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PODCAST · society

Kulturplatz Talk

Relevant, aktuell, vielseitig: Der «Kulturplatz Talk» ist das Gesprächsformat rund um Gesellschafts- und Kulturthemen. «Kulturplatz Talk» will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. Hier kommen Stimmen aus Literatur, Musik, Kunst und Gesellschaft zu Wort. Persönlich, pointiert und nah an der Gegenwart – der «Kulturplatz Talk» sucht den Dialog mitten im Leben und bringt Kultur ins Gespräch. Montag bis Freitag auf Radio SRF 2 Kultur.

  1. 100

    Klang trifft Licht

    Pianist Víkingur Ólafsson und Multimedia Künstler Olafur Eliasson verwandeln am Lucerne Festival Pulse Bachs Goldberg Variationen in ein immersives Spektakel. Gabrielle Weber ist eingetaucht und berichtet Barbara Peter.

  2. 99

    Höchste Ehre für Kinderbücher mit Tiefgang und Fantasie

    Am Wochenende wird der Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2026 verliehen. Host Felix Münger spricht mit der SRF-Kinderbuchfachfrau Britta Spichiger über die Bedeutung des Preises, die fünf nominierten Werke – und ob das Buch gegen Tiktok und Co. in Zukunft überhaupt noch eine Chance hat. Kinder- und Jugendbücher prägen, was wir als Erwachsene lesen – und wie wir die Welt verstehen. Der mit 20'000 Franken dotierte Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis zeichnet seit 2020 herausragende Werke aus allen Landesteilen aus. Die diesjährige Shortlist ist divers: Bilderbuch, Bilderbuch-Comic, Erzählung, Kunstbuch. Inhaltlich geht es um Gespenstisches, Surreales, Existenzielles, Künstlerisches…. In dieser Vielfalt spiegelt sich die Pluralität der modernen Gesellschaft. Und sie weist darauf hin, dass gerade Kinder- und Jugendbücher schon immer auch ein Ausdruck der gesellschaftlichen Zustände ihrer Entstehungszeit waren. Buchhinweise: Thomas Meyer (Text) und Magali Franov (Illustration): «Herschel, der Gespensterhund». Atlantis, 2025. Émilie Boré (Text) und Vincent (Illustration): «Jean-Blaise papa poule». La Joie de lire, 2025. Sylvie Neeman (Text) und Francesca Ballarini (Illustration): «Le petit roi». La Joie de lire, 2025. Gionata Bernasconi (Text): «Oceano». Einaudi Ragazzi, 2025. Verena Pavoni (Illustration), Lena Raubaum (Text) und Franziska Walther (Gestaltung): «Schlich ein Puma in den Tag». kunstanstifter, 2025.

  3. 98

    61. Biennale di Venezia

    Die Biennale di Venezia gilt als Schaufenster der internationalen Kunst. Doch nicht alles, was in Venedig gezeigt wird, ist interessant und relevant. Wie man sich einen Überblick verschaffen kann, darüber spricht Barbara Peter mit Peter Schneemann, Kunsthistoriker an der Universität Bern.

  4. 97

    Russland im Spiegel der Literatur

    Russische Literatur hat grosse Klassiker produziert: von Dostojewski und Tolstoi bis Bulgakov und Solschenizyn. Die sind nicht nur literarisch interessant, sondern auch aktuell. Wie und warum man sie heute lesen sollte, erklärt Felix Münger. Buchhinweise: Fjodor Dostojewskij: «Böse Geister». Übersetzt von Swetlana Geier, Fischer 2021. Alexander Solschenizyn: «Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch». Übersetzt von Christoph Meng, Luchterhand 1970. Jewgenij Samjatin: «Wir». Übersetzt von Anton Miller, Aionas 2025. Lew Tolstoj: «Anna Karenina». Übersetzt von Hermann Röhl, Anaconda 2021. Ljudmilla Ulitzkaja: «Die Erinnerung nicht vergessen». Übersetzt von Ganna-Maria Braungardt und Christina Links, Hanser 2023.

  5. 96

    Jazz made in Switzerland

    Das renommierte Zürcher Label «Intakt Records» für frei improvisierte Musik ist vierzig. Zu diesem Anlass taucht Host Felix Münger mit dem SRF-Musikredaktor Roman Hosek in die Geschichte des Schweizer Jazz ein. Sie ist geprägt von Aufbruch, der Suche nach neuen Formen und stilistischer Vielfalt. Jazz entstand in den USA, doch fand er in der Schweiz früh eigene Wege: Von der Orientierung am Vorbild Amerika über die Emanzipation ab den 1960er Jahren führte die Entwicklung zu den heutigen Grenzgängen zwischen Jazz, freier Improvisation und anderen Genres. Bedeutsam war unter anderem das Label «Intakt Records». Es startete 1986 mit einer legendären Aufnahme der Jazz-Pianistin Irène Schweizer und hat bis heute über 450 Alben herausgebracht – und seht stellvertretend für die Offenheit und Experimentierlust der Schweizer Jazz-Szene.

  6. 95

    Wie man Liebe buchstabiert: Literatur und Liebe

    Liebe hat immer Saison. In der Literatur ist sie eines der universellsten und beliebtesten Themen. Gern belächelt, wenn sie im Gewand des Liebesromans daherkommt. Dabei können Liebesgeschichten auch zeitkritische oder philosophische Fragen ansprechen. Liebe in der Literatur kann (fast) alles.

  7. 94

    Unter Pflanzen

    Was machen die Bienchen mit den Blümchen? Was Pflanzen und Insekten wirklich miteinander verbindet, das gibt der Forschung noch immer Rätsel auf. Antshi von Moos geht dem Verhältnis von Pflanzen, Insekten und Menschen in einem Film nach: «Unter Pflanzen».

