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012 - Die Geldmenge im solidarischen Geldsystem

Wie kann die Geldmenge begrenzt werden, um Inflation zu vermeiden

Episode 13 of the Die Krisen überwinden podcast, hosted by Christoph Ecken / Autoren der Akademie Solidarische Ökonomie, titled "012 - Die Geldmenge im solidarischen Geldsystem" was published on October 10, 2024 and runs 18 minutes.

October 10, 2024 ·18m · Die Krisen überwinden

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Der Staat hat ja prinzipiell die Möglichkeit, so viel Geld zu schöpfen, wie er will. Könnten wir damit alle finanziellen Probleme lösen? Das wäre schön, aber die Realität sieht leider anders aus.  Es gibt viele historische Beispiele, in denen Staaten versucht haben, durch massenhafte Geldschöpfung ihre wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Etwa in der Weimarer Republik in den 1920er Jahren, als der Staat versuchte, seine Reparationsschulden durch das Drucken von Geld zu zahlen. Oder Robert Mugabe in Simbabwe um die Jahrtausendwende. In all diesen Fällen führte die exzessive Geldschöpfung zur Hyperinflation. Deshalb muss die Geldmenge in einer Volkswirtschaft kontrolliert werden. Die Menge an Geld, die neu geschaffen wird, muss im Verhältnis zu den vorhandenen Ressourcen einer Volkswirtschaft stehen – sei es die Arbeit der Menschen oder natürliche Ressourcen. Denn diese natürlichen Ressourcen sind begrenzt. Ressourcen sind allerdings nicht starr. Arbeitskräfte beispielsweise werden erst dann zu einer wirklichen Ressource, wenn sie sinnvoll ausgebildet und eingesetzt warden. Der Staat muss also darauf achten, dass sich die Geldmenge im Gleichschritt mit den Produktionskapazitäten entwickelt. Wenn die Preise langfristig steigen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Geldmenge schneller wächst als die verfügbare Produktion der erzeugten Güter und Dienstleistungen. In diesem Fall muss also Geld aus dem Kreislauf genommen werden. Prinzipiell gibt es im solidarischen Geldsystem drei Möglichkeiten, dem System zur Inflationsbekämpfung Geld zu entziehen.  1.) Gutscheine mit Laufzeit:Wenn Geld im solidarischen Geldsystem eine Art Gutschein ist, so kann ein Teil dieser Gutscheine mit einer Laufzeit ausgestattet werden. Im Laufe der Zeit verringert sich bei diesem Teil der Gutscheine der Wert automatisch. Die Geldmenge sinkt.  2.) Steuern: In einem solidarischen System werden Steuern nicht mehr zur Finanzierung des Staatshaushalts gebraucht, sondern als Instrument, um das Verhalten der Menschen zu beeinflussen und den Geldfluss zu steuern. Eine denkbare Steuer könnten Verbrauchssteuern sein. Mit jedem Kauf wird damit ein bestimmter Geldbetrag systematisch wieder dem Kreislauf entnommen. Auch könnten Unternehmensüberschüsse privater und staatlicher Unternehmen stärker versteuert werden.  3.) Investitionen verschieben: In einem solidarischen Geldsystem legt das Parlament im Voraus fest, wie die Geldmenge in einer bestimmten Periode wachsen oder sogar schrumpfen soll. Je nachdem, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Das bedeutet, dass Staatsausgaben und Kredite angepasst werden, um diese Zielmarken einzuhalten. Wenn zum Beispiel festgelegt wird, dass die Geldmenge nicht weiter steigen darf, könnte dies bedeuten, dass manche Projekte – auch wenn sie sozial und ökologisch sinnvoll sind – zunächst nicht realisiert werden können, weil die nötigen Ressourcen noch nicht verfügbar sind. In diesem Fall müsste der Staat zuerst Programme auflegen, um diese Ressourcen – etwa durch gezielte Bildungsangebote – zu schaffen.

Der Staat hat ja prinzipiell die Möglichkeit, so viel Geld zu schöpfen, wie er will. Könnten wir damit alle finanziellen Probleme lösen? Das wäre schön, aber die Realität sieht leider anders aus. 
 
Es gibt viele historische Beispiele, in denen Staaten versucht haben, durch massenhafte Geldschöpfung ihre wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Etwa in der Weimarer Republik in den 1920er Jahren, als der Staat versuchte, seine Reparationsschulden durch das Drucken von Geld zu zahlen. Oder Robert Mugabe in Simbabwe um die Jahrtausendwende. In all diesen Fällen führte die exzessive Geldschöpfung zur Hyperinflation.
 
Deshalb muss die Geldmenge in einer Volkswirtschaft kontrolliert werden. Die Menge an Geld, die neu geschaffen wird, muss im Verhältnis zu den vorhandenen Ressourcen einer Volkswirtschaft stehen – sei es die Arbeit der Menschen oder natürliche Ressourcen. Denn diese natürlichen Ressourcen sind begrenzt.
 
Ressourcen sind allerdings nicht starr. Arbeitskräfte beispielsweise werden erst dann zu einer wirklichen Ressource, wenn sie sinnvoll ausgebildet und eingesetzt warden.
 
Der Staat muss also darauf achten, dass sich die Geldmenge im Gleichschritt mit den Produktionskapazitäten entwickelt. Wenn die Preise langfristig steigen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Geldmenge schneller wächst als die verfügbare Produktion der erzeugten Güter und Dienstleistungen. In diesem Fall muss also Geld aus dem Kreislauf genommen werden.
 
