PODCAST · fiction
VerasTagundNachtBuch
by Veras Tag und Nacht Buch
In "Veras Tag und Nacht Buch" präsentiere ich, was mich inspiriert und bewegt. Bekanntes, Unbekanntes und echte Raritäten wie die "Ode an Singer" des flämischen Dichters Paul van Ostaijen. Daneben erwarten Euch Heine, Goethe, Schwitters, Lasker-Schüler, ausgewählte Märchen und manch eigener Text.Ein Zu-Hörbuch zum Träumen und Wachen, Hinhören und Aufhorchen. Jede Woche kommt eine Aufnahme hinzu - wenn ich's denn schaffe ...#literaturhören#hörbuch#audiobook#literaturinhamburg#literarischespaziergänge
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Joachim Ringelnatz, Guter Rausch
Lutz Flörke und Vera Rosenbusch lesen „Guter Rausch“ von Joachim Ringelnatz. Ein Lob des guten Rausches. Das lyrische Ich verschweigt nicht, dass es auch einen schlechten Rausch gibt. Worin besteht der gute? Man sieht klar und mild. Man geht versöhnlich mit anderen um. Man tritt aus sich selbst heraus, ist entrückt wie ein Engel. Man betritt ein künstliches Paradies. Der gute Rausch entlastet uns, er zeigt, wie wir sein könnten, wenn wir nicht wären, wie wir sind. Eine Hörprobe aus unserem Bühnenprogramm „Die künstlichen Paradiese“.
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Der Hase und der Igel
Vera Rosenbusch liest „Der Hase und der Igel – Ein Märchen der Brüder Grimm“. Die Geschichte kenne ich seit frühester Kindheit. Ein Stoff, den jede und jeder kennt. Doch bei genauerem Hinhören ist manches ungewöhnlich: Das Märchen beginnt mit einem Satz über Wahrheit und Erzählen - und über die Wahrheit des Erzählens. Auch der Hase unterscheidet sich erheblich von seinen in Goldfolie eingewickelten Namensvettern, die gerade massenhaft in den Supermärkten herumstehen. Schließlich ist da noch das überraschende Ende: „Die Lehre aber aus dieser Geschichte ist erstens, daß keiner, und wenn er sich auch noch so vornehm dünkt, sich über einen geringen Mann lustig machen soll, und wenn es auch nur ein Igel wäre. Und zweitens, daß es geraten ist, wenn einer freit, daß er sich eine Frau aus seinem Stande nimmt, die geradeso aussieht wie er selber. Wer also ein Igel ist, der muß zusehen, daß seine Frau auch ein Igel ist, und so weiter.“ Die Erzähler spielen mit dem Wunsch des Publikums, „Lehren“ aus Geschichten zu ziehen. Jeder Mann weiß,dass er auf der ganzen Erde keine Frau finden, die „geradeso aussieht wie er selber“. Ein subtiler Witz. Im Original der Brüder Grimm ist der Text übrigens niederdeutsch. Ich habe die Übersetzung sprachlich behutsam modernisiert. Hören Sie selbst!
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Heinrich Heine: Dona Clara
Vera Rosenbusch liest "Donna Clara" von Heinrich Heine. Viele träumen davon, durch Liebe, Lyrik, Literatur ihr Leben zu verändern. Und es stimmt ja auch, sie hilft, Distanz herzustellen zu Eltern, Freunden, Alltagsgerede. Mit einem Mal scheint eine andere, bessere Welt mit anderen Texten und anderen Menschen möglich. Das gibt Hoffnung, selbst wenn der Rücksturz ins alte Leben kaum vermeidbar ist. - Ein Gedicht von Heinrich Heine, das bei aller poetischen Schönheit die hässliche Seite der Wirklichkeit nicht aus den Augen verliert.
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Joachim Ringelnatz: Der Stein
Vera Rosenbusch liest ein Wintergedicht von Joachim Ringelnatz.
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Heinrich Heine: Hast du die Lippen mir wundgeküsst
Vera Rosenbusch liest "Hast du die Lippen mir wundgeküsst von Heinrich Heine. aus unserem Bühnenprogramm "Nacht".
