EPISODE · May 1, 2026 · 16 MIN
Elektrische Kardioversion und Defibrillation
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🫀 Thema der FolgeElektrische Kardioversion vs. Defibrillation: gleiche Geräte, unterschiedliche Ziele – und im Notfall ein entscheidender Unterschied.⚡ Grundprinzip: Synchronisiert oder nicht?- Elektrische Kardioversion: R-Zacken-synchronisierte Schockabgabe (Sync an) zur Vermeidung eines Schocks in der vulnerablen Phase.- Defibrillation: unsynchronisierte Schockabgabe (Sync aus) – Schock sofort, ohne R-Zacke.🚑 Indikationen: Wann was?Kardioversion- Instabile Tachykardie mit organisierter Aktivität (Klinik zählt): Hypotonie, Schock, Brustschmerz, Lungenödem/Dyspnoe, Bewusstseinsstörung, Minderperfusion- Stabile Tachykardie nach frustraner medikamentöser Kardioversion- Elektiv je nach Situation (z. B. Schmalkomplextachykardien)Defibrillation- Kammerflimmern- Instabile polymorphe ventrikuläre Tachykardie- Instabile Breitkomplextachykardie, wenn Synchronisation nicht gelingt⛔ Kontraindikationen & Fallstricke- Keine absoluten Kontraindikationen im Notfall bei Instabilität.- Relative Punkte:- Polymorphe Breitkomplextachykardie: Synchronisation oft unzuverlässig → eher defibrillieren.- Vorhofflimmern/-flattern (elektiv): Thrombus ausschließen bzw. ausreichende Antikoagulation beachten (Embolierisiko). Im instabilen Notfall nachrangig.🧩 Praktisches Vorgehen: Kardioversion1) Elektroden/Pads: anterior-lateral oder anterior-posterior; guter Hautkontakt (ggf. rasieren, Haut trocknen)2) Sync aktivieren und am Monitor prüfen, ob R-Zacken zuverlässig markiert werden3) Energie (Erwachsene): initial ca. 100 J biphasisch; bei Misserfolg steigern (z. B. +50 J)4) Nach 3 frustranen Versuchen: antiarrhythmische Unterstützung erwägen (z. B. Amiodaron)5) Sicherheitsansage: „Achtung Schock – alle weg!“ Sichtkontrolle, dann Schock6) Danach: Puls/EKG; bei Pulslosigkeit sofort Reanimation🧠 Wenn Sync „nicht schockt“Bei sehr hoher Frequenz oder deformierten/breiten QRS kann die R-Zacken-Erkennung scheitern → trotz Sync keine Schockabgabe. Bei instabilem Patienten ggf. auf unsynchronisierte Defibrillation wechseln, um keinen Zeitverlust zu riskieren.🧒 Energiedosierung Kinder- Initial 0,5–1 J/kg, maximal 2 J/kg (gewichtsbezogen).💤 Analgosedierung (wenn Zeit/Status es zulässt)Ziel: Schmerz- und Stressreduktion bei erhaltener Spontanatmung, mit vollständigem Monitoring und Atemwegs-Backup.- Etomidat 0,1–0,2 mg/kg i.v. (kreislaufstabil)- Ketamin 1–2 mg/kg i.v. (kreislaufstützend; Sekretion/psychomimetische Effekte möglich)- Propofol 0,5–1 mg/kg i.v. (Hypotonierisiko)- Fentanyl 25–50 µg i.v. titriert (nur mit Erfahrung/engmaschiger Atemwegsüberwachung)🔁 Defibrillation: Ablauf & Energie- Sync muss aus sein (klassische Fehlerquelle).- Erwachsene: erster Schock mindestens 150 J biphasisch (geräte-/herstellerabhängige Empfehlungen beachten), danach steigern.- Im Reanimationsalgorithmus: nach Schock sofort weiter drücken, Rhythmuskontrolle nach Zyklen.🛠️ Team- & Gerätesicherheit- Viele Geräte deaktivieren Sync nach einem Schock automatisch: vor jedem erneuten Kardioversionsversuch Sync erneut aktiv prüfen.- Pads bevorzugen (sicherer/standardisierter als Paddles).- Schritte laut ansagen zur Fehlerreduktion.💊 Antiarrhythmische Unterstützung (bei frustranen Versuchen/je nach Rhythmus)- Amiodaron häufig: z. B. 300 mg i.v. (Protokoll- und Nebenwirkungscheck, u. a. Hypotonie)- Procainamid ggf. bei bestimmten VT und ohne schwere HI (lokale Standards)🔑 Take-home- Kardioversion = synchronisiert (Sync an). Defibrillation = unsynchronisiert (Sync aus).- Bei Instabilität entscheidet die Klinik, nicht die „schöne“ Rhythmusanalyse.- Vor jedem Schock aktiv prüfen: Modus, R-Zacken-Erkennung, Energie, Sicherheit („alle weg“).
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