EPISODE · Feb 4, 2026 · 41 MIN
Wie politisch ist unser Einkaufszettel? mit Sebastian Koos
from In_equality Podcast · host Universität Konstanz - Exzellenzcluster "The Politics of Inequality"
Hosts: Marius R. Busemeyer – Professor für Vergleichende Politische Ökonomie an der Universität Konstanz und Sprecher des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“. Gabriele Spilker – Professorin für Globale Ungleichheit an der Universität Konstanz und Co-Sprecherin des Clusters. Gast: Sebastian Koos – Professor für Soziologie an der Universität Konstanz und Inhaber der Clusterprofessur „Social Movements“; er forscht u. a. zu sozialen Bewegungen und Nachhaltigkeit.EpisodenüberblickWie politisch ist unser Einkaufszettel? Und was unterscheidet „nachhaltigen“ von „politischem“ Konsum? In dieser Live-Folge – aufgenommen im Rahmen der Nachhaltigkeitstage an der Universität Konstanz – sprechen Gabriele Spilker und Marius R. Busemeyer mit dem Soziologen Sebastian Koos über Boykotte, Fair-Trade-Märkte, das Lieferkettengesetz und die Frage, ob Konsumentscheidungen tatsächlich gesellschaftlichen Wandel anstoßen können.Episoden-HighlightsPolitischer vs. nachhaltiger Konsum· Politischer Konsum: Kaufen oder Nichtkaufen als Mittel, um Unternehmen zu belohnen oder zu bestrafen (instrumentell, strategisch).· Nachhaltiger Konsum: Konsum so gestalten, dass ökologische und soziale Folgen möglichst gering bleiben.· Wichtigster Punkt: „Der nachhaltigste Konsum ist der, den man sich spart.“Ungleichheitsdimension· Anders als bei Wahlen gilt nicht „one person, one vote“, sondern wer sich beteiligen kann hängt direkt von Kaufkraft, Wissen und Zeit ab.· Aus einer Gerechtigkeitsperspektive ist politischer Konsum daher ambivalent.Wer konsumiert politisch oder nachhaltig?· Politischer/ethischer Konsum ist voraussetzungsvoll: Bildung ist ein zentraler Faktor (Information, Labels, Wissen).· Einkommen und Klassenlage spielen mit hinein: Nachhaltiger Konsum kann Status ausdrücken – ist aber selten nur Status oder nur Moral.· Geschlechterunterschiede: Frauen zeigen häufiger „positives Kaufen“, Boykotts sind etwas ausgeglichener verteilt.· „Ethischer Konsum“ bedeutet je nach sozialer Lage Unterschiedliches – von Zertifikaten bis zu „gesund und sparsam für die Familie sorgen“.Wirksamkeit und Grenzen· Forschungslage zu Boykotts: gemischte Effekte – manchmal negativ, manchmal kaum messbar, manchmal sogar positiver PR-Effekt.· Häufig entscheidend: Reputation (Naming & Shaming) statt reine Umsatzverluste.Links & QuellenMehr zum Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“: www.exc.uni-konstanz.de/inequalityWeiterführende Literatur: Bartley, T., Koos, S., Samel, H., Setrini, G., & Summers, N. (2015). Looking behind the label: Global industries and the conscientious consumer. Indiana University Press.Koos, S. (2021). Moralising markets, marketizing morality. The fair trade movement, product labeling and the emergence of ethical consumerism in Europe. Journal of Nonprofit & Public Sector Marketing, 33(2), 168-192.Koos, S. (2012). What drives political consumption in Europe? A multi-level analysis on individual characteristics, opportunity structures and globalization. Acta sociologica, 55(1), 37-57.Kontakt: [email protected] Folgen immer am ersten Mittwoch im Monat – jetzt abonnieren!
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