Unter freiem Himmel: Das Lagerfeuer für Nomaden-Christ:innen (RefLab)

PODCAST · religion

Unter freiem Himmel: Das Lagerfeuer für Nomaden-Christ:innen (RefLab)

Wie kann Glaube an Gott im 21. Jahrhundert aussehen? Was aus der christlichen Tradition übernehmen wir, was ist nicht mehr zielführend? Zwischen diesen Themen hat auch Aktualität Platz. Glaube mit Herz, Kopf – und manchmal auch Zweifeln: Zwischen Theologiestudium und Hiking Church, zwischen reformierter Tradition und digitaler Kirche. Theologin Evelyne Baumberger macht seit 2020 kurze Videos zu diesen Themen (findet man in der YouTube-Playlist von RefLab), der Podcast ist eine Vertiefung dieser Videos.Ich freue mich über Fragen und Themen-Ideen - gerne per Kommentar oder per Mail an [email protected]!

  1. 69

    Advent: Das Gesicht in die Sonne halten

    In der dunklen Jahreszeit, im Advent, scheinen viele Lichter auf, Kerzen geben Wärme – und trotzdem sind Kälte und Dunkelheit immer wieder zu spüren. In dieser Zeit erinnere ich mich an eine Podcastfolge, die ich vor etwa einem Jahr aufgenommen habe. Sie gehört thematisch nicht in den Advent, passt aber sehr gut, deswegen spiele ich sie nochmals ein. Es geht um Licht, das in die Welt scheint, aber auch um das weihnachtliche Bild des Friedenskönigs, der kommt: Im «Unser Vater»-Gebet gibt es die Zeile «Dein Reich komme». Der Begriff «(König-)Reich» klingt jedoch fremd, er birgt im besten Fall Assoziationen an Märchenwelten – im schlechteren an Nationalismus und Dominanzherrschaft. In der Podcastfolge erkläre ich, was damit in der Zeit von Jesus gemeint war. Zudem kam mir durch die theologische Recherche der Gedanke, diese Zeile zu beten sei, wie das Gesicht in die Sonne zu halten. Sich von Schimmern des Lichts anstrahlen zu lassen, wo sie im Alltag aufscheinen, und sie zu reflektieren.  Wenn es dir geht wie mir, sehnst du dich vielleicht in diesen Tagen vermehrt danach, mal kurz die Augen zu schliessen und das Gesicht von Sonnenstrahlen wärmen zu lassen. Innezuhalten und sich bewusst zu machen, dass Frieden und Licht nichts damit zu tun habe, dass ich möglichst viel leiste. Sondern mit der Fähigkeit, Mensch zu sein, Liebe zu empfangen und weiterzugeben. Die Gedanken aus der «Unser Vater»-Serie kannst du bei reflab.ch/unser-vater auch als Artikel nachlesen.

  2. 68

    Klagelieder: Warum Wut und Trauer auch im Glauben Raum haben darf

    Klagelieder – oder: was nützen Gebet und Kunst, wenn keine Hoffnung besteht? «Alles wird gut», so lautete das Motto des RefLab Podcast-Festivals 2025. Doch manchmal ist es eben nicht gut und es erscheint auch kein Silberstreifen am Horizont. «Not lehrt beten», heisst es, und «aus Kummer entstehen die schönsten Lieder». Aber was nützt Gebet, was hilft Kunst, wenn sich eine Situation nicht ändern lässt? In einem Workshop zusammen mit Tamara Boppart ging ich, Theologin Evelyne Baumberger vom RefLab, dieser Frage auf die Spur. Alle Podcastfolgen vom RefLab-Festival 2025 findest du auf reflab.ch bei "Themenwelten".

  3. 67

    Glaube braucht Räume. Kirche bietet sie (eigentlich)

    Was Kirche ausmacht, ist, dass hier der Glaube kein Tabu ist. Das braucht Mut – und Verantwortungsbewusstsein. Eine Studie hat ergeben, dass Kirchgemeinden nicht primär als Orte wahrgenommen werden, an denen der eigene Glaube praktiziert werden kann. Viel stärker fällt etwa ins Gewicht, dass sich die Kirche für «Bedürftige» einsetzt oder dass durch die eigene Kirchenmitgliedschaft eine gewisse Tradition erhalten bleibt. Warum? Liegt hier Potenzial für die Zukunft?

  4. 66

    Gott in der Natur erfahren – eine Übung

    Zu Sommerzeit/Wanderzeit wiederhole ich eine bereits erschienene Podcastfolge mit einer Übung, die man zu jeder Jahreszeit draussen machen kann. Sie heisst «Terra divina» oder «Schwellengang». Man geht in die Natur, hört auf den inneren Kompass, und sobald einem eine «Schwelle» auffällt wie etwa ein Zweig oder ein umgekippter Baumstamm, tritt man darüber. Mit Respekt und Offenheit gegen innen und aussen öffnet man alle Sinne, spürt, was passiert und schaut hin, was einem auffällt. Man versucht, Gottes Stimme in der Natur zu hören und sich mit ihr zu verbinden. Du kannst die Übung alleine machen, oder in einer Gruppe, wo ihr euch eine Weilte trennt und danach Erfahrungen austauscht. Probiers gerne aus und schreib einen Kommentar, was du erlebt hast! Kommst du zum RefLab Podcast-Festival? www.reflab-festival.ch

  5. 65

    «Petit bonjour»: Alternative zu Social Media?

    Kennst du das? Freundschaften, die einem wichtig sind – aber man sieht sich kaum. Man will sich schon lange wieder mal melden, doch irgendwie stresst der Gedanke gerade. Der Alltag, die To-dos, das Gefühl, dass für ein echtes Gespräch gerade die Energie fehlt. Eine Freundin von mir hat aus ihrer Zeit in Burkina Faso eine wunderbare Tradition mitgebracht: das «petit bonjour»; das «kleine Hallo».

