PODCAST
COCOYOC
by COCOYOC
"Lebens-Mittel" sind Nahrung, Wasser, Medizin, Bildung, aber auch politische, kulturelle oder ökonomische Selbstbestimmung. Näher betrachtet, zeigen sich Differenzen wie diese Ziele erreicht werden können - sprich: was bedeutet Entwicklung? Dazu berichten Vereine und NGOs von ihrer Praxis; vor Ort; mit den ProjektpartnerInnen; aber auch theoretischen Fragen und historischen Zusammenhängen gehen wir nach. Eine kollektiv produzierte Sendereihe die auf globale Fragen lokale Antworten sucht.
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José Quiñones – Musik aus Gran Chaco, Argentinien [c/o Tage des indigenen Widerstandes 2024]
Eine Stimme aus Charata, Argentinien José Quiñones spielt für die Bewohnerinnen des Gran Chaco, für jene Region, in der er zur Welt gekommen und aufgewachsen ist. Die Sendung wurde aufgezeichnet am Tag des indigenen Widerstandes der 12. Oktober, und erinnert an die Landung von Christoph Kolumbus auf den Bahamasinseln. Dieser Tag markiert den Beginn der europäischen Kolonisation, der gewalttätigen Landnahme, Vertreibung und Auslöschung indigener Gesellschaften sowie den Beginn des Widerstandes. José Quiñones mit Musik aus dem Gran Chaco in Argentinien begleitet von Nina Angamana und Manuel Galván. José spielt diverse Musikgenres, die von Chamamé bis Jazz, von Cumbia bis Rock und Folklore reichen. Er studierte in Cordoba Komposition und Gitarre und arbeitete als Lehrer für Kunst und Musik. Derzeit lebt er in Österreich und beteiligt sich an Initiativen zur Unterstützung des Aktivismus der indigenen Matako-Gwaikuru. Die Veranstaltung ist auch Teil des Forschungsprojekts Towards a Cosmovision Turn von Christina Korak und Rafael Schögler, das die Zerstörung der indigenen Kulturen durch evangelikale Missionare zum Inhalt hat. Dolmetscherinnen des Abends waren Marie-Theres Gruber und Christine Trauner. Moderatorin Katharina Angerbauer. Gestaltung und Moderation der Sendung: Walther Moser Aufgezeichnet am 12. Oktober 2024 im Zuge der Tage des indigenen Widerstandes in Graz.
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Jesús Huamán & César Alcedo: Klänge der Anden [c/o Tage des indigenen Widerstandes 2024]
Der 12. Oktober 1492. Christoph Kolumbus landet auf Inseln in der Karibik, bewohnt von den Lucayan [sprich: lu-KAI-an] und anderen indigenen Völkern. Wahrscheinlich auf San Salvador. Er kommt im Auftrag der spanischen Krone – auf der Suche nach Gold, nach Land, nach Reichtum. Die europäischen Eroberer vertreiben die indigenen Völker der Karibik, Mittel- und Südamerikas aus ihren Territorien. Sie zerstören ihre Gesellschaften, ihre Kulturen, ihre Sprachen. Sie töten Millionen Menschen. Aber die indigenen Völker leisten Widerstand. Dieser Widerstand dauert an – seit über 500 Jahren. Ihr hört zwei Musiker, die diesen Widerstand leben. Jesús Huamán Huanascca [sprich: He-SUS Wa-MAN Wa-nas-ka] auf der kreolischen Harfe. Er wurde 1954 in einem Quechua [sprich: KETSCH-ua]-sprechenden Dorf in den peruanischen Anden geboren. Er lernte sein Instrument autodidaktisch – durch Zuhören, durch Miterleben. César A. Alcedo [sprich: SEH-sar al-SEH-do] mit seiner musikpädagogischen Methode Takilka [sprich: Ta-KIL-ka]. Sie verbindet Musiktheorie mit indigenen Symbolen der Anden – dem Andenkreuz und der Regenbogenfahne der Aymara [sprich: ai-ma-RA]. Die Veranstailtung ist Teil des Forschungsprojekts “Towards a Cosmovision Turn” von Christina Korak und Rafael Schögler am Institut für theoretische und angewandte Translationswissenschaften. Live-Dollmetscherinnen: Marie-Theres Gruber und Christine Trauner. Moderation: Kathi Angerbauer. Organisiert in Kooperation mit dem Volkskundemuseum Graz, dem Indigenous Rights Collective (INRICO), dem Zentrum für Interamerikanische Studien, Südwind Steiermark und weiteren Partnerinnen. Aufgezeichnet im Oktober 2024
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Geschichte indigenen Widerstandes: 532 Jahre Lateinamerika
532 Jahre indigener Widerstand in Lateinamerika und der Karibik – so lautet der Titel des Vortrags von Christian Cwik. Der Historiker und Lateinamerika-Experte räumt auf mit dem Narrativ, indigene Völker hätten sich den Kolonisatoren unterworfen. Im Gegenteil: Der Widerstand begann bereits am 6. Januar 1493 – nur drei Monate nach Kolumbus‘ Ankunft in der Karibik. Auf den 3000 Bahamasinseln lebten die Lucayanos [Aussprache: lu-ka-JA-nos]. Sie wurden von den Spaniern verschleppt, versklavt, in Minen zur Arbeit gezwungen. Nach wenigen Jahrzehnten: kaum Überlebende. Auf Kuba kämpfte ab 1511 der Kazike Hatuey [Aussprache: ka-SI-ke a-tu-EI] gegen die spanischen Eroberer. Am Scheiterhaufen, kurz vor seiner Hinrichtung, fragte ihn ein Priester, ob er Christ werden wolle, um in den Himmel zu kommen. Hatueys Antwort: „Kommen die Spanier auch in den Himmel? Dann will ich lieber in die Hölle.“ Von der Karibik bis zu den Anden – Cwik zeichnet die Geschichte eines Widerstands nach, der nie aufhörte. Aufgenommen im Rahmen der Tage des indigenen Widerstands im Oktober 2024 in Graz. In Kooperation mit: Indigenous Rights Collective (INRICO) Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Universität Graz Kulturvermittlung Steiermark Südwind uniT Volkskundemuseum Graz Women’s Action Forum
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Widerstand gegen das Entdecken [c/o Towards a Cosmovision Turn]
Widerstand gegen das Entdecken – Indigene Völker in Abgeschiedenheit und das Recht auf Selbstbestimmung. Rund um den 12. Oktober, den “Tag des indigenen Widerstands”, fand im Grazer Volkskundemuseum eine Veranstaltung „Widerstand gegen das Entdecken” statt. Christina Korak, Dolmetscherin, Forscherin und Vizepräsidentin der Lateinamerika-Forschung Austria, lud zwei außergewöhnliche Gäste ein: Eduardo Pichilingue Ramos, MA, ist Ökologe und Koordinator der Allianz Cuencas Sagradas in Peru zum Schutz der Territorien von über 30 Völkern in 35 Mio Hektar Amazonasregenwald. Seit 24 Jahren arbeitet er zu indigenen Rechten mit besonderem Fokus auf Indigene in Abgeschiedenheit. Manuela Omari Ima ist Gründerin der Frauenorganisation der Waorani und wurde im Territorium der Waorani im Yasuní geboren. Dieses Gebiet zählt zu den artenreichsten Regionen der Welt. Im Jahr 2012 veröffentlichte Ima ihr Werk Saberes Waorani y Parque Nacional Yasuní: plantas, salud y bienestar en la Amazonía del Ecuador (Das Wissen der Waorani und der Nationalpark Yasuní: Pflanzen, Gesundheit und Wohlbefinden im Amazonasgebiet Ecuadors). Christina Korak, Universität Graz, ist Translationswissenschafterin, Dolmetscherin und Vize-Vorsitzende der Lateinamerikaforschung Austria. Sie erforscht, wie indigene Kosmovisionen durch missionarische Übersetzungen verändert werden und welche Auswirkungen Zwangskontaktierungen indigener Völker auf territoriale, sprachliche und kulturelle Rechte haben. Die Veranstaltung thematisiert die Geschichte der Waorani, einem indigenen Volk im ecuadorianischen Amazonas-Regenwald. Ihre Sprache Waoterero gilt als isolierte Sprache ohne nachgewiesene Verbindung zu anderen Sprachfamilien. Traditionell lebten sie in autarken Familiengruppen auf einem Territorium von etwa 2 Millionen Hektar. Ab 1938 begann mit Erdölbohrungen der Royal Dutch Shell Company ein gewaltsamer Umbruch. 1953 startete das US-amerikanische Summer Institute of Linguistics (SIL) unter dem Deckmantel linguistischer Forschung Kontaktierungs- und Missionierungsversuche. Nach der gescheiterten “Operation AUCA” 1956, bei der fünf Missionare getötet wurden, wurden verschiedene Waorani-Gruppen zwangskontaktiert und in ein Reservat umgesiedelt. Die Sesshaftigkeit brachte Krankheiten wie Polio. Bis heute leben Gruppen der Waorani – bekannt als Tagaeri und Taromenane – in freiwilliger Abgeschiedenhei und widersetzen sich jeder Kontaktierung. Ihr Territorium ist durch Erdölförderung massiv bedroht. Eine Petition fordert die Umsetzung der Volksabstimmung von 2023, die die Beendigung der Erdölförderung im Yasuni-Nationalpark beschlossen hat. Die Sendung ist Teil des Forschungsprojekts “Towards a Cosmovision Turn” und wurde organisiert in Kooperation mit dem Volkskundemuseum Graz, dem Indigenous Rights Collective (INRICO), dem Zentrum für Interamerikanische Studien, Südwind Steiermark und weiteren Partnerinnen. Live-Dollmetscherin: Christine Trauner. Moderation: Christine Korak. Aufgezeichnet im Oktober 2024
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Die Neuverteilung der Welt – wirtschaftlich, politisch und kulturell.
Sie hören einen Vortrag des Friedens- und Entwicklungsforschers Karl Kumpfmüller. Aufgezeichnet wurde der Vortrag und die Diskussion am 21. Jänner im Zuge einer Veranstaltung der „Erklärung von Graz für solidarische Entwicklung“. In seinem Vortrag spannt Kumpfmüller den Bogen von den Machtverschiebungen der letzten Jahrzehnte über den Zerfall alter Bündnisse bis hin zu neuen globalen Konfliktlinien – und er fragt: Wohin steuern die USA, Russland, China, Indien, Afrika, Lateinamerika und Europa in den kommenden Jahrzehnten? Und bleibt dabei noch Raum für den Menschheitstraum vom Frieden und globalen Gemeinwohl? Ein Vortrag, der die großen Linien der Weltpolitik verständlich macht und zugleich die Frage stellt, welche Rolle wir in Europa dabei spielen können. Schnitt: Pasqualina Moro Aufnahme und Moderation: Walther Moser Karl A. Kumpfmüller: Studien der Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie und Sprachen sowie der Internationalen Beziehungen; Universitäts-Lektor für Entwicklungsökonomie und Entwicklungspolitik sowie für Global Studies und Umwelt-Systemwissenschaften an der Universität Graz 1978 – 2015 und der Donau-Universität Krems; Gastvorträge an allen österreichischen und zahlreichen ausländischen Universitäten; Ausbildungen in Erwachsenenbildung, Psychoanalyse, Gestalttherapie, Supervision und Mediation. Initiator und leitender Mitarbeiter vieler entwicklungs- und friedenspolitischer Institutionen (Österreichischer Informationsdienst für Entwicklungspolitik, Europahaus Eisenstadt, Österreichisches Institut für Friedensforschung und Friedenserziehung in Stadtschlaining, Grazer Büro für Frieden und Entwicklung, Österreichische Friedensdienste, …) sowie Initiator und Koordinator des interfakultären Global-Studies-Programms der Karl-Franzens-Universität Graz. Zahlreiche Publikationen und aktuelle Beiträge in vielen in- und ausländischen Medien.
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Zeit der Sterne
„Sie werden mich töten!“ Diese WhatsApp-Nachricht im Jahr 2021 ist der Beginn für eine atemraubende Flucht. Die Taliban bedrohen das Leben von Amena Karimyan: Weil sie eine Frau ist, eine Astronomin, die Einzige in Afghanistan, und weil sich Amena kritisch gegenüber den Taliban geäussert hat. Öffentlich. Der Hilferuf von Amena erreicht die Grazer Autorin Evelyn Schalk: Sie antwortet und es beginnt ein Dialog und es entsteht ein Fluchtplan. Zunächst die Hoffnung: Die österreichischen Behörden versprechen ein Visum zur Ausreise nach Pakistan und dann Österreich. Das erweist sich als Falle. Die österreichische Botschaft zieht das Visum zurück, Amena sitzt in Pakistan fest – sie kann nicht mehr zurück nach Afghanistan. Gerettet wird Amena durch die Beharrlichkeit, das Engagement von Evelyn Schalk und dem Journalisten Norbert Mappes-Niediek und durch die deutsche Botschaft in Islamabad. „ZEIT DER STERNE“ heißt die Lesung – zusammengestellt aus den Dialogen und Tagebucheintragungen jener Zeit, gesprochen von Amena Karimyan auf Farsi und Evelyn Schalk in der deutschen Übersetzung. Ein Zeitdokument der Verfolgung durch die Taliban und ihre Flucht nach Deutschland. Amena Karimyan ist Zivilingeneurin und war die einzige Astronomin in Afghanistan. Weiterhin organisiert sie Online-Kurse in Astronomie für afghanische Frauen. Amenas Familie lebt noch immer in Afghanistan. Aufgezeichnet bei der Hör- und Seebühne, mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung durch Ilse Amenitsch, Kulturredakteurin ORF Steiermark. Am 1. August 2024. Die Live Musik stammt von Chuck LeMonds. Das Musikbett im Text von Jon Rose, Jonah Rapino und Sarah J Ritch. Moderation der Sendung und Schnitt: Walther Moser, Radio Helsinki.
