PODCAST · society
Kultur denken
by Julia Grillmayr, Hanna Ronzheimer, Signation: Sebastian Klingovsky Produktion: Martin Gasteiner…
KULTUR DENKEN: Der Podcast des ifk. Die Befragung von Kultur, von Raymond Williams als »ganze Lebensweise« definiert, verzahnt Kulturwissenschaft mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen. Das wissenschaftliche Arbeiten – theoretisch, empirisch, historisch, kunstbezogen – wird damit zu einer Praxis mit akademischen und außerakademischen Schauplätzen. Der Podcast nimmt beide Wirkungssphären ernst, indem er sowohl ihre Arbeitsweisen als auch die Rolle von Kulturwissenschaft in der Öffentlichkeit thematisiert. »Kultur denken«, der Podcast des ifk, entsteht in Zusammenarbeit mit Radiomacher*innen und Wissenschaftskommunikator*innen. Angelehnt an die Themen der ifk-Tagungen, präsentiert jede Staffel mehrere Episoden zu einer Fragestellung. Die erste Season von Julia Grillmayr und Hanna Ronzheimer, beleuchtet in 25-minütigen Features kulturwissenschaftliche Themen, Ideen und Diskussionen. Die Sendungen zielen darauf ab, kulturelles Wissen für Interessierte zu erschließen und so
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»Kultur denken. Season 7 Episode 1: There’s a Rumor Going Round… Gespräch mit Andreas Gehrlach
Gerüchte sind überall, sie begleiten uns jeden Tag und sind aber gleichzeitig wirksame Waffen in der ganz großen Politik. Die 7. Staffel von »Kultur denken« wurde von Jan Groos im Rahmen der Tagung »There’s a Rumor Going Round …« am ifk produziert, wo der Frage nachgegangen wurde, wie Gerüchte unser Leben steuern, wie sie wirken und vielleicht auch, was ihnen entgegengesetzt werden kann. Gerüchte sind Mittel von schwachen Gruppen, die sich dadurch selbst definieren und gegen stärkere durchsetzen können, und sie sind ebenso gefährlich für diese Gruppen, wenn sie von Institutionen oder von ›bullies‹ über sie in die Welt gesetzt wurden. Das Phänomen Gerücht erstreckt sich zwischen Klatsch, Fehlinformation und Verschwörungstheorien. Gerüchte sind unklare Phänomene, die sich als solche besonders gut für eine kulturwissenschaftliche Untersuchung eignen. Sie überlappen mit Fake News, Klatsch und Verschwörungstheorien und sind aber immer eine Art der Kommunikation, die uns im Alltag sehr begleitet und die Sozialität herstellt. Gleichzeitig sind Gerüchte aber immer wirksame und fast eigenständig agierende Mittel, um Institutionen und Menschen angreifen zu können und Autoritäten in Frage zu stellen.
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»Kultur denken. Season 7 Episode 2: There’s a Rumor Going Round… Gespräch mit Sylvia Sasse
Die Stasi ist bekannt als Organisation, die die Bevölkerung der DDR im allergrößten Maßstab ausspionierte und überwachte. Aber die anderen Methoden der Stasi, mit denen sie nicht nur Informationen sammelte, sondern gezielt Gerüchte über missliebige Personen und Organisationen streute, ist weniger bekannt. Darin war diese Überwachungsorganisation erstaunlich kreativ, zerstörerisch und in manchen Momenten geradezu poetisch unterwegs. Aber nicht nur realsozialistische Geheimdienste bedienten sich des Gerüchts, denn ›fake news‹ und Desinformation sind für alle autoritären Bewegungen wichtig.
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»Kultur denken. Season 7 Episode 3: There’s a Rumor Going Round… Gespräch mit Marc Siegel
In den 1980er und 1990er Jahren, als die queere Bewegung in den USA massiv unter Druck geriet, wurden Klatsch, Spekulation und Gerüchte zu einer Kommunikationsform, die nicht nur zum Informationsaustausch diente, sondern die diese Subkultur überhaupt erst als »Klatschgemeinschaft« hervorbrachte. Insbesondere Bilder und Filme spielten eine große Rolle, um durch eine Art gossip Wiedererkennbarkeit und Zusammengehörigkeit herstellen zu können. Damit ist gossip etwas anderes als Gerüchte oder Verschwörungstheorien, sondern eine Art und Weise, um Intimität herstellen zu können.
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»Kultur denken. Season 7 Episode 4: There’s a Rumor Going Round… Gespräch mit Brigitte Weingart
»They’re eating the dogs, they’re eating the cats« Donald Trumps Behauptung über Immigrant*innen in den USA wurde zu einem der wichtigsten Memes des Jahres 2024. Damit setzte er ein Gerücht in die Welt, das sich als meme schnell verbreitete und extrem viele Variationen erhielt. Gerüchte und Klatsch sind auf eine Weise viral, und im digitalen Bereich haben sie ein ganz eigenes, neues und extrem fruchtbares Biotop gefunden. Dort werden sie als Texte, Bilder und Videos von verschiedenen politischen Seiten, aber insbesondere von der modernen Rechten verwendet.
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»Kultur denken. Season 6 Episode 1: All the Rage. Gespräch mit Julia Boog-Kaminski
Die sechste Staffel von »Kultur denken« – produziert von Hanna Ronzheimer – behandelt das Thema weibliche Wut. Anlass war eine Tagung im April 2025 am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften ifk in Wien mit dem Titel »All the Rage. The Challenges of Female Anger«. Die Tagung griff damit ein auch in den Medien sehr präsentes Thema auf. Heutzutage scheinen mehr Frauen denn je ihre Wut und ihren Unmut in der Öffentlichkeit kundzutun. Zahlreiche Beispiele aus Politik, Theorie, Kunst und Literatur sprechen für die Verbreitung weiblicher Wut, von Femens »Naked War« bis hin zu zahllosen neuen literarischen und wissenschaftlichen Titeln. In Folge 1 geht es um die Frage: Ist die weibliche Wut immer nur gut? Ist Wut immer der Beginn einer Solidaritätsbewegung, eines revolutionären weiblichen Wandels, wie es Inna Shevchenko, die prominente Aktivistin der ukrainischen feministischen Gruppe Femen formulierte? Oder gibt es auch eine gefährliche Wut? Die Transgression in (ungerechtfertigte) Gewaltakte? Die Literaturwissenschaftlerin Julia Boog-Kaminski, stellvertretende Direktorin am ifk, spricht über die Tradition wütend mordender Frauen in der Literatur und die Pädagogin Esther Lehnert von der Alice Salomon Hochschule in Berlin über die zunehmende Darstellung weiblicher Wut in der rechtsextremen Szene.
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»Kultur denken. Season 6 Episode 2: All the Rage. Gespräch mit Ute Frevert
In dieser Folge geht es mit der Historikerin Ute Frevert um die Geschichte weiblicher Wut. Sie war bis 2024 Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und leitete dort den Bereich »Geschichte der Gefühle«. Sowohl Zorn als auch Ehre bedeuteten für Männer und Frauen früher Verschiedenes. Diese Differenzen wurden vor allem im 19. Jahrhundert scharf akzentuiert und schlugen sich in unterschiedlichen Zornpraktiken nieder. Während Männer auf Ehrverletzungen mit Zorn antworten durften, versanken Frauen in passiver Scham, einem Gefühl, das Wut und Zorn unmöglich machte. Der Feminismus der 1970er-Jahre sagte dieser Scham den Kampf an und forderte den Zorn heraus. Ein halbes Jahrhundert später wiederholte das die Me-Too-Bewegung – mit welchen Erfolgen?
