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Vergangenheitsformen - Der Redaktionspodcast von HSozKult
by Redaktion Hsozkult
"Vergangenheitsformen" ist der Redaktionspodcast von H-Soz-Kult. Claudia Prinz und Thomas Werneke führen durch die einzelnen Folgen. Das Podcast-Redaktionsteam spricht mit wechselnden Gästen über aktuelle Entwicklungen in den Geschichtswissenschaften und anderen fachnahen Disziplinen. Wir diskutieren die Veränderungen des Fachs, das wissenschaftliche Arbeiten und aktuelle Themen der Geschichtswissenschaft. Die Folgen erscheinen in Staffeln.Mehr Informationen zu H-Soz-Kult finden Sie unter https://www.hsozkult.de/aboutDie Podcast-Redaktion: Christine Bartlitz (ZZF Potsdam), Eva Bischoff (Universität Trier), Christoph Classen (ZZF Potsdam), Thomas Meyer (Humboldt-Universität zu Berlin), Claudia Prinz (Humboldt-Universität zu Berlin), Miriam Rürup (MMZ Potsdam), Janaina Ferreira dos Santos (ZZF Potsdam), Thomas Werneke (Humboldt-Universität zu Berlin).Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Sie erreichen uns über: [email protected]
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Wissenschaftsfreiheit in Deutschland
Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit werden mittlerweile breit diskutiert. Welche Probleme stellen sich für die Geschichtswissenschaft in Deutschland? Darüber spricht Christoph Classen mit Michael Wildt. Die Aufzeichnung fand im Dezember 2025 in Hamburg statt. Zu den Personen Michael Wildt ist emeritierter Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitherausgeber der Zeitschriften WerkstattGeschichte und Historische Anthropologie sowie Mitglied des Editorial Board der Yad Vashem Studies. Persönliche Website: https://michael-wildt.de/ Zum Weiterlesen Dieter Grimm / Lothar Zechlin / Christoph Möllers: Wissenschaftsfreiheit in Deutschland: drei rechtswissenschaftliche Perspektiven. Berlin 2021 (Wissenschaftspolitik im Dialog: eine Schriftenreihe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften 14.2021), https://edoc.bbaw.de/opus4-bbaw/frontdoor/deliver/index/docId/3445/file/BBAW_WiD_14_2021.pdf. Christoph Haker / Lukas Otterspeer: Die Rolle von Hochschulen in autoritären Zeiten, in: geschichte der gegenwart, 5. Oktober 2025, https://geschichtedergegenwart.ch/die-rolle-von-hochschulen-in-autoritaeren-zeiten/. Gabriele Metzler (Hg.): Fokus Antisemitismus. Themenportal Europäische Geschichte, 2025, https://www.europa.clio-online.de/fokus/antisemitismus. Allianz für kritische und solidarische Wissenschaft: https://krisol-wissenschaft.org/. Historiker:innen für eine demokratische Gesellschaft: https://hist4dem.de/.
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Frühe Neuzeit in der Schule
Die Epoche der 'Frühen Neuzeit' spielt in schulischen Lehrplänen eher eine punktuelle bis marginale Rolle. Das wirkt sich auch in der Nachfrage und im Interesse von Studierenden an entsprechenden Lehrveranstaltungen an der Universität aus. Lennart Gilhaus diskutiert mit Matthias Pohlig und Friedemann Scriba über die kanonisierte, selten reflektierte Themenauswahl sowie über die Notwendigkeit, auch in der Lehrerbildung Forschungsnähe über die unmittelbare Unterrichtsanwendung hinaus zu zeigen. Zu den Personen Prof. Dr. Matthias Pohlig lehrt als Fachhistoriker Frühe Neuzeit am Institut für Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin Dr. Friedemann Scriba vertritt derzeit den Lehrstuhl Fachdidaktik am Institut Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin Zum Weiterlesen Aktuelle und bald in Kraft tretende Berliner Lehrpläne: Sek-I: Teil C – Geschichte: https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/rahmenlehrplaene/Rahmenlehrplanprojekt/amtliche_Fassung/Teil_C_Geschichte_2015_11_10.pdf, (25.02.2026). Sek-II aktuell: https://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/faecher-rahmenlehrplaene/rahmenlehrplaene/rahmenlehrplan-geschichte-go-teil-c.pdf?ts=1705017673, (25.02.2026). Sek-II ab 2026/27 Zug um Zug: https://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/faecher-rahmenlehrplaene/rahmenlehrplaene/oberstufe/rlp-go-teil-c-geschichte-neu_26-27.pdf, (25.02.2026).
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Alte Geschichte und Neue Rechte
Die Antike hat in den Debatten der Neuen Rechten Konjunktur. Welche Mechanismen sind dabei am Werk? Welche Motive aus antiken Kontexten erscheinen besonders attraktiv? Was sagt uns diese Vereinnahmung über die Geschichtspolitik der Neuen Rechten? Und vor allem: Wie kann die Altertumswissenschaft damit umgehen? Diese und weitere Fragen diskutiert Lennart Gilhaus mit Babett Edelmann-Singer und Christopher Degelmann, die im November 2025 einen Workshop zum Thema „Antike und Neue Rechte“ organisiert haben. Zu den Personen Babett Edelmann-Singer ist Professorin für Alte Geschichte an der Freien Universität Berlin. Christopher Degelmann ist August Boeckh-Gastprofessor für Alte Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zum Weiterlesen Niklas Engel, Tagungsbericht: Antike und Neue Rechte, in: H-Soz-Kult, 30.01.2026, https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-160187. Görne, F., Nebelin K. & M.: Antike im Kulturkrieg. Antikerezeption in der „neuen“ Rechten in Frankreich, Deutschland und den USA (Nouvelle Droite; Identitäre Bewegung; Alt-Right), in: Garsztecki, S., Laux, T., Nebelin, M. (Hgg.): Brennpunkte der „neuen“ Rechten. Globale Entwicklungen und die Lage in Sachsen, Bielefeld 2023, S. 255–298. Beerden, K., Epping, T. (Edd.): Classical Controversies. Reception of Graeco-Roman Antiquity in the Twenty-First Century, Leiden 2022. Dozier, C.: The White Pedestal: How White Nationalists Use Ancient Greece and Rome to Justify Hate, New Haven, London 2026. Pharos – Doing Justice to the Classics, https://pharos.vassarspaces.net/ (13.01.2026).
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Widersprüche und Politik: Heuchelei als Vorwurf in der politischen Kommunikation
Der Vorwurf der Heuchelei hat Konjunktur in der politischen Kommunikation der Zeitgeschichte. Aber was sagt das eigentlich aus über das politische System liberaler Demokratien – und über die Widersprüche, unter und in denen Politik stattfindet? Warum wirkt der Heucheleivorwurf so stark? Und was macht dieses Thema interessant für die Geschichtswissenschaften? Über diese Fragen spricht Claudia Prinz mit Rüdiger Graf. Zu den Personen Prof. Dr. Rüdiger Graf ist Leiter der Abteilung II „Wissen – Wirtschaft – Politik“ am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und unterrichtet Neuere und Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zum Weiterlesen Rüdiger Graf, Integrität und Empörung. Kultur und Praxis der Heucheleikritik im Deutschen Bundestag seit 1949, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 4 (2025), S. 557-593. Rüdiger Graf, Das Ende der Heuchelei und der politische Klimawandel, in: Geschichte der Gegenwart, 20.04.2025, https://geschichtedergegenwart.ch/das-ende-der-heuchelei-und-der-politische-klimawandel/ (09.12.2025). Judith N. Shklar, Ordinary Vices, Cambridge MA 1985. Sven Reichardt, Authentizität und Gemeinschaft. Linksalternatives Leben in den siebziger und frühen achtziger Jahren, Frankfurt am Main 2014. Zur Seite des Forschungsprojekts: https://zzf-potsdam.de/forschung/projekte/hypocracy-politik-und-oekonomie-des-richtigen-lebens-im-falschen
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(Un-)Sichtbarkeit geschichtswissenschaftlicher Fachzeitschriften
Geschichtswissenschaftliche Fachzeitschriften bilden einen nach außen meist unsichtbaren, aber wichtigen sozialen Zusammenhang. Im Gespräch, das Christine Bartlitz mit Tina Asmussen und Jan-Holger Kirsch führt, geht es um die Redaktionsarbeit, die wissenschaftliche Texte zu Publikationen macht, um Formen der „Beziehungsarbeit“, Qualitätskriterien und die Diversität von Themen, Autor:innen und Zeitschriften-Modellen sowie um die digitale Transformation – und wer das eigentlich bezahlen sollte. Zu den Personen Dr. Tina Asmussen ist Juniorprofessorin an der Ruhr-Universität Bochum und Leiterin des Forschungsbereichs Bergbaugeschichte am Bergbau-Museum Bochum. Sie ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift „traverse. Zeitschrift für Geschichte – Revue dʼHistoire“ und Mitglied im intercom publishing lab, im scholar-led.network und Mitverfasserin des Scholar-Led-Manifests sowie wissenschaftliche Beirätin im open-access.network. Siehe https://www.bergbaumuseum.de/museum/mitarbeitende/kontakt-detailseite/prof-dr-tina-asmussen Dr. Jan-Holger Kirsch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und dort Redaktionsleiter der Zeitschrift „Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History“. Er ist Redakteur und Mitglied der Steuerungsgruppe von H-Soz-Kult sowie Beiratsmitglied des intercom-Verlags. Siehe https://zzf-potsdam.de/institut/personen/mitarbeiter_innen/jan-holger-kirsch Zum Weiterlesen traverse. Zeitschrift für Geschichte – Revue dʼHistoire, https://revue-traverse.ch Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, https://zeithistorische-forschungen.de Siebte Schweizerische Geschichtstage, Luzern, 08.-11.07.2025: Panel „Die (Un-)Sichtbarkeiten geschichtswissenschaftlicher Fachzeitschriften: Machtmechanismen, Publikationsmodelle und Visualisierungsstrategien“, https://geschichtstage.ch/frontend/index.php?page_id=40244&v=List&do=15&day=5637&ses=38357#anker_session_38357 55. Deutscher Historikertag, Bonn, 16.-19-09.2925: Panel: „Konkurrenz und Kooperation. Dynamiken der Macht beim Publizieren in und von Fachzeitschriften“, https://www.historikertag.de/Bonn2025/programm/konkurrenz-und-kooperation-dynamiken-der-macht-beim-publizieren-in-und-von-fachzeitschriften/ Netzwerk für sozial- und geisteswissenschaftliche Zeitschriften, https://zeitschriftennetzwerk.wordpress.com Digitale Forschungspraxis und kooperative Informationsinfrastrukturen. Ein Diskussionspapier der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu Förderung und Finanzierung wissenschaftlicher Informationsinfrastrukturen, Januar 2025, https://www.dfg.de/resource/blob/350170/lis-diskussionspapier-informationsinfrastrukturen.pdf