  8. 93

    Disco-Fieber in der Schweiz

    Disco, das war mehr als Glitter, Glamour und treibende Beats. Die Disco war ein Ort des Amüsements: Tanz, Musik, aber auch Gemeinschaftlichkeit für junge und junggebliebene Menschen. Eine Art Gegenwelt zur Alltagswelt, die in den 1970er Jahren in fast jeder Stadt, jedem Städtchen Raum hatte.

  9. 92

    Arbeit im Wandel – von der Stechuhr zur «New Work»

    Teilzeitarbeit, Gleitzeit, Home Office – heute gibt es diverse Modelle zu arbeiten. Doch bringen sie mehr Autonomie und Produktivität – oder befeuern sie den Stress am Arbeitsplatz? Am internationalen Tag der Arbeit ist SRF-Gesellschaftsredaktor Raphael Zehnder zu Gast bei Host Felix Münger. Wie wir arbeiten, hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Feste Arbeitszeiten gelten vielerorts als Auslaufmodell. Für viele Erwerbstätige ist der Alltag durch flexible Arbeitszeitmodelle geprägt. Sie versprechen mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz, mehr Output und eine verbesserte Work-Life-Balance. Doch der Schein trügt: Mehr Autonomie kann auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Was also sind Chancen und Risiken der «New Work»? Und was erzählt der Wandel der Arbeit über unsere Gesellschaft – gestern und heute?

  10. 91

    Lions, Rotary und Co. Was Service-Clubs leisten

    Ein gutes Netzwerk ist Gold wert. Das wusste bereits Paul Percy Harris, als er 1905 in Chicago den Rotary Club gründete. Später kamen Kiwanis, Lions und auch Frauen-Netzwerke wie Soroptimist dazu. Wie zeitgenössisch ist der exklusive Zirkel der Service-Clubs?

  11. 90

    Peter Zumthor und die Kunst, Museen zu bauen

    Das Los Angeles County Museum of Art feierte gerade seinen Erweiterungsbau. Entworfen hat ihn der Schweizer Architekt Peter Zumthor. Es ist nicht sein erster Museumsbau. Was macht ein gutes Museumsgebäude aus? Und was macht Zumthor richtig?

  12. 89

    Museumsquartier Bern: 11 Häuser unter einem Dach – geht das?

    Elf Institutionen, rund 900 Mitarbeitende, ein gemeinsames Areal: Das Museumsquartier Bern will Kräfte bündeln und Museen zukunftsfähig machen. Doch was bringt ein solcher Zusammenschluss wirklich? Zu Gast bei Host Felix Münger ist die Geschäftsführerin des Museumsquartiers Kathrin Dellantonio. Die 47-Jährige ist seit Anfang Jahr im Amt – und steht vor der Aufgabe, so unterschiedliche Häuser wie das Alpine Museum, das Bernische Historische Museum und das Museum für Kommunikation zur Kooperation anzuleiten. Doch wieviel Zusammenarbeit ist realistisch, wenn jedes Haus seine eigene Geschichte, Finanzierung und Autonomie hat? Ein Gespräch über Chancen und Widerstände, über Geld und grosse Zukunftshoffnungen – und über die Frage, wie es Museen heute schaffen können, Orte der Reflexion über relevante Fragen unserer Zeit zu sein.

  13. 88

    Ella Maillart: Abenteuer und Fotografie

    Ella Maillarts Leben gleicht einem Abenteuerroman. Sie nahm an Sportwettbewerben teil – jeweils als einzige Frau. Sie reiste ab den 1930er-Jahren nach Moskau, China, Kaschmir und Afghanistan. Und sie dokumentierte ihre Reisen und Begegnungen in Fotoaufnahmen, die auch heute bewegen. Hinweise: Sendung «Kulturplatz «Verbotene Reisen: Wie Ella Maillart die Welt entdeckte» vom 22.4.2026, SRF 1. Den Link zur Sendung finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite. Die Ausstellung «Ella Maillart: Fotografische Erzählungen» im «Photo Elysée – Musée cantonal pour la photographie» in Lausanne ist noch bis am 1. November 2026 zu sehen.

  14. 87

    Das unendliche Scrollen

    Wie TikTok und Co. unsere Kinder manipulieren, analysiert die deutsche Bildungsforscherin Nina Kolleck in ihrem neuen Buch «Der Kampf in den Köpfen». Ein schlichtes Verbot hält sie für wirkungslos. Welche Massnahmen helfen könnten, davon handelt der Kulturplatz Talk.

  15. 86

    Bertrand Russell und die Kunst, Philosophie zu erklären

    Wie lässt sich abstraktes Denken verständlich machen? Der britische Philosoph Bertrand Russell vermittelte Philosophie auch mit Bildern und Grafiken. Er habe damit einen Trend gesetzt, der bis heute anhält, sagt Nils Röller, Professor an der Zürcher Hochschule der Künste. Bertrand Russell war nicht nur einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein leidenschaftlicher Vermittler. In seinem Buch «Denker des Abendlandes» von 1959 setzte er auf Grafiken und Illustrationen, um komplexe Gedanken einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Nils Röller, Philosoph und Professor für Kultur- und Medientheorie, erklärt, warum diese visuelle Philosophie kein vereinfachender Trick ist, sondern Teil einer langen Tradition – und weshalb Philosophie heute wieder boomt: in Büchern, Podcasts und auf Social Media. Buchhinweise: Bertrand Russell: Philosophie des Abendlandes. Europa, 2012. Bertrand Russell: Denker des Abendlandes. Eine Geschichte der Philosophie. Nikol, 2012. (antiquarisch erhältlich) Nils Röller: Philosophia – Poetik der Wahrnehmung. Schreiben in Gefangenschaft bei Boethius und Altan. frommann-holzboog, 2025.

  16. 85

    Filme über die Welt – Festival «Visions du Réel»

    «Visions du Réel» lädt vom 17.–26. April 2026 nach Nyon: Das renommierte Dokumentarfilmfestival präsentiert seine 57. Ausgabe mit rund 150 Filmen, Weltpremieren und einem Fokus auf Ehrengast Kelly Reichardt.