  6. 64

    Kirchentags-Rückblick: Mega-Predigt, Waldbaden und Marianne Edgar Budde

    Rückblick auf meine Erlebnisse am Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 in Hannover. Ich (Theologin Evelyne Baumberger, RefLab) durfte am Eröffnungsgottesdienst predigen zum Thema Mut – bzw., was ist, wenn man sich nicht mutig fühlt.

  7. 63

    Was bedeutet «Würde»?

    Kann man die eigene Würde verlieren, oder jemandem Würde zurückgeben? 🤔 Nein, denn Würde ist jedem Menschen angeboren. So steht es in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – und so sieht es auch die christliche Ethik. Was das bedeutet, dazu mehr in dieser Podcastfolge. ➡️ Wenn du zu diesem komplexen Thema noch mehr wissen möchtest, lies den Artikel auf reflab.ch.

  8. 62

    Bibel lesen: 4 Tipps zum Start

    1. Finde die richtige Bibel-Version für dich - Genaue Bibeln: z. B. Elberfelder, Schlachter 2000, Neue Zürcher Bibel - Verständlichere Bibeln: z. B. Hoffnung für alle, Basis Bibel, Gute Nachricht 2. Lies nicht von vorne nach hinten... ...sondern überleg dir, was du gerade suchst und was dich interessiert. Zu Jesus Christus: - Markus-Evangelium (etwa bei 2/3 der Bibel) - überhaupt die vier sogenannten «Evangelien» Für Lebensweisheiten: - Buch der «Sprüche» - «Bergpredigt» (Matthäus 5-7) Psalmen: - zum Beispiel Psalm 23 (Gott als guter Hirte), Psalm 121 (Gott als Beschützer), Psalm 8 (Die Schönheit der Schöpfung), Psalm 139 (Gott kennt mich ganz genau), Psalm 37,5 (Vertrauen auf Gott), Psalm 103 (Dankbarkeit und Vergebung). Hier eine Korrektur: Im Podcast erwähne ich Psalm 42, meine aber Psalm 104 (die Schönheit der Natur). 3. Nutze Erklärungen Sogenannte Bibellese-Hilfen findest du in christlichen Buchhandlungen, online, als Funktionen in Apps. Manche Bibeln wie die Basis-Bibel enthalten auch selbst schon erklärende Abschnitte, die den Einstieg erleichtern. 4. Lass dir Zeit! Lies in unterschiedlichen Stimmungen und Lebenssituationen in der Bibel. Was dir daraus entgegenkommt, verändert sich. Spricht mit anderen über deine Fragen und Erkenntnisse. Hast du Fragen? Schreib mir an [email protected]!

  9. 61

    Zwischenfolge: Was im RefLab gerade läuft und wie es weitergeht

    «Unter freiem Himmel» pausiert ganz kurz – in 2-3 Wochen geht's weiter mit neuen Folgen. Falls du Ideen oder Fragen hast zu neuen Folgen von «Unter freiem Himmel», schreib mir gerne! Zum Beispiel per Mail an [email protected].

  10. 60

    Was ist mit neuen Übersetzungen des «Unser Vater»? (Unser Vater, Teil 9)

    Warum noch die alten Worte des «Unser Vater?» Und darf man das Gebet frei übersetzen? Darum geht's in dieser Folge, der letzten in der Serie. Das «Unser Vater» ist ein Gebet, das verbindet, weil so viele die gleichen Worte auswendig können und gemeinsam beten. Gleichzeitig ist gerade im persönlichen Gebet aber auch Raum für neue Worte. 🤲💬 Welche Version spricht dich an? Nimm diese Podcastfolge als Inspiration, dein eigenes «Unser Vater»-Gebet zu schreiben! 🙏✍️ 🔗 Schriftlich gibt's die Gedanken bei reflab.ch!

  11. 59

    "Denn dein ist das Reich..." (Unser Vater, Teil 8)

    Der Schluss steht so nicht in der Bibel 🤯 Jedenfalls nicht dort, wo der Rest des Gebets steht: „Denn dein ist das Reich…“ etc. stammt aus dem Alten Testament. Die Worte stehen in 1. Chronik 29,11. Doch dieser Schluss gehört seit dem 1. Jahrhundert zum Gebet. Warum? Weil es üblich war, ein Gebet mit einem Gotteslob abzuschliessen. ✨ Die Worte klingen nach Glanz und Gloria, nach einem erhabenen König. Deswegen gibt es dazu auch Kritik - doch die Bibel bricht schon selber mit diesem Königsbild: Wie, erklärt Evelyne im Podcast. 🙏💛 📢 Was bedeutet dieser Schluss für dich? Schreib’s in die Kommentare! 👇

  12. 58

    «Und führe uns nicht in Versuchung» (Unser Vater, Teil 7)

    Mit «Versuchung» ist nicht in erster Linie die Verlockung zu moralischen Sünden gemeint, etwa ungesundem Essen, Untreue oder dummen Kaufentscheiden. Sondern die Trennung von Gott – und deshalb könnte man auch beten: «Lass mich bitte nicht alleine, Gott.» Warum, erkläre ich in dieser Podcastfolge!