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Wissenschaft und Demokratie. Ein neues Netzwerk für Historiker:innen
Welche Konjunkturen einer "engagierten Wissenschaft" sehen wir derzeit? Über ein neues Netzwerk "Historiker:innen für eine demokratische Gesellschaft", kurz hist4dem, spricht Claudia Prinz in dieser Folge mit drei der Sprecher:innen. hist4dem ist ein unabhängiges Netzwerk von Historiker:innen und historisch arbeitenden Personen in Universitäten, Schulen, Einrichtungen der kulturellen und historisch-politischen Bildung, Museen, Archiven und Gedenkstätten sowie von freien Historiker:innen, Autor:innen und Kulturschaffenden. Das Netzwerk gründete sich im März 2025 anlässlich der Zunahme rechtsextremer und demokratiefeindlicher Bewegungen in Deutschland und weltweit. Sein Ziel ist die Förderung, Bewahrung und Verteidigung demokratischer Strukturen und Prinzipien durch Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit. Zu den Personen Jürgen Martschukat ist Professor für Nordamerikanische Geschichte an der Universität Erfurt und bei H-Soz-Kult langjähriger Fachredakteur. Astrid Windus ist Lateinamerika-Historikerin an der Universität zu Köln. Kerstin Wolff lehrt und forscht zu Geschlechtergeschichte in Kassel, wo sie am Archiv der deutschen Frauenbewegung arbeitet. Zum Weiterlesen hist4dem Webseite: https://hist4dem.de, Positionspapier zur Gründung der Initiative: https://hist4dem.de/wp-content/uploads/2025/03/Positionspapier-der-Initiative-hist4dem.pdf VHD-Resolution "Gespaltene Wissenschaft?": https://www.hsozkult.de/news/id/news-248 Fuldaer Erklärung des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA): https://www.vda.archiv.net/aktuelles/meldung/866.html Podcast-Folge "Historiker:innen und die Demokratie" mit Christina Morina (Dezember 2024): https://www.hsozkult.de/webnews/id/webnews-152192
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Südosteuropa in der Europäischen Geschichte
Südosteuropa ist eine ausgesprochen interessante und vielfältige europäische Region. In ihrer Geschichte verdichten sich die großen Entwicklungen der europäischen Moderne - und gleichzeitig galt Südosteuropa selbst in unserem Fach immer wieder als "das Andere" im Innern Europas. Warum ist das so, was können wir daraus lernen und was daran macht ein Studium der südosteuropäischen Geschichte so fruchtbar? Darüber spricht Claudia Prinz mit Hannes Grandits und Ruža Fotiadis von der Professur für Südosteuropäische Geschichte am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu den Personen Prof. Dr. Hannes Grandits hat die Professur für Südosteuropäische Geschichte am Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Dr. Ruža Fotiadis ist wissenschaftliche Mitarbeitern an der Professur für Südosteuropäische Geschichte am Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zum Weiterlesen Maria Todorova, Imagining the Balkans, Oxford 1997 (dt: Die Erfindung des Balkans. Europas bequemes Vorurteil, Darmstadt 1997). Reordering Yugoslavia, Rethinking Europe Project (ReYug), s. https://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/themen/reordering-yugoslavia-rethinking-europe; https://www.geschichte.hu-berlin.de/de/bereiche-und-lehrstuehle/gesuedosteu/forschung/laufende-drittmittelprojekte-1 Konrad Clewing / Hannes Grandits (Hrsg.), Handbuch zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 3: Staatlichkeit und Politik in Südosteuropa nach 1800, Berlin 2024. Dipesh Chakrabarty, Provincializing Europe. Postcolonial Thought and Historical Difference, Princeton 2000.
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Internationalisierung in Forschung und Lehre
Welche Folgen hat die gegenwärtige amerikanische Politik für Hochschulen in Deutschland? Welche Auswirkungen hat sie auf internationale Kooperationen und Austausche? Das sind Themen, die in den letzten Wochen drängend geworden sind. Darüber hinaus gibt es aber auch grundlegendere Fragen zur Internationalisierung, der Intensivierung von Studierendenaustauschen und der Entwicklung englischsprachiger Studiengänge. Über diese sprechen wir mit Monique Scheer, Prorektorin für Internationales an der Universität Tübingen. Zu den Personen Monique Scheer ist Professorin für Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen. Zugleich ist sie Prorektorin für Internationales und Diversität und Mitglied im Steering Committee des aus EU-Mitteln geförderten CIVIS-Universitätsverbundes.
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„Selber machen“: Historiker:innen als Verleger:innen?!
In den letzten 20 Jahren hat sich das wissenschaftliche Publikationswesen stark verändert. Digitalisierung und Open Access haben zu einer Monopolstellung weniger internationaler Großverlage geführt. Gleichzeitig sind Academic Self-Publishing- bzw. Scholar-Led-Publishing-Initiativen auch in den Geisteswissenschaften entstanden, die das nicht profitorientierte Publizieren selbst in die Hand nehmen. Ein innovatives Modell dafür ist der im Jahr 2018 in Zürich gegründete intercom Verlag. Wir sprechen mit den beiden Geschäftsleiter:innen über ihre Arbeit, neue Formate, Reputationsmechanismen – und warum das Büchermachen eine soziale Praxis ist. Zu den Personen Nils Güttler ist Assistenzprofessor für Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Wien. Er habilitierte sich an der ETH Zürich; sein Buch „Nach der Natur: Umwelt und Geschichte am Frankfurter Flughafen“ erschien 2023, seine Dissertation zur Pflanzengeographie des 19. Jahrhunderts im Jahr 2013. Mehr Informationen und Kontakt unter: https://ifg.univie.ac.at/ueber-uns/mitarbeiterinnen/wissenschaftliche-mitarbeiterinnen/nils-guettler/. Niki Rhyner ist wiss. Mitarbeiterin an der Kolleg-Forschungsgruppe „Applied Humanities. Genealogy and Politics“ der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie hat an der ETH Zürich 2024 zur Geschichte ethnografischer Feldforschung während der europäischen Integration (1950-1995) promoviert. Mehr Informationen und Kontakt unter: https://www.appliedhumanities.net/team. Niki Rhyner und Nils Güttler sind gemeinsam Teil der Geschäftsleitung des intercom Verlags in Zürich, https://intercomverlag.ch/about/. Weiterführende Informationen Scholar-Led-Verlage intercom Verlag: https://intercomverlag.ch/ Berlin Universities Publishing: https://www.berlin-universities-publishing.de/en/index.html Mattering Press: https://www.matteringpress.org/ Meson Press: https://meson.press/ zdbooks: https://www.zdbooks.de/ siehe weitere Verlage unter: ScholarLed: https://scholarled.org/ Informationen DFG-Förderprogramm „Infrastrukturen für wissenschaftliches Publizieren“ (12/24): https://www.dfg.de/de/foerderung/foerdermoeglichkeiten/programme/infrastruktur/lis/lis-foerderangebote/infrastrukturen-publizieren Das scholar-led.network-Manifest: https://graphite.page/scholar-led-manifest/ Georg Fischer/Dario Haux: Anzeichen eines publikatorischen Paradigmenwechsels – Georg Fischer und Dario Haux zur Entflechtung von Wissenschaft und Verlagswesen, in: Open Media Studies Blog, 01.08.2023 (online) Nils Güttler/Niki Rhyner: DIY Epistemologies: Histories and Futures of Publishing in the Humanities, in: Journal of the History of Ideas Blog, 16.02.2022 (online)
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Geschichte statt Mythen - Der Geschichtsrevisionismus der Neuen Rechten
Historische Umdeutungen – insbesondere die Verharmlosung und Verzerrung nationalsozialistischer Verbrechen – gehören zu den politischen Strategien der Neuen Rechten. Im digitalen Raum, aber auch an konkreten Erinnerungsorten in Deutschland werden gezielt Lügen und nachweisbar historisch falsche Narrative verbreitet. Welcher Auftrag erwächst daraus für Historiker:innen? Was können wir diesem Geschichtsrevisionismus entgegensetzen? Eine Antwort darauf gibt das Projekt „Geschichte statt Mythen“ an der Universität Jena, mit dessen Machern wir in dieser Folge des H-Soz-Kult Podcasts sprechen. Zu den Personen Jakob Schergaut ist Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Jena und hauptamtlicher Redakteur der Webseite „Geschichte statt Mythen“. Jens-Christian Wagner ist Inhaber der Professur Geschichte in Medien und Öffentlichkeit an der Universität Jena und Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Weiterführende Informationen Das Projekt „Geschichte statt Mythen“ finden Sie hier: https://www.geschichte-statt-mythen.de/ Zur Geschichte der Holocaustleugnung: https://www.geschichte-statt-mythen.de/klassische-mythen/Geschichte-der-Holocaust-Leugnung Deborah E. Lipstadt: Leugnen des Holocaust. Rechtsextremismus mit Methode. Reinbek bei Hamburg 1996. Zur Einordnung des Nationalsozialismus: https://www.geschichte-statt-mythen.de/klassische-mythen/linke-nationalsozialisten Übersichtskarte der Erinnerungsorte: https://www.geschichte-statt-mythen.de/uebersichtskarte Gedenkstätte Buchenwald: https://www.buchenwald.de/ Zum Begriff dogwhistling: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/medien-und-macht-hundepfeifen-in-der-politik Rheinwiesenlager: https://www.geschichte-statt-mythen.de/klassische-mythen/rheinwiesenlager Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft: https://www.stiftung-evz.de/
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Historiker:innen und die Demokratie
