EPISODE · Sep 28, 2025 · 25 MIN
6. Die Krise der liberalen Demokratie: Martha Nussbaum
from KlarText Global · host Dr.Andreas Heuer
In dieser sechsten Episode der Reihe „Die Krise der liberalen Demokratie“ wird die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum (geb. 1947) vorgestellt. Sie ist bekannt für ihren Fähigkeitsansatz (Capabilities Approach), den sie mit Amartya Sen entwickelte. Dieser stellt die Frage, welche realen Möglichkeiten Menschen haben müssen, um ein erfülltesLeben zu führen – ein Konzept, das über den klassischen Liberalismus hinausgeht, indem es soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen stärker betont.Ihr Denken ist besonders relevant für die aktuelle Krise liberaler Demokratien. Sie kritisiert, dass diese oft nur Freiheitsrechte betonen, ohne die materiellen Grundlagen zu sichern, die nötig sind, um diese Rechte tatsächlich wahrzunehmen. Dies wirft die Frage auf, ob liberaleDemokratien in ihrer internationalen Politik zu einseitig agiert haben.Darüber hinaus analysiert Nussbaum die Rolle politischer Emotionen. In The Monarchy of Fear (2018) zeigt sie, wie Angst gesellschaftliche Spaltung fördert und von Populisten genutzt wird. Dem setzt sie Hoffnung als konstruktive Gegenkraft entgegen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ihr Konzeptdes Kosmopolitismus: Sie plädiert für eine Verbindung zwischen lokaler Identität und universellen Gerechtigkeitsprinzipien, um Globalisierung neu zudenken.Zusammenfassend zeigt Nussbaum Wege auf, wieGerechtigkeit umfassender verstanden, demokratische Gesellschaften widerstandsfähiger gemacht und globale Verantwortung neu definiert werden können. Doch bleibt die Frage: Reichen ihre Ideen aus, um die Krise liberaler Demokratien zu überwinden?
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In dieser sechsten Episode der Reihe „Die Krise der liberalen Demokratie“ wird die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum (geb. 1947) vorgestellt. Sie ist bekannt für ihren Fähigkeitsansatz (Capabilities Approach), den sie mit Amartya Sen entwickelte. Dieser stellt die Frage, welche realen Möglichkeiten Menschen haben müssen, um ein erfülltesLeben zu führen – ein Konzept, das über den klassischen Liberalismus hinausgeht, indem es soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen stärker betont.Ihr Denken ist besonders relevant für die aktuelle Krise liberaler Demokratien. Sie kritisiert, dass diese oft nur Freiheitsrechte betonen, ohne die materiellen Grundlagen zu sichern, die nötig sind, um diese Rechte tatsächlich wahrzunehmen. Dies wirft die Frage auf, ob liberaleDemokratien in ihrer internationalen Politik zu einseitig agiert haben.Darüber hinaus analysiert Nussbaum die Rolle politischer Emotionen. In The Monarchy of Fear (2018) zeigt sie, wie Angst gesellschaftliche Spaltung fördert und von Populisten genutzt wird. Dem setzt sie Hoffnung als konstruktive Gegenkraft entgegen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ihr Konzeptdes Kosmopolitismus: Sie plädiert für eine Verbindung zwischen lokaler Identität und universellen Gerechtigkeitsprinzipien, um Globalisierung neu zudenken.Zusammenfassend zeigt Nussbaum Wege auf, wieGerechtigkeit umfassender verstanden, demokratische Gesellschaften widerstandsfähiger gemacht und globale Verantwortung neu definiert werden können. Doch bleibt die Frage: Reichen ihre Ideen aus, um die Krise liberaler Demokratien zu überwinden?
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