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Europa und seine Kriege
„Nein, der Überfall auf die Ukraine war nicht der erste Krieg in Europa seit 1945, wie im Februar 2022 offenbar viele meinten. Fast die ganzen 1990er Jahre lang wurde um die Konkursmasse des untergegangenen Jugoslawien gekämpft, rund 120.000 Menschen kamen um. Aber die vergessenen Kriege im Südosten des Kontinents halten auch für die Gegenwart eine Botschaft bereit.“ Norbert Mappes-Niediek, Journalist und Sachbuchautor, seit 1991/92 Korrespondent deutsch- und niederländischsprachiger Medien für Südosteuropa. Autor von „Krieg in Europa, Der Zerfall Jugoslawiens und der überforderte Kontinent“ (Rowohlt Berlin 2022) und „Europas geteilter Himmel, Warum der Westen den Osten nicht versteht“ (Ch. Links Berlin 2021). ausreißer – Die Wandzeitung präsentiert im Rahmen der Reihe „About War – Die Sprache des Krieges“: Europa und seine Kriege Vortrag und Diskussion von und mit Norbert Mappes-Niediek Moderation: Evelyn Schalk Gestaltung der Sendung: Walther Moser Foto: Stella Kager
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Die Ältesten. Hüter:innen des Wissens der Cofán
Der venezolanische Fotograf und Aktivist Antonio Briceño formt aus seinem persönlichen Blickwinkel die untrennbare Verflochtenheit der Cofán mit ihrem Territorium und ihren Kosmovisionen. Von den Schamanen ausgehend erforscht er den ästhetischen Wert der Zeichen und Symbole der Indigenen, zeigt wie diese in Kommunikation treten mit dem Kosmos und macht auf diese Weise ihr Verständnis von Welt sicht- und erfahrbar. Briceños Bilder verstehen sich dabei nicht nur als Quelle der Reflexion über die Ältesten als Hüter:innen des Wissens. Sie machen insbesondere die unsichtbaren Gestalten Ukabates sichtbar – Wesen, die sich um den Fortbestand des Regenwaldes kümmern. Der Künstler bedient sich hierfür der Poetik und Kontemplation des Waldes, um Visionen einer zeitgenössischen Interpretation der Geschichte der Ältesten zu erschaffen. Antonio Briceño (Caracas, 1966) hat einen Abschluss in Biologie (Universidad Central de Venezuela, 1993) und einen Master in Digitaler Kunst (Universidad Pompeu Fabra, Spanien, 2015). Er lebt und arbeitet in Caracas und Barcelona. Seit 1987 wurden seine Arbeiten in mehr als hundert internationalen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen gezeigt. Er vertrat Venezuela auf der 52. Biennale von Venedig (2007) und auf der dritten Triennale für Lateinamerikanische Kunst in New York (2022). Die Studierenden des Masterstudienganges Konferenzdolmetschen Spanisch am Institut für Translationswissenschaft dolmetschten für Antonio und das Publikum ins Spanische respektive Deutsche. Sie hören somit die Stimmen von Jovana Aleksic, Annalena Pliem, Polona Kramberger, Elisabeth Pichler, Sandra Schranz und Tabea Springer im Deutschen. Walther Moser sorgte für die technische Unterstützung. Christina Korak, die im Rahmen des Projektes „Towards a Cosmovision Turn“ mit Rafael Schögler den Einfluss missionarischer Übersetzungen und Dolmetschungen auf indigene Kosmovisionen erforscht, führte durch den Abend. Aufgezeichnet am 16. November 2023, im Afro Asiatischen Institut, Graz.
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Global. Female. Future. [Buchpräsentation]
Global Female Future: Wie feministische Kämpfe Arbeit, Ökologie und Politik verändern. Das könnt ihr nachlesen im Buch Global Female Future. Nachhören könnt ihr die Podiumsdiskussion zum Buch: Ulrike Lunacek und Rosa Zechner sprechen über das Buch mit Michaela Wolf. Das Buch vereint zahlreiche Beiträge unter den Kapiteln: Rassismus und Postkolonialismus, Gewalt, Reproduktion, Politik, Arbeit, Umwelt und Klima. Aus feministischer Perspektive wird die Kritik der Entwicklungspolitik gewürdigt. Anlaß des Buches ist das Bestehen der „Frauen*solidarität“ seit 40 Jahren. Ausgehend von den Protesten Anfang der 1980er gegen die Atomare Bedrohung, für Abrüstung, die Politisierung des Privaten, dem Recht auf Selbstbestimmung und die Solidarität mit Frauen im Globalen Süden. Zeit für eine Bilanz. Veranstaltet vom Weltladen Graz, der Frauen*solidarität am 08. März 2023
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Kreislaufwirtschaft
Impulsvortrag und Diskussion mit Matthias Neitsch. Kreislaufwirtschaft möchte Wirtschaft ganzheitlich und Ressourcen schonend denken: „Es geht um Produktpolitik, Rohstoffpolitik, Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik, Gesellschaftspolitik, Infrastrukturpolitik und vieles mehr. Und ja – natürlich auch um Umweltpolitik. In der Kreislaufwirtschaft wird möglichst alles verwertet.“ – RepaNet Wir kennen die „lineare Wirtschaft“: Rohstoffe werden gefördert, dann zu Produkten verarbeitet, diese gelangen über den Handel zu den Konsument:innen und landen nach deren Gebrauch auf dem Müll. Im besten Fall kann ein Teil des Mülls recycled werden. Wobei die Schadschöpfung nicht in der Wertschöpfung bilanziert wird. Matthias Neitsch (RepaNet) diskutiert Kreislaufwirtschaft auch anhand konkreter Beispiele aus der Bauindustrie bis zum nachbarschaftlichen Repair-Café. Matthias Neitsch ist der Mitbegründer und Geschäftsführer des Vereines RepaNet – Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich, der Dachorganisation sozialwirtschaftlicher Re-Use-Betriebe, regionaler Reparaturnetzwerke und zivilgesellschaftlicher Reparaturinitiativen (Repair Cafés). Sprecher und Geschäftsführer des Verbandes Abfallberatung Österreich, der freiwilligen Berufsvereinigung der kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen in Österreich. Aufgezeichnet am 27.09.2022 an der Universität Graz. Eine Veranstaltung von AUGE/UG Steiermark, Nachhaltige Universität Graz, Grüne Akademie, Südwind Steiermark, RepaNet
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Quo Vadis Bolivien?
Nach einem Jahr konservativer Übergangsregierung und mehrmals verschobenen Wahlen hat Bolivien wieder einen demokratisch gewählten Präsidenten. Mit 55 % der Stimmen wird Luis Arce, ehemaliger Wirtschaftsminister der langjährigen linken Regierungspartei „Bewegung zum Sozialismus“, Staatsoberhaupt des südamerikanischen Andenlandes. Die offene Gewalt bei Protesten und Polizeieinsätzen im vergangenen Oktober/November sowie zuletzt im August dieses Jahres haben Tote und Narben hinterlassen, alte und neue Gräben in der Gesellschaft vertieft. Woher kommt diese Spaltung? Wird Luis Arce Brücken schlagen können? Wie wird sich Bolivien weiterentwickeln? Im gemeinsamen Gespräch werden Vertreter des Indigenous Rights Collective (InRiCo), des Zentrums für Inter-amerikanische Studien (C.IAS) der Universität Graz sowie des Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik (KonaK Graz) Antworten auf diese und andere Fragen suchen. Mit Manuel Galvan (Moderation und Indigenous Rights Collective – InRiCo), Ernesto Rico-Schmidt (Radio Helsinki, lebt in Cochabamba), Christian Cwik (Zentrum für Inter-amerikanische Studien – C.IAS), Denis M. (Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik – KonaK Graz).
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Tag des indigenen Widerstandes – Die Vorschau.
Der 12. Oktober ist ein Datum das in vielen Ländern Amerikas gefeiert wird – es ist die Ankunft Columbus in Amerika. Doch was wird da eigentlich gefeiert? In vielen lateinamerikanischen Länder ist darüber eine Diskussion entbrannt: Ist der 12. Oktober ein Tag den man feiern kann? Feiert man die Mischung zweier Welten und Kulturen? Feiert man die Kolonialisierung, den Triumph des damaligen europäischen Imperiums? Es ist wichtig darüber zu reden und insbesonders die Sichtweise der indigenen Völker Lateinamerikas in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Programm von Radio Helsinki am 12.10.2020
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Rabies – solvable yet deadly desease.
In the fight against rabies: #WorldRabiesDay. Rabies kills tens of thousands of people every year, mainly children. Almost all infections originate from dogs. India and China are particularly affected, but also Africa. The disease is preventable, but incurable. Anna Haw is a veterinarian at the Vetmeduni Vienna. She is involved in the Global Alliance for Rabies Control and organizes vaccination campaigns in several southern African states. The World Rabies Day is commited on 28th of September, which is the anniversary of the death of Louis Pastreur, who is one of founders of the rabies vaccine. Im Kampf gegen Tollwut: #WorldRabiesDay. Tollwut tötet jährlich zehntausende Menschen, vor allem Kinder. Fast alle Infektionen gehen von Hunden aus. Indien und China sind besonders betroffen, aber auch Afrika. Die Krankheit ist vermeidbar, aber unheilbar. Anna Haw ist Tierärztin an der Vetmeduni Vienna. Sie engagiert sich bei der Global Alliance for Rabies Control und organisiert Impfaktionen im südlichen Afrika. Der Welttag der Tollwut wird am 28. September begangen, dem Todestag von Louis Pastreur, einem der Entwickler des Tollwutimpfstoffs. Fotocredit: Karin Svad und Andrea Fuller.