Demokratie und Demokratiegeschichte werden seit geraumer Zeit intensiv diskutiert – aus gegebenen Anlässen. Zu Gast ist Christina Morina, die sich in ihrem Buch "Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren" mit dem Demokratieverständnis in der BRD und DDR und deren Wirkung bis heute auseinandergesetzt hat. Wir sprachen mit ihr nicht nur über ihr Buch, sondern vor allem über die Rollen und Möglichkeiten der Geschichtswissenschaft in Demokratiedebatten der jüngsten Zeit, die Wirkung von Social Media auf die Debatten, aber auch über die Entwicklungen in den USA, wenige Wochen vor der Amtsübernahme durch Donald Trump. Zur Person Christina Morina ist Professorin für Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld und zurzeit als Visiting Professor an der New School for Social Research in New York. Sie hat die (Zeit)Geschichte der Demokratie immer wieder und aus unterschiedlichen Perspektiven erforscht. Für ihr Sachbuch „Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren“ hat sie 2024 den Deutschen Sachbuchpreis gewonnen. Weiterführende Informationen Christina Morina, Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren, München 2023. Rezensiert bei H-Soz-Kult: https://www.hsozkult.de/review/id/reb-139006, sehepunkte: https://www.sehepunkte.de/2024/10/38724.html, Weitere Rezensionen bei perlentaucher.de: https://www.perlentaucher.de/buch/christina-morina/tausend-aufbrueche.html Norbert Frei / Franka Maubach / Christina Morina / Maik Tändler, Zur Rechten Zeit. Wider die Rückkehr des Nationalismus, Frankfurt am Main 2019. Krijn Theis, Demokratie als Funktionsbedingung. (Zwischen-)Bilanz der Kontroverse um die „politische“ Resolution des Historikerverbandes, in: Zeithistorische Forschungen 1 (2019), https://zeithistorische-forschungen.de/1-2019/id=5691 Thomas Sandkühler, Historians and Politics. Quarrel Over a Current Resolution / Historiker:innen und Politik. Streit um eine aktuelle VHD-Resolution, in: Public History Weekly 6/31 (2028), https://public-history-weekly.degruyter.com/6-2018-31/vhd-resolution/ Norbert Frei / Franka Maubach / Christina Morina / Maik Tändler, Zur Rechten Zeit. Wider die Rückkehr des Nationalismus, Frankfurt am Main 2019. Krijn Theis, Demokratie als Funktionsbedingung. (Zwischen-)Bilanz der Kontroverse um die „politische“ Resolution des Historikerverbandes, in: Zeithistorische Forschungen 1 (2019), https://zeithistorische-forschungen.de/1-2019/id=5691 Thomas Sandkühler, Historians and Politics. Quarrel Over a Current Resolution / Historiker:innen und Politik. Streit um eine aktuelle VHD-Resolution, in: Public History Weekly 6/31 (2028), https://public-history-weekly.degruyter.com/6-2018-31/vhd-resolution/
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Nach dem 7. Oktober 2023 – Herausforderung für Gesellschaft und Geschichtswissenschaft
"Die fehlende Anteilnahme, die ausbleibende Solidarität im Angesicht schrecklichster Verbrechen und unendlichen Leids sind für mich einfach unerklärlich." (Hızarcı 2024, S. 17). Gemeinsam wollen wir uns einem schwierigen Thema aus konstruktiver und versachlichender Perspektive nähern. Wir wollen bewusst nicht über die Situation in Israel, Gaza und dem Westjordanland sprechen, sondern haben es uns in dieser Ausgabe zur Aufgabe gemacht, über die Probleme im Nachgang des 07. Oktober in der deutschen Gesellschaft nachzudenken. Wir sprechen auch über schwierige Themen wie einseitige Empathien, vermeintlich starre Erinnerungskulturen und Positionierungsdruck. Gleichzeitig fragen wir auch nach der Rolle die Geschichtswissenschaft in diesem Zusammenhang und welche Verantwortung sie bei der Einordnung des Geschehens trägt. Zu den Gästen Franka Maubach hat 2007 zum Thema Erfahrungsräume und Lebensgeschichten von Wehrmachthelferinnen promoviert (https://www.hsozkult.de/review/id/reb-12699). Zwischen 2019-2023 war sie die Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Verbund "Diktaturerfahrung und Transformation. Biographische Erfahrungen und gesellschaftliche Repräsentationen in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren". Maubach habilitierte sich mit einer Biographie zu Hans Rosenberg. Bis vor kurzem vertrat sie die Professur "Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus" an der Humboldt-Universität zu Berlin. Aktuell vertritt sie die Professur »Allgemeine Geschichte unter Berücksichtigung der Zeitgeschichte« an der Universität Bielfeld. David Jünger war bis vor kurzem wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock. Er promovierte zu den Emigrationsplänen deutscher Juden während des Nationalsozialismus (https://www.hsozkult.de/review/id/reb-24773) und arbeitet derzeit an seinem Habilitationsprojekt "Historische Erfahrung und politisches Handeln. Der deutsch-amerikanische Rabbiner Joachim Prinz (1902–1988) zwischen Deutschland und Amerika“. David Jünger forscht zum Thema Antisemitismus auch in der politischen Linken. Dazu wirkte er an einer Podcastreihe "A Global Perspektive on Antisemitism and the Left“ mit (https://soundcloud.com/sussexuni/sets/a-global-perspective-on). Weiterführende Informationen Monty Ott / Ruben Gerczikow, "Wir lassen uns nicht unterkriegen". Junge jüdische Politik in Deutschland, Leipzig 2024. Michael Brenner, Israel. Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates. Von Theodor Herzl bis heute, München 2024 [zuerst 2016]. Werner Sonne, Israel und wir. Geschichte einer besonderen Beziehung, München 2024. Derviş Hızarcı, Zwischen Hass und Haltung, Berlin 2024. Annette Vowinckel und Rebekka Grossmann: https://zeitgeschichte-online.de/themen/die-welt-aus-den-fugen Broschüre der Bildungsstelle Anne Frank: "Welcher Fluss und welches Meer?". Ignatz Bubis zu Rostock-Lichtenhagen: Aus der Vergangenheit nichts gelernt? Antisemitismus in Deutschland; Tagesschaubeitrag vom 02. November 1992 zum Besuch Bubis' in Rostock Lichtenhagen.
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Das Ende der Geschichte? Zur Abschaffung des Faches Geschichtswissenschaften an der Universität Magdeburg
In dieser Ausgabe des Podcasts "Vergangenheitsformen" sprechen wir darüber, was passiert, wenn das Fach Geschichtswissenschaft an einer Universität abgewickelt wird. So geschehen ist das an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die nach umfangreichen Sparvorgaben der Landesregierung im 2013 zu dieser Entscheidung kam. Seit 2017 wurden drei der vier Lehrstühle für die Geschichtswissenschaften abgeschafft, nachdem die Lehrstuhlinhaber:innen entweder pensioniert wurden oder die Universität verließen. Über die unmittelbaren und langfristigen Folgen dieser Entscheidung für die Arbeit an der Universität, über die Frage, welchen Stellenwert die Geschichtswissenschaften in der Öffentlichkeit haben, darüber sprechen wir mit Prof. Dr. Stephan Freund, dem letzten verbliebenen Professor für Geschichtswissenschaften an der Universität Magdeburg. Zur Person Stephan Freund ist seit 2010 Professor auf dem Lehrstuhl Mittelalterliche Geschichte in Magdeburg. Er forschte hauptsächlich zum Frühmittelalter und hier zur Geschichte von kirchlichen Geistlichen und zu dem Königshaus der Ottonen. Seine Promotion erfolgte zu dem Bischof und Heiligen Petrus Damianus und in seiner Habil arbeitete er zur Geschichte bayerischer Bischöfe im 8. und 9. Jahrhundert. Zuletzt erschienen ist eine Monographie zu Otto dem Großen, die er gemeinsam mit Matthias Puhle verfasst hat. Stephan Freund, Matthias Puhle, Otto der Große 912–973. Kaiser der Römer, König der Völker, Regensburg 2023. (https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-136028) Weiterführende Informationen „Nicht pauschal mehr Geld fordern“, in: tageszeitung, 21.04.2022, https://taz.de/Rektor-der-Uni-Magdeburg-ueber-Sparkurs/!5849515/ Verkleinert euch, sonst tun wir es, in: Der Spiegel, 09.10.2014, https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/sachsen-anhalt-udo-straeter-praesident-uni-halle-kritisiert-sparkurs-a-996204.html Streit um Millionen und doppelte Strukturen, in: Deutschlandfunk, 21.11.2014, https://www.deutschlandfunk.de/hochschulen-in-sachsen-anhalt-streit-um-millionen-und-100.html Rezensionen von Stephan Freund bei H-Soz-Kult: Stephan Freund, Rezension zu: Greer, Sarah: Commemorating Power in Early Medieval Saxony. Writing and Rewriting the Past at Gandersheim and Quedlinburg. Oxford 2021 , ISBN 9780198850137, in: H-Soz-Kult, 02.11.2022, http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-113992 Stephan Freund, Rezension zu: Kunz, Brigitta: Siedlungsentwicklung im Umfeld des Domes. Magdeburg im 8.–14. Jahrhundert. Halle 2017 , ISBN 978-3-944507-40-8, in: H-Soz-Kult, 31.10.2018, http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-27163 Stephan Freund, Rezension zu: Theisen, Frank: Mittelalterliches Stiftungsrecht. Eine Untersuchung zur Urkundenüberlieferung des Klosters Fulda im 12. Jahrhundert. Köln/Weimar 2002 , ISBN 3-412-09901-5, in: H-Soz-Kult, 18.07.2002, http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-3237
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Geschichte im Spiel: Aktuelle Forschungsperspektiven auf Geschichte(n) in Computer- und Videospielen
Spiele sind überall. Laut Statista spielen über die Hälfte der Bundesbürger:innen “zumindest gelegentlich” ein Computer- oder Videospiel. In der Alterskohorte der 16-29-jährigen, zu der auch Studierende gehören, sind es sogar 91 Prozent. Historische Inhalte oder Bezüge auf historische Figuren bzw. Begebenheiten gehören zum festen Repertoire des Gewerbes. Einige der erfolgreichsten internationalen Spiele tauchen in die Welt des antiken Griechenlands oder des Wilden Westens ein. Als wirkliches Massenmedium bieten digitale Spiele für viele Menschen, mehr als Film oder Buch, eine Möglichkeit, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen. Was macht digitale Spiele so populär? Ausgehend von dieser Frage diskutiert Eva Bischoff mit ihren Gästen ein immer noch vernachlässigtes Medium der Geschichtskultur. Zu den Personen Aurelia Brandenburg hat Geschichte, Digital Humanities und Cultural Landscapes in Würzburg studiert und arbeitet seit 2023 als Doktorandin im Forschungsprojekt „Confoederatio Ludens“ an der Hochschule der Künste Bern. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den geschichtswissenschaftlichen Games Studies und der Geschichte digitaler Spiele, mit Fokus auf Gender und Queerness. Sie ist im Arbeitskreis “Geisteswissenschaften und Digitale Spiele” https://gespielt.hypotheses.org aktiv und aktuell Teil des Leitungsgremiums. Mehr Informationen und Kontakt unter: https://aureliabrandenburg.de/links Eugen Pfister ist Projektleiter des Forschungsprojekts „Confoederatio Ludens“. