EPISODE · Aug 13, 2026 · 18 MIN
Die missbrauchte Anschlussberufung – Wo das Bundesgericht der Taktik Grenzen setzt
from Juristische Standardwerke - Studier Jura! · host C. M.
Darf die Staatsanwaltschaft die Anschlussberufung gezielt als strategisches Druckmittel einsetzen, um Beschuldigte zum Rückzug ihres eigenen Rechtsmittels zu zwingen? Mit dieser hochgradig praxisrelevanten Frage befasst sich unser aktueller juristischer Deep Dive zum wegweisenden Urteil der Fünferbesetzung des Bundesgerichts vom 29. Juli 2026 (BGer 6B_688/2025).Wir sezieren die dogmatische Grenze zwischen legitimer Strafverfolgung und treuwidrigem, widersprüchlichem Prozessverhalten (venire contra factum proprium) im Schweizer Strafprozessrecht:Das prozesstaktische Manöver: Wie die Staatsanwaltschaft Zürich erst ihre eigenständige Hauptberufung zurückzog, um dann mittels einer nachträglichen Anschlussberufung eine Landesverweisung und eine SIS-Ausschreibung zu fordern – Punkte, die in erster Instanz gar nicht beantragt oder thematisiert worden waren.Die Hebelung des Verschlechterungsverbots: Warum das Bundesgericht diese Praxis als unzulässige Druckausübung qualifiziert, um das reformatio in peius-Verbot auszuhebeln und die Berufung des Beschuldigten im Keim zu ersticken.Die Konsequenzen für die Praxis: Was dieses Urteil für die Verteidigungsstrategie bei drohenden Landesverweisungen und das künftige Verhalten der Strafverfolgungsbehörden bedeutet.Ein absolutes Must-Listen für Strafverteidiger:innen, Staatsanwält:innen, Richter:innen und alle, die an den feinen Linien der StPO (Art. 391 und Art. 401) interessiert sind.Jetzt reinhören und die prozessuale Dynamik hinter BGer 6B_688/2025 im Detail verstehen!
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