Im Gespräch

PODCAST · society

Im Gespräch

Begegnungen mit interessanten und berührenden Menschen und immer wieder neue Einsichten und Gedanken jenseits des Tagesjournalismus.

  1. 34

    Mirjam Zadoff, Historikerin und Schriftstellerin

    Wie gehen wir mit destruktiven, gewalttätigen Ereignissen, mit geopolitischen Verwerfungen, den neuen Krisen und Kriegen um – ohne zynisch zu werden oder uns gänzlich abzuwenden? Die Historikerin Mirjam Zadoff hat dazu ein Buch mit dem Titel „Wie wir überwintern“ geschrieben – teils Selbsttherapie, teils Analyse und Mutmacher. 1974 in Innsbruck geboren, studierte Mirjam Zadoff Geschichte und Judaistik in Wien und München. Seit 2019 leitet sie das NS-Dokumentationszentrum in München. Jede Alltagshandlung, sofern sie bewusst gesetzt wird, kann politische Bedeutung erlangen. Autoritäre Bewegungen wollen uns Menschen entmachten, uns entmündigen – schon Hannah Arendt schrieb dazu, dass dies umso leichter gelingt, je einsamer wir sind. Gemeinsam müssen wir dagegenhalten, neue Türen wollen geöffnet sein, im gemeinsamen Feiern aber auch Trauern rücken wir zueinander und schaffen Räume der Zuversicht, meint Mirjam Zadoff im Gespräch mit Andreas Orbecht.

  2. 33

    Sonia Kleindorfer - Langversion

    Als junge Verhaltensforscherin war Sonia Kleindorfer unter anderem in Tansania unterwegs, wo sie mit der berühmten Schimpansen-Forscherin Jane Goodall gearbeitet hat. Ihr eigenes Spezialgebiet wurde das Verhalten von Vögeln. Die 1966 in Philadelphia in den USA geborene Sonia Kleindorfer kam zum Zoologie-Studium nach Wien. Auf Galapagos erforscht sie die berühmten Darwin-Finken. In Australien hat sie knapp 20 Jahre an der Flinders University gearbeitet. Seit 2018 ist sie zurück in Österreich. Ob auf den streng geschützten Galapagos-Inseln, in der landwirtschaftlich genutzten Gegend rund um Grünau im Almtal oder in den trockenen Buschregionen Südaustraliens: In all ihren Forschungsstationen interessiert sich Sonia Kleindorfer nicht nur für das Verhalten der Tiere, sondern auch die Bedingungen des Zusammenlebens zwischen Tier und Mensch. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer erzählt sie auch davon was man vom Verhalten der Tiere auch über den Menschen lernen kann.

  3. 32

    Sonia Kleindorfer, Ornithologin und Leiterin Konrad-Lorenz-Forschungsstelle

    Als junge Verhaltensforscherin war Sonia Kleindorfer unter anderem in Tansania unterwegs, wo sie mit der berühmten Schimpansen-Forscherin Jane Goodall gearbeitet hat. Ihr eigenes Spezialgebiet wurde das Verhalten von Vögeln. Die 1966 in Philadelphia in den USA geborene Sonia Kleindorfer kam zum Zoologie-Studium nach Wien. Auf Galapagos erforscht sie die berühmten Darwin-Finken. In Australien hat sie knapp 20 Jahre an der Flinders University gearbeitet. Seit 2018 ist sie zurück in Österreich. Ob auf den streng geschützten Galapagos-Inseln, in der landwirtschaftlich genutzten Gegend rund um Grünau im Almtal oder in den trockenen Buschregionen Südaustraliens: In all ihren Forschungsstationen interessiert sich Sonia Kleindorfer nicht nur für das Verhalten der Tiere, sondern auch die Bedingungen des Zusammenlebens zwischen Tier und Mensch. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer erzählt sie auch davon was man vom Verhalten der Tiere auch über den Menschen lernen kann.

  4. 31

    Elisabeth Sechser, Unternehmerin Caring Economy

    Was, wenn der größte blinde Fleck unserer Wirtschaft genau dort liegt, wo das tägliche Leben stattfindet - bei Fürsorge, Pflege und Bildung? Diese Frage beschäftigt unseren heutigen Gast seit mehr als zwanzig Jahren: die Unternehmerin und Organisationsentwicklerin Elisabeth Sechser. Mit der Initiative "CaringEconomy.Jetzt" setzt sich Elisabeth Sechser für ein Verständnis von Wirtschaft ein, das Care-Arbeit nicht als private Nebensache, sondern als Fundament unserer Gesellschaft begreift. Das Engagement der Wienerin ist dabei nicht nur theoretisch: Als Mutter einer unheilbar kranken Tochter verbindet Sechser persönliche Erfahrung mit ökonomischer Analyse. In ihrem Denken knüpft sie an die 1931 in Wien geborene und in die USA emigrierte Kulturwissenschafterin Riane Eisler an. Mit Elisabeth Sechsers Einsatz für Riane Eislers Bekanntheit und Würdigung auch in Österreich beginnt Mari Lang das Gespräch.