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Wien und der Université Paris IV - Sorbonne und schloss seine Promotion in Co-Tutelle an der Universita degli studi di Trento und an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main ab. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Politikgeschichte und der Ideengeschichte des digitalen Spiels. Er ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises “Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele” https://gespielt.hypotheses.org. Mehr Informationen und Kontakt unter: https://spielkult.hypotheses.org Christian Rollinger ist Akademischer Rat an der Universität Trier. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die antike (insbesondere spätantike) Monarchiegeschichte und Hofforschung, die Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Späten Republik, die antike maritime Geschichte sowie die Antikenrezeption besonders in digitalen und ‘neuen‘ Medien. Mehr Informationen und Kontakt unter: https://www.uni-trier.de/universitaet/fachbereiche-faecher/fachbereich-iii/faecher/geschichte/profil/fachgebiete/alte-geschichte-1/team/dr-christian-rollinger Weiterführende Informationen Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele (BLOG): https://gespielt.hypotheses.org (hier gibt es eine ausführliche Liste mit Literaturtipps zum Thema, die laufend aktualisiert wird) Aurelia Brandenburg / Lucas Haasis / Alan van Beek (Hrsg.), Zeitenwende: Interdisziplinäre Zugänge zum Spiel Pentiment. in: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte, 2024, https://doi.org/10.58079/129ay Confoederatio Ludens: Schweizer Geschichte der Spiele, des Spiels und des Game Designs 1968-2000 (Projektwebsite): https://chludens.ch und (Forschungsblog) https://chludens.hypotheses.org Eugen Pfister, „Wie es wirklich war.“ – Wider die Authentizitätsdebatte im digitalen Spiel. Gespielt, 18.05.2017, https://doi.org/10.58079/p153 Eugen Pfister / Tobias Winnerling, Digitale Spiele, in: docupedia-zeitgeschichte, 2020 http://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok-1718 Felix Zimmermann, Virtuelle Wirklichkeiten. Atmosphärisches Vergangenheitserleben im Digitalen Spiele, Marburg 2023 Ulli Engst, Rezension zu: Rollinger, Christian (Hrsg.): Classical Antiquity in Video Games. Playing with the Ancient World. London 2020 , ISBN 978-1-3500-6663-2, in: H-Soz-Kult, 26.06.2020, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-29882
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Mehr Globalgeschichte wagen
Angesichts der multiplen Krisen in einer zunehmend auch im Globalen Norden immer schmerzhafter erfahrbaren globalisierten Welt gewinnt globalhistorisches Orientierungswissen immer mehr an Bedeutung. Während globalhistorische Inhalte in der Fachwissenschaft inzwischen weit verbreitet sind, stellt sich die Situation in der Wissenschaftskommunikation (Medien, Museen) und in der Schule anders dar. Die Geschichte globalhistorischer Verflechtungen ist immer noch unterrepräsentiert, Forschungsergebnisse übersetzen sich nur langsam in Lehrpläne und Schulpraxis. Unter der Überschrift “Mehr Globalgeschichte wagen” diskutieren Jan Siefert (Universität Duisburg-Essen) und Philipp Bernhard (Zentrum Erinnerungskultur an der Universität Regensburg) gemeinsam mit Eva Bischoff über Dringlichkeit und Schwierigkeiten mehr globalhistorische Perspektiven in den Schulunterricht einzutragen. Zu den Personen Jan Siefert ist Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Duisburg-Essen in der Abteilung für Geschichtsdidaktik. Seine Dissertation schrieb er zur interkulturellen Perspektivübernahme anhand japanischer Geschichte 2020; seine laufende Habilitation thematisiert Erzählungen anhand globalgeschichtlicher Inhalte. Den Schuldienst hat er in Gesamtschulen in NRW bis 2022 absolviert. Mehr Informationen und Kontakt unter: https://www.uni-due.de/geschichte/jan_siefert.php Philipp Bernhard ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Erinnerungskultur der Universität Regensburg (abgeordnete Lehrkraft). Seine Dissertation “Geschichtsvermittlung postkolonial. Eine geschichtsdidaktische Vermessung Postkolonialer Theorie” entstand bis 2022 am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Universität Augsburg. Er ist Gymnasiallehrer für Englisch, Geschichte und Ethik. Weitere Informationen und Kontakt unter: https://zentrum-erinnerungskultur.de/person/4039/ Weiterführende Informationen Eva Bischoff / Odila Schröder, Tagungsbericht: Klassische Themen des Geschichtsunterrichts globalgeschichtlich perspektiviert, in: H-Soz-Kult, 03.05.2024, http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-143330 Positionspapier des AK Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht (KGD) und der AGWWG, https://www.historicum.net/fileadmin/user_upload/5_disziplinen/6_didaktik/1_kgd/1_pdfs/news/2023/07-12-23_Positionspapier_AK_Initiative_Globalhistorische_Perspektiven_in_die_Geschichtslehrplaene.pdf Arbeitsgruppe Weltregionale und Globale Geschichte (AKWGG) im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD): https://www.historikerverband.de/mitglieder/arbeitsgruppen/ak-weltregionale-und-globale-geschichte/ Arbeitskreis Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht (KGD): https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philhist/professuren/geschichte/didaktik-der-geschichte/lehrerfortbildung/ak-globalgeschichte/
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Netzwerk "Nachhaltige Wissenschaft"
Im Mai 2024 hat sich das Netzwerk Nachhaltige Wissenschaft gegründet. Hervorgegangen aus der Initiative #ProfsFuerHanna, thematisiert das Netzwerk Missstände in der Wissenschaftsorganisation und Hochschulpolitik und erarbeitet Lösungsvorschläge. "Nachhaltigkeit" meint dabei ein umfassendes Konzept zur Ermöglichung guter Wissenschaft. Die Frage nach Beschäftigungsverhältnissen an deutschen Hochschulen schließt es ebenso ein wie das Verhältnis von Grundfinanzierung und "Drittmittelwesen" oder die Frage, wie Hochschulen demokratisiert und Anreize für Machtmissbrauch abgebaut werden können. Nicht zuletzt kommen die aktuellen Probleme des wissenschaftlichen Publizierens zur Sprache. Über diese Themen spricht Claudia Prinz in Folge 5 der 2. Staffel mit Tilman Reitz. Zur Person Tilman Reitz ist Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er u.a. im SFB Strukturwandel des Eigentums aktiv ist. Er gehört zu den Initiator:innen des Netzwerks Nachhaltige Wissenschaft. Weiterführende Informationen Grundsätze des Netzwerks Nachhaltige Wissenschaft: https://netzwerk-nachhaltige-wissenschaft.de/?page_id=57 Sonja Bolenius / Tilman Reitz, Alternativen zum Drittmittelwahn, Gastbeitrag zu Wiardas Blog: https://www.jmwiarda.de/2024/05/23/alternativen-zum-drittmittelwahn/ Soziopolis-Dossier zu "Open Access": https://www.soziopolis.de/dossier/open-access.html Amrei Bahr / Kristin Eichhorn / Sebastian Kubon, #IchBinHanna. Prekäre Wissenschaft in Deutschland, Frankfurt am Main 2023. H-Soz-Kult Podcast Staffel 1 - Episode 8: Machtmissbrauch in der Wissenschaft & metoohistory: https://www.hsozkult.de/podcast/staffel-1/machtmissbrauch-und-metoohistory
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KI in der Lehre
Seit der Veröffentlichung des K.I. Chatbots "ChatGPT" wurde im Fach viel darüber spekuliert, welche konkreten Auswirkungen eine solche, auf sogenannten Large Language Models (LLM) basiernde Anwendung auf das herkömmliche Studium der Geschichtswissenschaften haben würde. Bereits das Ende der Hausarbeit wurde dabei an die Wand gemalt. An den technischen Entwicklungen ist jedoch kein Vorbeikommen und so stellte sich die Frage, wie diese neuen Technologien in der Lehre und in der Zusammenarbeit mit den Studierenden adressiert werden müssten. Gut anderthalb Jahre nach dem ersten "Hype" um die K.I.-basierten Chatbots haben wir eine erste Bestandsaufnahme versucht. Wir haben mit drei Kolleginnen der Humboldt-Universität zu ihren Erfahrungen beim Thema "K.I. in der Lehre" gesprochen. Diese Ausgabe ist als Impuls dazu gedacht, sich über dieses Thema verstärkt auszutauschen. Zu den Personen: Nikola Burkhardt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut für Geschichtswissenschaften (IfG) der Humboldt-Universität zu Berlin. Hier arbeitet sie am Lehrstuhl Alte Geschichte. Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Ethnizität in der Antike. Darüber hinaus arbeitet sie methodisch auch im Bereich der Digital History u. a. zur "Unsicherheit" als epistemisches Konzept in den digitalen Geschichtswissenschaften (https://dhistory.hypotheses.org/5336). Sarah Matuschak ist ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin am IfG der HU Berlin. Sie forscht am Lehrstuhl für Osteurpäische Geschichte, wo sie zum Thema "Die Geburt Russlands aus dem Geiste der Musik" promoviert hat. Sarah Matuschak erforschte darüber die lange Geschichte der russischen Nationsbildung vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Melanie Althage forscht und lehrt als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Digital History. Hier promoviert sie zur methodenkritischen Reflexion von quantitativen Verfahren bei der Analyse von digital geborenen (digital born) Quellen. Dabei erschließt sie die von Historikern produzierten Texte im Internet und schreibt zur Geschichte der digitalen Historiographie. Zum Weiterlesen und -hören: Praxistest von Sophie Eckensthaler, in der K. I. einen wissenschaftlichen Text schreiben sollte: https://hochschulforumdigitalisierung.de/chatgpt-in-den-geschichtswissenschaften-ein-praxisversuch-2/ Interview mit Johannes Preiser-Kapeller: https://www.oeaw.ac.at/news/chatgpt-kann-nicht-geschichte-schreiben Felix Guffler. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Geschichtswissenschaft – ein Zwischenbericht zu ChatGPT und Midjourney, https://archivalia.hypotheses.org/172934 Carina Schröder, KI in der Geschichtswissenschaft, Feature auf Deutschlandfunk Kultur, https://www.deutschlandfunkkultur.de/ki-in-der-geschichtswissenschaft-dlf-kultur-07d4d267-100.html
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Geschichtswissenschaften in den USA: Eine Disziplin in der Krise?
