#01 - Die Anfänge der Musikproduktion in der DAW episode artwork

EPISODE · May 2, 2019 · 57 MIN

#01 - Die Anfänge der Musikproduktion in der DAW

from Studiosofa by Sound&Recording-Magazin · host Marc Bohn & Klaus Baetz

Eine Zeitreise mit Marc Bohn und Hans-Martin Buff Digitale Bandmaschinen gab es mit der Sony-PCM-Serie bereits Anfang der 80er mit 48 Spuren 44.1 kHz Sample Rate und 12 Bit. „Like a virgin" von Madonna wurde beispielsweise komplett digital aufgenommen. Das Hauptproblem zu dieser Zeit waren Festplatten. So eine Festplatte war damals, als es noch keine SSD-Platten gab, ein mechanisches Gerät mit einem Schreib und Lese-Kopf, einer Datenplatte und einer Steuerelektronik für Motor und Kopfsteuerung. Die Zugriffszeiten waren also höher als heute, wo alles über SD auf einem Chip mit extrem hohen Zugriffszeiten gespeichert wird und sehr hohe Datenvolumen verfügbar sind. Als gängige Anschlüsse kannte man IDE,SCSI, S-ATA und ATA. Hier eine kleine Übersicht zur Entwicklung des Datenvolumens: 1990 - 100 MB, 2000er - 10 GB, 2005 - 100 GB 2015 - erste 10 TB 2018 - 14 TB Im Vergleich: Ein aktueller Audio PC von DAX bringt folgende Leistung: 2 TB SSD Rechenleistung: 8 x 3,6 GHz, Intel i7 oder i9 64 GB (4x16) DDR4 Knapp 2.700 Euro Mein erster Rechner: Ein PC mit einem Cyrix 486er Prozessor. Damals, ca. 1994, gab es einen Turbo-Taster, um von 33 auf 66 MHz zu schalten. Das Datenvolumen betrug maximal 400 MB. Als Betriebssysteme waren MS-Dos und Windows 3.11 installiert. Es wurde Minesweeper und Solitär gezockt ohne Ende. In MS-Dos musste man noch Win eingeben, um Windows zu starten. Aldi-PC vom November 2000 Für 2.598 Mark (1.328 Euro) ging ein Aldi-PC am 23. November 2000 an den Start. Der Rechner war mit einem Pentium III ausgestattet, der Prozessor mit 900 Megahertz getaktet (FSB 100 Megahertz). Aldi spendierte dem Rechner vom Hersteller Medion 128 Megabyte Hauptspeicher und eine Geforce-2-MX-Grafikkarte mit 32 Megabyte Speicher. Eine Festplatte mit 40 Gigabyte war ebenso im Rechner enthalten wie ein 12fach DVD-Laufwerk und ein 4x4x32 CD-Brenner. Entwicklung DAW 1984 – DigiDesign Sound Designer Der DigiDesign Sound Designer war für 995$ zu haben. Er wurde hauptsächlich als Sample Editor für Synclavia oder Fairlight genutzt. Später wurde daraus Sound Tools und dann das heutige Pro Tools. Der Sound Designer war nur für den Mac erhältlich und machte es zum ersten Mal visuelles Editieren möglich. Das Audiosignal wurde also zum ersten Mal auf einem Monitor dargestellt und man konnte durch einen optischen Bezugspunkt auch wirklich sehen, was und wie man editiert. 1989 - DAT I/0 - Digital I/O for the Sound Tools system 1989 Mit dem DAT I/0 - Digital I/O for the Sound Tools system mit dem Namen Audiomedia I, kam nun auch eine 2-channel DSP Karte mit analogen Ein- und Ausgängen auf den Markt. 