  5. 30

    Maria Rochow, Wildnisrangerin und Forstwirtin

    Eigentlich wäre es unserem heutigen Gast lieber gewesen, hätte das Gespräch für die Sendung draußen in der Natur und nicht im Studio stattgefunden. Genauer, im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal im Grenzgebiet Niederösterreich/Steiermark. Dort ist Maria Rochow als Wildnisrangerin, Wanderführerin und Naturpädagogin tätig ist. Das Schutzgebiet gehört seit 2017 zum UNESCO-Weltnaturerbe, es wurde zum Schutzgebiet für Dunkelheit erklärt, und es beherbergt den größten Urwaldrest des gesamten Alpenbogens. Seit 2020 ist es der Arbeitsplatz von Maria Rochow. Geboren 1989 in Bayern hat sie an der BOKU Forstwirtschaft studiert und kam kurz danach zum Arbeiten ins Wildnisgebiet. Mittlerweile hat sie sich dort auch privat mit einer kleinen Tochter verwurzelt. Sie führt Forschungsprojekte durch und leitet und konzipiert Exkursionen. Judith Brandner hat selbst an mehreren dieser Exkursionen teilgenommen und Maria Rochow nun zum Gespräch getroffen.

  6. 29

    Mario Adorf - In memoriam

    Schon als Vierjähriger stand er auf der Bühne, in seiner Heimatstadt Mayen in der Eifel, jetzt ist Mario Adorf im Alter von 95 Jahren gestorben. Der Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters absolvierte in den 1950-er Jahren die Schauspielschule in München und begann seine Karriere an den dortigen Kammerspielen. Schnell führte ihn sein Weg zum Film, wo er Ganoven, Mafiosi, Knechte und selbst Mussolini darstellte. Dass er als Winnetous bösartiger Gegenspieler Santer die Häuptlingsschwester Nscho-tschi erschoss, verziehen ihm viele Zuschauerinnen und Zuschauer nie. Im wahren Leben war der international renommierte Schauspieler und Sänger, Autor und Entertainer Mario Adorf ein freundlicher Mensch. Und ein vielfach ausgezeichneter, u.a. erhielt er den Grimme-Preis, das Große Bundesverdienstkreuz oder den Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk. Gestern ist Mario Adorf in Paris gestorben. Ö1 wiederholt ein Gespräch, das Renata Schmidtkunz im Oktober 2015 mit ihm führte.

  7. 28

    Engin Çatik, Schulleiter Berlin

    Vor eineinhalb Jahren kam die Friedrich-Bergius-Schule in Berlin als „schlimmste Schule Deutschlands“ in die Schlagzeilen. Gewalt, verbale Übergriffe, asoziales Verhalten der Schülerinnen und Schüler wurden beklagt. Ein Drittel des Lehrkörpers war regelmäßig krankgeschrieben, der benachbarte Supermarkt engagierte einen Wachdienst. Anfang 2025 bekam die Schule einen neuen Direktor: Engin Çatik. Der 40-Jährige führt seither mit Konsequenz, Vertrauen und „zugewandter Autorität“, wie er es nennt – und sein Erfolg als „Schul-Retter“ sorgt in ganz Deutschland für Aufmerksamkeit. Das Milieu und die Probleme seiner Schülerinnen und Schüler kennt der türkischstämmige Schulleiter aus seiner eigenen Biografie – als Sohn einer alleinerziehenden Mutter und eines Vaters, der viele Jahre im Gefängnis saß. Mit Beginn der Sommerferien wird er die Bergius-Schule verlassen, um in die Berliner Schulverwaltung zu wechseln. „Die Krise ist vorüber“, sagt er dazu im Gespräch mit Armin Wolf.

  8. 27

    Carmen Possnig, ESA-Ersatzastronautin und Medizinerin

    Carmen Possnig ist junge Ärztin im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, als sie sich bei der ESA – der European Space Agency – um einen ziemlich unkonventionellen Job: Gesucht wird eine Forschungsärztin, die bereit ist, in den Jahren 2017/2018 insgesamt 13 Monate auf der Forschungsstation Concordia in der Antarktis zuzubringen und wissenschaftliche zu arbeiten, davon neun Monate mit 12 anderen Crew-Mitgliedern in völliger Isolation, davon vier Monate ohne Sonne und bei minus 80 Grad. Dieses Abenteuer wird ihr gesamtes Leben und auch ihre ärztliche Karriere grundlegend verändern. Carmen Possnig arbeitet danach als Forschungsärztin bei der ESA – und bewirbt sich abermals um einen speziellen Job bei der Europäischen Weltraumagentur. Nach eineinhalb Jahren eines sehr anspruchsvollen Aufnahmeverfahrens geht ihr Kindheitstraum tatsächlich in Erfüllung, erzählt sie im Gespräch mit Andreas Obrecht: 2022 wird sie offiziell in den ESA-Astronautenpool als Reserveastronautin aufgenommen.

  9. 26

    Alice Vadrot - Langversion

    Fast die Hälfte der Erdoberfläche ist internationale Hochsee. Im Jänner 2026 ist ein historisches Abkommen zum Schutz dieser Regionen in Kraft getreten. Welche Wissenschaft, Diplomatie und Politik für dessen Zustandekommen nötig war, untersuchte die Politikwissenschaftlerin Alice Vadrot. Seit 2025 ist sie Professorin für Internationale Umweltpolitik an der Universität Wien. Als Mitglied des Österreichischen Biodiversitätsrats setzt sie sich für eine Stärkung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ein. Alice Vadrot, geboren 1985 in Saarburg in Deutschland, ist Tochter einer Österreicherin und eines Franzosen, hat Politikwissenschaft, Philosophie und Slawistik/Russistik an der Universität Wien studiert. Ursprünglich wollte sie Diplomatin werden, jetzt beforscht sie aber lieber mit ihrem Team die Diplomatie in der Umweltpolitik. Das Meer lässt sie auch in ihrer Freizeit nicht los: Derzeit arbeitet sie an einem Kinderbuch über Ozeane, das sie selbst illustriert.

