personaler? Ein häufig erlebtes Szenario: Der Referenzgeber malt den Kandidaten in den schönsten Farben aus. Und jeglicher Versuch konzentrierter und konkreter zu hinterfragen, wird mit der Bemerkung des Auskunftsgebenden gestoppt: „ Ach, wissen Sie – jede weitere Rückfrage ist eigentlich unnötig. Stellen Sie diesen Top-Mann einfach an!“ Dies sind für mich schlussendlich Gesprächsnotizen, die unbrauchbar sind. Da braucht die gestandene Personalerin nicht nur Erfahrung sondern auch den Mut unpopulär zu sein. Weiter zu fragen – mit höflicher aber bestimmter Hartnäckigkeit dran zu bleiben. Für mich persönlich zeigt eine solche Referenz nur auf, wie der Referenzgeber „tickt“. Wie heisst nochmals der Spruch: „Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B «? Haben Sie schon mal selbst eine Referenzauskunft abgegeben? Oftmals werde ich selber als Referenzgeberin angegeben. Wenn dann ein Anruf kommt, und der Anrufe will nur ein paar Minuten meiner Zeit. Dann verlange ich immer die Telefonnummer und rufe zurück. Denn ich möchte mich vorbereiten. Die Personalakte nochmals anschauen, die Türen schliessen. Schliesslich ist dies eine vertrauliche Angelegenheit. Alexas_Fotos / Pixabay Das war nicht immer so bei mir …Als Berufsanfängerin im HR rief mich mal ein junger Mann an, der eine Auskunft über eine ehemalige Mitarbeiterin einholen wollte. Er gab sich als zukünftiger, potentieller Arbeitgeber aus und wollte einige Fragen beantwortet haben. Da ich in Zeitnot war, bat ich um seine Telefonnummer und den Namen der Firma, um ihn zurückzurufen. Er verweigerte mir dies mit einer eigenartigen Begründung. Letztendlich stellte ich recht schnell fest, dass diese Mitarbeiterin von einem Exfreund gestalkt wurde. Und dieser ging viele eigenartige Wege, um über sie weitere Auskünfte einzuholen. Auch das gibt es.Voraussetzung einer Referenzauskunft ist natürlich, dass der Kandidat seine Referenzgeber über einen anstehenden Jobwechsel informiert hat. Idealerweise einen Anruf von der Firma X angekündigt hat und die Stellenbeschreibung weitergeleitet hat. Das wäre vorbildlich. Leider erlebe ich dies selten. Hier mein persönlich sc
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