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Im Gespräch mit Rene Schuster, Verein SUEDWIND [c/o Seitenblicke von der Grenze]
René Schuster arbeitet für Südwind im Projekt „Snapshots from the Borders“: Das Projekt soll die Erfahrungen und die Akteure zusammenbringen, die mit Flucht und Migration im Alltag zu tun haben. Ehrenamtlich oder Amtlich. In Vereinen organisiert, in der Zivilgesellschaft oder in staatlichen Behörden. Ziel ist die Vernetzung und eine Humanisierung der Grenzregime. Der 17. Oktober 2015 war jener Tag der sich als Beginn der sogenannten „Flüchtlingskrise, Migrationskrise oder Asylkrise“ ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Tausende Menschen versuchten über Spielfeld Strass nach Deutschland zu gelangen. Die Grenzen nach Ungarn waren zuvor geschlossen worden. Jetzt versuchten sie es über die steirisch-slowenische Grenze. Sie waren Teil jener fast 1,3 Millionen Menschen, die aus den Kriegs und Krisengebieten nach Europa geflüchtet sind. Aus dem Nahen Osten und aus Afrika über das Mittelmeer und die sogenannte Balkanroute. Vier Jahre sind vergangen. Das Leben an der Grenze hatte sich rasch normalisiert. Nach wenigen Monaten war die Balkanroute geschlossen, der „Flüchtlingsstrom“ war versiegt. Die Zeltlager bald leer. Wenige Flüchtlinge sind in Spielfeld Strass geblieben. Heute sind keine Flüchtlingsfamilien mehr dort. Sie sind in andere Einrichtung innerhalb Österreichs gebracht oder außer Landes abgeschoben worden. Die Sendung ist entstanden bei einem Treffen in der Marktgemeinde Strass. Organisiert von Südwind Steiermark und der Marktgemeinde Strass. Seitenblicke von der Grenze ist Teil eines europäischen Projekts, das Erfahrungen aus Grenzregionen sammelt. Sie sollen die Stimmen europäischer BürgerInnen hörbar machen, ihr Engagement, ihre Betroffenheit und Sichtweisen auf Migrationsfragen. Das Projekt wird geleitet von Lampedusa in Italien. Österreich ist mit dem entwicklungspolitischen Verein Südwind und der Marktgemeinde Strass sowie Traiskirchen Teil dieses Projekts. Gestaltung und Moderation der Sendung: Walther Moser. Webseite des Projekt Seitenblicke von der Grenze
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Im Gespräch mit Josef Rauscher und Silke Kohek [c/o Seitenblicke von der Grenze]
Josef Rauscher und Silke Kohek arbeiten in der Marktgemeinde Strass. Josef Rauscher ist der Amtsleiter und Silke Kohek arbeitet im Bürgerservice. In unserem Gespräch geht es um den Blick aus dem Amt auf Fragen von Flucht, Migration und Integration. Wenn eine humanitäre Krise plötzlich in Form von fünfzigtausend Menschen vor der Türe stehen, aber der Staat abwesend bleibt, dann ist die Zivilgesellschaft gefragt, wie Josef Rauscher sagt. Das war die zweite große Erfahrung der Fluchtkrise 2015, die Leistung der freiwilligen HelferInnen. Der 17. Oktober 2015 war jener Tag der sich als Beginn der sogenannten „Flüchtlingskrise, Migrationskrise oder Asylkrise“ ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Tausende Menschen versuchten über Spielfeld Strass nach Deutschland zu gelangen. Die Grenzen nach Ungarn waren zuvor geschlossen worden. Jetzt versuchten sie es über die steirisch-slowenische Grenze. Sie waren Teil jener fast 1,3 Millionen Menschen, die aus den Kriegs und Krisengebieten nach Europa geflüchtet sind. Aus dem Nahen Osten und aus Afrika über das Mittelmeer und die sogenannte Balkanroute. Vier Jahre sind vergangen. Das Leben an der Grenze hatte sich rasch normalisiert. Nach wenigen Monaten war die Balkanroute geschlossen, der „Flüchtlingsstrom“ war versiegt. Die Zeltlager bald leer. Wenige Flüchtlinge sind in Spielfeld Strass geblieben. Heute sind keine Flüchtlingsfamilien mehr dort. Sie sind in andere Einrichtung innerhalb Österreichs gebracht oder außer Landes abgeschoben worden. Die Sendung ist entstanden bei einem Treffen in der Marktgemeinde Strass. Organisiert von Südwind Steiermark und der Marktgemeinde Strass. Seitenblicke von der Grenze ist Teil eines europäischen Projekts, das Erfahrungen aus Grenzregionen sammelt. Sie sollen die Stimmen europäischer BürgerInnen hörbar machen, ihr Engagement, ihre Betroffenheit und Sichtweisen auf Migrationsfragen. Das Projekt wird geleitet von Lampedusa in Italien. Österreich ist mit dem entwicklungspolitischen Verein Südwind und der Marktgemeinde Strass sowie Traiskirchen Teil dieses Projekts. Gestaltung und Moderation der Sendung: Walther Moser. Webseite des Projekt Seitenblicke von der Grenze
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Im Gespräch mit Livinus Nwoha, Verein IKEMBA [c/o Seitenblicke von der Grenze]
Livinus Nwoha ist der Leiter des Vereins IKEMBA in Graz. Er spricht über seine Arbeit in der Integration von Menschen nach der Flucht. Was sich für ihn seit 2015 geändert hat. In der Politik, der öffentlichen Wahrnehmung und seiner Arbeit. Entstanden ist die Sendung im Rahmen eines Erfahrungsaustauschen zwischen Zivilgesellschaft und BürgervetreterInnen in der Markgemeinde Strass. Der 17. Oktober 2015 war jener Tag der sich als Beginn der sogenannten „Flüchtlingskrise, Migrationskrise oder Asylkrise“ ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Tausende Menschen versuchten über Spielfeld Strass nach Deutschland zu gelangen. Die Grenzen nach Ungarn waren zuvor geschlossen worden. Jetzt versuchten sie es über die steirisch-slowenische Grenze. Sie waren Teil jener fast 1,3 Millionen Menschen, die aus den Kriegs und Krisengebieten nach Europa geflüchtet sind. Aus dem Nahen Osten und aus Afrika über das Mittelmeer und die sogenannte Balkanroute. Vier Jahre sind vergangen. Das Leben an der Grenze hatte sich rasch normalisiert. Nach wenigen Monaten war die Balkanroute geschlossen, der „Flüchtlingsstrom“ war versiegt. Die Zeltlager bald leer. Wenige Flüchtlinge sind in Spielfeld Strass geblieben. Heute sind keine Flüchtlingsfamilien mehr dort. Sie sind in andere Einrichtung innerhalb Österreichs gebracht oder außer Landes abgeschoben worden. Die Sendung ist entstanden bei einem Treffen in der Marktgemeinde Strass. Organisiert von Südwind Steiermark und der Marktgemeinde Strass. Seitenblicke von der Grenze ist Teil eines europäischen Projekts, das Erfahrungen aus Grenzregionen sammelt. Sie sollen die Stimmen europäischer BürgerInnen hörbar machen, ihr Engagement, ihre Betroffenheit und Sichtweisen auf Migrationsfragen. Das Projekt wird geleitet von Lampedusa in Italien. Österreich ist mit dem entwicklungspolitischen Verein Südwind und der Marktgemeinde Strass sowie Traiskirchen Teil dieses Projekts. Gestaltung und Moderation der Sendung: Walther Moser. Webseite des Projekt Seitenblicke von der Grenze
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Im Gespräch mit Gitta Rupp und Wolfgang Walther [c/o Seitenblicke von der Grenze]
Gitta Rupp und Wolfgang Walther wohnen an der steirischen Grenze zu Slowenien. In der Nähe von Spielfeld Strass. 2015 waren sie bei den ersten, die den „Zug des Elends“ gesehen haben, wie Gitta Rupp den Zustand jener Menschen beschreibt, die sich über die Grenze bewegt haben. Das war der 17. Oktober 2015. Die Flüchtlinge an der Grenze bei Spielfeld Strass waren Teil jener fast 1,3 Millionen Menschen, die aus den Kriegs und Krisengebieten nach Europa geflüchtet sind. Aus dem Nahen Osten und aus Afrika über das Mittelmeer und die sogenannte Balkanroute. Als „Flüchtlingskrise, Migrationskrise oder Asylkrise“ ging diese humanitäre Krise in die jüngste Zeitgeschichte ein und brannte sich ein ins kollektive Gedächtnis. Vier Jahre sind vergangen. Das Leben an der Grenze hatte sich rasch normalisiert. Nach wenigen Monaten war die Balkanroute geschlossen, der „Flüchtlingsstrom“ war versiegt. Die Zeltlager bald leer. Wenige Flüchtlinge sind in Spielfeld Strass geblieben. Gitta Rupp und Wolfgang Walther gehören zu jenen, die Flüchtlinge betreut, begleitet und sich für sie eingesetzt haben. Mittlerweile sind die letzten Flüchtlinge aus Spielfeld Strass an andere Orte gebracht worden: in andere Quartiere in Österreich oder abgeschoben in sogenannte sichere Drittestaaten. Gitta Rupp und Wolfgang Walther beschreiben ihre Erlebnisse 2015 an der Grenze und was sie damals bis heute für Menschen auf der Flucht tun. Die Sendung ist entstanden bei einem Treffen in der Marktgemeinde Strass. Organisiert von Südwind Steiermark und der Marktgemeinde Strass. Seitenblicke von der Grenze ist Teil eines europäischen Projekts, das Erfahrungen aus Grenzregionen sammelt. Sie sollen die Stimmen europäischer BürgerInnen hörbar machen, ihr Engagement, ihre Betroffenheit und Sichtweisen auf Migrationsfragen. Das Projekt wird geleitet von Lampedusa in Italien. Österreich ist mit dem entwicklungspolitischen Verein Südwind und der Marktgemeinde Strass sowie Traiskirchen Teil dieses Projekts. Gestaltung und Moderation der Sendung: Walther Moser. Webseite des Projekt Seitenblicke von der Grenze
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Alternativen leben, Nachhaltigkeit – Do it Yourself!
„Alternativen leben, Nachhaltigkeit – Do it Yourself“ Am 01. Juni gab’s an der Grazer Uni den ersten Nachhaltigkeitstag! Radio Helsinki war auch dabei: David, Fanny und Walther berichten… Wir haben gesprochen mit: Alternativreferat der Uni Graz, BAN – Ökoservice, Gemeinwohlökonomie, Südwind, Welthaus, Gmota, Oikos, Repair-Cafe und Rettet die Mur. Noch viele weitere waren da, wie System Change Not Climate Change, La Strada, SOL, Viva con Aqua… Dazu gab’s noch Workshops zum Energiesparen im Haushalt, Seedbombs, Putzmittel und Schampoos selber machen und auch unseren Radioworkshop… RADIO Do it yourself In wenigen Stunden zur eigenen Sendung! Bei diesem Workshop bekommt ihr einen Einblick in das Medium Radio. Ihr werdet Straßenbefragungen und Interviews durchführen. Außerdem habt ihr auch die Möglichkeit selbst die Moderation zu übernehmen. Im Rahmen dieses Workshops wird eine Sendung über den Nachhaltigkeitstag UNI Graz produziert. Mehr zum Nachhaltigkeitstag auf Facebook und beim Altenativreferat ÖH Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Fabian K.
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Was tun für Klimaschutz? Zum 17. Klimatag 2016 in Graz.
Wir Menschen haben den Planeten seit zweihundert Jahren verändert, wie kein anderes Lebewesen zuvor. Das haben wir geschafft mit viel und billiger Energie! Die Wirtschaft wird vor allem durch Erdöl befeuert. Was die Wissenschaft zum Klimawandel sagt, das Land Steiermark zum Klimaschutz beiträgt und die Zukunft bringen kann. 1. Der Befund 2. Das Netzwerk 4. Die Kommunikation 3. Ausblicke Der Befund: „Die zwischen 1950 und 2010 verbrauchten fossilen Brennstoffe entsprachen 50 bis 150 Millionen Jahren gespeicherten Sonnenscheíns“. Circa 80% des globalen Energiebedarfs werden durch Erdöl, Kohle und Erdgas gedeckt. Zwischen 1750 und 2006 hat sich er CO2 Ausstoss der Menschheit um das 2700fache vergrößert, von drei Millionen Tonen CO2 pro Jahr auf 8200 Millionen Tonnnen pro Jahr. (J.R. McNeill und Peter Engelke) Beim Klimagipfel der Vereinten Nationen in Paris wurde verhandelt, bis 2060 müssen alle CO2 Emissionen gestoppt werden! Sonst steigen die Temperatur und die Weltmeere: Inselstaaten und Küstenzonen würden im Meer versinken. Die Netzwerke: Immerhin 97% der Klimaforscher sind sich beim Klimawandel einig, daß er menschgemacht ist und nur über das Beenden von CO2 Emmissionen zu stoppen. Wie ist diese Forderung umzusetzen sind – damit beschäftigen sich Organisationen aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Drei können wir hier vorstellen: Die Klimaschutzkoordination des Landes Steiermark, das Klimaforschungsnetzwerk CCCA und das JPI-Climate Programm. Die Klima-Kommunikation: Das Klima wandelt sich langsam – so langsam, daß die Menschheit die Chance hat den Klimaschutz langfristig zu planen. Der Klimawandel betrifft aber den Planeten. Klimaschutz kann nur gelingen, wenn die Bevölkerung die Zusammenhänge versteht und den eigenen Lebensstil nachhaltig gestaltet. Das ist die Aufgabe der Klima-Kommunikation. Die Interviews Herbert Formeyer ist Metereologe an der Universität für Bodenkultur, Wien. Andrea Gössinger-Wieser, Klimaschutzkoordinatorin des Landes Steiermark. Carel Mohn ist Kommunikationsexperte und Projektleiter von „klimafakten.de“ Hans Stötter leitet das Institut für Geographie an der Universität Innsbruck. Elisabeth Worliczek ist Kulturanthropologin an der Universität für Bodenkultur, Wien – JPI-Climate. Die Sendung: Mein Dank gilt Angelika Wolf vom Klimaforschungnetzwerk CCCA für die freundliche Unterstützung beim Klimatag und beim Zustandekommen der Interviews. Gestaltung und Moderation des Sendung: Walther Moser. Literatur: Klaus Eder (1988): Die Vergesellschaftung der Natur. Studien zur sozialen Evolution der praktischen Vernunft. Suhrkamp. Bruno Latour (2012): Das Parlament der Dinge. Für eine politische Ökologie. Suhrkamp. John R. McNeill, Peter Engelke (2013): Mensch und Umwelt im Zeitalter des Anthropozän. In: Akira Iriye, Jürgen Osterhammel: Geschichte der Welt. 1945 bis heute. Die globalisierte Welt. C.H. Beck Verlag. (357-534) Joachim Radkau (2011): Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte. C.H.Beck. Alain Touraine et. al. Hg. (1976): Jenseits der Krise. Wider das politische Defizit der Ökologie. Syndikat.
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Was tun für Klimaschutz? Vor Ort? Die Klimaschutzkoordination des Landes Steiermark.