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Die große Göttin
Juchuuuh, unser neues Buch ist da! Es enthält neue eigensinnige Geschichten von Lutz Flörke, Vera Rosenbusch und Kollektivtexte von beiden. Wir sind ja zwei AutorInnen mit (mindestens) drei Schreibweisen. Lutz schreibt, wie er schreibt, Vera schreibt, wie sie schreibt, und die kollektiv geschriebenen klingen noch anders. Gerade die Kollektivtexte sind etwas Besonderes, so schreibt niemand außer uns. „Die große Göttin“ mögen wir besonders, weil sie schön skurril ist und dabei nachdenklich macht. Eine Leseprobe aus dem dritten Band von „EINS+EINS=DREI“ ISBN 978 3695 133574
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Ringel Avant-Propos
Vera Rosenbusch liest „Avant-Propos“ von Joachim Ringelnatz, eine Vorrede zu seinem Gedichtband „Die bebatikte Schusterpastete“ von 1921. Worterklärung: Captatio Benevolentiae (lat.) = eine seit der Antike gebräuchliche rhetorische Figur. Der Autor eines Textes wirbt um die Gunst des Publikums und bittet, die folgende Rede oder das Theaterstück freundlich anzunehmen.
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Carola Neher: Sport
Vera Rosenbusch liest „Sport“ von Carola Neher, eine Hörprobe von ihrem literarischen Spaziergang „Fritz Schumachers Freilufthaus“. Der Hamburger Stadtpark entstand zu einer Zeit wachsender Sportbegeisterung. Zu Anfang gab es bereits 3 Sportplätze (heute sind es 9) und rundherum eine sechseinhalb Kilometer lange Korsostraße, auf der Motorradrennen ausgetragen wurden. Wegen mehrerer Todesstürze wurden sie 1953 eingestellt. Carola Neher, eine der berühmtesten Schauspielerinnen der 1920er Jahre, schrieb ein Gedicht, in dem sie den Sport feiert – als abenteuerlich, frivol, emanzipativ, verspielt und risikofreudig = sehr anders als das mediale Gerede heute, wo die ReporterInnen Kampf und Willen verklären. Ich weiß, ich weiß, unbekannte Dichterin bedeutet, es gibt wieder besonders wenige Klicks. Aber ich bin ein Dickkopf und präsentiere gern Ungewohntes abseits der Bestseller-Bundesliga. Termine & mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de
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Totes Handy auf dem Friedhof
Eine Hörprobe von unserem literarischen Spaziergang "Wir spielen, bis uns der Tod abholt" mit eigenen Texten, die alle auf dem Friedhof Ohlsdorf spielen. Diesen haben wir kollektiv geschrieben. Die vollständige Geschichte findet ihr in "EINS+EINS=DREI" von Lutz Flörke und Vera Rosenbusch. Termine & mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de
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Hermann Harry Schmitz: Der Hahn und der Wurm
Vera Rosenbusch liest „Der Hahn und der Wurm“ von Hermann Harry Schmitz. Wenn Männer sich als Männer aufspielen, vor allem gegenüber Frauen, kann das hochkomisch sein. Hier kommt eine umwerfend aktuelle Groteske in Zeiten, als der neue alte Männlichkeitswahn recycelt wird.
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Else Lasker-Schüler: Etwas von mir
Vera Rosenbusch liest „Etwas von mir“ von Else Lasker-Schüler. „In Elberfeld an der Wupper geboren“, beginnt dieser Text wie jede ordentliche Autobiografie, mit der Menschen ihre Lebenserzählung gewohnten und gewöhnlichen Narrativen anpassen. Doch schon mit dem nächsten Satz bietet Else Lasker-Schüler uns an, in ihre eigene Sicht einzusteigen. „Was ich hier schreibe, ist alles wahr“, behauptet die Dichterin. Dass sie im Alter von fünf Jahren ihr erstes Buch in einer Auflage von 30.000 Stück bei Ullstein veröffentlicht hätte und dass auf ihrem Geburtsschein Goldelse stände (so heißt die Hauptfigur eines damals vielgelesenen Trivialromans von E. Marlitt ), gehört zur Biographie des Prinzen Jussuf. Else Lasker-Schüler lebt in einer poetischen Welt, in der sich Literatur, Alltag und Sprachspiel mischen. So ist auch Prinz Jussuf buchstäblich wahr. Anmerkung: In Elberfeld, einer Stadt der Textilindustrie, sitzen die Arbeiter und Arbeiterinnen am Fluss Wupper und waschen die überflüssige Farbe aus.