  10. 25

    Alice Vadrot, Politikwissenschaftlerin

    Fast die Hälfte der Erdoberfläche ist internationale Hochsee. Im Jänner 2026 ist ein historisches Abkommen zum Schutz dieser Regionen in Kraft getreten. Welche Wissenschaft, Diplomatie und Politik für dessen Zustandekommen nötig war, untersuchte die Politikwissenschaftlerin Alice Vadrot. Seit 2025 ist sie Professorin für Internationale Umweltpolitik an der Universität Wien. Als Mitglied des Österreichischen Biodiversitätsrats setzt sie sich für eine Stärkung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ein. Alice Vadrot, geboren 1985 in Saarburg in Deutschland, ist Tochter einer Österreicherin und eines Franzosen, hat Politikwissenschaft, Philosophie und Slawistik/Russistik an der Universität Wien studiert. Ursprünglich wollte sie Diplomatin werden, jetzt beforscht sie aber lieber mit ihrem Team die Diplomatie in der Umweltpolitik. Das Meer lässt sie auch in ihrer Freizeit nicht los: Derzeit arbeitet sie an einem Kinderbuch über Ozeane, das sie selbst illustriert.

  11. 24

    Barbara Coudenhove-Kalergi, Journalistin und Autorin

    Als Barbara Margarete Sophie Marie Mitsu Gräfin Coudenhove-Kalergi wurde sie 1932 in Prag in eine deutschsprachige Adelsfamilie geboren. Bei Kriegsende wird mit ihrer Familie vertrieben. Später in Wien wird Barbara Coudenhove-Kalergi Journalistin. Sie heiratet einen prominenten Kommunisten, ist bei der Arbeiterzeitung die „Rote Gräfin“ und wird beim ORF zur berühmten Reporterin: Aus Polen berichtet sie vom Aufstand der Solidarnosc, aus Berlin vom Fall der Mauer und über die „Samtene Revolution“ in ihrer Heimatstadt Prag, in die sie 1991 als ORF-Korrespondentin zurückkehrt. Heute ist Barbara Coudenhove-Kalergi 94 und überblickt nahezu ein Jahrhundert europäische Geschichte. Sie hat einen Weltkrieg, Vertreibung, Diktaturen und Revolutionen erlebt – und zuletzt eine Krise der liberalen Demokratie. „Wir leben in finsteren Zeiten“, sagt sie im Gespräch mit Armin Wolf: „Aber es gibt eine Sehnsucht nach anständigen Menschen.“

  12. 23

    Barbara Coudenhove-Kalergi - Langversion

    Als Barbara Margarete Sophie Marie Mitsu Gräfin Coudenhove-Kalergi wurde sie 1932 in Prag in eine deutschsprachige Adelsfamilie geboren. Bei Kriegsende wird mit ihrer Familie vertrieben. Später in Wien wird Barbara Coudenhove-Kalergi Journalistin. Sie heiratet einen prominenten Kommunisten, ist bei der Arbeiterzeitung die „Rote Gräfin“ und wird beim ORF zur berühmten Reporterin: Aus Polen berichtet sie vom Aufstand der Solidarnosc, aus Berlin vom Fall der Mauer und über die „Samtene Revolution“ in ihrer Heimatstadt Prag, in die sie 1991 als ORF-Korrespondentin zurückkehrt. Heute ist Barbara Coudenhove-Kalergi 94 und überblickt nahezu ein Jahrhundert europäische Geschichte. Sie hat einen Weltkrieg, Vertreibung, Diktaturen und Revolutionen erlebt – und zuletzt eine Krise der liberalen Demokratie. „Wir leben in finsteren Zeiten“, sagt sie im Gespräch mit Armin Wolf: „Aber es gibt eine Sehnsucht nach anständigen Menschen.“

  13. 22

    Ronya Othmann, Schriftstellerin und Journalistin

    Ronya Othmann ist Schriftstellerin, Lyrikerin und Journalistin, geboren 1993 in München, ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater ein einstmals staatenloser jesidischer Kurde, der 1980 aus Syrien floh. In ihrer Kindheit und Jugend reiste Ronya Othmann häufig zur Familie des Vaters in ein jesidisches Dorf im Nordosten Syriens. Mit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011 endeten diese Reisen. Kurz nachdem Bachar al Assad Ende 2024 gestürzt worden war, reiste Ronya Othmann Anfang 2025 mit ihrem Vater nach Syrien. Ihre Beobachtungen und Erfahrungen beschreibt sie in dem Buch "Rückkehr nach Syrien. Eine Reise durch ein ungewisses Land."Im Gespräch mit Birgit Dalheimer spricht Ronya Othmann über ihre Erfahrungen in Syrien und ihre Einschätzung der Situation im Land etwas über ein Jahr nach dem Sturz Assads.