  17. 84

    Jonas Kaufmann: Startenor auf Schweiz-Besuch

    Jonas Kaufmann gehört zur ersten Riege international bekannter Tenöre. Aktuell tourt er mit einem neuen Programm mit Arien von Komponisten aus Österreich und Ungarn. Anfang Mai gastiert Kaufmann in Luzern. Florian Hauser hat sich vorab mit dem Startenor unterhalten.

  18. 83

    Kunst als Umwelt-Engagement

    Fabrice Hyber malt und gestaltet, pflegt einen Urwald in der Vendée und restauriert die Kirche seines Heimatdorfes. Hyber nutzt Kunst, um sich für Natur und Gesellschaft einzusetzen. Damit ist er nicht allein. Stefanie Hoch vom Kunstmuseum Thurgau im Gespräch über Kunst und Engagement. Hinweise: Fabrice Hyber «Homme de Terre» bis 30. August 2026 in der Kartause Ittingen Fabrice Hyber «L’artiste agriculteur» bis 2. August 2026 im Kunstmuseum Thun Zu den beiden Ausstellungen ist ein gemeinsamer Katalog erschienen. Wo sich Kunst und Landwirtschaft die Hand reichen: Kunstmuseum Thun zeigt Ausstellung «Fabrice Hyber. L’artiste agriculteur». Sendung «Kultur kompakt: Wo sich Kunst und Landwirtschaft die Hand reichen: Kunstmuseum Thun zeigt Ausstellung «Fabrice Hyber. L’artiste agriculteur» vom 13. April, Radio SRF 2 Kultur. Den Link zur Sendung finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.

  19. 82

    Ungarn nach der Wahl: Befreiung für die Kultur?

    Der Machtwechsel in Ungarn weckt in der Kulturszene die Hoffnung, aus den stickigen Strukturen der Orban-Jahre auszubrechen. Auf den Wahlgewinner Peter Magyar warte eine Herkulesarbeit, sagt Wilhelm Droste. Der deutsche Literaturwissenschafter lebt in Budapest und ist zu Gast bei Host Felix Münger. Nach dem klaren Wahlsieg der oppositionellen Tisza-Partei in Ungarn richtet sich der Blick vieler Kulturschaffender nach vorn. Nach sechzehn Jahren Viktor Orbans hoffen sie auf mehr Freiheit, weniger politische Einflussnahme und einen Neuanfang für Kunst, Medien und Bildung. Doch wie belastbar sind diese Erwartungen? Wilhelm Droste ist ein profunder Kenner der ungarischen Kulturszene. Er beschreibt, wie stark Kulturinstitutionen, Theater, Verlage und Medien in der illiberal-autoritären Orban-Zeit gelitten haben – und warum bei überzogenen Erwartungen Vorsicht geboten ist. Wie wird aus Hoffnung tatsächlich Erneuerung?

  20. 81

    KI-Musik: Wie Algorithmen die Musikbranche verändern

    Künstliche Intelligenz kann vieles. Sie kann auch Songs komponieren. Für Musiker, aber auch für Hörerinnen kann das zum Problem werden. Woher weiss ich, ob ein Lied von einer KI produziert wurde? Und was bedeutet es für die Musik, wenn KI menschliche Kreativität ersetzt?

  21. 80

    Schweizer Künstlerbörse

    Es ist der Grossanlass für die Kleinkunst: die Schweizer Künstlerbörse in Thun. Seit 50 Jahren findet das Szenetreffen statt, das gleichzeitig Kontaktbörse aber auch Bühne ist. Talk mit Judith Rohrbach, der Leiterin der Künstlerbörse.

  22. 79

    Charles Lewinsky: Talk zum 80. Geburtstag

    Er schreibt preisgekrönte Romane wie «Melnitz» oder «Der Halbbart». Er schreibt aber auch Drehbücher für TV-Sitcoms wie «Fascht e Familie». Charles Lewinsky zählt zu den bekanntesten Namen der Schweizer Literatur. Nicht nur in der Schweiz. Hinweise: Charles Lewinsky. «Eine andere Geschichte». 2026 Diogenes Verlag, Zürich. SRF-Hörspiel vom 10.4.2026 «Gestorben wird immer rechts» von Charles Lewinsky, Radio SRF 1. Den Link zur Sendung finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.

  23. 78

    Kultur und Queerness

    Gegeben hat es sie immer in der Kultur: homosexuelle und queere Menschen. Nicht immer waren die Hinweise auf ihre Queerness fürs breite Publikum sichtbar. Manchmal haben sie nur in codierter Form über ihre Themen gesprochen. Und doch hatte / hat queeres Kulturschaffen Einfluss auf die Gesellschaft.

  24. 77

    Wer war Aline Valangin?

    Bei ihr fanden Kurt Tucholsky und andere Emigranten Unterschlupf. Im Zürcher Salon von Aline Valangin traf sich in den 1930er Jahren die Avantgarde. Franziska Hirsbrunner berichtet Barbara Peter vom Leben und Werk der Schriftstellerin und Intellektuellen. Aline Valangin (1889-1986) war Pianistin, Psychoanalytikerin, Bohemienne und Frau der Tat. Ihr Wohnsitz in Zürich war Treffpunkt bekannter Autoren und Künstler. Im Sommerhaus La Barca in Comologno beherbergte sie Emigranten, unter anderem Kurt Tucholsky. Valangin schrieb in Französisch und Deutsch Gedichte sowie Erzählungen aus dem Onsernonetal und war künstlerisch tätig. Ab 1940 lebte sie in Ascona und schrieb mehrere Romane. Hinweis: Sendung «Passage: Beherzte Bohemienne – das bewegte Leben der Aline Valangin» vom 10.4.2026 auf Radio SRF 2 Kultur. Schön, unerschrocken und eine wunderbare Erzählerin – das war die Westschweizer Autorin Aline Valangin (1889-1986). Den Link zur Sendung finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.

