EPISODE · Mar 26, 2025 · 19 MIN
Alexander Wasenbelz: Familienbetrieb und Psychotherapie verbinden
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Alexander Wasenbelz, ein 56-jähriger Mann aus Oberösterreich, hat einen ungewöhnlichen beruflichen Weg eingeschlagen. Seit über 30 Jahren leitet er erfolgreich die Trafik seiner Familie. Was jedoch viele nicht wissen, ist, dass Alexander parallel dazu Psychotherapy studiert und eine eigene Praxis geführt hat. Aufgewachsen in einer Familie, die bereits in der Trafikbranche tätig war, übernahm er langfristig das Geschäft seiner Mutter. Ursprünglich war die Trafik in der Rudolfstraße in Ufertrüm, gegründet von seinem Großvater, der nach seiner Pensionierung eine neue Beschäftigung suchte. Durch Zufall fand die Trafik ihren neuen Standort an einer belebten Kreuzung. Saison 1991 trat Alexander offiziell in das Familienunternehmen ein. Seine berufliche Laufbahn begann jedoch ganz anders. Er besuchte eine Tourismusfachschule und plante zunächst eine Karriere in der Reisebranche, wollte auf einem Schiff arbeiten und die Welt bereisen. Doch nach einem Jahr bei der UNO auf Zypern und anschließender Rückkehr nach Österreich änderten sich seine Pläne. Er entschied sich für die sichere Zukunft, die ihm die Übernahme der Trafik versprach. Im Laufe der Jahre erkannte er jedoch, dass ihm die geistige Herausforderung in der Trafik fehlte. So entschied er sich, abends die Matura nachzuholen und später ein Psychotherapiestudium aufzunehmen. Das Studium dauerte 14 Semester und war teuer, sodass Alexander zwischendurch immer wieder in der Trafik arbeitete, um die Kosten zu decken. Höhe- und Tiefpunkte gab es viele in seiner Laufbahn. Besonders herausfordernd war die Zeit der Pandemie, als der Umsatz in seiner Trafik einbrach. Obwohl er offiziell als systemrelevanter Betrieb anerkannt war und geöffnet bleiben musste, blieben die Kunden aus. Alexander hat über die Jahre viele Anpassungen an seinem Geschäftsmodell vorgenommen. Er modernisierte das Kassensystem, erweiterte das Sortiment und orientierte sich beim Verkauf von Nebenartikeln neu. Der Online-Handel stellt aktuell keine große Bedrohung dar, da der Vertrieb von Tabakwaren online in Österreich gesetzlich eingeschränkt ist. Bei Zeitungen und speziellen Artikeln sieht er jedoch Unterschiede. Seine Kundschaft, die überwiegend älteren Generationen angehört, bleibt dem gedruckten Medium treu. Die Spannen bei den verkauften Produkten sind unterschiedlich. Während Zigaretten eine wichtige Einnahmequelle sind, bringt der Verkauf von Zigarren mehr Marge, jedoch weniger Absatz. In der jüngeren Generation boomen Vapes und Nikotin-Pouches, die allerdings nicht exklusiv in Trafiken angeboten werden. Alexander sieht die Zukunft der Trafikbranche mit gemischten Gefühlen. Eine große Ungewissheit ist die mögliche Abschaffung des Monopols, was tiefgreifende Auswirkungen auf den kleinen Trafikantenstand haben könnte. Nebenprodukte, die in Trafiken exklusive verkauft werden, könnten ebenfalls den gesetzlichen Schutz verlieren, was die Existenzgrundlage vieler Betreiber infrage stellt. Privat findet Alexander Ausgleich durch Reisen und ist in einer Beziehung mit einer partnerin, die ebenfalls gerne reist. In jüngster Zeit besuchte er Bali, Spitzbergen und Lappland und plant, bald nach Kanada oder Peru zu reisen. Sein Lebensmotto lautet, "Dass alles für irgendwas gut ist, auch wenn man im Moment noch nicht weiß, wofür." Alexander hilft gerne anderen, strahlt Ruhe aus und ist offen für Neues. Er bleibt durchgehend optimistisch und zeigt, dass man seine Leidenschaft in mehreren Feldern entdecken und kombinieren kann.
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