Die Erde hat Fieber. Seit 1970 steigt die Temperatur global um ein Grad Celsius. Ein weiteres Grad wird noch dazukommen. Auch wenn sämtlicher Ausstoß an CO2 und Treibhausgas gestoppt würde. Die Steiermark wird besonders betroffen sein: Die Gletscher werden schmelzen, die Wasserreserven sind gefährdet, dafür erleben wir Tropennächte und Starkregen. Der 17. Klimatag 2016 hat in Graz stattgefunden. Bei all den alarmierenden Befunden der Wissenschaft werden am Klimatag die Konsequenzen für Umwelt, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert und Lösungen gesucht. Der Klimawandel ist vom Menschen gemacht – wir haben es auch in der Hand die Ursachen zu ändern. Im ersten Gespräch mit Andrea Gössinger-Wieser der Klimaschutzkoordinatorin des Landes Steiermark geht es um Klimaschutz in der Region, in den Gemeinden, in den Haushalten: wie Menschen schon jetzt beitragen können, wo sie sich informieren können. Kontakt zur Klimaschutzkoordination des Landes Steiermark Informationen zum Klimaforschungsnetzwerk (Climate Change Centre Austria – CCCA)
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Friends in Developement – Tansania
How can willows, fields and forests be cultivated, for social developement without causing ecolocigal damage? Wie sind Weiden, Äcker und Wälder zu bewirtschaften, dass soziale Entwicklung möglich ist, ohne ökologische Schäden? FIDE (Friends of Developement) in Tansania is cooperating sind more than twenty Years with the Declaration of Graz, based in Austria. FIDE (Friends of Developement) wird seit mehr als zwanzig Jahren vom entwicklungspolitischen Verein „Erklärung von Graz“ unterstützt. FIDE supports local, rural communities in agroforestry facing erosion, crop-rotation fighting degradation of soil, strengthening terraces, watersupply, producing biogas for heating and lights, dairy farming and basically health related issues like nutrition. FIDE vermittelt das Wissen um Aufforstungen gegen Bodenerosion, Fruchtwechsel gegen Auslaugen der Nährstoffe, Terassenbau, Wasserversorgung, Biogasanlagen für Beleuchtung und Kochen, die Milchwirtschaft wird gestärkt, genauso wie die Gesundheit im umfassenden Sinn (von der Ernährung bis zur AIDS Prävention)… FIDE installs „Knowledge-Managementteams“, multipliers in the villages, who circulate the information. Their focus activities are bases in Manyare-Region in the District of Babati. Since the 1990’s FIDE supported 12000 people in trainings, qualification and concrete action. Dabei setzt FIDE auf „Wissensmanagementteams“, MultiplikatorInnen in den Dörfern, die das Wissen weitergeben. Schwerpunkt der Aktivitäten ist die Region Manyara im Distrikt Babati. Seit den 1990er Jahren konnte FIDE 12000 Menschen mit Ausbildung, Training und konkreter Tat erreichen. We spoke about the activities of FIDE, but also we referred on the political situation in Tansania and spoke about the role of women and children in rural developement. Wir sprechen über die Aktivitäten von FIDE vor Ort, aber auch die politische Situation in Tansania und die Rolle von Frauen und Kindern in der ländlichen Entwicklung. Burghild Gerhold, Senkondo Mgalla, Mary Mgalla und Tina Weisshaupt. Wir haben uns in English und ein wenig Kisuaheli unterhalten. Moderater and Producer / Moderation und Gestaltung der Sendung: Walther Moser. Editorial / Editorische Notiz You might download the full show with a duration of 86 minutes. As alternative download I provided three parts about 30mintes each (e.g. you want to rebroadcast, you might prefer that option). The Podcast is published under Creative Commons License: Your are free to share, distribute and edit the Broadcast for non-commercial use! Sie finden hier die Gesamtsendung mit 86 Minuten. Als Alternative habe ich drei Teile mit jeweils ca. 30 Minuten bereit gestellt (zb. wenn sie die Sendung wiederholen/übernehmen möchten, dann wäre das eine Möglichkeit). Der Podcast ist veröffentlicht unter Creative Commons Lizenz: Sie können die Sendung teilen, wieder veröffentlichen und bearbeiten, für nicht-kommerzielle Zwecke!
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Global Campus: Die Nahrungskrise in Subsahara Afrika [Teil 5]
Hunger ist immer etwas Politisches, sagt Philipp Salzmann. Die allermeisten Kleinbauern in Afrika leiden an Hunger und das chronisch! Die lokalen Märkte werden abhängig gemacht: von globalen Akteuren; von industrieller Landwirtschaft. Die Subsistenz – die Fähigkeit zur Selbstversorgung geht verloren. Die Bauern in Afrika werden zu ArbeiterInnen auf Monokulturen für Biodiesel. Sie verlieren einen Wettbewerb an dem sie nicht teilnehmen wollten, zu Bedingungen die sie nicht bestimmen konnten. Lokale Kleinbauern gegen global handelnde Industriegiganten. Lokale, sich selbstversorgende, begrenzte Märkte gegen globale, wachsende, umweltzerstörende Märkte. Wie der Hunger in die Welt kommt und warum die Kleinbauern die Lösung sind; diskutiert Philipp Salzmann mit den TeilnehmerInnen des Workshops „Global Campus“ an der Uni Graz. Philipp Salzmann und FIAN Philipp Salzmann ist Politikwissenschafter und Vorstandsmitglied der Organisation FIAN (FoodFirst Informations- & Aktions – Netzwerk) in Wien. FIAN hat Beraterstatus bei der UNO. Arbeitsbereiche sind Kampagnen, die Entwicklung des Internationalen Rechts und Einhaltung der Menschenrechte, sowie Fallarbeit. Literatur: Philipp Salzmann (2014): Die Nahrungskrise in Subsahara Afrika. Politische Ökonomie von Nahrungsunsicherheit von KleinbäuerInnen. Zu Global Campus Die Sendung ist entstanden im Rahmen der „Global Campus Workshopreihe“, veranstaltet von Südwind Steiermark in Kooperation mit der Universität Graz und audiophil begleitet von Radio Helsinki. Global Campus ist ein internationales Bildungsprogramm das gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft und Universitäten Fragen Globaler Gerechtigkeit diskutiert in Irland, Malta, Österreich und Zypern. Mehr Informationen zu Südwind und Global Campus: Südwind Global Campus Die Musik zur Sendung (Jamendo) Jared C. Balogh – A TOUGH DECISION Jared C. Balogh – THE FRAGILE ART OF DELETING THE ELITE SLOWLY MeLTiNg pOtEs pRojekT – Lou-Na Parkingsound Beatz – Imsomnia Tunguska Electronic Music Society – Che-Back – Storm WhiteRoom – Running On Empty Tet production – geroo I’m Not Lefthanded – Dedicated Sendung auf Radio Helsinki Sendung im Programm von Radio Helsinki
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Global Campus – Steuerhinterziehung und Korruption [Teil 4]
Es gibt viel Geld auf dieser Welt – 21 bis 32 Billionen Dollar lagern in Steueroasen. Eine Billion sind Tausend Milliarden. Ich weiss nicht, wer sich diese Zahlen überhaupt vorstellen kann, das sagt Bernadette Krogger, nachdem sie den Vortrag von Martina Neuwirth gehört hat. Es geht um Steuerhinterziehung und Korruption. Dabei: Nicht alles ist illegal und wie raffiniert Konzerne Gewinne an Steuerbehörden vorbei schleusen, darüber diskutierte Martina Neuwirth mit Studierenden an der Universität Graz. Entstanden ist die folgende Sendung. Ermöglicht haben das die engagierten Studierenden und der Verein Südwind. Sie haben den Vortrag aufgezeichnet und zum Vortrag diskutiert. Diskussion zum Vortrag von Martina Neuwirth In der ersten Viertelstunde diskutieren Alexander Pfeffer (Südwind) mit Katharina Kaineder und Bernadette Krogger den Teilnehmerinnen des Workshops „Global Campus“. Zu hören sind auch Ausschnitte aus dem Vortrag von Martina Neuwirth. Vortrag von Martina Neuwirth Mag.a Martina Neuwirth ist Mitarbeiterin des VIDC (Wiener Institut für internationalen Dialog und Entwicklung) und ist dort für die Bereiche internationale Finanz- und Wirtschaftspolitik zuständig. Zu Global Campus Die Sendung ist entstanden im Rahmen der „Global Campus Workshopreihe“, veranstaltet von Südwind Steiermark in Kooperation mit der Universität Graz und audiophil begleitet von Radio Helsinki. Global Campus ist ein internationales Bildungsprogramm das gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft und Universitäten Fragen Globaler Gerechtigkeit diskutiert in Irland, Malta, Österreich und Zypern. Mehr Informationen zu Südwind und Global Campus: Südwind Global Campus Sendung auf Radio Helsinki Sendung im Programm von Radio Helsinki
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Global Campus – Klimagerechtigkeit [Teil 3]
2014 war das bisher wärmste Jahr, das jemals gemessen wurde. Damit sind neun der wärmsten Jahre ab 2000. Neue Rekorder sind zu erwarten. Das Klima wandelt sich und wird das Leben auf der Erde verändern. Die meisten Schäden sind in Ländern zu erwarten, die schon jetzt als arm gelten. Die größten Verursacher des Klimawandels sind aber die reichen Staaten, die Industrienationen, die ihren Wohlstand auf Kosten der Natur erwirtschaftet haben. Das scheint nun ganz ungerecht und verantwortungslos. Welche Antworten findet die Philosphie auf den Klimawandel? Der Philosoph Lukas Meyer befasst sich mit Fragen des Klimawandels und der Gerechtigkeit. Er unterrichtet und forscht am Institut für Philosophie an der Karl-Franzens-Universität und hat diesen Vortrag gehalten, eingeladen von Südwind, im Rahmen der Workshopreihe Global Campus an der Universtität Graz. Univ.-Prof. Dr. phil. Lukas H. Meyer unterrichtet am Institut für Philosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz und forscht ins besondere zu dem Thema Klimawandel und Gerechtigkeit. Zu Global Campus Die Sendung ist entstanden im Rahmen der „Global Campus Workshopreihe“, veranstaltet von Südwind Steiermark in Kooperation mit der Universität Graz und audiophil begleitet von Radio Helsinki. Global Campus ist ein internationales Bildungsprogramm das gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft und Universitäten Fragen Globaler Gerechtigkeit diskutiert in Irland, Malta, Österreich und Zypern. Mehr Informationen zu Südwind und Global Campus: Südwind Global Campus Sendung auf Radio Helsinki Sendung im Programm von Radio Helsinki
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Global Campus – Wer entwickelt wen und wohin? [Teil 2]
Die Welt in der wir leben war nie gerecht und ist es auch heute nicht. Trotz allen Fortschritts, aller Entwicklungen, Ideale und sozialen Kämpfe. Zu den Fragen globaler Gerechtigkeit und Entwicklungen haben Studierende mit ExpertInnen diskutiert: Dabei ist es um Entwicklungspolitik, Korruption und Steuerhinterziehung, Angpasste Technologien und Nahrungskrisen gegangen. Südwind hat diese Workshopreihe an der Universität veranstaltet und auch fürs Radio die Workshops aufgezeichnet. Mit einleitenden Worten von Walther Moser (Radio Helsinki) und Alexander Pfeffer (Südwind) Diskussion zum Vortrag von Karl Kumpfmüller (Universität Graz, Global Studies) In der ersten Viertelstunde diskutieren Julia Reichel von Südwind mit den Teilnehmerinnen des Workshops Lisa Maria Eidenhammer und Margareta Moser zur Frage „Wer entwickelt wen wohin?“ Vortrag von Karl Kumpfmüller: Wer entwickelt wen und wohin? Im Zuge der Kolonisierung der Welt durch den Westen wurde die „Unterentwicklung“ erst entwickelt. Es ist eine „wohlwollende Präpotenz“ der reichen Nationen gegenüber der sogenannten Dritten Welt: Von der Missionierung bis zur Industrialisierung und den Finanzmärkten zieht sich ein Roter Faden von ökonomischer Ausbeutung und kultureller Ignoranz. Karl Kumpfmüller beschäftigt sich seit 40 Jahren mit Fragen globaler Gerechtigkeit, der Entwicklung, zwischen Frieden und Konflikten. Er hat unter anderem mitgewirkt an den Gründungen des Friedenszentrums in Schlaining, am Grazer Büro für Frieden und Entwicklung, am Studienlehrgang Global Studies an der Uni Graz und auch an der Gründung der Südwind-Agentur. Zu Global Campus Die Sendung ist entstanden im Rahmen der „Global Campus Workshopreihe“, veranstaltet von Südwind Steiermark in Kooperation mit der Universität Graz und audiophil begleitet von Radio Helsinki. Global Campus ist ein internationales Bildungsprogramm das gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft und Universitäten Fragen Globaler Gerechtigkeit diskutiert in Irland, Malta, Österreich und Zypern. Mehr Informationen zu Südwind und Global Campus: Südwind Global Campus
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Sumangali – Zwangsarbeit in der Textilindustrie Indiens
Zwangsarbeit: Der Stoff aus dem unsere Kleider sind. Jedesmal, wenn wir überlegen, was wir anziehen, sollten wir auch bedenken, dass unser T-Shirt, die Hose, das Kleid oder die Jacke aus einer jener Fabriken kommen, in der junge Frauen arbeiten, die zwischen 12 und 18 Jahre alt sind, zumeist ohne Arbeitsvertrag, für einen Hungerlohn, im Schichtbetrieb, Tag und Nacht, festgehalten durch das Versprechen, dass sie nach vier, fünf Jahren hier in der Textilfabrik ihre Mitgift verdienen. Das Geld, das die jungen Frauen brauchen, um durch eine Heirat der Armut zu entkommen, denn Bildung, die Schule können sie sich nicht leisten. Es geht um das Sumangali-System, ein System der Zwangsarbeit im Süden Indiens. „Es war wie in einem Gefängnis“, erzählt Rohini von ihrer Zeit in der Baumwollspinnerei in Coimbatore, dem südindischen Zentrum der Textilindustrie. Rohini war 16, als sie angeworben wurde. Der Vertrag versprach ihr nach drei Jahren einen Lohn von 770,- Euro. Ähnlich gestaltete sich Chermakanis Situation: Auch sie wurde an eine Baumwollspinnerei im Zentrum der Textilindustrie vermittelt. Ihr wurde ein Hungerlohn von umgerechnet 2,40 Euro pro Tag und nach Ablauf eines Jahres eine Prämie von rund 240,- Euro in Aussicht gestellt. [Text KFB] Arockiasamy Britto von der indischen Menschenrechtsorganisation „Vaan Muhil“: Er war zu Gast in Graz und hat über seine Arbeit und das Schicksal der Zwangsarbeiterinnen in den Textilindustrie gesprochen. Eingeladen wurde Arockiasamy Britto auf Initiative der Katholischen Frauenbewegung, die schon länger Vaan Muhil unterstützt. So ist auch eine Feldstudie entstanden: 1600 Frauen und Betroffene sind interviewt worden, um so ein Bild von den Dimensionen der Zwangsarbeit in der Textilindustrie im Süden Indiens, in Tamil Nadu zu bekommen. Für die Katholische Frauenbewegung haben gesprochen: Helga Hager, Angela Lienhart und Katharina Hohenadler. Die Interviews haben geführt, Regina Joschika und der Moderator der Sendung Walther Moser. Die Sendung ist zu Stande gekommen durch die Kooperation von Vaan Muhil, der Katholischen Frauenbewegung, Südwind und Global Studies an der Universität Graz. Aufgezeichnet am Fair Styria Tag 2013, im Rahmen der Südwind Aktionstage 2013 und beim Global Studies Club der Universität Graz am 18.03.2014. Links: http://vaanmuhil.org/ http://alumni.uni-graz.at/de/veranstaltu… http://www.cleanclothes.at/de/news/suman… http://www.suedwind-agentur.at/start.asp… http://derstandard.at/1392687249374/Glue…
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Amazonien – Was soll uns bleiben?
