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Sonntag auf die Ohren - Predigten von Pfarrer Michael Mohr

Pfarrer Michael Mohr, Pfarrer in Erkrath, Hilden und Haan, bringt in seinen Predigten Glauben und Alltag miteinander ins Gespräch. Authentisch, lebensnah und theologisch fundiert spricht er über Gott, Zweifel und Hoffnung – über das, was Menschen bewegt. Geboren 1975 im Bergischen Land, war Michael Mohr zunächst Diplom-Finanzwirt, bevor ihn der Ruf zum Priester führte. Nach Studienjahren in Bonn, Salamanca und Köln wurde er 2008 zum Priester geweiht. Heute leitet er die Pastorale Einheit Erkrath/Haan/Hilden „im neanderland“. In diesem Podcast teilt er seine Predigten – Worte, die tragen, herausfordern und zum Nachdenken anregen.

  1. 29

    Zwischen Nachfolge und Mitlaufen: Glaube ist ein Weg

    Wie lernen wir eigentlich zu leben? Als Kinder durch Nachahmung. Wir hören Worte, sehen Verhalten und übernehmen es. So entsteht Sprache, so entsteht Kultur, so entsteht Gemeinschaft. Doch genau darin liegt auch eine Gefahr: Nachahmen kann in gedankenloses Mitlaufen kippen. In ein Nachäffen, das Grenzen verschiebt – oft unmerklich, Schritt für Schritt. Das Evangelium stellt dem etwas Entscheidendes entgegen: „Ich bin der Weg.“ Jesus ist nicht einfach eine Orientierungshilfe unter vielen. Er ist der Maßstab. Der Weg. Die Richtung. Diese Predigt zeigt: warum Nachfolge immer eine Entscheidung ist wie das Böse oft unscheinbar beginnt und weshalb es Mut braucht, nicht einfach mitzumachen

  2. 28

    Leben on Demand: Vom schnellen Konsum zum echten Leben

    Alles ist jederzeit verfügbar. Ob Erdbeeren im Winter, Produkte über Nacht oder sogar Gespräche per Chat – wir leben in einer Welt, in der fast alles „on demand“ möglich ist. Doch vieles davon bleibt oberflächlich. Es sieht gut aus, ist schnell da, aber oft fehlt Tiefe, Qualität, echtes Leben. Genau in diese Welt hinein spricht Jesus ein klares Wort: „Ich bin die Tür.“ Nicht irgendeine Möglichkeit unter vielen. Nicht ein weiteres Angebot im großen Markt der Optionen. Sondern die eine Tür zum Leben. Diese Predigt stellt eine unbequeme Frage: Was, wenn echtes Leben eben nicht jederzeit verfügbar ist? Was, wenn es Entscheidung, Hingabe und Vertrauen braucht? Zwischen Spargel-Saison, Online-Shopping und Skihalle wird deutlich: Echtes Leben ist nicht beliebig. Und die Stimme, die wirklich zum Leben führt, klingt anders als all die anderen.

  3. 27

    Glaube braucht Zeit: Die Emmausjünger neu gehört

    Kann man den Glauben in wenigen Sätzen zusammenfassen? Vielleicht, aber dann geht Entscheidendes verloren. Die Geschichte der Emmaus-Jünger zeigt: Verstehen braucht Zeit. Zwei Jünger sind unterwegs – enttäuscht, müde, ernüchtert. Sie hatten gehofft, geglaubt, mitgefiebert. Und dann: Kreuz und Tod. Alles aus. Selbst die Nachricht von der Auferstehung erreicht sie nicht wirklich. Erst auf dem Weg, im Gespräch, im geduldigen Erklären beginnt sich etwas zu verändern. Jesus drängt sich nicht auf. Er geht mit. Er fragt. Er hört zu. Und er erschließt Schritt für Schritt den Zusammenhang dessen, was geschehen ist. Eine Predigt über die Langsamkeit des Glaubens, über die Gefahr vorschneller Antworten und über die Einladung, sich auf den Weg einzulassen. Denn manchmal gehen uns die Augen erst auf, wenn wir lange genug unterwegs waren.