  13. 57

    «Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben» (Unser Vater, Teil 6)

    Ist es Pflicht, jemandem zu vergeben, egal wie schlimm es ist, was die Person einem angetan hat? 🤔💭 Jesus hat gepredigt, dass man grosszügig vergeben soll – immer wieder. Aber das ist keine starre Regel, sondern eine Lebenshaltung. Was heisst das? Und wie kannst du mit Schuld umgehen, die dich belastet? 🌿💔 Spoiler: Vergebung bei Gott ist ein Geschenk, keine Leistung. 💝🙏 ➡️ Was kommt dir zum Thema Schuld und Vergebung in den Sinn? Schreib’s mir auf [email protected], kommentier auf reflab.ch oder auf dem RefLab-Instagram-Kanal! 💬 Diese Podcastfolge gibt's auch in Form eines Blogartikels bei reflab.ch. #Vergebung #Schuld #UnserVater #Vaterunser #Glaube #Spiritualität #Jesus #Glaubeteilen #Hoffnung #Christentum #JesusChristus #vergeben #Freiheit #spirituell #Inspiration #spiritualbypassing #spirituellerMissbrauch 🙏✨

  14. 56

    «Unser tägliches Brot gib uns heute» (Unser Vater, Teil 5)

    «Unser täglich Brot» – bedeutet das ganz konkret unser Essen, oder bezieht es sich auf geistige Nahrung? Evelyne glaubt, dass es tatsächlich um körperliche Grundbedürfnisse geht: essen, schlafen, Gesundheit. Was uns manchmal banal erscheint, ist Gott wichtig. Diese Zeile des "Unser Vater"-Gebets drückt aus, dass wir mit Gott über alles sprechen können – sei es auch noch so simpel. Selbst darum zu beten, dass man genug hat, nimmt einen auch in die Pflicht, für andere zu sorgen. Deswegen geht es hier in zweiter Linie auch um Solidarität und Verantwortung. Was denkst du? Schreib gerne einen Kommentar. Schriftlich gibt's diese Gedanken auch im Blogpost auf reflab.ch, ebenfalls ein Kurzvideo dazu.

  15. 55

    Die Weihnachtsfolge: Liebe, leere Geschenke – und was ist denn jetzt mit diesem Jesus?

    Liebe, Licht und Hoffnung: An Weihnachten wird viel mit grossen Begriffen gearbeitet, die emotionale Stimmungen hervorrufen. Bei näherer Betrachtung geht es dann jedoch oft um eine glitzernde Fassade für triste Verhältnisse oder um Kommerz und Kauflust – leere Schachteln, um die ein hübsches Geschenkpapier gewickelt ist. An Weihnachten wird gefeiert, dass Gott in einem kleinen Kind zu uns Menschen kam. Jesus Christus, über dessen späteres Leben viel in der Bibel zu lesen ist. Dieser Jesus, mit dem ich lange wenig anfangen konnte, ist Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens. In dieser Podcastfolge denke ich darüber nach, was es für die Begriffe Liebe, Licht und Hoffnung bedeutet, sie durch diese Linse zu betrachten. Schreib mir gerne einen Kommentar, was du davon hältst – auf Social Media oder per Mail an [email protected].

  16. 54

    «Dein Wille geschehe» (Unser Vater, Teil 4)

    «Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden» – ein schwieriger Satz im UnserVater-Gebet. Man gibt damit ein Stück Kontrolle ab. Aber was bedeutet es genau, so zu beten? 🙏 Im Video erkläre ich, warum diese Zeile vielleicht in der einen Variante des Gebets fehlt und warum sie doch so wichtig ist. Es geht um Demut, Vertrauen und die Frage, ob Gottes Wille tatsächlich besser ist als mein eigener...? 🤔 Im Artikel auf reflab.ch findest du den Inhalt des Videos ausführlicher zum Nachlesen, und im RefLab-Youtube-Kanal ein kurzes Video dazu. *Korrektur: Am Ende spreche ich vom «Apostel Matthäus». Gemeint ist natürlich der Evangelist Matthäus.

  17. 53

    «Dein Reich komme» (Unser Vater, Teil 3)

    Das Gesicht in die Sonne halten ☀️ Das bedeutet es, zu beten, "Dein Reich komme". Jesus hat oft Geschichten vom "Himmelreich" erzählt. Dass ein Schimmer davon da und dort schon durchblitzt, immer stärker wird und irgendwann alles anstrahlt. "Die Liebe ist das Wesen der Zeit Gottes", predigte der Theologe Gerhard Ebeling. Zu beten, dass dieses Himmelreich Gottes die Erde umfassen soll, bedeutet deshalb, sich diesem Schimmer zuzuwenden. Das Gesicht in die Sonne zu halten, sich vom Licht Gottes anstrahlen und wärmen zu lassen und es in die Welt hinaus zu reflektieren. Damit überall kleine Lichter erstrahlen und die Welt heller wird. 💫 Dazu gibt es auch die Folge «Siehst du den Himmel schon?».

  18. 52

    «Geheiligt werde dein Name» (Unser Vater, Teil 2)

    «Geheiligt werde dein Name» – ein rätselhafter Satz im Unser-Vater-Gebet. Was bedeutet er genau? Bei dieser Bitte ist es zentral, die jüdische Herkunft dieser Gebetszeile zu betrachten. Deshalb zum Einstieg in diese Folge auch eine Geschichte aus dem Talmud. Den zweiten Teil dieser Podcastfolge bildet eine Meditation von Janna Horstmann: «Kann mein Name heilig sein?» Auf reflab.ch findest du den Inhalt dieser Podcastfolge als Blogartikel zum Nachlesen, und auf YouTube bei RefLab ein kurzes Video dazu.