Die Geschichtswissenschaften in den USA stehen unter Druck. Sinkende Studierendenzahlen, erschwerte Arbeitsbedingungen für die Lehrenden an Universitäten, teils heftige Auseinandersetzungen in den Medien und in einer Reihe von Bundesstaaten auch gesetzgeberische Maßnahmen, die die Freiheit von Lehre und Forschung einschränken (können) zählen zu den gegenwärtigen Problemen. Wie erleben unsere Kolleginnen und Kollegen die Situation? Darüber hat Daniel Menning im März 2024 mit Kolleg:innen im Mittleren Westen gesprochen und berichtet im Gespräch mit Claudia Prinz. Felix Krämer kontextualisiert die gegenwärtigen Befunde mit Entwicklungen in der US-amerikanischen Zeitgeschichte seit den 1970er Jahren. Zu den Personen: PD Dr. Daniel Menning gehört seit vielen Jahren der H-Soz-Kult Redaktion an, wo er vor allem die Geschichte des 19. Jahrhunderts mit betreut hat. An der Universität Tübingen forscht und lehrt er zur Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts. Dr. Felix Krämer ist wiss. Mitarbeiter an der Universität Erfurt. Im Sonderforschungsbereich Transregio 294 "Strukturwandel des Eigentums" leitet er das Teilprojekt zu "Eigentum am eigenen und am anderen Körper in den USA vom 18. bis zum 20. Jahrhundert". Er erforscht derzeit die Geschichte von Schulden in den USA. Bei H-Soz-Kult ist er Teil der Fachredaktion für die Geschichte Nordamerikas. Zum Weiterlesen: Informationen zur erwähnten Veranstaltung in Erfurt https://www.uni-erfurt.de/universitaet/aktuelles/veranstaltungskalender/eventdetail/fighting-the-backlash-gay-and-queer-history-in-populist-times As Historians Gather, No Truce in the History Wars, in: The New York Times, 08.01.2023, https://www.nytimes.com/2023/01/08/arts/american-historical-association-james-sweet.html Felix Krämer, Good News. Moral Masculinity, Whiteness, and the Media in Contemporary US History, in: Daniel Gerster / Michael Krüggeler (Hrsg.), God’s Own Gender? Religions and their Concepts of Masculinity, Würzburg 2018, S. 65-84. Felix Krämer, Leben auf Kredit. Menschen, Macht und Schulden in den USA vom Ende der Sklaverei bis in die Gegenwart (erscheint im Juni 2024): https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/geschichte/leben_auf_kredit-17941.html
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Memes und Geschichtskultur
Memes sind aus dem Internet, vor allem von den Plattformen der Sozialen Medien, nicht mehr wegzudenken. In Memes wird so ziemlich alles verhandelt, was die Menschen im Internet bewegt. Auch die Verständigung über Geschichtsbilder und Erinnerungskultur läuft online nicht zuletzt in Form von Memes. Damit werden sie zu einem interessanten Thema für die Geschichtswissenschaften. Was Memes sind, was sie uns über Geschichtskultur verraten, was sie spezifisch macht – über diese Fragen sprechen Claudia Prinz und Christian Schwarzenegger. Zur Person: Christian Schwarzenegger ist Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Medienwandel am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen. Er erforscht u.a. die Nutzung alternativer Medien und Öffentlichkeiten. Zum Weiterlesen: Christian Schwarzenegger / Anna Wagner / Cornelia Brantner / Katharina Lobinger, Hitler, Stalin, LOL? Geschichte als Ressource „grenzwertiger Komik“ in Memes linker und rechter Aktivist:innen in Social Media, in: Digital Communication Research (2022) https://www.digitalcommunicationresearch.de/v10/schwarzenegger-wagner-et-al/ Der Memes-Boom. Ein Gespräch mit Joanna Nowotny und Julian Reidy, in: Geschichte der Gegenwart (Nov. 2022), https://geschichtedergegenwart.ch/der-memes-boom-ein-gespraech/ Die erwähnten Memes sind u.a. hier zu finden: Downfall-Hillary-Meme: https://archive.org/details/HillarysDownfall Time traveler / CIA Meme: https://imgflip.com/i/3zpvrl „This is not a meme“ (Ukrainischer Twitter-Account): https://jasoninstitute.com/the-weaponisation-of-memes/
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Pop after Communism
Welche Rolle spielte die Popkultur für die mit dem Ende des Staatssozialismus einsetzenden gesellschaftlichen Veränderungen ab 1989/90? Im November 2023 fand im Atelierhaus am Berliner Flutgraben die internationale Tagung „Pop after Communism. The Transformation of Popular Culture after 1989/90“ statt. Wir von der Podcast-Redaktion waren vor Ort mit dabei und haben die Initiatoren Jürgen Danyel und Florian Völker (beide ZZF) sowie drei Referent:innen nach dem Wandel der populären Kultur ab 1989/90 und deren Bedeutung als Motor der postkommunistischen Transformation gefragt. Zu den Personen: Christine Bartlitz ist Rezensionsredakteurin für Web-Angebote bei H-Soz-Kult. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZZF in Potsdam und leitet die Projekte Docupedia-Zeitgeschichte und Visual History. Janaina Ferreira dos Santos war Volontärin am ZZF und arbeitet nun als Referentin für internationale Kulturbeziehungen bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Dr. Jürgen Danyel ist Abteilungsleiter und stellvertretender Direktor des ZZF in Potsdam und beschäftigt sich seit langem mit Popgeschichte. Dr. Florian Völker ist assoziierter Wissenschaftler am ZZF und hat eine Dissertation über den „Kälte-Pop. Die Geschichte des erfolgreichsten deutschen Popmusik-Exports“ (Berlin/Boston 2023) geschrieben. Maximilian Kreter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden und arbeitet an einer Promotion über „Juvenile Rebellion oder rechtsextreme Propaganda? Die Ideologie des Rechtsextremismus im deutschsprachigen Rechtsrock von 1977 bis 2017“. Chang Liu ist Fellow an der Universität Heidelberg im Projekt „Epochal Life Worlds: Man, Nature and Technology in Narratives of Crisis and Change“ mit einem Forschungsvorhaben zum Thema „Documenting the Afterlives of American Musical Waste in China“. Dr. Alexandra S. Kolesnik hat am ZZF 2023 über „Public History in Russian New Social Media“ geforscht. Zum Weiterlesen: Tagung "Pop after Communism. The Transformation of Popular Culture after 1989/90", Berlin, 15.11.2023 bis 17.11.20223 https://zzf-potsdam.de/de/pop Jens Balzer: No Limit. Die Neunziger – das Jahrzehnt der Freiheit, Berlin 2023 Jürgen Danyel: (Hrsg. zus. mit Jennifer Schevardo/Stephan Kruhl): crossing 68/89. Grenzüberschreitungen und Schnittpunkte zwischen den Umbrüchen, Berlin 2008 Florian Völker (zus. mit Nikolai Okunew und Tom Koltermann): Lost in Transformation. Pop und Identität in unsicheren Zeiten, in: Zeitgeschichte-online, Januar 2023, https://zeitgeschichte-online.de/themen/lost-transformation-pop-und-identitaet-unsicheren-zeiten
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Vom Erfolg mit einem Sachbuch - Ein Gespräch mit Ewald Frie
Historiker:innen schreiben Bücher. Manche von uns schreiben gern, manche unter Qualen, manche viel und manche unkonventionell. Und wir lesen Bücher - mit Leidenschaft, immer zu wenig, wann immer der hektische Alltag uns Zeit lässt. Manche von uns schreiben Sachbücher, die sich nicht nur an Spezialist:innen richten. Und gelegentlich sind diese Sachbücher dann auch wirklich erfolgreich. Was bedeutet das, was ändert das für die Autor:innen, und ändert es überhaupt etwas? Darüber spricht Daniel Menning mit Ewald Frie, dessen "Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland" (München 2022) zu seiner eigenen Familiengeschichte offensichtlich einen Nerv getroffen und sich innerhalb weniger Monate sechsstellig verkauft hat. Zu den Personen: PD Dr. Daniel Menning gehört seit vielen Jahren der H-Soz-Kult Redaktion an, wo er vor allem die Geschichte des 19. Jahrhunderts mit betreut hat. An der Universität Tübingen forscht und lehrt er zur Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts. Prof. Dr. Ewald Frie ist seit 2008 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Tübingen. Dass er in Notteln geboren und aufgewachsen ist, wissen seit Ende 2022 fast alle in unserer Zunft. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Monografien und Sammelbänden hat er auch Sach- sowie Kinderbücher verfasst und war auch viele Jahre als Rezensionsredakteur bei H-Soz-Kult tätig. Zum Weiterlesen: Ewald Frie, Ein Hof und elf Geschwister, München 2022 (2023 mittlerweile in der 15. Auflage erschienen).