Prinzipiell gibt es im solidarischen Geldsystem drei Möglichkeiten, dem System zur Inflationsbekämpfung Geld zu entziehen. 
 
1.) Gutscheine mit Laufzeit:Wenn Geld im solidarischen Geldsystem eine Art Gutschein ist, so kann ein Teil dieser Gutscheine mit einer Laufzeit ausgestattet werden. Im Laufe der Zeit verringert sich bei diesem Teil der Gutscheine der Wert automatisch. Die Geldmenge sinkt. 
 
2.) Steuern: In einem solidarischen System werden Steuern nicht mehr zur Finanzierung des Staatshaushalts gebraucht, sondern als Instrument, um das Verhalten der Menschen zu beeinflussen und den Geldfluss zu steuern. Eine denkbare Steuer könnten Verbrauchssteuern sein. Mit jedem Kauf wird damit ein bestimmter Geldbetrag systematisch wieder dem Kreislauf entnommen. Auch könnten Unternehmensüberschüsse privater und staatlicher Unternehmen stärker versteuert werden. 
 
3.) Investitionen verschieben: In einem solidarischen Geldsystem legt das Parlament im Voraus fest, wie die Geldmenge in einer bestimmten Periode wachsen oder sogar schrumpfen soll. Je nachdem, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Das bedeutet, dass Staatsausgaben und Kredite angepasst werden, um diese Zielmarken einzuhalten.
 
Wenn zum Beispiel festgelegt wird, dass die Geldmenge nicht weiter steigen darf, könnte dies bedeuten, dass manche Projekte – auch wenn sie sozial und ökologisch sinnvoll sind – zunächst nicht realisiert werden können, weil die nötigen Ressourcen noch nicht verfügbar sind. In diesem Fall müsste der Staat zuerst Programme auflegen, um diese Ressourcen – etwa durch gezielte Bildungsangebote – zu schaffen.
Märkte, Mächte, Emissionen mit Adam Tooze Heinrich-Böll-Stiftung Mit dem prominenten Wirtschaftshistoriker Adam Tooze besprechen wir einmal im Monat die Krisen unserer Zeit an den Schnittstellen von Geopolitik, globaler Ökonomie und Klimakrise: Wie können Märkte, Mächte und die Klimakrise zusammen gedacht werden? Ein Podcast produziert von der Heinrich-Böll-Stiftung. Hosts: Jörg Haas und Sarah Ribbert. Wittlerins Wegweiser Tine Wittler Um Krisen und Veränderungen zu meistern, hat Tine Wittler im Laufe der Jahre ein eigenes System entwickelt. Das Ziel ihrer „Wegweiser-Gespräche zum Erden“, für die Ihr sie mittlerweile auch persönlich aufsuchen könnt: Die richtigen Fragen für den eigenen Weg zu finden – denn dann kommen die Antworten manchmal ganz von allein. In diesem Podcast reicht „die Wittlerin“ eine Auswahl ihrer „Wegweiser-Fragen“ an prominente Wegbegleiter weiter und reflektiert diese Gespräche im Anschluss mit ihrem Weggefährten Jörg Riewenherm. Alle Infos für Dein persönliches „Wegweiser-Gespräch zum Erden“ bei Tine Wittler im wundersamen Wendland: tinewittler.de Kehrwasser - Der Resilienz-Podcast Timo Call Kehrwasser ist DER Resilienz-Podcast für alle, die mental stark und körperlich energiegeladen bleiben wollen – auch unter Druck.Timo Call, Mentaltrainer und Resilienz-Coach aus München, zeigt dir, wie du deine Energie steuerst, dein Nervensystem trainierst und in Krisen handlungsfähig bleibst.Einmal pro Monat bekommst du:• Wissenschaftlich fundierte Strategien für mentale Stärke• Praxisnahe Tools für mehr Energie im Alltag• Interviews mit High Performern, Athleten und Führungskräften• Konkrete Übungen, die du sofort umsetzen kannstThemen: Resilienz, Stressmanagement, Energiebalance, HRV-Training, Mentaltraining, Neurobiologie, ATP & Mitochondrien, Burnout-Prävention, Leistungsfähigkeit.Gemeinsam paddeln wir durch das Wildwasser des Lebens. In den Kehrwassern – den ruhigen Zonen im Fluss – halten wir an, verschaffen uns Überblick und finden neue Perspektiven.Für wen ist dieser Podcast?High Performer, Führungskräfte, Selbstständige, Unternehmer und Leistungssportler – alle, die Zinne funkt. Der Zinnschmelze Podcast Zinnschmelze HALT! In Zeiten der ErschütterungWährend die Lockdown-Regeln noch unser tägliches Leben bestimmen, verändern wir in der ersten Staffel von Zinne funkt bereits jetzt schon unsere Optik und blicken zuversichtlich und gespannt auf die Post-Corona-Gesellschaft. Mit Hamburger Stimmen spricht unser Podcast-Gastgeber Cornelius Gesing über Veränderungen und Mut gebende Impulse. Wie können wir unser neu gewonnenes Wissen über Krisen für das Ideal einer nachhaltigen, sozialen, kulturellen und gerechten Stadt einsetzen? Was gibt uns Zuversicht und was treibt uns an? Was gibt uns jetzt Halt?
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