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Joachim Ringelnatz: Das Geseires einer Aftermieterin
Vera Rosenbusch liest „Das Geseires einer Aftermieterin“ von Joachim Ringelnatz. Ringelnatz liebt makabre Situationen. Manche können nicht darüber lachen. Ich lade ein zu einem Selbstversuch. Ernst und Witz liegen bei Ringelnatz nahe beieinander. Wir hören die traurige Geschichte eines armen Mädchens, dem übel mitgespelt wurde. Aber auch eine tragikomische, weil das Mädchen sich ideologisch auf die Seite jener Moral stellt, unter der sie selbst leidet. Eine Hörprobe von meinem literarischen Spaziergang „Komm, du salzigster Matrose“ mit Texten von Joachim Ringelnatz durch Hafencity und Speicherstadt. Termine & mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de Worterklärungen: Geseires = Gerede Aftermieterin = Untermieterin
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Christian Morgenstern: Die Rehlein beten zur Nacht
Vera Rosenbusch liest „Das Gebet“ von Christian Morgenstern.
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Hans Christian Andersen: Der kleine Klaus und der große Klaus
Vera Rosenbusch liest „Der kleine Klaus und der große Klaus“ – kein Märchen für Kinder. Hans Christian Andersen erzählt von zwei Bauern, die beide den gleichen Namen tragen. Der eine ist reich und glaubt, mit Hilfe von Drohungen die Welt beherrschen zu können. Kommt Euch das bekannt vor? Der andere ist arm, aber einfallsreich. Eine Groteske, über die man lachen, aber auch erschrecken kann. Und eine Erzählung über das Erzählen. Erstaunlich, welche Wendungen Andersen einfallen! Toll!
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Friedrich Hölderlin: Der Neckar
Vera Rosenbusch liest „Der Neckar“ von Friedrich Hölderlin. Das Gedicht von 1800 zeigt idealisierte Landschaften am Neckar und im antiken Griechenland. Dort scheint ein schöneres, besseres Leben möglich - zumindest, solange man das Gedicht hört. Dieser Anschein schafft Distanz zum alltäglichen Leben hier und jetzt, die wiederum ist notwendige Voraussetzung zu einer Kritik der Gegenwart. Ein ziemlich guter Grund, Gedichte zu hören! Worterklärungen Illions Wald = Die Wälder des Gebirgszugs bei Troia Mastixbaum = Immergrüner Strauch im Mittelmeerraum, dessen Harz gekaut wurde, da es die Zähne weißte; es galt auch als Aphrodisiakum zum labyrinthischen Tanze = Gemeint ist der Romaika, ein griechischer Volkstanz, der an das Labyrinth auf Kreta erinnern soll.
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Friedrich Hölderlin: Hälfte des Lebens
Vera Rosenbusch liest "Hälfte des Lebens" von Friedrich Hölderlin. In der ersten Strophe erklingen angenehme Laute, Bs und Os. Der Sommer ist auf dem Höhepunkt. In der zweiten Strophe dominieren dagegen die Vokale A und I und erzeugen eine traurige Winterstimmung. Hölderlin beherrscht die große Kunst, in wenig Worten viel zu sagen. Eine Hörprobe aus unserem Bühnenprogramm: "Literatur ist Klang".
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Johann Wolfgang Goethe, Prometheus
Vera Rosenbusch liest "Prometheus", ein himmelschreiendes Gedicht des 25-jährigen Johann Wolfgang Goethe Prometheus, der gegen das Gebot der Götter den Menschen das Feuer und damit die Zivilisation brachte, hat kein Interesse an unmenschlich-überirdischen Wesen. "Ich kenne nichts Ärmer's / Unter der Sonn' als euch Götter", schleudert er ihnen entgegen. Eine Hörprobe aus unserem Bühnenprogramm "Literatur ist Klang". (Text nach Goethes Handschrift für Frau v. Stein, 1777.)
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Joachim Ringelnatz: Kuttel Daddeldu erzählt seinen Kindern das Märchen vom Rotkäppchen
Alle kennen das Märchen vom Rotkäppchen, aber wie der trinkfreudige Kuttel Daddeldu von Joachim Ringelnatz es erzählt, finde ich immer wieder hochkomisch. Trotz des Titels ist es ein Märchen für Erwachsene. Aus unserem Bühnenprogramm "(Zwei) Rotkäppchen im Schattenwald" - einem märchenhaften Abend mit Rezitation, Schattenspiel und Pop-up-Theater von Anna Fabuli und Vera Rosenbusch. (Übrigens: Dieser Text ist auch Höhepunkt und Schluss meines Ringelnatz-Spaziergangs in Hamburg.) Ich kann ihn immer wieder hören.
