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Lebensmensch Etty - Die Tagebücher der Etty Hillesum - gelesen von Susanna Pütters

"Ich gehe niemals und nirgends zugrunde." Etty Hillesum ist eine Lebenslehrerin - auf dem Weg zur Selbstannahme, zur Weltannahme, zur Gottannahme. Zu Etty Hillesum (1914-1943) und ihren Tagebüchern gibt es Sekundärliteratur, Vorträge, Neuausgaben. Darüber vergisst man möglicherweise, sie selbst zu lesen, zu hören. Dazu ist in diesem Podcast Gelegenheit.

  1. 17

    17 das Gerüst des Tages

    17 das Gerüst des Tages Tu, was deine Hand und dein Geist zu finden, tauche unter in jeder Stunde... Es gibt kein gemeinsames Verlaufen zweier Leben. Der einzige Maßstab, den du hast, bist du selbst. Und die einzige Verantwortung, die du in deinem Leben übernehmen kannst, ist die Verantwortung für dich selbst. Montag morgen, 20. Oktober 21.Oktober, nach dem Essen

  2. 16

    16 jetzt gut in dein ureigenes Wesen hineinhorchen

    16 jetzt gut in dein ureigenes Wesen hineinhorchen Die innere Stimme muss mein Leitfaden sein, bei allem, aber vor allem in diesen Angelegenheiten. Ich meine damit, dass eine gewisse Ruhe in mir vorhanden sein muss wie auch das sichere Wissen, das sich auf meiner inneren Stimme gründet, einen eigenen Weg zu gehen. Samstag, abends 6.Oktober, Montag morgen, 9 Uhr

  3. 15

    15 das Ewige, das Einzige - eine Art Zwangsvorstellung

    15 das Ewige, das Einzige - eine Art Zwangsvorstellung Ich weiß, dass es nichts Absolutes gibt, dass alles relativ und unendlich mannigfaltig ist und in ewiger Bewegung, und gerade deshalb so fesselnd und verführerisch, aber auch so überaus schmerzhaft. Wenn man von etwas Absolutem ausgeht, das eigentlich nicht existiert und das man auch gar nicht will, kommt man nicht dazu, das Leben in seinen wahren Proportionen zu leben. Donnerstag morgen, 9 Uhr Abends, 11 Uhr

  4. 14

    14 mittendrin im Rätsel Mann

    14 mittendrin im Rätsel Mann Ich bin noch nie einem Menschen begegnet, der über soviel Liebe, Kraft und unerschüttertes Selbstvertrauen verfügt wie S. Er ist der Motor für sehr viele Frauen. Dienstag morgen, 9. September

  5. 13

    13 Traurigkeit und Genesung

    13 Traurigkeit und Genesung Wenn ich so zusammengekauert dasitze, warte ich, bis etwas zu schmelzen beginnt und wieder ins Fließen gerät. Mich mehr dem Leben überlassen. Nicht jetzt schon die Ergebnisse meines Lebens sehen wollen. 4.September, Donnerstag Abend, halb 11 Freitag morgen, 9 Uhr

  6. 12

    12 in guter Gesellschaft

    12 in guter Gesellschaft Ich war allein, und doch war mir, als bestünde ich aus zwei Personen, die sich innig aneinander schmiegten und sich wohltuend wärmten. In mir gibt es einen ganz tiefen Brunnen... 23.August 1941, Samstag Abend 26.August, Dienstag Abend

  7. 11

    11 Besuch im Elternhaus

    11 Besuch im Elternhaus Ich will die Chronistin für viele Dinge dieser Zeit sein. Alles das gibt es nun einmal in dieser Welt, und du darfst nicht das eine um des anderen willen verleugnen. Deventer, Freitag morgen, viertel nach 10 Abends 11 Uhr Mittwoch Abends 11 Uhr

  8. 10

    10 wie Frauen lieben

    10 wie Frauen lieben Das Leben selbst muss immer die Urquelle sein, niemals ein anderer Mensch. Viele Menschen, vor allem Frauen, schöpfen ihre Kraft aus einem anderen Menschen, statt selbst wirklich zu leben. Mittwoch morgen, 18. Juni, halb 10 4. Juli Montag, 4. August 1941, nachmittags halb 3

  9. 9

    09 Schlachtfeld Sinnsuche

    09 Schlachtfeld Sinnsuche Man muss einfach psychisch etwas tun und Energie aufbringen, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Samstag, 14. Juni, 7 Uhr abends Samstag mittag, 12 Uhr Dienstag morgen, 17. Juni

  10. 8

    08 Wege ins Innere

    08 Wege ins Innere Beschäftigung mit mir selbst Freitag, 8. Mai, 3 Uhr nachmittags 8 Uhr abends Juni, Sonntag morgen halb 10

  11. 7

    07 Bonger

    07 Bonger Eine Welt zerfällt in Trümmer... Dienstag, 25. März, abends 9 Uhr

  12. 6

    06 Erotik und Fremdsein

    Nähe und Distanz zu S. Montag morgen, halb 10

  13. 5

    05 Kampf

    Kein Verhältnis! Kampf - ich lebe jetzt, in dieser Minute, ich lebe voll und ganz wieder verworren, Unruhe Abends 9 Uhr Freitag, 21. März, morgens halb 9 Samstag, abends 8 Uhr Sonntag, 23. März, 4 Uhr

