Das Ende von “Teile und Herrsche“? | Von Jochen Mitschka episode artwork

EPISODE · Nov 24, 2022 · 22 MIN

Das Ende von “Teile und Herrsche“? | Von Jochen Mitschka

from apolut: Standpunkte

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.Zu Beginn des Podcasts dieser Woche möchte ich eine junge deutsche Frau mit afrikanischen Wurzeln vorstellen, die aber durchaus stellvertretend für die Ansichten viele Menschen hier in Afrika sind. Sie wird uns noch einmal einen Friedensabschluss beleuchten, von dem viele, außer in dieser PodCast-Serie, vermutlich noch nicht gehört hatten. Dann kommt ein Bericht über einen ebenfalls übersehenen Krieg im Kongo und eine Analyse der Klimaschutzkrise aus Sicht des globalen Südens.Der Stellvertreterkrieg der USA in AfrikaMartha Tesfamichael wurde 1979 in Köln geboren und absolvierte eine Ausbildung zur Diplom Medienwirtin. Sie arbeitet als ehrenamtliche Autorin für eine Fernsehstation am Horn von Afrika, hauptberuflich im sozialen Bereich. Sie legt Wert darauf, jede Information belegen zu können und setzt sich für eine unabhängige Region ein, ohne externe Einmischungen, Sabotagen und Regime Change. Sie ärgert sich über die in die Irre führende Berichterstattung über Afrika und versucht dagegen anzugehen.Als Beispiel berichtete sie mir über einen im Frühling 2021 veröffentlichten 72-seitigen Report vom New Africa Institute mit dem Titel „Desinformationen über Tigray: Wie Medien einen Konsenz herstellen, um einen Sezessionskrieg [in Äthiopien] zu rechtfertigen.“ (5) Er zeige anhand von Quellen aus dem Mainstream auf, dass dort über die Zusammenhänge und die regionale Dynamik am Horn von Afrika beste Kenntnisse vorliegen, diese in der täglichen Berichterstattung um den Konflikt aber nicht berücksichtigt werden. Viel wichtiger noch, Detailinformationen, die das Narrativ um den „Tigray Konflikt“ im Kern in Frage stellen, fänden keine Berücksichtigung.So zum Beispiel fehle in den westlichen Medien die Information, dass die TPLF, als regierende Kraft in Äthiopien von 1991-2018, in der Verfassung von 1994 manifestierte, dass das Land entlang von ethnischen Linien verwaltet wird, und ab 1994 Grenzverschiebungen (inkl. Vertreibung / ethnische Vertreibung bis hin zu Tötungen) vorangetrieben wurden. Trotz vieler Warnungen, eine solche Verfassung könne Tür und Tor für ein Blutbad im völkerreichen Äthiopien öffnen, wurde sie umgesetzt und stehe heute im Fokus vieler Äthiopier: Die Mehrheit spreche sich für eine Reform dieser Regelungen aus.An dieser Stelle sei erwähnt, dass in westlichen Medien das Narrativ verbreitet wird, dass Tigray mit der „Rebellenorganisation“ um Selbständigkeit kämpfe, und dies von der Regierung, welche die TPLF ablöste, mit Waffengewalt unterdrückt werde.Für den aktuellen Konflikt, so Martha, sei aber wichtig zu wissen: West Tigray - ist historisch das Land der Amhara. Seit 1994 habe Tigray mit der Verschiebung der historischen Linie eine Westgrenze zum Sudan geschaffen, was wichtig für die weitere Entwicklung sei. Ab 1997 habe dann die TPLF innerhalb der „Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front“ (EPRDF), die sie dominiere, angefangen, neue Karten zu erstellen. Dieser Vorgang wurde von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) finanziell unterstützt. Aber durch diese neue Grenzziehung gehörte nun eritreisches Territorium plötzlich zu Tigray. Eine wichtige Stadt, Badme, das 15 km innerhalb von Eritrea liegt, und weiteres international als eritreisches Territorium anerkanntes fruchtbares und besiedeltes Ackerland (Gash-Barka) sollte plötzlich nicht mehr zu Erithrea gehören, berichtet Martha....weiterlesen hier: https://apolut.net/das-ende-von-teile-und-herrsche-von-jochen-mitschka/+++Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.Zu