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Gotthold Ephraim Lessing: Die Wasserschlange
Vera Rosenbusch liest "Die Wasserschlange", eine Fabel von Gotthold Ephraim Lessing.
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Gotthold Ephraim Lessing: Die Küsse
Vera Rosenbusch liest "Die Küsse" von Gotthold Ephraim Lessing.
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Heinrich Heine: Nachtgedanken
Vera Rosenbusch liest "Nachtgedanken" von Heinrich Heine
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Joachim Ringelnatz, Liedchen
Vera Rosenbusch liest "Liedchen" von Joachim Ringelnatz. Vielleicht wird's ja mal nicht ein ewiggleiches Jahr ... Vielleicht eins ohne Kriege und Katastrophen - auch wenn es nicht danach aussieht. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Gerade, wenn es schwer fällt. MEHR Ringelnatz findest Du hier: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/ringelnatz und auf unserem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@VerasTagundNachtBuch/playlists
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Joachim Ringelnatz: Hans Böttichers Autobiographie
Dieser autobiographische Schnipsel gibt Einblick in das bewegte, unruhige Leben von Joachim Ringelnatz. Er hat sich ja in vielen Berufen versucht, bevor er Schriftsteller und Kabarettstar der 1920er Jahre wurde; er nannte sich "reisender Artist". "Hans Bötticher" ist der Geburtsname des Dichters, Ringelnatz nannte er sich erst nach dem 1. Weltkrieg. Deshalb der Titel dieser autobiografischen Skizze von 1911.
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Joachim Ringelnatz: Einsiedlers Heiliger Abend
Mit "Einsiedlers Heiliger Abend" von Joachim Ringelnatz wünschen wir Dir schöne Weihnachten - egal, ob Du die Festtage in der Familie verbringst, weihnachtlich verreist, um dem Trubel zu entkommen oder einfach ein paar ruhige Tage genießt wie wir. Mach`s gut und bleibe uns gewogen wie bisher! Vera Rosenbusch & Lutz Flörke
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Heinrich Heine: Winter
Vera Rosenbusch liest "Winter" von Heinrich Heine
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Kurt Schwitters: Die rote Lilie
Lebensweisheiten sind der Versuch, sich auszuklinken aus einer Welt, die uns widersprüchlich und undurchschaubar erscheint. Was können wir dagegen tun? Mit Sprache spielen, bis die Lust am Sprachspiel uns über so viel Weisheit lachen läßt.
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Kurt Schwitters: Das Scherzo aus der Ursonate
Vera Rosenbusch liest das Scherzo aus der "Ursonate" von Kurt Schwitters. Der "klangliche" Aspekt von literarischen Texten wird oft unterschätzt. Wenn man jedoch Literatur laut werden lässt, eröffnen sich neue poetische Qualitäten. Der tolle Text, den ich Euch hier vorstelle, ist eine sprecherische Herausforderung, und macht mir deshalb doppelt Freude. Ich habe ihn schon viele Jahre im Programm, habe manche verwirrt und viele glücklich gemacht. Gönnt Euch ein lustvolles Klangerlebnis! aus unserem Bühnenprogramm "Anna Blume - Ich liebe Dir!"
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Brüder Grimm: Rumpelstilzchen
Vera Rosenbusch liest "Rumpelstilzchen" von Jakob und Wilhelm Grimm. Eine schöne Müllerstochter gerät in Abhängigkeit zu drei männlichen Instanzen (Vater, König, dämonisches Männchen). Ihr Vater erzählt dem König, sie könne Stroh zu Gold spinnen und der verlangt immer mehr davon. Schließlich wird sie aktiv und rettet ihr Kind.