  19. 51

    «Unser Vater im Himmel» (Unser Vater, Teil 1)

    Auf reflab.ch findest du den Inhalt dieses Podcasts auch schriftlich als Artikel, und auf dem YouTube-Account von RefLab gibt's ein kurzes Video desselben Inhalts. «Vater» – ein sehr persönliches Bild für Gott. Jesus hat sich beim Vaterunser, in dieser Gebetsanleitung, bewusst für diesen Vergleich entschieden. Hier geht es um eine ganz eigene Beziehung: Es ist eine persönliche Anrede, die grosses Vertrauen ausdrückt. Am Ende der Podcastfolge kannst du mit einem poetischen Text von Janna Horstmann diese Zeile des Gebets noch einmal anders auf dich wirken lassen. / Kennst du schon den neusten RefLab-Podcast: «RefLab To Go»? Dort liest dir jede Woche ein Autor oder eine Autorin einen Blogpost vor. / Erwähnte Bibelstellen: Hosea 11,3; Hosea 13,8. Das «Unser Vater»-Gebet steht bei Matthäus 6,9-13 und in einer kürzeren Variante bei Lukas 11,2-4 (dort steht am Anfang nur «Vater»). Auch Manuel Schmid und Stephan Jütte haben in der neusten Folge des Podcasts «Ausgeglaubt» über das Bild von Gott als Vater gesprochen.

  20. 50

    «Unser Vater»: ein Gebet für alle Fälle

    Das bekannteste christliche Gebet: "Unser Vater" oder "Vaterunser". In dieser Staffel von "Unter freiem Himmel" gehen wir es Zeile für Zeile durch: Was steht da, wie lautet es im Grundtext, was sind unterschiedliche Interpretationen, und was bedeutet es für uns, heute? In dieser Einführungsfolge wird der Kontext erklärt: Woher kommt dieses Gebet? Es steht zweimal in der Bibel, bei Matthäus 6,9–13, und bei Lukas 11,2–4. Die Versionen sind unterschiedlich, und der Schluss, wie wir ihn heute kennen, steht gar nicht dort – der stammt nämlich aus dem Alten Testament (1. Chronik 29,11). Warum das so ist, erfährst du in dieser Folge.

  21. 49

    Ostern als Mythos

    Jahr für Jahr habe ich versucht zu verstehen, was Karfreitag und Ostern bedeuten. Was das Ganze eigentlich mit mir zu tun hat. Aber mittlerweile weiss ich: Ob ich das jetzt rational verstehe oder nicht, ist ziemlich irrelevant. Es geht um die Geschichte als Mythos: Als Geschichte, in der Zusammenhänge erahnbar werden, die sehr viel grösser sind als ich – und die gleichzeitig fundamental mit mir zu tun haben. Möglichkeiten, dies zu spüren, sind sinnliche Zugänge zu Ostern. Fasten, Passionskonzerte, symbolische Handlungen, Lieder, ein Osterfeuer, Osterlachen. Mir helfen auch Filme dabei, in die Geschichte einzutauchen – zum Beispiel: Maria Magdalena (2018) Auferstanden ("Risen", 2015) Das 1. Evangelium nach Matthäus (1964) Das neue Evangelium (2021) Silence (2016) Klassiker, der "Jesus-Film" (1979)

  22. 48

    Was passiert nach dem Tod?

    Was geschieht mit uns, wenn wir gestorben sind? Was passiert nach dem Tod? Niemand weiss das – ich natürlich auch nicht. In dieser Folge erzähle ich dir jedoch, was ich mir vorstelle und was ich als Theologin darüber denke. Es interessiert mich, was du denkst! Ich bin gespannt darauf, was in den Kommentaren zusammenkommt; direkt auf Spotify oder auf reflab.ch.

  23. 47

    Muss ich anderen von Gott erzählen?

    Was ist das Wort, das im Zusammenhang mit dem Christentum am meisten umstritten ist? Mission. Es ist etwas Persönliches, aber man wird schnell in eine Schublade gesteckt. Mission hat heute auch einen kolonialen und übergriffigen Beigeschmack. Also einfach den Glauben Privatsache sein lassen? In der Bibel heißt es immer wieder, man solle weitererzählen, wie gut Gott ist. Und dann der Missionsbefehl und so weiter... Wie damit umgehen, wenn man sich unwohl fühlt damit, anderen vom eigenen Glauben zu erzählen?

  24. 46

    Die beste Strategie bei Online-Konflikten

    Fakten und Argumente sind wichtig – aber in den Social-Media-Kommentarspalten überzeugen sie leider niemanden. Deswegen braucht es eine andere Strategie. Und als Bonus: 5 Besonderheiten von Konflikten im digitalen Raum (ab Min. 9.25): 1. Zeit 2. Shitstorm-Gefahr 3. Machtverteilung und Algorithmen 4. Block-Funktion etc. 5. Emojis statt Körpersprache

  25. 45

    War Maria wirklich Jungfrau?

    Aus der Community kam die Bitte, mal was über diese Frage zu machen. Hier also theologische Puzzleteile zur Auseinandersetzung damit, u. a. der antike Kontext, Reinheitsvorstellungen und Prophetien aus dem Alten Testament. Kommst du ans RefLab-Festival «Expedition WIRklichkeit» am 8./9. März in Zürich?