  14. 21

    Peter Strasser, Philosoph

    “Warum dieses hartnäckige, unausrottbare Weltvertrauen über alle Lebensfeindlichkeit, alles Böse, alles Leiden hinweg?“ Diese Frage ist das zentrale Anliegen des Philosophen Peter Strasser. Als Kind hieß es in seinem familiären Umfeld oft: “Der Bub hat ungesunde Gedanken, der Bub beschäftigt sich mit komischen Fragen …“. Heute meint Peter Strasser, dass das Gefühl der Fremdheit in der Welt, das ihn auch philosophisch inspiriert, mit frühen Kindheitserlebnissen zu tun hat. Seit seiner Emeritierung als Professor am Institut für Rechtsphilosophie, -soziologie und -informatik an der Uni Graz im Jahr 2015 schreibt Peter Strasser ein Buch nach dem anderen, immer geht es um zentrale metaphysische Konzepte und Begriffe: Seele, Ganzheit, Ewigkeit, Sinn, Existenz, Apokalypse etc.. „Die Philosophie hat eine gesellschaftliche Verantwortung“ erklärt Peter Strasser im Gespräch mit Andreas Obrecht: Denn als Philosoph ist es Pflicht, das Böse, egal in welcher Erscheinung, gezielt zu bekämpfen!

  15. 20

    Helga Nowotny, Wissenschaftsforscherin

    Wissenschaft ist getragen von der Freude am Spiel mit der Ungewissheit, die dazu verleitet, sich auf noch unbekanntes Terrain zu wagen. Und: Wissenschaft ist ein zutiefst gesellschaftlich geprägtes Unterfangen. Davon hat sich Helga Nowotny, Jahrgang 1937, schon früh ein Bild gemacht. Nach einem abgeschlossenen Jusstudium in Wien hat sie zur Soziologie gewechselt und sich der Erforschung der Wissenschaft gewidmet: Sie war u.a. Professorin an der Universität Wien und ab 1995 an der ETH Zürich, wo sie den Lehrstuhl für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsforschung leitete. Anfang der Nuller-Jahre war sie maßgeblich an der Entstehung des Europäischen Forschungsrates beteiligt, dessen Präsidentin sie von 2010-13 war. Heute ist sie unter anderem Ehrensenatorin der Universität Wien. „Zukunft braucht Weisheit“ titelt Helga Nowotnys jüngstes Buch. Birgit Dalheimer hat mir ihr über Zukunft, Götter, Weisheit, Wissenschaft, Künstliche Intelligenz und glückliche Zufälle gesprochen.

  16. 19

    Helga Nowotny - Langversion

    Wissenschaft ist getragen von der Freude am Spiel mit der Ungewissheit, die dazu verleitet, sich auf noch unbekanntes Terrain zu wagen. Und: Wissenschaft ist ein zutiefst gesellschaftlich geprägtes Unterfangen. Davon hat sich Helga Nowotny, Jahrgang 1937, schon früh ein Bild gemacht. Nach einem abgeschlossenen Jusstudium in Wien hat sie zur Soziologie gewechselt und sich der Erforschung der Wissenschaft gewidmet: Sie war u.a. Professorin an der Universität Wien und ab 1995 an der ETH Zürich, wo sie den Lehrstuhl für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsforschung leitete. Anfang der Nuller-Jahre war sie maßgeblich an der Entstehung des Europäischen Forschungsrates beteiligt, dessen Präsidentin sie von 2010-13 war. Heute ist sie unter anderem Ehrensenatorin der Universität Wien. „Zukunft braucht Weisheit“ titelt Helga Nowotnys jüngstes Buch. Birgit Dalheimer hat mir ihr über Zukunft, Götter, Weisheit, Wissenschaft, Künstliche Intelligenz und glückliche Zufälle gesprochen.

  17. 18

    Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Soziologen

    Armin Wolf im Gespräch mit dem Soziologenpaar Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey: „Die Demokratie befindet sich in einer der tiefsten Krisen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“, schreiben die beiden deutschen Soziologen von der Universität Basel in ihrem jüngsten Buch. Seit Jahren suchen sie die Ursachen für diese Krise. Gefunden haben sie Menschen, die enttäuscht, aber auch sehr wütend sind. Weil sie das Gefühl haben, es wäre früher alles besser gewesen, sie bekämen nicht, was ihnen zusteht, sie würden bevormundet und von der Politik nicht gehört. Amlinger und Nachtwey haben das in großen Umfragen erforscht und in Tiefeninterviews, 2025 erschien ihr Buch „Zerstörungslust“. Die beiden beschreiben darin, warum immer mehr Menschen unser liberales demokratisches System zerstören wollen – im Namen einer angeblich „wahren“ Demokratie. Und warum immer mehr Menschen von Politikern wie Donald Trump fasziniert sind – nicht trotz seiner offenen Aggressivität, sondern gerade wegen ihr.

  18. 17

    Katharina Zweig - Langversion

    Große Sprachmodelle in Form von ChatGPT, Perplexity oder Gemini geben Menschen das Gefühl, sie könnten mit Computern sprechen, würden verstanden. Die Informatikerin Katharina Zweig setzt sich seit einem Jahrzehnt verstärkt dafür ein, künstliche Intelligenz und ihre Anwendungen einer breiteren Öffentlichkeit zu erklären. Sie regt grundsätzliche Diskussionen darüber an, was wir eigentlich meinen, wenn wir von "künstlicher Intelligenz" sprechen, was es bedeuten könnte, von einem Computer "verstanden" zu werden, wie wir die Fähigkeiten der Maschinen sinnvoll nutzen können. Sie ist Informatik-Professorin an der TU Kaiserslautern, wo sie 2012 den damals einzigartigen Lehrgang Sozioinformatik einführte mit dem Ziel, die Auswirkung der Digitalisierung auf Individuum, Organisation und Gesellschaft zu untersuchen. Vergangenen Herbst erschien ihr jüngstes Buch mit dem Titel "Weiß die KI, dass Sie nichts weiß". Birgit Dalheimer hat sie zum Gespräch getroffen.