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»Kultur denken. Season 6 Episode 3: All the Rage. Gespräch mit Iris Därmann
Wut und Rache mit der Kulturwissenschaftlerin Iris Därmann. Am 7. Oktober 1944 ging von der Widerstandsgruppe des letzten »Sonderkommandos« von Auschwitz die einzige Revolte in der Geschichte des Vernichtungslagers aus. Iris Därmann, Professorin für Kulturtheorie und Kulturwissenschaftliche Ästhetik am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, erzählt über die zentrale Mitwirkung weiblicher Häftlinge an dieser Revolte. Ein konspiratives Netzwerk von etwa dreißig Frauen schmuggelte Schwarzpulver von ihrem Arbeitsplatz an das »Sonderkommando« in Auschwitz. Ein Ereignis, in dem weibliche Wut in Mut umschlägt und gewaltsame ebenso wie antisadistische, musikalische, prophetische und performative Widerstandsformen findet.
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»Kultur denken. Season 6 Episode 4: All the Rage. Gespräch mit Marina Rauchenbacher
Die Kulturwissenschaftlerin Marina Rauchenbacher beschäftigt sich mit Feminismus und Transgender in Comics. Zentral für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema sind die sogenannten ›Underground Comics‹, die in den 1970er Jahren in den USA aufkamen. Wut, beziehungsweise wütende Frauen, sind ein wichtiges Stilmittel. Das Cover der ersten und bahnbrechenden, ausschließlich von Frauen geschaffenen Sammlung »It Ain’t Me, Babe«, die 1970 von Trina Robbins veröffentlicht wurde, zeigt sechs bereits etablierte Comicfiguren, darunter Olive Oyl und Wonder Woman, die wütend ihre Fäuste erheben. Die Entwicklungen dieses Genres zeugen seitdem von der facettenreichen Auseinandersetzung von Comiczeichnerinnen mit Wut – sie reicht von autobiografischen Ansätzen bis hin zu gesellschaftspolitischen und kulturhistorischen Analysen.
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»Kultur denken. Season 6 Episode 5: All the Rage. Gespräch mit Fatma Aydemir
In dieser Folge geht es um den Roman »Ellbogen« der Autorin und Journalistin Fatma Aydemir. 2017 bei Hanser erschienen, erhielt Aydemir für ihr Debüt den Klaus-Michael-Kühne-Preis und den Franz-Hessel-Preis, 2024 wurde der Roman verfilmt. Aydemir liest einen Ausschnitt aus »Ellbogen« vor, gibt Einblick in ihre eigene Biographie und die Entstehungsgeschichte ihres Werkes. Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Hazal, die in Berlin-Wedding aufwächst, von der Mehrheitsgesellschaft marginalisiert wird und nach einem gewalttätigen Vorfall nach Istanbul flieht. Es ist eine wütende Coming-of-Age-Geschichte über das Recht auf Gefühle, Zugehörigkeit und Abgrenzung.
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»Kultur denken. Season 5 Episode 1: Canetti egalitär. Einleitung
Die fünfte Staffel von Kultur Denken widmet sich dem Denken Elias Canettis – zugespitzt, neu gelesen, und mitten in die Gegenwart gestellt. Unter dem Titel »Canetti egalitär« geht es um nichts weniger als um die Frage: Was sagt Masse und Macht heute – in Zeiten sozialer Bewegungen, autoritärer Rhetoriken und neuer Kollektiverfahrungen? Ausgangspunkt der Staffel ist eine internationale Tagung am ifk, die Canetti nicht als Denkmal, sondern als Störung verstanden hat: als eine Figur, die Konventionen durchkreuzt, disziplinäre Grenzen sprengt und Vorstellungen von Macht und Gleichheit radikal neu denkt. In der Einleitung die entfaltet sich im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Andreas Gehrlach ein Bild Canettis als intellektueller Unruheherd – kein sicherer Referenzpunkt, sondern ein Denker zwischen politischer Unschärfe, verstörender Introspektion und einer Idee von Gleichheit, die bis heute irritiert. In sieben Episoden spricht Martin Gasteiner mit internationalen Expertinnen und Experten über zentrale Facetten von Canettis Werk: über »Göttermacherei«, anarchistische Denkfiguren, ethnologische Blicke auf Gleichheit und die Wirkung seines Denkens auf gegenwärtige Gesellschaftsentwürfe. Eine Gesprächsreihe, die zeigt: Canetti war seiner Zeit voraus – und ist vielleicht genau deshalb wieder da.
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»Kultur denken. Season 5 Episode 2: Canetti egalitär. Gespräch mit Sarah Bangert
Was tun mit einem Werk wie Masse und Macht, das so oft zitiert wie selten genau gelesen wird? In dieser Folge von Kultur Denken gehen wir der Frage nach, wie sich Elias Canettis Denken über die Masse heute fruchtbar machen lässt – jenseits der bekannten Linien. Im Gespräch mit Martin Gasteiner analysiert Sara Bangert Canettis zentrale Konzepte der Masse und des Rhythmus als soziale Ordnungsprinzipien. Bangert entwickelt eine differenzierte Perspektive auf die Masse als ambivalentes Phänomen: als Raum temporärer Gleichheit einerseits und als fragile soziale Formation andererseits. Besondere Aufmerksamkeit gilt Canettis Konzeption des Rhythmus als verbindendem Element zwischen historischen und gegenwärtigen Gemeinschaftsformen. Die demokratische Dimension der Masse wird dabei als Gegenmodell zu totalitären Vereinnahmungen herausgearbeitet. Sara Bangerts Ansatz ist dabei mehr als eine Relektüre. Ihre Arbeit verbindet literaturwissenschaftliche Schärfe mit einem Gespür für Texturen der Bewegung, der Zwischenzeit, der Nicht-Arbeit. Mit Blick auf Idiorrhythmie, Surrealismus und Theorien kleiner Formen öffnet sich das Gespräch für ein Denken, das Canetti nicht historisiert, sondern als Impulsgeber für gegenwärtige Fragen ernst nimmt.
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»Kultur denken. Season 5 Episode 3 Canetti egalitär. Gespräch mit Florian Mühlfried
In dieser Folge von Kultur Denken spricht Martin Gasteiner mit dem Sozialanthropologen Florian Mühlfried über Elias Canettis Masse und Macht – und über das, was passiert, wenn die Idee der Gleichheit kippt: in Neid, Kontrolle und gegenseitige Entmutigung. Zentral ist dabei das Konzept des »Albtraum-Egalitarismus« – geprägt von Eric Gable –, das die dunkle Seite egalitärer Ordnungen offenlegt: zwischen Angst vor Abweichung und dem Versprechen kollektiver Freiheit. Mühlfried entwickelt eine eigenständige Lesart von Canettis Gleichheitsvorstellung: als Bewegung zwischen der Aufhebung individueller Differenz und dem Aufscheinen gemeinsamer Erfahrung. Ein Gespräch über Masse, Macht, Mythos – und darüber, wie man ethnologisch denken kann, ohne sich von der Imagination zu verabschieden.
