EPISODE · Apr 23, 2010 · 3 MIN
Gentests bei Gesunden zur Krebsvorsorge ? Kontroverse zwischen den Experten
from Billrothhaus Audio Podcast
In Europa sterben jährlich 1.7 Millionen Menschen an Krebs. Flächendeckende Gentests könnten die Krebserkrankungen um die Hälfte reduzieren. Das behauptet der Leiter des deutschen Krebsforschungszentrums Prof.Othmar Wiestler in einer öfffentlich geführten Diskussion und fordert von den Krankenkassen die Übernahme der Kosten von 1000 Euro/Patient. Für Österreich würde die Erbgutanalyse zusätzliche Kosten von 8 Milliarden Euro bedeuten, um etwa 20.000 Krebserkrankungen/Jahr zu verhindern. Billrothhaus-News Experte Univ.-Prof. Dr. Josef Schwarzmeier lehnt diese gewagten Behauptungen entschieden ab. Bei einigen seltenen Krebsformen, die auf Keimbahn-Mutationen beruhen ( z.B. Polyposis coli, einige Formen des Mammakarzinoms) können zusätzliche Gentests in den betroffenen Familien sinnvoll sein. Er spricht sich aber vehement gegen ein flächendeckendes Screening von Gesunden aus, da es seiner Meinung nach derzeit noch keine Gentests gibt, die generell eine Früherkennung von Krebs oder eine Vorhersage des Krebsrisikos erlauben.
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