  14. 4

    04 das Habenwollen

    Das Habenwollen ist plötzlich von mir abgefallen... Sonntag, 11 Uhr und Mittwoch

  15. 3

    03 Hass gegen die Deutschen

    Krankheit der Seele 15.März, morgens halb 10

  16. 2

    02 Jetzt wird gearbeitet

    Kämpfe zwischen Vorstellung und Realität Montag Morgen, 9 Uhr, und Mittwoch Abend

  17. 1

    01 Also dann los!

    Samstag, 9. März 1941 - erster Eintrag im Tagebuch Etty Hillesums - Mir scheint, in den letzten Jahren wird so viel über Etty Hillesum publiziert, dass die eigene Beschäftigung mit ihren Tagebüchern nahezu in den Hintergrund tritt. Daher nun hier die Tagebücher der Etty Hillesum als Hörbuch! Etty Hillesum wäre 2014 einhundert Jahre alt geworden.  Mit 29 Jahren wurde ihr Leben in Auschwitz-Birkenau  zerrissen. Sie hätte gerne lange gelebt! Ihr Tagebuch aus den Jahren 1941-1943 ist eines der eindrücklichsten spirituellen, ja mystischen Sprachwerke ungedeckten Schreibens aus dem 20. Jahrhundert. Wer ist, wer war diese junge Frau? Etty wächst ohne spezifisch jüdische Erziehung in Middelburg, in den Niederlanden auf. Sie hat zwei Brüder, Mischa und Jaap, der erste ein hochbegabter Pianist, der zweite Arzt. Die Ehe der Eltern wird als „turbulent“ bezeichnet. Nach der Schule studiert sie ab 1932 in Amsterdam Slavistik, später auch Jura. Sie macht ein ausgezeichnetes juristisches Examen. Mitten im Zweiten Weltkrieg beginnt sie zudem das Studium der Psychologie. 1941 beginnt sie eine Liebesbeziehung mit ihrem Therapeuten, dem aus Deutschland kommenden Juden Julius Spier, der als Chiropsychologe in Amsterdam arbeitet. Spier rät ihr, Tagebuch zu führen. Das ist der Beginn dieses außerordentlichen Dokuments einer persönlichen, seelischen, spirituellen, gottsuchenden Entwicklung, die  zur Sprache, zur Schrift gerinnt. Etty lebt, aus dem Blickwinkel traditioneller Moral, ein ungeordnetes, ja  „unter solchen Augen“ verwerfliches Leben. Seit ihrem 27. Lebensjahr hat sie, auch sexuell, intensive Beziehungen zu zwei Männern, dem 62 Jahre alten Witwer Han Wegerif, ihrem Hauswirt, und eben zu Julius Spier, 55 Jahre alt, seinerseits verlobt mit einer jungen jüdischen Frau, die in London lebt und auf Spier wartet. Etty bejaht im Kern die Beziehung zu beiden Männern, sie liebt beide  und hat das Empfinden, beiden, wie sie schreibt, „treu“ zu sein. „Ich bin ihm innerlich treu. Und auch Han bin ich treu. Ich bin allen treu.“ Ihr Weg ist nicht nur hier „unorthodox“. Ihr sich immer mehr abzeichnender eigener geistlicher, ja mystischer Weg tiefer Gottverbundenheit, in Denken, Beten und Leben, erfährt in ihr auch keine Hinderung, als sie sich zu einer Abtreibung entschließt. Sie fühlt sich nicht imstande, unter den historischen Umständen – der Verfolgung, der Deportation und der Ausrottung der Juden – ein Kind in die Welt zu setzen. Weder ihre sexuelle Freizügigkeit noch die Abtreibung sind ein Hindernis für ihre Beziehung zu Gott, die weiter besteht und nach diesem Geschehen noch intensiver wird. 1942 erhält Etty eine Position beim Judenrat von Amsterdam, einer von den deutschen Besatzern geschaffenen Beratungs-, Auskunfts- und Verwaltungsstelle  für die Juden in den Niederlanden. Damit hätte sie einen gewissen Schutz vor Deportation gefunden. Als ihr klar wird, dass die Stelle eingerichtet ist, die Verfolgung, Deportation und  Vernichtung der niederländischen Juden zu flankieren und mit vorzubereiten, kündigt  Etty die Stelle binnen zweier Wochen. Im August 1942 wird sie ins Sammellager Westerbork deportiert. Ihr noch gültiger Sonderausweis des Judenrates ermöglicht ihr noch mehrmals eine Rückkehr nach Amsterdam. Sie deponiert ihr Tagebuch über ihre Freundin Maria Tuinzing bei der befreundeten Familie Smelik. Sich in Sicherheit zu bringen oder unterzutauchen lehnt sie aus Solidarität mit ihren jüdischen Schwestern und Brüdern ab. Am 7. September 1943 wird sie mit vielen Anderen von Westerbork nach Auschwitz abtransportiert, wo sie ihren Vater und andere Verwandte wiedersieht. Am 30. November 1943 wird sie in Auschwitz-Birkenau  ermordet. (Vortrag "Tor der Sehnsucht", Markus Roentgen)

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"Ich gehe niemals und nirgends zugrunde." Etty Hillesum ist eine Lebenslehrerin - auf dem Weg zur Selbstannahme, zur Weltannahme, zur Gottannahme. Zu Etty Hillesum (1914-1943) und ihren Tagebüchern gibt es Sekundärliteratur, Vorträge, Neuausgaben. Darüber vergisst man möglicherweise, sie selbst zu lesen, zu hören. Dazu ist in diesem Podcast Gelegenheit.

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Susanna Pütters

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