  25. 76

    Doulas – spirituelle Geburtsbegleiterinnen

    Medizinisch werden Gebärende in der Schweiz meist gut versorgt. Doch was ist mit den Emotionen der werdenden Mütter? Mit ihren Ängsten und Sorgen, ihren Fragen und Wünschen? Können Doulas – nicht medizinische Begleiterinnen – hier helfen? Die Geburt ist einer der Momente im Leben, in der das Wunder des Lebens manifest wird. Werdende Mütter haben oft grosse Ideale und Wünsche, die Geburt betreffend. Und nicht nur sie. Doch die Realität im Kreisssaal ist oft ernüchternd. Für die Emotionen der Gebärenden ist nur wenig Raum. Doulas versprechen mentale Unterstützung. In den USA gibt es diese nicht medizinisch ausgebildeten Geburtsbegleiterinnen seit den 1970er Jahren. Wie können sie das medizinische Angebot ergänzen? Und wo gibt es Fragezeichen? Darüber spricht Host Rahel Giger mit SRF-Religionsredaktorin Nicole Freudiger. Buchhinweis: Marxer, Jill. Doulas in der Deutschschweiz – zwischen Beruf und Berufung. Eine Religionswissenschaftliche Ethnographie über Geburtsbegleiterinnen. Springer VS, 2025.

  26. 75

    Vergessene Schlüsselfigur der Schweizer Musikgeschichte

    Johann Carl Eschmann prägte das Schweizer Musikleben im 19. Jahrhundert. David Schwarb stellt den einflussreichen Zürcher Pädagogen, Komponisten und Netzwerker vor – und beleuchtet auch, wer warum vergessen wird.

  27. 74

    Wissenschaft trifft Comedy: Die Science Busters

    Wissenschaft schafft nicht nur Wissen. Sie kann auch richtig viel Spass machen – wenn man sie richtig anpackt. Die Science Busters haben den richtigen Griff gefunden. Die Kabarett-Gruppe aus Österreich vereint Comedians und Wissenschaftler:innen, grosses Vergnügen und wissenschaftliche Fakten. Alles hat einmal ein Ende. Das Leben. Sowieso. Die Welt. Vermutlich schon. Die Klimakrise. Vielleicht auch die. Die Unendlichkeit. Hm, da wird’s knifflig. Für die Science Busters kein Grund zurückzuweichen. Scheinbar unbeantwortbare Fragen nehmen die Wissenschafts-Comedians mit Gründlichkeit und Humor. In ihrem neuesten Programm widmen sie sich dem Ende von Allen und Allem. Wie das in ihr Programm passt und was man dabei alles erfahren kann, darüber spricht Host Barbara B. Peter mit Martin Puntigam und Florian Freistetter. Buchhinweise: Science Busters: «Aus! Die Wissenschaft vom Ende». Carl Hanser Verlag, München 2025. Florian Freistetter: Die Farben des Universums. Carl Hanser Verlag, München 2026. Alle Daten und Links zu Podcast und Tourneen finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.

  28. 73

    Ostermontags-Talk mit Leila Schayegh

    Die Schweizer Geigerin Leila Schayegh hat die legendären Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber neu aufgenommen – ein Gipfelwerk der Violinkunst des 17. Jahrhunderts. Der Zyklus gilt neben Bachs Solowerken als einer der Olympe der Geigenliteratur und verbindet Virtuosität mit theologischer und klanglicher Radikalität. Bibers 15 Sonaten erzählen die Geheimnisse des Rosenkranzes – Geburt, Leiden und Auferstehung Christi – musikalisch durch Klangfarben, Spannungen und symbolische Gesten. Jede einzelne Sonate verlangt eine andere Stimmung der Geige. Besonders eindrücklich: In der XI. Sonate, der «Auferstehung», werden die mittleren Saiten der Geige gekreuzt – ein klangliches und visuelles Zeichen des Kreuzes. Mehr Symbolik geht kaum. Florian Hauser spricht mit der Geigerin Leila Schayegh über ihre Einspielung dieses besonderen Werkes und über die besondere Spiritualität in barocker Musik.

  29. 72

    Ewiges Leben oder Wiedergeburt? Zwei Wege, eine Hoffnung

    Die Auferstehung Jesu ist das zentrale christliche Wunder. Der Gedanke an das ewige Leben gibt vielen christlichen Menschen Hoffnung. Rund 1/4 der Schweizer Bevölkerung glaubt an die Reinkarnation, an die Wiedergeburt auf Erden. Die Auferstehung ist nicht nur ein Zeichen der Göttlichkeit Jesu, sie ist auch ein Versprechen an alle, die an Gott glauben: Ihr werdet nach dem Tod weiterleben. Doch immer mehr Menschen in der Schweiz glauben nicht an ein Weiterleben im Jenseits. Sondern an eine irdische Wiedergeburt, vielleicht als Tier, vielleicht auch wieder als Mensch. Religionsredaktor Norbert Bischofberger diskutiert mit Barbara B. Peter, was die beiden Glaubenswelten eint. Und was sie trennt.

  30. 71

    Herbert von Karajan und seine Rolle im NS-Regime

    Herbert von Karajan gilt als grosse Diva am Dirigentenpult. Seine Verstrickungen mit dem NS-Regime sind seit geraumer Zeit Gegenstand historischer Forschung. Eine neue Biografie spricht Karajan nun weitgehend frei. Bewusster Mittäter oder harmloser Mitläufer: Der deutsch-israelische Historiker Michael Wolffsohn sieht Herbert von Karajan eher in der Rolle des Mitläufers, der schlicht nicht anders konnte. Damit widerspricht er den Erkenntnissen anderer Forschungen. Wie überzeugend Wolffsohns Argumente sind und wie andere Historiker und Historikerinnen darauf reagieren, darüber spricht Florian Hauser mit Musik-Redaktor Oliver Rutz.

