E002 - Alexander Datzinger, Nobufil: Wenn Industrieabfall zu Filament wird episode artwork

EPISODE · Apr 17, 2026 · 48 MIN

E002 - Alexander Datzinger, Nobufil: Wenn Industrieabfall zu Filament wird

from PEEKfeine Bauteile - Der 3D-Druck Industrie-Podcast · host Bastian Gaedike

Alexander Datzinger ist Gründer der pexopol GmbH (Recycling-Compounds und Granulat, gegründet 2019) und der nobufil GmbH (FDM-Filament aus Recyclingmaterial, gegründet 2022) – beide mit Sitz in Krems an der Donau, Österreich. Mit rund 20 Jahren Erfahrung in Kunststoffverarbeitungsmaschinen, Rohstoffen und Recyclingprozessen hat er sich auf hochwertige Sekundärmaterialien für technische Anwendungen spezialisiert. nobufil ist der erste österreichische Filamenthersteller mit eigenem Recycling und eigener Produktion. Die Materialien entstehen aus sortenreinen postindustriellen Abfällen aus einem Umkreis von ca. 750 km.ZENTRALE THEMEN UND ERKENNTNISSEVom Recycling zum 3D-Druck – nicht umgekehrt nobufil entstand nicht aus einer 3D-Druck-Idee heraus. Die Gründer kamen aus der Recyclingwelt, identifizierten PETG-Abfall aus der Kosmetikverpackungsfolie – und suchten erst dann einen Abnehmer. Als kein Filamenthersteller mitziehen wollte, machten sie es selbst.Upcycling statt Downcycling Polyethylen-Pflanzenkübel aus dem Gelben Sack – das ist nicht das Modell. pexopol und nobufil setzen auf sortenreine postindustrielle Abfälle (Spritzguss, Tiefziehfolie) aus der DACH-Region und erhöhen die Materialeigenschaften durch gezielte Additivierung: Stabilisatoren, Schlagzähmodifikatoren, ESD-Ausrüstung, Laserbeschriftbarkeit.Das Angebot bestimmt das Sortiment nobufil entwickelt keine Materialien, weil der Markt sie fordert – sondern weil das Recyclingmaterial verfügbar und qualitätsstabil ist. Ohne langfristige, mengengesicherte Quelle kommt kein Produkt ins Sortiment. Das PLA-3-Farben-Glitzer-Filament wird es deshalb bei nobufil nie geben.Rohstoffversorgung ist das eigentliche Geschäft In Krems werden ca. 2.000 Tonnen Granulat pro Jahr produziert. Etwa 10 % davon eignen sich für Filament, die Hälfte davon wird tatsächlich zu Filament. Das Material muss beschafft werden, wenn es verfügbar ist – nicht wenn man es braucht. nobufil fungiert damit auch als Vorfinanzierungseinheit für Rohstoffe.B2C als Trojanisches Pferd im B2B Die meisten Industriekunden kamen über Mitarbeiter, die nobufil privat kannten. Der B2C-Kanal ist kein Endpunkt, sondern Einflusspfad in B2B-Unternehmen – vom Hobby-Drucker zur Prototypenabteilung.60 % CO2-Einsparung – mit Zertifikat Der CO2-Vorteil entsteht nicht beim Ziehen des Filaments – der ist bei Neu- und Recyclingmaterial gleich. Die Einsparung liegt in der Herstellung des Ausgangsmaterials und den kurzen Transportwegen (Durchschnitt ca. 700 km, alles per LKW, kein Seefrachtcontainer). nobufil stellt CO2-Äquivalenzberechnungen mit Bestätigung aus.Support und Traceability als Differenzierungsmerkmal Jede Produktionscharge wird 3–4 Mal geprüft – von der Eingangskontrolle bis zur fertigen Rolle. 15 Drucker verschiedenster Hersteller stehen für Reproduktions- und Supportfälle bereit. Im B2B ist das oft entscheidender als der Preis.LINKSnobufil GmbH: nobufil.compexopol GmbH: pexopol.comBastian auf LinkedIn: #MATERIALPINGUINPodcast: PEEKfeine Bauteile auf Spotify, Apple Podcasts und malping.de

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