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»Kultur denken. Season 5 Episode 4: Canetti egalitär. Gespräch mit Ulrich van Loyen
Was lässt sich heute, dreißig Jahre nach seinem Tod, noch mit Elias Canetti anfangen? In dieser Folge von Kultur Denken spricht Martin Gasteiner mit dem Literaturwissenschaftler und Sozialanthropologen Ulrich van Loyen über die Aktualität von Canettis Denken – insbesondere über dessen Hauptwerk Masse und Macht. Im Fokus steht die Frage, wie sich Canettis Text im Kontext aktueller anthropologischer Theorien neu lesen lässt. Van Loyen bringt ihn mit Autor*innen wie David Graeber und David Wengrow ins Gespräch und zeigt, wie Canettis nicht-lineare Geschichtskonzeption als kritischer Gegenentwurf zur klassischen Zivilisationstheorie verstanden werden kann. Zentrale Themen des Gesprächs sind Imagination und Körperlichkeit in Massenbewegungen – und Canettis Entwurf einer positiven Anthropologie, die sich deutlich von Freuds kulturtheoretischem Pessimismus abhebt. Eine dichte, assoziative, anregende Unterhaltung über politische Anthropologie, literarische Theorie und das Denken in Bewegung.
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»Kultur denken. Season 5 Episode 5: Canetti egalitär. Gespräch mit Annette Werberger
Annette Werberger zeigt im Gespräch mit Martin Gasteiner, wie tief Elias Canetti in die Welt des Anarchismus eingetaucht ist. Sie rekonstruiert eine bislang übersehene Dimension seines Denkens: seine Auseinandersetzung mit anarchistischer Literatur und Praxis. Im Zentrum steht Canettis private Bibliothek – fast vollständig bestückt mit Werken des Anarchismus. Werberger liest sie nicht nur als Sammlung, sondern als Denkraum: ein Ort, an dem Canetti über alternative Formen des Zusammenlebens nachdachte. Annette Werberger ist Professorin für Literaturwissenschaft an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Ihre Arbeit widmet sich der osteuropäischen Literatur im gesamteuropäischen Kontext – mit einem besonderen Blick auf Verflechtungsgeschichten, Avantgarden und kulturelle Randzonen. Ihr Blick macht deutlich: Canettis Interesse an Gemeinschaften ist kein beiläufiges Motiv, sondern Teil eines größeren Projekts. Es geht um Modelle des Miteinanders, jenseits staatlicher Ordnung – getragen von Kooperation statt Kontrolle, von Nähe statt Herrschaft. Ein Gespräch über Bücher, Begriffe und politische Imagination.
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»Kultur denken. Season 5 Episode 6: Canetti egalitär. Gespräch mit Andreas Gehrlach
In dieser Folge des Podcasts Kultur Denken, einer Produktion des ifk Wien, spricht Martin Gasteiner mit dem Kultur- und Literaturwissenschaftler Andreas Gehrlach über die Kulturtechnik der »Göttermacherei« – ein Begriff, der zugleich historisch und hochaktuell ist. Gehrlach, seit Oktober 2023 wissenschaftlicher Programmleiter am ifk, beschäftigt sich mit modernen und antiken Kulturtheorien, mit Utopien, Diebstahl, Kniefall – und mit jenen prekären, verborgenen Ökonomien, die sich oft unserem Blick entziehen, aber das Gewebe unserer Gesellschaft durchdringen. Ausgehend von Elias Canettis Machttheorie analysiert Gehrlach, wie sich Menschen selbst zu Göttern erheben – und warum solche Akte der Selbstvergöttlichung, etwa bei Napoleon oder Alexander dem Großen, immer wieder scheitern. Im Zentrum stehen dabei Canettis Konzepte vom Überlebenden, von der Todesangst und von der Masse. Besonders spannend ist Gehrlachs Analyse der Verwandlung als doppeldeutiges Prinzip: Sie kann ein Instrument der Herrschaft sein – oder ein Moment der Befreiung. Gerade diese Ambivalenz macht sie zu einem zentralen Element der Machtkonstitution. Die Episode entstand im Rahmen der Tagung »Elias Canetti egalitär« und öffnet neue Perspektiven auf politische Anthropologie, historische Figurenerzählung – und auf das, was Macht im Innersten zusammenhält.
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»Kultur denken. Season 5 Episode 7: Canetti egalitär. Gespräch mit Thomas Macho
Am 14. August 2024 jährte sich Elias Canettis Todestag zum 30. Mal – ein Datum mit Folgen: Sein bislang gesperrter Nachlass in der Zentralbibliothek Zürich wurde geöffnet. Tagebücher, Briefe, Notizen – ein riesiges Konvolut, das nun neue Blicke auf das Werk und Denken Canettis erlaubt. Im Gespräch mit dem Kulturphilosophen Thomas Macho gehen wir dieser Öffnung nach. Was wird sichtbar, wenn wir Canetti heute lesen? Als Massenanalytiker, ethnologischer Denker, literarischer Grenzgänger? Macho betont die Aktualität von »Masse und Macht« – als Buch der Zeichen, der Risse, der Widerstände. Themen wie Massensymbole, Doppelmassen, Tiermetaphorik und Friedhöfe liest er nicht systematisch, sondern motivisch: als Denkarchiv. Canettis Verhältnis zur Psychoanalyse – besonders zu Freud – bleibt distanziert. Er schreibt nicht im Modus der Therapie, sondern der Aufmerksamkeit: Zuhören, Beobachten, Verwandeln. Auch biografisch ist Canetti schwer zu fassen – polyglott, exiliert, geprägt von zentralen weiblichen Figuren wie Veza Canetti und Friedel Benedikt.
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»Kultur denken. Season 4 Episode 1: Alles bröckelt. Ruinen in der Kultur
Ruinen sind mehr als Überreste – sie sind Denkfiguren, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verschränken. Dieser Podcast-Essay erkundet ihre kulturelle Bedeutung: als Orte des Verfalls, aber auch der Imagination. Vom romantischen Klostertrümmer über digitale Glitches bis zum Dark Tourism spannt sich der Bogen. Ruinen zeigen, was war, und fragen zugleich, was hätte sein können – oder noch kommen mag. Ein Streifzug durch historische Tiefenschichten, mediale Brüche und das utopische Potenzial des Unvollständigen.
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»Kultur denken. Season 4 Episode 2: Alles bröckelt. Anna Soucek im Gespräch mit Monika Wagner."