  26. 44

    Ausdauer trainieren: anders, als man denkt

    Hast du dir für 2024 vorgenommen, mit dem Laufen anzufangen? Beim Jogging gibt's am Anfang eine steile Erfolgskurve, dann erreicht man irgendwann ein Level, wo man nicht mehr schneller wird. 🏃🏽‍♀️ Der Grund dafür ist simpel – aber schwierig umzusetzen. Und es hat viel mit unserem Lebensstil zu tun. Hast du dein Ticket fürs RefLab-Festival «Expedition Wirklichkeit» schon? Momentan gelten noch Early-Bird-Preise. 8./9. März 2024, Zürich. Hier gibt's alle Infos und Tickets: www.reflab-festival.ch

  27. 43

    Gott ist nicht im Sturm

    Die Story beginnt mit einem Massaker und endet mit der Pensionierung eines Rächerpropheten. Nachdem der biblische Prophet Elijah 450 andere Propheten abgeschlachtet hat (ja, das Wording steht tatsächlich so in der Bibel), muss er fliehen und will selbst nur noch sterben. Was dann passiert und was diese Geschichte mit den bevorstehenden Weihnachtstagen zu tun hat, erzähle ich in dieser Podcastfolge. Dazu gibt es ein Video mit gleichem Inhalt auf YouTube oder Instagram (RefLab) sowie einen Blogartikel auf reflab.ch. Bist du auch dabei am RefLab-Podcast-Festival «Expedition Wirklichkeit» am 8./9. März 2024 in Zürich? Momentan gibt's Tickets noch zum Early-Bird-Preis. www.reflab-festival.ch

  28. 42

    Am Anfang war das... Gespräch

    «Am Anfang war das Wort.» Einer der berühmtesten Sätze der Menschheit. Aber: Der Satz wurde nicht immer genau so übersetzt. In den ältesten Bibelübersetzungen steht ein bisschen etwas anderes. Und das hat Auswirkungen darauf, wie man sich das Verhältnis von Gott zur Welt vorstellt. Was war die zweite Übersetzungsmöglichkeit – und warum hat sich der Begriff «Wort» durchgesetzt, obwohl er eigentlich weniger genau ist?

  29. 41

    Die Kraft von Ritualen

    Religiöse Rituale wie das Abendmahl, vertraute Lieder, das gemeinsame Vaterunser tun gut, wenn der Glaube zu rational, zu kognitiv geworden sind. Ob ich sie theologisch immer zu 100 % nachvollziehen kann, ist egal – manche Dinge müssen körperlich geschehen. So ist vielleicht beim Abendmahl nicht der Sinn darin, dass ich verstehe, was Jesus mit «mein Leib» und «mein Blut» gemeint hat, oder wie das aufgeladen wurde. Sondern dass mir die bekannten Worte dieses Rituals «in Fleisch und Blut» übergegangen sind, und dass ich Brot und Wein körperlich verinnerliche. Wenn mein spiritueller Boden ausgetrocknet ist, sind Rituale ein wohltuender Regen. Und vielleicht wächst und blüht dann aus diesem Boden sogar wieder mal was.

  30. 40

    Sind wir Menschen gut oder schlecht? – Ein «göttliches Mindset»

    Alle Menschen sind Sünder:innen – aber Gott sah die Schöpfung und fand alles «sehr gut». Wie ist dieser Kontrast in der Bibel zu verstehen, dass die «menschliche Natur» im Widerspruch steht zu einem Leben, wie Gott es will? Die Pointe ist: Es geht gar nicht primär um eine moralische Wertung unseres Handelns, sonder um die zugrundeliegende Einstellung. In der Podcastfolge zoome ich rein in einen Bibeltext, Galater 5,16-26, und zeige, worin der Wechsel des Mindsets besteht: Von «Gott liebt mich, wenn ich vor ihm möglichst gut dastehe» (was in Abgrenzung, Druck etc. resultiert) zu «Ich stehe vor Gott gut da, weil Gott mich liebt.» Was hältst du davon? Schreib mir gerne einen Kommentar auf reflab.ch oder direkt auf Instagram.

  31. 39

    Als Christ:in politisch sein?

    Soll man als Christ:in politisch sein? Muss man an Klimademos, um sich für die Schöpfung einzusetzen? Reicht es, eine «christliche» Partei zu wählen? Oder ist das eh alles ein schmutziges Geschäft? Warum die Frage eigentlich absurd ist, und warum du dich an den Schweizer Parlamentswahlen vom 22. Oktober 2023 beteiligen solltest, falls du wahlberechtigt bist, in dieser Folge.

  32. 38

    Krummholzzone

    «Krummholzzone» – das Wort, das mir in einer Berghütte in einem Buch begegnet ist, hat mich fasziniert. 🌲🏔️ Die Krummholzzone liegt an der Baumgrenze, dort, wo die Bäume eben nicht mehr hoch und gerade wachsen, sondern klein, zäh und knorrig. Die Bäume sind Überlebenskünstler – weil dort häufig Lawinen über die Landschaft donnern und der Boden manchmal unter den Wurzeln wegrutscht, weil es so steil ist. Dann müssen sie sich neu orientieren und wachsen in die neue Richtung weiter. Und entwickeln eine ganz eigene Schönheit. Das Bild ist stark, das Wort ist mir hängengeblieben. Auch, weil es nicht nur einzelne Bäume beschreibt, sondern einen ganzen Lebensraum. Was macht der Begriff mit dir? Wie würdest du die Metapher auf dein Leben übersetzen? Schreib gerne einen Kommentar auf reflab.ch.

  33. 37

    Religion – Glaube – Spiritualität – Theologie: Was ist der Unterschied?