  31. 70

    Martin Suter über «Business Class», das Schreiben und die Liebe

    Die «Business-Class» ist zurück: Martin Suter hat einen Band mit neuen satirischen Kolumnen über die Welt von Mangerinnen und Managern veröffentlicht. Im Talk mit Host Felix Münger sagt Martin Suter, dass sich zwar das Wirtschaftsleben verändere – nicht aber die Menschen in den Anzügen. Die «Business Class»-Kolumnen machten Martin Suter berühmt. Er veröffentlichte sie zwischen 1992 und 2007 in der Presse. Sein aktueller Band «Können Sie mich sehen?» bringt «Business Class»-Kolumnen, die später entstanden sind. Sie spielen in einer Arbeitswelt, die zwischen Homeoffice, Selbstinszenierung und Verunsicherung oszilliert. Kolumnen sind jedoch nur ein Teil im Schaffen des 78-Jährigen – neben Romanen, Songexten, Theaterstücken oder Drehbüchern. Was reizt ihn an dieser Vielfalt? Und wie hat sich sein Schreiben durch die Erfahrung des Verlusts geliebter Menschen verändert? Buchhinweis: Martin Suter: Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice. 208 Seiten. Diogenes, 2026.

  32. 69

    Vom Schlafen, Träumen und Erwachen

    Für alle, die gern ein wenig länger schlafen, war die Nacht von Sonntag auf Montag besonders unangenehm: Die Uhren wurden zum Beginn der Sommerzeit eine Stunde vorgestellt. Ein guter Anlass, um über das Schlafen, das Träumen und das Aufwachen zu sprechen. Schon wach? Oder noch halb im Reich der Träume? Oder vielleicht in der schmalen, etwas uneindeutigen Zone dazwischen? Wenn wir aufwachen, sind wir oft nicht sofort «da». Das Tagesbewusstsein braucht einen Moment, um wieder auf Touren zu kommen. Bilder und Stimmungen von Träumen hallen noch nach. Manche Menschen sind gleich nach dem Aufwachen kaum ansprechbar. Andere sind in diesen Momenten besonders kreativ. Über das Schlafen und Aufwachen spricht Rahel Giger mit Christoph Ribbat, der ein Buch über die Geschichte des Aufwachens geschrieben hat.

  33. 68

    Wenn Bibel rockt: Jesus Christ Superstar

    Andrew Lloyd Webers Stück stiess in den 70er Jahren eine neue Entwicklung von Musicals an: weg vom Broadway-Sound, hin zu zeitgenössischer Musik und einer neuen Ernsthaftigkeit. Ob das heute noch funktioniert, ist anhand der Neuinszenierung an den Bühnen Bern Thema im Kulturplatz Talk mit Luca Koch.

  34. 67

    Technoking Musk: Extrem reich, extrem mächtig

    Von Elon Musk hängen ganze Staaten ab. Wie es dazu kam, beschreiben Quinn Slobodian und Ben Tarnoff in ihrem neuen Sachbuch «Muskismus». Sie deuten Musk darin als politisches Projekt. Olivia Röllin stellt das Buch und die wichtigsten Thesen der Autoren vor.

  35. 66

    Der König des Klezmer: Giora Feidman wird 90

    Der argentinische Klarinettist Giora Feidman hat die Klezmermusik aus der Folklore-Nische in die Konzertsäle geholt. Feidman verbinde einen eigenen Sound mit polyglotter Offenheit und grossem ethischen Sendungsbewusstsein, sagt SRF-Musikredaktorin Elisabeth Baureithel im Talk mit Felix Münger. Der am 25. März 1936 in Buenos Aires geborene Klarinettist prägte wie kaum ein anderer die Wiederentdeckung der Klezmer-Musik. Er löste sie aus dem rein folkloristischen Kontext, brachte sie auf grosse Bühnen und verband sie mit Klassik, Tango, Jazz und Filmmusik. Was macht seinen Ton so unverwechselbar? Und wie wirkt seine Idee von Musik als Sprache der Versöhnung heute?

  36. 65

    «Mehr Licht»: Die Schweiz entdeckt ihre Videokunst neu

    Die Kunstmuseen Aarau und Solothurn zeigen mit «Mehr Licht» eine einzigartige Schau zur Schweizer Videokunst, ko-kuratiert von Aufdi Aufdermauer. Er bietet Künstlerinnen und Künstlern seit Jahrzehnten technischen Support – «als Werkzeug der Kunst», wie er im Gespräch mit Host Felix Münger sagt. Aufdi Aufdermauer gilt als «Geburtshelfer» vieler namhafter Schweizer Videokünstlerinnen und -künstler – von Dieter Roth über Pipilotti Rist bis Roman Signer. Sie und viele mehr werden in der Doppelausstellung in Aarau und Solothurn gewürdigt. Die von Aufdi Aufdermauer gegründete genossenschaftlichen Firma Videocompany in Zofingen stellt von der Kamera über Musikboxen bis zu Monitoren sämtliches technisches Material zur Verfügung, das es zur Realisierung von Videokunst braucht. Auch betreut die Firma ein Archiv der Schweizer Videokunst und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Videokunst vergangener Jahrzehnte konservieren lässt, die technisch längst überholt ist.