1989 - SoundTools - DigiDesign, MIDI und 2-Spur-Audio-Editor - 3995$ (DAT Tracks im SDII-Format. WAV wurde erst 10 Jahre später Standard. Das System wurde hauptsächlich fürs Mastering verwendet. Mehrere Eingänge konnten nicht unterstützt werden, da die Festplatten das nicht mitmachten. Schreib-, Lese-Geschwindigkeit und Datenvolumen waren zu gering. Randnotiz: Sound Tools damals schon non-destruktiv. 1991 - Pro Tools 1.0 Mit Pro Tools 1.0 erschien 1991 die erste DAW mit der Möglichkeit, 4-Spur-Multitrack-Recordings durchzuführen und zu editieren. Damals war es Digidesign, die die einzige Hardware ohne Latenz lieferte. Cubase und Logic waren bis dahin reine MIDI-Sequenzer. Die Timeline 1989 - Cubase 1.0 für den Atari 1990 - Cubase 1.0 für Macintosh **1996 - Cubase 1.6, Windows ** Mit Cubase 1.6 wurde auch das Hard-Disk-Recording mit 8 Spuren integriert, Automationen konnten erstellt werden und die DAW unterstützte ab sofort auch die Digidesign Audiomedia III PCI-Karte. 1996 - Cubase Audio 3.0 TDM for Macintosh Ich gleichen Jahr erschien für die Mac-Version Cubase Audio 3.0 TDM, mit der es möglich war, 16 Spuren aufzunehmen. 1993 Emagic Notator Logic (699$) Weitere Infos zur Historie der DAWs findet ihr unter folgenden Links: https://www.soundandrecording.de/stories/daw-history-vom-midi-navigator-zum-audio-allrounder/ https://www.namm.org/library/oral-history/evan-brooks (Sound designer, sound tools …) https://www.pro-tools-expert.com/home-page/2018/2/19/the-history-of-pro-tools-1984-to-1993 https://www.pro-tools-expert.com/home-page/2018/2/22/the-history-of-pro-tools-1994-to-2000 **Musik auf Floppy – Eine schöne Anekdote liefert der Studio-Magazin-Artikel aus Heft 7 von 1984: Damals gab es ein Aufnahme-System von CompuSonics, das auch einem digitalen Mixer und einem Recorder bestand - DSP-2000. Damit konnte man vier Stunden in Stereo, 2 Stunden in 4-Spur und eine Stunde 8-Spur aufnehmen. Kostenpunkt: 30.000$. 40.000$ musste man für das Gesamtpaket mit 4-Spur-Mischer, Aufnahmegerät und Disk-Laufwerken hinblättern. Es gab aber auch eine kleinere Variante für den Heimbereich - DSP-1000. Kostenpunkt: 1000 Dollar. Das System lieferte zusätzlich das Speichern von Musik auf einer Floppy-Disk im Kompressionsverhältnis von 5:1 bis 9:1. Außerdem war es möglich, sich per Modem Musik von einem Händler herunterzuladen. Hier ein Zitat aus dem Artikel von damals: "Musik auf Bestellung per Modem vom Händler direkt auf die Floppy-Disk bedeutet die Umstrukturierung des Handels mit Musik. Das würde Zwischenhändler trockenlegen, die Kosten für Schallplattenfirmen würden drastisch gesenkt, Presskosten entfallen, es gibt keine Versandkosten, und die Umsätze würden steigen, weil der Konsument so wunderbar einfach bestellen kann. Wer weiß! Aber wie gesagt, wenn es funktioniert!" Den gesamten Artikel findet ihr hier: https://view.publitas.com/echoschall-bibliothek/studio-magazin-1984-oktober-heft-77/page/26-27