    Religion, Spiritualität, Glaube, Theologie – was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen Begriffen? In dieser Folge definiere ich die vier Begriffe und erzähle auch, was sie für mich als Christin im Alltag bedeuten. ⛪️ Religion: Ein solidarisches System aus Überzeugungen und Praktiken, die sich auf das Heilige beziehen und die Gemeinschaft zusammenhält (nach Émile Durkheim). Im Christentum z. B. die Bibel, Gottesdienste, Feiertage wie Weihnachten, Ostern und die dazugehörigen Rituale, Texte und Lieder. Religion wird gemeinschaftlich gelebt. 🙏. Glaube: Die individuelle Seite dieser Überzeugungen. Wie prägt das, was ich über den grösseren Zusammenhang glaube, meine Weltanschauung? Das biblische Wort für "glauben" kann auch mit "vertrauen" übersetzt werden, es geht im Christentum also auch um eine Beziehung zu Gott. ✨ Spiritualität: Die individuelle Seite der Praxis. Wie schaffe ich in meinem Alltag Raum, um Gott/dem Heiligen zu begegnen, mich verbunden zu fühlen, über mich hinauszublicken? 🤔 Theologie: Reflexion auf Religion und Glaube. In der Theologie werden Überzeugungen nachvollziehbar gemacht und zur Diskussion gestellt.

  34. 36

    Was der Regenbogen wirklich bedeutet

    Konservative Christ:innen regen sich gerne darüber auf, dass sich die queere Community das biblische Symbol des Regenbogens angeeignet hat. Es sei ein Symbol dafür, dass Gott Frieden mit den Menschen geschlossen habe. Schauen wir aber mal genauer in die Bibel.

  35. 35

    Nerd-Alert: Prozesstheologie

    Prozesstheologie – eine unterschätzte theologische Strömung, die Alternativen zu einem patriarchalen, statischen, anthropozentrischen Christentum bietet. Wenn du nur eine kurze Zusammenfassung möchtest und lieber direkt erfährst, warum ich diese Denkrichtung spannend finde, kannst du zu Minute 19 springen. Denn die Folge ist ziemlich dicht, obwohl ich versucht habe, alles so verständlich wie möglich zu erklären. Dazu gibt's einen Blogpost auf reflab.ch – dort kannst du all das auch in schriftlicher Form lesen. Was machen diese Ansätze mit dir und deinem Glauben? Schreib mir gerne per Mail an [email protected]!

  36. 34

    Schöpfung in 7 Tagen?!

    Muss ich als Christ:in glauben, dass Gott die Welt in 7 Tagen geschaffen hat? Steht ja schliesslich in der Bibel. 🌎 Warum ich das nicht (mehr) glaube, und die Vorstellung von einer Schöpfung in Jahrmillionen viel besser zum biblischen Bild von Gott passt, in dieser Folge. Was denkst du? Schreib mir gerne einen Kommentar an [email protected] oder direkt auf Instagram.

  37. 33

    Schutzpanzer im Alltag

    Manchmal zieh ich mir morgens einen Schutzpanzer an: Kleidung, die mich stärker macht, eine aufrechtere Haltung, Musik, die mir Drive gibt. Damit ich weniger verletzlich bin. Doch manchmal wird dieser Schutzpanzer zu schwer. Wie geht es dir damit? Schreib mir gerne einen Kommentar an [email protected].

  38. 32

    Pause machen ist göttlich

    Fällt es dir manchmal auch schwer, Pausen einzulegen und bewusst Nichts zu tun? Manchmal ist dies purer Luxus. In manchen Übersetzungen von Psalm 65,2 steht: «Bei dir zur Ruhe kommen, damit ehrt man dich, Gott». Ausruhen als Lobpreis und als etwas, woran Gott sich freut? Eine schöne Perspektive. Wie ruht man sich bei Gott aus? Das ist individuell. Manche schütten Gott im Gebet ihr Herz aus. Andere machen Musik oder schreiben Tagebuch. Manche tanken Kraft in der Natur, andere im gemütlichen Zuhause. Was ist deine Art, zur Ruhe zu kommen? Schreib mir gerne an [email protected].

  39. 31

    «Terra Divina»: Eine Übung in Naturspiritualität

    In meiner «Hiking Church» haben wir kürzlich einen Zugang zur Natur namens «Terra divina» oder «Schwellengang» ausprobiert. Man geht in die Natur, hört auf den inneren Kompass, und sobald einem eine «Schwelle» auffällt wie etwa ein Zweig oder ein umgekippter Baumstamm, tritt man darüber. Mit Respekt und Offenheit gegen innen und aussen öffnet man alle Sinne, spürt, was passiert und schaut hin, was einem auffällt. Man versucht, Gottes Stimme in der Natur zu hören und sich mit ihr zu verbinden. Du kannst die Übung alleine machen, oder in einer Gruppe, wo ihr euch eine Weilte trennt und danach Erfahrungen austauscht. Probiers gerne aus und schreib einen Kommentar, was du erlebt hast!

  40. 30

    Siehst du den Himmel schon?

    Jesus sprach viel über das «Himmelreich Gottes» auf Erden: Eine Realität, in der andere Werte gelten und Dinge und Menschen aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Was dieses «Himmelreich» oder «Reich Gottes» ist, ist aber schwierig, präzise zu definieren. Es liegt zwischen den Zeilen, ist nicht greifbar. Deswegen erzählte Jesus vor allem Geschichten darüber. Diese Geschichten funktionieren ein Muster oder ein "Blueprint" für diese Verschmelzung von Erde und Himmel. Das Gute daran: Wenn man es einmal erkannt hat, sieht man es im Alltag immer wieder. Welche sind deine Himmels-Geschichten? Schreib mir gerne einen Kommentar!

  41. 29

    Ist Gott allmächtig?