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Flörke & Rosenbusch: Mond und Mund
Lutz Flörke & Vera Rosenbusch lesen »Mond und Mund«, eine Erzählung, die wir gemeinsam geschrieben haben. Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Wenn wir gemeinsam an einem Text basteln, tun wir das nicht etwa als Co-Autoren, sondern orientieren uns an der Technik der Ecriture automatique, die die französischen Surrealisten erfunden haben. Wir setzen uns an einen Tisch, und jede/r beginnt auf einem Blatt Papier. Nach 5 Minuten tauschen wir und schreiben am Text des anderen weiter, wieder 5 Minuten. Das geht so ein paar Mal hin und her. Dann nimmt jede/r ein Exemplar und tippt den Text in den Computer. Also ein Medienwechsel, er verändert die Wahrnehmung des Geschriebenen. Die Ergebnisse schicken wir per E-Mail zu von Zimmer zu Zimmer. Beim Bearbeiten hat jede/r die volle Freiheit, kann aufräumen, strukturieren, verdichten, verdünnen und den Ablauf ändern. Wir arbeiten miteinander, manchmal auch gegeneinander, verstehen nicht, was der oder die andere meint, und auch daraus ergibt sich oft etwas Spannendes. Hörprobe aus "EINS+EINS=DREI -- Unser Jahrbuch Nr. 2 152 S., 9,99 (E-Book 4,99) ISBN 9783759723550 Buchpremiere So., 13. Oktober, 17 Uhr Zinnschmelze, Maurienstr.19, 22305 Hamburg, neben dem Museum der Arbeit U/S Barmbek
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Flörke & Rosenbusch: Friedhofstouristen
Vera Rosenbusch und Lutz Flörke lesen ihren Kollektivtext "Friedhofstouristen". Oft sind es die kleinen Beobachtungen, die uns etwas über Menschen, ihr Leben und über uns selbst verraten. So ist ein Friedhof für uns ein Raum der Toten, aber auch ein Ort, an dem wir Lebenden begegnen. Eine Lese- und Hörprobe aus "EINS+EINS=DREI" (Band 2) und von unserem literarischen Spaziergang "Wir spielen, bis uns der Tod abholt" rund um den Dichterhügel auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
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Joachim Ringelnatz: Aus Meiner Kinderzeit
Vera Rosenbusch liest "Aus meiner Kinderzeit" von Joachim Ringelnatz. Ein makabres Familienidyll.
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Joachim Ringelnatz: Überall Ist Wunderland
Vera Rosenbusch liest "Überall" von Joachim Ringelnatz. Groß ist die Sehnsucht nach "Lebensweisheiten", nach allgemeinen Wahrheiten, die einem das Denken abnehmen. Kurz und knapp bringen sie unser Leben auf den Punkt und wischen beiseite, was nicht passt. Mir gefällt, wie Ringelnatz mit dieser fatalen Sehnsucht spielt. Eine Hörprobe von meinem literarischen Spaziergang "Komm, du salzigster Matrose" durch Hafencity und Speicherstadt. Termine & mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de
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Johann Wolfgang von Goethe: Erotica Romana II
Vera Rosenbusch liest aus "Erotica Romana" von Johann Wolfgang von Goethe. Unter dem Eindruck seiner Italienreise 1788-1790 schrieb Goethe nicht nur Lebens-, sondern auch Liebeserinnerungen: "... doch ohne die Liebe wäre denn Rom auch nicht Rom ... " - und zwar in Form von Gedichten. Ursprünglicher Titel des Zyklus war „Erotica Romana“. Später nannte der Dichter sie „Elegien, Rom 1788“, seit 1806 heißen sie „Römische Elegien“, und verbergen ihren sinnlichen Gehalt. Schiller veröffentlichte die Gedichte in seiner Zeitschrift „Die Horen“, doch aus Rücksicht auf das bürgerliche Feingefühl seiner Leserinnen zensierte er sie. Manche Texte zog Goethe ganz zurück; einen davon hören Sie hier. Hörprobe vom literarischen Spaziergang "Goethe in Klein Flottbek". MEHR Goethetexte: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/goethe Worterklärungen Cortil = Hof Borghese = Römisches Adelsgeschlecht Nipotina = Gemahlin eines Verwandten des Papstes Cors = Corso, die repräsentative Schaufahrt durch die Hauptstraße
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Heinrich Heine: Das ist der alte Märchenwald
Vera Rosenbusch liest "Das ist der alte Märchenwald" von Heinrich Heine. Sprache beschreibt bekanntlich nicht nur Wirklichkeit, sondern schafft sie auch. Wenn über Frauen geschrieben wird, sind immer auch Mythen im Spiel. Im 19 Jahrhundert wird die Frau dämonisiert zu einer begehrenswerten, männerverschlingenden Sphinx -- Angst und Lust verbinden sich. Aufheben lässt sich der Mythos nicht einfach per Willenskraft; erst müssten sich die Verhältnisse und die Sprache ändern. Bewundernswert, wie Heine sprachlich mit der Angst-Lust spielt. Er nimmt sie ernst und stellt sie zugleich infrage. Das kann Literatur! aus dem Buch der Lieder, Vorrede zur 3. Auflage
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Klopstock: Das Rosenband
Vera Rosenbusch liest "Das Rosenband" von Friedrich Gottlieb Klopstock, ein zartes Liebesgedicht. Hörprobe von ihrem literarischen Spaziergang "Mit 7 Dichtern durch Hamburg". Klopstock war DER empfindsame Großdichter, der erste "Star" der deutschen Literatur vor Goethe. 30 Jahre bis zu seinem Tod lebte er in Hamburg, begraben ist er in Ottensen auf dem Kirchhof der Christianskirche. Er erhielt eine Art Staatsbegräbnis: Alle Glocken läuteten, 126 Kutschen mit ausländischen Gesandten, Senatoren, Bürgern, Künstlern folgten dem Sarg von der heutigen Poststraße bis zum Grab.
