EPISODE · Jul 31, 2026 · 21 MIN
Erst clean, dann Trauma? Warum Suchthilfe den ganzen Menschen sehen muss
from Sucht | Drogen | Hilfe | Kostenlos | Substanzen | Angehörige | Psyche | Betroffene | Tabus
„Erst clean, dann Trauma.“Diesen Satz hören viele Betroffene noch immer.Manchmal direkt.Manchmal indirekt.Manchmal durch Aufnahmebedingungen.Manchmal durch Therapiekonzepte, in denen erst Konsum, Rückfall und Abstinenz behandelt werden sollen – und das Trauma irgendwann später.Aber diese starre Reihenfolge passt nicht für alle.In dieser Folge geht es um Sucht, Trauma, PTBS, komplexe Traumafolgen, Suchtdruck, Rückfall, Stabilisierung, Scham und die Frage, warum moderne Suchthilfe den ganzen Menschen sehen muss.Eine neuere Studie mit 209 Menschen mit Substanzgebrauchsstörung und PTBS stellt die alte Reihenfolge infrage. Die simultane Behandlung von Sucht und Trauma schnitt nach drei Monaten besser ab und wurde von vielen Teilnehmenden bevorzugt.Wichtig ist:Das bedeutet nicht, dass jede Person sofort intensive Traumakonfrontation machen sollte.Aber es bedeutet:Trauma darf nicht pauschal ausgeklammert werden, bis jemand lange genug abstinent ist.Denn für viele Betroffene war Konsum nicht einfach „Fehlverhalten“.Er war ein Versuch, mit innerer Überflutung, Flashbacks, Scham, Angst, Albträumen, Dissoziation, Leere oder Dauerstress irgendwie weiterzuleben.In dieser Folge sprechen wir über:- warum „erst clean, dann Trauma“ viele Betroffene verliert- warum Konsum oft eine Funktion hatte- warum Sucht auch ein Überlebens- und Regulationsversuch des Nervensystems sein kann- was aktuelle Forschung zur parallelen Behandlung zeigt- warum gleichzeitig nicht bedeutet, jede Person sofort in Traumakonfrontation zu schicken- warum Stabilisierung, Skills, Diagnostik und Sicherheit entscheidend bleiben- was das Oberurseler Modell der DGD Klinik Hohe Mark zeigt- warum nicht jedes Traumaangebot dieselben Aufnahmebedingungen hat- warum spezialisierte Doppeldiagnose-Angebote noch nicht flächendeckend verfügbar sind- warum sichere Rückkehrorte nach stationärer Behandlung so wichtig sind- warum Beschämung keine Therapie ist- was Betroffene wirklich brauchen- was Angehörige mitnehmen können- wie anonym-suchthilfe.de mit Tracking, Safety-Plan, Tagebuch und PDF-Export unterstützen kannDie wichtigste Botschaft:Nicht erst clean, dann Mensch.Sondern den ganzen Menschen sehen – von Anfang an.Sucht, Trauma, Nervensystem, Schlaf, Scham, Suchtdruck, Rückfall, Bindung, Alltag und sichere Anschlussversorgung gehören zusammen.Hinweis:Diese Folge ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Beratung. Traumatherapie, Entzug und Suchtbehandlung müssen individuell fachlich geprüft werden.Bei akuter Selbstgefährdung, Suizidgedanken, Überdosierung, Atemproblemen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen, Delir oder medizinischem Notfall: 112.Mehr Artikel, Tools und anonyme Selbsthilfe:anonym-suchthilfe.de
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