  19. 16

    Katharina Zweig, Sozioinformatikerin

    Große Sprachmodelle in Form von ChatGPT, Perplexity oder Gemini geben Menschen das Gefühl, sie könnten mit Computern sprechen, würden verstanden. Die Informatikerin Katharina Zweig setzt sich seit einem Jahrzehnt verstärkt dafür ein, künstliche Intelligenz und ihre Anwendungen einer breiteren Öffentlichkeit zu erklären. Sie regt grundsätzliche Diskussionen darüber an, was wir eigentlich meinen, wenn wir von "künstlicher Intelligenz" sprechen, was es bedeuten könnte, von einem Computer "verstanden" zu werden, wie wir die Fähigkeiten der Maschinen sinnvoll nutzen können. Sie ist Informatik-Professorin an der TU Kaiserslautern, wo sie 2012 den damals einzigartigen Lehrgang Sozioinformatik einführte mit dem Ziel, die Auswirkung der Digitalisierung auf Individuum, Organisation und Gesellschaft zu untersuchen. Vergangenen Herbst erschien ihr jüngstes Buch mit dem Titel "Weiß die KI, dass Sie nichts weiß". Birgit Dalheimer hat sie zum Gespräch getroffen.

  20. 15

    Thomas Schäfer-Elmayer, Benimm-Papst

    Thomas Schäfer-Elmayer, Inhaber der Tanzschule Elmayer in Wien, ist eine österreichische Institution. 1946 geboren und zunächst erfolgreicher Industriemanager, übernahm der studierte Ökonom Mitte der 1980er-Jahre die renommierte Tanzschule Elmayer in der Wiener Innenstadt. Seit Jahrzehnten unterweist Thomas Schäfer-Elmayer Elevinnen und Eleven nun schon in der Kunst des Linkswalzers und des formvollendeten Handkusses. Viele Jahre lang zeichnete er für die Eröffnungs-Choreographie des Wiener Opernballs verantwortlich. Und auch die Eröffnung des „Life-Ball“ vor dem Wiener Rathaus lag viele Jahre in seinen Händen. Thomas Schäfer-Elmayer ist auch so etwas wie Österreichs Benimm-Papst. Er hält Seminare zum Thema „Etikette“ ab und hat mehrere Ratgeber zum Thema „Gutes Benehmen“ publiziert. Am 4. Februar feiert Thomas Schäfer-Elmayer seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass wiederholen wir ein Gespräch, das Günter Kaindlstorfer im Dezember 2014 mit ihm geführt hat.

  21. 14

    Christian Rakos, Physiker

    Im Dezember 1984 nahm der damals 25-jährige Physiker Christian Rakos an der Besetzung der Stopfenreuther Au teil, die erfolgreich den Bau des Donaukraftwerks Hainburg verhinderte. Seit damals lässt ihn die Frage nicht mehr los, wie der steigende Energiebedarf der Menschen umwelt- und klimaschonend gedeckt werden kann. Der promovierte Physiker und Experte für Bioenergie ist seit 2020 Präsident der World Bioenergy Association mit Sitz in Stockholm. Er berät Regierungen, Unternehmen, politische Entscheidungsträger, Verbände und Nichtregierungsorganisationen wie die Energiewende in Richtung Dekarbonisierung voranzutreiben wäre. Christian Rakos ist auf allen Kontinenten unterwegs, wobei er große Chancen vor allem in China, in Indien und auch im subsaharischen Afrika sieht. Andreas Obrecht spricht mit ihm über seine Projekte, davon, wie er trotz verfehlter Klimaziele zuversichtlich bleibt und über Klimapolitik.

  22. 13

    Kristina Lunz, Feministin und Aktivistin

    So gut wie jede Frau, die im Internet unterwegs ist, erlebt Momente des Hasses. Vor allem von Männern. Die deutsche feministische Aktivistin Kristina Lunz wurde schon mehrfach in ihrem Leben Opfer von Online-Gewalt. Etwa als sie 2014 eine erfolgreiche Kampagne gegen die sexualisierte Darstellung von Frauen in der „Bild“ startete. Und zuletzt 2025 nach einer Pressekonferenz zum Thema „Femizide und Abtreibungen“. Der Hass im Netz bewog Lunz, die 1989 geboren wurde und sich nach ihrem Studium der Diplomatie, u.a. in Oxford, auf feministische Außenpolitik spezialisiert hat, zu einem einschneidenden Schnitt: Sie zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und schloss ihr Herzensprojekt, die gemeinnützige Forschungs- und Beratungseinrichtung, das „Center for feminist foreign policy“ in Berlin. Mari Lang hat mit Kristina Lunz darüber gesprochen, warum das Internet vor allem für Frauen ein gefährlicher Ort ist und warum es gerade heute in der Außenpolitik einen feministischen Blick braucht.