  4. 26

    Freude, die bleibt: Eine Predigt über Hoffnung und Zukunft

    Eine Woche nach Ostern und alles wieder wie vorher? Der Alltag kehrt zurück, die Feste klingen ab. Und doch spricht der Glaube von einer Freude, die bleibt. Diese Predigt nimmt den Unterschied ernst: Zwischen kurzfristigem Spaß und einer tieferen, tragenden Freude. Eine Freude, die nicht einfach aus schönen Momenten entsteht, sondern aus einer Hoffnung, die weiter reicht. Der Erste Petrusbrief spricht von einer „unaussprechlichen und von Herrlichkeit erfüllten Freude“. Keine oberflächliche Stimmung, sondern eine Kraft, die aus der Zukunft kommt – aus dem Vertrauen darauf, dass Gott das Leben vollenden wird. Gerade in einer Welt, die oft von Sorgen, Unsicherheit oder sogar Verfolgung geprägt ist, wird diese Freude zu etwas Besonderem. Sie ist kein Rückblick auf vergangene Zeiten, sondern ein Blick nach vorne. Eine Predigt über Freude, die tiefer geht – und darüber, wie die Hoffnung auf das Ziel unseres Lebens schon heute unser Leben verändern kann.

  5. 25

    Unmöglich – und doch wahr

    Ostern ist eigentlich unmöglich. Ein Toter lebt – nicht als Erinnerung, nicht als Idee, sondern wirklich. Für viele klingt das wie eine schöne Geschichte, aber kaum wie Realität. Diese Predigt nimmt genau diesen Anstoß ernst. Sie fragt nicht zuerst, wie man Ostern erklären kann, sondern warum Menschen wie Petrus überzeugt waren: Es war unmöglich, dass der Tod Jesus festhalten konnte. Ostern ist mehr als eine historische Behauptung. Es ist eine Erfahrung: dass Leben stärker ist als Tod, dass Beziehung stärker ist als Zerstörung und dass Gottes Treue selbst dort trägt, wo alles verloren scheint. Der Auferstehungsglaube zeigt sich nicht in Theorien, sondern im Leben. Dort, wo Menschen lieben, vertrauen, standhalten und sich nicht von Angst oder Macht bestimmen lassen, wird Ostern greifbar. Eine Predigt über das Unmögliche – und darüber, wie es im Alltag Wirklichkeit werden kann. Denn ohne Karfreitag kein Ostern. Und ohne Vertrauen bleibt Ostern unverständlich.

  6. 24

    Jenseits aller Vorstellung: Was Ostern in uns verändern kann

    Wie war es – dort, jenseits des Todes? Eine Frage, die naheliegt. Und doch stellt sie niemand dem Auferstandenen. Diese Predigt nimmt die Spannung ernst: Die Auferstehung Jesu sprengt alle Vorstellungen. Sie lässt sich nicht festhalten, nicht erklären, nicht in vertraute Bilder fassen. Die Zeugnisse der Evangelien tasten sich an eine Wirklichkeit heran, die größer ist als unsere Sprache. Maria von Magdala erkennt Jesus erst, als sie sich abwendet – vom Grab, von der Fixierung auf den Tod. Und doch kann sie ihn nicht festhalten. „Halte mich nicht fest“, sagt er. Ostern lädt ein, genau das zu lernen: loszulassen, zu vertrauen und sich senden zu lassen. Nicht alles verstehen zu müssen – und dennoch zu glauben, dass Gott mehr mit uns vorhat, als wir uns vorstellen können. Eine Predigt über die Grenze des Sagbaren, über die Kraft des Zeugnisses und über die leise, aber tiefgehende Veränderung, die Ostern im Leben eines Menschen bewirken kann.