Amazonien – was soll uns bleiben? Seit 40 Jahren wird in Ecuador Erdöl gefördert und künftig soll noch mehr Erdöl gefördert werden, wenn es nach der Regierung unter dem Präsidenten Raffael Correa geht. Ecuador will an die Bodenschätze, das Land ist arm und braucht Geld um sich Fortschritt zu erkaufen. Der Preis für die Ausbeutung der Bodenschätze ist ein hoher: die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasbecken. Bereits jetzt vernichtet Ecuador jedes Jahr Regenwald in einem Ausmass das der vierfachen Fläche Wiens entspricht. Dabei ist Ecuador gemessen an der eigenen Fläche das Land mit der größten Artenvielfalt weltweit. Die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasbecken und hier am Beispiel Ecuadors ist freilich ein globales Problem: Der Regenwald ist die Lunge dieser Welt. Er filtert Schadstoffe, bindet CO2 und liefert Sauerstoff. Er ist Lebensraum für meisten Pflanzen und Tiere dieser Welt und der Regenwald ist auch der Lebensraum für die letzten Kulturen die noch unberührt in ihm leben können und wollen. Eduardo Pichilingue und Alicia Cahuilla aus Ecuador berichten von den Zerstörungen am Regenwald durch die Erdölförderungen. Hintergrund (Gesellschaft für bedrohte Völker) Im Oktober 2013 stimmten die Abgeordneten des Parlamentes in Ecuador für die Freigabe von zwei weiteren Erdölförderblöcken im Nationalpark Yasuní im Amazonasregenwald, einem der artenreichsten Orte der Welt und Heimat indigener Gemeinschaften wie den Waorani. Die Indigene Alicia Cahuiya ist eine von ihnen und die erste Präsidentin der dortigen Frauenvereinigung. Alicia Cahuiya kennt die Folgen der Erdölförderung zur Genüge aus den Gebieten mit bereits bestehender Förderung: Umweltverschmutzung, Krankheiten und der drastischen Rückgang der Tier- und Pflanzenwelt. Eduardo Pichilingue, Koordinator der Beobachtungsstelle für kollektive Rechte der Organisation CDES (Centro de Derechos Económicos y Sociales) setzt sich seit 14 Jahren für die Indigenen Amazoniens ein. Er ist überzeugt davon, dass die zehn indigenen Völker Amazoniens keinen weiteren Eingriff in ihren Lebensraum aushalten. Unter ihnen befinden sich auch die Tagaeri-Taromenane, bis dato „unkontaktierte“ Indigene. Gemeinsam mit den bereits kontaktierten Indigenen Ecuadors sind sie akut von den Regierungsplänen bedroht. Diese sehen zusätzlich zur Öffnung der Blöcke im Yasuní die Ausweitung der Erdölförderung auf insgesamt 21 Blöcke in Amazonien vor. Dafür lud die Regierung bereits im Oktober 2012 multinationale Konzerne zur 11. Erdölförderrunde nach Ecuador. Fast ganz Amazonien wird auf offiziellen Karten von Förderblöcken überlagert. Doch es gibt Hoffnung: Die soziale Bewegung der Yasunidos, die aus AkteurInnen der Zivilgesellschaft, NGOs und Menschenrechtsorganisationen sowie indigenen UnterstützerInnen besteht, setzte sich zum Ziel, eine Volksabstimmung über den Verbleib des Erdöls im Yasuní abzuhalten. 600.000 Unterschriften sind laut ecuadorianischem Gesetz nötig, um eine Volksabstimmung zu einem Thema von allgemeinem Interesse abhalten zu können. Die Yasunidos sah man zuletzt in jeder erdenklichen Region des Andenstaates: Auf Plätzen in den großen Städten, im Amazonastiefland und sogar am Strand sammelten sie unermüdlich Unterschriften. Mit Erfolg: So konnten am 12. April schließlich eine beeindruckende Anzahl von 756.291 Unterschriften der Regierung Ecuadors übergeben werden. Alicia Cahuiya und Eduardo Pichilingue besuchen im Mai 2014 Österreich und Deutschland, um über die akuten Bedrohungen Amazoniens in Diskussionsveranstaltungen zu berichten. Gleichzeitig wird die Fotoausstellung „Amazonien: Was soll uns bleiben? Kontraste in grün-schwarz“ eröffnet. Die Ausstellung stellt die einzigartige Schönheit der noch intakten Regenwälder und ihrer Bewohner den verheerenden Auswirkungen der in manchen Gebieten Amazoniens mehr als 40 Jahre andauernden Gier nach dem schwarzen „Gold“ gegenüber. Petition für die Rechte der Yasunidos Alicia Cahuilla gehört zur indigenen Gemeinschaft der Waorani und lebt in Yasuni. Sie war die Präsidentin einer Frauenrechtsgruppe (AMWAE) und ist aktuell die Vizepräsendentin der politischen Organisation von Waorani (NAWE). Eduardo Pichilingue ist Menschenrechtsexperte. Seit ca. 14 Jahren aktiv im Yasuni-Biosphärenreservat und zum Schutz der freiwillig isoliert lebenden Indigenen. Arbeitet am Centro de Derechos Econimicas y Sociedos (CDES). Christina Korak ist Translationswissenschafterin und hat in Ecuador bei den Waorani gelebt und geforscht zum Thema „Dolmetschen und Übersetzen bei den Waorani“; Sie hat auch die Veranstaltungsreihe organisiert, die in Österreich und Deutschland Bewusstsein schaffen sollte, für Zerstörung und mögliche Rettung des vielfältigsten Lebensraumes dieser Welt. Ein Projekt von Gesellschaft für bedrohte Völker, dem Afro-Asiatischen-Institut Graz, Südwind Steiermark, Institut für Translationswissenschaft an der Universität Graz Spanisch-deutsche Übersetzungen von Regina Rogl und Christina Korak. Moderation und Gestaltung der Sendung: Walther Moser. Singen der Waorani Lieder: Alicia Cahuilla. Atmos von den Regenwäldern Ecuadors und Amazoniens habe ich bezogen von http://freesound.org/ Infos zur Yasuni-ITT Initiative Wikipedia UNDP Amazon Watch Le Monde Diplomatique
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Fair Styria Aktionstag: Fachschule Odilien und Südwind
Der Knopf an einer Jeans, das ist der Lohn der NäherInnen, wenn die gesamte Jeans ihren Preis darstellt. Das haben die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Odilien errechnet. Aus alten Kaffeeverpackungen näht Erika Schellnegger eine Tasche. Frau Schellnegger ist Gewerbefachlehrerin an der Fachschule Odilien in Graz. Heute näht Frau Schellnegger am Fair Styria Aktionstag. Es geht um Faire Löhne und Faire Preise. Darum sind die Taschen auch aus Verpackungen von Fair Trade Kaffee gemacht. Wir begleiten die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Odilien zum Workshop vom Verein Südwind: Es geht um Faire Löhne und Arbeitsbedingungen. In der Orangerie an der Grazer Burg erwarten uns Regina Joschika und Gerhard Rath. Sie berichten und diskutieren mit den Schülerinnen und Schülern über Faire Schokolade. Abschliessend erwähnt Mandy Schiborr noch Kriterien für fair produziertes Spielzeug. Aufgezeichnet am 26.06.2013, im Grazer Burghof, am Fair Styria Aktionstag 2013.
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Fair Styria Aktionstag: Die Erklärung von Graz
Seit mehr als dreissig Jahren gibt es die „Erklärung von Graz“. Die Erklärung von Graz ist eine Selbstbesteuerunggruppe. Das gesammelt Geld geht an entwicklungspolitische Projekte in den Ländern des Globalen Südens. Am Fair Styria Aktionstag konnte ich mit Tina Weisshaupt, Herbert Ruthofer und Wolfgang Himmler sprechen, was sie bewegt, sich für globale Solidarität einzusetzen. Auf ihrer Homepage schreibt die Erklärung von Graz, <!-- P { margin-bottom: 0.21cm; direction: ltr; color: rgb(0, 0, 10); }P.western { font-family: "Liberation Sans",sans-serif; font-size: 12pt; }P.cjk { font-family: "Droid Sans"; font-size: 12pt; }P.ctl { font-family: "FreeSans"; font-size: 12pt; } -->Wir sind davon überzeugt, dass die Verarmung und die desolate Situation dieser Länder ihre Gründe haben: Die jahrhundertelange Aneignung ihrer Rohstoffe und der Produkte ihrer Arbeit durch die Kolonialmächte in der Zeit des Imperialismus. Die Ausbeutung ihrer Arbeitskräfte die auch nach dem Ende der Ära des Kolonialismus noch andauert. Die vom Norden diktierte Weltwirtschaftsordnung. Mittlerweile haben die Eliten des Südens selbst die Rolle der Ausbeuter von gestern übernommen. Aufgezeichnet am 26.06.2013, im Grazer Burghof, am Fair Styria Aktionstag 2013.