    Ist Gott allmächtig? 🤔 Vor allem, wenn man schlimme Ereignisse auf der Welt sieht, fällt das schwer zu glauben. Warum kann oder will Gott das nicht verhindern? In diesem Video beleuchte ich das Konzept der Allmacht von verschiedenen Seiten. In der Bibel kommt der Begriff «allmächtig» ursprünglich nicht vor. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihn zu verstehen. Es gibt auch theologische Positionen, die sagen, dass Gott nicht in jeder Situation eingreifen kann. Etwa die Prozesstheologie, welche der Freiheit des Menschen viel Raum einlässt. Oder der «Offene Theismus», in der Gott seine Macht dadurch zeigt, dass er in Jesus Christus am Kreuz völlig machtlos wird – und dafür vollkommene Liebe zeigt. Letztendlich ist es eine Frage des Vertrauens: Kann man einem Gott vertrauen, der nicht allmächtig ist? Wie siehst du das? Schreib gerne einen Kommentar! Spezieller Dank an Andreas Loos von Fokus Theologie für die theologischen Impulse bei der Arbeit an diesem Video/dieser Podcastfolge.

  42. 28

    Das höchste Gebot des Podcastens

    Ich habe das höchste Gebot des Podcastens nicht befolgt: «Du sollst vorproduzieren!» Nun überrollt mich die Welle von unbearbeiteten Themen-Ideen. Und obwohl weder Sommerferien noch Fastenzeit ist, lege ich eine Atempause ein. In etwa einem Monat bin ich wieder da – mit neuen Podcastfolgen und Videos für RefLab. Ich freue mich, wenn ihr da bleibt. In der Zwischenzeit könnt ihr mir gerne Themenideen und Feedback für den Podcast «Unter freiem Himmel» schicken! Das geht entweder per Instagram-Nachricht oder per Mail an [email protected]. Bis bald und passt auf euch auf!

  43. 27

    Keine Angst vor der Hölle!

    Es mag veraltet klingen – aber mich fragt immer wieder mal wer, ob er/sie/they Angst vor der Hölle haben sollen. Diese Angst prägt bei manchen Menschen ihren Glaubensweg, bei anderen auch grosse Lebensentscheidungen. Und zwar meistens nicht positiv. Es ist also Zeit, dazu eine Podcastfolge zu machen. 🔥 Teil 1: Was zur Hölle steht überhaupt in der Bibel? (Spoiler: herzlich wenig) 😈 Teil 2: Wie ist diese Höllenlehre dann entstanden? Und gibt's daran irgendwas Gutes? 🔥 Teil 3: «Fürchte dich nicht» statt Angst vor der Hölle

  44. 26

    Es gibt keine objektive Theologie

    Sag mir, wer du bist, und ich sag dir, was deine Theologie ist. Gut, so einfach ist es nicht. Aber: Wer du bist, deine Erfahrungen, dein Hintergrund, deine gesellschaftliche Stellung, prägt, welchen Blick du auf Gott, die Bibel, andere Menschen hast. Ich als mitteleuropäische, schlanke, weisse Frau mit guter Bildung sehe die Welt anders als ein 2 Meter grosser Mann mit Tattoos im Gesicht. Und umgekehrt: Menschen reagieren auch anders auf mich. Unsere Erfahrungen sind unterschiedlich, und diese Erfahrungen prägen wiederum, wie und was wir glauben. Deswegen ist Selbstreflexion wichtig: 🪞 Um blinde Flecken zu bemerken 🪞 Um sich bewusst auf andere Perspektiven einzulassen 🪞 Um die eigene Sicht zu verstehen – und, wo nötig, transparent zu machen.

  45. 25

    Was ist eigentlich Mystik?

    «Mystik» klingt geheimnisvoll, undogmatisch, spirituell. Eine mystische Spiritualität passt zu Meditation und Achtsamkeit und ist zudem auch interreligiös kompatibel. Aber was ist Mystik eigentlich? 🤔 Im Kern von mystischer Spiritualität steht die Erfahrung unmittelbarer Nähe zu Gott, oder sogar Einheit mit Gott. Diese Erfahrung nimmt für einen Moment vorweg, was im Jenseits, im Himmel sein wird. Es ist eine innerliche, geistige Begegnung. 😇 Die meisten Mystiker:innen pflegten und pflegen eine bestimmte spirituelle Praxis, um sie zu ermöglichen. Manche gingen dafür bis ins Extreme. Der Wüstenvater Antonius, Hildegard von Bingen, Meister Eckhart oder die Philosophin Edith Stein: Mystiker:innen des Christentums haben immer wieder versucht zu beschreiben, was sie erlebt haben. Geborgenheit, Ruhen in Gott. Manchmal wurden sie auf dem Weg dorthin aber auch von Dämonen geplagt. Andere haben ihre Erfahrung sehr körperlich, intensiv, ja erotisch erlebt. Mystik hat Sprengkraft: Das Christentum hat durch sie immer wieder neue Impulse erhalten. Die Möglichkeit einer persönlichen Gotteserfahrung, ohne die Vermittlung durch Priester oder andere geweihte Personen, hat aber auch Machtstrukturen bedroht. Einige Mystiker:innen bezahlten dafür sogar mit dem Leben. 💀 Wegen ihrer Vieldeutigkeit hat sich diese Art von Spiritualität bis heute gehalten. Noch drei andere Faktoren scheinen die Mystik für die heutige Zeit besonders anschlussfähig zu machen: ⚡️ Mystik fokussiert auf individuelle Spiritualität ⚡️ Mystische Spiritualität findet sich in vielen Religionen ⚡️ Mystik passt zu aktuellen Trends: Achtsamkeit, Meditation, Selbstoptimierung Es geht in einer mystischen Glaubenspraxis also nicht um eine Kraftquelle zur Bewältigung für den Alltagsstress, sondern um die Hinwendung zu dem, was wirklich zählt. Aus der Mystik kam immer auch Aktivität, Dienst am/an der Nächsten. Dennoch haben viele Menschen gerade während der Pandemie in dieser Art der Spiritualität Halt gefunden.