  7. 23

    Der Herr ist auferstanden: Ostern zwischen Schrecken und Hoffnung

    „Fürchtet euch nicht.“ Leicht gesagt und doch kaum zu glauben. Denn Ostern beginnt nicht mit Freude, sondern mit Verwirrung, Erschrecken und vielleicht sogar Angst. Die Frauen am Grab erleben etwas, das alles sprengt, was sie kennen: Jesus lebt. Und doch ist er anders. Keine Rückkehr in das Alte, sondern der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Diese Predigt nimmt die Spannung ernst: Ostern ist zugleich Ereignis und Geheimnis. Es stellt unsere Maßstäbe infrage – auch die, nach denen wir unser Leben ordnen. Eine Welt, in der nicht mehr gilt: Geben und Nehmen, Preis und Leistung, sondern Geschenk. „Kauft ohne Geld.“ Diese neue Wirklichkeit kann verunsichern – und befreien. Sie stellt Macht, Besitz und Sicherheiten infrage und öffnet zugleich einen Raum für alle: ohne Bedingungen, ohne Ausschluss. Eine Predigt über die Zumutung und die Schönheit von Ostern – und über die Einladung, sich auf diese neue Welt einzulassen: Fürchtet euch nicht. Freut euch. Er ist auferstanden.

  8. 22

    Wehrlose Wahrheit: Jesus vor Pilatus neu gehört

    „Steck das Schwert in die Scheide“: Mit diesem Satz stellt Jesus alles auf den Kopf, was wir über Macht und Sicherheit zu wissen glauben. Diese Predigt führt hinein in die Begegnung Jesu mit Pilatus – und in die radikale Andersartigkeit seines Reiches. Ein Reich ohne Waffen, ohne Gewalt, ohne Absicherung. Ein Reich, das allein auf der Wahrheit Gottes gründet. Doch genau das macht den Glauben so herausfordernd: Er ist wehrlos. Er lässt sich nicht verteidigen mit Argumenten, nicht absichern durch Macht, nicht beweisen durch Erfolg. Angesichts von Krieg, Leid und Ungerechtigkeit bleibt oft nur eines: mit leeren Händen dazustehen. Und doch gerade darin auf den zu schauen, der das Kreuz getragen hat. Eine Predigt über die Ohnmacht des Glaubens – und seine verborgene Kraft. Denn die Wahrheit Christi wird nicht bewiesen, sondern gelebt.

  9. 21

    Vom Kreislauf der Welt zur Freiheit des Glaubens

    Alles scheint ein Kreislauf zu sein: Geben und Nehmen, Leistung und Gegenleistung, Ursache und Wirkung. Ein System, das Sicherheit verspricht – und doch auch gefangen hält. Diese Predigt stellt diesem Denken etwas radikal anderes entgegen: Gottes Handeln folgt nicht der Logik des Tausches. Bei Gott gibt es kein „wie du mir, so ich dir“. Es gibt Geschenk. Am Beispiel der Fußwaschung wird deutlich, wie schwer es fällt, sich einfach beschenken zu lassen. Petrus wehrt sich – so wie wir oft auch. Denn wer nur empfängt, hat nichts vorzuweisen, nichts unter Kontrolle. Doch genau darin liegt die Freiheit des Glaubens: Gott schenkt sich selbst. Bedingungslos. Ohne Vorleistung. Ohne Berechnung. Eine Predigt über den Mut, loszulassen, über Raum für Gott im eigenen Leben – und über die Einladung, aus dem Kreislauf auszusteigen und sich auf das Geschenk Gottes einzulassen.

  10. 20

    Zwischen Jubel und Kreuz: Der Weg in die Karwoche

    „Hosanna!“ – und wenige Tage später: „Ans Kreuz mit ihm!“ Der Palmsonntag hält extreme Gegensätze bereit. Jubel und Ablehnung, Begeisterung und Verurteilung liegen dicht beieinander. Doch waren es wirklich dieselben Menschen? Oder zeigt sich hier vielmehr eine gespaltene Welt, damals wie heute? Eine Welt voller Erwartungen, Missverständnisse und schneller Urteile. Diese Predigt lädt dazu ein, nicht vorschnell auf „die anderen“ zu schauen, sondern sich selbst in den Blick zu nehmen. Wo stehe ich? Zwischen Begeisterung und Skepsis, zwischen Vertrauen und Zweifel, zwischen Licht und Dunkel? Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, eine Zeit, in der wir eingeladen sind, unser eigenes Leben vor Gott zu betrachten. Nicht mit fertigen Antworten, sondern mit offenen Fragen. Damit Altes sterben kann und Neues wachsen darf. Eine Predigt über die Dynamik von Stimmungen, über die Gefahr vorschneller Urteile und über die Einladung, den Weg Jesu bewusst mitzugehen.