Monika Wagner erörtert im Gespräch mit Anna Soucek die Rolle von Ruinen in der Kulturgeschichte und deren Funktion als Zeugnisse vergangener Macht und Katastrophen. Sie beschreibt, wie Ruinen einerseits materiellen Zugang zu vergangenen Wirklichkeiten verschaffen und zugleich die Fantasie anregen, wobei sich diese beiden Pole je nach Epoche unterschiedlich auswirken. Wagner verweist auf das 18. Jahrhundert, in dem Ruinen in England als Symbole eines überwundenen Zeitalters der Tyrannei dienten und so das Fortschrittsdenken stärkten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle der visuellen Darstellung in der wissenschaftlichen Erforschung von Naturkatastrophen, etwa nach dem Erdbeben in Kalabrien 1783. Künstler spielten hier eine zentrale Rolle, indem sie mit Zeichnungen die Schäden dokumentierten und so zur wissenschaftlichen Erkenntnis beitrugen. Wagner zieht eine Parallele zur heutigen Arbeit der Gruppe Forensic Architecture, die moderne Technologie und künstlerische Ansätze verbindet, um Katastrophen und deren Ursachen zu erforschen. So etwa die Explosion im Hafen von Beirut, die in der Arbeit »Cloud Studies« bearbeitet wurde. In der Videoprojektion wird demonstriert, wie durch die Explosion Partikel von Ruinen in die Atmosphäre gelangen und sich global verbreiten.
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»Kultur denken. Season 4 Episode 4: Alles bröckelt. Anna Soucek im Gespräch mit Thomas Macho
Inmitten einer kartonverkleideten Baustelleninstallation von Thomas Hirschhorn sprechen Kulturjournalistin Anna Soucek und Philosoph Thomas Macho über das Spannungsfeld von Ruinen, Gedenken und Katastrophentourismus. Ausgangspunkt ist das Symposium Scrambling Worlds am IFK Wien – thematisch kreisen ihre Reflexionen um Orte des Schreckens, des Verlusts und der Imagination. Thomas Macho gibt Einblicke in den sogenannten Dark Tourism – das Reisen zu Orten historischer Katastrophen, von Tschernobyl bis zur Titanic, von Srebrenica bis zur Atacama-Wüste. Er verknüpft kulturhistorische Phänomene mit Reflexionen über Trauerarbeit, Erinnerungskultur und mediale Formen der Annäherung. Warum reisen Menschen zu Orten des Schreckens, wenn doch Bilder längst zugänglich sind? Und wie verhalten sich Gedenken und touristische Gier zueinander? Ein besonderer Fokus liegt auf der Ambivalenz zwischen persönlicher Anteilnahme und medienvermittelter Distanz: Selfies in Gedenkstätten, Kunstprojekte mit Bewegungskameras an Suizidorten, aber auch architektonisch geschaffene Erinnerungsräume wie das Hiroshima Peace Memorial Museum werden diskutiert. Thomas Macho schlägt dabei die Brücke von Karl Kraus’ Glossen zur Titanic bis zu zeitgenössischen Künstlerinnen wie Anna Jermolaewa, die Kriegsrealität und Tieraufnahmen im verseuchten Wald von Tschernobyl kontrastiert. Das Gespräch endet mit der Frage nach zukünftigen Gedenkarchitekturen und der Faszination von Ruinen – nicht als Überbleibsel, sondern als aktive Erinnerungsräume. Ein Gespräch über das Bedürfnis, sich dem Abgrund zu nähern – nicht aus Sensationslust, sondern im Versuch, eine Form von Gegenwart im Angesicht der Geschichte zu gestalten.
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»Kultur denken. Season 4 Episode 5: Alles bröckelt. Resilient Futures.
In dieser Folge reflektiert die Medienwissenschafterin Orit Halpern über ihr zentrales Konzept der Resilienz und »Smartness« in unserer krisengeprägten Zeit. Resilienz, ursprünglich aus der Ökologie kommend, beschreibt für Halpern das neue Normal: eine Welt, in der Schock und Trauma als Grundbedingungen akzeptiert werden – sei es aufgrund von Umweltkatastrophen, wirtschaftlichen Krisen oder politischen Konflikte. Resilienz wird damit zu einem universellen Anpassungsbegriff. Parallel dazu analysiert Halpern die Entwicklung der »Smartness«: Intelligente Städte und Technologien, die seit der Finanzkrise 2008 die Antwort auf viele globale Herausforderungen sein sollen, bergen neben Effizienz und Kontrolle jedoch auch Risiken. Sie kritisiert, dass »Smartness« soziale und demokratische Prozesse übergeht und neue Abhängigkeiten schafft. Halpern zeigt, wie eng diese Ideen mit dem Sicherheitsdenken des Kalten Krieges verknüpft sind und dass sie heute in einer pessimistischen Zukunftserwartung weiterleben. Als Antidot plädiert sie für alternative Denkansätze, um Technologie nicht nur als Krisenmanagement, sondern als Weg zu mehr sozialer und ökologischer Verantwortung zu nutzen. Ein kritischer Blick auf unser Technikverständnis – und ein Appell, Technologie als Chance für eine gerechtere Zukunft zu verstehen. (Interview in English)
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»Kultur denken. Season 4 Episode 6: Alles bröckelt. Total Refusal.
In dieser Folge spricht Martin Gasteiner mit Leonhard Müllner über die faszinierende Welt digitaler Ruinen. Müllner, Mitbegründer des Künstler- und Forscherkollektivs Total Refusal, widmet sich der Frage, wie die Darstellung von Ruinen in Videospielen sowohl gesellschaftliche als auch wirtschaftliche Krisen reflektiert. Gemeinsam untersucht das Kollektiv, wie das Massenmedium Videospiel mit seiner krisenbasierten Logik umgeht, indem es sowohl unvollständige, fehlerhafte Welten präsentiert, als auch die Bereitschaft der Spieler*innen fordert, diese Welten durch ihre eigenen Beiträge zu reparieren. Total Refusal hinterfragt, welche ästhetischen und narrativen Skripte in der postapokalyptischen Darstellung von digitalen Ruinen verborgen sind und welche gesellschaftlichen Vorstellungen durch diese Szenerien vermittelt werden. Müllner diskutiert dabei die hegemoniale Wertearchitektur der Videospielindustrie und erkundet das utopische Potenzial dystopischer Narrative, das oft übersehen wird. Inwiefern verändert die Digitalisierung unser Verständnis von Verfall und Ruinierung? Welche Parallelen lassen sich zwischen physischen Ruinen und ihrer Darstellung in der digitalen Kultur ziehen? Und kann die Gaming-Community eine neue Form der kollektiven Kreativität und Widerstandskraft etablieren?
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»Kultur denken. Season 4 Episode 7: Alles bröckelt. Ruinen als Palimpseste
In dieser Folge sprechen wir mit Omar N‘Shea, einem multidisziplinären Forscher. Er erkundet Höhlen und Ruinen in Malta aus den Perspektiven von Geologie, Archäologie, Anthropologie und Ethnografie. Mit diesem Repertoire beschreibt er Ruinen als »Palimpseste«, in denen sich historische Schichten überlagern und uns über kollektives Erinnern und Vergessen erzählen. Ein besonderes Thema des Gesprächs ist ein lange vergessenes neolithisches Grab, das durch Krieg und moderne Bauarbeiten zerstört wurde. Omar erzählt von seiner Suche nach Spuren des verlorenen Ortes und den Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung, die ihm halfen, die Geschichte dieses Ortes zu rekonstruieren. Die persönliche Dimension von Omars Arbeit wird deutlich, wenn er über den Tod seiner Mutter und die Entscheidung spricht, seine Forschung auf Maltesisch zu schreiben. Diese Verbindung macht seine wissenschaftliche Arbeit auch zu einer poetischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Ruinen sind für Omar nicht nur archäologische Stätten, sondern soziale Räume, die mit Bedeutungen, Erinnerungen und Widerstand aufgeladen sind. (Interview in English)
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»Kultur denken. Season 4 Episode 8: Alles bröckelt. Ruins and Utopia.