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Lutz Flörke: Frank Kafka
Kafka lebt! Den Namen Franz Kafka kennt wohl jeder - aber wer ist Frank Kafka? Aus gegebenem Anlass präsentieren wir eine ebenso erhellende wie groteske Episode aus der Hamburger U-Bahn - einen Ausschnitt aus dem Roman "Nebelmeer #7" von Lutz Flörke. Nebelmeer #7, Roman, Verlag duotincta, Berlin 2021, 221 Seiten, kart., ISBN 978-3946086680, 17,- Euro MEHR: https://www.hamburgerliteraturreisen.de/veroeff.html
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Heinrich Heine: Mein Herz, mein Herz ist traurig
Vera Rosenbusch liest "Mein Herz, mein Herz ist traurig" von Heinrich Heine. Der Dichter gibt sich viel Mühe, sich die hässliche Welt schönzureden.
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Heinrich Heine: [Nullen]
Vera Rosenbusch liest Ausschnitte aus den "Memoiren des Herren von Schnabelewopski" ( Kapitel III und IV), einer fiktiven Autobiografie. Der Ich-Erzähler ist ein junger Mann aus Polen. Seine Eltern schicken ihn nach Holland, wo er an der berühmten Universität von Leiden Theologie studieren soll. Seine Route führt ihn über Hamburg, wo er erst einmal "autodidaktisch" sein erstes Semester verbringt - eine Universität gibt es damals noch nicht. Seine Erkenntnisse, etwa über Hamburg und die Hamburger, beschreibt er auf in den "Memoiren". Worterklärung: "die großen Hamburger Bankiers, aus Stein gemeißelt": gemeint sind die Kaiserfiguren an der Rathausfassade, ein "Comptoirbock" ist ein Hocker im Büro. Hörprobe von meinem literarischen Spaziergang "Mit 7 Dichtern durch die Innenstadt". MEHR Heinetexte: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/heine In "Veras Tag + Nacht Buch" präsentiere ich Texte, die mich bewegen und inspirieren -- jeden Sonntag kommt einer hinzu.