  11. 19

    Was der Unterschied zwischen Auferweckung und Auferstehung bedeutet

    Lazarus ist nicht von den Toten auferstanden. Ein ungewöhnlicher Satz und doch entscheidend für das Verständnis dieses Evangeliums. Diese Predigt nimmt den Unterschied ernst: Lazarus wird von Jesus ins alte Leben zurückgerufen. Die Auferstehung aber, an die Christen glauben, geht weiter. Sie ist keine Rückkehr, sondern eine Verwandlung – hinein in eine neue Wirklichkeit, die stärker ist als der Tod. Das Geschehen am Grab des Lazarus wird so zum Zeichen: Gottes Wort schafft Leben – hier und jetzt. Der Geist Gottes wirkt schon mitten in unserer vergänglichen Welt und eröffnet eine Perspektive, die über sie hinausweist. Zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Zweifel und Vertrauen erleben Martha und Maria, dass Christus den Tod nicht nur berührt, sondern überwindet. Und genau darin liegt die Zusage auch für uns: Nicht ein sorgenfreies Leben, sondern ein Leben, das selbst durch Leid und Tod hindurch getragen ist. Eine Predigt über den Unterschied zwischen Rückkehr und Verwandlung – und über die Hoffnung, dass wir nicht nur zurückkehren, sondern auferstehen zum Leben bei Gott.

  12. 18

    Augenöffnend: Damit die Werke Gottes sichtbar werden

    Ein Mann sitzt am Weg. Blind von Geburt an. Für viele Menschen ist er nur ein Problem – ein Mensch, dessen Existenz erklärt oder gerechtfertigt werden muss. Die Frage liegt schnell auf der Hand: Wer ist schuld? Doch Jesus widerspricht dieser Logik. Nicht Schuld steht im Mittelpunkt, sondern Würde. An diesem Menschen soll das Wirken Gottes sichtbar werden. Was dann geschieht, ist mehr als eine Heilung. Der Blinde wird nicht nur sehend – er wird frei. Frei von der Rolle, in die ihn die Gesellschaft gesteckt hat. Frei, selbst zu sprechen, selbst zu glauben, selbst Zeugnis zu geben. Aus dem Bettler wird ein Gesandter. Während der ehemals Blinde immer klarer sieht, werden andere immer blinder: Nachbarn, Eltern, religiöse Autoritäten. Am Ende zeigt sich: Die entscheidende Frage ist nicht, wer sehen kann – sondern wer bereit ist, sehen zu wollen. Dieses Evangelium lädt uns ein, auch unsere eigene Blindheit zu erkennen. Denn das Licht Christi will uns verwandeln – damit auch wir Kinder des Lichts werden.

  13. 17

    Die Samariterin und die Frage nach Gottes Gegenwart

    Eine Begegnung verändert alles. Am Jakobsbrunnen begegnet eine Frau aus Samarien Jesus – und merkt nach und nach: Dieser Mensch kennt mich. Er kennt mein Leben. Und mehr noch: In ihm begegnet mir Gott selbst. Diese persönliche Erfahrung bleibt nicht privat. Die Frau läuft in ihr Dorf, erzählt von ihrer Begegnung – und plötzlich beginnt eine Bewegung. Menschen kommen, hören, glauben und bitten Jesus: „Bleib bei uns.“ Die Predigt führt von dieser Szene zu einer der großen Fragen der Bibel: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht? Eine Frage, die schon Israel in der Wüste bewegte und die auch heute aktuell bleibt. Zwischen Traditionen, Strukturen und dem Alltag des Lebens stellt sich immer wieder neu die Frage nach Gottes Gegenwart. In der Eucharistie wird diese Frage beantwortet: Christus ist mitten unter uns. Doch zugleich bleibt sie eine Einladung an jeden Einzelnen und an die ganze Kirche, immer neu danach zu suchen, dass Gott wirklich in der Mitte unseres Lebens steht. Eine Predigt über persönliche Gotteserfahrung, über Gemeinschaft im Glauben und über eine Frage, die besonders in der Fastenzeit ihren Platz hat: Ist der Herr in unserer Mitte – oder nicht?

