EPISODE · Jul 18, 2026 · 12 MIN
Hagen Decker, Kritik und Recovery: Warum aus einem alten Konflikt ein Neubeginn wurde
from Sucht | Drogen | Hilfe | Kostenlos | Substanzen | Angehörige | Psyche | Betroffene | Tabus
Diese Folge ist persönlich.Es geht um einen alten Konflikt zwischen mir und Hagen Decker – und darum, warum daraus heute ein Neubeginn geworden ist.Vor über einem Jahr hatte ich Hagen in einer Selbsthilfegruppe kennengelernt. Damals war ich clean, aber innerlich noch lange nicht stabil. Ich hatte gerade erst wieder gelernt, Emotionen wahrzunehmen. Aber ich konnte sie oft noch nicht richtig einordnen oder regulieren.Die Gruppe fand in Neukölln statt, in der Nähe von Sonnenallee und Hermannstraße. Für viele ist das einfach ein Ort in Berlin. Für mich war es damals ein massiver Trigger, weil diese Gegend eng mit meiner früheren Polamidon-Zeit verbunden war.Ich kam also schon angespannt dort an.Als ich dann über die Schwere meiner Polytoxikomanie sprach und mich nicht richtig verstanden fühlte, traf mich das tief. Später fiel noch ein Witz, den ich heute vielleicht ganz anders einordnen würde. Damals aber berührte er meine Scham, meine Angst und das Gefühl, vielleicht nicht mehr erreichbar zu sein.Aus Verletzung wurde Kritik.Aus Kritik wurde Aufmerksamkeit.Aus Aufmerksamkeit wurde Fixierung.Heute sehe ich klarer: Meine Gefühle waren echt. Aber meine damalige Bewertung war nicht vollständig frei. Mein Nervensystem war im Alarm. Ich projizierte. Ich suchte Bestätigung. Und KI verstärkte meine Sicht damals eher, als sie kritisch zu prüfen.Irgendwann wusste ich: Es reicht.Ich schrieb Hagen. Ich löschte die alten Artikel und die dazugehörigen Podcast- und Videofolgen. Wir sprachen uns aus. Das Thema ist zwischen uns abgehakt. Bis heute gibt es immer wieder positiven Kontakt.Diese Folge ist keine neue Kritik an Hagen.Sie ist ein Abschluss.Und ein Neubeginn.Es geht um:- frühe Recovery und emotionale Dysregulation- Trigger-Orte und alte Konsum-Erinnerungen- Projektion in der Suchthilfe- Gruppendynamik, Scham und Verletzlichkeit- KI als Bestätigungsschleife- negative Bindung durch Kritik- warum alte Konflikte nicht ewig weitergetragen werden müssen- Stigma und Geldprobleme in der Suchthilfe- warum Podcasts, Webseiten und Selbsthilfegruppen wichtige niedrigschwellige Brücken sind- warum Suchthilfe weniger Lagerkampf und mehr Menschlichkeit brauchtDie wichtigste Botschaft:Manchmal bedeutet Heilung nicht, weiter recht zu haben.Manchmal bedeutet Heilung, zu erkennen, dass man aus einer alten Wunde heraus gekämpft hat – und dann aufzuhören.Nicht aus Schwäche.Sondern aus innerer Freiheit.Mehr Artikel, Tools und anonyme Selbsthilfe:anonym-suchthilfe.de
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