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Joachim Ringelnatz Im Park
Vera Rosenbusch liest "Im Park" von Joachim Ringelnatz. HamburgerInnen sehen Ringelnatz gern als Hamburger Dichter. Geboren wurde er allerdings in Wurzen bei Leipzig, berühmt geworden ist er in Schwabing im Künstlerlokal Simplizissimus, gewohnt hat er lange in München, später in Berlin, wo er auch gestorben ist. Aber immerhin ... Zu seiner ersten Reise als Schiffsjunge ist er von Hamburg aus in See gestochen. Und nach seiner Militärzeit bei der Kaiserlichen Marine in Kiel machte er zwei Jahre lang eine Lehre zum kaufmännischen Angestellten im Hamburger Kontorhaus Dovenhof. Wir haben ihn zum Ehrenhamburger erklärt, und so ist er auf meinem literarischen Spaziergang "Mit 14 Dichtern durch Hamburgs Central Park" mit von der Partie. Dazu diese Hörprobe. MEHR Ringelnatztexte könnt Ihr hier hören: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/ringelnatz
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Die Buchen sterben ja nicht aus, nur die Bücher
Lutz Flörke und Vera Rosenbusch lesen einen Kollektivtext zur Lage der Literatur, eine Kostprobe aus ihrem brandneuen Jahrbuch Nr.1. "EINS + EINS = DREI" - Vera schreibt wie sie schreibt, Lutz schreibt wie er schreibt und gemeinsam schreiben wir noch ganz anders. MEHR aus unseren neuen Buch: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/eigene-texte Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=lRI-FHvfbb8
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Heinrich Heine: Ich lag und schlief
Vera Rosenbusch liest das ebenso erotische wie unheimliche Gedicht "Ich lag und schlief" von Heinrich Heine. Mit ihm beginnt der literarische Spaziergang "Doch alle Lust will Ewigkeit" über den Ohlsdorfer Friedhof. Gemeinsam mit Lutz Flörke führt sie ihr Publikum auf dem größten Parkfriedhof der Welt zu unerwarteten Begegnungen von Literatur und Skulpturen, von Lust und Tod. Was mag so reizvoll daran sein, sich in eine "marmorblassen Maid" zu vergucken??? - Hört selbst! Termine und mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de Mehr Heinetexte: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/heine
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Joachim Ringelnatz: [Meerschweinchen]
Vera Rosenbusch liest "Heimatlose" von Joachim Ringelnatz. Mehr von Ringelnatz findet Ihr hier: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/ringelnatz Nächster Ringelnatz-Spaziergang durch Hafencity und Speicherstadt am 4.Mai mehr: https://www.hamburgerliteraturreisen.de/hhreisen.html
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Kurt Schwitters: Kümmernisspiele
Lutz Flörke & Vera Rosenbusch lesen "Kümmernisspiele" von Kurt Schwitters. Der Sinn eines Dialogs liegt nicht immer im Inhalt der Worte, sondern in der Art und Weise, wie sich die Beteiligten ausdrücken. Die beiden Männer wollen vor allem eins: Recht haben. Kommt uns bekannt vor, oder?
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Franz Kafka aus: Amerika
Es gibt verschiedene Kafka Interpretationen: – Ausgehend von Max Brod verstehen viele Kafkas Geschichten symbolisch. Stets bedeutet alles etwas anderes als geschrieben steht, meist irgendetwas mit Schuld. – Oder man interpretiert mit Camus Kafka existentialistisch. Dann geht es um das Geworfensein des Menschen in eine sinnlose Welt. – Oder man interpretiert sein Werk psychoanalytisch. Dann steht das Verhältnis zum Vater im Mittelpunkt. Keine dieser Interpretationen ist unsinnig. Kafka übt bis heute einen großen Reiz auf die Germanisten aus. Schon Walter Benjamin schrieb, seine Erzählungen seien unendlich ausdeutbar = unausdeutbare Parabeln, die immer eine „wolkige Stelle“ enthielten, durch die sie sich einer greifbaren Auslegung entzögen. Sie sind modern, weil sie immer neuen Sinn generieren! Uns leuchtet der Ansatz des französischen Surrealisten Andre Breton ein. Der entdeckte Humor bei Kafka, wenn auch einen schwarzen. Und die Traumlogik ist für Breton wichtig, der die Handlung in Kafkas Texten oft folgt. Das ist grotesk. Dieses Groteske findet man wieder bei Charly Chaplin und anderen zeitgenössischen Filmhelden, die Kafka im Kino gesehen hat. Der Dichter selbst soll beim Vorlesen seiner Texte vielfach laut gelacht haben. Hört hier die Klara-Episode aus dem Roman „Der Verschollene“ (viele kennen ihn unter dem Titel „Amerika“) Sie zeigt das deutlich: Da fällt eine junge Frau über den 17-jährigen Karl Rossmann her. Meist läuft das bekanntlich umgekehrt. Eine Hörprobe aus unserem Bühnenprogramm „Kafkas Amerika“.
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Flörke & Rosenbusch: Gartencenter Blues
Lutz Flörke Vera Rosenbusch präsentieren einen Kollektivtext. Ihr wisst ja: Wir schreiben einzeln und kollektiv, denn wir sind zwei AutorInnen mit (mindestens) drei Schreibweisen. Viel Spaß! Mehr in unserem Jahrbuch Nr.1 "EINS+EINS=DREI", das im März erscheint.