  14. 16

    Glauben heißt deuten: Warum die Bibel mehr meint als sie sagt

    Leuchtende Wolken, verwandelte Gestalten, eine Stimme aus dem Himmel – die Erzählung von der Verklärung Jesu stellt alle vor eine Herausforderung, die die Bibel wörtlich verstehen wollen. Doch wer sie darauf reduziert, verfehlt ihren Sinn. Diese Predigt lädt dazu ein, die Bibel als das zu hören, was sie ist: Zeugnis realer Erfahrungen realer Menschen, ausgedrückt in Bildern und einer Sprache, die Offenbarung möglich macht. Es geht nicht um Wetterphänomene oder spektakuläre Effekte, sondern um die Erfahrung: In Jesus Christus begegnet uns Gott selbst. Petrus, Jakobus und Johannes haben etwas erlebt, das sie überwältigt hat und sie mussten Worte dafür finden. Bilder, Metaphern, vertraute Zeichen aus der Sprache der Bibel. So wurde aus Erfahrung Überlieferung und aus Überlieferung Glauben. Eine Predigt über Sprache und Wirklichkeit, über Vertrauen in die biblische Botschaft und über die Einladung, sich auf die Bilder einzulassen, die mehr sagen wollen, als man wörtlich festhalten kann. Denn manchmal wird gerade dort etwas klar, wo die Konturen verschwimmen.

  15. 15

    Die Bergpredigt als Schule der Großzügigkeit

    Regeln sind wichtig. Absprachen helfen. Und doch reicht das nicht aus, um ein Leben wirklich gelingen zu lassen. Denn Liebe lässt sich nicht verordnen und Großzügigkeit nicht berechnen. Diese Predigt nimmt ihren Ausgang im Alltag – beim Küchendienst, beim Teilen, beim Geben – und führt hinein in das Herz der Bergpredigt. Jesus lädt ein, über das bloß Gerechte hinauszugehen und aus einer Haltung der Großherzigkeit zu leben. Nicht aus Pflicht, nicht aus Kalkül, sondern aus der Erfahrung heraus, von Gott selbst getragen und beschenkt zu sein. Gebet, Fasten und Almosengeben werden hier nicht als religiöse Leistungen verstanden, sondern als Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu Gott. Dort, wo Frömmigkeit zur Berechnung wird, schrumpft auch das Gottesbild. Doch wo Menschen aus der Nähe des himmlischen Vaters leben, öffnet sich das Herz – für Gott und für den Nächsten. Eine Predigt über Großmut statt Kleinlichkeit, über Frömmigkeit ohne Lohnrechnung und über die befreiende Erfahrung, dass Liebe nicht rechnet.

  16. 14

    Die Bergpredigt als Wagnis: Verrückt genug zu glauben

    Wer wirklich glauben will, muss ein bisschen verrückt sein. Nicht, weil Glaube irrational wäre – sondern weil der Gott der Bibel sich nicht berechnen lässt. Dieser Gott erschüttert Sicherheiten, sprengt Erwartungen und bleibt gerade darin treu. Diese Predigt führt hinein in die Radikalität der Bergpredigt. Jesus hebt die Gebote nicht auf, er erfüllt sie – indem er über sie hinausführt. Nicht weniger Moral, sondern mehr Liebe. Nicht bloße Ordnung, sondern Vertrauen. Denn Gesetze können verbieten, zu stehlen oder zu töten. Aber kein Gesetz kann vorschreiben, die andere Wange hinzuhalten, auf den eigenen Vorteil zu verzichten oder den Blick des Begehrens zu verweigern. Das tun nur Menschen, die verrückt genug sind, Gott zu vertrauen. Ein Bild vom Glauben als Tanz und als Lied: geordnet und doch frei, verletzlich und voller Hoffnung. Eine Einladung, sich auf die Verrücktheit der Liebe einzulassen – nicht aus Pflicht, sondern aus Vertrauen. Eine Predigt über Mut, über erfüllte Gebote und über die Freiheit, aus Liebe zu leben. Verrückt. Und genau darin glaubwürdig.

