EPISODE · May 1, 2026 · 50 MIN
E004 - Stefan Wenzel, 3D-Point F&W GmbH: Vom P&G-Innovation-Award zur 200+ Drucker-Printfarm
from PEEKfeine Bauteile - Der 3D-Druck Industrie-Podcast · host Bastian Gaedike
Stefan Wenzel ist Mitgründer und Geschäftsführer der 3D Point F&W GmbH, aktuell ansässig in Schöneiche bei Berlin. Er hat eine Ausbildung als CNC-Fräser, kam 2011 als Maschinenrichter zu Procter & Gamble und entwickelte dort gemeinsam mit dem erfahrenen CAD-Konstrukteur Dieter Fischer ein konzerninternes 3D-Druck-Innovation-Center. Es wurde mit einem internen Innovation Award ausgezeichnet und mit über 400.000 Euro Budget ausgestattet. 2020 gründeten beide 3D Point, starteten mit zwei Ultimakern und einer SLS-Anlage auf 50 Quadratmetern und haben seitdem die Kapazität auf über 200 FDM-Drucker ausgebaut.Zentrale Themen und ErkenntnisseVom Konzern in die Selbstständigkeit. Der Auslöser war kein klassischer Unternehmergeist, sondern ein konkretes Produktionsproblem: Stefan druckte intern eine Vorrichtung, die einen manuellen Prozess von einer Minute auf drei Sekunden reduzierte. Der Nachbau durch externe Fertigung kostete fünfstellig. Die Erkenntnis daraus hat 3D Point gegründet.Fokus schlägt Breite. 3D Point betreibt heute zwar FDM, SLA und SLS, aber die SLS-Anlage läuft nur noch einmal im Monat. Der Grund ist schlicht wirtschaftlich: Wer 20 SLS-Maschinen betreibt, kauft Pulver für 35 Euro das Kilo. Wer eine betreibt, zahlt 80. Der Fokus liegt vollständig auf FDM-Serien.200 Drucker, vier Festangestellte. Das Geschäftsmodell ist auf hohe Stückzahlen ausgerichtet: Serien von 20.000 bis 250.000 Bauteilen. Neue Drucker werden erst ab fünf Exemplaren für Kundenaufträge eingesetzt, weil ein einzelner Drucker keine ausreichende Wiederholgenauigkeit für Serienteile liefert.Bambu Lab dominiert, mit Einschränkungen. Der A1 wurde bewusst ausgeschlossen, weil er in der Serienproduktion keine ausreichende Maßhaltigkeit liefert. Aktuell werden 180 Bambu-Lab-Geräte betrieben, gleichzeitig wird der Prusa Core One als zweite Säule aufgebaut, um Herstellerabhängigkeit zu vermeiden.Material ist nicht gleich Material. Slicer-Parameter machen nach Stefans Einschätzung bis zu 50 Prozent des Ergebnisses aus und werden von Kunden systematisch unterschätzt. Ebenso unterschätzt: Chargenkonstanz. Nach mehrfach schlechten Erfahrungen mit günstigen Materialien bezieht 3D Point heute direkt bei Herstellern, teilweise auf eigenen Rollen konfektioniert.Nein sagen als Kompetenz. Anfragen für Einzelprototypen, sehr weiche TPU-Härtegrade oder hochtemperaturbeständige Materialien ab PPS aufwärts werden aktiv abgelehnt oder an kleinere Dienstleister weitervermittelt, die sich über jeden Auftrag freuen.LinksBastian auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/Podcast auf Spotify, Apple Podcasts und malping.deStefan Wenzel & 3D Point: https://www.3d-point.de
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