  23. 12

    Marco Wanda - Langversion

    Marco Wanda wurde als Gründer, Sänger und Songwriter der Wiener Rock'n Roll-Band Wanda berühmt. Ab 2015 hat die Band mit ihren ersten beiden Alben Amore und Bussi und Hits wie Bologna, Bussi Baby oder Colombo einen riesigen Hype im gesamten deutschen Sprachraum ausgelöst. Der deutsche Musikexpress nannte Wanda „die vielleicht letzte wichtige Rock’n Roll-Band unserer Generation“. Kein Ensemble und kein Künstler wurde in der Geschichte des österreichischen Musikpreises Amadeus häufiger ausgezeichnet. Marco Wanda heißt eigentlich Michael Marco Fitzthum und  wurde 1987 in Wien geboren. An der Universität für Angewandte Kunst studierte er bei Robert Schindel Sprachkunst. Im August 2025 erschien bei Zsolnay sein erstes Buch. "Dass es uns überhaupt gegeben hat" ist eine literarisch ambitionierte Wanda-Biografie und ein sehr offener Bericht von Rausch und Ruhm, von Freundschaft, Krisen und Tod. Darüber, über die Musikindustrie, „me too“ undPolitik hat Armin Wolf mit Marco Wanda gesprochen.

  24. 11

    Marco Wanda - Sänger, Bandleader und Autor

    Marco Wanda wurde als Gründer, Sänger und Songwriter der Wiener Rock'n Roll-Band Wanda berühmt. Ab 2015 hat die Band mit ihren ersten beiden Alben Amore und Bussi und Hits wie Bologna, Bussi Baby oder Colombo einen riesigen Hype im gesamten deutschen Sprachraum ausgelöst. Der deutsche Musikexpress nannte Wanda „die vielleicht letzte wichtige Rock’n Roll-Band unserer Generation“. Kein Ensemble und kein Künstler wurde in der Geschichte des österreichischen Musikpreises Amadeus häufiger ausgezeichnet. Marco Wanda heißt eigentlich Michael Marco Fitzthum und  wurde 1987 in Wien geboren. An der Universität für Angewandte Kunst studierte er bei Robert Schindel Sprachkunst. Im August 2025 erschien bei Zsolnay sein erstes Buch. "Dass es uns überhaupt gegeben hat" ist eine literarisch ambitionierte Wanda-Biografie und ein sehr offener Bericht von Rausch und Ruhm, von Freundschaft, Krisen und Tod. Darüber, über die Musikindustrie, „me too“ undPolitik hat Armin Wolf mit Marco Wanda gesprochen.

  25. 10

    Bernhard Pörksen - Langversion

    "Wir hören, was wir fühlen" ist Bernhard Pörksen überzeugt, nachdem er sich ein Jahrzehnt lang wissenschaftlich und persönlich damit beschäftigt hat, was "gutes Zuhören" eigentlich ausmacht. Damit meint er nicht, dass man nur zu hören vermag, was man selbst erlebt hat, sondern, dass das Selbstdurchlebte eine Person feinfühliger werden lässt und offener. Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, studierte in Hamburg und ist heute Professor an der Universität Tübingen. Seine Themen sind seit langem schon Kommunikation, Feindbilder, Desinformation, die Dynamik öffentlicher Empörungsreflexe und Medienskandale. In seinem 2018 erschienenen Buch "Die große Gereiztheit" sezierte er die verbreitete Medienmüdigkeit und beschrieb, weshalb Empörung so oft reizvoller ist als Sachlichkeit. Gleichzeitig wuchs sein Interesse am Zuhören, denn, so argumentiert er im Gespräch mit Birgit Dalheimer, wirklich Zuhören ist gelebte Demokratie im Kleinen, sowie Anerkennung und Akzeptanz von Verschiedenheit.

  26. 9

    Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler

    "Wir hören, was wir fühlen" ist Bernhard Pörksen überzeugt, nachdem er sich ein Jahrzehnt lang wissenschaftlich und persönlich damit beschäftigt hat, was "gutes Zuhören" eigentlich ausmacht. Damit meint er nicht, dass man nur zu hören vermag, was man selbst erlebt hat, sondern, dass das Selbstdurchlebte eine Person feinfühliger werden lässt und offener. Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, studierte in Hamburg und ist heute Professor an der Universität Tübingen. Seine Themen sind seit langem schon Kommunikation, Feindbilder, Desinformation, die Dynamik öffentlicher Empörungsreflexe und Medienskandale. In seinem 2018 erschienenen Buch "Die große Gereiztheit" sezierte er die verbreitete Medienmüdigkeit und beschrieb, weshalb Empörung so oft reizvoller ist als Sachlichkeit. Gleichzeitig wuchs sein Interesse am Zuhören, denn, so argumentiert er im Gespräch mit Birgit Dalheimer, wirklich Zuhören ist gelebte Demokratie im Kleinen, sowie Anerkennung und Akzeptanz von Verschiedenheit.