Beginn des Podcasts dieser Woche möchte ich eine junge deutsche Frau mit afrikanischen Wurzeln vorstellen, die aber durchaus stellvertretend für die Ansichten viele Menschen hier in Afrika sind. Sie wird uns noch einmal einen Friedensabschluss beleuchten, von dem viele, außer in dieser PodCast-Serie, vermutlich noch nicht gehört hatten. Dann kommt ein Bericht über einen ebenfalls übersehenen Krieg im Kongo und eine Analyse der Klimaschutzkrise aus Sicht des globalen Südens.Der Stellvertreterkrieg der USA in AfrikaMartha Tesfamichael wurde 1979 in Köln geboren und absolvierte eine Ausbildung zur Diplom Medienwirtin. Sie arbeitet als ehrenamtliche Autorin für eine Fernsehstation am Horn von Afrika, hauptberuflich im sozialen Bereich. Sie legt Wert darauf, jede Information belegen zu können und setzt sich für eine unabhängige Region ein, ohne externe Einmischungen, Sabotagen und Regime Change. Sie ärgert sich über die in die Irre führende Berichterstattung über Afrika und versucht dagegen anzugehen.Als Beispiel berichtete sie mir über einen im Frühling 2021 veröffentlichten 72-seitigen Report vom New Africa Institute mit dem Titel „Desinformationen über Tigray: Wie Medien einen Konsenz herstellen, um einen Sezessionskrieg [in Äthiopien] zu rechtfertigen.“ (5) Er zeige anhand von Quellen aus dem Mainstream auf, dass dort über die Zusammenhänge und die regionale Dynamik am Horn von Afrika beste Kenntnisse vorliegen, diese in der täglichen Berichterstattung um den Konflikt aber nicht berücksichtigt werden. Viel wichtiger noch, Detailinformationen, die das Narrativ um den „Tigray Konflikt“ im Kern in Frage stellen, fänden keine Berücksichtigung.So zum Beispiel fehle in den westlichen Medien die Information, dass die TPLF, als regierende Kraft in Äthiopien von 1991-2018, in der Verfassung von 1994 manifestierte, dass das Land entlang von ethnischen Linien verwaltet wird, und ab 1994 Grenzverschiebungen (inkl. Vertreibung / ethnische Vertreibung bis hin zu Tötungen) vorangetrieben wurden. Trotz vieler Warnungen, eine solche Verfassung könne Tür und Tor für ein Blutbad im völkerreichen Äthiopien öffnen, wurde sie umgesetzt und stehe heute im Fokus vieler Äthiopier: Die Mehrheit spreche sich für eine Reform dieser Regelungen aus.An dieser Stelle sei erwähnt, dass in westlichen Medien das Narrativ verbreitet wird, dass Tigray mit der „Rebellenorganisation“ um Selbständigkeit kämpfe, und dies von der Regierung, welche die TPLF ablöste, mit Waffengewalt unterdrückt werde.Für den aktuellen Konflikt, so Martha, sei aber wichtig zu wissen: West Tigray - ist historisch das Land der Amhara. Seit 1994 habe Tigray mit der Verschiebung der historischen Linie eine Westgrenze zum Sudan geschaffen, was wichtig für die weitere Entwicklung sei. Ab 1997 habe dann die TPLF innerhalb der „Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front“ (EPRDF), die sie dominiere, angefangen, neue Karten zu erstellen. Dieser Vorgang wurde von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) finanziell unterstützt. Aber durch diese neue Grenzziehung gehörte nun eritreisches Territorium plötzlich zu Tigray. Eine wichtige Stadt, Badme, das 15 km innerhalb von Eritrea liegt, und weiteres international als eritreisches Territorium anerkanntes fruchtbares und besiedeltes Ackerland (Gash-Barka) sollte plötzlich nicht mehr zu Erithrea gehören, berichtet Martha....weiterlesen hier: https://apolut.net/das-ende-von-teile-und-herrsche-von-jochen-mitschka/+++Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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This episode is 22 minutes long.

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This episode was published on November 24, 2022.

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