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Alte Bücher neu gelesen: Eric Hobsbawm - The Age of Extremes (Das Zeitalter der Extreme)
Alte Bücher neu gelesen: Wir alle kennen Bücher, die wir immer wieder in die Hand nehmen. Wenn wir aktuelle Forschungsfragen an den Text herantragen, liefern sie neue Antworten. Gemeinsam mit einem oder auch mehreren Gästen gehen wir diesen Anregungen nach. In der zehnten Folge des Hsozkult-Podcast widmen wir uns Eric Hobsbawms „The Age of Extremes (dt. Das Zeitalter der Extreme)“, erstmals erschienen 1994. Was bietet uns der Text aus der Sicht der heutigen, multipolaren Welt für unser Verständnis vom „kurzen 20. Jahrhundert“? Welche Impulse nehmen wir für unser wissenschaftliches Arbeiten mit? Und was haben Hobsbawm Werk und die heutige Umweltgeschichte gemeinsam? Über diese und andere Fragen sprechen wir mit der Zeithistorikerin Sonja Levsen. Zu den Personen: PD Dr. Eva Bischoff ist Redaktionsmitglied von HSozkult seit 2020 und arbeitet im Bereich Internationale Geschichte an der Universität Trier. Zuletzt erschien von ihr: An Elm Tree at the Yarra River? Batman’s Treaty as a Nexus of Settler-Colonial Space|Time, in: Comparativ 33:1 (2023), S. 89–108. https://doi.org/10.26014/j.comp.2023.01.06. Prof. Dr. Sonja Levsen ist seit April 2023 Professorin für Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte und Direktorin des Seminars für Zeitgeschichte an der Universität Tübingen. Zu ihren neuesten Veröffentlichungen zählt: Beyond Transnationalism. Mapping the Contours of Political Activism in Europe’s Long 1970s, ein Schwerpunktheft der European Review of History / Revue européenne d'histoire 29:3 (2022), das sie zusammen mit Kiran Patel herausgegeben hat. Zum Weiterlesen: Eric Hobsbawm, The Age of Extremes. The Short Twentieth Century, 1914-1991. London 1994. Eric Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhundert, übersetzt von Yvonne Badal, 11. Aufl, Berlin 2001. Gil Shohat, Rezension zu: Evans, Richard J.: Eric Hobsbawm. A Life in History. Boston 2019 , ISBN 978-1-4087-0741-8 [Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen] , In: H-Soz-Kult, 06.06.2019, www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-28201. Francis Fukuyama, The Age of Extremes: A History of the World, 1914-1991 by Eric Hobsbawm, in: Foreign Affairs, July 1, 1995, https://www.foreignaffairs.com/reviews/capsule-review/1995-07-01/age-extremes-history-world-1914-1991. Edward Said, Contra Mundum, London Review of Books 17:5 (9. März 1995), https://www.lrb.co.uk/the-paper/v17/n05/edward-said/contra-mundum.
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Die 'Neue Ostpolitik' - Neubewertung nach dem Angriff auf die Ukraine?
Die "Neue Ostpolitik" der sozialliberalen Regierungen unter Willy Brandt und Helmut Schmidt galt in Deutschland lange als wichtiger Beitrag für die Überwindung des Kalten Krieges und den Ausgleich mit Osteuropa. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wird zunehmend nach den negativen Folgen dieser Politik gefragt: Hat sie nach 1990 zur Fixierung der deutschen Außenpolitik auf Russland beigetragen und deren Blindheit gegenüber Putins imperialen Ambitionen befördert? Wie wurde und wird die Wirkung dieser Politik in Polen bewertet? Braucht es heute eine Neubewertung der "Neuen Ostpolitik"? Darüber sprechen wir mit dem Osteuropa-Historiker Florian Peters. Das Gespräch haben wir bereits im Juli 2023 geführt. Zu den Personen: Dr. Christoph Classen ist Rezensionsredakteur für Medien- und Zeitgeschichte bei H-Soz-Kult und arbeitet in der Abteilung "Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft" am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF). Zuletzt erschien von ihm: Echt inszeniert. Historische Authentizität und Medien in der Moderne, Potsdam 2022 (Hg., zus. mit Achim Saupe und Hans-Ulrich Wagner). Dr. Florian Peters ist Rezensionsredakteur für Ostmitteleuropäische Geschichte bei H-Soz-Kult und arbeitet im Sonderforschungsbereich 294 "Strukturwandel des Eigentums" an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sein neuestes Buch "Von Solidarność zur Schocktherapie. Wie der Kapitalismus nach Polen kam" ist im Frühjahr 2023 bei Ch. Links erschienen. Zum Weiterlesen: Thomas Urban: Verstellter Blick. Die deutsche Ostpolitik, Berlin 2022 (Streitschrift, die ostmitteleuropäische Kritik an der deutschen Ostpolitik pointiert aufgreift). Seieh auch die Diskussion hierzu im "Historischen Quartett" am 10.10.2022 https://www.youtube.com/watch?v=t0zzNsBp9_E Kristina Spohr: Wendezeit. Die Neuordnung der Welt nach 1989, München 2019. Mary Elise Sarotte: Not One Inch. America, Russia, and the Making of Post-Cold War Stalemate, New Haven 2021, rezensiert für H-Soz-Kult von Andreas Hilger am 17.5.2022: https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-116320; deutsche Ausgabe: Nicht einen Schritt weiter nach Osten. Amerika, Russland und die wahre Geschichte der NATO-Osterweiterung, München 2023. Fritz Bartel: The Triumph of Broken Promises. The End of the Cold War and the Rise of Neoliberalism, Cambridge, Mass. 2022. Bernd Rother: Zwischen Solidarität und Friedenssicherung. Willy Brandt und Polen in den 1980er Jahren, in: Friedhelm Boll / Krzysztof Ruchniewicz (Hg.): Nie mehr eine Politik über Polen hinweg. Willy Brandt und Polen, Bonn 2010, S. 220-263, rezensiert für H-Soz-Kult von Florian Peters am 18.7.2011: http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-16131. Alexei Yurchak: Everything was forever, until it was no more. The Last Soviet Generation, Princeton 2005, rezensiert für H-Soz-Kult von Christian Noack am 30.5.2007: http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-9212. Gerd Koenen: Der Rußland-Komplex. Die Deutschen und der Osten 1900-1945, München 2005, rezensiert für H-Soz-Kult von Jan Claas Behrends am 18.7.2006: http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-8079; aktualisierte Neuauflage München 2023.
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Machtmissbrauch in der Wissenschaft & metoohistory
Hinweis: Diese Folge enthält u.a. Inhalte, die einige Personen möglicherweise als verstörend oder belastend empfingen können (z.B. explizite Thematisierung sexueller Übergriffe oder anderer Gewaltformen). Machtmissbrauch in der Wissenschaft wird derzeit intensiv diskutiert. Auf dem 54. Deutschen Historikertag 2023 in Leipzig hat dazu ein Panel stattgefunden, das die neu gegründete #metoohistory Initiative organisiert hat. Mit einigen der Initiatorinnen von #metoohistory und mit Teilnehmern des Podiums haben wir für diese Podcast-Folge gesprochen. Wie lässt sich das Problem überhaupt fassen? Wo beginnt Machtmissbrauch und was begünstigt missbräuchliches Verhalten? Welche Pflichten und Möglichkeiten zur Prävention und Sanktionierung haben Arbeitgeber? Diese Fragen besprechen wir mit den Initiatorinnen und erörtern sie aus psychologischer und aus juristischer Perspektive. Zu den Personen: Für die #metoohistory Initiative sprechen wir mit: Dr. Franziska Davies, Akademische Rätin auf Zeit am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München Prof. Dr. Julia Herzberg, Professur für Geschichte Ostmitteleuropas/Russlands in der Vormoderne, Ludwig-Maximilians-Universität München; Dr. Marie Huber, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Marburg. Kathrin Meißner, Doktorandin am Center for Metropolitan Studies an der Technischen Universität Berlin Prof. Dr. Daniel Leising ist Professor für Psychologie an der Technischen Universität Dresden. Er erforscht u.a. Fragen von Ethik und Machtmissbrauch in Organisationen und beschäftigt sich aus psychologischer Sicht sowie als Vertreter des Netzwerks gegen Machtmissbrauch in der Wissenschaft mit dem Thema. Außerdem haben wir Simon Pschorr interviewt, der als Staatsanwalt und Abgeordneter Praktiker im Strafrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Konstanz juristische Perspektiven erläutert. Weiteres Material: #metoohistory Initiative auf X (ehemals twitter): https://twitter.com/metoohistory
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DDR und Ostdeutschland - Ein aktueller Diskurs
Die DDR ist Geschichte, aber die Debatte um das Leben in der DDR und das Leben der Ostdeutschen nach 1989 nimmt wieder Fahrt auf. In dieser Ausgabe sprechen wir mit unseren Kolleg:innen Marcus Böick, Jens Gieseke und Annette Schuhmann über die Frage, was die Debatte ausmacht und wie sie sich in eine längere Kontinuität ähnlicher Debatten seit 1989 einordnet. Anlass waren zwei Publikationen, die als ostdeutsche Identitätspolitik gelesen werden können: Dirk Oschmanns "Der Osten, eine westdeutsche Erfindung" und Katja Hoyers "Diesseits der Mauer". Zu den Personen: Dr. Marcus Böick lehrt und forscht an der Ruhr-Universität Bochum; gesprochen haben wir mit ihm während seines Forschungsaufenthalts an der Harvard University. Über die Transformationsgeschichte der 1990er-Jahre schrieb er: Die Erforschung der Transformation Ostdeutschlands seit 1989/90. Ansätze Voraussetzungen, Wandel, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 18.10.2022, https://www.docupedia.de/zg/Boeick_transformation_v1_de_2022 (31.08.2023). Dr. Jens Gieseke ist Leiter der Abteilung I "Kommunismus und Gesellschaft" am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (gemeinsam mit Dr. Juliane Fürst) und forscht seit Langem zur DDR-Geschichte. Auf H-Soz-Kult erschien jüngst sein Rezensionsessay über Katja Hoyers Diesseits der Mauer. Eine neue Geschichte der DDR 1949–1990, in: H-Soz-Kult, 30.08.2023, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-135972 (31.08.2023). Dr. Annette Schuhmann leitet am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam das Projekt zeitgeschichte-online. Hier werden Themen der zeitgeschichtlichen Forschung diskutiert und vermittelt, einschließlich der DDR-Geschichte. zeitgeschichte-online: http://www.zeitgeschichte-online.de (31.08.2023) Weiterführende Literatur: Kerstin Brückweh / Clemens Villinger / Kathrin Zöller (Hrsg.): Die Lange Geschichte der "Wende". Geschichtswissenschaft im Dialog, Berlin 2020. Gunilla Budde: So fern, so nah. Die beiden deutschen Gesellschaften (1949–1989), Stuttgart 2023. Jens Gieseke: After the Battles. The History of East German Society and Its Sources, in: German History, 36 (2018) 4, S. 598–620. Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014. Katja Hoyer: Diesseits der Mauer. Eine neue Geschichte der DDR 1949–1990, Hamburg 2023. Matthias Jügler: Die Verlassenen, München 2021. Raj Kollmorgen: Ostdeutsche Identität(en)? Bundeszentrale f. politische Bildung, 22.3.2022. https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/506139/ostdeutsche-identitaet-en/ (31.08.2023) Dirk Oschmann: Der Osten: eine westdeutsche Erfindung, Berlin 2023. Anne Rabe: Die Möglichkeit von Glück, Stuttgart 2023. Felix Stephan: Die frühen Jahre, Berlin 2023. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Band 5: Bundesrepublik und DDR 1949–1990, München 2008. Petra Weber: Getrennt und doch vereint. Deutsch-deutsche Geschichte 1945–1989/90, Berlin 2020.