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Crossing Borders: The Story of the Tiger
„Crossing Borders“: Eine Partnerschaft zwischen Nanzikambe-Arts in Malawi und dem Theater Konstanz. Die Geschichte der Tigerin ist ein Ergebnis dieser Partnerschaft: Ein politisches und engagiertes Theaterstück adaptiert vom gleichnamigen Stück des italienischen Poeten Dario Fo. Während Protesten gegen die Regierung wird ein Demonstrant verletzt, jener rettet sich in die Höhle einer Tigerin, die ihn nicht tötet, sondern pflegt und Freundschaft anbietet. Bald Genesen entscheidet sich der Gerettete zur Rückkehr in sein Dorf, die verlassene Tigerin folgt ihm… Die Freiheit sich ohne Einschränkungen zu bewegen, die Freiheit der Kunst, des Ausdrucks und der Rede und freilich die Freiheit die Mächtigen zu hinterfragen! Wir sprechen mit zwei Mitgliedern des malawischen Theater, Kunst und Entwicklungsprojekts „Nanzikambe“: dem Leiter und Regisseur Thokozani Kapiri und dem Schauspieler und Journalisten Geoffrey Mbene. Philipp Hamedl und der Verein Zikomo haben dafür gesorgt, dass Thoko und Geoffrey auch nach Graz kommen konnten. Der Verein Zikomo stellt Stipendien auf für Studenten und Studentinnen in afrikanischen Staaten. Auch das ein Projekt, das Grenzen überwindet. Crossing Borders: A partnership of Nanzikambe Arts from Malawi and Theater Konstanz. One of the outcomes of this partnership is the „Story of the Tiger“ a rather political and engaged play adopted from italien poet Dario Fo. Protesting against the government a man has to escape but remains seriously wounded in a tigers cave. Fortunately the tigress cures the victim and offers friendship. But the man decides to go back, but the abandoned tigress follows him… But there are other stories to be told as well in this hour. All of them are questioning „borders“: the freedom to move without restrictions, the freedom of arts, expression and speech and doing that to question the powers. So listen to the talk with two key members from Malawian „Nanzikambe Theatre“ the director Thokozani Kapiri and the actor Geoffrey Mbene whom we met in Graz on their tour through Europe, crossing borders, performing „The Story of the Tiger“… With Philipp Hamedl, social worker and organizer of the performance in Graz from Austrian NGO to support of African students, called „Zikomo“. Moderator and Host of the Talk; Walther Moser. Review
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The Hairdresser of Harare
Was passiert, wenn sich zwei Selbstmordattentäter am Tag des geplanten Anschlages ineinander verlieben? What happens, if two people, who are planning a suicide-attack, fall in love, on the spot of action? Was passiert, wenn eine Friseurin in Harare sich in den neuen Kollegen verliebt, wenn jener bei ihr einzieht, wenn er dann ihre KundInnen abwirbt und sich dann als homosexuell outet? What happens, if a hairdresser, the best in the shop, falls in love to her new colleague and as she offers him to move in her residence, she finds out, that he is going to lure her clients and it turns out that he is gay? Tendai Huchu liebt das Spiel mit Tabus. Tendai Huchu plays with Tabus! Wie sehr die koloniale Tradition sich in die Haltungen und Persönlichkeiten von Menschen eingraben, wie stark Rassismus und Sexismus in den Alltag von Menschen wirken, das erfahren wir in diesem Leseabenteuer mit Tendai Huchu und Pia Hierzegger am Lesetisch. Colonial history influences even personal attitudes of men, still in the tradition of racism and sexism. Tendai Huchu and Pia Hierzegger are reading stories of everydays struggles for identities. 1982 in Harare geboren, studiert Tendai Huchu zunächst Bergbautechnik um sich 2010 der Literatur zuzuwenden. Seit dem begleitet „Der Friseur von Harare“ Tendai Huchu auf seinen ausgedehnten Lesereisen durch Europa. Auf Einladung von „Südwind“ kam Tendai Huchu auch nach Graz. Tendai Huchu was born in 1982 in Harare. After studying he decided to write novels. Since then „The Hairdresser of Harare“ is accompaning Tendai Huchu through Europe. „Südwind“ invited him to read in Graz. Aufgezeichnet im Rahmen der Südwind-Aktionstage im März 2013, Graz. Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Peter Hammer Verlages. Recorded during the Südwind-Campain in March, 2013. By courtesy of Peter Hammer Verlag. Rezensionen / Reviews: <!-- P { margin-bottom: 0.21cm; }A:link { } -->Guardian Dradio Wienerzeitung
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Grassroots: Zwischen Partnerschaft und Kolonialismus.
…unter diesem Motto steht die Plattform „1zu1„, die kleine entwicklungspolitische Vereine in Österreich vernetzen soll. Was motiviert Menschen in Österreich sich in Ländern der sogenannten Dritten Welt zu engagieren? Mit dem Anspruch 1zu1, also partnerschaftlich und ehrenamtlich. Es geht um Gesundheitszentren und HIV/AIDS Projekte, Schulbauten und Bildung, Fairen Handel, Wasser und Ernährung aber auch um die Grenzen und Probleme, wie sich zeigen wird, steht Entwicklungshilfe doch in kolonialer Tradition. Mit einigen Aktiven konnte ich im Rahmen des Netzwerktreffens „1zu1“ sprechen, Die Plattform „1zu1“ hat das Ziel kleine Vereine und einzelne Akteure der entwicklungspolitischen Szene zu vernetzen, Wissen und Erfahrungen auszutauschen oder wie in Salzburg geschehen Workshops zum Thema „Mit kolonialen Grüßen! Rassismus und Machtverhältnisse in der Entwicklungszusammenarbeit“ anzubieten. Doch dazu kommen wir noch am Schluss der Sendung! Wir betreten die Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, wo bereits reger Austausch unter den Vereinen stattfindet… Aljoscha Bökle und Isabelle Garde vom Institut für Internationale Entwicklung zu Rassismus in der Entwicklungshilfe. Für das Vernetzungstreffen „1zu1“ hatten sie einen Workshop vorbereitet, der sensibilisieren sollte, dass Entwicklungspolitisches Engagement auch vor dem Hintergrund der kolonialen Geschichte gesehen werden muss. Wie wir in einigen Gesprächen gehört haben, sind sich die Vereine durchaus bewusst, wie sensibel das Terrain ist, auf dem sie sich bewegen. Denn die Vorgeschichte von Armut beginnt mit der Ausbeutung durch die reichen Staaten dieser Welt. Darum stellte ich allen Vereinen die selben Fragen; nämlich nach ihrer Motivation; was sie glauben, dass sie vor Ort bewirkt haben; wo die Grenzen sind und wie es weiter gehen kann. Freilich sind die Vereine politisch schwach und nur kleinräumig wirksam; aber es ist ihre Vielzahl und Vielfalt, die ihre Qualität ausmacht; dazu kommen die persönlichen und partnerschaftlichen Beziehungen. Was fehlt ist das kollektive Bewusstsein, wie viele Akteure bereits sich engagieren, um die Folgen von Ausbeutung zu kompensieren und politische Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Vernetzungsplattform „1zu1“ mag ein Beitrag dazu sein. In der Sendung genannte Initiativen: SOL – Menschen für Solidarität – Ökologie und Lebensstil; Gesellschaft für ganzheitliche Förderung; Initiative für eine gerechte Welt; Perspektiven für Kinder durch positive Begegnungen; Aufwind – Verein zur Förderung der Kinder des Andenkondors; Mondo Bongo Africa und das Institut für Internationale Entwicklung, Wien. Aufgezeichnet in der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, am 06.April 2013
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Globale Arbeitsmigration: Mindanao Migrants
Migration wird oft in „Zahlen“ erklärt oder als einzelne „Fallgeschichte“. Rizalind Tumanda kann eine dritte Geschichte erzählen. Die Sozialarbeiterin arbeitet auf den Philippinen mit ArbeitsmigrantInnen. Nun hat Rizalind Tumanda Österreich besucht, um darüber zu sprechen, was die Gründe dafür sind, dass Mütter, Väter und selbst Kinder ihre Heimat verlassen, als globale ArbeitsmigrantInnen. Migration as phenomenon is often explained by statistical numbers of single case stories. Rizalind Tumanda is able to tell a „third story“ on migration. As a social worker she supports labour migrants on the philippines. During her visit in Austria Rizalind Tumanda was able to speak about the various reasons that cause mothers, fathers or even children to leave their homes to find work overseas. 8,5 Millionen Menschen in Bewegung, weil politische und ökonomische Krisen und Naturkatastrophen wie Taifune die Aussicht auf ein gutes Leben in der Heimat zerstörten. Die Hälfte der Migranten ist weiblich und vor allem jung. Sie geben soziale Beziehungen und Netzwerke auf und lassen sich ein auf die Unsicherheiten globaler Arbeitsmärkte, die zwar mit Einkommen locken, aber oftmals Informalität und alle Formen von Gewalt bedeuten. 8.5 Billion people are on the move, because of politcal and economic uncertainties or natural deseaster like taifuns. Almost half of them is female and youger than thirty years. These migrants will abandon their social networks and family ties and seek for their fortune on global labour markets, quite often confronted with informal employments and all formes of violence. Rizalind Tumanda ist Sozialarbeiterin bei den Mindanao Migrants in Davao City Die Sendung ist entstanden mit freundlicher Zusammenarbeit von: Interview von Greta Kostka mit Rizalind Tumanda. Übersetzungen von Johanna Goldmann und Petra Ertl. Aufnahmen und Organisation Helga Hager, Katholische Frauenbewegung. Moderation und Schnitt: Walther Moser. cocoyoc
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Nepal Land der Extreme
Höchste Armut und tiefste Not. Nepal ist ein Land der Extreme – sozial und geografisch. Abseits der Treckingpfade, auf der Suche nach Auswegen. Erst 2006 endet ein Bürgerkrieg der mehr als 13000 Menschen das Leben gekostet hat. Die Monarchie wurde besiegt, ein anderes System jedoch, die Kastenaristokratie kämpft weiter um ihre Macht gegen das ärmste Volk in Asien; noch ärmer als Afghanistan oder Bangladesh. Die Armut lebt am Land, von Reis, Kartoffeln oder Getreide, von weniger als 180EUR im Jahr und sie ist weiblich, von Kindesbeinen an. Der Jurist und Soziologe Namaraj Silwal und die Entwicklungsexpertin Madina Poudel arbeiten in Organisationen zur Bekämpfung der Armut in Nepal. Namaraj Silwal und Madina Poudel geben einen Überblick in die sozialen, kulturellen und politischen Dimensionen und sie geben auch Einblicke in ihre Arbeit; die ländliche Entwicklung, die Ausbildung zu SozialarbeiterInnen, die Stärkung von Frauenrechten oder Kreditprogramme. Übersetzung: Petra Ertl. Ein Mitschnitt von Helga Hager vom 15. Oktober 2012. In Kooperation: Welthaus Diözese Graz-Seckau, Land Steiermark, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, steirische entwicklungspolitische mediathek, Dreikönigsaktion, Katholische Frauenbewegung
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Kolumbien und die Gewalt
Drogenkriege und bürgerkriegsähnliche Zustände plagen Kolumbien seit 50 Jahren. Es geht um Machtkämpfe, politische und ökonomische Einflussnahme mit krimineller Energie. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit der Gewalt in Kolumbien. Im ersten Beitrag eine Analyse zu einer Kultur der Gewalt in Kolumbien. Der zweite Beitrag stellt ein mutiges Projekt im Kampf gegen Gewalt an Frauen vor: „Vamos Mujer!“ was soviel heisst wie „Vorwärts, Frau!“. 1. Beitrag: Patricia Mellmann von Coloradio, dem Freien Radio in Dresden führte ein Gespräch mit Raul Zelik über die Strukturen der Gewalt in Kolumbien. Raul Zelik ist Professor für Politikwissenschaften in Medellin und Journalist – wie kein zweiter im deutschen Sprachraum kann er die Situation in Kolumbien erklären. 2.Beitrag: Im bewaffneten Konflikt in Kolumbien sind Frauen oft die Opfer – sie leiden unter der wirtschaftlichen Not, verlieren Familienmitglieder oder erfahren körperliche Gewalt. Die Organisation „Vamos Mujer“ unterstützt Frauen, sich gegen Gewalt zu wehren und aus ihrer Opferrolle zu kommen, wirtschaftlich unabhängig zu werden und sich politisch zu emanzipieren. Sie hören dazu Auszüge aus einem Interview und Vortrag mit Elisabeth Sepúlveda – Ökonomin und langjährige Mitarbeiterin bei „Vamos Mujer„. Das Interview führte Daniela Oberndorfer (genderfrequenz), Übersetzungen von Christina Langmüller-Romero. Elizabeth Sepulveda ist nach schwerer Krankheit am 11. Juli 2012 in ihrer Heimatstadt Medellin / Kolumbien gestorben. Diese Sendung ist Elizabeth Sepulveda und den widerständigen Frauen von „Vamos Mujer!“ in Kolumbien gewidmet! Link zum Beitrag von Patrcia Mellmann Link zu Vamos Mujer und Nachruf (spanisch) cocoyoc
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Zwischen Landraub und Landwirtschaft.
Peak Everything! Die Knappheit an Bodenschätzen und an landwirtschaftlichen Flächen sind die Themen dieser COCOYOC Sendung. Abgesehen von der „Industriellen Krise der Produktion“ zeigen die Aktivitäten der globalen Bewegung „La Via Campesina“, dass im Sektor der Agrarproduktion die kleinräumigen Lösungen bereits absehbar sind. Gilt es noch diese Strategien im Lohnarbeitsbereich zu finden. Irmi Salzer (La Via Campesina Österreich / Landschaftsplanerin) und Andreas Exner (Social Innovation Network / Vegetationsökologe) diskutieren mit Brigitte Kratzwald (commons.at / Sozialwissenschafterin) und dem Publikum des Crossroads Festival im forum stadtpark Graz Aufzeichnung vom 19.Mai. 2012, weitere Sendungen zum Crossroads Festival auf dem CBA cocoyoc 2012
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Call it Class War against us!