  17. 13

    Licht, das lebt: Glauben lernen wie eine Sprache

    Abstrakte Begriffe lassen sich schwer lernen. Wahrheit, Hoffnung, Himmel – dafür gibt es keine Haftnotizen. Und doch genau darum geht es im Evangelium: dass Menschen verstehen, was Leben trägt, was Hoffnung schenkt, was Gottes Nähe bedeutet. Diese Predigt nimmt Jesu Worte aus der Bergpredigt ernst: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Nicht als Ideal, das wir vorspielen sollen, sondern als Berufung, die im gelebten Leben sichtbar wird. Kirche ist keine versteckte Gemeinschaft, sondern eine Stadt auf dem Berg – sichtbar, einladend, verletzlich. Glaube überzeugt nicht durch perfekte Lehre oder fromme Fassaden, sondern durch Echtheit. Dort, wo Menschen Masken fallen lassen, wo sie leben, lieben, scheitern und hoffen, wird das Evangelium verständlich. Eine Predigt über Glauben als Lebenspraxis, über Licht ohne Scheinwerfer und über die Zusage Gottes, dass wir nicht mehr sein müssen, als wir sind – um Licht für diese Welt zu sein.

  18. 12

    Der Weg, der selig macht

    Wer gilt heute als glücklich? Wer hat es „geschafft“? Wohlstand, Macht, Anerkennung, gute Laune – oft scheinen das die Maßstäbe für ein gelungenes Leben zu sein. Und doch bleibt bei vielen, die scheinbar alles haben, eine innere Leere. Diese Predigt nimmt die Seligpreisungen Jesu ernst – und legt sie gegen den Strich unserer gängigen Glücksvorstellungen. Jesus gratuliert nicht den Erfolgreichen, sondern den Armen, den Trauernden, den Ohnmächtigen, den Friedenssuchenden. Nicht als Morallehre, nicht als Verherrlichung von Leid, sondern als Zusage: Gott hat euch nicht vergessen. Die Seligpreisungen sind eine Einladung, neu Mensch zu werden – frei von dem Zwang, sich über Leistung, Besitz oder Ansehen definieren zu müssen. Sie eröffnen einen Weg des Vertrauens: Vertrauen darauf, dass Liebe trägt, auch dort, wo Macht endet. Eine Predigt über wahres Glück, über Freiheit im Inneren und über den Mut, Jesus auf einem Weg zu folgen, der nicht glänzt – aber selig macht.

  19. 11

    Warum Jesu Ruf mehr ist als ein Slogan

    „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe“ – ein Satz wie ein Kampagnen-Claim. Kurz, einprägsam, kraftvoll. Doch was bedeutet er wirklich? Und was verlangt er von denen, die ihn hören? Diese Predigt nimmt den Ruf Jesu ernst und fragt nach seiner Tiefe. Umkehr ist kein Werbespruch und kein einmaliges Bekenntnis, sondern ein Weg. Ein innerer Prozess, der sich im Äußeren zeigt: im Verlassen der Komfortzone, im Loslassen sicherer Bindungen, im Aufbruch an ungewohnte Orte. Anhand der ersten Jünger wird deutlich: Umkehr heißt nicht nur Abkehr vom Alten, sondern auch Entdeckung des Neuen. Jesus erkennt Fähigkeiten, wo Menschen selbst keine sehen – und ruft sie in die Nachfolge, nicht zur Selbstoptimierung. Eine Predigt über Evangelium als Machtwechsel, über Freiheit von falschen Sicherheiten und über den Mut, sich herausrufen zu lassen. Denn das Reich Gottes kommt näher dort, wo Menschen bereit sind, ihre Einstellung zu ändern – und ihr Leben.