  27. 8

    Yoko Tawada, Schriftstellerin und Sprachkünstlerin

    Yoko Tawada beschreibt die Welt so, wie sie aussähe, könnte man gleichzeitig träumen und hellwach sein. Wer sich in eines von Tawadas Büchern begibt, begibt sich in eine Welt, in der alles möglich ist: Da wird eine Liebesgeschichte aus der Perspektive von Gegenständen erzählt; eine Frau verwandelt sich in ein Schuppentier, reist durch Traumsequenzen und verliert ihre Zunge; oder drei Eisbären aus drei Generationen erzählen ihre Geschichte von Emigration und Wanderschaft, der berühmteste von ihnen der Berliner Zoobär Knut. Mit viel Humor und genauem Blick, leichtfüßig kommen Tawadas Erzählungen, Romane, Gedichte, Hörspiele oder Theaterstücke daher, und behandeln doch gewichtige Themen wie Fremdheit, Identität, Sprache oder die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Yoko Tawada, geboren 1960 in Tokyo, reiste in jungen Jahren mit der Transsibirischen Eisbahn nach Europa und blieb. Erst in Hamburg, dann in Berlin. Dort hat sie Judith Brandner, selbst Japanologin, zum Gespräch getroffen

  28. 7

    Barbara Horejs, Archäologin

    "Uns mit vergangenen Gesellschaften zu beschäftigen, ist der einzige Weg, sinnvoll in die Zukunft zu blicken", meint Barbara Horejs. Seit vielen Jahren erforscht die Archäologin die jungsteinzeitliche Revolution: In der Jungsteinzeit begannen die Menschen, sesshaft zu werden und Landwirtschaft zu betreiben und bald auch Metalle, Kupfer, Bronze und Eisen zu verarbeiten. Die sesshafte Lebensweise breitete sich in Europa vom "fruchtbaren Halbmond" kommend entlang der "Balkanroute" aus - in der Archäologie ein alter Begriff. Über die Migrationsbewegungen der Vergangenheit kam viel der Zivilisation, wie wir sie heute kennen, nach Europa. Barbara Horeis studierte Archäologie in Wien, Athen und Berlin, seit 2021 ist sie wissenschaftliche Direktorin des archäologischen Instituts der ÖAW. Ihre Grabungsarbeiten führen sie im Lauf der Jahre vom Iran, Irak, über die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Griechenland bis auf den Balkan.

  29. 6

    Barbara Horejs, Archäologin - Langversion

    "Uns mit vergangenen Gesellschaften zu beschäftigen, ist der einzige Weg, sinnvoll in die Zukunft zu blicken", meint Barbara Horejs. Seit vielen Jahren erforscht die Archäologin die jungsteinzeitliche Revolution: In der Jungsteinzeit begannen die Menschen, sesshaft zu werden und Landwirtschaft zu betreiben und bald auch Metalle, Kupfer, Bronze und Eisen zu verarbeiten. Die sesshafte Lebensweise breitete sich in Europa vom "fruchtbaren Halbmond" kommend entlang der "Balkanroute" aus - in der Archäologie ein alter Begriff. Über die Migrationsbewegungen der Vergangenheit kam viel der Zivilisation, wie wir sie heute kennen, nach Europa. Barbara Horeis studierte Archäologie in Wien, Athen und Berlin, seit 2021 ist sie wissenschaftliche Direktorin des archäologischen Instituts der ÖAW. Ihre Grabungsarbeiten führen sie im Lauf der Jahre vom Iran, Irak, über die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Griechenland bis auf den Balkan.

  30. 5

    Ali Vaez, Iran-Experte - Originalversion

    „Der Iran ist am Boden, aber er ist nicht außer Gefecht.“ Das sagt Ali Vaez, Senior Berater und Iran-Projektleiter der International Crisis Group. Ali Vaez wurde im Iran geboren, wenige Jahre nach der Islamischen Revolution. Er hat im Westen Technik und Atomphysik, später internationale Beziehungen studiert. Vaez war maßgeblich an der Brückenbildung zwischen dem Iran und vor allem den USA im Rahmen des Atomabkommens aus dem Jahr 2015 beteiligt. Ali Vaez lebt in der Schweiz, arbeitet als Iran-Projektleiter in der International Crisis Group. Vaez hält es für wahrscheinlich, dass der Krieg zwischen Israel und den USA auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite, in Bälde wieder aufflammen könnte. Zu Vieles sei ungeklärt nach dem sogenannten "12-Tage Krieg" im Juni 2025, bei dem vor allem iranische Atomanlagen, aber auch andere Infrastruktur und Wohnhäuser von den USA und Israel bombardiert wurden und der Iran Langstreckenraketen auf Israel geschossen hat.

  31. 4

    Ali Vaez, Iran-Experte

    „Der Iran ist am Boden, aber er ist nicht außer Gefecht.“ Das sagt Ali Vaez, Senior Berater und Iran-Projektleiter der International Crisis Group. Ali Vaez wurde im Iran geboren, wenige Jahre nach der Islamischen Revolution. Er hat im Westen Technik und Atomphysik, später internationale Beziehungen studiert. Vaez war maßgeblich an der Brückenbildung zwischen dem Iran und vor allem den USA im Rahmen des Atomabkommens aus dem Jahr 2015 beteiligt. Ali Vaez lebt in der Schweiz, arbeitet als Iran-Projektleiter in der International Crisis Group. Vaez hält es für wahrscheinlich, dass der Krieg zwischen Israel und den USA auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite, in Bälde wieder aufflammen könnte. Zu Vieles sei ungeklärt nach dem sogenannten "12-Tage Krieg" im Juni 2025, bei dem vor allem iranische Atomanlagen, aber auch andere Infrastruktur und Wohnhäuser von den USA und Israel bombardiert wurden und der Iran Langstreckenraketen auf Israel geschossen hat.