In dieser Folge spricht Martin Gasteiner mit Daniel Vella, einem Forscher aus Malta, der über die Beziehungen zwischen Ruinen und Utopien nachdenkt. Daniel diskutiert die Spannungsfelder zwischen der ästhetischen Betrachtung von Ruinen, der romantischen Kunst der Distanznahme und der Konfrontation mit den sozialen Realitäten, die in konkreten Ruinen verankert sind. Besonders spannend ist Daniels Betrachtung Maltas als »Land der Ruinen« – Überreste der britischen Kolonialzeit, Festungen der Johanniter und unvollendete Gebäude prägen die maltesische Landschaft. Diese unbeanspruchten Räume werden zunehmend von kapitalistischen Entwicklungen verdrängt, was zur Zerstörung öffentlicher Räume und intensiver Privatisierung führt. Daniel Vella reflektiert zudem die Verbindungen zwischen Ruinen und Utopien und bespricht diese Themen auch in seiner Forschung zu Videospielen. (Interview in English)
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»Kultur denken. Season 3 Episode 1: Nichts Besonderes . Auftakt der Staffel.
In der Auftaktepisode der 3. Season führt Martin Gasteiner ein Gespräch mit der Kuratorin und Macherin der Staffel, der Kulturwissenschaftlerin und Psychotherapeutin Prof. Dr. Insa Härtel. »Diese Season widmet sich dem Beiläufigen: Im Mittelpunkt steht weniger das Aufsehenerregende als das Erregende am Alltäglichen, Massentauglichen. Welche kulturellen Ansichten und Spannungsfelder zeigen sich in ›normal‹ gewordenen kollektiven Wahrnehmungsweisen, Formen, Materialien? Dem nachzugehen, ist ertragreich, denn auch im scheinbar Banalen oder unbedeutend Wirkenden werden kulturell virulente Themen konflikthaft verhandelt.« Insa Härtel In der Podcast-Reihe spricht Insa Härtel Kyung-hwa Choi-ahoi, Karin Harrasser, Eva Laquiéze-Waniek, Melanie Reichert und Michael Schödlbauer. Themen wie Smalltalk, kulturelle Dynamiken und Alltagswahrnehmungen werden dabei in einen theoretischen und praktischen Rahmen gesetzt, der das scheinbar Beiläufige ins Zentrum stellt. Härtels Ziel ist es, die Alltäglichkeit zu hinterfragen und zu zeigen, dass in »Nichts Besonderes« oft das Besondere steckt.
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»Kultur denken. Season 3 Episode 2: Nichts Besonderes. Fließende Grenze des ›A/Normalen‹: die Fehlleistung
In dieser Episode von »Nichts Besonderes« ist Michael Schödlbauer, Mitarbeiter am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, und Leiter des Adolf-Ernst-Meyer-Instituts für Psychotherapie bei Insa Härtel zu Gast. Im Gespräch: Sigmund Freuds Schrift »Zur Psychopathologie des Alltagslebens«, die schon mit ihrem Titel die Grenze normal/anormal, gesund/krank unterläuft. Es eröffnet sich die faszinierende Welt der Fehlleistungen: Ausgehend von einem Internet-Cartoon zum »Ausrutscher« wird diskutiert, wie die kleinen Pannen funktionieren – sei es der berühmte, selbst in die Alltagskultur eingegangene Freud‘sche Versprecher, seien es Prozesse des Vergessens, Verlesens, Vergreifens. Wie können solche oft belanglos daherkommenden Phänomene unerwartete Einblicke in psychische Konflikte gewähren? Neben der Fülle der Beispiele, der Fragilität von Autorschaft, der Performativität der Fehlleistungen wie der Psychoanalyse gerät auch Freuds Absage an psychische Zufälligkeit in den Blick, durch die ihm jedes Detail bedeutungsvoll erscheint – fast wie bei einer Paranoia. Schließlich geht Michael Schödlbauer auf die Relevanz von Fehlleistungen in seiner klinischen Arbeit ein.
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»Kultur denken. Season 3 Episode 3: Nichts Besonderes. Taktile Alltäglichkeit: Der Tastsinn als Beziehungsstifter.
Diese Folge der ifk-Podcast-Reihe »Nichts Besonderes« widmet sich einem Thema von alltäglicher Relevanz und subtiler Dringlichkeit: der Qualität des Taktilen. Zu Gast bei Insa Härtel ist Karin Harrasser von der Kunstuniversität Linz. Im Gespräch werden kulturelle und soziale Bedeutungen des Tastsinns erörtert, wie sie nicht zuletzt vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie virulent geworden sind: Physische Berührung wurde zu einem gefährlichen Unterfangen, der »Museumsimperativ« – »Bitte nicht berühren!« – in den Alltag übertragen, alltägliche Kontakt-Erfahrungen haben sich neu konturiert. Karin Harrasser gibt Einblicke in die Wissensgeschichte des Tastsinns und dessen kulturelle Ausformungen; diskutiert werden Aspekte der taktilen Medialität, des Verhältnisses von Taktilität und Visualität oder des Tastsinns als Gemeinsinn – und was das alles bedeuten kann. Gerade auch in Zeiten globaler Krisen und technologischer Umbrüche regt die Podcast-Folge dazu an, über die Komplexität sinnlicher Wahrnehmungen nachzudenken, und plädiert für ein taktvolles Berührbarmachen wie auch für tastenden Arten und Weisen des Forschens und Schreibens.
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»Kultur denken. Season 3 Episode 4. Nichts Besonderes.›Neugierig auf mein Holzregal?‹
Im Rahmen der Podcast-Reihe »Nichts Besonderes« begrüßt Insa Härtel die Künstlerin Kyung-hwa Choi-ahoi, Professorin für Zeichnen an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee – diesmal für eine Lesung. Kyung-hwa Choi-ahoi stellt sich und Stationen ihrer Lebensreise, die nicht zuletzt von Korea nach Deutschland führt, in künstlerischer Bearbeitung vor: Das tägliche Tagebuchschreiben bzw. -zeichnen, aus dem sie in dieser Lesung Ausschnitte präsentiert, ist ein zentrales Arbeitsprojekt. Die detailreiche Auswahl gesammelter Alltagsbeobachtungen fördert ebenso Lustvoll-Erstaunliches zu Tage wie sie Aspekte der gesellschaftlichen Bedingungen aufgreift, in denen die Künstlerin lebt. Es geht um Geschichten von Alltagsgegenständen wie z.B. einem in der Familie weitergegebenen Schreibtisch, um scheinbar Banales wie eine bleibende Kontonummer oder darum, wie ein Reiskocher zum Politikum werden kann. Dabei gelingt es Kyung-hwa Choi-ahoi mit feinem Gespür, das allzu Gewöhnliche, wie es sich in den Alltag einschleicht, mittels neuer Perspektivierungen zu verstören. Darüber hinaus ist es ihr Umgang mit der Sprache, der aufmerken lässt – etwa, wenn im »Sprach-Tischtennis« auch deren Klang in den Vordergrund rückt.