  20. 10

    „Du nimmst hinweg die Sünde der Welt“ – Eine Predigt zum Lamm Gottes

    „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt“ – ein Gebet, das wir in jeder Messe sprechen oder singen. Doch was bedeuten diese Worte wirklich? Was heißt es, dass Christus die Sünde trägt? Und warum wird ausgerechnet ein Lamm zum Bild für Gottes Nähe? Diese Predigt lädt ein, eines der zentralen Bilder der Liturgie neu zu entdecken. Sie führt hinein in die Welt der Symbole, in das Johannesevangelium und in die tiefe Bedeutung des Agnus Dei: Gott, der nicht aus der Ferne richtet, sondern nahe kommt, wehrlos wird und trägt, was unser Leben belastet. Zwischen Unschuld und Opfer, zwischen Toleranz und Treue, zwischen Gebrochenheit und Einheit eröffnet sich ein tröstlicher Gedanke: Gott steht an unserer Seite – mit unserer Schuld, mit der Schuld der Welt. Eine Predigt über das Geheimnis der Eucharistie, über Gottes Geduld mit den Menschen und über die Hoffnung, dass aus dem Zerbrechen neues Leben wächst.

  21. 9

    Ein gesegnetes Jahr: Gottes Weisheit am Anfang des Jahres

    Am Anfang eines neuen Jahres stehen gute Wünsche: Glück, Gesundheit, Frieden und Erfolg. Doch was bleibt davon, wenn wir am Ende des Jahres zurückblicken? Und was ist eigentlich das Ziel unseres Lebens – jenseits von Vorsätzen und Erwartungen? Diese Predigt lädt dazu ein, das neue Jahr nicht nur als Abfolge von Zufällen oder Leistungen zu sehen, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs: Gottes Plan für diese Welt – und für jeden einzelnen Menschen. Zwischen eigenem Bemühen, gesellschaftlichen Bedingungen und dem Wirken Gottes entfaltet sich ein Leben, das gelingen kann, auch wenn es anders verläuft als erhofft. Im Licht der biblischen Weisheit und des Mensch gewordenen Wortes wird deutlich: Wir sind keine Schachfiguren, sondern Mitspieler. Eingeladen, Tag für Tag zu fragen, was mehr der Liebe entspricht. So kann selbst in Ungewissheit, Krankheit oder Scheitern etwas aufscheinen von Gottes Nähe. Eine Predigt über Hoffnung, Verantwortung und die leise Zusage: Diese Welt – und dein Leben – sind nicht dem Zufall überlassen.

  22. 8

    Zum neuen Jahr: Die Suche nach wahrer Freiheit

    „Maria bewahrte alles und erwog es in ihrem Herzen“ – dieser vertraute Satz aus dem Evangelium eröffnet eine Predigt über das Hören, den Gehorsam und die wahre Freiheit. Ausgehend von Maria als der Hörenden entfaltet sich ein Weg, der deutlich macht: Glaube beginnt nicht mit Machen, sondern mit Hören – und Freiheit wächst nicht aus Illusionen, sondern aus der Annahme der Wirklichkeit. Die Predigt stellt die Frage, was Freiheit heute wirklich bedeutet: Ist sie grenzenlose Selbstinszenierung und Wahlmöglichkeit – oder vielmehr die Fähigkeit, die Wirklichkeit auszuhalten, zu teilen und zu verwandeln? In einer Zeit von medialen Scheinwelten, politischer Polarisierung und globalen Krisen lädt diese Betrachtung ein, neu zu unterscheiden zwischen gefühlter und echter Freiheit. Zum Beginn des Jahres 2026 wird Maria zur Lehrmeisterin einer Haltung, die hört, bewahrt und verantwortet handelt. Eine geistliche Einladung, Gehorsam nicht als Verlust, sondern als Weg zur Freiheit zu entdecken – persönlich, gesellschaftlich und im Glauben.