  32. 3

    Katrin Vohland über das NHM

    Das Naturhistorisches Museum Wien ist eines der größten Naturmuseen der Welt. Von Mineralien über Fossilien, Pflanzen, Tiere, menschliche Knochen und Kulturgegenständen beherbergt das Haus mehrere Millionen Sammlungsobjekte. Manche davon waren im Lauf der Zeit ebenso umstritten wie ihre Präsentation, man denke zum Beispiel nur an die Reihen von Totenschädeln aus verschiedensten Weltgegenden. Vor fünfeinhalb Jahren hat die Biologin Katrin Vohland ihre Stelle als wissenschaftliche Geschäftsführerin und Generaldirektorin des Naturhistorischen Museum in Wien angetreten. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer erzählt Katrin Vohland von den Besonderheiten des Naturhistorischen Museums, das von Anfang an als Evolutionsmuseum angelegt wurde, von gutem Sammeln und bösem Sammeln und von Überlegungen zu einer zeitgemäßen Darstellung der Objekte.

  33. 2

    Edit Schlaffer, Soziologin und Gründerin "Frauen ohne Grenzen"

    Für die Soziologin und Psychoanalytikerin Edit Schlaffer ist sozialwissenschaftliche Forschung kein Selbstzweck, sondern Grundlage und Werkzeug für gesellschaftliche Veränderung. Zwischen 1980 und 2001 leitete sie eine Vielzahl von Studien, die u.a. zur Errichtung der ersten Frauenhäuser führten. Unter dem Eindruck der Terroranschläge in New York im September 2001 gründete sie die Organisation „Frauen ohne Grenzen“, um das Selbstvertrauen von Frauen in marginalisierten Gemeinschaften zu stärken, weiblichen Widerstand gegenüber patriarchaler Bevormundung – wie etwa in Afghanistan – zu unterstützen und politischer, bzw. religiöser Radikalisierung vorzubeugen. Nicht Auseinanderdividieren und Gewalt sind für sie Antworten auf zusehends schwierige gesellschaftliche Verhältnisse, sondern: „Liebe“ – so Edit Schlaffer im Gespräch mit Andreas Obrecht – „Liebe ist eine fantastische Währung. Denn Liebe trennt nicht, sie verbindet immer!“

  34. 1

    Didier Queloz - Originalversion

    Die Faszination für die unendlichen Weiten des Alls hat bei ihm schon früh begonnen. Vor 30 Jahren ist es dem damals jungen Schweizer Didier Queloz als Erstem gelungen, einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachzuweisen. Das war eine Revolution, für die der Astrophysiker 2019 den Nobelpreis erhalten hat. 2012 initiierte Didier Queloz die erste Weltraummission der Schweiz in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA mit dem Namen CHEOPS. Bei dieser Mission arbeitet auch ein österreichisches Forschungsinstitut mit, und so war Didier Queloz vor kurzem zu Gast in Graz. Dort hat Birgit Dalheimer ihn zum Gespräch getroffen, über ferne Planeten, die Leiden junger Physiker, die fragliche Sinnhaftigkeit der Suche nach dem Planeten B und die Möglichkeit von Leben im All. Foto: APA-Images / Keystone / MARTIAL TREZZINI

  35. 0

    Didier Queloz über Planeten und Leben im All

    Der Astrophysiker und Nobelpreisträger Didier Queloiz im Gespräch mit Birgit Dalheimer.

  36. -1

    Renata Schmidtkunz, ehemalige "Im Gespräch"-Gastgeberin

    Nach 26 erfolgreichen Jahren "Im Gespräch" verlässt Renata Schmidtkunz den ORF und macht sich auf zu neuen Ufern. Ihr erstes Gespräch führte sie mit dem Weltschauspieler Peter Ustinov. Das war im März 1999. Peter Huemer leitete damals die legendäre Ö1 Sendereihe "Im Gespräch". Seither lud sich die Fernsehredakteurin, Filmemacherin und "Club 2"-Moderatorin monatlich Gäste aus allen Bereichen der Gesellschaft ein: Nobelpreisträger Anton Zeilinger oder eine Kärntner Bergbäuerin, den Unterhaltungsstar Thomas Gottschalk oder die UNO-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte Francesca Albanese. In ihren Sendungen wurde gelacht und geweint, laut gedacht und Posaune gespielt. Im ORF RadioKulturhaus wechselte Renata Schmidtkunz am 14. Oktober die Seiten. Andreas Obrecht sprach mit ihr und weiteren Gästen ü

  37. -2

    Cornelia Richter, Theologin und evangelische Bischöfin in spe

    Ab 1. Jänner 2026 steht Cornelia Richter als erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Die 54-jährige Theologieprofessorin folgt dem langjährigen Bischof Michael Chalupka nach. Cornelia Richter, geboren 1970 in Bad Ischl und aufgewachsen in Bad Goisern, stammt aus einer evangelischen Pfarrersfamilie. Sie studierte evangelische Theologie und Philosophie in Wien und München. Nach verschiedenen wissenschaftlichen Stationen promovierte sie 2002 an der Universität Marburg summa cum laude. 2010 habilitierte sie sich in Marburg. Von 2012 bis 2020 war sie Professorin für Systematische Theologie und Hermeneutik an der Universität Bonn. Von 2020 bis 2024 war sie Dekanin der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Bonn. Ab 2024 war sie als erste Frau in dieser Position Vorsitzende des Senats der Universität Bonn. Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz erklärt sie, warum Kirche Zukunft hat.

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