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Franz Kafka: Gibs auf
Vera Rosenbusch liest "Gibs auf!" von Franz Kafka. Ein Mensch in einer fremden Stadt fragt einen Polizisten nach dem Weg, einen Vertreter der Ordnungsmacht. Statt zu helfen, rät der Schutzmann "Gib's auf!" und lacht ... - Dieser Text, der sich eindeutigen Interpretationen verweigert, bietet eine Menge Stoff zum Nachdenken.
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Vera Rosenbusch: 28. Januar
Vera Rosenbusch liest "28. Januar". Ein kurzer eigener Text mit Tulpe, beinahe locker-lyrisch ... Hörprobe aus "EINS+EINS=DREI", unserem Jahrbuch Nr. 1. Viel Spaß!
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Vera Rosenbusch: Winterhuder Wartezimmer
Die meisten wissen ja, ich bin nicht nur als Literatur-Performerin unterwegs, sondern schreibe auch literarisch. Deshalb präsentiere ich hier eine eigene kurze Erzählung: "Winterhuder Wartezimmer". Die kleine Szene spielt gleich bei mir um die Ecke. Im Übrigen ist diese Aufnahme eine erste Hörprobe aus dem gemeinsamen Jahrbuch "EINS+EINS=DREI" von Lutz Flörke und mir. Es erscheint (toi -toi- toi) im März. Seid gespannt und drückt die Daumen!
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Else Lasker-Schüler: Mich führte In die Wolke mein Geschick
Vera Rosenbusch liest "Mich führte in die Wolke mein Geschick" von Else Lasker-Schüler. Schon in meinem Bühnenprogramm "Lüste" war sie die wichtigste Autorin, denn sie liebte und schrieb mit Leidenschaft. Sie war unkonventionell und mutig, eine große Dichterin und leidenschaftliche Performancekünstlerin. Auch dieser Text (aus dem Nachlass) zeigt, dass sie trotz Krieg und Judenverfolgung auch am Ende ihres Lebens ihre große sprachliche Virtuosität nicht verloren hatte. Textquelle: https://www.kj-skrodzki.de/Dokumente/Text_097.htm#p047 [Mich führte in die Wolke mein Geschick] • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:112). Auf: »Anfang« betitelte Vorrede zum Schauspiel IchundIch vom 9. Juli 1943. Album Audio: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/lasker-schueler Playlist Video: https://www.youtube.com/playlist?list=PLk4itwkJHny2bNyuebHlfVNwoBk6XAw8R
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Hugo Ball: Gadji beri bimba
Vera Rosenbusch liest "Gadji beri bimba" von Hugo Ball. Poesie ist Klang. Lebendig wird sie erst, wenn man sie laut liest. 1916 trug Hugo Ball sein Lautgedicht zum ersten Mal im Cabaret Voltaire in Zürich vor. In einem "kubistischen" Pappanzug, der an ein Bischofs-Ornat erinnerte, gab er zwischen zwei Notenständern eine groteske Erscheinung ab und verwirrte sein Publikum. Wer "Gadji beri bimba" hört, weiß nicht ganz genau, wovon die Rede ist, kann sich aber jede Menge vorstellen. Seine Phantasie wendet sich gegen das, was als "Sinn" unser Leben durchzieht. Ohne sprachlichen Sinn können wir nicht existieren -- andererseits ist er bis in die kleinste Silbe, die minimalste Betonung abhängig von sozialen Machtverhältnissen. Es gibt keine neutrale oder gar "unschuldige" Sprache. Lasst Euch vom Klang dieses wunderbaren Gedichts anregen zu Ohrenlust und Sprachkritik! Als kleiner Tipp: Eine völlig andere Vertonung des Gedichts bieten die "Talking Heads". Sie trägt den Titel "I Zimbra" und findet sich auf der CD "Fear Of Music": https://www.youtube.com/watch?v=qKFn66dzdz0
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In "Veras Tag und Nacht Buch" präsentiere ich, was mich inspiriert und bewegt. Bekanntes, Unbekanntes und echte Raritäten wie die "Ode an Singer" des flämischen Dichters Paul van Ostaijen. Daneben erwarten Euch Heine, Goethe, Schwitters, Lasker-Schüler, ausgewählte Märchen und manch eigener Text.Ein Zu-Hörbuch zum Träumen und Wachen, Hinhören und Aufhorchen. Jede Woche kommt eine Aufnahme hinzu - wenn ich's denn schaffe ...#literaturhören#hörbuch#audiobook#literaturinhamburg#literarischespaziergänge
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