Der Brite David Harvey soll der meistzitierte zeitgenössische Geograph der Welt sein! Nun – die Welt ist auch sein Thema, genauer die andauernde Enteignung der Weltbevölkerung unter Bedingungen des Kapitalismus im Gewand des Neoliberalismus. Dabei hält die Mission des Neoliberalismus im Wort die Freiheit hoch! Demokratie, freie Märkte und freie Individuen braucht die Weltwirtschaft. Aber, warum entzieht sich dann die Ökonomie der demokratischen Kontrolle? Warum nutzt die Ökonomie die Gewinne nicht zur Umverteilung von Wohlstand: für Nahrungssicherheit, Gesundheitsversorgung, gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne, Bildung…usw… Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Weltwirtschaft grandios entwickelt – nicht zum Vorteil für die Weltbevölkerung, jene hat nicht profitiert vom Wachstum, jene verarmt zusehends. In der gegenwärtigen Weltwirtschaft werden Gewinne höchst ungleich verteilt, bleibt die Verteilung der Profite ungerecht, weil die Weltbevölkerung keine Stimme am Verhandlungstisch hat, weil es keine Demokratie der Weltökonomie gibt. Gehen wir zurück: Wie konnte sich so etwas wie Neoliberalismus entwickeln? David Harvey, Professor für Sozialgeographie an Universtäten wie Oxford, Johns Hopkins und New York (siehe CUNY) spricht über die „Geschichte des Neoliberalismus“, Übernahme des Mitschnitts vom 26. Oktober 2005, CHIASMOS (Chicago’s Internatinal and Area Studies) Download des Vortrages Weiterführende Sendereihe: Arbeit – Klasse – Kampf cocoyoc 2012
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informationszentrum dritte welt
Der Verein „Aktion Dritte Welt e.V.“ betreibt seit den 1970er Jahren Kritik am globalen Konsum, ungleichen Machtverteilungen und sozialen Entwicklungen. Weitere Projekte im Umfeld des Vereines sind: die historische Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit in Baden-Würtemberg Freiburg-Postkolonial und „Globales Lernen“ über die AG Bildung. Mit dem Rheinischen JournalistInnenbüro (RJB) kooperiert das iz3w zu sozial-historischen Themen des Globalen Südens, wie „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg„. Periodisch erscheint das Magazin des Vereines das „informationszentrum dritte welt“ (iz3w). Radio Dreyeckland (Freiburg / Breisgau) gestaltet regelmäßig Sendungen zu Themen des „iz3w“. Eine Auswahl von Sendungen mit aktuellen Bezügen. Arabischer Frühling 2.0 / Globales Lernen / Grüner Kapitalismus & Roter Kapitalismus / Kritik der Mikrokredite (RJB) Downloads der einzelnen Sendungen über das Downloadportal der deutschen Freien Radios. cocoyoc 2012
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Kolonialmacht: Frankreich.
Sendungsübernahme von Radio Corax / Serie Widerhall Seit 50 Jahren ist Afrika formell dekolonisiert. Anders als Lateinamerika oder Asien bleibt Afrika der „Krisenkontinent“. Catherine Cochery Vidrovitch, französische Kulturanthropologin, spricht über den französischen Kolonialismus und die Ablösung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Hörbeispiele stammen vom antikolonialen Film „Afrique 50“ aus dem Jahr 1950 und aus Nachrichtensendungen zwischen 1940 und 1970. Ressourcen: African Studies in France Dekolonisation Afrikas Magazin Africultures Historische Sozialkunde: Wie aus Bauern Arbeiter wurden cocoyoc 2012
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Die Nacktheit des Ethnologen – Paul Wirz
Was ist ein Volk, eine Kultur, eine Lebensweise? Die Kulturanthropologin Andrea Schmid bespricht das Leben des Paul Wirz (geb. 1892 – 1955); seine Forschungsreisen nach Papua Neuguinea; das Sammeln und Ordnen des Wissens; die Musealisierung der Welt (Fotos); das Vermessen von Kulturen; die Bedeutung der Kolonialzeit… zuletzt die Nacktheit des Ethnologen – die Konstruktion des Natürlichen in der Distanzierung zur Moderne. Von Paul Wirz belieferte Museen sind u.a. das Tropenmuseum in Amsterdam und das Haus der Kulturen in Basel Eine Sendungsübernahme von free FM / Ulm: Link zur freieradios.net Buchzitate: Andrea Elisabeth Schmidt: Paul Wirz: ein Wanderer auf der Suche nach der „wahren Natur“. Ethnologisches Seminar der Universität und Museum der Kulturen, Basel 1998. (Basler Beitrage zur Ethnologie, Bd. 39, ISBN 3-85977-230-9 Renatus Zürcher: Der wilde Weisse. Huber, 2009, ISBN 978-3719315306 cocoyoc
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Little Big Mojo – Ein Projekt macht Schule!
Der Westen von Tansania ist ein ländliches, abgelegenes Gebiet südlich des Viktoriasees. Hier, im Distrikt Biharamulo bietet die St. Severin Primary School Platz für 240 SchülerInnen, wobei speziell Mädchen gefördert werden; dafür soll das Schulgebäude auch wachsen, um den doppelten Platz und neue Lern- und Lehrformen zu bieten! So plant der Verein Mojo den Anbau einer Mehrzweckhalle, eine neue Küche und ein Education Lab, das Bibliothek und Ort zum freien Lernen sein soll – für LehrerInnen, SchülerInnen und die Community von Biharamulo. Von Jänner bis März 2012 werden 19 ArchitekturstudentInnen aus Graz mit einer örtlichen Baufirma und der Schulleitung das Projekt umsetzen. Die Kinder erhalten neue Möglichkeiten zum lernen, aber auch die ArchitekturstudentInnen lernen Projektplanung und Umsetzung und erhalten einen Einblick wie in Tansania gebaut wird, darüber hinaus bekommen Schulabgänger eine Gelegenheit am Bau zu schnuppern und eine Ausbildung zu beginnen. Magdalena Lang und Stefan Rasch im Gespräch mit Walther Moser zum Schulbau in Tansania vor ihrem Abflug nach Tansania. Aktuelle Berichte aus Tansania: http://mojointanzania.wordpress.com/ Verein Mojo: www.mojoproject.org cocoyoc
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Zikomo: „In Search of Protection“ – Alte Menschen in Tansania.
Präsentation und Diskussion der Forschungsergebnisse von Zena Mnasi Mabeyo (Univ. Dar es Salaam) und Helmut Spitzer (FH Feldkirchen / Kärnten) Ein freundlicheres afrikanisches Topos – „Alte Menschen umringt von ihren vergnügten Enkeln und Kindern, im Dorf, vor ihrer Hütte. Sie haben ihr Leben gelebt, bescheiden aber glücklich und eins mit ihrer Welt.“ Es braucht ein Dorf um ein Kind zu erziehen, heisst ein anderes Sprichwort. Die AutorInnen Mabayo und Spitzer erzählen von einer Wirklichkeit jenseits dieser Romantik: Es geht ums nackte Überleben. Weite Wege zu Wasserstellen; Hütten, die kaum vor Hitze und Nässe schützen; Medizinische Versorgung ist kaum erreichbar, weder finanziell noch physisch; denn wer gehen kann, verläßt die Dörfer in die Städte. Alte Menschen sind allein gelassen. Geld aus den Städten, von den abewanderten Kindern oder von Rentenfonds zur Alterversorgungen haben die allermeisten alten Menschen nicht zu erwarten, dafür kommen die Enkelkinder zurück ins Dorf; als HIV/AIDS Waisen. Mabayo – Spitzer erzählen von Großeltern, die sich um bis zu achtzehn verwaiste Enkel-Kinder kümmern. Zena Mnasi Mabeyo ist Lektorin am Institute of Social Work in Dar es Salaam, Tansania. Helmut Spitzer ist Professor für Soziale Arbeit an der FH Kärnten mit dem Schwerpunkt Alter(n) und internationale Soziale Arbeit. Buchzitat: Helmut Spitzer, Zena Mnasi Mabeyo (2011): In Search of Protection. Older People and their Fight for the Survival in Tanzania. Klagenfurt. Ort und Zeit der Veranstaltung: Afro Asiatisches Institut, Graz am 18.10.2011. Moderation der Veranstaltung: Magdaline Okumu (AAI) und Philipp Hamedl (Zikomo). Organisiert hat die Veranstaltung der Verein Zikomo zur Förderung afrikanischer StudentInnen in ihren Heimatländern. Zwei Mitglieder des Vereins haben an der Studie mitgerarbeitet. A friendlier African topos – „Old people surrounded by their happy grandchildren and children, in the village, in front of their hut. They have lived their lives, modest but happy and at one with their world“. It takes a village to educate a child, another proverb says. The authors Mabayo and Spitzer tell of a reality beyond this romanticism: it is about naked survival. Long distances to water points; huts that hardly protect against heat and wetness; medical care is hardly accessible, neither financially nor physically; because those who can walk leave the villages for the cities. Old people are left alone. Money from the cities, from the children who have migrated or from pension funds for old-age care is not to be expected from most of the old people, but the grandchildren come back to the village as HIV/AIDS orphans. Mabayo – Spitzer tell of grandparents who take care of up to eighteen orphaned grandchildren. Zena Mnasi Mabeyo is a lecturer at the Institute of Social Work in Dar es Salaam, Tanzania. Helmut Spitzer is Professor of Social Work at the Carinthian University of Applied Sciences with a focus on age(s) and international social work. Book citation: Helmut Spitzer, Zena Mnasi Mabeyo (2011): In Search of Protection. Older People and their Fight for the Survival in Tanzania. Klagenfurt. Place and time of the event: Afro Asian Institute, Graz on 18.10.2011. Moderation of the event: Magdaline Okumu (AAI) and Philipp Hamedl (Zikomo). The event was organised by the association Zikomo for the promotion of African students in their home countries. Two members of the association contributed to the study. Musik: Eric „Bruder Djon“ (Bridge Project / Graz) cocoyoc
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Was wir tun: Vereine in Lateinamerika
„Lateinamerika“ ist der Themenschwerpunkt der landesweit vom Land Steiermark ausgerichteten „Fair Trade Wochen„: es geht um Entwicklungspolitik und deren Akteure – das sind zumeist ehrenamtliche Vereine, NGOs, die ihre lokale Arbeit in der Armutsbekämpfung präsentieren: Bildungsprojekte, Brunnenbauten, Hygiene und Gesundheit, Ernährungssicherheit, Menschenrechte mit Schwerpunkte auf Indigenas, Frauen und Kinderschutz, Fairer Handel, Klimawandel…etc sind die breit gefächerten Aufgabenbereiche der NGOs. Lobenswert ist der Fair Trade Tag für seine didaktische Intention: Geladene Gäste sind SchülerInnen und StudentInnen die so die Praxis entwicklunsgspolitischer Arbeit im Dialog und spielerischen Ansätzen erfahren und erleben können. Ein Anreiz über eigene Verantwortung nachzudenken und ein möglicher Anlass sich selbst zu engagieren. Interessant ist die Veranstaltung auch, da im „Überblick“ die Vielzahl und Vielfalt der Aktivitäten und Akteure beeindruckt. Auffallend wird freilich die Diskrepanz zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement und der marginalen Mittelausstattung durch Bundes- und Landespolitik: die ohnedies nur gering angesetzten und durch Schuldendienste der Länder des Südens entkräfteten 0,7% des BSP (ODA/OECD) erreicht Österreich nicht einmal zur Hälfte. Dem Engagement und der Ausdauer der privaten Akteure ist die historische strukturelle Ignoranz der Staaten entgegen zu halten. Dabei ist die Bekämpfung von Armut genau so Thema in Burkina Faso, Chile, den USA oder eben der Steiermark: dort basale Armut und hier Verarmung mitten im vergehenden Wohlstand… Der Fair Trade Tag verweist einmal mehr auf die strukturelle Verwobenheit der sozialen Frage, die sich global verschärft! Insofern ist (das vielleicht nicht aufzulösende) Paradoxon der Fair Trade Tage in der Steiermark jenes: dass viele gute und kritische Projekte sich einer Öffentlichkeit präsentieren können, jenen aber zuletzt die Mittel fehlen, um global wirksam zu werden; dazu kommen Staaten, die ihre sozialen Ziele unterlaufen, es wird wohl wieder an den Gesellschaften der Staaten sein, die Antworten auf die Frage der Verarmung zu finden und „die Politik“ in die Verantwortung über Mittelverteilungen zu bringen. Ein Rundgang durch das Veranstaltungszelt zum 11. Oktober 2011 im Grazer Burghof, dem Sitz der Steirischen Landesregierung. cocoyoc
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Was soll ich hier? – Reisen und Arbeiten in Ladakh, Niger und Uganda.
