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EPISODE · Aug 19, 2022 · 1H 4M

Der jüdische Mai '68

from Rosa-Luxemburg-Stiftung Audiodokumentationen · host Rosa-Luxemburg-Stiftung

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums sind die Ereignisse des Jahres 1968 medial wieder präsent. Von rechtskonservativer Seite werden die früheren Aktivisten immer wieder für die heutige Situation verantwortlich gemacht. So sprach der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen vom „versifften links-grünen 68er-Deutschland“, das es zu ändern gelte. Derartige Angriffe richteten sich häufig direkt gegen ehemalige Protagonisten der 68er-Bewegung. Das ist kein neues Phänomen: Die konservative Kritik an dem in Deutschland wie in Frankreich aktiven Daniel Cohn-Bendit wies nicht selten antisemitische Untertöne auf. Bereits 50 Jahre zuvor war das Gesicht der französischen Studentenbewegung antisemitisch angefeindet worden. Im Vortrag soll am Beispiel des Lebenswegs von Cohn-Bendit eine andere Perspektive auf die 68er-Bewegung geworfen werden, die als „Der jüdische Mai `68“ gefasst werden kann. Dabei geht es um die Herkunft vieler Protagonisten, aber auch um die Bedeutung Frankreichs für die gesamteuropäische wie jüdische Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Blick zurück auf die Elterngeneration führt in die Lebenswelten der als Immigranten und Flüchtlinge aus Deutschland, Polen und dem Habsburgerreich kommenden Juden. Kommunismus, Zionismus und antifaschistisches Engagement bilden die Folie, vor der die Ereignisse des Mai '68 in neuem Licht erscheinen. Sebastian Voigt ist Autor des Buches: „Der jüdische Mai ’68" Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte, München, Fellow am Institut für Soziale Bewegungen, Bochum, und Lehrbeauftrager an der Ruhr-Universität Bochum. Politisches Engagement von Jüd_innen in Deutschland wird in der Regel in zweierlei Zusammenhang gesehen: hinsichtlich der israelischen Politik und bezogen auf die Rechte als Minderheit. Beide Formen gelten in der Regel als berechtigtes und doch partikulares Interesse, dem sich aus der Verantwortlichkeit für die nationalsozialistischen Verbrechen auch nicht-jüdische Deutsche beigesellen. Wenig beleuchtet ist ein universalistisches politisches Engagement von Jüd_innen. Historisch wird es vor allem in die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg verortet und mit dem Jüdischen Arbeiterbund in Verbindung gebracht. Doch auch die Neuen Linke fand signifikanten Widerhall unter jungen Jüd_innen. In der Revolte von 1968 war es Daniel Cohn-Bendit, der ein grenzüberschreitendes Sprachrohr der politischen Bewegung war. Bis heute prägt er eine progressive europäische Politik mit. Ende der 1970er Jahre fand sich in Frankfurt die Jüdische Gruppe zusammen, die sowohl der etablierten Gemeindepolitik wie auch der israelischen Politik kritisch gegenüberstanden. Zwei Veranstaltungen sollen das Spektrum nicht-konformen politischen Aktivismus im deutschsprachigen Judentum nach 1945 beleuchten und beitragen, anhand dieses Beispiels die Verstrickungen zwischen partikularen Interessen und universalen Hoffnungen zu verdeutlichen. In Kooperation mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden und der GEW Hamburg Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg Veranstaltungswebseite: https://hamburg.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/GINK6 Bild: Jack de Nijs / Anefo

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Der jüdische Mai '68

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Fokus Europa Heinrich Böll Stiftung Fokus Europa ist eine Interview-Serie mit Experten über die europäische Idee, den Stand der Vereinigung und ihren aktuellen Zustand. Moderator Tim Pritlove hinterfragt und diskutiert im Dialog über Ziele, Träume und Wirklichkeit in Europa. Auf den Tag genau Jan Fusek, Fabian Goppelsröder und Robert Sollich Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte.Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell.Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke. Gesellschaft besser machen Körber-Stiftung Wie können wir Polarisierung begegnen – und Europa stärken? In „Gesellschaft besser machen“ spricht Moderatorin Muschda Sherzada alle zwei Wochen mit Persönlichkeiten aus Politik, Zivilgesellschaft, Medien und Wissenschaft über die drängendsten gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Verständlich, lösungsorientiert und nah an aktuellen Debatten liefert der Podcast neue Perspektiven, konkrete Ideen und Inspiration für ein starkes Europa und gesellschaftliches Miteinander. Ein Podcast der Körber-Stiftung. FRÜF – Frauen reden über Fußball Rebecca Görmann, Kristell Gnahm In FRÜF steckt, was der Name verspricht: Frauen reden über Fußball. Hinter FRÜF steckt ein stetig wachsendes Podcast-Kollektiv von Frauen, für die Fußball mehr ist als nur eine Sportart. Wir sind Fans, Journalistinnen, Spielerinnen – und manche von uns sogar alles davon. Wir sind diskussionsfreudig, aber solidarisch. Uns interessieren fußballerische Trends, der Diskurs über 50+1 oder die gesellschaftliche Relevanz von Antirassismus-Kampagnen des DFB genauso wie die Unterschiede im Umgang mit Frauen- und Männerfußball, die weibliche Fußballsozialisation oder der Umgang mit Sexismus im Stadion. Über solche Fragen sprechen wir in wechselnder Besetzung in unserer monatlichen Sendung.FRÜF ist keine Sportschau in Rosa und keine Analyse von Spielerfrauen-Instagram-Profilen – bei FRÜF geht es um Fußball. Punkt. Wir geben dabei weiblichen Perspektiven und Stimmen eine Plattform, die in anderen Sendungen einfach viel zu selten auftauchen – weil wir es können. Denn wir sind viele.

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