EPISODE · Jul 3, 2026 · 15 MIN
Das Urbild
from Glow in the Dark - Die Geschichte der Strahlung · host Dorina Petersen
„Ich habe meinen eigenen Tod gesehen!“ Ein Schrei zerreißt die nächtliche Stille des Physikalischen Instituts in Würzburg. Es ist der Satz, der eine ganze Epoche erschüttern wird. In dieser Episode führt uns „Ray“ zum absoluten Epizentrum der modernen Medizingeschichte: dem 22. Dezember 1895. Nach sieben qualvollen Wochen der totalen Isolation öffnet Wilhelm Conrad Röntgen zum ersten Mal wieder die verriegelte Labortür, um seine Ehefrau Anna Bertha in die Dunkelheit des ersten Stocks zu bitten. Er sagt ihr nicht, was sie erwartet. Er braucht sie als lebendes Objekt für den finalen, unumstößlichen Beweis. Erfahren Sie die ungeschminkte, psychologische Wahrheit hinter dem berühmtesten Foto der Welt. Wir beleuchten das quälende, zwanzigminütige Martyrium im ohrenbetäubenden Knattern des Induktors, bei dem Berthas Hand mit schweren Sandsäcken und Holzkeilen unbeweglich eingemauert werden musste. Wir erleben den Moment in der Dunkelkammer, als aus dem neongrünen Leuchten der Röhren ein Bild des Grauens entsteht: die nackten, pechschwarzen Knochen einer lebendigen Frau, überragt von der unheimlichen Masse zweier verschmolzener Ringe. Diese Folge rekonstruiert die dramatischen Stunden nach dem Schock – Berthas Flucht aus dem Labor, das sie nie wieder betreten sollte, und Conrads eiskalte, wissenschaftliche Protokollierung. Doch die Last ist noch nicht vorbei: Erleben Sie, wie der Professor unmittelbar nach den Weihnachtstagen geistesabwesend und mit zitternden Händen vor seine ahnungslosen Studenten tritt, während in der Tasche seines Gehrrocks bereits das Geheimnis des Jahrhunderts liegt. Die Posttasche ist gepackt. Am Silvesterabend gehen fünfzehn Briefe auf die Reise. Und in Berlin und Prag ahnen zwei Männer noch nicht, dass diese Post ihr Leben zerstören wird.
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„Ich habe meinen eigenen Tod gesehen!“ Ein Schrei zerreißt die nächtliche Stille des Physikalischen Instituts in Würzburg. Es ist der Satz, der eine ganze Epoche erschüttern wird. In dieser Episode führt uns „Ray“ zum absoluten Epizentrum der modernen Medizingeschichte: dem 22. Dezember 1895. Nach sieben qualvollen Wochen der totalen Isolation öffnet Wilhelm Conrad Röntgen zum ersten Mal wieder die verriegelte Labortür, um seine Ehefrau Anna Bertha in die Dunkelheit des ersten Stocks zu bitten. Er sagt ihr nicht, was sie erwartet. Er braucht sie als lebendes Objekt für den finalen, unumstößlichen Beweis. Erfahren Sie die ungeschminkte, psychologische Wahrheit hinter dem berühmtesten Foto der Welt. Wir beleuchten das quälende, zwanzigminütige Martyrium im ohrenbetäubenden Knattern des Induktors, bei dem Berthas Hand mit schweren Sandsäcken und Holzkeilen unbeweglich eingemauert werden musste. Wir erleben den Moment in der Dunkelkammer, als aus dem neongrünen Leuchten der Röhren ein Bild des Grauens entsteht: die nackten, pechschwarzen Knochen einer lebendigen Frau, überragt von der unheimlichen Masse zweier verschmolzener Ringe. Diese Folge rekonstruiert die dramatischen Stunden nach dem Schock – Berthas Flucht aus dem Labor, das sie nie wieder betreten sollte, und Conrads eiskalte, wissenschaftliche Protokollierung. Doch die Last ist noch nicht vorbei: Erleben Sie, wie der Professor unmittelbar nach den Weihnachtstagen geistesabwesend und mit zitternden Händen vor seine ahnungslosen Studenten tritt, während in der Tasche seines Gehrrocks bereits das Geheimnis des Jahrhunderts liegt. Die Posttasche ist gepackt. Am Silvesterabend gehen fünfzehn Briefe auf die Reise. Und in Berlin und Prag ahnen zwei Männer noch nicht, dass diese Post ihr Leben zerstören wird.
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