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»Kultur denken. Season 3 Episode 5: Nichts Besonderes. Entzug von Selbstverständlichkeit: Alltagsmythenanalysen
Zu der Staffel »Nichts Besonderes« des ifk-Podcasts hat Insa Härtel diesmal Melanie Reichert, Kulturphilosophin an der Universität Kiel und stellv. Direktorin des Berliner Instituts für Philosophie, Psychoanalyse und Kulturwissenschaften (IPPK) eingeladen. Das Gespräch dreht sich um mythisch aufgeladene Formen alltäglicher Erscheinungen, Gewohnheiten oder Zustände, sprich: um Mythen des Alltags, wie sie Roland Barthes in seinem – selbst zum Mythos gewordenen – gleichnamigen Buch vorführt und analysiert: Wie funktionieren solche selbstverständlich daherkommenden kulturellen Phänomene, was heißt hier Mythos und wie wird darin Geschichte naturalisiert? Diese Podcast-Folge hebt auf die Verführungskräfte des Mythos ab sowie auf die Triebkräfte von dessen Analyse, die die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten offenlegen, bloßstellen, mobilisieren will. Erörtert werden die Schwierigkeiten, die der Position des sogenannten »Mythologen« innewohnen, die Form, die Barthes seinen Texten gibt, bzw. sein Sprachstil, wenn er etwa über das Beefsteak spricht. Melanie Reichert geht schließlich der Frage nach, was an dem diskutierten Ansatz für die zeitgenössische Kulturkritik weiterhin lohnend ist und wohin die Beschäftigung mit diesem führen kann.
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»Kultur denken. Season 3 Episode 6: Nichts Besonderes. Begehren, Smalltalk, Krise: über das Wetter
n der ifk-Podcast-Reihe »Nichts Besonderes« diskutiert Gastgeberin Insa Härtel mit Eva Laquiéze-Waniek über das Wetter als Alltagsphänomen, und zwar aus psychoanalytischen Perspektiven. Eva Laquiéze-Waniek, Philosophin und Psychoanalytikerin, verbindet ihre Expertise in Sprachphilosophie, Kunst und Ästhetik mit Lacan‘schen Theorien. Auch die Wetteranalyse in diesem Gespräch erfolgt anhand der Lacan‘schen Register des Symbolischen, Imaginären und Realen. So wird das Wetter in dieser Episode als Metapher für seelische Befindlichkeiten thematisiert, zum Beispiel in »Sturmhöhe« von Emily Brontë (1847) oder der »Rocky Horror Picture Show« (1975). Warum fungiert gerade das Wetter als eine bevorzugte Metapher für das Begehren? Und weiter: Wie passt es als eine Macht, der man auf durchaus angsteinflößende Weise ausgesetzt sein kann, zu seiner Funktion als Smalltalk-Thema in alltäglichen sozialen Interaktionen? Zum Gesprächsgegenstand wird auch, wie das Wetter in Zeiten des vieldiskutierten Klimawandels – der als längerfristige Entwicklung das jeweils spürbare Wetter beeinflusst – gar nicht mehr so unverfänglich erscheint. Etwas vormals für alltäglich Gehaltenes wird in Frage gestellt. Welche psychoanalytisch beschreibbaren Dimensionen kommen hierbei zum Tragen?
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»Kultur denken. Season 2 Episode 1: Messy Beginnings. Intro und Feature
Die zweite Staffel des Podcasts Kultur denken heißt »Messy Beginnings«. Sie untersucht Anfänge und das Anfangen in verschiedenen Kontexten. Ausgehend von der Prämisse, dass Anfänge oft chaotisch und ungeordnet sind, wird eine multidisziplinäre Perspektive auf dieses Thema entwickelt. Die Reihe analysiert kulturwissenschaftliche Zugänge zu Anfängen und differenziert zwischen Anfängen als Ursprung und als Prozess. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Unordnung in kreativen und innovativen Prozessen sowie auf der Konstruktion und Verhandlung von Gründungsnarrativen in Gemeinschaften. Die Untersuchung erstreckt sich von individuellen Neuanfängen bis hin zu gesellschaftlichen Umbrüchen und berücksichtigt dabei sowohl künstlerische als auch kulturwissenschaftliche Praktiken. Durch die Betrachtung von Anfängen in Krisenzeiten wird zudem die Relevanz des Themas für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen hervorgehoben. Die Reihe kulminiert in einer Exploration des Übergangs von chaotischen Anfängen zum produktiven »Flow«-Zustand. Methodisch stützt sich die der Podcast auf Expertengespräche und interdisziplinäre Analysen, um ein umfassendes Verständnis der »Messy Beginnings« zu entwickeln und deren Bedeutung für kreative und transformative Prozesse zu erfassen. Positionen in Episode 1 von: Heike Paul, Silvia Ferrara, Karin Harrasser, Alexis Shotwell, Andreas Beyer, Bernhard Jussen, Andreas Gehrlach
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»Kultur denken. Season 2 Episode 2: The messiest beginning of them all
Diese Podcast-Episode präsentiert ein akademisches Gespräch mit Prof. Silvia Ferrara von der Universität Bologna über die Ursprünge der Schriftlichkeit, von ihr als »the messiest beginning of them all« bezeichnet. Das Interview, geführt von Martin Gasteiner, exploriert die Schnittstelle zwischen Archäologie, Linguistik und Kognitionswissenschaft. Ferrara analysiert prähistorische Höhlenmalereien in Frankreich als frühe Kommunikationsformen, die entscheidend zur kognitiven Entwicklung des Menschen beitrugen. Die Diskussion beleuchtet diese künstlerischen Ausdrucksformen als schwer datierbare, tendentiell gleichwertige Vorläufer der Schrift und untersucht ihre Rolle bei der Prägung visueller und kognitiver Präferenzen. Betont wird die Notwendigkeit interdisziplinärer Forschungsansätze zur Entschlüsselung dieser frühen kommunikativen Versuche. Das Gespräch erweitert sich auf die Zukunft der Schrift im Kontext technologischer Entwicklungen, insbesondere der künstlichen Intelligenz, und zieht Parallelen zu den prähistorischen Anfängen. Durchgeführt auf Englisch, bietet diese Episode Einblicke in die Ursprünge menschlicher Kommunikation, disziplinäre Veränderungen in den Philologien und deren Auswirkungen auf gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen.