Eine Zeitreise mit Marc Bohn und Hans-Martin Buff Digitale Bandmaschinen gab es mit der Sony-PCM-Serie bereits Anfang der 80er mit 48 Spuren 44.1 kHz Sample Rate und 12 Bit. „Like a virgin" von Madonna wurde beispielsweise komplett digital aufgenommen. Das Hauptproblem zu dieser Zeit waren Festplatten. So eine Festplatte war damals, als es noch keine SSD-Platten gab, ein mechanisches Gerät mit einem Schreib und Lese-Kopf, einer Datenplatte und einer Steuerelektronik für Motor und Kopfsteuerung. Die Zugriffszeiten waren also höher als heute, wo alles über SD auf einem Chip mit extrem hohen Zugriffszeiten gespeichert wird und sehr hohe Datenvolumen verfügbar sind. Als gängige Anschlüsse kannte man IDE,SCSI, S-ATA und ATA. Hier eine kleine Übersicht zur Entwicklung des Datenvolumens: 1990 - 100 MB, 2000er - 10 GB, 2005 - 100 GB 2015 - erste 10 TB 2018 - 14 TB Im Vergleich: Ein aktueller Audio PC von DAX bringt folgende Leistung: 2 TB SSD Rechenleistung: 8 x 3,6 GHz, Intel i7 oder i9 64 GB (4x16) DDR4 Knapp 2.700 Euro Mein erster Rechner: Ein PC mit einem Cyrix 486er Prozessor. Damals, ca. 1994, gab es einen Turbo-Taster, um von 33 auf 66 MHz zu schalten. Das Datenvolumen betrug maximal 400 MB. Als Betriebssysteme waren MS-Dos und Windows 3.11 installiert. Es wurde Minesweeper und Solitär gezockt ohne Ende. In MS-Dos musste man noch Win eingeben, um Windows zu starten. Aldi-PC vom November 2000 Für 2.598 Mark (1.328 Euro) ging ein Aldi-PC am 23. November 2000 an den Start. Der Rechner war mit einem Pentium III ausgestattet, der Prozessor mit 900 Megahertz getaktet (FSB 100 Megahertz). Aldi spendierte dem Rechner vom Hersteller Medion 128 Megabyte Hauptspeicher und eine Geforce-2-MX-Grafikkarte mit 32 Megabyte Speicher. Eine Festplatte mit 40 Gigabyte war ebenso im Rechner enthalten wie ein 12fach DVD-Laufwerk und ein 4x4x32 CD-Brenner. Entwicklung DAW 1984 – DigiDesign Sound Designer Der DigiDesign Sound Designer war für 995$ zu haben. Er wurde hauptsächlich als Sample Editor für Synclavia oder Fairlight genutzt. Später wurde daraus Sound Tools und dann das heutige Pro Tools. Der Sound Designer war nur für den Mac erhältlich und machte es zum ersten Mal visuelles Editieren möglich. Das Audiosignal wurde also zum ersten Mal auf einem Monitor dargestellt und man konnte durch einen optischen Bezugspunkt auch wirklich sehen, was und wie man editiert. 1989 - DAT I/0 - Digital I/O for the Sound Tools system 1989 Mit dem DAT I/0 - Digital I/O for the Sound Tools system mit dem Namen Audiomedia I, kam nun auch eine 2-channel DSP Karte mit analogen Ein- und Ausgängen auf den Markt. 1989 - SoundTools - DigiDesign, MIDI und 2-Spur-Audio-Editor - 3995$ (DAT Tracks im SDII-Format. WAV wurde erst 10 Jahre später Standard. Das System wurde hauptsächlich fürs Mastering verwendet. Mehrere Eingänge konnten nicht unterstützt werden, da die Festplatten das nicht mitmachten. Schreib-, Lese-Geschwindigkeit und Datenvolumen waren zu gering. Randnotiz: Sound Tools damals schon non-destruktiv. 1991 - Pro Tools 1.0 Mit Pro Tools 1.0 erschien 1991 die erste DAW mit der Möglichkeit, 4-Spur-Multitrack-Recordings durchzuführen und zu editieren. Damals war es Digidesign, die die einzige Hardware ohne Latenz lieferte. Cubase und Logic waren bis dahin reine MIDI-Sequenzer. Die Timeline 1989 - Cubase 1.0 für den Atari 1990 - Cubase 1.0 für Macintosh **1996 - Cubase 1.6, Windows ** Mit Cubase 1.6 wurde auch das Hard-Disk-Recording mit 8 Spuren integriert, Automationen konnten erstellt werden und die DAW unterstützte ab sofort auch die Digidesign Audiomedia III PCI-Karte. 1996 - Cubase Audio 3.0 TDM for Macintosh Ich gleichen Jahr erschien für die Mac-Version Cubase Audio 3.0 TDM, mit der es möglich war, 16 Spuren aufzunehmen. 1993 Emagic Notator Logic (699$) Weitere Infos zur Historie der DAWs findet ihr unter folgenden Links: https://www.soundandrecording.de/stories/daw-history-vom-midi-navigator-zum-audio-allrounder/ https://www.namm.org/library/oral-history/evan-brooks (Sound designer, sound tools …) https://www.pro-tools-expert.com/home-page/2018/2/19/the-history-of-pro-tools-1984-to-1993 https://www.pro-tools-expert.com/home-page/2018/2/22/the-history-of-pro-tools-1994-to-2000 **Musik auf Floppy – Eine schöne Anekdote liefert der Studio-Magazin-Artikel aus Heft 7 von 1984: Damals gab es ein Aufnahme-System von CompuSonics, das auch einem digitalen Mixer und einem Recorder bestand - DSP-2000. Damit konnte man vier Stunden in Stereo, 2 Stunden in 4-Spur und eine Stunde 8-Spur aufnehmen. Kostenpunkt: 30.000$. 40.000$ musste man für das Gesamtpaket mit 4-Spur-Mischer, Aufnahmegerät und Disk-Laufwerken hinblättern. Es gab aber auch eine kleinere Variante für den Heimbereich - DSP-1000. Kostenpunkt: 1000 Dollar. Das System lieferte zusätzlich das Speichern von Musik auf einer Floppy-Disk im Kompressionsverhältnis von 5:1 bis 9:1. Außerdem war es möglich, sich per Modem Musik von einem Händler herunterzuladen. Hier ein Zitat aus dem Artikel von damals: "Musik auf Bestellung per Modem vom Händler direkt auf die Floppy-Disk bedeutet die Umstrukturierung des Handels mit Musik. Das würde Zwischenhändler trockenlegen, die Kosten für Schallplattenfirmen würden drastisch gesenkt, Presskosten entfallen, es gibt keine Versandkosten, und die Umsätze würden steigen, weil der Konsument so wunderbar einfach bestellen kann. Wer weiß! Aber wie gesagt, wenn es funktioniert!" Den gesamten Artikel findet ihr hier: https://view.publitas.com/echoschall-bibliothek/studio-magazin-1984-oktober-heft-77/page/26-27

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Frequently Asked Questions

How long is this episode of Studiosofa by Sound&Recording-Magazin?

This episode is 57 minutes long.

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This episode was published on May 2, 2019.

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