  37. 64

    Pepe Lienhard: Die Bigband-Legende wird 80 Jahre

    Pepe Lienhard wird 80 – und feiert seinen Geburtstag mit einer «Celebration Tour» durch elf Schweizer Städte. Mit dabei sind seine Big Band, alte und neuere Hits und eine paar Streicher:innen extra. Bevor er auf Tour geht, erzählt Pepe Lienhard aus seinem Leben voller Musik. Musik gemacht hat Pepe Lienhard bereits in der Schule. 1980 gründete er das Pepe Lienhard Orchester, mit dem er bei zahlreichen Galas und offiziellen Bällen auftrat. Der aus dem Aargau gebürtige Bandleader und sein Orchester standen unter anderem mit internationalen Stars wie Sammy Davis jr. und Frank Sinatra auf der Bühne. Beinahe 40 Jahre lang war Pepe Lienhards Bigband das Begleitorchester von Udo Jürgens auf all seinen Tourneen. Im Kulturplatz Talk unterhält sich Pepe Lienhard mit Host Barbara Peter über die Liebe zu Musik und zum Bigband-Sound und die unermüdliche Lust am Touren.

  38. 63

    Das grosse Zwitschern: 20 Jahre Twitter

    Vor 20 Jahren wurde der Kurznachrichtendienst Twitter gegründet. Der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die auch ein Stück Zeitgeschichte spiegelt. Dazu gehört auch, dass Elon Musk den Dienst kaufte und 2023 in «X» umbenannte. Die Geschichte des Kurznachrichtendienstes ist eine Erfolgsgeschichte aus der Social-Media-Welt, in der sich auch ein Stück Zeitgeschichte spiegelt. Twitter sorgte immer wieder für Diskussionen. Kritische Stimmen beklagten mangelnde Massnahmen gegen Hate Speech oder die Verbreitung von Falschnachrichten über die Tweets. Getwittert wurde überall und von allen. Auch viele Promintente zwitscherten mit. Nicht zuletzt US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit. Mittlerweile hat Trump seinen eigenen Kanal Truth Social eingerichtet, auch das ein Schritt, der zeigt, wie eng Social Media und Zeitgeschichte verbunden sind.

  39. 62

    Laien beraten Ärztinnen und Ärzte

    Die beste Medizin nützt wenig, wenn sie falsch eingenommen wird. Das passiert häufiger, wenn Informationen für Patientinnen und Patienten schwer verständlich sind. Ein Projekt der Universität Bern und des Inselspitals bringt Mediziner und Laien zusammen, um dieses und andere Probleme anzugehen. Medizinische Laien sagen Ärztinnen und Ärzten, was sie besser machen können. So lässt sich das Projekt PPI umschreiben. Die Universität Bern und das Inselspital Bern arbeiten dafür zusammen mit Patientinnen und Angehörigen. Die medizinischen Laien können in diesem Projekt ihre Erfahrungen mit medizinischen Behandlungen einfliessen lassen und Auskunft geben zu Fragen wie: Wie verständlich sind bestimmte Erklärvideos oder andere medizinische Handlungsanweisungen? Lassen sich bestimmte verordnete Praktiken oder Medikamenteneinnahmen sinnvoll in den Alltag integrieren? Host Barbara Peter spricht mit Dr. Anna Wenning und Andri Mani, der als Laie am PPI-Programm mitwirkt.

  40. 61

    Kunst in Haft

    Kunst geht ins Gefängnis. Karoline Schreiber hat für das Gefängnis in Pfäffikon fünf grosse Wandbilder geschaffen. Die Motive sind von der Natur inspiriert. Was machen Kunstwerke wie diese mit den Menschen in Haft? Und wer bestimmt darüber, welche Art von Kunst die Inhaftierten zu sehen bekommen? Bei Kunst im Gefängnis denken manche vielleicht an therapeutisches Malen und Zeichnen, das es auch in Haftanstalten gibt. Doch neben den Werken, die von Inhaftierten gefertigt werden, gibt es auch Werke, die von Kunstschaffenden für das Gefängnis erdacht und angefertigt werden. Was ist für Kunstschaffende interessant daran, für ein Gefängnis zu arbeiten? Ist die Kunst, die in einer Haftanstalt gezeigt wird, anders als Kunst, die ausserhalb von Gefängnismauern zu sehen ist? Und was verspricht man sich davon, Kunst hinter Gittern zu installieren? Diese und andere Fragen besprechen Sibilla Semadeni und Host Florian Hauser.

  41. 60

    Der iranisch-österreichische Theater-Autor Amir Gudarzi

    Aufgewachsen in Teheran, kam Amir Gudarzi 2009 als junger Asylsuchender nach Österreich. Inzwischen hat er sich im deutschen Sprachraum als Autor und Dramatiker etabliert. Im Kulturplatz Talk spricht er mit Barbara B. Peter über seinen heutigen Blick auf den Iran und dessen Kultur. Die deutsche Sprache sei seine Verbündete, sagt Amir Gudarzi. Sie öffne ihm neue Räume, und in ihr habe er nicht die Demütigungen erfahren wie in Farsi, seiner Muttersprache. In seinem Roman «Das Ende von allem» verwebt er eigene und beobachtete Erlebnisse aus der Jugend in Teheran, seinem Weg zum Theater, seiner Flucht und seinem Stranden in Österreich. Gudarzi war 2009 geflüchtet, als es nach der Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad zahlreiche Verhaftungen und Tote gab. Eigentlich hatte der 1986 geborene Gudarzi das Ziel England gehabt, er blieb dann in Wien und ist seit 2017 österreichischer Staatsbürger. Im Kulturplatz Talk bei Barbara B. Peter erzählt Amir Gudarzi von seiner aktuellen Arbeit, seinem Blick auf den Iran heute und dessen Kulturleben. Ausserdem verrät er, wie es gekommen ist, dass er zum Fan von Mani Matter wurde. Buchhinweis: Amir Gudarzi. Das Ende ist nah. 416 Seiten. Roman. Verlag dtv. München, 2023. Sendungshinweis: Sternstunde Philosophie vom 15.3.2026: Der Iran-Krieg und die Geopolitik der Gegenwart. Das Gespräch unter der Leitung von Yves Bossart mit Kamran Safiarian, deutsch-iranischer Politikwissenschaftler und Journalist, und Cyrus Schayegh, Historiker und Nahost-Experte vom «Geneva Graduate Institute». Den Link zur Sendung finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.