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»Kultur denken. Season 2 Episode 3: Sumpf als Figur der Messiness
Diese Podcast-Episode präsentiert ein Gespräch zwischen Martin Gasteiner und Andreas Gehrlach, dem wissenschaftlichen Programmdirektor des ifk, über die Rolle der Kulturwissenschaft(en), und den Sumpf, der hier als konkreter Ort und als zentrale Metapher für »Messiness« fungiert. Gehrlach stellt die Bedeutung der Kulturwissenschaft für die Untersuchung gesellschaftlicher Randphänomene und verborgener Strukturen heraus, mit besonderem Fokus auf den Sumpf als konkretes historisches Phänomen und auch theoretisches Konzept. Die Diskussion beleuchtet, wie der Sumpf als Symbol für Unordnung, Vermischung und Transformation kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Gesellschaft und Geschichte erweitert. Andreas Gehrlachs Forschungsinteressen, wie Utopien, antistaatliche Projekte und prekäre Ökonomien, werden in konkreten historischen Beispielen analysiert. Diese Perspektive eröffnet auch Wege, um die Rolle der Kulturwissenschaft in der Erforschung und Interpretation gesellschaftlicher »Messiness« zu verstehen und zu bewerten.
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»Kultur denken. Season 2 Episode 4: Anfänge aus dem Chaos formen
Diese Episode des Kultur denken-Podcasts in der »Messy Beginnings«-Saison präsentiert ein Gespräch mit Alexis Shotwell, Aktivistin und Akademikerin an der Universität Carlton/USA. Die Diskussion untersucht die Schnittstelle zwischen persönlichem Aktivismus und akademischer Forschung, mit Fokus auf die AIDS-Krise in Kanada. Shotwell reflektiert über ihre Erfahrungen vom feministischen Radio bis zur Dokumentation der AIDS-Bewegung und analysiert dabei die Rolle des Aktivismus in der Gestaltung gesellschaftlicher Wahrnehmungen und politischer Landschaften. Die Episode dreht sich darum, wie persönliche und kollektive Erinnerungen historische Narrative formen und gegenwärtige politische Strategien beeinflussen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Frauen im AIDS-Aktivismus und den durch aktivistischen Druck herbeigeführten Veränderungen in diagnostischen Kriterien. Shotwells Einsichten beleuchten die Synergie zwischen akademischer Arbeit und aktivistischer Praxis und betonen die transformative Kraft von Narrativen. Die Episode demonstriert, wie die »messy beginnings« des Aktivismus zu nachhaltigen Veränderungen und einem verstärkten kollektiven Bewusstsein für die Veränderbarkeit von Verhältnissen führen können, und bietet damit eine kritische Perspektive auf die Bedeutung von Aktivismus in der gegenwärtigen Gesellschaft.
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»Kultur denken. Season 2 Episode 5: Flowzustände, ein Feature gestaltet von Hanna Ronzheimer
Diese Episode des Podcasts, konzipiert von Hanna Ronzheimer, untersucht den Flow-Zustand im kreativen Prozess und seine Beziehung zu den »messy beginnings«. Die Sendung präsentiert Gespräche mit der Künstlerin Käthe Wenzel und der Literaturwissenschaftlerin Julia Boog-Kaminski, um die Dynamik zwischen chaotischen Anfangsphasen und dem Erreichen des Flow-Zustands herauszuarbeiten. Die Diskussion beleuchtet, wie die initiale Unordnung als Katalysator für Kreativität und Innovation fungiert, indem sie temporär etablierte Strukturen aufbricht. Sie analysiert die Verwandtschaft des Flow-Zustands mit meditativen Praktiken und erforscht die Herausforderungen zu dessen Erreichung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle der Kindheit als kreative Ressource – ein Konzept, das bis in die Romantik zurückreicht. Darüber hinaus werden kreative Techniken zur Überwindung von Schreibblockaden vorgestellt und der Einfluss gesellschaftlicher Faktoren auf das kreative Potenzial wird kritisch hinterfragt. Somit entsteht eine multidimensionale Perspektive auf den Übergang von chaotischen Anfängen zum Flow-Zustand und dessen Bedeutung für den kreativen Prozess in Kunst und Wissenschaft.
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»Kultur denken. Season 1 Episode 1: Kultur denken (Intro)
Zum Auftakt von »Kultur denken«, öffnet Julia Grillmayr die Türen zu verschiedenen Räumen der Kulturwissenschaften. Der Podcast des ifk Internationales Forschungszentrum für Kulturwissenschaften der Kunstuniversität Linz in Wien stellt eine wahre Schatzkiste für alle dar, die sich für die Dynamik und Vielschichtigkeit kultureller Diskurse interessieren. In jeder Episode des Podcast tauchen die Moderatorinnen in die facettenreiche Welt der Kulturwissenschaft ein. Sie beleuchten, wie diese Disziplin nicht nur akademische Forschung, sondern auch politisches und gesellschaftliches Handeln beeinflusst. Die Themen reichen von Emanzipation und Erinnerung bis hin zu Mobilität und Ökologie, wobei jeder Beitrag neue Perspektiven und Denkanstöße bietet. Ein besonderes Highlight sind die Gespräche mit renommierten Kulturwissenschaftler*innen wie Sigrid Weigl, Karin Harrasser und Thomas Macho. Diese Diskussionen unterstreichen, wie Kulturwissenschaft die Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen überschreitet und zu einem lebendigen, interdisziplinären Austausch beiträgt. Das ifk verstärkt diese Dynamik, indem es Gastforscher aus aller Welt einlädt, die ihre einzigartigen Methoden und Sichtweisen in die Diskussion einbringen. Viel Vergnügen beim Zuhören dieser ersten Episode!
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»Kultur denken. Season 1 Episode 2: Emanzipation
In dieser Episode von »Kultur denken«, erkunden wir, wie Emanzipation und Differenz in der modernen Welt interpretiert werden und wie die Kulturwissenschaften dazu beitragen, diese komplexen Themen zu beleuchten. In dieser Folge unseres Podcast »Kultur denken« widmen wir uns dem Thema »Emanzipation und Differenz«, inspiriert durch die ifk-Tagung »Where are we now?«. Begleitet von Julia Grillmayr beleuchten wir verschiedene kulturwissenschaftliche Perspektiven zu diesem Thema. Die Diskussion beginnt mit der brasilianisch-argentinischen Anthropologin Rita Segato, die die symbolische Dimension physischer Gewalt erforscht. Ihr Fokus liegt auf den Gewalttaten gegen Frauen in Ciudad Juarez und deren Bedeutung im von Gewalt geprägten lateinamerikanischen Alltag. Anschließend werfen wir einen Blick auf die Arbeit der deutschen Philosophin Eva von Redecker, die den liberalen Freiheitsbegriff im Kontext von Eigentum und Machtstrukturen kritisch hinterfragt. Sie erklärt dabei, wie eine Emanzipation jenseits des liberalen Skripts aussehen könnte. Schließlich führt Julia Grillmayr ein Gespräch mit Peter Bexte, der die Rolle der Kulturwissenschaften bei der Untersuchung von Barbarei und Kultur thematisiert.