  23. 7

    Das Licht, das bleibt

    „Das Licht leuchtet in der Finsternis“ – mit diesen Worten aus dem Johannesevangelium nähert sich diese Predigt dem Geheimnis von Weihnachten. Nicht große Begriffe stehen im Mittelpunkt, sondern die Lichtsymbolik: das zarte, unscheinbare Licht aus der Krippe von Bethlehem, das die Welt verändert. In einer Zeit zwischen Lichtverschmutzung und Dunkelheit, zwischen Überfluss und Mangel, wird neu gefragt: Was ist das wahre Licht? Wie können wir es sehen – und wie lernen wir, andere Menschen in diesem Licht zu betrachten? Die Predigt verbindet biblische Bilder mit heutigen Erfahrungen, führt von der sichtbaren Kerze zum unsichtbaren Licht Gottes und lädt ein, neu zu entdecken, was Hoffnung, Würde und Freude bedeuten. Eine weihnachtliche Meditation über Gott, der Mensch wird, über ein Licht, das nicht blendet, sondern trägt – und über die Freude, die bleibt.

  24. 6

    Die Krippe: Wo alles beginnt

    „In Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt“ – dieses Bild wiederholt das Evangelium nicht ohne Grund. Es erzählt von einem Gott, der nicht das Würdige im Sinne von Komfort und Sicherheit sucht, sondern das Alltägliche, Prekäre und Unscheinbare. Die Krippe ist kein romantischer Ort, sondern ein Futtertrog – ein Zeichen dafür, wo Gott von Anfang an wohnen will: mitten unter denen, für die sonst kein Platz ist. Diese Predigt nimmt das Weihnachtsevangelium ernst in seinem Kontrast zwischen Erwartung und Wirklichkeit. Sie fragt nach der Bedeutung der Krippe, nach Gottes Nähe zu den Armen und Ausgegrenzten – und nach unserer eigenen Komfortzone. Wo fühlen wir uns wohl? Und wo beginnt vielleicht der Ort, an dem Gott uns heute begegnen will? Eine Einladung, Weihnachten nicht nur vertraut, sondern vielleicht ganz anders zu denken: mutig, offen und mit einem Schritt hinaus aus dem Gewohnten.

  25. 5

    Umkehr statt Rückblick – Was wir heute von St. Nikolaus lernen können

    In dieser Predigt zum Nikolaustag geht es um die Frage, warum uns Heilige oft einschüchtern – und weshalb ihr Beispiel dennoch eine Einladung ist, nach vorn zu schauen statt in alten Vorwürfen zu verharren. Ausgehend von Johannes dem Täufer und der biblischen Botschaft der Umkehr zeigt die Predigt, wie echte Zukunftsperspektive entsteht: durch gelebte Liebe, Gerechtigkeit und den Mut, selbst mit kleinen Schritten das Reich Gottes sichtbar zu machen. Eine inspirierende Betrachtung darüber, wie Nikolaus’ Güte heute Motivation für unser eigenes Handeln sein kann.

  26. 4

    Glaube, der Wurzeln löst: Vom Wort Jesu inspiriert

    In dieser Episode steht Jesu kraftvolles Bild aus dem Lukasevangelium im Mittelpunkt: Ein Glaube, so stark und lebendig, dass sogar ein tief verwurzelter Maulbeerbaum sich ins Meer bewegen würde. Papst Franziskus greift dieses Wort auf und zeigt, dass echter Glaube nicht groß beginnen muss, sondern wächst – durch Vertrauen, Gebet und die Bereitschaft, Gott zuzutrauen, was menschlich unmöglich scheint. Die „Maulbeerbäume“ stehen für die schweren, scheinbar unbeweglichen Herausforderungen unseres Lebens: Zweifel, Verletzungen, Schuld oder Angst. Diese Predigt lädt ein, den Glauben neu zu beleben und mutig zu glauben, dass Gott auch die festesten Wurzeln lösen kann.

  27. 3

    Gleichnis Lazarus: Eine Geschichte, die wachrüttelt

    In dieser Predigt entfaltet sich die tiefgehende Botschaft des Gleichnisses vom reichen Mann und dem armen Lazarus. Was sagt Jesus über Gerechtigkeit, Mitgefühl und Verantwortung? Und was bedeutet dieses herausfordernde Wort für unseren Alltag heute? Eine Einladung zum Hinhören, Nachdenken und Umkehren.

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