  42. 59

    And the Oscar goes to...

    Am Sonntag ist es wieder soweit: Die Oscars werden verliehen, die bekannten und begehrten Film-Trophäen. Die grosse Branchen-Gala Hollywoods ist für Filmfans ein Must. In diesem Jahr werden Auszeichnungen in 24 Kategorien verliehen, darunter ein erstmals ausgelobter Preis für Casting-Regisseure. Es ist die grosse Nacht des Hollywood-Glamours: die Oscar Verleihung. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ehrt Filme und Filmschaffende des Kinojahres 2025 mit Auszeichnungen in 24 Kategorien. Die Oscar-Nominierungen wurden bereits im Januar bekanntgegeben. Am häufigsten genannt wurde der Horrorfilm «Blood & Sinners» von Ryan Coogler, der Preischancen in 16 Kategorien hat. SRF-Filmredaktor Enno Reins hat die Oscar-Nacht am Fernsehen verfolgt. Im Gespräch mit Florian Hauser erzählt er von ausgezeichneten Filmen und geehrten Stars, grossen Gefühlen und kleinen Pannen.

  43. 58

    Oper «Monster’s Paradise»: Zwischen Groteske und Gegenwartskritik

    Die neue Oper von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek im Opernhaus Zürich zeigt eine groteske Parabel auf Macht, Gewalt und den moralischen Zustand unserer Welt. Noch selten sei Oper so am Puls der Zeit gewesen, sagt SRF-Musikredaktorin Annelis Berger im Gespräch mit Host Felix Münger. «Monster’s Paradise» ist sowohl inhaltlich als auch in der künstlerischen Umsetzung radikal. Das Musiktheater leuchtet auf politische Abgründe und auf den Zerfall von gesellschaftlichen Gewissheiten. Auf der Bühne stehen zwei Alter Egos der beiden Künstlerinnen Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek. Sie führen durch eine grotesk überzeichnete Welt, in der das titelgebende Monster gegen einen tyrannischen Herrscher kämpft. Musikalisch verbindet Neuwirth klassische Opernformen mit Film- und Popästhetiken. Regisseur Tobias Kratzer setzt das Werk multimedial in Szene. Das Spektakel fordert heraus, irritiert und überrascht. Muss Oper heute so sein, in einer Zeit, in der die Realität grotesker wirkt als alle Fiktion?

  44. 57

    Flächen aufbrechen und entsiegeln – für ein besseres Stadtklima

    Pro Sekunde verschwindet in der Schweiz ein Quadratmeter Boden unter Asphalt und Beton. Freiwillige geben Gegensteuer: Sie brechen versiegelte Flächen auf. Doch was bringt das? Zu Gast bei Host Felix Münger ist SRF-Kulturredaktor Raphael Zehnder. Im Sommer ist der Temperaturunterschied zwischen Stadt und Umland besonders gross: Nachts kühlen die Beton- und Asphaltmassen nur wenig ab. Hinzu kommt: Das Regenwasser fliesst in die Kanalisation statt ins Grundwasser. In vielen Regionen versuchen nun Freiwillige Gegensteuer zu geben: Sie brechen versiegelte Flächen auf – streng legal und in Absprache mit Eigentümerinnen und Eigentümern. Was motiviert «Asphaltknackerinnen» und «Asphaltknacker» in ihrem scheinbaren Kampf gegen Windmühlen? Im Talk zu Wort kommen unter anderem ökologisch Engagierte aus dem Raum Basel, die in der dortigen Aktion «Gemeinsam aufbrechen» mitanpacken.

  45. 56

    Wer bekommt ein Denkmal – und wer fällt durchs Raster?

    Von Adrian von Bubenberg bis Alfred Escher – die Schweiz erinnert mit vielen Denkmälern an prägende Figuren und Ereignisse von früher. In der Erinnerungskultur würden indessen Minderheiten ohne Lobby oft durch die Maschen fallen, sagt Kulturredaktorin Hannah Krug im Talk mit Host Felix Münger. Ausgehend vom aktuellen ETH Projekt «A future for whose past?» zeigt sie, warum unsere Erinnerungskultur blinde Flecken hat – etwa bei Saisonniers, Obdachlosen oder Subkulturen wie den Skatern. Denkmäler, Strassennamen und historische Gebäude prägen, woran wir uns als Gesellschaft erinnern. Doch vieles, was Minderheiten und Menschen ohne politische Lobby betrifft, verschwindet aus dem kollektiven Gedächtnis. Welche Geschichten fehlen in unseren Städten? Und wie lässt sich Erinnerung inklusiver gestalten?

  46. 55

    Die Freiheit der späten Jahre: Christian Haller über das Alter

    Der renommierte Schweizer Autor Christian Haller erforscht in seinem neuen Buch «Einfallende Dämmerung» literarisch das Lebensgefühl im hohen Alter. Prägend seien nicht nur körperliche Grenzen, sondern auch neue beglückende Freiheiten, sagt der Autor im Gespräch mit Host Felix Münger. Christian Haller ist eben erst 83 geworden. In seiner Novelle «Einfallende Dämmerung» schildert er einen Naturwissenschafter, der an seinem 80. Geburtstag spürt, dass er nun in eine neue Lebensphase tritt. Neben dem Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, entdeckt der Protagonist eine neue innere Weite. Sie erlaubt es ihm, anders – gelassener und versöhnlicher – auf die Welt und sein eigenes Leben zu blicken. Christian Haller erzählt, was seine Figur mit ihm selbst zu tun hat: Die beiden sind nicht nur gleichaltrig, sondern verfügen beide über einen naturwissenschaftlichen Hintergrund. Wie sehr begreift der Dichter und studierte Zoologe Christian Haller sein Schreiben auch als forschen? Buchhinweis: Christian Haller. Einfallende Dämmerung. 140 Seiten. Luchterhand, 2026.