  46. 24

    Vom Unterwegssein

    Ein Text über Nomadenchrist:innen, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe. Plus ein paar Gedanken darüber, wann man wirklich angekommen ist, und ob diese Wüstenzeiten ein Dauerzustand werden sollten. Manchmal wird Christ:innen wie mir vorgeworfen, dass wir die sogenannte «Dekonstruktion» zum neuen Glaubensideal erheben. Dabei sind damit Phasen gemeint, die vermutlich die meisten in ihrem Glaubensleben ein- oder mehrmals erleben. Prozesse des Hinterfragens und Suchens, die zu einem reiferen Glauben und mehr Vertrauen in Gott führen.

  47. 23

    «Christentum light» (Jesus-Serie, Teil 3)

    Jesus macht das Christentum irgendwie kompliziert. Die ganze Geschichte mit Kreuz und Auferstehung... Wäre es möglich, einfach diejenigen Aspekte des Christentums zu behalten, die Mainstream-tauglich sind, etwa Nächstenliebe oder den liebenden Gott? «Christentum light», sozusagen? Wie siehst du das? Schreib mir gerne einen Kommentar.

  48. 22

    Ist Jesus wirklich auferstanden? (Jesus-Serie, Teil 2)

    Im ersten Teil der Serie ging's darum, ob Jesus tatsächlich existiert hat vor 2000 Jahren. Jetzt geht's ans Eingemachte: Ist Jesus von den Toten auferstanden? Zu dieser Frage gibt es drei mögliche Antworten: 1. Jesus ist nicht auferstanden; sein toter Körper verweste wie bei jedem anderen Menschen auch. Die Auferstehung ist nur ein Sinnbild. 2. Es gab ein biologisches Wunder und Jesus wurde körperlich wieder lebendig. 3. Jesus ist auferstanden – aber auf eine andere Art und Weise. In dieser Podcastfolge mache ich eine Auslegeordnung der Argumente in dieser Frage. Danach erzähle ich, wie sich Theolog:innen die Auferstehung von Jesus erklären. Spoiler: Sie sind sich nicht einig. Was ich selber glaube, verrate ich hier natürlich auch. Dazu gibt es ein Fenster in die feministisch-theologische Interpretation der Auferstehung. Die Kurzversion dieser Folge als Video findest du hier auf YouTube im RefLab-Kanal. Zum Thema Auferstehung haben Manuel Schmid und Stephan Jütte auch mal in einer Folge des Podcasts «Ausgeglaubt» diskutiert: «Ich glaube nicht, dass das Grab von Jesus leer war».

  49. 21

    Hat Jesus wirklich gelebt? (Jesus-Serie, Teil 1)

    Gibt es Beweise dafür, dass es vor 2000 Jahren tatsächlich einen «Jesus von Nazareth» gab? Hat Jesus wirklich gelebt, oder ist das gar nicht mal so sicher? In dieser Folge nehme ich verschiedene Quellen unter die Lupe: - Reliquien wie Grabtücher, Reliquien, Splitter des Kreuzes etc. - christliche Texte (v. a. die vier Evangelien und die Paulusbriefe) - andere historische Texte aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Und ich erzähle (ca. ab Minute 10) seit wann die Frage, ob Jesus existiert hat, überhaupt in der Wissenschaft gestellt wird und welche Bedeutung sie in der heutigen Theologie hat. Diese Folge gibts – etwas kürzer – auch als Video auf YouTube. Das nächste Thema wird sein: «Ist Jesus wirklich auferstanden?», und auch dazu habe ich schon mal ein Video veröffentlicht, das auf dem RefLab-YouTube-Kanal zu finden ist.

  50. 20

    Gott in der Natur begegnen?

    In meinem Video/Podcast «Welcher spirituelle Typ bist du?» habe ich erwähnt, dass sich manche Menschen Gott in der Natur nahe fühlen und Gott dort erleben. Darauf, wie ich mir das vorstelle und selber erlebe, gehe ich in dieser Folge nochmals näher ein. Spannend: Das hebräische Wort «Midbar» für «Wildnis» (häufig auch übersetzt mit «Wüste») ist auch die Bezeichnung für «Mund», beides ist abgeleitet vom Verb für «sprechen». Ich spreche von «Natur» hier übrigens sehr pauschal. Die Trennung Mensch/Natur ist eine total künstliche – wir Menschen gehören zur Schöpfung, sind biologische Wesen, die sterben und vergehen, und die zutiefst verbunden sind mit anderen Lebenwesen. (In der sehr empfehlenswerten Ausstellung «Natur und wir» im Stapferhaus Lenzburg lernte ich kürzlich, dass rund 2 kg meines Körpers aus Mikroben bestehen, etwa im Darm und auf der Haut.) Hast du Gott schon mal in der Natur erlebt? Schreib gerne einen Kommentar. An der Schnittstelle zwischen Natur und Spiritualität bewegt sich häufig der RefLab-Podcast «Holy Embodied» – hör auch dort gerne mal rein.

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ABOUT THIS SHOW

Wie kann Glaube an Gott im 21. Jahrhundert aussehen? Was aus der christlichen Tradition übernehmen wir, was ist nicht mehr zielführend? Zwischen diesen Themen hat auch Aktualität Platz. Glaube mit Herz, Kopf – und manchmal auch Zweifeln: Zwischen Theologiestudium und Hiking Church, zwischen reformierter Tradition und digitaler Kirche. Theologin Evelyne Baumberger macht seit 2020 kurze Videos zu diesen Themen (findet man in der YouTube-Playlist von RefLab), der Podcast ist eine Vertiefung dieser Videos.Ich freue mich über Fragen und Themen-Ideen - gerne per Kommentar oder per Mail an [email protected]!

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Evelyne Baumberger

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