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Wieviel Gegenwart verträgt die Geschichtsforschung?
Inwiefern hilft uns Geschichte beim Verständnis der Gegenwart? Und wie viel Gegenwartsbetrachtung steckt eigentlich in historischer Forschung? Diese Fragen tauchten schon in den vergangenen Folgen unseres Redaktionspodcasts immer wieder auf. Grund genug, dem Verhältnis von Geschichte und Gegenwart tiefer auf den Grund zu gehen – diesmal in Form einer Gastfolge, die die drei Historiker:innen Laetitia Lenel, Kevin Lenk und Helge Jonas Pösche für uns zusammengestellt haben. Zu dritt geben sie zunächst einen Einblick in jüngere Debatten innerhalb der Geschichtswissenschaft. Anschließend folgt ein Interview mit dem Historiker Janosch Steuwer über den Gegenwartsbezug in der Geschichtsforschung. Zu den Personen: Dr. Laetitia Lenel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und Koordinatorin des DFG-Schwerpunktprogramms „Erfahrung und Erwartung. Historische Grundlagen ökonomischen Handelns“. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit der transatlantischen Wissensgeschichte der Konjunkturprognostik zwischen 1920 und 1960. Ihr aktuelles Projekt behandelt europäische und amerikanische Waffenexporte nach Argentinien und Chile zwischen 1860 und 1930. Kevin Lenk ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Münster. Seine Promotion behandelte die politische Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus und die Auswirkungen und deren Auswirkungen auf die politische Kultur der Bundesrepublik. Sein Habilitationsprojekt befasst sich mit Küstensicherung als transimperialem Projekt im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Helge Jonas Pösche ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seiner Promotion hat er sich mit der Bedeutung des Klagens auf Sozialleistungen vor Sozial- und Verwaltungsgerichten für die historische Entwicklung des Wohlfahrtsstaats in Deutschland im 20. Jahrhundert beschäftigt. Aktuell arbeitet er in einem Forschungsprojekt zur Geschichte von Kinderkuren und Kindererholungsmaßnahmen. Dr. Janosch Steuwer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Mitherausgeber des Online-Magazins Geschichte der Gegenwart (https://geschichtedergegenwart.ch/). In seiner Dissertation untersuchte er die Praxis des Tagebuchschreibens im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1939. Sein aktuelles Projekt widmet sich der Geschichte der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der extremen Rechten seit den 1960er-Jahren. Weiterführende Literatur: Hunt, Lynn, Against Presentism, Perspectives on History. The Newsmagazine of the American Historical Association, 1.5.2002, abrufbar unter: https://www.historians.org/research-and-publications/perspectives-on-history/may-2002/against-presentism (28.07.2023). Landwehr, Achim, Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit. Essay zur Geschichtstheorie, Frankfurt am Main 2016. Sweet, James, Is History History? Identity Politics and Teleologies Of the Present, Perspectives on History, in: The Newsmagazine of the American Historical Association, 17.08.2022, abrufbar unter: https://www.historians.org/research-and-publications/perspectives-on-history/september-2022/is-history-history-identity-politics-and-teleologies-of-the-present (28.07.2023).
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Racial Capitalism: Konzeptionelle und historische Perspektiven
Die Geschichte des Kapitalismus stößt seit einigen Jahren wieder auf großes Interesse. Welche Rolle spielt die Ausbeutung sozioökonomisch marginalisierter Gruppen für die Entwicklung kapitalistischer Strukturen? Was hat das mit Sklaverei und - auch lange nach ihrer Abschaffung - mit Rassismus zu tun? Das Konzept des "Racial Capitalism" ist ein Versuch, die Geschichte von Kapitalismus auch als eine Geschichte von rassistisch strukturierter Ungleichheit zu verstehen - nicht nur, aber vor allem in den USA. Mit Felix Krämer und Jan Logemann sprechen wir über "Racial Capitalism" und die Frage, was Historiker:innen mit dem Konzept erreichen können. Zu den Gästen: Dr. Felix Krämer ist wiss. Mitarbeiter an der Universität Erfurt. Im Sonderforschungsbereich Transregio 294 "Strukturwandel des Eigentums" leitet er das Teilprojekt zu "Eigentum am eigenen und am anderen Körper in den USA vom 18. bis zum 20. Jahrhundert". Er erforscht derzeit die Geschichte von Schulden in den USA. Bei H-Soz-Kult ist er Teil der Fachredaktion für die Geschichte Nordamerikas. PD Dr. Jan Logemann ist wiss. Mitarbeiter am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Sommersemester 2023 vertritt er die Professur für amerikanische Geschichte am Obama Institute for Transnational American Studies der Universität Mainz. Er hat unter anderem zur Geschichte von Konsum und zur Rolle von Einwanderern in der US-Geschichte gearbeitet. Weiterführende Informationen: In Jan Logemanns Sammelrezension zu "Racial Capitalism" werden einige der erwähnten Publikationen besprochen: https://www.hsozkult.de/review/id/reb-98486 Das Programm der 69. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA) „America and Ownership: Territory, Slavery, Jubilee" (1.-3. Juni 2023) finden Sie hier: https://www.iaa.uni-rostock.de/dgfa-conference/dgfa-conference/ Die erwähnte Monografie von Cedric Robinson, Black Marxism: The Making of the Black Radical Tradition, Chapel Hill 1983, ist aus zahlreichen Universitätsnetzen u.a. über JSTOR zugänglich. https://www.jstor.org/stable/10.5149/9781469663746_robinson Jodi Melamed, Racial Capitalism, in: Critical Ethnic Studies 1,1 (Spring 2015), S. 76-85 https://doi.org/10.5749/jcritethnstud.1.1.0076 Jodi A. Byrd / Alyosha Goldstein / Jodi Melamed / Chandan Reddy, Predatory Value: Economies of Dispossession and Disturbed Relationalities, in: Social Text 36,2 (135) (2018), S. 1-18 https://read.dukeupress.edu/social-text/article-abstract/36/2%20(135)/1/135002/Predatory-ValueEconomies-of-Dispossession-and?redirectedFrom=fulltext Matthew Desmond, Poverty by America, New York 2023 Ellora Derenoncourt (mit Chi Hyun Kim, Moritz Kuhn, Moritz Schularick), Wealth of two nations: The U.S. racial wealth gap, 1860-2020, working paper, in: Quarterly Journal of Economics (May 2022) Zur Praxis des "Redlining" das Quellenmaterial "Mapping Inequlity": https://dsl.richmond.edu/panorama/redlining/#loc=5/39.1/-94.58
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Ethische Fragen im Umgang mit digitalen Quellen
Textkorpora, Fotodatenbanken, Zeitungsportale: Die Digitalisierung von historischem Quellenmaterial schreitet zügig voran. Dabei wird auch zunehmend Quellenmaterial mit sensiblen Inhalten öffentlich digital verfügbar gemacht. Für die Bibliotheken kann dies zu einer Herausforderung werden: Wie geht man mit sensiblen Inhalten um und wie werden diese Quellen kontextualisiert? Ebenso stehen Historiker:innen vor ethischen Herausforderungen im Umgang mit diesen Quellen. Thomas Werneke spricht mit Lisa Landes von der Deutschen Nationalbibliothek über das Deutsche Zeitungsportal. Im Deutschen Zeitungsportal sind umfassende Bestände von im Nationalsozialismus erschienen Tageszeitungen verfügbar. Wir klären u. a. die Frage, wie die Kolleg:innen der Deutschen Nationalbibliothek mit der Verfügbarkeit dieser NS-Zeitungen umgegangen sind. Zudem diskutieren wir mit Annette Vowinckel vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam über die Ethik im Umgang mit Kolonial-Fotographien und nationalsozialistischen Fotographien. Dabei geht es auch um hermeneutische Verfahren, wie das Hinterfragen der den Fotografien zugrunde liegenden Bildregimes. Zu den Gästen: Lisa Landes ist Mitarbeiterin an der Deutschen Nationalbibliothek im Bereich Deutsche Digitale Bibliothek. Dort leitet sie das Projekt „Deutsches Zeitungsportal“, dessen Webseite 2021 veröffentlicht wurde. Prof. Dr. Annette Vowinckel ist Leiterin der Abteilung III am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Sie arbeitet im Feld der Visual History, wo sie u. a. eine Geschichte des fotografischen Handelns geschrieben hat (https://www.hsozkult.de/review/id/reb-24498). Derzeit arbeitet erforscht sie die DDR-Bildagentur „Zentralbild“ und das DDR-Bilderregime. Moderation: Dr. Thomas Werneke Weiterführende Informationen: Das Deutsche Zeitungsportal finden Sie unter der folgenden Adresse: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper Die virtuelle Ausstellung des Deutschen Zeitungsportals zur NS-Presse ist hier verfügbar: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/ns-presse/ Das DDR-Presseportal: https://zzf-potsdam.de/de/zeitgeschichte-digital/online-portal-zur-ddr-presse Annette Vowinckel als Beiträgerin auf H-Soz-Kult: https://www.hsozkult.de/person/beitraeger-29608
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Prekäre Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft