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»Kultur denken. Season 1 Episode 3: Wissenschaft der Erinnerung
Diese Episode von »Kultur denken« von Hanna Ronzheimer bietet einen fundierten Einblick in die Welt der Erinnerungen und deren Bedeutung in der Kulturwissenschaft. Sie lädt zum Nachdenken darüber ein, wie individuelle und kollektive Erinnerungen unsere Wahrnehmung der Geschichte formen und wie wichtig es ist, diese Geschichten für zukünftige Generationen weiterzugeben. Ein fesselndes Gespräch, das zeigt, wie die Vergangenheit uns formt und wie wir sie bewahren und interpretieren. Der Historiker und Autor Martin Pollack erzählt von einem Kriegsgrab im Südburgenland und seinen Recherchen dazu, die die vielen Schichten der Erinnerung ins Gedächtnis rufen. Diese Entdeckung führte ihn zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit den verborgenen Kapiteln der Geschichte. Pollack reflektiert auch seine eigene Familiengeschichte – sein Vater war Mitglied der SS, seine Großtante ein Opfer der Nazis. Diese persönlichen Erzählungen beleuchten die komplexen Facetten des Erinnerns und veranschaulichen Pollacks entschiedenes Bestreben, dem Schweigen entgegenzuwirken. Der Podcast thematisiert ebenfalls die Rolle der Kulturwissenschaften in der Aufarbeitung von Erinnerungen. Hanna Ronzheimer diskutiert mit dem Soziologen Natan Sznaider über die Subjektivität in den Kulturwissenschaften und wie sie es ermöglicht, persönliche Erfahrungen in den wissenschaftlichen Diskurs einzubringen. Sznaider, selbst Kind von Holocaust-Überlebenden, betont die Bedeutung der Biografie in der wissenschaftlichen Arbeit und wie persönliche Geschichten unser Verständnis von Geschichte prägen.
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»Kultur denken. Season 1 Episode 4: Kultur auf Wanderschaft
Unter dem Titel »Kultur auf Wanderschaft« erkundet Hanna Ronzheimer, wie sich kulturelle Identitäten und Konzepte im Kontext der Migration verändern und entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Definition von Kultur, ein Thema, das Kulturwissenschaftler*innen seit langem beschäftigt, sondern auch um die immer drängendere Frage von Migration. Obwohl Diskussionen über Kultur und Migration oft separat geführt werden, zeigt diese Episode, wie eng diese Themen in der Realität miteinander verwoben sind. Hanna Ronzheimer hat für diese Episode von »Kultur denken« unter anderem ein spannendes Gespräch mit dem Historiker Philip Ther geführt. Im Zentrum dieser Diskussion steht die Kultur der Fremdenfeindlichkeit und wie sie sich in verschiedenen Kontexten manifestiert. Diese Episode lädt dazu ein, die vielschichtige Verbindung zwischen Kultur und Migration neu zu betrachten.
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»Kultur denken. Season 1 Episode 5: Ökologie und Kulturwissenschaft
Diese Episode konzipiert und moderiert von Julia Grillmayr ist ein Appell, ökologische Themen nicht nur als wissenschaftliche Herausforderung, sondern auch als gesellschaftliche Verantwortung zu betrachten. Sie ermutigt dazu, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Verflechtungen zwischen Kultur, Natur und Technologie kritisch zu hinterfragen. Karin Harrasser und Thomas Macho unterstreichen, dass ökologische Themen in den Kulturwissenschaften heute mit neuer Dringlichkeit diskutiert werden, weit über das bloße Interesse an Natursymbolik hinaus. Diese Entwicklung wird von Medienwissenschaftlerin Birgit Schneider und Historiker Jérôme Segal weiter vertieft. Sie diskutieren die Rolle der Kulturwissenschaften bei der kritischen Auseinandersetzung mit ökologischen Herausforderungen und deren Einfluss auf unseren Lebensstil. Birgit Schneider betont, dass die Ökologie erst seit Kurzem in der Kulturwissenschaft Beachtung findet. Ihre Forschung konzentriert sich auf die mediale Darstellung des Klimawandels und die damit verbundenen gesellschaftlichen Narrative. Jérôme Segal hingegen fokussiert auf Tierrechte und Tierschutz aus historischer und soziologischer Perspektive, verknüpft mit einem starken Aktivismus-Anspruch.
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»Kultur denken. Season 1 Episode 6: Kulturwissenschaftliches Arbeiten
Diese Episode von »Kultur denken« verdeutlicht die Wichtigkeit des undisziplinierten – interdisziplinären oder transdisziplinären – Ansatzes in den Kulturwissenschaften und lädt dazu ein, akademische Grenzen zu überschreiten und neue Perspektiven zu entdecken. In dieser Folge unseres Podcasts »Kultur denken«, steht das Thema „Undiszipliniertes Denken in der Kulturwissenschaft“ im Fokus. Moderiert von Julia Grillmayr, diskutieren Karin Harrasser und Thomas Macho, wie kulturwissenschaftliches Arbeiten über Fächergrenzen hinausgeht und neue Denkweisen fördert. In Anlehnung an Claude Lévi-Strauss' Konzept des »wilden Denkens«, erkunden wir, wie kulturwissenschaftliche Forschung sich von konventionellen akademischen Disziplinen löst und ein multidisziplinäres Verständnis fördert. Die Buchreihe »Undisziplinierte Bücher«, herausgegeben von Andreas Gehrlach und Thomas Macho, unterstreicht diesen Ansatz mit der Frage: Was passiert, wenn die Fragestellung und nicht die Disziplin im Vordergrund steht? Julia Grillmayr zeigt in dieser Episode auf, dass Kulturwissenschaft durch ihr fokussiertes, problemorientiertes Herangehen innovative und relevante Forschungsgebiete eröffnen, wie zum Beispiel die »Animal Studies«. Dieses dynamische Feld ermöglicht es, drängende Fragen unserer Zeit zu adressieren, auch wenn diese nicht in bestehende wissenschaftliche Strukturen passen. Karin Harrasser betont die Bedeutung von kulturwissenschaftlichem Denken auch außerhalb der akademischen Welt. Ihre Anwendung in Film, Literatur und anderen kulturellen Praktiken zeigt, wie kulturwissenschaftliche Konzepte in der breiteren Öffentlichkeit Resonanz finden.
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ABOUT THIS SHOW
KULTUR DENKEN: Der Podcast des ifk. Die Befragung von Kultur, von Raymond Williams als »ganze Lebensweise« definiert, verzahnt Kulturwissenschaft mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen. Das wissenschaftliche Arbeiten – theoretisch, empirisch, historisch, kunstbezogen – wird damit zu einer Praxis mit akademischen und außerakademischen Schauplätzen. Der Podcast nimmt beide Wirkungssphären ernst, indem er sowohl ihre Arbeitsweisen als auch die Rolle von Kulturwissenschaft in der Öffentlichkeit thematisiert. »Kultur denken«, der Podcast des ifk, entsteht in Zusammenarbeit mit Radiomacher*innen und Wissenschaftskommunikator*innen. Angelehnt an die Themen der ifk-Tagungen, präsentiert jede Staffel mehrere Episoden zu einer Fragestellung. Die erste Season von Julia Grillmayr und Hanna Ronzheimer, beleuchtet in 25-minütigen Features kulturwissenschaftliche Themen, Ideen und Diskussionen. Die Sendungen zielen darauf ab, kulturelles Wissen für Interessierte zu erschließen und so
HOSTED BY
Julia Grillmayr, Hanna Ronzheimer, Signation: Sebastian Klingovsky Produktion: Martin Gasteiner…
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