Greta Kostka (Friends of Lingshed), Birgit Mayerhofer (Tifinagh) und Christoph Schalk (Zikomo) verbindet ihr Engagement in Projekten in Ländern des globalen Südens. Wie unterscheiden sich ihre Erfahrungen im Reisen und Arbeiten in Ladakh (Jammu-Kashmir, Indien), Uganda und Niger? Können wir auch Gemeinsamkeiten entdecken? Wir sprechen über intensive Erlebnisse; die Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit über Kontinente hinweg; über die eigenen Vorurteile; über Leben und Sterben; den Unterschied zwischen Armut und Elend; Langsamkeit und Hektik und die Entscheidung woanders leben zu wollen… Die Reisezitate stammen aus dem Buch von Bruce Chatwin „Traumpfade“. Moderation: Walther Moser.
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HAITI – die Katastrophe heisst Armut!
„Erdbeben töten keine Menschen – es sind die einstürzenden Gebäude!“ Es gibt keine „Naturkatastrophen“: Die Tsunamis im Indischen Ozean (2004) und Japan (2011), der Hurricane „Katrina“ von New Orleans (2005) und das Erdbeben von Haiti (2010) verweisen jeweils auf kulturelle, soziale, politische Dimensionen der sogenannten „Natur“-Katastrophen. Für Haiti gilt besonders: Die Armut hat die Menschen getötet, nicht das Erdbeben! Menschen sind gestorben, weil die Mittel fehlen oder vorenthalten werden (und der Staat nicht unterstützt), um erdbeben-sichere Häuser zu bauen oder sich vor Cholera zu schützen… Dennoch: Die HaitianerInnen sind „gewöhnt“ in Armut zu leben, sie „wissen“, wie sie ihren Alltag meistern!Daniela Pamminger erzählt eine differenzierte Geschichte über ihre Arbeit in den Slums von Port Au Prince, der Cite Soleil, wo die Salesianer eine Schule betreiben (nach einem Film, das gefährlichste Slum der Welt…); oder die problematische Koppelung von Humantärer Hilfe und privaten Spendeaufrufen, die einhergeht mit der Macht der Bilder und Diskurse (so werden selbst Katastrophengebiete zu Marktplätzen und die wirklichen Bedürfnisse der Betroffenen werden überhört). Daniela Pamminger erzählt „von einem ihrem besten Arbeitsjahre“ mit Menschen, die mitnichten ohnmächtig, aber sehr tatkräftig Haiti wieder aufbauen, wider die Misswirtschaft unfähiger politischer Eliten und auch alltäglicher Gewalt in den Strassen von Port Au Prince… nicht vergessend, dass die Armut Haitis grundgelegt ist in kolonialer Ausbeutung und niemals überwunden werden konnte: dabei war Haiti die erste schwarze Nation (1804), die sich von der Sklaverei befreien sollte: unter Francois Dominique Toussant L’Ouverture!Die Sozialpädagogin Daniela Pamminger arbeitete als Projektmanagerin für eine österreichische Hilfsorganisation in Haiti von September 2010 bis Mai 2011. cocoyoc
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Neville Alexander: Gemeinschaft in Vielfalt & The Power of Language
<!-- P { margin-bottom: 0.21cm; }A:link { } --><!-- P { margin-bottom: 0.21cm; }A:link { } -->„Unity in Plurality!“ – Neville Alexander über die Methoden, wie Nationalstaaten Menschen politisch mundtot machen. Dabei ist dem Nationalstaat kaum zu entkommen: Selbst jene, die er ausschließt, werden ihre Identität auch an der Nation ausrichten. Die Grundlage für das Politische ist die Kommunikation. Die Mißachtung von Sprachen ausserhalb der Staatssprache schliesst Menschen zwar von politischer Partizipation aus, dennoch zeigt sich der Staat als starke „Erzählung“, weil er territorial die Herkunft und somit die Identität der Personen einschliesst. Neville Alexander (*1936 – 2012), Historiker und Germanist, lebte in Cape Town (SA) und war Direktor von PRAESA (Project for the Study of Alternative Education in South Africa). Alexanders Leben war geprägt vom Kampf gegen die Apartheid und die Zeit der Inhaftierung (1964-1974) auf Robben Island. Er war einer der charismatischen linken Aktivisten und Denker in Südafrika – so hat er ein eindrucksvolles Buch über den Weg der Rainbow-Nation von der Apartheid zur Demokratie verfasst. Neville Alexander spricht in seinem Vortrag als Wissenschafter aus der gewaltvollen Erfahrung des Zerfalls des Nationalsstaates und der Herausforderungen pluralistischer Nationen vor dem Kontext der Globalisierung. Symposium „Unity in Plurality“ (18.Oktober 2010), Graz : eine Veranstaltung auf Initiative des Sprachwissenschafters Dieter Halwachs (treffpunkt sprachen / Uni Graz) und Astrid Kury (Akademie Graz) im Oktober 2010. Im Rahmen dieser Veranstaltung hat Neville Alexander seinen Vortrag zum Thema „The Power of Language“ gehalten. In einer künftigen „Kultur des Friedens“ spielt Sprache (als politisches Medium) eine kritische Rolle, weil die Sprache das Medium des Denkens und Handelns ist. Alexander beruft sich auf die „Five D’s“: Economic Developement, Cultural Diversity, Political Democrocy, Human Dignity, Educational Didactics. Wesentlich wird die Haltung der Nationalstaaten sein, zwischen deren etatistischen Standards (Lingua Franca) und der Alltagserfahrung der Menschen (Dialekte, Soziolekte) die Kommunikation von Diskrimierung frei zu halten: Wer mundtot ist, wer sprachlos ist, ist auch politisch bedeutungslos – und wird als menschliches Wesen entwürdigt. Alexander führt soziale und kulturelle Ausgrenzungen auf Klassenkämpfe zurück: die Bedeutungen, die Institutionen zugewiesen werden, kommen aus den sozialen Beziehen, die im jeweiligen Alltag verhandelt und festgelegt werden. cocoyoc
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Was wir tun: Vereine in Afrika (2)
In der Woche vom 27. September bis 1. Oktober 2010 wurden in Graz, aber auch in mehreren steirischen Bezirken eine Reihe von Workshops und Info-Veranstaltungen durchgeführt. Schwerpunkt war am 30. September 2010 der Fairtrade-Tag des Landes Steiermark in der Grazer Burg. Dabei stand – anknüpfend an die Fußball-WM 2010 – das Thema „Afrika“ im Vordergrund. Berichte rund um den Fair Trade Tag vom 30.September 2010. Tina Weißhaupt und Walther Moser haben Gespräche mit SchülerInnen und den VertreterInnen der Vereine und NGOs geführt. Entstanden sind zwei Sendungen, die sehr lebendig vermitteln, wie breit die Aktivitäten der Vereine im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sind. Fair Styria Diesem positiven Bericht sei aber die Kritik an die österreichischen Politik in Bezug auf Entwicklungszusammenarbeit angefügt, mit einem Hinweis auf die „Initiave Entwicklung“: demnach entziehen sich die reichen Staaten dieser westlichen Welt aus der Verantwort um globale Verteilungsgerechtigkeit. Ein Appell gegen das weitere Unterschreiten der Mindeststandards internationaler Abkommen (ODA Gelder der OECD) zur Bekämpfung basaler Armut! Initiative Entwicklung
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Was wir tun: Vereine in Afrika (1)
In der Woche vom 27. September bis 1. Oktober 2010 wurden in Graz, aber auch in mehreren steirischen Bezirken eine Reihe von Workshops und Info-Veranstaltungen durchgeführt. Schwerpunkt war am 30. September 2010 der Fairtrade-Tag des Landes Steiermark in der Grazer Burg. Dabei stand – anknüpfend an die Fußball-WM 2010 – das Thema „Afrika“ im Vordergrund. Berichte rund um den Fair Trade Tag vom 30.September 2010. Tina Weißhaupt und Walther Moser haben Gespräche mit SchülerInnen und den VertreterInnen der Vereine und NGOs geführt. Entstanden sind zwei Sendungen, die sehr lebendig vermitteln, wie breit die Aktivitäten der Vereine im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sind. Fair Styria Diesem positiven Bericht sei aber die Kritik an die österreichischen Politik in Bezug auf Entwicklungszusammenarbeit angefügt, mit einem Hinweis auf die „Initiave Entwicklung“: demnach entziehen sich die reichen Staaten dieser westlichen Welt aus der Verantwort um globale Verteilungsgerechtigkeit. Ein Appell gegen das weitere Unterschreiten der Mindeststandards internationaler Abkommen (ODA Gelder der OECD) zur Bekämpfung basaler Armut! Initiative Entwicklung cocoyoc
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Globale Apartheid: Dennis Brutus und Patrick Bond
Im Widerstand gegen globale Klassenapartheid: Der Antiapartheidkämpfer Dennis Brutus und der Sozialgeograf Patrick Bond erzählen über ihren Kampf gegen die soziale Apartheid Eine Begegnung mit zwei charismatischen Persönlichkeiten. Durban, Südafrika, am 22. Februar, 2007: Dennis Vincent Brutus: 1924 geboren in Salisbury (heute: Harare) Simbabwe. In seinem Leben verbinden sich Poetik, Wissenschaft und Widerstand: Er engagiert sich für den Ausschluss Südafrikas von Olympischen Spielen, arbeitet in Organisationen gegen die Apartheid an, lehrt südafrikanischen Universitäten Englisch und schreibt Lyrik. 1963 wird er erstmals verhaftet und nach Robben Island gebracht, wo er mit Mandela im Steinbruch schuftet. Er verliert seine Rechte als Autor, darf nichts mehr veröffentlichen. 1983 flüchtet Dennis Brutus ins Exil nach Amerika: bis 1990 lehrt er an der Nortwestern Univ. / Pittsburg Literatur. Bis 2009 hat Dennis Brutus am „Centre for Civil Society“ mit Patrick Bond gearbeitet. Dennis Brutus im Video-Podcast: Open Vault Am 26.12.2009 ist Dennis Brutus in Cape Town verstorben. Patrick Bond: leitet besagtes Zentrum für Zivilgesellschaft in Durban. 1961 in Belfast, Irland geboren, in den USA aufgewachsen, studiert Patrick Wirtschaftsgeographie, seinen PHD hält er an der Johns Hopkins Universität, 1992 – hier trifft er auf Sozialgeographen David Harvey, dessen Theorien ihn maßgeblich beeinflussen. Seine akademische Karriere ist „weitläufig“ und global: Aufenthalte in Süd Korea, Mauritius, Thailand, Ungarn, Zimbabwe, Japan, England. Seit 2004 leitet er das Centre for Civil Society in Durban und unterrichtet an der KwaZulu University, Developement Studies. Seine Themen sind Ressourcenfragen: Energie, Wasser und Klimawandel und eben: das Engagement für soziale Gerechtigkeit. Aufnahme und Gestaltung: Walther Moser cocoyoc
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Ingeborg Grau: Die vielen Gesichter Afrikas im Wandel der Zeiten
Dr.in Ingeborg Grau, Institut für Afrikawissenschaften (Geschichte, Gender, Internationale Entwicklung) Vielfalt als Ergebnis des Kolonialismus am Beispiel Nigerias.“Die Unabhängigkeit afrikanischer Staaten – für zahlreiche Staaten ist das Jahr 2010 der 50. Jahrestag dieser Unabhängigkeit – ist unvollständig geblieben, der formalen politischen Befreiung folgte keineswegs die wirtschaftliche Befreiung.Die Region des heutigen Nigeria kann als ein Beispiel für die Vielfalt Afrikas dienen – mit über vierhundert Sprachen aus drei der vier Sprachfamilien, mit frühen vorkolonialen Großstaaten und kleinen bäuerlichen Dorfverbänden und einer Bevölkerungszahl von heute etwa 140 Millionen Menschen. Künstliche Grenzziehungen im Kolonialismus, die Missionstätigkeit verschiedener christlicher Kirchen und ihre Bildungsarbeit haben noch zur Vielfalt Nigerias beigetragen. Zahlreiche Probleme der Gegenwart können ohne das „Erbe“ aus dem Kolonialismus nur unzureichend verstanden werden. Afrikanische Gesellschaften haben aber in ihrer Geschichte immer wieder auch den Nachweis erbracht, dass in der sprachlichen, kulturellen, religiösen Vielfalt, auch Chancen liegen. Vortrag vom Donnerstag, 11.März 2010, 18.30 Uhr ( Afro Asiatisches Institut, Graz) Aufnahmen und Schnitt: Walther Moser cocoyoc
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ABOUT THIS SHOW
"Lebens-Mittel" sind Nahrung, Wasser, Medizin, Bildung, aber auch politische, kulturelle oder ökonomische Selbstbestimmung. Näher betrachtet, zeigen sich Differenzen wie diese Ziele erreicht werden können - sprich: was bedeutet Entwicklung? Dazu berichten Vereine und NGOs von ihrer Praxis; vor Ort; mit den ProjektpartnerInnen; aber auch theoretischen Fragen und historischen Zusammenhängen gehen wir nach. Eine kollektiv produzierte Sendereihe die auf globale Fragen lokale Antworten sucht.
HOSTED BY
COCOYOC
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