Kettenverträge, Übergangslösungen, Beschäftigungsgrenzen – In der neuen Ausgabe des Podcast diskutieren wir über das aktuelle Thema prekärer Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft. Gemeinsam mit Nina Verheyen (FU Berlin) sprechen wir über die Situation in den Geschichtswissenschaften. Dabei stellen wir die Initiativen vor, die aus dem Historikerverband heraus gestartet wurden bzw. die noch geplant sind. Nina Verheyen vertritt zusammen Sebastian Kubon und Kathrin Meisner die Belange des sogenannten „Mittelbaus“ im Ausschuss des Historikerverbands (VHD). Im zweiten Teil blicken wir zusammen mit Joëlle Weis (Universität Trier) und Tobias Winnerling (Universität Düsseldorf) auf die historische Genese ökonomisch prekärer Arbeitsverhältnisse an den Universitäten seit dem Mittelalter. Warum noch heute eine wissenschaftliche Karriere ein ökonomisches Risiko ist, erklärt sich einfacher, blickt man auf die longue durée wissenschaftlichen Arbeitens. Zu den Gästen: PD Dr. Nina Verheyen ist Mitglied im VHD-Ausschuss. Derzeit ist sie Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin im Arbeitsbereich Globalgeschichte. Verheyen hat 2018 eine Studie zum Leistungsparadigma unter dem Titel „Die Erfindung der Leistung“ veröffentlicht. Dr. Joëlle Weis ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier. Am Trier Center for Digital Humanities leitet sie den Forschungsbereich Digitale Literatur- und Kulturwissenschaften. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der digitalen Sammlungs- und Buchforschung sowie frühneuzeitlicher Wissenskulturen. PD Dr. Tobias Winnerling hat sich zum „Vergessen-Werden im akademischen Metier“ der Neuzeit habilitiert und wurde zu einem Thema der internationalen Wissensgeschichte in der Frühen Neuzeit promoviert. Am Institut für Geschichtswissenschaften der Heinrich Heine Universität Düsseldorf ist er Studiengangskoordinator. Zudem gehört er der H-Soz-Kult Fachredaktion für die Geschichte der Frühen Neuzeit an. Moderation: Claudia Prinz / Dr. Thomas Werneke Weiterführende Informationen: Zum Vernetzungstreffen der Promovierten und Habilitierten finden Sie hier mehr: https://www.historikertag.de/Leipzig2023/programm/veranstaltungen/vernetzungstreffen-der-promovierten-und-der-habilitierten/ Die Anmeldung für den Verteiler erfolgt unter folgender E-Mail Adresse: [email protected]. Veranstaltungshinweise: 01.06.2023, 18 Uhr, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW): Podiumsdiskussion zum Thema Systemwandel (fach)gerecht? Karrierewege und Arbeitsbedingungen in der Geschichtswissenschaft. Es diskutieren: Enrico Schleiff (Präsident der Goethe Universität Frankfurt), Christina v. Hodenberg (Direktorin DHI London), Peter Burschel (Uni Göttingen, Leiter der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel), Dorothea Weltecke (HU Berlin, stellvertr. Vorsitzende VHD), Marie Huber (HU Berlin), Kathrin Meißner (Leibniz-Institut für raumbezogene Sozialplanung), Moderation: Thomas Thiel (Redakteur FAZ) – die Veranstaltung wird live gestreamt. 21.09.2023, 16-18.30 Uhr, Leipziger Historikertag: Podiumsdiskussion zum Thema Promotion. Habilitation, 2.Buch? Qualifizierungsziele in der Geschichtswissenschaft stattfinden. Es diskutieren: Harriet Rudolph (Uni Regensburg, Vorstand VHD), Torsten Hiltmann (HU Berlin), Sebastian Kubon (München), Franziska Neumann (TU Braunschweig), Moderation: Lutz Raphael (1. Vorsitzender VHD).
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Geschichte schreiben in Echtzeit? Geschichte während der Corona-Pandemie
Die Gegenwart bestimmt, wie wir Vergangenheit wahrnehmen und verstehen. Man könnte sogar sagen, dass die Gegenwart Vergangenheiten formt. Andererseits wird Vergangenheit immer wieder herangezogen, um die Ereignisse in der Gegenwart besser zu verstehen. Das wurde uns zuletzt während der Corona-Pandemie vor Augen geführt. Hier suchten Menschen nach Orientierung, indem sie darauf blickten, wie ähnliche Krisen in der Vergangenheit bewältigt wurden. In der aktuellen Folge spricht unsere Redakteurin Christine Bartlitz (Leibniz Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) mit Malte Thießen (LWL-Institut Münster) über den Einfluss, den die Gegenwart auf die Vergangenheit ausübt und umgekehrt. Sie diskutieren dabei die Rolle der Historiker:innen als sog. "Erklärer" gegenwärtiger Krisen in Echtzeit. Zum Gast: Malte Thießen ist Leiter des LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster und Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Oldenburg. Er publizierte u. a. eine Studie zur Impfgeschichte in Deutschland (Immunisierte Gesellschaft, Göttingen 2017). Viel Aufmerksamkeit erlangte er jüngst mit seiner Geschichte in Echtzeit zur Coronapandemie "Auf Abstand. Eine Gesellschaftsgeschichte der Coronapandemie" (Frankfurt am Main 2021), einem Buch, das sich bewusst an ein Laienpublikum richtete. Malte Thießen trat in dieser Zeit auch als Experte für historische Pandemien in der Öffentlichkeit auf. Moderation: Christine Bartlitz / Thomas Meyer / Thomas Werneke Mehr Informationen: Eine Rezension zum Buch "Auf Abstand" auf H-Soz-Kult finden Sie hier: https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-97536 Zeithistorische Forschungen Themenheft Gesundheitsökonomien, Hrsg. v. Hartmut Berghoff und Malte Thießen, https://zeithistorische-forschungen.de/2-2020 Unterstützt durch GEMAfreie Musik von https://audiohub.de
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Fluchtpunkt Gegenwart. Osteuropageschichte seit dem russischen Angriffskrieg
Der Beginn des Angriffes Russlands auf die Ukraine jährte sich zum ersten Mal. Als am 24. Februar 2022 russische Truppen unter offizieller Fahne in das Nachbarland einfielen, veränderte dies das Leben der Menschen in der Ukraine für immer. Der Krieg hatte bereits seit 2014 Tod und Leid über Teile der ukrainischen Bevölkerung gebracht. Die Auswirkungen des eskalierten Angriffskrieges Russlands seit 2022 sind nun auch in ganz Europa und auf der Welt deutlich zu spüren. In unserer ersten Folge diskutiert Christoph Classen (ZZF Potsdam) mit Helena Holzberger und Martin Wagner über die weißen Flecken der osteuropäischen Geschichte, über die Rolle von Historiker:innen als Expert:innen in der Öffentlichkeit und darüber, wie der russische Angriff auf die Ukraine die Arbeit der beiden in der Fachredaktion von H-Soz-Kult und ihr Forschen verändert hat. Wagner und Holzberger haben 2022 gemeinsam mit unserem ehemaligen Redakteur Robert Kindler (Freie Universität Berlin) für H-Soz-Kult ein Dossier zum Thema "Besprochene Geschichte. Die Ukraine, Russland und die Sowjetunion in Buchrezensionen" zusammengestellt. Zu den Gästen: Helena Holzberger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig Maximilians Universität München. Sie hat zur Geschichte des Orientalismus in der sowjetischen Gesellschaft promoviert und arbeitet zur Fotografiegeschichte und zu Mensch-Tier-Beziehungen. Sie ist seit 2020 Redaktionsmitglied bei H-Soz-Kult. Martin Wagner ist seit kurzem wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin. Er arbeitet derzeit an einer Vergleichsstudie zur Transformation totalitärer Regime mit dem Titel Kollektiv durch die Krise. Wagner ist seit 2020 Redaktionsmitglied bei H-Soz-Kult. Moderation: Christoph Classen / Claudia Prinz / Thomas Werneke Weitere Informationen: Das Dossier: Helena Holzberger, Robert Kindler, Martin Wagner, Besprochene Geschichte. Die Ukraine, Russland und die Sowjetunion in Buchrezensionen – ein Dossier von H-Soz-Kult, in: H-Soz-Kult, 29.07.2022, https://www.hsozkult.de/text/id/texte-5485 Unterstützt durch GEMAfreie Musik von https://audiohub.de
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ABOUT THIS SHOW
"Vergangenheitsformen" ist der Redaktionspodcast von H-Soz-Kult. Claudia Prinz und Thomas Werneke führen durch die einzelnen Folgen. Das Podcast-Redaktionsteam spricht mit wechselnden Gästen über aktuelle Entwicklungen in den Geschichtswissenschaften und anderen fachnahen Disziplinen. Wir diskutieren die Veränderungen des Fachs, das wissenschaftliche Arbeiten und aktuelle Themen der Geschichtswissenschaft. Die Folgen erscheinen in Staffeln.Mehr Informationen zu H-Soz-Kult finden Sie unter https://www.hsozkult.de/aboutDie Podcast-Redaktion: Christine Bartlitz (ZZF Potsdam), Eva Bischoff (Universität Trier), Christoph Classen (ZZF Potsdam), Thomas Meyer (Humboldt-Universität zu Berlin), Claudia Prinz (Humboldt-Universität zu Berlin), Miriam Rürup (MMZ Potsdam), Janaina Ferreira dos Santos (ZZF Potsdam), Thomas Werneke (Humboldt-Universität zu Berlin).Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Sie erreichen uns über: [email protected]
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Redaktion Hsozkult
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