  47. 54

    Longevity – eine gute Idee?

    Länger gut leben. Das wollen eigentlich alle. Aber was bedeutet das genau? Welche Anpassungen im Alltag wären nötig? Und wie sinnvoll ist es, der Longevity den Genuss in der Gegenwart zu opfern? Darüber spricht im Kulturplatz Talk Barbara B. Peter mit Yves Bossart von der Sternstunde Philosophie. Wir werden immer älter, aber das ist einigen nicht genug. Die Longevity-Bewegung verspricht, den Alterungsprozess verlangsamen zu können. Da spricht einiges dafür und vieles dagegen. Die Wissenschaft forscht mit Hochdruck zum Thema, laufend werden neue Therapien erfunden und auf den Markt gebracht. Sternstunde-Moderator Yves Bossart hat sich für einen SRF-Dokumentarfilm selbst durchchecken lassen und während eines halben Jahres so einiges ausprobiert. Ausserdem hat er mit einer Reihe von Experten gesprochen. Zwei davon hat er in die Sternstunde Philosophie vom 8. März eingeladen. Über seine Erfahrungen und Erkenntnisse spricht Yves Bossart im Kulturplatz Talk mit Barbara B. Peter. Weitere Sendungen zum Thema: SRF DOK vom 5.3.2026: Longevity – Auf der Suche nach einem erfüllten Leben Sternstunde Philosophie vom 8.3.2026: Ist Altern eine Krankheit? Über den Traum vom langen Leben Die Links zu den Sendungen finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.

  48. 53

    Noch keine Normalität: Alternde Frauen auf der Theater-Bühne

    Während junge Schauspielerinnen gefragt sind, gehen die Rollen-Angebote ab dem Mittleren Alter für Frauen meist zurück. Männliche Schauspieler betrifft das bis heute weniger. Wie das ausgeglichen werden könnte, ergründet im Kulturplatz Talk SRF-Theaterredaktorin Dagmar Walser bei Barbara B. Peter. Berufswechsel mit 50? Aber klar. Eine neue Partnerschaft mit 60? Sicher! Das Leben der Frauen in und nach der Menopause ist vielfältig und spannend. Sieht man davon etwas im Theater? Kaum. Aber warum eigentlich nicht? Warum verschwindet ein grosser Teil der Schauspielerinnen still und leise von der Bühne, sobald sie ein reiferes Alter erreichen? Wie unterscheidet sich die freie Szene vom Stadttheater? Und wo gibt es schon heute Ansätze, um älteren Schauspielerinnen ebenso spannende Rollen zu verschaffen, wie sie die Schauspieler sie schon immer hatten? Diesen Fragen geht im Kulturplatz Talk SRF-Theaterredaktorin Dagmar Walser im Gespräch mit Barbara B. Peter nach.

  49. 52

    Der Kaiser von Atlantis – Oper als Widerstand

    Eine Oper aus dem KZ Theresienstadt: Der Kaiser von Atlantis von Viktor Ullmann und Peter Kien ist ein erschütterndes Zeitdokument – und ein Werk von großer künstlerischer Kraft. Musikwissenschaftlerin Heidy Zimmermann stellt im Kulturplatz Talk eine neue Faksimile-Edition der Originalquellen vor. Der Kaiser von Atlantis entstand im Ghettolager Theresienstadt und gehört heute zu den eindringlichsten Opern des 20. Jahrhunderts. Komponist Viktor Ullmann und Librettist Peter Kien erzählen darin die Parabel eines Herrschers, der den totalen Krieg ausruft – bis der Tod selbst in Streik tritt. Geprobt wurde das Werk im Lager, zur Aufführung kam es damals nicht; beide Künstler wurden 1944 in Auschwitz ermordet. Im Kulturplatz Talk spricht Gastgeberin Rahel Giger mit der Musikwissenschaftlerin Heidy Zimmermann von der Paul Sacher Stiftung über Entstehung, Überlieferung und Aktualität des Werks. Eine neue Faksimile-Ausgabe macht die Originaldokumente erstmals umfassend zugänglich – fragile Quellen, die Musik-, Zeit- und Erinnerungsgeschichte zugleich erzählen. Buchhinweis: Viktor Ullmann: Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung. Spiel in einem Akt von Peter Kien, Faksimile der Quellen, hrsg. von Heidy Zimmermann. Eine Publikation der Paul Sacher Stiftung, erschienen im Bärenreiter-Verlag 2025.

  50. 51

    Ist die künstliche Intelligenz unsere neue Religion?

    Allmächtig und allwissend – die Künstliche Intelligenz gilt manchen Menschen als regelrechte Religion. Was steckt dahinter? Und was sind die Folgen? Host Felix Münger diskutiert mit SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren darüber, was die Vergöttlichung der KI für unsere Gesellschaft bedeutet. Die Künstliche Intelligenz dringt rasant in unseren Alltag vor – und wird zunehmend mit göttlichen Attributen in Verbindung gebracht. Manche sehen in ihr bereits eine Art neue Religion. Andere fürchten eine übermächtige Technologie, die sich dereinst der menschlichen Kontrolle entziehen könnte. Im Kulturplatz Talk ordnen wir diese Tendenzen ein, fragen nach den Ursachen der religiösen Überhöhung und diskutieren, was KI tatsächlich leisten kann – und wo Mythen beginnen.

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Relevant, aktuell, vielseitig: Der «Kulturplatz Talk» ist das Gesprächsformat rund um Gesellschafts- und Kulturthemen. «Kulturplatz Talk» will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. Hier kommen Stimmen aus Literatur, Musik, Kunst und Gesellschaft zu Wort. Persönlich, pointiert und nah an der Gegenwart – der «Kulturplatz Talk» sucht den Dialog mitten im Leben und bringt Kultur ins Gespräch. Montag bis Freitag auf Radio SRF 2 Kultur.

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